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„Tag 1“
Zug von Los Angeles nach Chicago, 42 Stunden, 35 Minuten.
Chicago nach Pittsburgh, 9 Stunden und 25 Minuten.
Pittsburgh nach Philly, 7 Stunden und 30 Minuten.
Philly zur Grand Central Station, eine Stunde, 25 Minuten.
Nach fünf Jahren zurück in New York.
Echt aufregend.
Was machst du denn da? Drehst du einen Film?
Äh, nein.
Ich will in einem Film mitspielen, ich kann das. Ich hab das schon mal gemacht.
Eigentlich warte ich hier nur auf einen Freund.
Ich war im Schultheater. Ich kann es echt, ich zeig es dir.
Action!
“Es ist möglich, dass ein Wasserhahn auch tropft,
obwohl er ganz fest zugedreht ist.“ Toll, oder?
Wow.
Komm, lass mal sehen, wie ich war. - Hey!
Hey, lass deine Finger von meiner Kamera.
Hey, du Arschloch!
Danke, dass ich einen Riesenumweg durch den dicksten Verkehr fahren durfte,
wo ich dich doch einfach am Bahnhof hätte abholen können.
Also, wie war denn dein Abenteuer mit der Bahn?
Hast du die Fahrt schon verarbeitet?
Du weißt doch, dass ich das schon immer mal machen wollte.
Okay,
Ladies and Gentlemen, darf ich Ihnen vorstellen: Mr. Mark Goodwin.
Ehemaliger College-Zimmergenosse, dann bester Freund,
gescheiteter Hollywood-Drehbuchautor, klischeetypisch.
Jetzt in Los Angeles ausgestoßen.
Wie fühlt es sich an, wieder zurück zu sein?
Brauchst du Hilfe mit deiner Tasche?
Oh ja, das wäre toll, Andy.
Immer gern. Wirf sie einfach hinten rein.
Du hast dich überhaupt nicht verändert, was?
Absolut nicht.
Schau dir das an. Autokamera Nummer 1.
Autokamera Nummer 2.
Du meinst das echt ernst, oder?
Zum Teufel natürlich, was hast du gedacht?
Drei Wochen Vorbereitung, ganz abgesehen von den dreieinhalb Tagen,
die dein dummer Arsch hierher gebraucht hat.
Ehrlich, mit der Bahn?
Hättest du nicht fliegen können, wie jeder normale Mensch auch?
Fliegen ist nicht romantisch.
Romantisch...
Teslameter für die elektromagnetischen Felder, Tonbandstimmen-Recorder...
Wärmebildsensoren, Bewegungsmelder, Kameras, Schnittplätze.
Wir haben alles, Mann, wir sind vorn dabei.
Schau uns jetzt an, hey. Wir holen die alten Zeiten zurück:
Beste Freunde von der Filmhochschule, machen sich einen Namen,
nehmen es mit der Welt auf. Einer von uns zieht nach L.A.
Hey! Was hab ich gesagt?
Mann, kein L.A. Ich will nicht mehr darüber reden.
Jedenfalls hast du es versucht. Das ist mehr, als ich sagen kann.
Krankenversicherungsagent. Kannst du dir den Scheiß vorstellen?
Dieser Typ ist ein Krankenversicherungsagent.
Ich weiß. Hätte ich mir in Millionen Jahren nicht träumen lassen.
Und dazu auch noch verlobt.
Ja, ich bin jetzt ein großer Junge, also pass auf.
Wow.
Mann, ich kann nicht erwarten, dass du sie kennenlernst.
Das ist es.
Dieses Haus?
Ground Zero, Baby. Das ist die Hauptfigur in unserer Story.
Und was ist das?
Recherchen. Du weißt schon, Geschichte des Krankenhauses.
Akten über frühere Mitarbeiter.
Und wenn ich frühere sage, dann meine ich ganz früher, verstehst du.
Und schau dir mal das hier an.
- Wer ist das? „Typhus-Mary“
Das mein Freund, ist der Knaller. Und was für einer.
Typhus-Mary.
Mary Malone. Ihre Familie emigrierte 1884 aus Irland in die Vereinigten Staaten.
Ihre Familie starb auf dem Schiff. Sie wurde zum Waisenkind.
Ein Pädophiler mit Typhus hat sie bei sich aufgenommen.
Sie fing als Köchin an, und endete als Sex-Sklavin.
Bis die Leute um sie herum tot umfielen.
Und was hat das mit dem Krankenhaus zu tun?
Sichtungen, mein Freund. Es gibt Berichte von Leuten im Rollstuhl.
Und einer Stimme, die sagt: „Bitte töte mich.“
Mann, die Leute sehen und hören einfach, was sie wollen.
Das steckt nur in ihren Köpfen.
Die hören ein ganz normales Knarren in einem Haus, eine Maus in der Wand,
oder das Rascheln des Windes im Luftschacht.
Und es wird zu etwas ganz anderem,
wenn man in einem alten Haus das Licht ausschaltet.
Was? Du glaubst nicht an Geister?
Manche Leute finden das faszinierend.
Ihre Gehirne brauchen immer für alles eine Erklärung.
Also suchen sie nach Bedeutungen und Antworten.
So kann man ganz schnell falsch liegen.
Ich glaube, das werden wir bald rausfinden. Komm, wir müssen los.
Hey, warte mal.
Ich glaub, ich hab was gesehen. Hast du es auch gesehen?
Was? Was meinst du?
Ich hab was gesehen, Mann.
Wir dulden keine Eindringlinge. Sie wird dich und deinen Freund auch holen.
Andy! Andy!
Hier bin ich. Es ist Michelle. Sie will wissen, wo wir sind.
Hey, Mann, hast du sie gesehen?
Nein, sie hat uns Abendessen gemacht. Wahrscheinlich ein veganer Mist.
Wenn du es isst, lächle und sag, es sei großartig.
Nein, ich meine diese alte Frau. Sie hat versucht, nach meiner Kamera zu greifen
und mir einen Riesenschrecken eingejagt.
Was? Wann? Bist du sicher?
Ob ich diese alte Frau gesehen habe? Ja.
Was hat sie denn gesagt?
Gar nichts. - Wen interessiert es? Mein Gott.
Das war bestimmt nur so eine alte Dame, die für einen Vortrag
in ihrem Altersheim ein paar Eicheln gesammelt hat.
Und was unser Projekt betrifft, erzähl Michelle nichts davon.
Sie weiß es nicht, und ich will nicht, dass sie es weiß.
Sonst hält sie uns für bescheuert.
Komm jetzt.
Okay.
Oh ja... Und wenn du schon bei einer harmlosen alten Dame durchdrehst,
was machst du, wenn du einem echten Geist begegnest?
Echt, er hat einen tollen Körper.
Ausziehen, ausziehen. Egal, du hast gesagt, der erste Tag im College...
Jetzt komm, erzähl schon weiter.
Ich geh hoch in mein Zimmer, und ich öffne die Tür, ich sehe mich um,
und da liegt Andy in einem offenen Sarg. - Das ist nicht wahr!
Doch, und wie. Ich wollte einen guten Eindruck machen, verstehst du?
Mein Bald-Ehemann hat schon immer eine Schwäche für die Dunkle Seite gehabt.
Weißt du, wann er mir den Antrag gemacht hat?
Am Halloween-Abend.
Mitten in der dunklen Geisterbahn.
Richtig.
Mein besonderer Mann.
Okay.
Wie findest du sie? Ist sie wie auf den Fotos, die ich dir geschickt habe?
Sie ist nett. Und sie ist hübsch.
Ja.
Viel hübscher, ja.
Wirklich? Okay.
Hey, hast du das gehört, Baby? Mark findet dich scharf.
Komm schon, Mann. - Das ist so süß, Mark.
Und er stellt sich dich nackt vor, seit er hier hereingekommen ist, hörst du?
Halt, nein, nein, Michelle, das hab ich nicht gesagt, echt nicht.
Doch, hat er. Das hat er wirklich. - Nein, ich weiß, Mark.
Gibst du mir das Objektiv?
Was macht der Computer?
Äh, sieht sehr gut aus. Wenn wir das Überwachungsequipment
mit dem Computer verlinkt haben, kriegen wir eine Live-Übertragung
vom Krankenhaus hierher. - Hey..
Oh, welches Krankenhaus?
Was ist hier los? Welches Krankenhaus, Andy?
Was habt ihr Jungs hier vor?
Ihr Jungs dreht einen Dokumentarfilm
über ein altes verlassenes Krankenhaus, oder?
Nein. - Das hab ich mir gedacht. Danke, Mark.
Ja, das hast du echt richtig toll gemacht, Mark.
Ich hab nichts gesagt, Andy.
Musst du auch nicht. Sie sieht es dir an der Nasenspitze an.
Nein, nein, ich wusste es schon vorher.
Ich weiß es seit zwei Wochen. Der Grundriss vom Krankenhaus
und die Akten der Angestellten waren noch als Druckauftrag im Drucker.
Oh Mann, jetzt geht's los. Bla bla bla, wie dumm von dir.
Bla bla bla, ich kann nicht glauben, dass du damit deine Zeit verschwendest,
und bla bla bla, dass du unsere ganze Kohle
für diesen Mist zum Fenster rauswirfst. - Nein, ich finde das sogar toll.
Echt? Du findest das toll?
Ja. Aber was meinst du mit unserer ganzen Kohle? Wie viel genau?
Äh, ich hab nicht gesagt, dass... - Nein, Andy, wie viel?
Nicht so viel.
Dann werde ich mal auf unserem Konto nachsehen.
Baby, warte, warte. Nicht vor unserem Gast.
Dann unten.
Wir haben dieses Haus, von meinem Vater.
Okay, und er hat dir deinen Job besorgt.
Er hat uns sehr unterstützt, das weißt du. Und zwar mich und auch dich.
Was würde er wohl denken, wenn er wüsste, dass du unsere Zukunft
für wilde Spekulationen aufs Spiel setzt?
Es würde ihm nicht gefallen. - Nein, würde es nicht.
Und deswegen darf er es auch nie erfahren.
Warte...
Wirklich? Du bist damit einverstanden?
Alles ist besser als dich mit deinem
„Was hätte doch alles sein können...“ - Jammergesicht rumlaufen zu sehen.
Das ist ein hässliches Gesicht.
Das könnt ich nicht den Rest unseres irdischen Daseins ertragen.
Baby, du bist die Beste.
Ich habe eine Bedingung. Ich will mitmachen.
Das ist nur ein Zwei-Mann-Job.
Aber ich könnte euch behilflich sein. - Wirklich?
Wie denn? Willst du für uns die Kameras einschalten?
Du wirst es nicht glauben, meine Mum war mal,
als sie noch viel jünger war natürlich, ein Medium.
Deine Mum?
Als kleines Kind bin ich oft runtergeschlichen und hab gesehen,
wie meine Mum mit ihren Freundinnen Séancen abgehalten hat.
Séancen sind doch nichts weiter als Unfug.
Ach wirklich? Und ein Krankenhaus voller Geister mit Bettlaken
und Ketten an den Füßen ist etwas anderes?
Wie viel genau hab ich davon finanziert?
Ganz abgesehen davon, dass ich jeden Tag mit meinem Vater spreche.
Wie ärgerlich wäre es doch, wenn mir da was rausrutschen würde.
„Tag 2“
Mann, Mark, sieht aus, als hättest du das Mistwetter mitgebracht.
Ja, deswegen bin ich nach L.A. gezogen.
Andy verspricht mir ständig, dass wir da mal hinfahren.
Es ist kalt hier drin. Und es riecht furchtbar.
Okay, ich mach erst mal das Licht an.
Was? Hier gibt es Strom?
Wow.
Okay, lasst uns anfangen.
Ich versteh das nicht.
Wenn Mary beim Northern Brothers Riverside Krankenhaus begraben wurde,
warum suchen wir dann hier nach ihrem Geist, im Hudson River Krankenhaus?
Die Geschichte ist auch nicht unfehlbar, mein Freund.
Dokumente, die erst vor kurzem entdeckt wurden, enthüllen,
dass Mary heimlich hierher gebracht wurde,
nachdem sie einen Schlaganfall erlitten hatte und gelähmt war.
Mit einem Boot, das auf geheimnisvolle Weise verschwunden ist.
Okay, und warum kam sie hierher? Warum hätte man das vertuschen sollen?
Eine gute Frage.
Vielleicht kann Michelle ja bei einer ihrer Séancen Mary danach fragen.
Hey Jungs, spürt ihr das?
Dieser Raum ist mindestens 15 Grad kälter als der Rest des Krankenhauses.
Hey, Michelle? Nicht einfach rumwandern.
Wir bleiben alle zusammen, das hatten wir doch so besprochen.
Also komm.
Fangen wir an.
„Innen C“
„Innen B“
„Innen F“
„Innen G“
„Innen E“
„Leichenhalle H“
„Innen D“
„Kamera J“
„Innen K“
Habt ihr das gehört? - Ja.
Oh Scheiße.
Hol den Detektor raus. - Ja, hab ich.
Mann, hast du das gesehen? Da war ein Schatten.
Baby, warte da.
Haben wir was auf dem Detektor?
Das ist voll krass.
Hey? Michelle?
Michelle? Baby, wo steckst du denn?
Andy!
Mach auf!
Warte! Wir kommen!
Keine Angst! Warte!
Andy!
Mach auf!
Wie zum Teufel bist du da reingekommen?
Das ergibt keinen Sinn.
„Tag 3“
Tofu-Schinken.
Echt lecker.
Was ist das?
Ein Interview. Kommst du damit klar?
Ich denke schon. Was ist mit dir?
Andy wurde in die Arbeit gerufen.
Ich dachte, du hättest dir frei genommen.
Ach, irgendeine Krise. Unvermeidbar.
Weißt du, der Alte einer bestimmten Person ist ein ganz schöner Arschtreter.
Also, gestern Abend hatte ich eine tolle Idee.
Michelle, komm schon, wir hatten doch gesagt...
Wieso? Wo ist das Problem?
Ich möchte wissen, was Mark darüber denkt.
Worüber denke? - Ihre Tasche ist voller Kram für Séancen.
Von meiner Mutter. Hab ich auf dem Dachboden gefunden.
Ja, Michelle möchte eine Telefonkonferenz mit den Toten.
Meine Mum hat das mal versucht, als sie noch jünger war...
Doch plötzlich hat sie aufgehört.
Und nie mehr wieder darüber gesprochen.
Ich dachte, es wäre vielleicht ganz lustig mit dem Reich der Geister
zu kommunizieren. Mit dem richtigen Köder fängt man mehr Fische.
Was meinst du?
Also ich finde es wirklich toll, dass sie uns helfen will.
Aber unser Dokumentarfilm basiert auf quantifizierbarer Wissenschaft und Beweisen.
Andy hält Séancen für den reinsten Quatsch.
Weißt du, viele Leute würden das gleiche über Geister sagen. Es schadet ja nicht.
Gut. - Von mir aus gern.
Offensichtlich bist du gerade unterlegen.
Toll. Dann geh ich jetzt wohl besser zur Arbeit.
Mr. Sheffield?
Mr. Sheffield?
Mr. Sheffield?
Mr. Sheffield?
Was für eine Art von Fragen?
Nur ein paar Fragen über Typhus-Mary.
Mein Vater war zufällig der erste, der Mary gefunden hat.
Sie lebte allein mit einem behinderten Jungen.
Die Familie wusste, dass Mary Typhus hatte. Sie hatten sie engagiert,
um bei dem Jungen zu leben und gut auf ihn aufzupassen.
Obwohl sie wussten, dass Mary Typhus hatte, haben sie sie engagiert?
Sie hofften, sie würde den Jungen anstecken.
Sie hofften, sie würde das Problem lösen.
Ihr Vater hat sie gefangen?
Sie können, den Teufel nicht fangen.
Der Teufel kommt und geht, wie es ihm gefällt.
Okay, Mr. Sheffield, woran können Sie sich erinnern.
Es gab damals einen Typhusausbruch. Und Mary war genau mittendrin.
Als sie meinen Vater sah, ist sie vollkommen durchgedreht.
Sie versuchte ihn zu töten.
Und kam in Quarantäne?
Zu welchem Preis, wollen wir einem Menschen erlauben, frei zu leben?
Aber jetzt ist sie frei und nimmt Rache an den Nachfahren derjenigen,
die sie so schlecht behandelt haben.
Ernsthaft? Sie nimmt Rache?
Das klingt etwas verrückt. Sie ist tot.
Ich glaube, wir sind jetzt fertig.
Ich fürchte, ich muss Ihnen einen guten Tag wünschen.
Wissen Sie was über ihre offensichtliche Verlegung ins Hudson-River-Krankenhaus?
Umbringen! Ich sollte Sie umbringen!
Was wollen Sie? Was?
Hi Evelyn?
Hi. Ja, mein Name ist Mark Goodwin.
Ja, ich rufe an, um ein Interview mit Ihnen zu vereinbaren.
Sie sind eine Nachfahrin der Windsor-Familie.
Das bin ich tatsächlich.
Erlauben Sie mir die Frage, warum interessieren Sie sich für das Krankenhaus?
Krankhafte Neugier, würde ich sagen.
Oh, mein bester Freund und ich drehen eine Dokumentation.
Wir versuchen eine gute Geschichte zu erzählen.
Wessen Geschichte?
Typhus-Mary?
Sie sind nicht sicher?
Lassen Sie einer guten Geschichte nie die Wahrheit in die Quere kommen.
Einen Augenblick dachte ich, Sie wären einer von den Irren,
die versuchen zu beweisen, dass auf der Insel Geister durch die Luft schwirren.
Hören Sie, ich weiß nicht, wie ich Ihnen helfen kann.
Äh, na ja, also, Berichten zufolge wurde Mary mit einem Boot
mitten in der Nacht auf die Insel gebracht.
Bevor sie tatsächlich ins Hudson-River-Krankenhaus gebracht wurde.
Ist das nicht interessant?
Nein, nein, ich hab nur lange nichts mehr von der Sache gehört.
Also unsern Akten zufolge könnte Ihr Großonkel dabei eine Rolle gespielt haben.
Ach wirklich? Mein Onkel mag der Besitzer des Gebäudes gewesen sein,
aber sonst weiß ich darüber fast nichts.
Und was heißt fast?
Das heißt fast nichts.
Ich bin nicht wirklich erfreut darüber, gefilmt zu werden.
Sie dürfen sich gerne durch meine Materialsammlung wühlen, wenn Sie wollen.
Kisten, die ich über die Jahre geerbt habe.
Allerdings nur, wenn Ihnen ein dunkler Keller nichts ausmacht.
Nicht im Geringsten.
Ich mach kurz Licht an.
Sind das die Sachen? - Ja.
Ich werd Sie mal lieber allein lassen.
Oh mein Gott...
„Entlassung“
Und? Haben Sie was gefunden? - Äh, nein. Ich muss los.
Oh, natürlich.
Wo hat sie das her? - Keine Ahnung. Die waren einfach da.
Zum Glück hat sie nicht gesehen, wie du das eingesteckt hast,
sonst hätte sie dich angegriffen, wie die beiden anderen.
Angegriffen hat mich nur einer. Die anderen haben mich nur gejagt.
Irgendetwas in der Übertragung?
Nein.
Ich sage es euch, Jungs. Wenn ihr auf eurer Party Gäste haben wollt,
müsst ihr sie mit etwas locken. Warum hat jemand Mark verfolgt?
Er wirkte schon immer anziehend auf andere.
Sei bitte vorsichtig damit, ja?
Denkst du vielleicht, ich hab zum ersten Mal eine Kamera in der Hand?
Eine teure bestimmt, ja.
Hast du Angst? Ich mach doch nur Spaß.
Ja, sehr witzig. Würdest du sie bitte hinlegen?
Was ist das alles?
Das eine scheint Marys Krankenakte zu sein. Kein Nachnahme.
Das ist ein Entlassungsschein, unterzeichnet von einem Doktor George Soper.
Der Typ war gar kein wirklicher Doktor, er war Sanitärmechaniker.
Verrückt, oder? - „Kampf mit dem Typhus“
Und was ist mit dem hier?
Das hier, meine Liebe, ist die Crème de la Crème.
Das ist eine Überlassungsurkunde. Und ganz hier unten steht:
Das Eigentum wird überlassen für klinische Test.
Tests?
Das ist die Krankenhaussprache für „Versuchspersonen“.
Soll das heißen, dass...
...dass Typhus-Mary offensichtlich eine Laborratte war.
Da steht auch was von einem Boot. Kein Name.
Ich hab mal in Online-Jahrbüchern nach Booten gesucht.
Dieses Dokument hab ich als Reverenz benutzt.
Und ich konnte es auf nur drei Möglichkeiten eingrenzen.
Eins davon ist vor Staten Island untergegangen.
Wow, was zum Teufel...
Was ist da passiert?
Ich hab keine Ahnung. Das war vor Ort.
Ja.
Die Akkus sind gebraten. Als wären sie alle korrodiert.
Dabei waren sie erst einen Tag hier drin.
Hier, check die Kamera.
Also, scheint zu funktionieren.
Ruf Michelle an und frag sie, ob die Übertragung durchkommt.
Michelle?
Michelle?
Michelle, ich will die Übertragung checken. Michelle, ich bin's, Mark.
Hi, hier ist Mark. Bitte hinterlasst eine Nachricht nach dem Ton.
Da ist nichts. Ich bin nicht durchgekommen.
Hört sich an, als würde ich einen anderen Anruf reinkriegen.
Was?
Klingt, als ob jemand flüstert. Klingt nicht nach Michelle.
Bitte tötet mich!
Bitte!
Tötet mich!
Morgen fahren wir mal runter nach Staten Island.
Da wohnt ein Freund der Familie mit einem Boot.
Er schuldet mir einen Gefallen.
Gehen wir. - Gehen wir.
Bitte tötet mich!
Bitte tötet mich!
Ich rufe euch, geliebte Geister.
Wenn ihr mich hören könnt, an dem Ort,
an dem ihr jetzt ruht, dann ersuche ich euch um eine Audienz.
Kommuniziert mit mir und zeigt euch mir.
Ich rufe euch, geliebte Geister.
Wenn ihr mich hören könnt, an dem Ort, an dem ihr jetzt ruht,
dann ersuche ich euch um eine Audienz. Kommuniziert mit mir und zeigt euch mir.
Das tut sie nie, das ist nicht ihre Art.
Wo könnte sie hin sein?
Keine Ahnung, sie war einfach weg. Ihr Wagen ist auch weg.
Es ist nicht ihre Art, einfach nachts aufzustehen und zu verschwinden.
Verdammt, sie geht nicht ran.
Lass uns noch mal im Haus nachsehen.
Das ist das Zeug für die Séancen.
Warte, du glaubst doch nicht, dass sie...
... zum Krankenhaus gefahren ist? Nein, das glaub ich nicht. Wieso sollte sie?
Gott, das ist Michelle. Zum Teufel, hey, was macht sie?
Die Aufzeichnung wurde beendet.
Mann, wir sollten lieber die Polizei rufen, oder so was.
Nein, wir gehen rein.
Michelle?
Mark und Andy! Wo steckst du? Kannst du mich hören?
Michelle? Versuch noch mal sie anzurufen.
Kein Empfang. Hey, was war das? Hast du das gesehen?
Was? Nein, ich hab nichts gesehen. - Los weiter.
Michelle? Ich bin es, Andy! Hörst du mich?
Los komm, schnell.
Ich glaub, das ist Michelle.
Michelle?
Hey?
Hey?
Okay, Baby, hör jetzt wieder auf mit dem Unsinn. Das ist nicht lustig.
Töte mich!
Wo bin ich?
Was soll das heißen? Du bist in dem Scheißkrankenhaus.
Welches Krankenhaus? Das ist der...
Michelle?
Wow, wow, Baby!
Was ist da?
Michelle?
Verdammte Sch...
Kriegst du es?
Ja.
Was ist nur mit ihr los?
Vielleicht steht sie unter Schock.
Baby, wach auf. Komm schon, mach die Augen auf, du kannst es.
Mach die Augen auf.
Keine Reaktion.
Nicht mich, sie. Komm schon, Baby, wach auf!
Wir sollten sie in die Notaufnahme bringen.
Und was soll ich sagen? Ah, entschuldigen Sie bitte, Doktor, ich glaube,
meine Freundin wurde von einem unsichtbaren paranormalen Wesen angegriffen?
Wir haben keine Zulassung.
Wir haben keine Genehmigung, in diesem Krankenhaus zu drehen.
Wenn sie das rauskriegen, sind wir erledigt.
Okay, aber vielleicht wäre es das Beste für sie, wenn wi...
Hör zu, morgen früh ist alles wieder in Ordnung, glaub mir.
Da bin ich ganz sicher.
Alles was ihr fehlt, ist ein bisschen Schlaf, um da rauszukommen.
Wo rauszukommen?
Keine Ahnung.
„Exorzismus“
Ich glaub, ich hab jemanden gefunden. Shelter Island.
Ich bin nicht sicher, ob das richtig ist, was wir machen.
Die Welt ist nicht richtig. Was sollen wir denn sonst machen? Sei ehrlich.
Wir haben mit einer kleinen Dokumentation angefangen,
und jetzt wird es richtig interessant.
Wir haben etwas, das sogar Hollywood gefallen würde.
Außerdem, ich hab es satt, im Schatten von Michelle
und ihrer Familie leben zu müssen.
Weißt du, du hast nichts, wohin du zurückkehren kannst.
Und das ist unserer Chance. Willst du all das jetzt wirklich in den Müll werfen?
„Tag 4“
Vergiss es, Andy.
Dan, komm schon, tu mir den Gefallen.
Du willst also mit meinem Boot fahren?
Ja. Nur heute. Wir wollen für unseren Film ein paar Aufnahmen
vom Wasser machen. Das dauert nur zwei Stunden, höchstens.
Glauben Sie dem Kerl? Nur weil sich unsere Familien,
unsere Väter seit dreißig Jahren kennen, glaubst du,
du kannst einfach meine Sachen benutzen?
Die Hälfte davon bringst du nie zurück, Andy, und wenn doch, ist es kaputt.
Ich hab jetzt eine neue Regel, genannt: Andy-Regel.
Die besagt, dass ich dich nie etwas benutzen lasse. Die Antwort ist „Nein“.
Viel Glück mit eurem Projekt. Wiedersehen.
Ich dachte, dass du das sagen würdest. Ich hab Gras für dich.
Wie viel?
Ich gebe dir das Boot für einen Tag. Unter einer Bedingung:
ein Kratzer am Boot und ich schneid dir persönlich die Eier ab.
Wonach suchen wir?
Irgendwas, das uns zu Mary führt. Halt einfach die Augen offen.
War in Evelyns Unterlagen nicht von einem Brunnen die Rede?
Ja.
Andy, ich hab was gefunden.
Na sieh mal einer an. Das schauen wir uns genauer an, los.
Filmst du? - Ja.
Zoom ran.
Hier. Sieht aus wie Medizinflaschen.
Was machst du da?
Wir können nur was rauskriegen, wenn wir es untersuchen.
Nimm sie lieber nicht mit.
Ach, und wer verrät mich?
Du? Komm schon, weiter.
Hey Arschloch, was machst du denn da?
Ich dachte, du bist direkt hinter mir.
Wir haben zu arbeiten, also komm schon. - Ich glaub, da war sie.
Wer? Wer ist da gewesen?
Gerade eben.
Ich sehe da niemand.
Ich hab Mary gesehen.
Sehr witzig.
Nein, eigentlich nicht witzig. Überhaupt nicht. Das ist lächerlich.
Ich fahr jetzt mit dir oder ohne dich. Also los.
Was? Du hast Medikamente in Tuben gefunden?
Nein, in Flaschen, Norm. Ja, und ich glaube, es sind Medikamente.
Ja und?
Hör zu, kann ich nicht schnell vorbei kommen und dir eine Probe bringen,
damit du sie untersuchen kannst? Du weißt schon.
Na ja, ich kann dir nicht versprechen, dass ich überhaupt die Zeit habe.
Super. Danke. Ich bin schon auf dem Weg.
Und?
Norm hat gesagt, er meldet sich bei mir.
Andy, ich muss etwas mit dir besprechen.
Hör zu, Michelle geht es gut.
Es geht nicht um Michelle. Na ja, es geht nicht direkt um Michelle.
Oh ho. Ich versteh schon. Du fragst dich, wieso ein nettes Mädchen
wie Michelle sich mit so einem Loser wie mich abgeben kann.
Okay. Hör mir, hör mir einfach einen Moment zu.
Es geht nicht um dich oder Michelle. Es ist was anderes.
Also, ich glaube, dass ich Dinge sehe.
Was? Tote Menschen?
Schon gut. Weißt du was? Vergiss es einfach.
Komm schon, Mann, wir sind da wirklich an was dran.
Fahr los.
Komm, Michelle, mach die Augen auf.
Ja, so ist es gut. Wie fühlst du dich? Geht es dir gut?
Gut.
Okay. Schlaf dich richtig aus.
Bitte töte mich.
„Tag 5“
Hier ist Andy, ich hab dich auf Lautsprecher gestellt, Norm. Was hast du für uns?
Ziemlich abgefahren, Mann. Das wird dir gefallen.
Bei mir zu Hause, in einer Stunde. Und bring ein Six-Pack mit.
Es ist 10 Uhr morgens. - Und? Willst du es wissen, oder nicht?
Oh Mann, ihr werdet es nicht glauben.
Ich konnte es ja selbst nicht glauben, als ich das Ergebnis sah.
Das, meine Freunde, ist Thoradin.
Thoradin? - Thoradin.
Chlorpromadin. CPD. Und noch dazu hundert Prozent rein.
Wofür ist das?
Weißt du es nicht?
Glaubst du, dann würde ich jetzt hier sitzen?
Okay, dann die Zwei-Dollar-Frage: Woher die Eile und das Interesse?
Wir wollen uns da eine Sache etwas näher ansehen, etwas zusammenstellen.
Ja, ein Projekt.
Ein Projekt über die Geschichte der Psychopharmaka?
Was?
Ja, ja, Thoradin. Das erste Psychopharmakon.
Es wurde hergestellt, um psychische Störungen
und chemische Ungleichgewichte zu korrigieren.
Du willst mich auf den Arm nehmen.
Das ist praktisch der Vorläufer aller Psychopharmaka dieser Welt.
Und der Hauptgrund für die Entlassung von Psychiatriepatienten.
Diese scheinbar harmlose Flüssigkeit
hat eine Menge Irrenhäuser zu leeren Ruinen gemacht.
Dieses Medikament hat die ganze Pharmaindustrie revolutioniert.
Deswegen haben wir beide einen Job.
Warte, du arbeitest bei einer Krankenversicherung
und hast echt noch nie etwas davon gehört?
Hör mal. Glaubst du, ich lese die Etiketten?
Und wieso rufst du um 10 Uhr morgens an? Wieso jetzt diese Eile?
Oh, gute Frage. Ja, gut, dass du fragst. Okay, okay.
Thoradin wurde erstmalig Ende 1950 synthetisiert.
Und doch, halt dich fest, enthält diese Flasche diese Substanz.
Nur unserem Labor zufolge wurde es viel früher hergestellt.
Und zwar in den Zwanzigern.
Wow! Was für ein Fund, ja!
Das ist unglaublich. Ein unglaublicher Fund.
Übrigens, wo habt ihr die her?
Tja, also wir waren...
Ah, das ist ein Geheimnis.
Wie habt ihr das in die Finger gekriegt?
Beruhig dich wieder, Norm.
Bedräng mich nicht, klar.
Hey, Leute, beruhigt euch, okay. Ganz ruhig.
Kein Grund zur Aufregung. Ganz ruhig.
Ich weißt gar nicht, was in mich gefahren ist.
Das war ziemlich schräg.
Ja, tut mir leid. Der gute Norm ist ein bisschen labil.
Ist Teil seines Genies. Aber er ist ein Super-Pokerspieler.
Weißt du, ich glaube, wer auch immer Mary transportiert hat,
hat auch dieses Medikament an ihr ausprobiert.
Das wäre eine Erklärung dafür, dass sie einen Schlaganfall erlitten hat
und gelähmt war.
Das ist aber nur eine vage Vermutung.
Wir sollten die Angehörigen des Apothekers ausfindig machen,
der das Zeug hergestellt hat.
Sollten wir, ja. Aber zuerst fahr ich mal zurück zu Michelle
und schaue, wie es ihr geht. Du musst alleine zu dem Exorzisten fahren.
Äh, aber was soll ich ihm denn sagen?
Sag ihm, was los ist. Sag ihm, dass wir ihn brauchen
und sorg dafür, dass er zu uns nach Hause kommt.
Mir gefällt nicht, in welche Richtung die ganze Sache läuft.
Ja, aber da hast du leider Pech. Das ist mein Geld, mein Projekt,
mein Equipment, also meine Richtung.
Norm, ich muss wissen, wer das Thoradin entwickelt hat.
Ja, da könnte ich nachsehen. - Echt?
Klar. Ist schwer ran zu kommen, steht aber im Archiv.
Danke.
Hallo? - Mark, hier ist Evelyn.
Evelyn. - Wir müssen uns sofort treffen.
Es ist wichtig. Können Sie zum Calvary-Friedhof kommen?
Äh, ja, ich denke, das schaffe ich. Ich muss nur erst mal sehen, wo der ist.
Wo finde ich Sie da? - Kommen Sie einfach hin.
Kommen Sie mit. Ich muss Ihnen etwas zeigen.
Hier ist es. Sehen Sie?
Das ist ihr Grabstein. Aber Mary ist nicht wirklich hier begraben worden.
Wo ist sie?
Pollopel Island.
Ich versteh das nicht ganz. Warum sagen Sie mir das erst jetzt?
Mary verfolgt mich schon seit sehr vielen Jahren.
Es ist ein Traum. Immer derselbe.
Ich wollte es Ihnen eigentlich damals im Park erzählen.
Sie sehen Mary in Ihren Träumen?
Und was sagt sie Ihnen da?
Sie gibt meinem Onkel gar keine Schuld für ihren erzwungenen Aufenthalt
im Windsor-Haus, verstehen Sie.
Sie will nur, dass ihre Geschichte bekannt wird, wie sie ausgenutzt wurde.
Sie lässt mich einfach nicht in Ruhe.
Evelyn, mein Kumpel hat eine Verlobte, Michelle...
Ich weiß nicht, sie ist zum Hudson-River-Krankenhaus gefahren,
und seitdem verhält sie sich sehr merkwürdig.
Ich bin auch hin, und ich... - Ich muss gehen. Sofort, es tut mir leid.
Äh, was, Eveyln? Wieso? Was...
Was immer auch passiert, wenn Michelle besessen sein sollte,
darf man es ihr nicht sagen. Das ist wichtig. Kein Wort.
Warum? Evelyn...
Du bist auf.
Und ich sehe, du hast deine Haare gefärbt.
Sie waren für mich nicht richtig.
Du brätst Fleisch?
Ich liebe es, zu kochen.
Okay.
Norm, hier ist Andy, du bist auf Laut.
Andy, ich hab nachgeforscht, und, aber das hast du nicht von mir,
der Produktleiter von Thoradin war ein Dr. Albert Sheffield.
Kurz zuvor hatte er... - Sagtest du Sheffield?
Ja hab ich. Warum? Sagt dir das was?
Ja, ein bisschen. Danke, mein Freund.
Warte, Andy, es gibt da ein Problem.
Hallo?
Marky-Boy. Ich hab eine Spur. Wo bist du?
Ich bin gerade auf dem Weg zu dir.
Du musst woanders hin. Erinnerst du dich an Georg Sheffield?
Klar, wie sollte ich den denn jemals vergessen?
Gut. Du musst noch mal zu ihm hinfahren.
Wieso? Der Typ ist verrückt.
Sein Vater war möglicherweise Dr. Albert Sheffield.
Und?
Das war der Produktleiter von Thoradin.
Ich glaube, George weiß mehr über Mary, als er rausrücken will.
Wie geht es Michelle?
Michelle? Sie ist äh...
Sie ist anders.
Mr. Sheffield?
Mr. Sheffield, hier ist Mark.
Ihre Tür ist offen.
Ich möchte Ihnen noch ein paar Fragen stellen.
George?
Mr. Sheffield?
George?
Mr. Shef...
Wow, George! Mr. Sheffield.
Hey, Mr. Sheffield, wow, wow,...
Kommen Sie wieder rein, okay?
Sie ist einfach überall. Sie kommt uns alle holen. Es gibt kein Entrinnen.
Wer kommt uns holen, Mr. Sheffield?
Hä? Mary?
George!
Hey, Mark, hör zu, du musst sofort zu dem Exorzisten.
Ruf einfach an. Es ist wirklich wichtig für Michelle.
Langsam. Nur die Ruhe.
Warum folgen Sie mir?
Keine Panik. Ich will Ihnen nichts tun.
Wer sind Sie?
Hören Sie, Sie sollten mir nachgehen. Wir müssen miteinander reden.
Wieso?
Nicht hier, Mann, wir werden beobachtet.
Haben Sie Durst, Mark? Soll ich Ihnen was zu trinken bringen?
Nein, vielen Dank. Woher kennen Sie meinen Namen?
Ich bin Dr. Brooks. Der Exorzismus- Experte, den Sie angerufen haben.
Sie waren es doch, der angerufen hat, oder?
Ja. Das war die Idee meines Freundes.
Alles in Ordnung?
Ich habe schon lange keinen Exorzismus mehr durchgeführt.
Aus den verschiedensten Gründen.
Ich kann Ihnen nicht folgen.
Es ist nicht wie in diesen Filmen.
Glauben Sie, ich geh da einfach rein, versprühe etwas Weihwasser,
wedle mit einem Kreuz und alles ist wieder gut?
Ich weiß nicht, was ich glauben soll.
Exorzismen variieren sehr stark von Mensch zu Mensch, von Geist zu Geist.
Und sehr viele Geister, besonders die, die viel Leid ertragen mussten...
na ja, die lassen nicht so einfach los.
Und einige Geister erregen sich mit der Zeit immer mehr.
Diese Frau, wegen der Sie mich angerufen haben...
Michelle.
Ihre Situation ist fatal.
Aber Sie haben sie noch gar nicht gesehen.
Sie wissen noch nicht mal, ob überhaupt irgendwas mit ihr ist, also...
Ich kann Ihnen versichern, sie befindet sich in großer Gefahr.
Genau wie Sie.
Hudson-River-Krankenhaus. Ich weiß alles darüber.
Und ich weiß auch alles über Typhus-Mary.
Ich hab ein paar dieser Fälle behandelt. - Was ist passiert?
Können Sie uns denn irgendwie helfen?
Dr. Brooks?
Großer Gott, Dr. Brooks!
Doktor Brooks!
Andy, Andy, hey...
Was ist denn los? Kommt er? - Oh Mann!
Warst du nun bei ihm, oder nicht? - Heilige Scheiße, Mann, heilige Schieße.
Also, was hat er gesagt? - Was?
Ja, ich bin bei ihm, und er wurde gerade vor meinen Augen erschossen.
Wie erschossen? - Was?
Hast du gesagt erschossen? Mit einer Patrone?
Ja, mit einer Patrone, stell dir vor. - Hast du das gefilmt?
Nein, die Kamera hatte ich grade nicht an, Idiot.
Also vergeigt. Hast du wenigsten gesehen, wer ihn erschossen hat?
Andy, irgendwas geht hier vor, Mann, irgendwas stimmt hier nicht.
Andy, ich ruf dich zurück, okay?
Warte kurz, nicht auflegen. - Ich ruf dich zurück.
Verdammt, ich hab keine Ahnung, wovon du redest.
Ich hab dich im Hudson-River-Krankenhaus gefunden. Vergessen?
Daran kann ich mich erinnern.
Du warst nicht du selbst. Völlig hinüber. Baby, hör mir zu.
Warum sollte ich mir das ausdenken?
Um mit mir zu spielen, Andy.
Und wenn man mit mir spielt, kann ich verdammt sauer werden.
Michelle, das ist es nicht. Irgendwas ist im Krankenhaus passiert!
Schluss jetzt, okay?
Mark, kommst du bitte mal hierher.
Erzähl ihr bitte, was passiert ist.
Du bist verrückt.
Herrgott, Mark, sag es ihr.
Ich hab keine Ahnung, was du meinst.
Was? Willst du mich verarschen?
Verdammt, Mann, du warst doch auch da. Sag ihr einfach, was passiert ist!
Sorry, Mann. Ist alles irgendwie verschwommen.
Wisst ihr was?
Zur Hölle mit euch.
Das ist gut.
Ja. Freut mich, dass du das sagst.
Ich koche sehr gerne für andere Leute. Ich hab sonst ja keine andere Freude.
Ich komm gleich.
Michelle, was machst du da?
Michelle? Michelle, das geht nicht. Das können wir nicht machen.
Das dürfen wir nicht machen.
Doch. - Nein. Hör zu, wo ist Andy?
Mach dir um Andy keine Gedanken.
Bleib sitzen.
Michelle?
Andy?
Michelle?
Andy? Michelle? Kommt schon, wo steckt ihr denn?
Andy?
Verdammt. Andy?
Michelle?
Was soll das werden? - Du Penner, geh runter, Mann.
Du wolltest mit meiner Verlobten schlafen.
Ich hab gesehen, wie du sie ansiehst, du Arschloch.
Was? Bist du durchgeknallt? Schau mich an. Schau mich an.
Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Hä?
Ich hab kein Interesse an Michelle, schnallst du das? Also beruhig dich, Mann.
Komm hoch.
Was willst du jetzt machen?
Keine Ahnung.
Das hab ich so alles nicht erwartet. Hast du mit George gesprochen?
Sozusagen.
Was hat er gesagt? Was hast du rausgekriegt?
Er hatte keine Zeit mehr, was zu sagen. Er ist vom Balkon gesprungen.
Was? - Dreißig Stockwerke. Sah nicht schön aus.
Das ist irre. Hör zu, wieso hast du eigentlich gelogen
und Michelle nicht gesagt, dass sie in diesem Krankenhaus war?
Evelyn hat gesagt, ich soll es nicht tun.
Ach? Willst du jetzt auch mit Evelyn schlafen, ja?
Okay, hör zu, tut mir leid. Aber was machen wir jetzt?
Wie soll es weitergehen?
Ja, das ist es. Ich hab eine Idee.
Bist du sicher, dass du weißt, wo du hingehst?
Wir müssen gleich da sein.
Warte. Vorsicht.
Los, los, los, los...
Komm schon.
Okay, hast du sie?
Ja.
Okay, leg sie hin. Schön vorsichtig.
Okay.
Was?
Ich denke nach.
Irgendwie bin ich etwas überrascht, ein bisschen verwirrt.
Worüber?
Woher wusstest du, dass Michelle auf der Insel ist?
Ist doch egal.
Woher wusstest du, dass sie auf der Insel ist?
Das spielt keine Rolle.
So, Mann, ich hab genug von deinem Scheiß, okay?
Ich hab Evelyn getroffen.
Sie hat gesagt, dass Mary auf Pollopel-Island begraben ist.
Ich hab Michelle darauf angesprochen und sie ist gegangen.
Willst du dich nicht setzen?
Geht es dir gut?
Du bist nicht verletzt, oder?
Alles wird wieder gut, das verspreche ich dir.
Würdest du uns bitte mal alleine lassen?
Nein. Andy, ich fühle mich nicht gut dabei, dich mit ihr allein zu lassen.
Bevor er erschossen wurde, hat der Doktor...
Verschwinde einfach und lass uns allein.
Ist das dein Ernst?
Ja. Ja, ich bin durch damit.
Ich hab die Schnauze voll von dem Projekt, es ist vorbei.
Ich habe eine wunderschöne Verlobte und ein wunderschönes Leben.
Ich kaufe dir ein Ticket zurück nach L.A. Gleich als erstes morgen früh.
Würdest du deinen Arsch jetzt einfach hier rausbewegen?
Ich liebe dich so sehr. Ich wusste einfach nicht,
wie ich dir helfen kann, und ich will dich nicht verlieren.
Lös die Fesseln.
Die Fesseln. Sie tun weh.
Sie tun weh.
Es wird alles wieder gut. Dir geht es bald wieder gut.
Ist es jetzt besser? - Ja.
Andy! - Was zum Teufel fällt dir ein?
Komm mit, wir müssen hier weg, bevor es zu spät ist.
Hast du den Verstand verloren?
Komm schon, komm schon, komm schon...
Verschwinde aus meinem Haus, verdammt, ich geh nirgendwo hin.
Verstehst du nicht, wir müssen hier weg.
Nun mach schon, sie sind hinter Mary her!
Das ist mein Haus, ich geh nicht.
Das ist mein Haus. Also verpiss dich, hörst du!
Mann! Sie sind hinter Mary her, verdammt, schnallst du das nicht?
Du sollst verschwinden!
Wir müssen weg! Evelyn hat mir gesagt... - Zum Teufel mit Evelyn.
Wenn du sie so toll findest, dann nimm sie doch mit nach L.A. Und jetzt verschw...
Andy?
Oh Mann...
Komm schon...
Ich war viele Jahre lang Köchin.
Einige meiner Gerichte haben die Menschen geliebt. Mein Shepherd's Pie
war das Beste von allen. Vier große Kartoffeln, geschält und gewürfelt.
Ein Esslöffel Butter dazu.
Eine Zwiebel ganz fein gehackt.
Fünf Karotten, gewürfelt.
Etwas geriebener Käse.
Salz und Pfeffer nach Belieben. Ein bisschen Öl...
Und dann das Fleisch noch roh, das beste Stück, geschnitten
in große Scheiben.
Das Blut zischend, als es die Pfanne berührte...
Hab dich gefunden...
Michelle. Schau, ich bin es, Mark.
Michelle ist nicht zu Hause.
Mary...
Hör zu, ich weiß, was du durchgemacht hast.
Ich hab keine Ahnung, wie es ist, aber ich will dir helfen.
Niemand hat jemals versucht, mir zu helfen.
Nein, das könnt ihr nicht machen. Das könnt ihr nicht, ich komme nicht mit.
Ich will nicht, ich will nicht zurück. Ich will frei sein! Ich will frei sein! Frei!
Michelle!
Bleibt weg von mir!
Michelle!
Michelle...
Michelle, hey, hörst du mich? Ich bin es, Mark.
Hey. Hey...
Bitte töte mich.
Bitte töte mich.
Nein, hör zu, ich hol dich hier raus. Wir holen dich hier raus.
Du hast sie gehört. Na mach schon. Töte sie.
Evelyn. Was machen Sie hier?
Mary Malone ist meine Halbschwester. Sie war schon immer ein wildes Kind.
Das schwarze Schaf in der Familie.
Es war unser Vater, der sie ins Hudson-River verlegen ließ.
Er hat sie hergeholt, damit sie ihm zu willen sein konnte.
Das Thoradin hielt sie in einem ständigen Dämmerzustand.
Bis sie einen Schlaganfall bekam und gelähmt war.
Bittersüße Gnade für meine Schwester.
Nichts turnt einen Mann mehr ab, als eine Frau, die sich nicht bewegen kann.
Sie wurde weggeschlossen und vergessen, bis zum Tage ihres Todes.
Was haben Sie mit der Sache zu tun?
Vielleicht eine Notwendigkeit. Vielleicht Eitelkeit.
Ich bleibe jung, indem ich die Lebensenergie all jener Frauen verzehre,
die von Mary besessen werden.
Als Gegenleistung dafür, dass ich sie anlocke. Es ist so köstlich.
Wo ist Mary?
Oh, sie ist nicht mehr so oft hier. Erinnerungen sind wie Narben.
Versiegelt, aber nicht vergessen.
Sie lebt immer noch auf der Insel.
In Erwartung ihres nächsten Besuches.
Eigentlich ist doch eher sie die Besucherin, oder?
Ein Besuch, der nie wieder geht.
Das ist verrückt. Ich glaube Ihnen kein Wort.
Oh, das macht gar nichts. Das ist auch nicht nötig.
Was ist los, was haben Sie vor?
Warten Sie, Evelyn.
Was tun Sie da? Evelyn! Evelyn!
Nein! Nein! Evelyn!
Evelyn!
Nein! Evelyn!
Nein!
Evelyn! Nein!
Nein!
„Leichenhalle H“
„Inspiriert von wahren Ereignissen“
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