All language subtitles for Sarah Kohr 12 - Großer Bruder (S02_E02)-0829070611

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Original subtitles

* sanftes Plätschern *

* sanfte mysteriöse Musik *

* Hupen *

Es hat etwas länger gedauert, wo ist denn das Problem? Ich komme ja jetzt.

Oh, sorry.

Nils?

Was machst du denn in Hamburg?

Ist das nicht gegen deine Auflagen?

* packende Percussions *

Hey!

* Reifenquietschen, Hupen *

Hey! Nils!

(Mann) Wer ist das?

(Nils) Unwichtig. Lass los. Lass los, fahr los!

* Reifen quietschen. *

(Mehringer) "Sarah." - Nils Köppke.

"Wie bitte?" - Nils Köppke ist in der Stadt.

Was? Der ist doch nicht lebensmüde.

Der stand gerade vor mir und war genauso überrascht wie ich.

"Was will denn der jetzt hier?" - Ich brauche eine Abfrage.

Einbrüche, Museen. Gab's da was in den letzten Tagen?

* ruhige, spannungsvolle Musik *

* leises metallisches Brummen *

* Musik endet. *

Respekt.

Es gibt ja nicht so viele Museen in Hamburg.

Was wird das hier? Ein Nostalgie-Trip?

Alten Gewohnheiten nachgehen? Erklär's mir, Nils.

(Mann) Oh Mann.

Wie blöd kann man eigentlich sein?

Was glaubst du, wie das jetzt für dich ausgeht? - Lass, lass.

Sie kann gehen.

Sie will gar nicht gehen. Sie ist seit der Autotür im Dienst.

* leise düstere Musik *

* Sie stöhnt. *

Reden wir jetzt?

Schwer, alte Gewohnheiten abzulegen, hm?

Ich meine es ernst.

Verschwinde.

Drei ...

zwei ...

eins.

* Piepen *

* hohes Pfeifen *

(Nils, dumpf) Hey! Was soll der Scheiß? Lass sie!

Los, verschwindet. Beeilt euch, schnell!

(Mehringer) Das ist die zweite Sprengung dieser Art in Hamburg.

Bisschen bescheidener als vorgestern. Der mag wohl alte Mauern.

Die Experten meinen,

so was wäre relativ leicht zu sprengen,

das purzelt nur so auseinander.

Das habe ich gesehen.

Sein Zeugenschutz-Beauftragter sagt, es gab keine Anzeichen für das hier.

Nils Köppke führt ein ruhiges Leben.

Und wo? - Weit weg, in Regensburg.

Er hat mit neuer Identität studiert. Mathematik.

Er ist Statiker geworden. Alles grundsolide.

Er heißt jetzt Maik Kofler, Diplom-Ingenieur,

ledig, keine Familie, guter Job.

Also warum das alles?

Und wieso kommt er zurück nach Hamburg?

Ja, vor allem weil sein Bruder ihm

nach seinem Verrat den Tod geschworen hat.

Solche Kerle sind gut vernetzt.

Hier.

Was ist das? - Wohnungsschlüssel, nummeriert.

Den haben wir hier gefunden.

Die sind doch längst raus aus der Stadt.

Nils Köppke ist schlau. Der ahnt, dass wir so denken.

* leise düstere Musik *

Ich check's immer noch nicht so ganz, ja?

Du kennst die Alte von früher,

weil sie dich schon mal hochgenommen hat?

Ernsthaft, ja?

Das war Zufall. Shit happens!

Du hättest deine Visage hier nicht zeigen dürfen.

Oh, wow. Die beste Pizza in ganz Hamburg, so ein Idiot.

Ich könnte dir in die ... - Hey, lass ihn.

Wir sollen ihm helfen, schon vergessen?

* Signalton *

Fuck. Das ging schnell. Die sind schon in der Wohnung.

Oh, Scheiße.

* tiefes Seufzen *

79 Gramm, wie viel macht das?

2969,77.

(Blonder) Ja, und was heißt das?

Wieso guckst du mich an? Frag ihn. - Ja, wie viel ist das?

Ungefähr 200.000 Euro. - 200.000?

Das heißt, wir müssen noch mal ran, oder?

Noch ein Museum, oder was? - Wie denn?

Wegen deiner Schlüssel sind die in der Wohnung.

Und du hast den ganzen Kram da, und wir haben keinen Sprengstoff.

Okay.

Ich mische einfach neu was zusammen. Ich mache euch eine Liste fertig.

Er macht uns eine Liste fertig. - Ist doch nett.

Sehe ich aus wie dein Laufbursche?

Ich denke, ich soll meine Fresse nirgendwo zeigen.

Die haben Schmuck und Goldmünzen. - Münzkabinett.

Wir müssen hin, gucken, wie es aussieht,

und vor allem, welche Zeiten der Wachdienst hat.

* sanfte spannungsvolle Musik *

Der Sprengmittelräumdienst ist durch.

Die haben diverse Zutaten eingesammelt.

Wer ist der Mieter? - Das ist eine Ferienwohnung aus dem Internet.

Hier war alles gelagert, was man für Sprengungen braucht.

Das ist wirklich ein Déjà-vu.

Die Köppke-Brüder waren damals nur so unterwegs.

Die haben im gesamten Schengen-Raum ihre Raubzüge durchgezogen.

Ich hätte nie gedacht, dass der jüngere Bruder wieder damit anfängt.

Nee, ich auch nicht. - Du kanntest ihn doch ganz gut.

So gut nun auch wieder nicht.

Aber du hast dich damals sehr für ihn eingesetzt.

Was willst du damit sagen?

Ich meine ja nur.

Du wolltest sein Geständnis.

Du brauchtest die Festnahmen und die Urteile.

Und du hast bekommen, was du wolltest.

Er hat dich verschont, dabei wäre es besser für ihn,

wenn du bei der Explosion umgekommen wärst.

Dann wüssten wir nichts über ihn. - Er ist eben kein Mörder.

Er hat es nicht fertiggebracht, dir was anzutun.

Es geht hier nicht um mich. Nils hatte immer ein Gewissen.

Sven, sein älterer Bruder, nicht.

Der hat ihn reingezogen in die kriminelle Laufbahn.

So wie es aussieht, ist dein Nils ins Familiengeschäft zurückgekehrt.

Genau das verstehe ich nicht.

Warum gibt er sein normales Leben auf,

das er sich so mühevoll aufgebaut hat?

So, wir haben's. - Danke.

Das gleiche Rezept, dieselben Zutaten wie früher.

Dünger, Lösungsmittel, Reiniger.

Alles frei verkäuflich.

Hydroxalon.

Das kriegt man nicht im Baumarkt, nur im Chemie-Großhandel.

Sind ja nicht so viele.

Die holen wir ins Boot. Mit Meldepflicht bei uns.

Köppke weiß doch genau, wie wir Fallen stellen.

Eben. Hydroxalon lässt sich durch Crysolen ersetzen.

Noch seltener. Dasselbe Spiel.

Darauf steigt er um, jede Wette.

Er hat eine Freundin.

Sie ist schwanger.

Sein Zeugenschutzbeauftragter kann uns sicher sagen, wo wir die finden.

Was treibt ihn an?

Vielleicht kann uns sein Bruder sagen,

warum er zurück ist.

Der ist im Knast gelandet,

während Nils es sich im Zeugenschutzprogramm gemütlich macht.

Der redet doch nicht mit dir.

Mal sehen.

"Ja, bitte?" - Sarah Kohr, LKA.

Ich möchte einen Insassen befragen. Laufende Ermittlung, dringend.

"Name?" - Sven Köppke.

"Da hat man Sie falsch informiert. Der ist hier nicht mehr."

Entschuldigung, das muss man heiß essen,

sonst klebt das wie Kaugummi.

Er wurde entlassen? Sven Köppke hat lebenslänglich.

Ja. Und sein Leben ist vorbei.

Und warum schickt man mich dann zu Ihnen?

Die Krankenakten von denen, die schon länger einsitzen,

behalte ich auf Papier, ist einfacher so.

"Entlassung aus humanitären Gründen". Und Sie haben das befürwortet?

Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Stadium 4, austherapiert. - Aber Sven Köppke lebt.

So würde ich das nicht sagen. Er stirbt.

Er hat vielleicht noch zwei, drei Wochen.

Ihm bleibt Zeit, seine Dinge zu regeln, Abschied zu nehmen.

Sofern ihm die Kraft dafür überhaupt noch reicht.

Hatte er Besuch in den letzten Wochen?

Kontakt nach draußen?

Das kann ich nicht sagen. Ich bin Ärztin auf der Krankenstation.

Ich gehöre nicht zum Wachpersonal.

Kieferbruch. Letztes Jahr.

Mhm. Streit mit dem Zellengenossen.

Gefährlicher Mann. Mark Obsian.

Lebenslang, mit Sicherheitsverwahrung.

Der ist ja nicht unbekannt. Auch Ihr Patient?

Nein, der Mann ist gesund.

Aber er beliefert meine Station

regelmäßig mit Patienten, wenn Sie verstehen.

Er hat in seinem Flügel Leute für so was.

War's das? - Ja, danke.

* spannungsvolle Musik *

Nils.

Was machst du denn da?

Habt ihr Crysolen gefunden? - Ja.

Alster Hanse Chemie.

Ist so ein Großhändler hier direkt um die Ecke.

Ich will, dass wir das ruhig und leise erledigen.

Niemand wird verletzt.

Du bist ja lustig.

Das kannst du Rainer gern selber sagen, weil ...

Krieg ihn unter Kontrolle, okay?

Du siehst das hier, ne?

Ich bin im Halteverbot, ne? Aber ich bin gleich weg.

Eindeutig. Du musst sofort gehen.

Ey, ey! Was soll die Scheiße? Bist du bescheuert?

Entspann dich, er wird's überleben.

* Piepen, Rattern *

Obwohl, er hat dein Gesicht gesehen, soll ich?

Ich habe dir gesagt, krieg ihn unter Kontrolle.

Man kann den nicht unter Kontrolle kriegen.

Fahr rein und wende.

(flüstert) Scheiße.

(Sarah) Hallo, Herr Obsian.

Was willst du?

Sven Köppke.

Hat er dich geschickt?

Großzügig von ihm. Lass dich anschauen.

Ich habe schon gehört, dass Sie hier einige Privilegien haben.

Das gehört nicht dazu.

Du solltest nicht so mit mir reden.

Weil Sie hier das Sagen haben?

Respekt. Darum geht es. Immer.

Sie meinen Angst.

Die Insassen haben Angst vor Ihnen, die meisten Wachleute auch.

Was willst du von mir, Sarah Kohr?

Vielleicht kommen wir ja ins Geschäft. - Ein Deal?

Was hast du denn zu bieten?

Ich habe hier alles, was ich so brauche.

Die Leute nennen Sie hier den Flügelmann.

Weil Sie den Trakt hier unter Kontrolle haben?

Ich kümmere mich hier um ein positives Umfeld, weißt du?

Für uns alle.

Das ist mir viel wert.

Mhm.

Und Ihre Drähte reichen ja bis nach draußen.

War ja schon immer so. - Komm auf den Punkt.

Sven Köppke hat nie Besuch gehabt, keine Telefonate, nichts.

Und? - Vielleicht ja nur nicht offiziell.

Vielleicht über Sie.

Sie sind ja Dienstleister, sagt man.

Für verbotene Nachrichten, illegale Einkäufe draußen.

Blödsinn. Wer hat dir die Scheiße erzählt?

* Handy vibriert. *

Smartphones sind ja für alle Insassen verboten,

ohne Ausnahme.

Trotzdem haben die Ihre Nummer.

* Handy vibriert weiter. *

Das Personal hat Angst,

was nicht heißt, dass die nichts wissen.

Sei vorsichtig.

(leise) Das ist mir alles egal.

Wollen wir, dass das so bleibt?

Sven war ein Arschloch. Ich bin froh, dass er weg ist.

Interessant.

Wonach suchst du denn? - Sven Köppkes Bruder. Nils Köppke.

Sven hat nie über seinen Bruder geredet.

Er war ein Verräter für ihn.

Er hat ihn gehasst. Mehr weiß ich nicht.

Laut Krankenakte ist Sven Köppke seit zwei Jahren in Therapie.

War der überhaupt noch bei Ihnen in der Zelle?

Kaum.

Er war meistens auf der Krankenstation.

* Handy klingelt. *

Ja? - (Mehringer) "Stiller Alarm.

Ein Mitarbeiter, der nicht ans Handy geht.

Alster Hanse Chemie."

Crysolen? - "Ja."

Das Depot ist auf unserer Liste. Die Kollegen sind unterwegs.

Es ist nicht weit von dir. Ich schicke dir die Adresse.

* spannungsvolle Musik *

Hey, hallo?

Bleiben Sie ruhig. Hilfe kommt.

Ronny, hey!

Was ist passiert?

* Sie atmet aufgeregt. * Was ...

(Rainer) Suchst du die hier?

Leg die Waffe auf den Boden, ganz langsam.

* spannungsvolle Musik *

Und jetzt steh auf, ganz langsam.

Wir fesseln sie, und dann weg hier. Los!

Bisschen spät dafür.

* Sirene heult entfernt. *

Hört ihr die Musik? Eure Party läuft schon.

Scheiße, wir müssen hier weg. Wir müssen hier weg!

Du tötest sie, und ich töte dich. Und das Spiel ist aus.

Irgendwelche Gegenvorschläge? Nils?

Nils, wir nehmen sie mit. - Dann müsst ihr leider laufen.

Ich habe die Wagenschlüssel.

Sarah, du verstehst nicht, was hier passiert.

Wenn du sie wirklich retten willst, dann gib mir die Schlüssel.

Gib mir die Schlüssel!

Ihr nehmt mich als Geisel. - Was?

Lasst sie hier.

* treibende Musik *

Waffe runter! Waffe auf den Boden!

Legen Sie die Waffe weg! Waffe runter!

(Nils) Komm, komm! Los, komm!

Sie fährt, sie fährt. Los, geh, geh!

Du bestimmt nicht. Fahr los.

(Polizist) Legen Sie die Waffe weg!

(durcheinander) Waffe weg! Hinterher! Hinterher! Los, los!

(Sarah) Ist vielleicht der Moment, mir zu sagen, was hier los ist, Nils.

(Nils) Wir lassen sie laufen.

Ach ja? Ich würde ihr am liebsten in den Kopf schießen. Fahr schneller!

Weiß deine Freundin, was du hier tust?

Halt deine Fresse.

Oder seid ihr nicht mehr zusammen?

Ah, verstehe. - Tust du nicht!

Erklär's mir. Was ist hier los?

Du sollst die Fresse halten!

* Reifen quietschen. *

* packende Musik *

Warum bist du in Hamburg, Nils?

Ist das alles die Idee von deinem Bruder, kurz vor seinem Tod?

Ah, du hast ihn gar nicht gesehen, seit er raus ist.

Seit wann ist er raus? - Rede doch nicht mit der!

Er ist krank. Wusstest du ... - Hey!

Raffst du nicht, dass die mit dir spielt?

Deine Handschellen.

Los.

Lenkrad, ans Lenkrad.

* Rainer stöhnt schmerzerfüllt. *

Hey. - Ah.

Fuck.

Gib mir den Schlüssel, los.

* Rainer stöhnt. *

Komm, komm, komm. Komm, komm.

Oh, fuck.

Fuck. Hey!

(Rainer) Gib mir die Waffe.

Wofür? - Er darf nicht reden.

Wenn er redet, wirst du ihn finden. Das weiß er.

* Sirene heult entfernt. *

Oh, fuck. Hier, hier. - Shit, Shit, Shit.

Los, los, los!

* Sirene kommt näher. *

Festnahme im Heck. - Alles klar.

(Mann) Ja, das ist Magda.

Die war bis vor ein paar Monaten Stammgast bei uns.

Und war sie in letzter Zeit hier? - Ein paarmal. Immer nur kurz.

Immer so kurz vor Mittag.

Ah, okay. Danke.

* Tür wird geöffnet. *

* Schritte, Tür wird geöffnet. *

Lars Rütger. Seine Fingerabdrücke hatten wir längst.

Vorbestraft? - Meterlanges Register.

Aber er redet nicht, oder? - Das ist eine ganz harte Nuss.

Vielleicht hilft uns das Handy von Nils Köppke weiter.

Ist gesperrt, aber vielleicht kann die KTU da was machen.

Hier, deine neue Dienstwaffe.

Danke.

Kannst du das Formular ausfüllen? - Das habe ich schon.

Die Internen habe ich auch vertröstet.

Die wollen aber noch einen Bericht von dir.

Rütger hatte das alles dabei.

Lauter Zahlen und Nummern, noch werden wir nicht schlau draus.

Könnte natürlich was mit den Raubzügen zu tun haben.

Die Rechnung von einem Fastfood-Restaurant.

Was wissen wir sonst noch von den Typen?

Früher haben die mal für Mark Obsian gearbeitet,

vielleicht auch immer noch.

Nils Köppke arbeitet mit Obsians Leuten zusammen. - Ja.

Und vielleicht arbeitet Nils inzwischen auch für ihn.

Wo warst du so lange?

Die Geschichte stimmt.

Sie haben ihn tatsächlich in ein Heim für Bewährungsprobanden gesteckt.

Deinen Bruder?

Ich war noch mal beim Münzkabinett.

Das liegt wieder mitten in der Innenstadt. - Ja.

Ich weiß, und? - Das sind sehr dicke Mauern.

Ist das ein Problem für dich?

Außerdem ist es schwer gesichert. - Dann lass dir was einfallen.

Oder ich lasse mir was einfallen.

Wir könnten übers Lager gehen.

In der Regel gibt es eine Menge Wertgegenstände

im Lager eines Museums.

Hat das Lager eine Außenwand? - Ja.

Hamburger Klinker. Das ist weniger aufwendig.

Kann ich dein Handy haben?

Du hättest deins nicht verlieren sollen.

Ich habe keine Zeit mehr für Spielchen, Frau Kohr.

Bitte sagen Sie, was Sie von mir wollen, und dann gehen Sie.

Ihr kleiner Bruder macht ... - Ich habe keinen Bruder mehr.

Nils macht da weiter, wo Sie zusammen aufgehört haben.

Er sprengt Löcher in alte Museumswände.

Die alte Köppke-Methode. Sie wären stolz auf ihn.

Sind der kleinen Ratte also wieder Eier gewachsen.

Soso.

Sie haben nie wieder was von ihm gehört?

Nicht, seitdem er beschlossen hat, ein Verräter zu sein,

Ihr feiner Kronzeuge.

Ich saß seinetwegen im Bau.

Und ich dachte, Sie saßen wegen Raubmord.

Was wollen Sie?

Ihr alter Zellengenosse Obsian spielt auch mit.

Ist das jetzt Zufall, oder ...

haben Sie das eingefädelt?

Ich habe weder was mit Obsian zu tun noch mit diesem Verräter.

Das ist absurd.

Das heißt, Sie wissen von nichts.

Ich weiß, dass ich sterbe.

* Tür knallt zu. *

* Handy klingelt. *

Mehringer, Oberstaatsanwalt.

Ach, danke, dass Sie zurückrufen.

Ja, wir haben von verschiedenen Museumsverwaltungen

den Wachschutz kontaktiert.

Sie haben was rausgefunden?

Ja?

Tagsüber, 10 Uhr, 12 und 16 Uhr.

Die Wachstreife, dreimal die Nacht.

21 Uhr, 23 Uhr und Mitternacht.

Mit zwei Mann um 9 abends,

ein Mann um 11 und noch mal um Mitternacht.

So war das die letzten Tage? Sicher?

Danke.

In welcher Straße ist noch mal das Münzkabinett?

Calvinstraße.

Sie haben mir sehr geholfen. Danke.

* Handy klingelt. *

(Frau) "Hallo, Nils." - Endlich.

Wie geht's dir? - "Ich weiß nicht. Ich habe Angst."

Halt durch, sei stark. Wir ...

Wir schaffen das, okay? - "Hoffentlich. Ich muss auflegen."

Ich liebe dich. I...

* nachdenkliche Musik *

* Handy klingelt. *

Kohr, LKA.

Ich bin um 7.30 Uhr angemeldet, Mark Obsian.

* Türsummer *

Kein Frühstück, keine Blumen.

Du hast mir gar nichts von draußen mitgebracht. - Doch, habe ich.

Kenne ich nicht.

Sie kennen Ihre eigenen Leute nicht?

Ist Ihr Geschäft doch noch so groß?

Der steht auf Ihrer Payroll. Lars Rütger.

Sagt er das?

Sieht nicht gesund aus. - Er war mir im Weg.

Nils Köppke, von dem ich Ihnen erzählt habe.

Doch schon mal gesehen?

Nee. Wie könnte ich?

Umso erstaunlicher, dass Sie sich um ihn kümmern.

Ihn mit neuem Personal versorgen. Ich würde gern wissen, warum.

War der auch im Weg?

Wollen Sie mir nicht sagen, dass Sie ihn auch nicht kennen?

Weißt du, was?

Unser Gespräch ist beendet.

* Alarm dröhnt. *

Wir brauchen einen Arzt. - Okay!

Hey, Obsian. Obsian!

Hey, Obsian.

* Türsummer * Scheiße.

Er ist einfach umgefallen.

Wie lange schon kein Herzschlag mehr? - Ich weiß nicht, paar Sekunden.

Okay. Gut so, weitermachen.

Wir haben Puls.

Herr Obsian!

Herr Obsian, hören Sie mich?

Wir haben ihn wieder.

Was ...

Was ist passiert?

Sie schulden mir was. Das ist passiert.

Magda?

Wer sind Sie?

Polizei? Wow.

Sie sind hier Stammgast, in letzter Zeit aber kaum da.

Wie bitte? Warum interessiert das die Polizei?

Ich möchte mit Ihnen über Nils sprechen.

Lassen Sie mich in Ruhe.

Sie ziehen das unnötig in die Länge.

Wenn Sie so weitermachen, sehen wir uns zur Befragung auf dem Präsidium.

Was ist los? Was ist mit Nils passiert?

Ich kannte ihn als Maik. Bis er mir die Wahrheit erzählt hat.

Ich war mit einem Verbrecher zusammen,

der mich angelogen hat.

Und dann haben Sie sich von ihm getrennt.

Natürlich. Was wollen Sie von mir?

Nils ist verschwunden. Ich suche ihn.

Er zieht's also wirklich durch.

Was? - Sie kennen seine Vergangenheit.

Sie wissen, was ich meine. - Goldraub, ja.

Wieso fängt er damit wieder an?

Weil das Geld nicht reicht.

Als Statiker läuft's nicht so gut. Er will sich um das Baby kümmern.

Er will ein guter Vater sein. Er will die perfekte Familie.

Und Sie nicht?

Die Schwangerschaft war nicht gewollt,

aber ist okay für mich.

Aber nicht mit ihm?

Nils versucht, alles richtig zu machen,

und macht alles falsch.

Ich habe einfach Angst bekommen.

Und dann sind Sie gegangen.

Ja, zurück nach Hamburg. Das ist auch das einzig Richtige.

Glaubt er, er kriegt Sie wieder, wenn er die Kohle hat?

Ich weiß nicht, wo er ist, und ich will's auch nicht wissen.

Gut, dass du kommst. Das Münzkabinett, Innenstadt.

Die haben sich gemeldet. Da tut sich was.

Halt die Kollegen zurück. Ich mache das.

Lass das.

Meinst du, es reicht?

Die Außenwand ist dünner.

Und vor 100 Jahren hat man Kalk statt Zementmörtel verwendet.

Das ändert den Materialfaktor und die Ladungsdichte.

Ja, klar, was sonst.

Ich gucke mal, ob alles ruhig ist vorne, ja?

Jaja.

* leise düstere Musik *

* Sirene heult entfernt. *

Hallo.

* Sirenengeheul endet. *

Ich stelle mich, wenn's vorbei ist.

Es ist vorbei.

Ich brauche 250.000.

Ich hab's fast zusammen. - Für wen?

Für deine Freundin, für dein Kind?

Und du dann im Knast? Das ist doch nicht dein Ernst, Nils.

Hände hinter den Kopf, komm langsam auf mich zu.

Wenn du mich gehen lässt, ich verspreche ...

Es gibt keinen weiteren Deal für dich.

Für dich gilt dasselbe.

Hände hinter den Kopf.

Habt ihr wirklich geglaubt,

dass es hier irgendwo in der Stadt noch Crysolen gibt?

Das haben wir in sämtlichen Lagern austauschen lassen.

Das war Klarspüler.

Es tut mir leid.

* Klirren * (Mann) Was ist hier denn los?

Was ist los?

Kleiner Unfall.

Komm mit, ich habe Schichtende.

Lass mich dich anschauen.

Mitkommen.

Komm.

(Heike) Ah.

So.

So.

Jetzt kannst du dich wieder anziehen. - Danke.

Oha.

Krieg dich ein. Das ist nicht meins.

Natürlich nicht. Das ist eine uralte Aufnahme.

Was meinst du? - Bildqualität ist heute viel besser.

So eine Auflösung gab es vielleicht vor Jahren.

Sie ist gar nicht schwanger.

Wozu um alles in der Welt sollte seine Freundin lügen?

Keine Ahnung. Die KTU muss endlich Nils' Handy entsperren.

"Das dauert Tage oder Wochen."

Das ist reine Glückssache mit den neuen Handys.

Die KTU ist unter Hochdruck dabei. Rütger verweigert weiter die Aussage.

Okay, danke.

Ist das nicht die Gefängnisärztin?

(Heike) Ja, Frau Dr. Bauer, die kenne ich.

Hat früher bei Professor Linzer gearbeitet.

Hier?

Er ist der beste Herzchirurg von ganz Hamburg.

Dann ist Gefängnisärztin kein Karrieresprung.

Besser im Gefängnis arbeiten als im Gefängnis sitzen.

Wäre ihr nämlich beinahe passiert. - Wie?

Ein langer Streit um verschwundene Gelder.

Sie hat gestohlen? - Sie hat den Ärger abgekriegt.

Und eine Entschädigung, weil am Ende nichts bewiesen werden konnte.

Aber ihre Karriere erhielt einen Dämpfer.

Dafür unterhalten sich die beiden aber gelassen.

(Heike) Da geht's garantiert um Mark Obsian.

Wie, du weißt davon?

Na ja, polizeibewacht und angekettet, das spricht sich im Haus schnell rum.

Sie will einen Pro-bono-Fall draus machen.

Wie, pro bono?

Ihr Patient muss operiert werden, sonst stirbt er.

Und Professor Linzers Chirurgie operiert manchmal kostenlos,

um denen zu helfen, die sich das nicht leisten können.

Auch den Lebenslänglichen? - Sie trifft da einen Nerv.

Im Krankenhaus geht es um die Botschaft "Keine Ausgrenzung".

Und da passt ein Haftinsasse doch.

Dir auch einen schönen Abend, mein liebes Kind.

Frau Dr. Bauer, wie geht es Ihrem Patienten?

Ach, hallo.

Darf ich vorstellen, Professor Linzer, Sarah Kohr.

Lebensretterin. - Ah.

Die reaktionsschnelle Polizistin.

'n Abend.

Wie geht es Herrn Obsian? Wird er den Infarkt überleben?

Gute Frage, Herr Professor. Wird mein Patient überleben?

Ich tue, was ich kann. - Kann ich ihn sprechen?

Drei Minuten. In meinem Beisein.

Ich denke, die meisten Jungs sind heute selbständig.

Ich weiß nicht, was meine Leute sonst noch treiben.

Wie bezahlen Sie Ihr Fußvolk im Gefängnis?

Keine Einnahmen draußen heißt kein Einfluss drinnen.

Die Beute von Ihrem letzten Überfall. Der Schmuck, was ist damit?

Nie gesehen, nie geraubt, nie besessen.

Und trotzdem die Höchststrafe kassiert.

Justizirrtum?

Ich ... Ich muss mich jetzt ausruhen.

Wenn das keine Pro-bono-OP wird,

zahlen Sie das dann alles selbst, heimlich, hintenrum?

Okay, es reicht jetzt, Frau Kohr.

Jaja. - Bitte.

Warum dieser ganze Aufwand mit Nils, hm?

Sie haben den Schmuck versteckt. Sie haben genug.

Wieso dieses Risiko? Ich verstehe es nicht.

Das wird nicht gut gehen. Nils hat ein Gewissen.

Das heißt, er wird scheitern.

Wieso sagen Sie das?

Weil ich Sie warne.

Sie kennen Köppkes Bruder. Sie haben Angst um ihn.

Okay, es ist jetzt genug. Frau Kohr, bitte!

Was war das?

Er hatte schon einen Zugang im Arm. Warum?

Herr Obsian hatte Atembeschwerden.

Eine Weile schon. Aber ich ...

Ich nahm an, das sei nichts Problematisches.

Daher Infusionen?

Ich hatte ihn nicht ausreichend untersucht.

Weil ich Angst vor diesem Mann habe.

Sein Herzinfarkt hat sich angekündigt, und ...

das habe ich übersehen.

Und jetzt haben Sie ein schlechtes Gewissen und tun, was Sie können.

Hm.

Magda? - "Ich kann nicht lange sprechen."

Bist du okay? - "Ja, aber was ist los bei dir?

Die machen sich Sorgen, dass sie ihr Geld nicht kriegen.

Die sind schon ganz nervös, Nils."

Sie kriegen ihr Geld, ich verspreche es dir.

Na endlich, Mensch. - Was ist denn los?

Sieh mal, was Nils' Freundin ihm zu sagen hat.

Wir kommen in sein Handy? Das wurde Zeit.

Absolut. Auf seinem Handy sind Videobotschaften von ihr für ihn.

Die beiden haben noch Kontakt?

Jaja. Viel besser. Sie spielt ihm was vor.

Und was? - "Nils, die haben mich ins Auto gezerrt.

Es ging alles ganz schnell. Ich weiß nicht, wo ich jetzt bin.

Sie sagen, du musst alles machen, was sie verlangen."

Ihre Entführung.

Wer so was abzieht, der war schon mal straffällig.

So bekommen wir ihre Fingerabdrücke und ihre DNA.

Ja, das macht Sinn.

Die Sprengung und der Goldraub.

Er tut wirklich alles für die Familie, die er nie haben wird.

Weil es die Liebe niemals gab.

Aber das weiß Nils nicht.

Der Typ zieht gnadenlos durch.

Das zeigt auch sein Browserverlauf.

Suche nach Stahlbeton-Arten,

Traglasten bei Großbauten,

Berechnungen von Beton-Härtegraden und so weiter.

Die Frage ist, wofür.

Eigentlich interessieren ihn doch nur alte Mauern.

Mark Obsian, was ist mit ihm? Wird er operiert?

Ja. - Das sind seine Leute.

Er steckt dahinter. Hinter allem, oder?

Sein Lebensstil im Gefängnis ist teuer.

Obsian kennt Sven Köppkes Vergangenheit

und die Fähigkeiten von Nils.

Hat ihn erpresst. Womit?

Hat er die Entführung inszeniert?

Wieso ist es besser für Obsian, Nils zu rekrutieren,

anstatt seine eigenen Leute zu nehmen?

Nils Köppke ist ein Experte, wie du weißt.

Ja, für alte Museumswände.

Da steckt mehr dahinter.

* ruhige schwelende Musik *

Ich hätte dich von hinten erschlagen können.

Entspann dich.

Entweder ich gucke dir jetzt beim Aufräumen zu oder du setzt dich hin.

Was willst du?

Was soll das?

Was soll das?

Ich war bei unserem alten Versteck, bei unserer Notreserve.

Mein altes Versteck, Nils. Meine Notreserve.

Deins, deins. Wo ist dieses Drecksgeld? Wo ist es?

Sven.

Darum bist du hier?

Ich werde gezwungen zu dem ganzen Scheiß.

Von Mark Obsian.

Ach.

Deine Polizistin war hier.

Sie hat von ihm gesprochen.

Ich habe mich all die Jahre

mit Mark Obsian nicht wirklich verstanden.

Ich kenne ihn aber gut genug, um dir zu sagen:

Du hast Angst.

Und das zu Recht.

Mark Obsian ist eine ganz andere Liga, Nils.

Ich werde wohl von dir erzählt haben.

Was du kannst.

Und wer du heute bist.

Wusstest du, wo ich war?

Ich habe versprochen, dich umzubringen, Nils, oder?

(brüllt) Oder?

* Nils atmet schwer. *

Obsian ist gut vernetzt.

Für Geschäfte. Für Botengänge. Für Recherchen, wenn man will.

Er lässt sich für Informationen bezahlen.

Tss.

Tu, was er verlangt, Nils. Sonst hast du keine Chance.

Ich habe das Geld nicht zusammen.

250.000 will er. 200 habe ich, 200 in Gold.

50 fehlen.

* ruhige Klaviermelodie *

Ich sterbe, Nils.

Ich habe nichts mehr davon.

Das ist mehr, als du brauchst.

Und jetzt hau ab.

Schon gut. Hör auf.

Ich brauche noch Crysolen.

Oder Hydroxalon.

Ich habe keinen Sprengstoff mehr.

Die 250.000 sind nur ein Teil der Forderung.

Ich soll noch ein ganz anderes Problem für ihn lösen.

Ich habe noch Hydroxalon.

Das kannst du haben.

Der Kaffeebecher. Die Fingerabdrücke darauf bringen uns nichts.

Aber die DNA schon.

Die haben wir im Computer? - Nicht von ihr.

Von einem engen Verwandten. Marker und Sequenzen sind eindeutig.

Vater und Tochter.

Und die DNA des Vaters haben wir? - Wir haben den ganzen Vater.

Mark Obsian?

Und seine Tochter Maja Obsian. 28, keine Meldeadresse.

Nach eurem Treffen beim Café ist sie bestimmt untergetaucht.

Seine Leute, seine Tochter.

Das ist von langer Hand geplant. - Was heißt das jetzt?

Sie fakt eine Beziehung mit Nils im Auftrag ihres Vaters?

Um ihn an sich zu binden. Glückliche Familie mit Kind.

Das will Nils auf keinen Fall verlieren.

Wozu das alles?

Drogen, Prostitution, Schutzgeld.

Aber wozu braucht Mark Obsian im Gefängnis so schnell so viel Geld?

Ja, gute Frage.

Und das Risiko, das mit einem Neuen wie Nils verbunden ist.

Warum regelt das nicht seine Truppe?

Löcher zu sprengen, ist doch keine Wissenschaft.

Wie du gesagt hast: Nils gilt als Experte.

Er braucht ihn für was Größeres.

Der Schmuck, den Obsian vor zehn Jahren geklaut hat,

der ist nie gefunden worden.

Vielleicht hat er ihn versteckt und kommt jetzt nicht ran.

Nils ist der Beste seines Fachs.

Seine Präzision war das Markenzeichen der Köppke-Gang.

Wir übersehen was.

Obsian ist ein Meister der Manipulation.

Das ist ja aktenkundig.

Wir fahren dahin. Ich melde uns an.

Warum ist hier keine Wache?

Was war denn hier los? * schnelle Schritte *

Dem Patienten ging es rapide schlecht.

Sie waren dabei?

Ja, ich bin noch mal gekommen, um mit dem Professor zu sprechen.

Sein Herz hat plötzlich ausgesetzt.

Er ist seit zwei Stunden in der Not-OP.

Bei Professor Linzer? - Genau, der tut, was er kann.

* Handy klingelt. *

Ja?

Verstehe. Danke für den Anruf.

Uns allen war das Risiko bekannt. Auch dem Patienten.

Mark Obsian ist tot?

Ich will die Leiche sehen.

(Mehringer) Nils Köppke ist jetzt aus dem Schneider.

Ja, er weiß von nichts.

Nicht, dass er manipuliert wird.

Und nicht, dass sein Erpresser tot ist.

Die werden ihr Spiel mit Nils weiterspielen.

Wieso glaubst du das?

Wozu seine Recherche zu Betonstärken und Traglasten?

Wieso hat Nils sich schlaugemacht?

Die Raubzüge waren nur zum Warmspielen?

Schnelles Geld für Rekrutierungen, Material, Bestechungen, was weiß ich.

Bevor es richtig losgeht.

Obsian hat mal in einer ganz anderen Liga gespielt.

Ihn kannst du nicht mehr fragen.

Aber wir haben einen seiner Leute in Haft.

Wir vernehmen Lars Rütger nochmal.

Wir sagen ihm, sein Boss ist tot. Dann macht er den Mund auf.

Wir geben ihm eine Chance.

Wir geben ihm viel mehr als das.

Hier runter, vorne links, und dann das unterste Parkdeck.

* spannungsvolle Musik *

* Klopfen * Ja?

Nehmen Sie ihm die Handschellen ab und warten Sie draußen.

Nehmen Sie Platz, Herr Rütger.

Passt schon.

Ich habe Nachrichten für Sie.

Hm. Von wem denn?

Ihrem Chef. - Hab doch gar keinen Chef.

Sie ahnen gar nicht, wie recht Sie haben.

Mark Obsian ist tot.

* leises Schnauben *

Das amüsiert Sie?

War's das?

Sie haben nichts mehr zu befürchten.

Wir können reden.

Kein Bedarf.

Herr Rütger, was soll das?

Sarah, es geht los.

* ruhige spannungsvolle Musik *

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das der beste Weg sein soll.

Das ist der einzige.

Und das ist Obsians Versteck?

(Rainer) Ja, früher war hier mal eine Wiese und ein Abwasserkanal.

Sein Schatz liegt quasi in der Scheiße.

Mhm.

Was ist das für ein Schatz? - Schmuck.

Diamanten und so ein Zeug. Millionen wert.

Also mach's nicht kaputt. - Millionen wert?

Und wieso dann das Münzkabinett und die anderen Sprengungen?

Geht uns nichts an.

Wo ist Obsian? Ich denke, er wollte dabei sein.

Ich überbringe nur die Nachrichten.

(Obsian) Herr Professor Linzer, stellen Sie sich das einmal vor:

Während ich im Knast sitze, muss ich mitansehen,

wie die Stadt mein Versteck mit Beton vollgießt und bebaut.

Meterdicker Stahlbeton trennt mich von meinem Vermögen.

Aber Gott sei Dank gibt es ja doch für alles eine Lösung.

Ich weiß, Sie finden mich kleinlich.

Und Sie haben recht.

Sie können auch die 250.000 für die gefakte OP nicht behalten.

Denn jetzt bin ich tot.

Ich kann nicht einfach in der Stadt rumlaufen,

ich muss hier weg.

Und ich brauche Startkapital.

Bis ich den Schmuck für einen angemessenen Preis verkauft habe,

das dauert leider.

Ich leihe mir mal Ihren Wagen, ja?

* Linzer stöhnt schwächlich. *

Sie waren einfach ein bisschen zu gierig, Herr Professor.

* spannungsvolle Musik *

* kurzes Piepen *

Okay, kann losgehen.

* düstere Musik *

* Explosion *

* Knirschen *

* Poltern *

(Nils) Ah, Shit.

(Rütger, lachend) Jungs, wie geil. Ihr habt's geschafft.

Ganz gut geknallt da draußen. - Was zur Hölle machst du hier?

(Rütger) Ich bin abgehauen. Habe meine Chance genutzt.

Voll die Idioten, ich bin zum Fenster raus.

(Sarah) Guten Abend, die Herren.

(Nils) Sarah.

Wie oft wollen wir das noch machen?

Magda heißt Maja. Sie ist Obsians Tochter.

Du wirst verarscht, Nils.

* Er lacht leise. *

Du lügst. - Frag deine Aufpasser.

(seufzend) Niemand hätte das so präzise hinbekommen wie du.

Der Schmuck ist unberührt von der Detonation. Ich bin beeindruckt.

Es war wirklich nichts Persönliches, Mann.

Es ist vorbei, Nils.

Wie recht du hast. * Rütger lacht. *

Waffe.

Auf die Knie.

Auf die Knie!

Fesseln.

Was machst du hier? - Na, meine Notreserve.

War ziemlich gut investiert, findest du nicht?

Hat dich schön bei der Stange gehalten.

Arbeitest du mit Obsian zusammen? - Fast.

Ich spiele mit euch beiden, Nils.

Hey. Hey, hey, hey!

Du ... Du Clown, du.

Alles, was du bist, Nils, verdankst du mir.

Du kleines, erbärmliches, undankbares Arschloch.

Jetzt gehst du in den Knast, und da kannst du verrecken.

Ihn auch fesseln.

Wir sind hier fertig.

Du nicht, du bist raus.

Wie, ich bin raus? - Du hast dich austricksen lassen.

Ich habe doch gemacht, was ihr gesagt habt.

* Autotür fällt zu, Motor springt an. *

* Klopfen *

Sven?

* Freiton *

"Der Gesprächspartner ist vorübergehend nicht zu erreichen."

* Freiton *

"Der Gesprächspartner ist vor..."

Ich habe ihr geglaubt.

Ich habe wirklich gedacht, er stirbt.

Das tut mir leid.

* melancholische Musik *

Es ist vorbei.

Ist es nicht. Du kommst jetzt mit und du hilfst mir.

Dein Bruder hat dich nach Strich und Faden verarscht.

Willst du den einfach so davonkommen lassen?

Wir haben Ihr Handy geortet.

Ist das ein ärztlicher Hausbesuch?

Ja.

Und ich wüsste nicht, dass das verboten ist.

Und was machen Sie hier?

Finger weg von der Tasche. - Wie bitte?

Sie mitnehmen.

Wegen Ihrer Beteiligung an Mord und Totschlag.

Und Gefangenenbefreiung.

Und wie kommen Sie auf so was?

Ihr Büro wird gerade durchsucht.

All die falschen Diagnosen, die angeblichen Behandlungen.

Das war eine ganz schöne Bastelarbeit, oder?

Wie lang ging das? Zwei Jahre?

Sie haben Köppke wirklich 'ne Chemo verpasst.

* Handy vibriert. *

So haben Sie ihn aus dem Gefängnis bekommen.

Ist mir völlig gleichgültig, was Sie denken.

Sie werden mit ihm nicht gen Sonnenuntergang reiten.

Er ist weg. Ohne Sie.

Ich glaube, da täuschen Sie sich.

Sie kennen Sven doch gar nicht.

Mein Bruder kann mitreißend sein, hm?

Ich weiß.

Ich habe jahrelang zu ihm aufgeschaut.

Aber ich war ihm egal. Er hat mich einfach nur benutzt.

Obsian lebt, richtig?

Die ganze OP war ein Fake.

Er hat uns gedroht. Wollte uns auffliegen lassen.

Und dann wäre Sven nie freigekommen.

Und Sie haben Fantasie bewiesen.

Ein Herzinfarkt, durch Medikamente herbeigeführt.

Ein dramatischer OP-Tod.

Respekt.

* Handy vibriert erneut. *

Wollen Sie nicht rangehen?

Überlegen Sie es sich, ob Sie mit uns zusammenarbeiten.

Fragen Sie ihn, was er vorhat, was sein Plan ist.

* Handy vibriert weiter. *

Ja, hallo?

Ja, mir geht's gut.

Ich warte hier auf dich. Wann kommst du denn?

Ja, es ist alles gut.

Ich freue mich einfach, dich gleich wiederzusehen.

Ich liebe dich auch.

Sie haben mich. Viel Glück.

Du sagst mir jetzt, wo mein Bruder ist.

Wo ist er? - Nils.

Du bleibst hier. - Nils.

Los.

Nils, das ...

* Tür wird abgeschlossen. *

* Handy klingelt. *

Ja? - (Mehringer) "Linzer ist tot."

Ich wollte mit ihm über Obsian sprechen.

Dann ist er dir zuvorgekommen. Obsian lebt.

Der Wagen von Linzer ist nicht da. Dann ist das unserer Fahndungsansatz.

Alles klar.

* packende Musik *

(Mehringer) "Linzers Wagen wurde in der Tiefgarage des Hotels entdeckt.

Eingecheckt haben ein Mann und eine Frau,

die seine Tochter sein könnte.

Zimmer 407. Das SEK ist gleich da."

* Klopfen *

Was machen Sie denn hier?

Sie sorgen wirklich für ein positives Umfeld.

Das gefällt mir.

Ich fasse es nicht.

Du hast echt Nerven. - Ich habe ein Angebot.

Bist du alleine?

Ich teile nicht gern.

Was teilst du nicht gern? - Das Honorar, das Sie mir anbieten.

Wofür? Dass Sie uns nicht festnehmen?

Ich wickle dich hier tot in den Teppich.

Dann entkommt Sven Köppke mit Ihrer Beute.

Er ist auf der Flucht mit einem Ihrer Jungs.

Sven weiß nicht mal, wo mein Versteck ist.

Zwei Koffer mit Schmuck unter Beton. Ich hab's gesehen.

Präzise frei gesprengt von Nils Köppke.

Die Zeit läuft.

Und jetzt willst du mir helfen?

Ich will ein Stück vom Kuchen.

Okay.

Du findest ihn für mich. Ich werde dich belohnen.

Du musst nie wieder arbeiten.

Wo will er hin?

Irgendeine Idee? Hat er was gesagt im Knast?

Wir sprachen über Fluchtrouten.

Ich wollte immer mit dem ersten Flug weg aus Deutschland.

Aber Sven hat Flugangst.

Er wollte mit dem Kahn weg.

MS Montevideo. Er kennt den Kapitän.

Polizei! - Polizei! Nicht bewegen!

* spannungsvolle Musik *

Na, Sven, wie läuft dein Spiel?

Hast du noch Lust?

Tu das nicht, Nils, bitte.

Warum nicht? Warum soll ich es nicht tun?

Habe ich nicht alles, was ich bin, dir zu verdanken?

Das ist dein Werk, Bruder. Dein Werk.

Gut, nimm einen Koffer. Wir teilen. Brüderlich, wie früher.

Jetzt willst du teilen? Jetzt willst du teilen?

Gut, nimm beide Koffer. Nimm alles.

Nein! Nimm mich. Nicht sie.

Nimm mich!

* melancholisch perlende Musik *

Du kannst ja doch lieben.

Es wird Zeit, dass du gehst.

Für immer.

* Schuss *

Hände hinter den Kopf.

Zu ihm.

* tragische Musik *

* Er stöhnt. * Komm her, komm her.

(Polizist) Sie sind vorläufig festgenommen.

Arme auf den Rücken.

Wir hätten doch Pizza essen gehen sollen, hm?

Geschwister kann man sich nicht aussuchen.

Ich habe mir immer einen großen Bruder gewünscht,

aber wenn ich mir das so ansehe ...

Wie steht's bei dir?

Ich bin dein großer Bruder.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2025

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