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Mach auf, Liebling.
Ja.
Gleich, Kim.
Die Kinder sind bei meiner Mutter.
Das heißt, wir haben sturmfreie Bude.
Eine Woche lang fantastisch was.
Kim, Kim, geh bitte runter von mir. Ich will weiterschlafen. Nein, du hast lang
genug geschlafen.
Komm schon, Baby. Küss mich.
Richard ist im Vorstand einer großen Bank.
Wir haben oft Repräsentationspflichten zu erfüllen.
Deshalb legt er sehr viel Wert auf mein Äußeres.
Ich kann verstehen, dass es für ihn wichtig ist, eine gut aussehende Frau an
seiner Seite zu haben.
Jetzt bin ich wach.
Gut, denn ich habe noch einiges mit dir vor.
Was soll denn der Quatsch? Du weißt, dass ich die Dinger hatte.
Warum nimmst du nicht die Pille?
Du bist es doch, der nicht ausgehen kann, wenn ich zu viel wiege.
Unsere beiden Kinder sind eine Woche lang bei meiner Mutter.
Ich will die Zeit nutzen, um mit Richard eine Art weite Flitterwochen zu
verbringen. Unser Liebesleben hat in letzter Zeit etwas gelitten, da Richard
ständig überarbeitet ist.
Der berufliche Druck ist so groß, dass er dreimal in der Woche meine
Dr. Zirk aufsucht, die ein spezielles Anti -Stress -Programm entwickelt hat.
Aber vielleicht kann ich ihm auch zu etwas Entspannung verhelfen.
Was war nur aus unserer Ehe geworden?
Früher hat sich Richard immer Zeit für die Liebe genommen, aber seit zwei
ist das anders.
Der Beruf frisst ihn auf und ich kann nur hilflos dabei zusehen.
Was zum Teufel willst du damit?
Aber... Das ist doch nur ein Vibrator.
Damit kann ich schneller kommen. Dieser blöden Scheiß brauchen wir nicht.
Tut mir leid, John.
Okay?
Alles klar? Mach weiter.
Ich komme.
Warte. Nein, noch nicht. Ich komme. Warte. Ich kann es nicht mehr aus. Ich
noch nicht so weit.
Warte bitte.
Oh nein.
Was war nur aus unserer Ehe geworden?
Früher hat sich Richard immer Zeit für die Liebe genommen.
Aber seit zwei Jahren ist das anders.
Der Beruf frisst ihn auf und ich kann nur hilflos dabei zusehen.
Wo hast du das ordinäre Negligé gekauft?
Silvia hat es mir geliehen. Ich habe geglaubt, es würde dir gefallen.
Hätte ich mir denken können. Deine Freundin hat nur Unsinn im Kopf.
Nein, da bin ich ganz anderer Meinung.
Mach was Besonderes zum Abendessen. Ich werde zwei Gäste mitbringen.
Gut.
Kenne ich sie?
Es sind Geschäftsfreunde. Bitte stell genug Champagner, Garret.
Aye, aye, Captain.
Der Serienmörder hat wohl schon wieder zugeschlagen.
Ja, schrecklich.
Warum haben Sie diesen Kerl noch nicht geschnappt? Tja, das frage ich mich
Ich verstehe nicht, warum die Frauen nicht gleich die Flucht ergreifen, wenn
ein Widerling auftaucht.
Vielleicht sieht dieses Schwein ja ganz gut aus.
Wer weiß.
Aber hier steht, dass er ungepflegt, ziemlich dick, groß und hässlich ist.
Die Gesellschaft ist immer noch nicht in der Lage, sich gegen solche Leute zu
schützen.
Was ist das für eine Zeit, in der eine Frau nicht mehr alleine auf die Straße
gehen kann?
Heute sende ich.
Ja, bitte.
Hallo, Sylvia.
Entschuldige, Apfelkuchen. Meine Mutter hat gebacken.
Ich habe die Kinder hingefahren. Zuerst wollte ich bis zum Wochenende auch dort
bleiben. Richard war leider dagegen.
Ich hole sie am Montag wieder ab.
Hättest du Lust, auszugehen?
Dann wohin willst du?
Keine Ahnung.
In deine Lieblingsdisco? Was ist?
Wieso lachst du über meinen Vorschlag?
Du weißt doch, wie mich die Musik dort anmacht. Na und, seit wann ist das ein
Grund, nicht hinzugehen? Ich darf überhaupt nicht an die Jungs denken. Es
erotische Gefühle in mir, wenn ich sie tanzen sehe.
Du darfst mich nicht in Versuchung führen.
Hast du wieder einen neuen Freund?
Richtig, du hast es erraten. Du musst ihn unbedingt begutachten.
Ich habe vor kurzem meine alte Liebe wieder getroffen und es hat sofort
Ich schwebe zur Zeit im siebten Himmel.
Ich habe die Poolreinigung angerufen und plötzlich stand er vor mir. Wir waren
zusammen in der Highschool.
Ja? Und?
Du willst das ganz genau wissen? Ja.
Dann spitze mal deine Öhrchen.
Ich fühlte mich sofort wieder zu ihm hingezogen. Er wirkte so männlich und
vertrauenerweckend.
Entschuldige bitte, könntest du kurz herkommen?
Er sah zum Anbeißen aus. Ich konnte mich kaum beherrschen.
So ein Zufall. Hey, wir haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen.
Stimmt. Cremest du mir bitte den Rücken ein?
Ja.
Seine Hände waren angenehm kühl.
Es erregte mich, sie auf meiner Haut zu spüren.
Als ich seinem feurigen Blick begegnete, war es wieder um mich geschehen.
In seinen Augen lag so viel Leidenschaft und Zärtlichkeit.
dass mir sofort klar war, dass er meine Gefühle erwiderte.
Oh, wie genoss ich es, mich von ihm verwöhnen zu lassen.
Deinen geschickten Händen kann man sich anvertrauen.
Ich gebe mir auch Mühe.
Und dann habe ich seine Hand auf meine Brust gelegt und er küsste meine
Brustwarzen.
Das war's für heute.
sind schön steif.
Alles gut.
Wahnsinn, ja, mach weiter.
Ja, ja.
Fester. Ja.
Er war sensationell groß.
Ich legte mich auf den Rücken und genoss seine Zärtlichkeiten.
Hey, das klingt ja echt gut.
Leere, das scheint ja ein toller Hecht zu sein.
Geil, wie du es mir besorgst.
Was
für
einen scharfen Hit du vorlegst.
Geil, wie du auf mir rumhapst.
Ja, ja, ja.
Ja, ja.
Du willst dir was verraten?
Er hat unheimlich viel Ausdauer und du weißt, wie sehr ich das schätze.
Erzähl weiter.
Jetzt besorge ich dir von hinten.
Oh, wie heiß das einem Mann gefällt.
Überfordert es dich auch nicht? Oh nein, mein Schatz.
Du bist genau richtig.
Du bist so süß.
So ein Wahnsinnserlebnis hatte ich noch nie.
Ich komme gleich. Ja, hier kommt's.
Leck mein Saft auf. Ja, ja.
Leck mein ganzes Spam auf. Los.
Leck ihn ab.
Schmeckt dir, Kleines?
Du hast mich so glücklich gemacht.
Schön, dass wir uns wieder getroffen haben.
Das müssen wir bald einmal wiederholen.
Er hat mir gezeigt, dass Liebe was Wundervolles ist.
Und wie läuft es bei dir?
Ach, es ist immer dasselbe bei uns. Wir schlafen miteinander, aber Richard denkt
leider nur an sich selbst. Er kann nichts dafür. Er steht ständig unter
Meine Therapeutin kann ihm sicher helfen.
Ich sehe schon, du brauchst eine Schulter, an der du dich mal wieder
kannst. Ich hole dich ab und führe dich groß aus, sagen wir so gegen acht.
Gut, dass ich dich als Freundin habe. Ohne dich wäre alles noch grauer. Du
wirklich ein Schatz.
Und mach dir um mich keine Sorgen. So schnell gebe ich nicht auf. Auch wenn
zur Zeit keinen Ausweg weiß.
Also dann.
Acht Uhr.
Mach dich auch besonders hübsch, Baby.
Bis dann.
Du hast gesagt, dass du dich noch immer sehr unter Druck gesetzt fühlst. Weißt
du schon, was du dagegen unternehmen willst?
Wenn ich das wüsste, wäre ich nicht hier.
Du bist doch die Therapeutin.
Sprichst du mit Kim darüber?
Richard, haben wir nicht bei der letzten Sitzung beschlossen, dass du ab jetzt
mit ihr über deine Gefühle sprichst?
Also, wieso hast du das nicht getan?
Ich will sie nicht beunruhigen.
Ich würde gern offener zu ihr sein.
Aber ich schaffe es nicht.
Du lässt dich von Barrieren kontrollieren.
Ach, hör endlich auf zu reden. Was ich brauche, ist die Antistress
-Spezialbehandlung. Und zwar dringend.
Sie ist nur für Ausnahmefälle.
Sammelst du noch Geld?
Du meinst für die geistig Behinderten?
Ich würde gerne was spenden.
Wir sind für jede Summe dankbar.
Es ist nett von dir, dass du unser Projekt so großzügig unterstützt.
Danke. Mit deiner Spende hilfst du vielen kranken Mitmenschen.
Dr. Silk ist eine sehr engagierte Therapeutin.
Es ist ihrer Privatinitiative zu verdanken, dass die geistig Behinderten
unserer Stadt in modernen und hervorragend ausgestatteten Heimen leben
Wir kennen uns schon lange und ich unterstütze sie, wann immer ich kann.
Jetzt hat schon immer meine Bewunderung erregt, was diese Frau leistet. Ihr
selbstloser Einsatz ist in unserer Zeit etwas höchst Ungewöhnliches.
Na schon.
Fühlt sich wieder toll an in meiner Muschi.
Ich mach dich verrückt.
Warte mal.
Warte mal.
Das war's für heute.
Bis zum nächsten Mal.
Oh Gott.
Oh Gott.
Nein, nein.
Bleib drin, du Mistig.
Du machst mich wahnsinnig. Halt da weiter, so
weißt du es.
Halt doch nicht auf.
Du machst mich wahnsinnig.
Die beste Therapie, die ich kenne.
Hör es nicht auf.
Das fühlt sich toll an.
Weiter,
ja.
Ja, saug sie auf.
Ja, nein.
Also, bis nächste Woche zur gleichen Zeit? Wenn ich frei bin.
Ohne die Kinder kam mir das Haus wie ausgestorben vor.
Ich vermisste das fröhliche Lachen der beiden.
Aber jetzt hatte ich endlich mal Zeit, all das zu erledigen, was ich schon seit
Monaten vor mir herschob.
Das Aussortieren der Kleidung zum Beispiel.
Dr. Silk hatte mich gefragt, ob ich ihr nicht die Kleidung aushändigen könnte,
die meiner Tochter und meinem Sohn nicht mehr passt.
Sie ist Vorsitzende von diversen Heimen und kann für ihre Sützlinge jede
Unterstützung brauchen.
Ich war müde und ruhte mich einen Moment aus.
Tausend Gedanken schwirrten mir durch den Kopf.
Wie sehr sich doch Richard verändert hatte.
Er war mein Traummann gewesen.
Sonst hätte ich ihn gar nicht geheiratet.
Irgendwie musste ich es schaffen, diese charmante Seite in ihm wieder
hervorzuholen.
Entschlossen packte ich die Sachen ein und beschloss sie gleich zu Dr.
Silk zu bringen.
Au!
Oh Mann, das tut aber verflucht weh.
Wer ist das denn?
Entschuldigen Sie, mein Fenster geht nicht mehr auf.
Das kann passieren.
Sie haben sich verfahren, richtig?
Ja.
Sie haben einen Bluterguss. Ich weiß, ich bin gestolpert.
Wie schlimm ist das? Kann ich helfen? Nicht nötig, das wird schon wieder. Ich
gehe gleich rein und kühle die Stelle mit Eis.
Also, welche Adresse suchen Sie?
Oh, ähm, 1101 Easton.
Aha, hier ist Weston.
Easton, das ist auf der anderen Seite der Autobahn. Aber so hohe Hausnummern
gibt es dort nicht.
Es ist ein neues Haus.
Baut dort jemand freiwillig?
Ich zeige Ihnen auf der Karte den kürzesten Weg. Die Straße, die über die
Autobahn führt, kreuzt hier die Hauptstraße. Sie fahren am besten da
Wenn Sie aus der Ausfahrt rauskommen, dann gleich links. Und bei der nächsten
Kreuzung rechts. Und schon sind Sie richtig.
Ah ja, vielen Dank.
Warum müssen wir auf einmal lachen?
Es ist nichts.
Vergessen Sie es.
Hören Sie, ich würde mich gern bei Ihnen revanchieren.
Aber nein, das ist nicht nötig. Wenn Sie sich wieder verfahren, dann kommen Sie
zurück. Ich zeige es Ihnen gern nochmal.
Okay.
Seien Sie ehrlich, Sie sind Angst.
Nein, auch wenn Doc einer meiner Spitznamen ist.
Wirklich?
Sie tun mir weh. Lassen Sie mich los.
Ganz ruhig, dann versteht er dich. Sei doch bitte still. Sei still. Komm schon.
Ich
war
chancenlos. Es ging alles blitzschnell.
Und am Morgen hatte ich mich noch gewundert, wie man einem Serienmörder in
Hände fallen kann, wenn man vorgewarnt ist.
Er hatte alles gut vorbereitet und bis ins Detail geplant.
Die Polizei würde mich nie finden, so viel stand fest.
Ich war also ganz auf mich allein gestellt.
Bonsoir, Monsieur.
Bonsoir.
Wir waren den ganzen Tag gefahren.
Da ich immer noch betäubt war, bekam ich weder unsere Ankunft mit, noch dass er
mich bis auf die Unterwäsche ausgezogen hatte.
Es war demütigend. Er hatte mich wie einen Sack über seine Schulter gelegt
nach oben getragen.
Gut, dass ich davon nichts mitbekam.
Willst du, dass ich sein Bauch kühle, Herr?
Ja, danke.
Sibel, bitte sprich nicht immer Französisch mit mir.
Entschuldige, Herr.
Also, wir werden dir jetzt ein paar deiner Fesseln lösen.
Aber bevor wir das tun, lass mich eins klarstellen.
Wenn du das widerspenstige Verhalten, das du an den Tag gelegt hast, nicht
abstellst, werde ich dich dringend bestrafen.
Darauf kannst du dich verlassen. Habe ich mich klar ausgedrückt? Das erste,
ich hörte, als ich wieder zu mir kam, war das Plätschern des Wassers.
Mein Peiniger war sofort ans Bett geeilt und hatte mir hochgerollfen.
Zu meinem grenzenlosen Erstaunen band er den Mund nebellos.
Die Angst nürte mir die Kehle zu.
Meine Gedanken kreisten nur um eine Frage.
Was hatte er mit mir vor?
Ich schrei nicht mehr, keine Sorge.
Sie sind doch kein Mörder, oder?
Bitte tun Sie mir nicht weh.
Bitte wein nicht, Kim. Sie kennen meinen Namen.
Sie wollen Lösegeld. Deshalb haben Sie mich entführt. Es geht Ihnen also nur
darum, abzukassieren.
Meinst du?
Interessante Theorie.
Werden Sie mich jetzt vergewaltigen?
Würde dir das gefallen?
Nein!
Ich warte lieber, bis du mich anpflegst, mit dir zu schlafen.
Sie anpflegen, das ist ja lächerlich.
Steh an.
Schon gut.
Es wird alles gut werden, glaube ich.
Ich musste einem Verrückten in die Hände gefallen sein.
Er wollte, dass ich ein Bad nahm. Das warme Wasser half mir, mich etwas zu
entspannen. Sie bieten mir jetzt Champagner an? Ja, wieso denn nicht?
Du sollst dich hier wohlfühlen.
Ich dachte eher, Sie fetteln mich, trinken ihn alleine und lassen mich
Ganz im Gegenteil. Ich will doch, dass du dich wohlfühlst.
Ich bin nicht so leichtkäuflich.
Auch dein Wohl.
Wirklich, sehr originell.
Viel Glück wäre wohl richtiger.
Der Champagner ist gut.
Es ist der beste, den Rias zu bieten hat.
Ich bevorzuge Epernay. Der ist besser.
Epernay?
Typisch, Frau.
Wolltest du nicht Epernay?
Stellen Sie ihn hin, den trinken wir auch.
Es wird alles gut werden, glaub mir.
Sie sind völlig verrückt.
Vielleicht sollte ich dir einen Plastikbecher holen.
Oder dir keinen Alkohol mehr erlauben.
Tut mir leid.
Das war wirklich nicht nett.
Nicht sehr.
Wenn du fertig bist, zieh die hier an.
Oder willst du dir die Füße zerschneiden?
Über Scherben gehen ist mir lieber als das.
Wie du möchtest.
Hören Sie.
Ich durchschaue sie. Ich weiß genau, worauf sie hoffen. Aber glauben Sie mir,
das wird nicht funktionieren. Sie sind auf dem Holzweg.
Ach ja?
Sie meinen, wir Entführungsopfer sind...
Ich bin dankbar, dass der Kidnapper unser Leben verschont und uns nichts
Ich bin ihm gegenüber hilflos. Sie könnten mich jederzeit töten, das weiß
Ja, so ist das, wenn man entführt wird.
Es stimmt, ich bin sehr froh, dass ich noch nicht tot bin.
Ja. Ich verstehe dich gut.
Aber sieh auch die andere Seite der Medaille.
Da ich dich entführt habe, fühle ich mich für dich verantwortlich. Mir liegt
nichts mehr am Herzen als dein Wohlbefinden.
Das ist doch absolut absurd.
Sibel?
Bleib bei ihr.
Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten?
Aus dem Kerl wurde ich einfach nicht schlau.
Und diese Sibel, welche Rolle spielte sie in der Sache?
Sie verhielt sich, als wäre sie mein Dienstmädchen.
Es war mir peinlich, mich von ihr waschen zu lassen.
Ich kam mir dabei wie ein kleines Kind vor.
Die Angst verschwand langsam, dafür machte sich ein Gefühl der Einsamkeit in
breit.
Ich war dem Kidnapper auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und konnte nur
abwarten, was das Schicksal noch für mich bereithielt.
Da kam mir ein rettender Gedanke. Ich musste Sibel auf meine Seite ziehen. Mit
ihrer Hilfe würde mir die Flucht sicher gelingen.
Willen Sie sich bitte umdrehen?
Warum tun Sie mir das an?
Nur die Zeit wird zeigen, ob ich wirklich ein Krimineller bin.
Halten Sie sich für einen Traummann?
Ich würde sagen, diese Bezeichnung trifft auf mich zu.
Glauben Sie, Traummänner haben es nötig, Frauen zu entführen?
Nein, sowas tun sie nur, wenn ihnen die Frau keine Wahl lässt.
Sie sind krank, geistig gestört. Sie gehören eindeutig in eine Anstalt. Dort
kann man Ihnen auch ganz sicher helfen. Ich bin nicht verrückt.
Ich bin ein Mann.
Der die Liebe sucht.
Ach, wirklich?
Was wissen Sie denn schon über die Liebe?
Sehr viel, das kannst du mir glauben.
Kim, dein Glück ist für mich das Allerwichtigste auf der Welt.
Ich kann nicht mehr ohne dich sein.
Blödsinn.
Sie scheinen ja ganz schön von sich eingenommen zu sein.
Aber unter Traummann verstehe ich was anderes.
Und ich finde, dass Sie das wissen sollten.
Es war ein anstrengender Tag.
Ich weiß, es war etwas viel für dich.
Du bist müde.
Danke. Ich hoffe, das ist alles nur ein Albtraum.
Du musst deine Fetteln als Federn betrachten.
Sie sind deine Flügel und ein Zeichen meiner Ehrenhaftigkeit.
Ich geleite dich auf dem Weg in ein wundervolles neues Leben.
Doc, Sie sind völlig verrückt.
Sie brauchen professionelle Hilfe, ist Ihnen das klar?
Ist das denn wirklich notwendig?
Habe ich heute nicht schon genug mitmachen müssen?
Wollen Sie, dass ich wach bleibe?
Ja.
Ja und nein.
Ja, das ist notwendig.
Ja, du hast heute schon genug mitgemacht. Deshalb liegst du auch im
Und nein, ich will nicht, dass du wach bleibst.
Und jetzt schlaf gut.
Anscheinend bin ich doch eingenickt, denn ich hatte einen äußerst seltsamen
Traum. Ich sah mich in meinem Lieblingskleid auf einem Laufsteg
Eine schwarze Maske verdeckte meine Augenpartie.
Plötzlich tauchte Dr.
Silk, ihre Sprechstundengehilfin Sophie, Mike, der ein Kollege meines Mannes
ist, und Alex, unser Nachbar, vor mir auf.
So etwas hatte ich noch nie erlebt.
Die Leidenschaft riss mich mit sich.
Diese Menschen schenkten mir genau die Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit, die ich
bei Richard in letzter Zeit vermisst hatte.
Ich wusste jetzt, dass ich ohne Liebe nicht leben konnte.
Träume sind Träume, sagt ein altes Sprichwort, denn nur die Realität zählt.
Deshalb nahm ich mir fest vor, mit Richard über sein nachlassendes
Einfühlungsvermögen zu sprechen.
Als ich den beiden Pärchen zusah, verspürte ich ein immer stärker
Kribbeln im Bauch.
Mike hatte recht.
Die Liebe war etwas Wunderschönes, das man feiern sollte.
Ich hatte bisher noch nie Zärtlichkeiten mit einer Frau ausgesauscht.
Dies war eine völlig neue Erfahrung für mich.
Die Gefühle waren so intensiv, als wäre es Realität und eine Frau.
Vielen Dank.
Guten Morgen, Kim.
Möchtest du eine Tasse Kaffee?
Was ist heute Nacht passiert?
Was meinst du mit dieser Frage?
Warum bin ich nicht angekettet?
Was ist aus den Fesseln geworden?
Ich habe dich losgebunden, sobald ich wach war.
So ist es doch viel bequemer für dich.
Du hast im Schlaf so glücklich ausgesehen.
Heißt das, Sie haben mich angestarrt?
Ja.
Und Ihre Hände, Doc, wo hatten Sie die?
Tja, das verrate ich nicht. Ich verstehe.
Sie wurden also zudringlich.
Kommen Sie, sagen Sie es mir.
Ich will wissen, ob Sie mich küssten.
Ja.
Sie sind ein widerliches Schwein.
Ich konnte mich nicht beherrschen. Du hast nur schön ausgesehen.
Sie meckern.
Sie haben ja keine
Ahnung, wie das ist, wenn man am Morgen aufwacht und feststellt, dass es kein
Traum war, sondern dass man wirklich eine Gefangene ist.
Sie halten mich gegen meinen Willen hier im Hautfest. Außerdem befummeln Sie
mich im Schlaf. Was sind Sie nur für ein Mensch?
Es tut mir leid. Ich mache das nie wieder.
Verzeihen Sie!
Nein!
Bitte, bitte nicht festbinden. Es tut mir so leid, wirklich.
Ich verspreche, ich werde das nie wieder tun.
Lasse sie!
Au!
Au!
Aufhören!
Wie scheißgeil, verdammt!
Ich hab dich gerettet.
Nein! Bitte nicht mehr schlagen!
Oh nein! Bitte nicht mehr! Au!
Bitte tun sie mir nicht weh! Nein!
Hören Sie auf, mich zu schlagen.
Bitte nicht mehr schlagen. Nein.
Nein, nicht. Bitte schlagen Sie mich nicht mehr.
Nein.
Nein, bitte.
Ich mache sowas nie wieder, das schwöre ich. Ich tue ab jetzt, was Sie wollen,
wenn Sie mir nur versprechen, dass Sie mich nicht mehr schlagen.
Bitte weinen.
Es ist nicht wahr. Ich habe dich nicht geküsst.
Denkst du, dass ich über schlafende Frauen herfalle?
So etwas würde ich nie machen.
Bitte, lassen Sie mich gehen.
Nein.
Ich möchte für meine Kinder da sein.
Bitte.
Du wirst ihnen nicht fehlen.
Ich bin ihre Mutter.
Keine Angst.
Sie werden bei uns wohnen.
Wollen Sie mir noch mehr Angst einjagen?
Wenn Sie mich freilassen, dann ersparen Sie sich Ärger und eine herbe
Enttäuschung.
Denn ich werde niemals etwas anderes als Verachtung und Hassgefühle für Sie
empfinden können.
Das muss Ihnen doch klar sein.
Bonjour, Monsieur. Bonjour, Madame.
Du weißt ja, dass das die wichtigste Mahlzeit des Tages ist.
Ich hoffe, dass du hungrig bist.
Das sieht köstlich aus.
Kim, nimm etwas zu dir. Das hebt deine Stimmung.
Das ist vielleicht deine letzte Mahlzeit für heute.
Ihr nettes Dienstmädchen weiß sogar, wie ich meinen Kaffee trinke.
Was hättest du jetzt gern?
Abgesehen von meiner Freiheit?
Ja.
Ich würde gern wissen, was Sie mit Ihren Opfern am zweiten Tag anstellen.
Zuerst, da demütige ich sie.
Dann folter ich sie.
Und dann bringe ich sie als Opfer da.
Wieso halten Sie mich hier fest? Wenn Sie kein Lösegeld wollen, was dann?
Du faszinierst mich.
Ja, offensichtlich.
Und das muss ich jetzt bösen.
Möchtest du ein paar Runden schwimmen?
Oder mit mir durch den Wald galoppieren?
Jetzt weiß ich es. Wir gehen auf den Tennisplatz. Du spielst gern Tennis.
Was ist das hier? Ein verfluchtes Sommercamp für Perverse?
Ich hab's.
Ein Picknick.
Ein Picknick hier im Park.
Er hatte während des gesamten Frühstücks kein Wort mehr gesagt.
Ich brachte keinen Bissen hinunter, aber das fing ihn nicht weiter zu stören. Im
Gegenteil, er genoss das Essen und beachtete mich nicht mehr.
Als er fertig war, wurde ich zu meinem Erstaunen von ihm und seinem
Dienstmädchen ausgezogen.
Dieser Mann war mir ein Rätsel.
Er konnte so liebenswürdig sein, aber ich hatte auch seine dunkle Seite
kennengelernt.
Ich hoffe, Sie nehmen jetzt endlich Vernunft an und lassen mich frei.
Packt das Kleid.
Es wird für mich gemacht.
Das wurde es.
Reden wir mal offen.
Sie sind jung und sehen gut aus.
Sie sind überaus intelligent.
Sie besitzen ein tolles Haus und haben wohl viel Geld.
Haben Sie schon mal versucht, eine Frau auf normalem Weg kennenzulernen?
Ich bewundere Raubritter. Sie pflegten ihre Frauen zu entführen.
Ja, das Sixerl hat es gut mit mir gemeint. Welche Frau kann schon von sich
sagen, dass sie einem Raubritter in die Hände gefallen ist?
Siehst du, Sibel, das ist es, was mir so an ihr gefällt. Sie sind in jeder
Situation für Humor.
Ich halte ihn für ziemlich klug.
Wie lange wird es dauern, bis er erkennt, dass die Entführung ein Fehler
Sie war kein Fehler.
Wieso nicht?
Weil er sie über alles liebt.
Ups, dann kann er nicht so klug sein, wie ich dachte.
Oh Mann, anscheinend muss der arme Kerl noch sehr viel lernen.
Vielleicht.
Kommen Sie, Doc.
Lassen Sie mich ein Telefongespräch machen.
Bitte.
Ich darf also mit niemandem Kontakt aufnehmen.
Nein, dafür ist es noch zu früh.
Ich möchte Sie gern etwas fragen.
Ist das Ihre erste Entführung?
Ach.
Sagen Sie die Wahrheit.
Ja.
Machen wir einen Deal.
Sie lassen mich sofort frei und ich sage vor Gericht zu Ihren Gunsten aus. Dann
bekommen Sie vielleicht nur zehn Jahre und werden nach fünf Wegen guter Führung
entlassen.
Ach. Das ist sehr nett von dir.
Aber ich komme nicht vor Gericht.
Das glaubt jeder.
Unterschätzen Sie die Polizei nicht.
Geben Sie auf, sonst verlieren Sie das alles hier.
Sie machen mir das Leben schwer.
Trotzdem will ich nicht, dass Sie leiden müssen.
Lassen Sie mich gehen.
Und wir verabreden uns.
Hält sich wohl für sehr naiv.
Halt, warte bitte.
Ich will keine Blumen im Haar tragen.
Was hast du gegen Blumen?
Die hier ist besonders schön.
Moment.
Die Farbe steht dir gut.
Nein, nein.
Sie bringt dein Haar zum Leuchten.
Was soll das?
Ich finde das nicht lustig. Ich schon. Ich nicht.
Wo bleibt dein Sinn für Humor?
Das hat nichts mit Humor zu tun. Finde ich schon.
Ich nicht.
Aber ich.
Den kenne ich doch.
Das ist derselbe Wein.
Ja, diesen Wein hat Richard bei unserem ersten Rendezvous bestellt. Ja, ich
weiß.
Ach, wirklich?
Was hast du für Probleme?
Mir hat ein verrückter Blumen ins Höschen gesteckt und das Kitzel wird wie
Juckpulver.
Das ist sicher der Blütenstaub. Versuch's mal damit.
Vielen Dank.
Ja, das hilft etwas.
Wenn das der Winter wüsste.
Ich verrate nichts.
Nur mit der Ruhe, ich bin's.
Ich wollte Ihnen nur nicht den Duft des Weins vorenthalten.
Und meinen.
Ich sehe schon, Sie stehlen gern Küsse. Ein Raubritter ist nichts gegen Sie.
Ich konnte nicht anders.
Er war so rührend um mein Wohl bemüht, dass mein Widerstand wie Eis in der
geschmolzen war.
Noch nie hatte es ein Mann geschafft, so viele widersprüchliche Gefühle in mir
zu wecken.
Bei Richard war immer alles klar und unkompliziert gewesen.
Ich dachte, alle Männer wären leicht zu durchschauen. Aber aus meinem Entführer
wurde ich einfach nicht klug. Und genau das machte ihn so interessant.
Was hast du?
Gar nichts.
Hast du Angst?
Das ist es nicht.
Bringst du mich ins Schlafzimmer, Doc?
Ich muss
zugeben, dass
ich sehr nervös war.
Während sich Doc auszog, stand ich wie angewurzelt vor ihm.
Wie hatte er es nur geschafft, mich so in seinen Bann zu ziehen?
Langsam zog er auch mich aus. Wir sprachen kein Wort.
Mein Herz klopfte vor Aufregung so laut, dass ich Angst hatte, er könnte es
hören. Ich spürte seinen heißen Atem in meinem Nacken.
Seine Nähe verwirrte mich.
Er bedrängte mich nicht, als würde er meine Unsicherheit fühlen.
Zärtlich glitten seine Hände über meinen Rücken.
Ein wohliger Schauer durchrieselte mich.
Ich konnte in seinen Augen so viel Liebe sehen, dass mir ganz warm ums Herz
wurde. Er war genau der Mann, von dem ich immer geträumt hatte.
Ich konnte seinem Charme nicht länger widerstehen und verliebte mich
in ihn.
Seine Hände erforschten meinen Körper.
Er ließ sich Zeit und dafür war ich ihm sehr dankbar. Erst jetzt wurde mir klar,
wie sehr ich mich danach gesehnt hatte, Zärtlichkeiten zu geben und zu
empfangen.
Noch nie in meinem Leben hatte ich so viel Lust empfunden.
Das verdankte ich nur ihm.
Er konzentrierte sich voll und ganz auf mich und meine Gefühle.
Seine Liebe umhüllte mich wie ein schützender Schleier.
Das war es, wonach ich mich immer gesehnt hatte.
Ich glaube, ich verliere den Verstand.
Oh.
Amen.
Ich konnte gar nicht genug von ihm und seinen Zärtlichkeiten bekommen.
Doc genoss sichtlich das Feuer, das er in mir entfacht hatte.
Die Welt versank um uns und wir vergaßen Zeit und Raum.
Wir hatten uns stundenlang geliebt und waren dann in einen erschöpften Schlaf
gefallen. Eng umschlungen lagen wir da und träumten voneinander.
Ich presste mich an ihn, da ich ihn mit jeder Faser meines Körpers fühlen
wollte. Mein Herz drohte vor Glück zu zerspringen.
Den Gedanken an die Trennung, die unweigerlich auf uns zukommen würde,
weit von mir.
Ich wollte nicht wahrhaben, dass man die Welt nicht aussperren kann.
Aber wie sollte ich ohne meinen Traummann, der mich entführt hatte,
Ich konnte nur hoffen, dass Doc eine Lösung gefunden hatte.
Ein neuer Tag brach an. Was würde er bringen?
Freude oder Leid?
Lachen oder Tränen?
Ich wusste nicht, was das Schicksal für mich bereithielt.
Aber ich hatte einen Zipfel vom Glück erhascht und wollte ihn nicht mehr
loslassen.
Doc?
Wo konnte er sein?
Mir wurde klar, dass ich so gut wie nichts von ihm und seinem Leben wusste.
Aber mein Vertrauen zu ihm war grenzenlos.
Er würde mich nie verletzen. So fiel es dann fest.
Ist das Frühstück für mich? Oui, Madame.
Vielen Dank. Es ist mir ein Vergnügen.
Wissen Sie, wo Monsieur hingegangen ist?
Monsieur ist in die Stadt gefahren, um etwas zu erledigen.
Der Kaffee ist wunderbar.
Merci, Madame.
Sagen Sie, seit wann kennen Sie... Monsieur?
Ja.
Als ich ihm über den Weg lief, war ich noch ein Kind.
Ich hatte kurz davor meine Eltern verloren.
Wirklich?
Wie schrecklich. Wie kam es dazu?
Die beiden hatten einen schlimmen Unfall.
Wurden sie in einem Heim untergebracht?
Nein, denn Monsieur hat wie ein Vater für mich gesorgt.
Ich würde wirklich alles für ihn tun, denn ohne ihn wäre ich sicher in der
gelandet.
Er ist ein sehr interessanter Mann.
Er ist... Sibel, ich... Ich weiß, dass Sie Monsieur sehr
gern haben und ihm treu ergeben sind.
Aber ich brauche Informationen über ihn.
Ich sage Ihnen gar nichts über ihn.
Bitte stellen Sie mir keine Fragen.
Überlassen Sie es ihm, ob er sein Geheimnis lüftet.
Sie müssen mir zu vertrauen.
Machen Sie keinen Fehler.
Ich muss jetzt gehen.
Sibel?
Sibel!
Armee der Französischen Republik.
Colonel Jean -Paul Doctan.
Geboren am 23.
September 1958.
Er ist also 43, vielleicht ein Bruder oder sowas.
Ein Diplom.
Pharmacie. Jean -Paul Doctan, 1972.
Das muss er sein.
Es sieht so süß aus.
Ich wusste ihn ja an.
Madame, wünschen Sie etwas?
Nein, ich brauche nichts, danke.
Wie Sie meinen, Madame.
Vielen Dank.
Ungeduldig hatte ich den ganzen Vormittag auf ihn gewartet.
Wo zum Teufel bist du gewesen?
Du kannst doch dein Entführungsopfer nicht vernachlässigen.
Ich hatte keine Wahl.
Also, wo warst du?
Hast du vielleicht eine andere Frau entführt? Muss ich eifersüchtig sein?
Ich finde es schön, wenn du dich so verhältst. Ja, ich weiß.
Ich bin heute knapp
dem Tod entronnen.
Was?
Ich erzähle dir, was war. Lass uns am See spazieren gehen.
Ja, ich bin froh, dass dir nichts passiert ist.
Hör mal, ich habe heute versucht, Sibel über dich auszufragen.
Sie hat nichts gesagt.
Ich hätte nie gedacht, dass Frauen so neugierig sind.
Du nimmst mich wieder nicht ernst.
Frauen wollen immer alles wissen.
Du wirst mir doch irgendwann verraten, wer du bist, oder?
Aber zuerst wirst du bestraft.
Ja, wenn du mich erwischst. Na, warte.
War das die Strafe?
Erzähl mir, was dir passiert ist.
Während ich in einem Laden war, kam plötzlich ein Mann mit einer Waffe rein.
Das hast du dir ausgedacht? Nein, du weißt, dass ich dich nie belügen würde.
Ich glaube dir. Die Verkäuferin verdankt dir ihr Leben.
Und die Waffe war wirklich geladen?
Der Mann feuerte dreimal in die Decke, bevor ich ihm das Ding entwinden konnte.
Ich bin jetzt sowas wie ein Großstadtheld. Sie wollen mir einen
Nicht zu fassen. Und natürlich weiß keiner, dass du ein Schwerverbrecher
Nein, stell dir vor, leider habe ich vergessen, das zu erwähnen. Aber du
mir die Polizei sicher noch über mich aufklären. Darauf kannst du wetten.
Ja? Du siehst, ich muss dafür sorgen, dass du mich nie verlässt.
Du bist also nicht nur ein Raubritter, sondern auch ein richtiger Held.
Es freut mich, wenn du das denkst.
Na gut, verrat mir, was du eigentlich in dem Juwelierladen wolltest.
Auf die Frage warte ich schon lange.
Hey, du machst mich neugierig.
Ich habe ein Geschenk für dich besorgt.
Wirklich? Lass es mich sehen.
Ist das echter Schmuck?
Ja.
Schwör's. Ich schwöre.
Du kannst mir doch nicht so etwas Wertvolles schenken. Ich tue es aber.
Das kann nur ein Traum sein.
Die sehen so echt aus. Wie kriegen die das hin?
Die sind wirklich echt. Darf ich sie dir umlegen?
Ja, das darf du.
Edler Ritter, ihr wisst, wie man sich eine Gefangene gefügig macht.
Auf diese Weise könnt ihr jede Frau, die ihr raubt, beeindrucken.
Wieso hast du das alles getan?
Du handelst wie ein Verbrecher, aber du bist keiner.
Was verbirgst du?
Heute Abend erfährst du es.
Und wenn du willst, darfst du danach gehen.
Wieso sagst du es mir nicht jetzt?
Nein, nicht jetzt. Ich will den Moment genießen.
Darf ich die Halskette behalten?
Ja.
Ich kann nicht bleiben, auch wenn ich es noch so sehr will.
Du liebst mich wirklich, ja?
Ja. Doch.
Ich meine, Jean -Paul, du hast es nicht nötig, teure Juwelen zu
verschenken. Du bist charmant.
Du kannst jede Frau beeindrucken, die du haben möchtest.
Weißt du das denn nicht?
Doch, natürlich weiß ich das.
Aber ich habe es gern, wenn ein Risiko dabei ist. Das macht das Leben
interessanter. Ja, das tut es.
Du bist der interessanteste Mann, den ich je getroffen habe.
Du bist dir ganz sicher, dass ich bleibe. Die Wellen der Leidenschaft
über mir zusammen.
Zwischen uns beiden herrschte ein Einverständnis, wie es nur bei
Seelenverwandten der Fall sein kann. Nein, antworte nicht.
Aber wenn ich gehen möchte, darf ich dann? Ja.
Bis zum nächsten Mal.
Ich liebe dich und ich will, dass es die ganze Welt erfährt.
Ich wusste, dass es ein besonderes Abendessen werden würde.
Deshalb verwendete ich sehr viel Zeit auf mein Äußeres.
Ich wollte unbedingt schön aussehen.
Ich bin nervös.
War das Glas wertvoll?
Das ist unwichtig.
In Ordnung, mein strahlender Held. Du hast mich entführt und du hast mein Herz
gestohlen. Was hast du noch mit mir vor?
Ich wünsche mir, dass du meine Frau wirst.
Tut mir leid, dieser Wunsch kann nicht in Erfüllung gehen.
Komm, setzen wir uns.
Ich war fest entschlossen, meine Ehe mit Richard zu retten.
Schließlich war auch er einmal mein Traummann gewesen.
Ich wollte Doc nicht verletzen und suchte nach den richtigen Worten.
Lass uns offen reden.
Wir haben keine Zukunft, da du von der Polizei gesucht wirst.
Du hast ein Verbrechen begangen. Wenn man dich erwischt, musst du zehn Jahre
Knast verbringen.
Nein.
Du solltest dir nicht um mich Sorgen machen, Kim, sondern um deinen Mann. Ich
weiß aus zuverlässiger Quelle, dass er heute in der Bank verhaftet wurde.
Wieso?
Richard ist in dunkle Geschäfte verwickelt.
Die Beweise sind hieb - und stichfest.
Er veruntreute Gelder der Bank. Bei der Revision flog der Betrug auf.
Es geht dabei um mehrere Millionen Dollar.
Er wollte seine Machenschaften vertuschen.
Aber dazu kam er nicht mehr. Alle Bürounterlagen wurden beschlagnahmt.
Tut mir leid, ich weiß, wie schlimm das für dich ist.
Ich habe es geahnt.
Er wurde mir immer fremder. Jetzt verstehe ich auch, warum er sich so
hat.
Seit ein paar Monaten ist es ziemlich schlimm. Unsere Probleme wurden immer
größer. Ich hätte ihm vielleicht aus dem Dilemma helfen können.
Leider hat er nie was erwähnt.
Er hat mir oft von dir erzählt.
Deshalb weiß ich auch so viel über dich.
Richard und ich, wir kennen uns bereits seit 20 Jahren.
Es war sein Wunsch, dass ich mich um dich kümmere.
Aber die Kinder, wissen sie das? Nein, sie haben keine Ahnung.
Dein Mann hat alle um Stillschweigen gebeten. Die Bank hat versprochen, dass
dem Skandal nichts an die Öffentlichkeit gelangt.
Ich bin froh, dass du mir reinen Wein eingeschenkt hast.
Danke.
Die Mitteilung war ein Schock für mich.
Ich fühlte mich, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Aber Docs Liebe gab mir die Kraft, mit dem schweren Schlag fertig zu werden.
Nein, Mom, du musst dir keine Sorgen machen. Es geht mir gut.
Ich hole die beiden morgen ab.
Ich freue mich auch drauf, ja.
Gib mir mal kurz Melanie.
Hallo, mein Schätzchen.
Ja, Mami kommt morgen ganz früh zu euch.
Nein, mein Liebling, Daddy hat keine Zeit, um mitzufahren. Schon gut, ich
dir das morgen erklären.
Oh, Mami würde euch doch nie im Stich lassen, mein Schatz.
Schlaf auch gut. Ich hab dich sehr lieb.
Bis morgen.
Es gibt für mich nichts Wichtigeres, als deine Wünsche zu erfüllen.
Aber ich kenne noch jemanden, dem du sehr viel bedeutest.
Das wird dich vielleicht überraschen.
Es ist Sibel.
Sie sah in dem eleganten Abendkleid hinreißend aus.
Ich hätte sie fast nicht erkannt.
Ihre Haut duftete betörend.
Es war unmöglich, ihr zu widerstehen.
Ich wollte sie berühren und sie mit Zärtlichkeiten überschütten.
Unsere Lippen trafen sich zu einem ersten Kuss.
Fühlt sich das gut an?
Ja.
die jetzt kommen.
Ich hatte noch nie Zärtlichkeiten mit einer Frau ausgetauscht. Es war eine
völlig neue Erfahrung für mich.
Sibel löste in mir Empfindungen aus, die unbeschreiblich schön waren.
Und Docs Gegenwart intensivierte meine Gefühle noch.
Untertitelung des ZDF, 2020
passiert. Wieso war ich nicht mehr in Docs wunderschönem Badezimmer?
Langsam dämmerte mir, dass alles nur ein Traum gewesen war.
Ja, hallo?
Hallo, Richard.
Nein, ich war noch nicht beim Einkaufen.
Sag mal, Schatz, ist in der Bank alles in Ordnung?
Klar, was soll's denn sein?
Okay, das Abendessen wird pünktlich fertig sein.
Ja, gut, bitte dann.
Die Realität hatte mich wieder.
Richard wollte heute Abend mit Geschäftsfreunden kommen und ich hatte
nichts vorbereitet.
Der Einkauf war schnell erledigt.
Ich habe mit den Jahren eine gewisse Routine als Gastgeberin erlangt und kann
kürzester Zeit ein herrliches Abendessen auf den Tisch zaubern.
Vielleicht war es Sentimentalität.
Auf jeden Fall hatte ich mich dazu entschlossen, das Gericht aufzutischen,
Sibel in meinem Traum gekocht hatte.
Immer wieder kehrte ich in Gedanken zu dem Traum zurück, der mir so real
erschienen war. Der Auslöser musste der Zeitungsartikel über den Serienmörder
gewesen sein.
Ich bin so glücklich gewesen.
Liebe konnte so wunderschön sein.
Die Erinnerung an den Traum trieb mir die Tränen in die Augen.
Immer wieder sagte ich mir, dass ich mich nicht so gehen lassen darf.
Dass ich mich zusammenreißen muss.
Die Bilder ließen mich nicht mehr los. Es war wie verhext.
Jede Frau sehnt sich nach Liebe und Zärtlichkeit.
Da bin ich keine Ausnahme.
Der Traum hatte mir eine heile Welt vorgegaukelt, wie sie für mich nicht
existierte. Aber vielleicht gab es eine Möglichkeit, das zu ändern.
Voller Sehnsucht dachte ich an die ersten Jahre unserer Ehe zurück.
Richard war damals genauso liebevoll wie Doc gewesen.
Was wollte mir mein Unterbewusstsein durch den Traum sagen?
Ohne Liebe kann ich nicht leben.
Ich musste Richard dazu bringen, mehr auf meine Bedürfnisse einzugehen.
Ich wollte keine Kompromisse mehr zulassen.
Die seltsamsten Ideen schossen mir durch den Kopf.
Zum Beispiel, dass Richard seinen anstrengenden Job aufgeben könnte. Was
bedeutet schon Geld? Ich wollte wieder lachen und fröhlich sein.
Ich musste mein Leben wieder in den Griff bekommen. Meine Kinder sollten
in einer gereizten Atmosphäre aufwachsen.
Es gibt für einen Mann viele Wege, seiner Frau zu
zeigen, dass er sie liebt.
Ach ja, die Halskette.
Sibel hatte sie sehr bewundert.
Sie meinte, meine Augen würden mit den Diamanten um die Wette funkeln.
Sie und Doc hatten mir im Traum so viel Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt.
Richard und ich hatten jahrelang eine sehr glückliche Ehe geführt.
Es musste doch möglich sein, die alten Gefühle wieder zu wecken.
Hallo Schatz, wir sind da.
Hallo. Also ich muss sagen, das riecht ja fantastisch. Was hast du gekocht? Das
ist ein neues Rezept, das ich geträumt habe.
Darf ich vorstellen?
Run Room.
Es hält mir ein Vergnügen.
Und mein neuer Mitarbeiter, Dr.
Chill.
Sieht lecker aus. Ich glaube, sie meinen Augen nicht vertrauen.
Mein Traummann stand vor mir.
Wer weiß, vielleicht konnte Richard von ihm lernen, wie man mit Frauen umgeht.
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