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Original subtitles

IRGENDWO IN DEUTSCHINNENLAND

Was ist los? - Nichts.

Ich hab nur keine Lust mehr zu spielen. - Magst du mich nicht?

Natürlich mag ich dich. Als Genossin.

Der Großen Mutter reicht das nicht.

Wir müssen mehr sein als Genossinnen: Sie will eine Armee der Liebenden.

Mir ist egal, was sie will oder nicht will.

Ich mache das, was mir gefällt. - Spinnst du?

Sie kann dich nicht hören. Sie hat dich paranoid gemacht.

Komm schon, Isolde.

Nur einen Kuss. - Was würde Ute sagen?

Ich will Ute nicht mehr. Ich will dich.

Helft mir! Bitte!

Isolde, nein!

Vandalismus ist ein Verbrechen gegen das Privateigentum

und hat keine Auswirkung.

Still!

Eine Straftat ist progressiv, wenn sich die Gewalt gegen den Kapitalismus wendet.

Pst, wir helfen dir.

Es ist sinnlos, den falschen Leuten zu erklären,

was richtig ist.

Überlass ihn den Hunden. - Hilf mir lieber, ihn aufzurichten.

Was sollen wir mit ihm tun?

Wir nehmen ihn mit. - Spinnst du? Du kennst die Regeln!

Ich habe Regeln satt.

Wo soll er denn hin?

In den Keller. Da geht außer uns keiner hin.

Ich habe den einzigen Schlüssel. Nur bis er in Sicherheit ist.

Aber er ist ein Mann! - Er ist ein Verbrecher, wie wir.

Ich mag ihn nicht mal anfassen. - Unsinn, es ist nicht ansteckend.

Aber man verunreinigt sich. - Tu's für mich, Helga. Bitte!

Na gut. Aber er ist so abstoßend!

DIE MISANDRISTINNEN

Sieh nach, ob jemand im Flur ist.

Die Luft ist rein. Isolde, weißt du wirklich, was du da tust?

Und wenn die Bullen kommen?

Ich nehme ihn. Verwisch unsere Spuren.

Lenk die Hunde mit Pfefferspray von seiner Fährte ab.

Das funktioniert nicht. Steht so im Survival-Handbuch:

"Wie man Spürhunden entkommt".

Die Hunde folgen dem Geruch toter Körperzellen...

Tu's einfach!

Woher hast du das?

Hab's meinem verhassten Bruder geklaut.

Ekelhaft!

Die Große Mutter erlaubt Schwulenpornos als Übungs-Manual.

Wo-manual!

Wo-manual. Solange wir sie auch als Aversionstherapie einsetzen.

Aversion gegen was?

Gegen Männer natürlich. - Es funktioniert.

Ich glaub, ich muss kotzen.

Na komm, so schlimm ist es nicht. Sie tun niemandem weh.

Ich muss keine Schwulenpornos sehen, um von Männern angewidert zu sein.

Das sind Schwuchteln.

Man hätte sie verbrannt, genau wie uns.

Sie sind Hänger, passiv und pervers wie alle Männer.

Ich studiere ja nur die Kameratechnik.

Da uns die Große Mutter zu offiziellen Pornografen ernannt hat,

müssen wir wissen, was wir tun.

Gut, unter technischen Gesichtspunkten kann ich mir das angucken.

Es sieht nicht allzu kompliziert aus.

Heute geschieht etwas.

Göttin, ich hasse Sonntage! - Ute, entspann dich!

Leg dich wieder hin.

Du kannst jederzeit gehen. - Wirklich?

Und wo soll ich hin?

Zurück auf die Straße?

Ich dachte, du lebst gern in einer Separatistenhochburg.

Tu ich auch.

Männer sind verachtenswert und abscheulich.

Sie sind die Schweine dieser Welt. - Lass die Schweine aus dem Spiel.

Nicht diese Art. Sie sind die Bullen der Welt.

Man sollte sie alle auf die Straße zerren und in den Arsch ficken.

Faschisten!

Ute! Jetzt komm mal wieder runter.

Ich habe das Warten so satt!

Warten, warten, warten.

Frauen warten seit einer Ewigkeit.

Wann werden wir aktiv?

Wann postulieren wir uns authentisch als Subjekte?

Du musst geduldig sein, Ute. Die Große Mutter weiß, was sie tut.

Woher willst du das wissen? Du bist erst seit ein paar Wochen hier.

Eine Novizin!

Ich weiß...

... wie wir uns... authentisch...

... als Subjekte postulieren können.

Was hältst du von Isolde?

Sie engagiert sich für die Sache. Wieso?

Ich mag sie nicht. Sie ist eingebildet.

Als würde sie Parfüm pinkeln.

Keine Ahnung, warum Hilde so versessen auf sie ist.

Sie ist sehr feminin. Hilde mag das.

Sie wirkt nicht vertrauenswürdig.

Sie hat nicht mal ihre Tage mit uns zusammen.

Sie hat sie einfach, und dann schleicht sie sich wie ein verwundetes Tier davon.

Du bist nur eifersüchtig, weil Hilde deine Freundin war.

Ich meine, vor Ute.

Du weißt, die Große Mutter billigt Eifersucht nicht.

Wir dürfen lieben, wen wir wollen. Solange sie eine Vagina hat.

Misstrauen ist nicht gleich Eifersucht.

Dagmar sagt, die Große Mutter fand sie,

als sie auf Autobahnrastplätzen anschaffen ging.

Na und? Ich war auch mal eine Nutte.

Du auch.

"Die Prostituierte ist ein blutiges Opfer auf dem Altar der Monogamie."

Schopenhauer.

Komm mir nicht mit Schopenhauer!

Dagmar sagt, seine Frauenfeindlichkeit

sucht in der westlichen Philosophie ihresgleichen.

Tut mir leid.

Dich macht das doch an!

Ich kann nichts dafür. Es ist so schön abartig.

Es ist praktisch Sodomie.

Ein harmloser Fetisch.

Schwule müssen ja für irgendwas gut sein.

Wir spannen sie für eine gute Sache ein.

Welche Sache?

Die Frauenbefreiung.

Hier bist du sicher.

Ich kümmere mich um die Wunde.

Was ist das für ein Ort?

Eine Mädchenschule.

Warum hilfst du mir? - Ich unterstütze Dissidenten,

aber du musst mir vertrauen und leise sein.

Männer sind hier verboten. Niemand darf davon erfahren.

Du brichst die Regeln für mich? - Nicht für dich, aus Prinzip.

Ich bin auch mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Ich weiß noch nicht mal, wie du heißt.

Isolde.

Ich bin Volker.

Ich muss los.

Ehre sei der Mutter

Und der Tochter

Und der heiligen Möse

Wie es am Anfang geschrieben steht

So soll es jetzt sein Und in alle Ewigkeit

Eine Welt ohne Männer

A...

... (wo)...

... men.

Selig sei die Göttin aller Welten,

die mich nicht als Mann erschuf.

Selig sei die Göttin aller Welten,

die mich nicht als Mann erschuf.

Schwester Greta.

Wie entwickeln sich die Mädchen auf sportlicher Ebene?

Gut, Große Mutter.

Abgesehen von einigen Bummlern.

Bummler?

Bei einigen ist mir Atemnot aufgefallen.

Ich habe mich gefragt, ob geraucht worden ist.

Geraucht? Ich will einen vollständigen Bericht.

Alle unsere Mädchen müssen für die große Aufgabe

körperlich maximal gerüstet sein.

Moment.

Wo ist Hilde?

Sie wollte spazieren gehen.

Ich mache mir Sorgen um sie.

Sie wirkt in letzter Zeit sehr beschäftigt.

Mit Isolde.

Still! - Kein Petzen!

Hildes romantisches Interesse an Isolde ist lobenswert.

Sie muss in den Schoß der Familie geholt werden.

Die Substanz und Solidarität der FLA

erwächst aus dem fruchtbaren Boden lesbischer Liebe.

Das solltest du inzwischen wissen, Ute.

Ja, Große Mutter.

Ursula, wie läuft es mit dem Porno-Projekt?

Wir recherchieren noch.

Aber wir können wohl bald mit dem Dreh beginnen.

Super! Schwester Dagmar wird euch betreuen.

Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber bevor sie ins Kloster kam,

wirkte Dagmar in mehreren Erotikfilmen mit,

im Dienste der sexuellen Revolution.

Leider entstanden sie...

Selig sei die Göttin aller Welten, die mich nicht als Mann erschuf.

Leider entstanden sie in Zusammenarbeit

mit unbrauchbaren, männlichen, pseudo-revolutionären Intellektuellen.

Hast du's erledigt?

Ich werde nie begreifen,

warum die mickrigsten Durchschnittsmänner sich für Übermenschen halten,

wenn sie Sex mit einer Frau haben, insbesondere vor der Kamera.

Hilde, schön, dass du uns die Gunst deiner Anwesenheit zuteilwerden lässt.

Wo warst du?

Was ist, Kind? Deine Augen sind rot. Hast du geweint?

Ich... Ich habe die Pfefferspraypistolen neu aufgefüllt.

Einer der Kanister hatte wohl ein Leck und ich hab was ins Auge bekommen.

Gib besser acht.

Wir dürfen dieses kraftvolle Elixier von Mutter Natur nicht vergeuden.

Es stößt den männlichen Feind so überzeugend ab.

Nun, wo war ich?

Bei den Einzelheiten von Dagmars Pornokarriere.

Pornografie ist ein Akt

der Revolte gegen die herrschende Ordnung.

Sie ist Ausdruck eines von Natur aus feindlichen Prinzips

gegen gesellschaftliche Regeln.

Wenn Männer aus der Rechnung herausfallen, gibt es nichts Mächtigeres.

Wer stört uns zu dieser göttinnenlosen Zeit?

Ich hab's dir gesagt.

Schwester Dagmar...

... halten sie die Mädchen ruhig. Ich kümmere mich darum.

Hallo, ist da jemand?

Hallo!

Still, Astrid!

Prächtige Hündin.

Entschuldigen Sie die Störung, Schwester. Ein Krimineller ist entflohen.

Wir bitten alle Anwohner, wachsam zu sein.

Du liebe Güte, was hat er verbrochen? - Die Börse in Berlin verwüstet.

Doch nicht die Aktienbörse! - Ein abscheuliches Verbrechen.

Haben Sie vielleicht jemand Verdächtiges gesehen?

Er ist verletzt. Er blutet.

Eine Wunde am Bein. - Nein, wir haben ihn nicht gesehen.

Es ist sehr abgelegen hier. Wir sehen kaum jemanden.

Wer wohnt hier?

Ich leite hier eine offene Anstalt für Mädchen in Not.

Es sind acht Mädchen und vier Lehrkräfte, ich selbst ausgenommen.

Ein seltsames Verhältnis.

Selbst dabei haben wir noch alle Hände voll zu tun.

Darf ich kurz reinkommen?

Vielleicht hat eine etwas Ungewöhnliches gesehen.

Unmöglich.

Es ist zu Ihrem Besten.

Sie wollen doch nicht, dass ein Randalierer Ihre Mädchen belästigt.

Die Mädchen sind sehr leicht aus der Fassung zu bringen.

Männern ist der Zutritt zu diesem Haus unter keinen Umständen erlaubt.

Die meisten von ihnen waren Opfer

sexueller Ausbeutung durch Männer

und waren danach weiteren Belästigungen und Erniedrigungen ausgesetzt.

Durch die Polizei

und die Justiz. - Nun machen Sie mal einen Punkt.

Ich weiß über absolut alles Bescheid,

was unter diesem Dach passiert, das kann ich Ihnen versichern.

Und sollten wir dennoch einen Flüchtigen beherbergen,

würde Ihr Hund ihn nicht riechen?

Vielleicht ist er so ruhig

wegen der vorherrschenden femininen Düfte.

Wär's das?

Leider muss ich darauf bestehen, mit ihnen zu reden.

Also gut.

Aber ich kann Ihnen den Zutritt nicht gestatten.

Regeln sind Regeln. Als Polizist sollten Sie das wissen.

Außer Sie haben einen Durchsuchungsbefehl. Aber...

... ich werde ihr Abendessen unterbrechen

und sie rausholen... wenn Sie darauf bestehen.

Bitte.

Bleibt alle ganz ruhig.

Da draußen steht ein Bulle. Vor der Tür.

Seid still!

Gütige Göttin, wie haben sie uns gefunden?

Sie wissen nichts.

Ein Gesetzloser läuft durch die Gegend

und der Bulle will euch dazu befragen.

Hat irgendjemand von euch einen Fremden herumstreunen sehen?

Na gut. Ihr habt nichts zu befürchten.

Antwortet kurz und bitter. Kommt.

Im Gänsemarsch.

Hab ich's nicht gesagt? - Leise!

Habt ihr euren ersten Krach? - Klappe, Ursula!

Das ist Schwester Dagmar, Philosophie und Geschichte.

Schwester.

Das ist Schwester Barbara, Theater, Tanz,

Hauswirtschaftslehre, Medizin. - Schwester Barbara.

Schwester Kembra, Kunst, Kunstgeschichte,

Astrologie,

Psychologie, Naturwissenschaft,

Umgangsformen, Rhetorik.

Schwester Grete, Mathematik,

Leibeserziehung und Disziplin.

Disziplin ist so wichtig.

Und nun die Mädchen: Helga...

... Petra...

... Ursula...

... Antje...

... Editha...

... Ute...

... Isolde...

... und Hilde.

Was ist mit ihren Augen? - Sie ist ein sehr sensibles Mädchen.

Sie hat Weinkrämpfe.

Ich würde einige jetzt einzeln befragen, wenn Sie nichts dagegen haben.

Natürlich.

Haben Sie etwas Andersartiges beobachtet?

Warum fragen Sie nicht Isolde?

Was haben Sie gesehen, meine Liebe? - Ich weiß nicht, wovon sie spricht.

Ich war den ganzen Nachmittag mit Hilde im Nähzimmer. Stimmt's, Hilde?

Ja, wir haben unsere Uniformen ausgebessert.

Sind wir hier fertig? - Ich glaube schon.

Ja. - Gut, Mädchen.

Geht rein und beendet euer Mahl.

Danke, Schwester! Wenn Sie etwas Außergewöhnliches sehen, rufen Sie an.

Oh, wir haben kein Telefon.

Aber ich schicke eine der Schwestern ins Dorf, um Sie anzurufen,

wenn etwas sein sollte.

Auf Wiedersehen. - Gute Fahrt.

Das war knapp heute, Gertrud.

Schwester Barbaras Kostüme haben uns gerettet.

Niemand legt sich mit 'ner Nonne an.

Nur Nonnen und Prostituierte können Männern entrinnen,

noch während sie ihnen unterstellt sind.

Wirklich, Gertrud?

Wie sollen die Mädchen Regeln befolgen, die du selbst brichst?

Niemand ist perfekt, Dagmar.

Ob das Fascho-Schwein wiederkommt? - Ich glaube, unsere List war erfolgreich.

Mach dir keine Gedanken.

Sind die Mädchen schon bettfertig?

Ich habe gerade nach ihnen gesehen. Sie schlafen schon.

Gut. Das sollten wir auch tun.

Es ist noch viel vorzubereiten, bevor der Tag der Abrechnung kommt.

Vorsicht, mein Bein, Dagmar!

Moment, das Licht.

Zeit für deine Spritze.

Erst gibst du mir einen Kuss.

Umdrehen!

Warum muss es dort sein? - Weil es besser wirkt.

Sieht besser aus. Wie fühlt es sich an?

Besser als mein Arsch.

Wie lange dauert die Heilung? - Ich bin mir nicht sicher.

Ich habe versucht, Schwester Barbaras medizinisches Wissen anzuzapfen,

ohne Verdacht zu erregen.

Aber ich könnte mir vorstellen, dass es Wochen dauert.

Vorher sterbe ich vor Langeweile. - Ich bring dir mehr Bücher.

Über die Frauenrevolution. - Warum nicht?

Du hättest es bitter nötig.

Lenkt das nicht von den Zielen der echten Revolution ab?

Was für eine lächerliche Aussage.

Du bleibst hier lieber noch 'ne Weile.

Ein besseres Versteck findest du nirgends.

Ich kann nicht für immer bleiben. Warum kommst du nicht mit mir?

Du warst zu lange unter Frauen.

Nein, war ich nicht. Ich muss los, bevor man mein Fehlen bemerkt.

Ich will Liebe machen! - Ich hab dir gesagt,

ich muss den Schein wahren.

Hält deine Freundin wirklich dicht? - Keine Sorge.

Ich hab sie im Griff.

Warum sperrst du mich ein?

Zu deinem eigenen Schutz.

Ursula, Füße vom Tisch! Füße vom Tisch, Ursula!

Par-the-no-ge-ne-se.

Parthenogenese. Sprecht mir nach.

Par-the-no-ge-ne-se.

Parthenogenese ist eine Art der asexuellen Fortpflanzung.

Dabei entwickelt das unbefruchtete Ei

eine embryonale Form,

ohne männliches Zutun.

Ursula? - Ohne Penetration?-Korrekt.

Die Parthenogenese

kommt bei einigen Fischarten vor,

bei Amphibien,

Vögeln, Reptilien und bei bestimmten Pflanzenarten.

Wie etwa Rosen und Orangenbäume.

Nicht jedoch bei Säugetieren.

Noch nicht! Ute!

Warum nicht? - Gute Frage.

Parthenogenese tritt auf, wenn die Umweltbedingungen günstig sind

und genug Nahrung vorhanden ist,

um eine große Anzahl von Individuen über eine kurze Zeitspanne zu versorgen.

Ändern sich die Bedingungen

und das Nahrungsangebot nimmt ab oder der Lebensraum wird unwirtlich,

kehrt die Art demütig zur herkömmlichen Form der Fortpflanzung zurück.

In einer idealen Welt,

wenn die Menschheit weiter entwickelt ist,

wird die sexuelle Reproduktion unnötig sein.

Sie wird von der asexuellen Variante

mühelos aus dem Feld geschlagen werden.

Dann wird jede junge Frau ihre eigenen Nachkommen hervorbringen.

Wie wir schon beobachten konnten,

ist bei vielen Arten das Männchen bereits

hochgradig überflüssig.

Also...

... bis dieser heilige Tag anbricht,

weigern wir uns, an die Reproduktionsfunktion gekettet zu sein,

die uns von unserem wahren Selbst entfremdet.

Dann, und nur dann,

gelingt es uns, die Natur zurückzugewinnen

als eine Kraft der weiblichen Einzigartigkeit.

Dann, und nur dann, werden wir zu Gebieterinnen unseres eigenen Schicksals.

Bald wird etwas passieren.

Woher weißt du das?

Weibliche Intuition.

Erzähl mir mehr über die anderen Mädchen.

Ich weiß nur Bescheid, weil Hilde mich über alle informiert hat.

Mit wem soll ich anfangen? - Ich weiß nicht... Antje.

Mal sehen, Antje.

Als sie 16 war, begann ihr verhasster Stiefvater, sie zu vergewaltigen.

Er riet ihr, der Mutter nichts zu sagen, sie würde ihr eh nicht glauben.

Nach etwa einem Jahr ertrug sie es nicht länger

und sagte es ihrer Mutter, die sie als Lügnerin beschimpfte und hinauswarf.

Wie schrecklich! - Die übliche Story.

Sie ging ein paar Jahre als Prostituierte anschaffen,

bevor die Große Mutter sie herbrachte. - Was ist mit Ursula?

Ursula.

Ursula wurde mit 15 schwanger.

Als sie eine Abtreibung ablehnte, schmiss ihr verhasster Vater sie raus.

Im neunten Monat war sie obdachlos und ging betteln.

Nach der Geburt nahm man ihr das Baby. Es hieß, sie könne es nicht versorgen.

Sie war am Boden zerstört.

Sie ging zurück auf die Straße und wurde Junkie.

Dort fand sie Dagmar.

Und deine Freundin? Hilde?

Hilde hat geklaut.

Die Große Mutter war im Kaufhaus, als Hilde dabei erwischt wurde.

Sie griff ein und überredete die Bullen, sie in ihre Vormundschaft zu geben.

Helga und Petra.

Helga und Petra waren straffällige Jugendliche,

die von der Hauptschule flogen, weil sie in der Schulbücherei Sex hatten.

Sie gründeten eine Band

und wohnten in einem besetzten Haus in der Schlesischen Straße,

bevor die Polizei sie vertrieb.

Und Ute?

Über Ute weiß ich nicht viel. Sie hält sich sehr bedeckt.

Sie und Hilde sind sich noch sehr nah, aber Hilde darf nichts über sie erzählen.

Sie nennt es ihre "Schwarze Vergangenheit".

Was ist mit dir, Isolde?

Was ist deine Geschichte? - Sag ich dir, wenn ich dich näher kenne.

Du bist anders.

Du hältst dich gerne abseits.

Eine Separatistin unter Separatistinnen. Schwester Barbara nennt es schismatisch.

Immer verschwindest du. - Schau mal.

Ich habe viele schlechte sexuelle Erfahrungen gemacht.

Laut Schwester Barbara muss ich die erst verarbeiten.

Vielleicht kann ich dabei helfen.

Ich geh jetzt duschen.

Du und Editha seid oft zusammen.

Ich führe sie in das Reich der Sinne ein.

Wo hat die Große Mutter sie gefunden?

Angeblich war es umgekehrt.

Editha besuchte eine berühmte Lesung der Großen Mutter:

"Essentialismus und Schwesternschaft. Strategien zum lesbischen Separatismus",

auf der radikalfeministischen Konferenz vor zwei Wochen.

Offenbar ging Editha danach zu ihr und erzählte, sie hätte keine Bleibe.

Sie bettelte am Kottbusser Damm, völlig mittellos.

Die Große Mutter brachte sie direkt hierher.

Ich könnte schwören, ich hab sie schon mal gesehen.

Sie ist irgendwie seltsam. Findest du nicht auch?

Sie strengt sich übermäßig an, eine von uns zu werden.

Fast denke ich, sie ist ein politische Lesbe.

Hast du's schon mit ihr gemacht? - Oh ja, dutzende Male.

Sie ist unersättlich.

Was ist mit dir und Isolde? Du fährst ja scheinbar total auf sie ab.

Das stimmt. Aber... es ist komisch.

Wann immer ich Sex mit ihr haben will, vertröstet sie mich.

Ich glaube, sie ist noch Jungfrau. - Lass das nicht die Große Mutter hören.

Dann fliegt sie raus.

Sie sagt, sie will, dass wir Genossinnen sind.

Aber wir sind uns nah. Sehr nah.

Wir teilen Geheimnisse.

Insbesondere ein ganz großes.

Das musst du mir sofort erzählen. - Nein, es ist doch ein Geheimnis!

Hilde...

Wenn du's mir nicht sofort sagst, rede ich nie wieder mit dir.

Na gut, ich wollte es eh jemandem erzählen.

Na hör mal, wir waren zwei Jahre ein Paar!

Wir haben keine Geheimnisse.

Hilde!

Das ist eine Mega-Sache!

Wenn die Große Mutter erfährt, was Isolde getan hat,

wird sie mit dem Zorn Isis' über sie herfallen.

Ich glaube, du meinst Kali oder Menhit.

Schwester Barbara ist eher wie Isis, eine Göttin der Magie...

Hilde, sei still! Das ändert alles.

Du sagst es doch nicht der Großen Mutter!

Gib mir noch 'ne Zigarette!

Sollten wir nicht was drehen?

Erst zeig ich dir diesen Film.

Er lag im Schlafzimmer der Großen Mutter. Wusstest du, dass sie Schauspielerin war?

Du bist in ihr Schlafzimmer gegangen?

Wie sah's darin aus?

Hm, asketisch. Das ist der einzige Film, in dem sie auftaucht.

Angeblich hat er sie dazu inspiriert, die Frauenbefreiungsarmee zu gründen.

Er heißt: "Ulrikes Gehirn".

Die Handlung ist echt kompliziert.

Ich hab ihn schon mehrmals gesehen. Ich erklär's dir.

Kommen wir Mädels an einen Ort

Fragen die Leute in einem fort

Wer wir sind und was wir sagen

Wir sind die Mädchen vom FLA

Väter sperren ihre Töchter ein

Schnuppern wir an ihren Blümelein

Stellt sich in unsren Weg ein Mann

Dann nehmen wir ihn böse ran

Durch alle Zeiten

malten sich radikale und ethnische Minderheiten mit Entzücken aus,

wie sie ihre Unterdrücker ausmerzen würden.

Während der Französischen Revolution metzelten die Bauern mit großem Vergnügen

den sie tyrannisierenden Adel nieder.

Doch Frauen...

... dieses von allen am meisten zu Unrecht verfolgte Bündnis,

ohne eigene Geschichte,

ohne Religion, die sie mit ihren Schwestern solidarisch verbindet,

von der Regierungsgewalt der Männer ausgeschlossen,

war nie wirklich in der Lage, sich als gegnerische Kraft zu formieren.

Selbst wenn eine matriarchalische Kultur in ihrer vollen Pracht hervortritt,

werden ihre Mythen

und deren Eingang in die Männergeschichte

von patriarchalischen Geschichtsschreibern

kontrolliert und oftmals ausradiert.

Grausamst an ihr despotisches männliches Gegenstück gekettet,

gestattet man Frauen nicht einmal,

Fantasien über eine Ausmerzung der männlichen Spezies zu hegen,

von der sie so mühelos...

... verfolgt werden.

Das heißt: bis jetzt.

Denkt dran, Mädchen,

der direkteste Weg zum Herzen eines Mannes

ist der durch seine Brust.

Dagmar.

Ich mache mir Sorgen.

Wie können wir weiter für uns sorgen? - Keine Angst, Gertrud.

Erst gestern sandte ich Isolde und Hilde ins Dorf, um Abhilfe zu schaffen.

Hilde ist eine ausgezeichnete Ladendiebin.

Sie brachten einen wahren Schatz an Arzneien und Lebensmitteln.

Sobald das Pornogeschäft läuft,

sind wir nicht länger auf Bagatelldiebstähle angewiesen.

Wir haben dann alles Geld der Welt.

Wie kommen Antje und Ursula voran? Sind sie bereit?

Ich glaube schon. Ich unterweise sie nunmehr seit mehreren Wochen.

Sie sind sehr gelehrig. - Super.

Schon bald...

... werden wir mit dem Dreh unseres glorreichen "Feminista Film" beginnen.

Und das nächste Mal, wenn unsere Zyklen übereinstimmen,

werden wir der Welt unser Statement unterbreiten.

Vorsicht, mein Bein!

Verzeihung.

Gleiche Rechte?

Gleich für wen?

Für die patrimoniale herrschende Klasse der Männer,

die uns in den Mülleimer der Geschichte verbannt?

Geben wir uns zufrieden

mit der Gleichverteilung von Ungerechtigkeiten?

Dass uns nur Gleichheit gewährt wird,

wenn wir einwilligen, dass wir das gleiche Maß

an Ausbeutung und Wucher

und Korruption ausüben?

Gleichberechtigte Teilnahme an einer mörderischen Gesellschaft

ist mit der Frauenemanzipation nicht zu vereinbaren.

Schwestern.

Rufen wir der Welt zu, endlich aufzuwachen

und das Östrogen zu riechen.

Und nun...

... möchte Schwester Dagmar etwas ankündigen.

Schwester Dagmar. - Danke, Große Mutter!

Wir starten ein neues Projekt

und ich möchte, dass alle Mädchen vorbereitet sind.

Wir werden unsere eigene weibliche Pornografie herstellen.

Wir glauben, dass die Pornografie, wie die Prostitution,

einen ehrenwerten Ausdruck von Sexualität darstellt,

solange sie die Freiheit und Würde der teilnehmenden Individuen respektiert.

Unsere eigenen Pornos zu machen ist wie Stellvertreterporno,

mit dem Vorteil,

keinen Sex mit Männern haben zu müssen.

Außerdem müssen wir Rechnungen bezahlen.

Die Schule trägt sich nicht von selbst.

Also Schwestern, fickt drauf los!

Liebt euch ohne Furcht,

feminin

und im Namen der Freiheit für die weibliche Menschheit!

Freiheit für die weibliche Menschheit!

Große Mutter.

Darf ich mich entschuldigen? Mir geht es nicht gut.

Natürlich, mein Kind. Leg dich hin.

Schwester Barbara wird später nach dir sehen.

Schwester Barbara, sieh mal, was du herausfindest.

Natürlich, gerne.

Was ist los mit diesem Mädchen?

Ich fühle mich schwach, ich habe viel geschwitzt.

Ich fühle mich heiß und fiebrig.

Und... meine Brust fühlt sich seltsam empfindlich an.

Die Infektion ist hartnäckig. Du brauchst noch Ruhe.

Nein, wir müssen diesen Ort verlassen.

Er bringt mich komisch drauf.

Es ist bald soweit.

Wir werden zusammen sein, du und ich, ja?

Ich spüre, wir haben so viel gemeinsam.

Mehr, als du weißt.

Was ist das? - Was glaubst du denn?

Du meinst...

... du bist ein Mann? - Nein.

Eine Frau, aber mit einem Schwanz.

Ich bin nicht schwul. - Das sagt doch niemand.

Du hast mich getäuscht. - Nein, du dich selber.

Sieh mich an.

Bin ich nicht die, in die du dich verliebt hast?

Es ist an der Zeit, dass du sie in Einklang bringst:

deine revolutionären Überzeugungen

und deine sexuelle Einstellung.

Isolde, ich wollte sehen, ob es dir besser geht.

Ja, Schwester Barbara, die frische Luft hat mir gutgetan.

Bitte setz dich, ich möchte mit dir reden.

Ich weiß, du hattest Probleme, dich anzupassen.

Und ich gebe zu, dass du anders bist als die anderen.

Da ist etwas, was ich dir über das Frausein sagen möchte.

Eine Frau ist wie ein Fieber,

das niemals abklingt.

Sie ist launisch, lüstern, schädlich und weitsichtig.

Sie ist Tratsch und Wahrhaftigkeit.

Sie offenbart sich in den Bergen und in den Tälern.

Sie lebt in den Wäldern und fließt aus den ewigen Quellen.

Sie ist der Quell, der die Bäche,

die Flüsse, die Meere und die Ozeane speist.

Sie ist Luna und sie ist Lakuna.

Ihr Zyklus ist an die Gezeiten gebunden.

Ihre mirakulöse Fruchtbarkeit ist unübertroffen.

Das Jahrtausend kennt sie unter einer Unzahl von Namen:

Tefnut, Ix Chel, Ishtar,

Kali, Gaia,

Mami Wata, Isis.

Sie ist Schöpfung und Zerstörung.

Sie ist die Kaiserin des Himmels und die Zarin der Hölle.

Doch trotz ihrer Omnipotenz

unterlag ihre Kontrolle und Deutung

stets den Launen und Wünschen des männlichen Tieres.

Wie Mutter Natur

wurde sie von Männern viel zu lange vergewaltigt und ausgebeutet.

Wie Mutter Natur wird sie Chaos kreieren

und ihre männlichen Feinde zurückstoßen in das Nichts, aus dem sie kamen.

Und nun... geh und tanze! Du bist eine von uns.

Sei strahlend, sei frei.

Schwestern?

Heute... drehen wir unseren ersten Pornofilm,

in vorausschauender Vorfreude auf eine Welt,

in der Männer nicht nur entbehrlich sein werden,

sondern auch... überflüssig.

Ursula und Antje, die ihre filmischen Fähigkeiten unablässig verfeinert haben,

werden hinter der Kamera stehen.

Isolde, bis jetzt hast du versäumt,

an unserem Projekt der freien Liebe teilzunehmen,

das so wichtig für unsere Bewegung ist.

Du bist schweigsam und distanziert gewesen.

Beinahe prüde.

Es ist an der Zeit, mehr Eifer zu zeigen.

Leg mehr Kampfgeist an den Tag! Editha!

Wie ich finde,

warst du eine schreckliche Streberin

in Sachen Frauenbefreiung.

Ein Übermaß an sexueller Aggression

weist auf eine gefährliche männliche Veranlagung hin.

Nun, als unsere beiden Neulinge in unserem Orden

werdet ihr die Vorhut unserer Armee der Liebenden bilden.

Ihr werdet euch vor laufender Kamera lieben,

als die erste Salve der FLA.

Isolde, aufs Bett mit dir.

Große Mutter... Ich glaube, ich bin noch nicht soweit.

Unsinn!

Dies ist die perfekte Gelegenheit,

um unserer Bewegung deine Loyalität zu zeigen.

Aber...

... ich verstehe deine Bescheidenheit. Editha, du zuerst.

Ich kann nicht. Ich bin kamerascheu.

Ich würde nichts zustande bringen.

Große Mutter, ich löse Editha ab. - Nein, es ist bereits entschieden!

Schwestern...

Niemand wird gezwungen,

sondern lediglich überzeugt.

Bitte...

... ermuntert die Mädchen mit Worten zum Mitmachen.

Näher. Rück näher an sie ran.

Berühr sie! Küss sie! Fass sie an!

Ich kann das nicht! Sie ist keine Frau! - Das ist eine Lüge.

Was soll das heißen? - Ich hab sie gesehen.

Beim Duschen. Sie hat einen Schwanz.

Klar, jetzt macht alles Sinn!

Warum spionierst du ihr nach? Bist du etwa ein Bulle?

Heilige Mutter! Sie ist ein Bulle!

Hilde, klär uns auf! - Sie kam mir gleich bekannt vor.

Als ich auf der Straße lebte, hing sie mit den Junkies rum.

Sie sah komplett anders aus. Damals hatte sie lange, fettige Haare.

Es kursierte das Gerücht, sie sei eine verdeckte Ermittlerin.

Als sie anfing, Heroin zu spritzen, hörte es auf.

Aber ich blieb misstrauisch.

Sie schien die Leute zu studieren. Sie stellte einem ständig Fragen.

Das stimmt. Ich hab ihr nie vertraut.

Sie hat mich über euch ausgefragt. Ich glaube, sie ist von der Polizei.

Sie ist ein Spion im Haus der Liebe.

Das sagt sie nur, um euch abzulenken. Sie ist ein Mann!

Isolde gehört zu uns!

Aber sie hat einen Penis! - Unmöglich, sie ist meine Freundin!

Jeder hat Geheimnisse, Hilde. Nur hüten einige sie besser als andere.

Ute... Nicht!

Isolde ist sogar die Königin des Geheimnisses, stimmt's?

Ute, worauf willst du hinaus?

Erinnern Sie sich an den Bullen?

Natürlich.

Isolde hält den Entflohenen im Keller gefangen.

Ich sah, wie sie Sex hatten.

Zwei Schwänze... und ein Bulle... hier im Haus.

Das ist untragbar!

Vorsicht, mein Bein! - Holt Wasser!

Isolde!

Isolde!

Isolde kann dir nicht mehr helfen.

Niemand kann das.

Frauen sind Kämpferinnen.

Im Gegensatz zum anderen Geschlecht, sind allein wir in der Lage zu gebären,

Leben zu schenken

und dabei einen Schmerz zu erdulden,

der in der männlichen Vorstellung als pure Folter bewertet wird.

Jedoch... solange wir nicht gewillt sind, direkte Maßnahmen zu ergreifen,

werden wir niemals in der Lage sein, unser eigenes Schicksal zu formen.

Wir müssen jetzt handeln,

unseren Willen durchsetzen oder zugrunde gehen.

Prinzipiell lehnen wir Gewalt ab. Aber...

... wenn man gewaltsame Handlungen gegen uns richtet,

wie es in der gesamten Männergeschichte durchweg geschehen ist,

bleibt uns keine andere Wahl, als mit Gegengewalt zu reagieren.

Ursula, nimm Isolde die Augenbinde ab!

Große Mutter, bitte tun Sie ihm nicht weh, ich flehe Sie an!

Sei nicht albern, meine Liebe, ich tu ihm nicht weh.

Ich werde ihn nur...

... neu zuteilen.

Du behauptest, politisch wäre er auf unserer Linie.

Nun muss er seine Treue geloben,

durch eine Geschlechtsumwandlung. - Ist schon geschehen!

Ich habe ihm weibliche Hormone gegeben.

Bald ist er eine von uns.

Ich bin noch nicht davon überzeugt, dass du eine von uns bist.

Mit dir befassen wir uns später.

Dagmar, entfern den Knebel.

Er soll reden.

Bitte... Sie müssen mir glauben. Ich bin nicht absichtlich hier.

Ich wusste nicht, dass das eine Terroristenzelle ist.

Für uns ist es "asymmetrische Kriegsführung".

Aber Sie müssen mir glauben...

Verstehen Sie, ich habe Verständnis für Ihre Sache.

Mir ist das Unrecht bewusst,

das im Verlauf der Geschichte an Ihnen verübt wurde.

Genosse Meinhof lehrte uns, dass nur die Ausmerzung sozialer Hierarchien

und die Fusion von Kapital und Arbeit

zur Schaffung gemeinschaftlicherer Produktionsweisen

zur Demokratisierung und Befreiung aller führen kann.

Solange man dem im Kapitalismus verwurzelten Unrecht

nicht den Kampf ansagt, wird es keine Frauenbefreiung geben.

Du hast gut aufgepasst.

Aber Frau muss dir da etwas erklären.

Als junger, radikaler, anti-kapitalistischer Kämpfer

solltest du wissen: Wir kämpfen nicht um Gleichheit in einem korrupten System,

sondern gegen Männer im Allgemeinen.

Als Ausdruck wahrer Solidarität mit uns, musst du dieses Opfer bringen.

Isolde...

Warum lässt du das zu?

Ich dachte, du liebst mich. - Tu ich ja.

Aber einen Mann könnte ich nie ganz lieben.

Du musst dich umwandeln lassen. - Ich werde mich auch umwandeln lassen.

Ich werde wie du, aber bitte...

lasst mir meine Männlichkeit!

Ich habe genug gehört. Dagmar, kneble ihn.

Mädchen, kommt zusammen.

Selig sei die Göttin aller Welten, die mich nicht als Mann erschuf.

Selig sei die Göttin aller Welten, die mich nicht als Mann erschuf.

Protest ist, wenn ich sage, dies ist etwas, was ich nicht mag.

Widerstand ist, wenn ich dem, was ich nicht mag, ein Ende setze.

Ein Bulle?

Ein Maulwurf?

Eine dreckige, miese Spionin.

Der Gedanke, dass du mit mir Sex hattest!

Mit uns allen!

Und uns dabei die ganze Zeit bespitzelt hast!

Niederträchtiger geht's nicht!

Du bist schlimmer als Isolde!

Die unterstützt immerhin die Prinzipien der FLA.

Nun gut.

Was hast du dazu zu sagen? - Ich gestehe!

Man schickte mich als verdeckte Ermittlerin.

Aber ich habe über nichts berichtet und ich schwöre, ich werde es nicht tun.

Ich bin bekehrt. - Halt den Mund. Ich glaube dir nicht.

Du willst dich doch nur rausreden.

Bitte! Wie kann ich es dir beweisen?

Sag mir, wie kann ich meine Loyalität beweisen?

Es gibt einen Weg.

Nur einen.

Wie geht es dir, Kind? - Ich glaube, ich werde verrückt.

Es ist, als wäre ich schon Wochen hier.

Das tut mir leid.

In ihrem Eifer neigt die Große Mutter zu Extremen.

Was ist da draußen los?

Geht es Volker gut?

Sie erholt sich.

Ich erzähle dir eine Geschichte.

In meiner Religion gibt es eine zweigeschlechtliche Heilige...

... namens Olokun.

Herrscherin des Meeresgrunds.

Eines Tages trifft sie am Strand einen schönen Jüngling.

Oricha Oko, der Schutzpatron des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit.

Während einer Party auf der Erde betrinkt er sich

und verrät seinen Freunden, dass seine Gefährtin zweigeschlechtlich ist

und sich deshalb tief unten im Meer verstecken muss.

Beschämt und aufgebracht verlässt Olokun die Party

ohne ihre Schuhe.

Sie kehrt zurück in ihr Zuhause auf dem Grund des Ozeans.

Wütend und enttäuscht...

... schickt sie den ersten Tsunami auf die Welt.

Eine schöne Geschichte, aber...

Warum erzählst du sie mir?

Schwester Barbara und ich glauben, du bist im Herzen eine von uns.

Nach vielen internen Kämpfen

konnten wir die Große Mutter überreden,

dass du an unserem Kreuzzug teilhaben darfst.

Und obwohl wir dir sehr dazu raten, darfst du selbst entscheiden,

ob du dich derselben Prozedur unterziehen willst wie dein Genosse.

Ich glaube fest, dass ich eine Frau bin, so wie ich bin.

Schwester Barbara und ich verstehen das.

Und die Große Mutter?

Gib ihr Zeit. Sie wird schon noch einlenken.

Isolde.

Ich verrate dir ein Geheimnis. Versprich, dass du es nicht weitersagst.

Ich verspreche es.

Ich wurde auch zweigeschlechtlich geboren.

Kurz nach der Geburt machte man mich weiblich.

Selig sei die Göttin aller Welten, die mich als Frau erschuf.

Danke, Schwester Dagmar.

Es gibt einen Weg.

Nur einen.

VERLAUTBARUNG DER FLA

Die Female Liberation Army (FLA) besteht aus Mitgliedern

unterschiedlicher Rassen, Unterschichten und sozialistischen Parteien

unterdrückter Frauen aller Nationen,

die unter feministischer und lesbischer separatistischer Führung

die Female Federated Republic gründeten und um Freiheit, Selbstbestimmung

und Unabhängigkeit für alle Frauen in der Welt kämpfen.

Die FLA erklärt allen kapitalistischen, heterosexuellen Klassen den Krieg,

die sich im Patriarchat und seinen Mitteln

wie Mord, Unterdrückung und Ausbeutung vereinen.

Wir unterstützen mit der Kraft unserer Fotzen den gerechten Kampf

aller unterdrückter Frauen um Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

Hiermit bieten wir Frauenbefreiungs-, lesbischen Arbeitergruppen

und XY-Chromosomen-Basis-Organisationen volle Unterstützung an

im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit für das "andere Geschlecht"!

Im Interesse aller Parteien und Partner und diverser lesbischer Speichellecker,

inklusive spezieller, ausgesuchter Gender-Aufrührer,

zeigen wir, die FLA, hiermit den ersten

aus einer Reihe revolutionärer lesbischer Pornofilme:

Unsere Eröffnungssalve gegen Medienkontrolle

und Ausbeutung weiblicher Sexualität durch patriarchale Institutionen.

Nieder mit dem Patriarchat!

Wir sind die FLA.

Alle Männer stellen sich auf die eine Seite des Saals...

... und alle Frauen auf die andere Seite.

Bewegung!

Lasst die Revolution beginnen!

PORNUTOPIA WELT OHNE MÄNNER

EIN FILM DER FLA

BABELFISCH TRANSLATIONS Annika Vieweg

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