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Der Unterschied zwischen dir und Harry ist... Ach was, es gibt keinen Unterschied.
Warum ist das so mit uns?
- Wir haben den falschen Weg genommen. - Heißt nicht, dass wir ihn nicht wiederfinden.
28 aus 50.
- Damit habe ich ja wohl kaum bestanden. - Es kommt nicht auf die Zahl an.
Ist der hohe Punktabzug wegen der äußeren Form?
Ich kann nichts für, dass die Ziege Hunger hatte. Und ich hab's nur einen Tag später...
Regen Sie sich nicht auf! Bitte! Es ist keine schlechte Note.
- Nicht? - Sie waren Klassenbeste.
- Gordon hilft mir, meinen Horizont zu erweitern. - Gordon, nicht mehr Mr. Vidmar?
Es ist mir egal, wieviele Abschlüsse er hat, er ist immer noch ein Mann.
Fällt es dir so schwer zu glauben, dass man sich für meine Intelligenz interessiert?
Als Beute wurde das nicht gerissen, mehr so aus Spaß.
War vielleicht ein Fuchs oder ein Wildhund. Schwer zu sagen.
Es ist eins von den tragenden Schafen. Die anderen müssen hier weg.
Ja.
Bei euch auch, was?
Wir haben 6 verloren, in drei Nächten. Gestern Nacht war nichts.
- Wir dachten, er ist weitergezogen. - Denkst du, es ist derselbe Fuchs?
Schon möglich. Wir dürfen Köder auslegen. Möchtet ihr das auch so machen?
- Was denkst du? - Es ist wirkungsvoll.
Man vergräbt die Köder, so dass nur der Fuchs sie wittert.
Aber mein Antrag für den Biobetrieb läuft grad. Gift in der Erde ist da nicht sehr hilfreich.
- Was wollt ihr dann tun? - Die tragenden Schafe einpferchen.
Die Alpakas können die Herde auf der Bengal Weide bewachen...
- ... und wir wechseln uns mit den Anderen ab. - Das löst nicht das Problem, Tess.
Vielleicht ja doch. Und wenn nicht, dann...
Wir beide können gut schießen.
Meine Schwester hat mich noch nie auf Drover's besucht.
Sie hat wahrscheinlich nie Zeit gehabt. Sie ist ein großer Star.
Sie ist eine Backgroundsängerin. Sie steht hinter den Stars.
Trotzdem, sie hat mit Jimmy Barnes gesungen. Das ist was Besonderes.
Bei 'ner Barry Manilow Gedächtnisband war sie auch. Was ist das für dich?
- Mann, die vier Jahre sieht man ihr aber an. - Ach, Terry, hör jetzt auf!
Hallo!
Celia!
- Ist das schön, dich zu sehen! - Oh, du hast mir ja so sehr gefehlt!
- Ach ja? Mal eine Karte zu Weihnachten. - Und die vielen Postkarten?
- Hey, du hast 'ne neue Frisur! - Ja, ja, genau! Du aber auch.
Es sieht so praktisch aus.
- Kennst du noch Terry? - Wer könnte ihn vergessen!
- Hallo schöner Mann! - Schön, dich zu sehen, Celia.
- Sind das alles deine? - Ich reise diesmal mit leichtem Gepäck.
Mein Gott, Meg!
Ich spendiere dir 'ne Generalüberholung.
Ich weiß, die brauchen Sänger für die Tour, Robert.
Bin ich in der engeren Wahl oder nicht? Robert? Hallo?
Verdammt!
- Die Verbindung ist weg. - Handys haben hier keinen guten Empfang.
- Gibt's denn ein Telefon im Haus? - Und fließend Wasser und Radio.
Na, dann ruf ich meinen Agenten von da an.
- Hast du ein Engagement verpasst? - Nein, lass uns nicht darüber reden.
Ich bin hier, um eine schöne Zeit zu haben mit meiner entzückenden Schwester.
So, da wären wir.
- Oh, das riecht so anders hier. - Ja, das liegt wohl an der frischen Luft.
Oh, wie kuschelig!
- Tante Celia! - Jodi!
Oh, Jodi!
Das letzte Mal, als ich dich umarmt habe, warst du noch ein Teenager mit Zahnspange.
Du siehst fantastisch aus, Jodi.
- Sieh dich an! Was machst du denn hier? - Ach, Schafe hüten, drenchen, Zäune flicken...
Du solltest in der Stadt sein und alle Welt begeistern.
Wirklich sehr kuschelig. Ich hatte größere Garderoben als das hier.
- Und ich geschmackvollere Geschirrtücher... - Da ist es! Hier!
Hab in Hongkong mit denen gesungen und alle unterschreiben lassen.
- Ich wollte es dir zu Weihnachten schicken. - Oh, danke, Tante Celia.
- Sie hat keine Ahnung, wer die sind. - Macht nichts.
Wir Mädels waren sowieso das Beste an der Show.
Zieh's nachher an. Verkleidest du dich noch so gern?
- Natürlich. Ich muss aber die Kühe melken. - Lass dich nicht davon abhalten.
Also, was steht heute Abend an? Die Club-Szene ist wohl weit entfernt.
- Ich dachte, du hättest gern einen ruhigen... - Sag jetzt nicht „ruhigen Abend“!
- Den hatte ich zuletzt bei meiner Blinddarm-OP. - Ich habe eine Arbeitsgruppe heute hier.
- Entschuldige. - Es ist nie zu spät, sich weiterzubilden.
Oder ist das nur ein Vorwand?
Ich weiß, ihr werft alle eure Zimmerschlüssel auf den Tisch, stimmt's?
Nicht nötig, Terry hat schon meine Schlüssel.
Mom!
Ach, ja, dann sind es nur wir beide, Kleines.
Roy! Wo warst du denn, Junge?
Komm her!
Komm!
Was ist in den bloß gefahren?
Ich mixe meinen Spezialcocktail, Megsy. Wie lange dauert das mit dem Buchclub?
- Es ist eine Lerngruppe. - Die hocken 2 Stunden zusammen. Minimum.
Wieso kann ich nicht dabei sein? Ich hab auch schon Bücher gelesen.
Ganz dicke Wälzer. Die kauf ich mir immer auf den Flughäfen.
Wir nehmen die Bronte Geschwister durch, Charlotte, Emily und Anne.
Hast du von denen was gelesen?
Ich hab von den Geschwistern Collins gelesen, Jackie, Joan und...
- ... Jackie? - Ich denke nicht.
Und wenn ich die Arbeitsgruppe absage, könnten wir uns erst in einem Monat treffen.
Tut mir Leid.
Genau deswegen bin ich hergekommen. Dieses Land-Feeling, der Duft, der Anblick!
- Schade, dass Meg so beschäftigt ist. - Ihr ist dieses Studium sehr wichtig.
Das literarische Rätsel der jüngsten Bronte ist die verschwommene Grenze zwischen...
... handwerklicher Meisterschaft und ihrem unverfälschten Genie.
Somit erhielten wir das klassische Werk aus der Feder einer Frau in den Zwanzigern.
- Jetzt die Früchte rein, Jodi. - Ja.
- Sehr gut. - Hey, machst du Tess auch einen?
Nein, die passt heute auf Charlotte auf. Die babysittende Tante.
Celia, singst du uns was vor?
Vielleicht morgen Abend. In Terrys Etablissement.
- Du meinst den Truck Stop. - Und Veranstaltungsort.
Genau. Nicht für mich.
Stevie, sieh dich vor, die sind gut, aber haben's in sich.
Ich denke, es ist erfolgreich auf allen Ebenen. Als ein Sittenbild des 19. Jahrhunderts...
... eingepackt in eine bahnbrechende Erzählung über ein Leben, das aus den Fugen gerät.
Hi! Ich dachte, dass Sie jetzt einen Drink brauchen können.
Wir haben schon zu Abend gegessen und die Sitzung ist noch im Gange.
Gut, ich mach mit. Es geht um die Brontes, nicht wahr?
- Den Film hab ich bestimmt gesehen. - Celia, das halte ich nicht...
Ich glaube, dass wir jetzt Schluss machen sollten.
Danke, Meg. Sie haben uns reichlich Stoff zum Nachdenken gegeben.
Wer sagt's denn? Machen wir den Kopf frei für andere Dinge.
- Wer möchte einen Cocktail? - Oh, sehr gern. Ich, bitte.
Danke...
Ich hab zu lange gequasselt.
Wäre Celia nicht gekommen, hätten Sie mich unterbrochen.
Ganz und gar nicht. Es war eine klare, präzise Kritik.
Das bringt mich auf das hier.
- Was ist das? - Ein Jobangebot.
Ein Freund sucht jemanden für Recherchen zu seinem neuen Buch.
Ich hab sofort an Sie gedacht.
- Ehrlich? - Sie müssten allerdings nach Melbourne ziehen.
Ich besorge Ihnen einen Teilzeitjob als Privatlehrerin.
Das geht nicht, Gordon. Ich meine, es klingt wundervoll.
- Aber Melbourne... - Tun Sie mir einen Gefallen:
Denken Sie darüber nach.
Komm schon, Megsy, hier sind noch ein paar Cocktails drin.
Ich wäre wohl auf der Schule geblieben, bei solchen Lehrern wie Ihnen.
- Bereit für den nächsten Cocktail? - Gordon hat noch eine lange Heimfahrt.
- Wie schade! - Ja. Also, ich melde mich dann.
Ist der süß.
Er ist schwul.
Unglaublich, du machst immer noch „Celia Fandangos“.
- Die sind köstlich, Mom. - Die sind tödlich.
Okay, ich geh jetzt schlafen.
Ja, ich auch. Terry, soll ich morgen Abend im Truck Stop bedienen?
Nein, das musst du nicht. Genieß Celias Auftritt.
- Das ist schön. Gute Nacht! - Kein Durchhaltevermögen!
Wir haben früher Dutzende davon runtergeschüttet.
- Einige von uns müssen morgen arbeiten. - Bleibst du vielleicht mal fünf Minuten sitzen?
Schon merkwürdig, was so ein paar Gene ausmachen.
Ihr seid Schwestern, zusammen aufgewachsen und habt trotzdem nichts gemein.
Das ist nicht wahr.
Als wir die „River-Sisters“ waren, konnte man uns nicht auseinanderhalten.
Was, Meg ist mit dir zusammen aufgetreten? Davon weiß ich nichts.
Ja, wir wollten die nächsten „Pointer-Sisters“ werden.
- Das ist 'ne Ewigkeit her. Wir waren Teenager. - Wir waren ein Double Act.
Und zwar ein ziemlich guter. Wir waren richtig erfolgreich.
Und dann hat sie diesen Kevin geheiratet.
- Fängt als River an... - ... und endet als Fountain.
Also musste ich es allein schaffen.
Während ich den einfachen Weg wählte und Jodi allein aufzog und ganztags arbeitete.
Du bist genauso ehrgeizig wie ich gewesen. Aber eben nicht so hart im Nehmen.
Mir hat Gordon heute ein sehr interessantes Angebot gemacht.
Ich glaube, so interessant kann es nicht sein.
Ich geh mal schlafen. Wir sehen uns morgen früh.
Ich komme auch gleich nach, Schatz.
Hast du dich nie irgendwo niederlassen wollen?
Ach, dazu war ein paar Mal die Gelegenheit.
Aber ich bin zu gern unterwegs und wenn die Leute dir zujubeln...
Ich war nie gern unterwegs. Nicht, nachdem ich Meg getroffen hab.
Wenn man den richtigen Partner hat, will man doch Wurzeln schlagen.
Man kann beschließen, so ein Leben aufzugeben und...
... manchmal gibt einen auch das Leben auf.
Dann denkst du drüber nach? Ein Karrierewechsel?
Vor drei Monaten hatte ich meinen letzten Gig. Und es kommt auch nichts.
Bestimmt nur 'ne kleine Durststrecke.
Bald werden die Angebote wieder fließen und, na ja, dann läuft es wieder.
Im Musikbiz stehen wir auf einem Fließband und wenn man älter wird, fällt man hinten runter.
- Ja, und was ist mit Mick Jagger? - Was?
Abgesehen mal von Mick Jagger, gilt das für den Rest von uns.
- Ja. - Ach was...
Jetzt mach dir um mich keine Sorgen.
- Ach, erzähl Meg nichts davon, ja? - Nein, das mach ich nicht.
- Na los, ich bring dich nach Hause. - Ja, gut.
Und was machst du in der Zeit, während Meg so viel lernt?
- Ich versuch, ihr nicht im Weg zu sein. - Ist für dich bestimmt nicht so lustig.
- Was war das? - Ein Wildhund.
Der wird die Schafe reißen. Ich dachte, es wären Füchse.
- Du meinst so wie Dingos? - Nein! Nein, nicht in dieser Gegend.
Wahrscheinlich ein Hund, der verwildert ist. Ich hol mein Gewehr.
Terry, nein! Lass mich hier bloß nicht allein.
Nein, ist gut.
Ist das...
- Wieso hast du mich nicht geweckt? - Ich dachte, du willst ausschlafen.
- Du warst ja so spät im Bett. - Ja, wegen dem verdammten Hund.
Warum auch immer.
- Tut mir Leid wegen gestern Abend, Schatz. - Schon okay.
Du bist nicht eifersüchtig?
Willst du nicht arbeiten gehen?
Okay. Wir sehen uns dann heute Abend.
Im Truck Stop.
- Ich möchte Gordon Vidmar einladen. - Warum denn?
Ihm gefällt es vielleicht.
- Und... - Und?
Und, und ich will etwas mit dir besprechen.
Scheint was Ernstes zu sein.
Nein. Nein, es ist nichts.
Geh schon. Geh arbeiten.
War klar, dass es Zeitverschwendung ist.
Tess hat ein Recht darauf, schließlich stellt sie den Betrieb auf Bio um.
Verdammt, sieh mal!
Früher wollte sie kein Gift einsetzen, weil es qualvoll für die Tiere ist.
- Stur aus den verkehrten Gründen. - Na ja, jetzt ist sie's aus den richtigen.
Das ist ein Fortschritt.
Noch warm.
- Der Fuchs kann noch nicht weit sein. - Wir sollten hier mit den Ködern anfangen.
Ja, vielleicht kommt er zurück. Wer weiß.
- Willst du was trinken? - Ja, gern.
Was ist denn das?
- Ein Tagebuch. - Sag nur, Harry schreibt schon seine Memoiren.
Sandra Kinsella-Ryan.
Sie hat einen Doppelnamen.
- Das gehört ihr. - Sandras?
Mach keine Witze...
Vielleicht sollten wir es mal lesen.
- Ist privat. - Komm schon, Nick.
- Vielleicht steht drin was über mich, über uns. - Na und?
Dann betrifft es uns.
Moment mal, das ist doch Roy, oder?
Vielleicht haben wir es ja doch nicht mit einem Fuchs zu tun.
- Roy reißt keine Tiere, niemals. - Wir haben ihn beide gesehen. Ohne Zweifel.
Was nicht heißt, dass er es war. Wir suchen einen Fuchs, keinen Arbeitshund.
Arbeitshunde können auch verwildern, Tess.
- Nicht Roy. - Und wo ist er jetzt?
- An der Arbeit, wo sonst? - War Roy mit euch heute Morgen zusammen?
Nein.
Auch wenn ihr Roy gesehen habt, er ist kein Wilderer.
Und bevor er nicht da ist, legt ihr keine Köder aus.
Tut mir Leid, Tess. Ob Fuchs oder Hund, wir können uns keine toten Schafe mehr leisten.
Nick...
Hör mal, Tess, Roy benimmt sich zurzeit komisch.
Er kommt nicht, wenn man ihn ruft und ist nie da.
Möglich wär's.
Wir müssen ihn finden.
Bevor es jemand Anderes tut.
Roy!
Roy!
- Hallo! Was gibt's zum Frühstück? - Frühstück war um sechs. Das ist Mittagessen.
Ich war schon ewig nicht mehr so früh auf. Ich bin voller Energie.
- Ist noch Kaffee da? - Ja.
Der Kocher steht da, der Kaffee darüber, Milch ist im Kühlschrank.
Du kennst dich in Küchendingen aus.
Du bist doch nicht sauer auf mich, oder? Wegen letzter Nacht mit Terry.
Nein.
Weißt du, vor zwanzig Jahren hättest du mit uns einen draufgemacht.
Ich hab ein Jobangebot in Melbourne.
Als was denn?
Recherchieren für einen Autor. Und privat unterrichten.
Melbourne ist kalt.
Die Gold Coast ist viel amüsanter. Die Auftritte im Casino waren spaßig.
- Was hat das damit zu tun? - Nichts, ich mein, wenn du schon umziehst...
... dann nach Norden.
- Hörst du mir eigentlich zu? - Na bitte, geh nach Melbourne.
Also, ich sehe Terry nicht in Melbourne, du etwa?
Und da ist noch Jodi.
Als ich in Jodis Alter war, da bin ich schon auf Tour gegangen.
- Es geht nicht um dich, Celia. - Ich weiß. Ich will damit ja nur sagen, dass...
Weißt du, du bist hier so fest verwurzelt. Vielleicht ist das deine Bestimmung.
Ach, so ist das.
Du bist die Schwester im Showbiz, und ich die mit Kuhmist an den Schuhen.
- Aber so meine ich... Siehst du so dein Leben? - Nein, du siehst es so.
- Was? - Du musst immer im Mittelpunkt stehen.
- Das ist nicht wahr! - Das machst du schon ewig.
- Gestern angelst du dir meine Lerngruppe... - Ich hab nur Getränke serviert, sonst nichts.
Du machst dir ständig was vor!
- Wenigstens hab ich etwas erlebt! - Und ich nicht?
- Ich hätte nicht herkommen sollen. - Warum bist du's?
Wahrscheinlich wegen derselben Streitereien, die wir schon seit 20 Jahren führen.
Ich gehe spazieren.
- Was machst du wieder hier? - Ich hab ein paar CDs für Celia zum Anhören.
- Für ihren Auftritt heute Abend. - Ja, sie muss immer groß auftreten, huh?
- Hat ja nicht lange gedauert. - Was?
Mit euch zweien. Ihr kriegt immer Streit.
Sie bemüht sich nicht, die Verbindung aufrecht zu halten.
Wenn ich wegginge, glaub mir, würde ich die Verbindung halten.
Aufmerksamkeit, das ist alles, was sie will.
Deswegen ist sie nicht hier. Sie ist hier, weil sie Unterstützung braucht.
- Wie meinst du das? - Sie glaubt, ihre Karriere ist zu Ende.
Sie sucht nur eine Schulter zum Ausweinen, mehr nicht.
Was ist los?
- Sie wollte ein wenig spazieren gehen. - Wie lange ist das her?
- Keine Ahnung, ein paar Stunden. - Du hast sie allein gehen lassen?
- Sie war sauer. Und ich auch. - Sie ist doch deine Schwester.
Na toll, ich hab sie auf 12.000 Hektar ausgesetzt.
Tut mir Leid, dass ich euch mit reinziehe.
Jodi und ich haben überall gesucht, sie ist nirgendwo im Umkreis des Hauses.
Weißt du in welche Richtung sie gegangen ist, Meg?
- Nein. - War sie schon mal hier?
- Nein. - Kennt sie sich ein wenig auf dem Land aus?
- Nein, und sie hat keinen Orientierungssinn. - Sie kann nicht weit sein.
Wir sollten ein paar Pferde von dir nehmen. Vielleicht finden wir dabei auch gleich Roy.
- Ich finde, wir reiten am besten paarweise. - Na los.
Wenn du mich fragst, von mir aus kann Celia allein nach Hause finden.
- Du solltest eben nicht mit Rockstars trinken. - Sie ist Backgroundsängerin.
Sie ist alt genug, um es besser zu wissen.
Sie ist es aber nicht, die einen Kater hat.
Sag mal, Stevie...
- Was würdest du in ein Tagebuch schreiben? - Ich führe kein Tagebuch.
- Aber wenn doch. - Weiß ich nicht.
Keine Sorge, Mom, wir finden sie.
Meinst du, dass Tante Celia und ich uns irgendwie ähnlich sind?
Eigentlich nicht. Sie ist im Musikgeschäft und du bist... nur Mutter.
- Du findest mich langweilig? - Hab ich nicht gesagt.
- Sie ist einfach nur viel... - ... aufregender.
Du bist eine Frau.
Was schreiben Frauen in ihr Tagebuch?
Wahrscheinlich was über ihr Liebesleben.
Mit wem sie geschlafen haben, wie gut er war...
Verstehe.
Also, nur mal theoretisch: Wenn du ein Tagebuch findest...
- ... würdest du es lesen? - Nein.
Das ist Privatsache. Das respektiert man.
- Und wenn du denjenigen kennst, so wie Tess? - Die ist doch sowieso ein offenes Buch.
- Und wenn's von Jodi wär? - Ach, ich hab Besseres zu tun.
Was, wenn ich Sandras Tagebuch gefunden hätte?
- Was steht drin? - Hab's nicht gelesen.
- Wieso nicht? - Kein Interesse.
- Hat Tante Celia nicht ein Handy? - Ja.
- Meinst du, sie hat es dabei? - Was soll ihr das nützen?
Hier hat sie sowieso keinen Empfang. Wo willst du hin?
- Nicks Telefon holen. - Jodi!
- Was sagt sie? - Sie sagt, vor sich sieht sie Gras und Bäume.
Ach komm, Celia, da muss doch irgendwas Auffälliges sein.
Wenn du sie fragst, welche Bäume das sind, wissen wir, wo sie ist.
Sie kann Gummibäume nicht von Löwenzahn unterscheiden.
Gut, sie soll die Sonne ansehen, nach rechts gucken und sagen, was sie sieht.
Okay.
Sonne ansehen, nach rechts gucken, was siehst du?
Sonne ansehen, nach rechts gucken...
... was sehe ich?
Das kann die Nordkoppel sein.
Ja, aber ich glaube nicht, dass da 'ne Rolle Zaundraht liegt.
Sag ihr, sie soll dasselbe nach links machen.
Guck nach links, was siehst du?
Einen knubbeligen Hügel.
Davon gibt's ungefähr 200 in der Gegend. Vielleicht ist sie in Little Regret?
- Ja, oder die Thompsons Weide. - Oder Jacks Folly.
- Wir splitten uns auf. Ich geb Alex Bescheid. - Sag, sie soll beim knubbeligen Hügel warten.
- Vielleicht sieht sie uns kommen. - Okay.
Spitze! Sie wandert hier ohne Wasser herum.
Sie kann überall sein. Jetzt sind wir so schlau wie vorher.
- Warte hier, ich reite wieder zu Nick. - Wieso?
Falls sie im Kreis herumirrt, was gut der Fall sein kann.
- Verdammte Scheiße! - Das kann man wohl sagen.
Hast du einen Moment Zeit?
Ja, es war deine Schuld. Du hättest da warten sollen, wo du warst.
Ich bin den Hügel raufgeklettert, hab mich hingesetzt...
... dann hab ich die Farmhäuser gesehen und bin losgerannt.
- Es tut mir Leid. - Du denkst einfach nicht nach.
Aber normalerweise macht sich niemand Sorgen um mich.
Ich bin allein im Geschäft.
Ich bin auch sonst allein für mich.
Du hast so ein großes Glück.
Es wär so schön gewesen, eine Tochter zu haben.
Du wolltest doch nie Kinder.
Na ja, es wäre schön, jetzt eins zu haben.
- Eins wie Jodi. - Die kommen nicht erwachsen zur Welt.
Ich hab nie die Zeit dafür gefunden.
Ich war ja rund um die Uhr unterwegs.
Weißt du, ich fürchte, mein Leben war ein Fehler.
Ich denke, du hast es richtig gemacht, dich für Familie und Heim zu entscheiden.
Das ist doch nur eine Möglichkeit.
Du warst die Mutige, weißt du noch?
Ich war zu ängstlich, um auch nur einmal zu riskieren, was du dauernd tust.
Ich hab nichts aus meinem Leben gemacht, Megsy.
Das ist Quatsch. Du tust das, was du liebst.
Nein.
Das stimmt nicht.
- Ich bin weg vom Fenster. - Aber du sagst doch...
Nein. Nein, nein!
Weißt du, niemand hat mir gesagt, dass ich mal alt werde.
Gerade bist du noch 20, im nächsten Moment fast 40 und landest auf dem Abstellgleis.
Du hast Talent...
... und du hast die Welt gesehen. Und du besitzt eine wundervolle Gabe.
- Du gibst den Menschen ein gutes Gefühl. - Denkst du das wirklich?
Das hab ich gesehen.
Tja...
... selbst alles Gute hat mal ein Ende.
Nein, es wird Zeit, dass ich sesshaft werde.
Ich komm hierher und arbeite für euch.
Danke, dass Sie alle gekommen sind.
Heute Abend begrüßt der Truck Stop seinen ersten großen Star.
Ohne weitere Vorreden präsentiere ich heute zum ersten und zum letzen Mal: Celia Rivers!
Du musstest heute Abend nicht mitkommen.
Dein Problem ist mein Problem. Die Geschichte meines Lebens, was?
- Aber du versäumst den großen Auftritt. - Ich werd's überleben.
Du glaubst doch nicht wirklich, dass es Roy ist, oder?
Jodi sagt, dass er sich merkwürdig verhält.
Aber jeder verhält sich mal merkwürdig.
Auch Hunde. Dafür gibt es Gründe.
Und welche?
Eifersucht.
Unnachgiebiger Stolz, zu viel Testosteron.
Vielleicht hat man ihn dazu getrieben.
Ja, vielleicht.
- Du kannst nicht widerstehen. - Ich will sehen, ob's irgendwer gern lesen will.
- Was ist das denn? - Sandras Tagebuch.
Ach, wirklich?
Was, was ist denn los?
Darum führt man doch Tagebuch, damit Leute es heimlich lesen.
- Warum schreibt man es sonst auf? - Nicht jeder ist so wie du, Jodi.
Sandra ist kein Typ, der Tagebuch führt.
- Jodi, es gehört Sandra, glaub mir. - Vielleicht ist das ein Test.
Vielleicht hat sie es liegen lassen, damit ihr es findet.
Das würde zu ihr passen.
Gordon, hallo!
Oh, du frierst ja. Komm, zieh das an.
- Nein, zieh du's an. - Nein, komm schon, nimm du es. Dir ist kalt.
- Hier. - Danke.
So.
So geht's.
Was war das?
Er ist hier.
Roy! Verschwinde!
Nick, noch nicht!
Roy? Roy!
Komm her, ich bin's. Roy!
Wahrscheinlich wissen Sie es nicht, aber als ich damals anfing, war ich nicht allein.
Meine Schwester Meg...
Sie war die andere Hälfte der River-Sisters.
Und wenn wir sie ermuntern, kommt sie sicher gern rauf und singt ein kleines Duett mit mir.
Komm hoch, komm hoch!
Das willst du nicht wissen.
Super!
War es Roy?
Schon möglich.
Ich hatte ihn im Visier.
Er ist zwischen den Bäumen verschwunden.
Also hättest du ihn abknallen können.
Und wär's Roy gewesen, würdest du nie mehr mit mir reden.
Du bist überhaupt nicht wie Harry.
Ja, findest du?
Ja. Ich denk, du kriegst keine Glatze wie er.
Also, dann werden wir warten.
So lange wie nötig.
Das vertreibt den Kater.
- Das wird nicht funktionieren. - Was?
Mich weich klopfen, damit ich sage, was drin steht.
Bitte, Stevie, würde ich so etwas tun?
Natürlich.
Aber wenn du es wirklich wissen willst...
- Ja? - Es war kodiert.
- Was? - Also, mehr sag ich nicht.
Sie wissen es erst, wenn Sie ihn fragen.
- Warum haben Sie's ihm nicht gesagt? - Ich glaube nicht, dass er mitkommt.
Das wissen Sie erst, wenn Sie ihn gefragt haben.
Aber selbst wenn Terry nicht mitkommen will, es ist doch nur für ein Jahr.
- Ich dachte, Sie nutzen das Studium zu etwas. - Ja doch! Ich meine, ja, das will ich.
So ein Job bietet sich nicht alle Tage. Wenn überhaupt.
Das ist Ihre Chance, Meg. Lassen Sie die sich nicht entgehen.
Hören Sie, ich weiß, dass Sie ihn lieben.
Aber das darf für Sie kein Hindernis werden.
- Was soll das? - Mach dir deswegen keine Sorgen.
Wahrscheinlich will er sie überreden, den doofen Job in Melbourne anzunehmen.
Welchen Job?
Das macht nichts.
Nein. Selbstverständlich wird es mit der Zeit...
Wann wolltest du's mir sagen? Nachdem du gepackt hast?
Terry, ich hab bis jetzt noch gar nichts entschieden.
Und ich hab in der Sache wohl kein Mitspracherecht?
Natürlich hast du das.
Wenn du nach Melbourne willst, schön, aber erwarte nicht, dass ich mitkomme, ja?
- Moment, du gehst nach Melbourne? - Es ist eine überaus seltene Gelegenheit, Terry.
Sie halten sich gefälligst raus. Wie lange weißt du es schon?
Das ist Megs Chance, was wirklich Sinnvolles zu tun.
Sinnvoll? Dann ist das Leben mit mir hier wohl Zeitvergeudung.
- Wollen Sie das damit sagen? - Terry, hier ist sie doch unterfordert.
Sie...
Tut mir Leid.
Auf dem Land und schwul, da lernt man sich, zu verteidigen.
Ja, sicher. Himmel...
Du kannst froh sein, dass er nicht Anzeige erstattet.
Der kann froh sein... ich hab schließlich das Veilchen.
Tut mir Leid, dass Celia ihre Klappe aufreißen musste.
- Ich hätte dich noch gefragt. - Du meinst, ich darf mich dazu äußern?
Es ist eine wundervolle Gelegenheit, Terry.
- Und was ist mit uns? - Es ist nur für ein Jahr.
Ich kann dich doch immer hier besuchen oder du kannst...
Ich hasse Städte, klar?
Außerdem hab ich hier einen guten Job und du auch.
Ich...
... hätte das Gefühl, etwas erreicht zu haben.
Hört sich für mich an, als ob du dich längst entschieden hast.
- Nicht, wenn wir uns dann trennen würden. - Und was passiert nach einem Jahr?
- Dann komme ich zurück. - Was, wenn dir gefällt, was du da machst?
Und was ist, wenn du danach ein anderes Angebot kriegst? Huh?
Hier ist ein Gewehr, falls du den Hund siehst.
Bisschen nervig, den Babysitter für Schafe zu spielen.
Das wird dir sicher am wenigsten fehlen.
Ich hab noch nicht entschieden, was ich nun tun werde.
Du musst jemanden schwer beeindruckt haben.
Schön für dich. Neue Herausforderungen sind das Wichtigste.
Ich wünschte, alle würden so denken.
- Hilft Tante Celia mit? - Ach, so weit kommt's noch.
- Morgen. - Wie war die Nachtwache?
Einmal war er da, darum haben wir auf ihn gewartet. Für alle Fälle.
- Die ganze Nacht? - Ja.
Hey, hey, hey!
Okay, ich hole ihn.
Seht euch das an. Das hier ist ihr Leben. Sie kann doch nicht von hier weggehen.
Wir alle ändern uns. Manche Träume verwirklichen sich erst spät.
Ja, das ist eine große Chance. Sie müsste sie nutzen.
- Aber? - Was machen wir ohne Meg?
- Unsere Meg. Sie wird mir fehlen. - Sie hat sich noch nicht entschieden.
Und wenn sie fährt, sollten wir ihr alles Gute wünschen.
Ich weiß, ich bin egoistisch.
Hey, da ist Roy.
Okay, kreisen wir ihn ein.
Auf keinen Fall darf er in die Nähe von Killarney kommen. Los.
Wenn Roy ein Wilderer geworden ist, kann er nie mehr als Arbeitshund dienen.
- Das weißt du, oder? - Unvorstellbar. Roy und ein Killer.
Du kannst dir auch nicht vorstellen, dass Meg weggeht.
Da drüben.
Stevie...
- Ein Glück, dass ich es nicht sein musste. - Ja.
Entschuldige, Kumpel, entweder du oder die Schafe.
Na komm.
- Oh, Jodi. - Wow!
Hallo ihr süßen Kleinen.
Roy!
- Hey! - Du bist Vater geworden.
- Er beschützt nur seine Familie. - Besser gesagt, er verteidigt sein Revier.
- Hey, hat jemand Roy gesehen? - Schau dir das hier an.
Die sind niedlich.
Hey Roy! Na, mein Junge?
Sind das deine Welpen? Ich wusste, du bist kein Schafe-Killer.
- Hab ich doch die ganze Zeit gesagt. - Wenn du ihn beißen willst, Roy, nur zu.
Komm mit, wir haben zu tun.
Na, wie findest du sie?
Weißt du, der eine da sieht aus wie du.
Den da nenne ich Turbo.
- Ich wusste gar nicht, dass du ein Autofan bist. - Du weißt eine ganze Menge nicht über mich.
Ja, richtig. Dass du heimlich anderer Leute Tagebücher liest und nichts verrätst.
- Hoffnungslos mit dir. - Erzählst du's mir oder nicht?
- Ich sag doch, es ist alles kodiert. - Ja, aber du hast es bestimmt entschlüsselt.
Es waren hauptsächlich Daten und Temperaturangaben.
Wieso, zum Pflanzen oder was?
Ein kleiner Hinweis.
- Sie schreibt über Hunde? - Den Kreislauf des Lebens.
- Hat das was mit Züchten zu tun? - Oh ja.
Es geht nicht um Hereford Rinder oder Kelpies. Sandra plant eine Dynastie.
- Was soll das? - Ich muss abreisen.
Mein Agent hat angerufen. Ich hab einen Gig an der Gold Coast.
Und was ist mit sesshaft werden?
Irgendwann ist es so weit. Ich...
Eines Tages klingelt das Telefon nicht mehr oder mir versagt die Stimme.
Und dann muss es sein.
Ich werd weder Übung noch Geld haben, aber ich werde sesshaft.
Wenn ich's tu, dann mit einem enormen Knall.
So!
Du denkst also, es ist zu spät für die „River-Sisters“, huh?
Höchstens so um zwanzig Jahre.
Ach ja.
Jeder musste wohl seinen eigenen Weg finden.
Du hast deinen Traum wenigstens verwirklicht.
Du etwa nicht?
Die meisten meiner Träume sind wahr geworden.
Ich bin so stolz auf dich, Kleines.
- Bis bald, Terry. - Wiedersehen.
Ich hab dich lieb.
Mach's gut.
Bis bald!
- Terry... - Nimm diesen Job an.
Was?
Ruf diesen Typen an und sag ihm zu.
Ich fahr dich selbst nach Melbourne, wenn's sein muss.
Wie kommt das denn jetzt?
Ich kann nicht mit dir zusammen leben, wenn ich weiß...
... dass du etwas willst, was ich dir nicht erfüllen kann.
Was ist mit dir? Was wird aus uns?
Ich werde auch für mich allein sorgen.
Na ja, ich dachte, ich könnte mit dem Hausbau auf unserem Land anfangen.
Bestimmt brauche ich ein Jahr dafür. Wenn du zurückkommst, ist es fertig.
Terry sagt, du willst mich sprechen.
Ich hab mich entschieden.
Du gehst nach Melbourne.
Ich werde eine von den langweiligen Frauen, die in einem öden Büro arbeiten.
Da wirst du verrückt.
Diese lauten Einkaufszentren und die Boutiquen. Ich geb wahrscheinlich all mein Geld aus.
Ja, wahrscheinlich.
Immer in Restaurants zu essen, wird mir auch schwer fallen.
Ja, dein Gemüse wird dir fehlen. Und unsere frischen Eier.
- Ja, das wird schwierig. - Darauf kommt es nicht an.
Wichtig ist, du wirst mir fehlen.
Und ich werd dir auch fehlen, oder?
Nicht, wenn du mit mir kommst.
Was?
Das hast du dir doch immer gewünscht.
Also komm mit und leb mit mir in der Stadt.
Wir könnten uns 'ne Wohnung teilen. Wir könnten in Clubs und Restaurants gehen.
Ich dacht, wenn ich das tue, werd ich verrückt.
Na ja, du allein schon, aber wir zusammen, das wird 'ne einzige große Party.
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