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Original subtitles

Untertitelung. BR 2018

Was ist denn heute los?

Der große Sauerbruch kommt in der Wochenschau.

Heute?

Ja, heute.

Aber... Die kommen doch alle nur wegen deines Examen, Schwesterchen.

Otto!

Friedrich Marquardt meldet sich zurück von der Front.

Oh Gott, wie ist das denn geworden?

Das kann man von dir nicht gerade behaupten.

Ich habe so Angst, Frau Dr.

Sie werden nichts spüren.

Jetzt kriegen Sie erst einmal ins Schlafen.

Und wenn ich aufwache, bin ich im Körper.

Aufregend.

Chirurgie ist nicht gerade mein Spezialgebiet.

Wo ist denn dein Auto?

Da.

Lass ich euch zuhören. Ich muss hier unten bleiben.

Meine Damen und Herren, unsere Wochenschau will heute zeigen, wie der

Generalat Bauerbruch die Ärzte für die Front ausbildet.

Darf ich daher die Mitglieder der Studentenkompanie in die erste Reihe

Wenn Sie bitte Platz machen.

Aber ich mache heute mein mündliches Chirurgieexamen.

Ihr Beitrag für den Endstieg, junge Dame, ist ganz offensichtlich nicht

theoretischer, eher praktischer Natur.

Sie werden staunen, ich kann beides.

Trotzdem.

Sturmwarnung, der Chef hat die Wagen zu offen gelassen.

Reiche nicht die falschen Fäden an, sonst macht er dich zur Schnecke. 35 cm,

nicht 1 cm länger.

Guten Morgen.

Guten Morgen, Herr Professor.

Erste Assistenz, nur Zweite.

Und dass mir keiner Mocks macht.

Sonst können die Leute im Kino sehen, wie Sauerbruch euch feuert.

Prof. Sauerbruch? Vorsicht, ich bin steril.

Aber nicht so, wie du denkst.

Herr Kollege de Krines, der Chef der Psychiatrie möchte sich also hier von

examinieren lassen.

Da wird sich das Kinopublikum aber wundern über so einen alten Studenten.

Den Eindruck will ich wirklich nicht erwecken, dass ich bei Sauerbruch die

Schulbank drücken muss.

Fangen Sie gleich mit der Operation an? Ja, das kann ich ja meiner

Examenskandidatin nicht zumuten. Die kriegt womöglich noch ihr Kind, bevor

mit dem Operieren fertig bin.

Wo stehst du denn?

Hier. Willst du kneifen?

So, dann zeig uns mal, ob du was gelernt hast.

Leg uns mal den Fall so da, dass ihn auch die Wochenschau versteht.

Der Patient...

Paul Lohmann, 22 Jahre alt, Oberschenkelschussbruch mit

Femur, nach Erstversorgung im Feldlazarett, eine sich entwickelnde

Sekundärinfektion mit Gangren und deshalb sollte... Und da meinst du

Bein ist futsch?

Also, amputieren?

Ja, schon.

Aha, die junge Kollegin hier scheint etwas mutlos zu sein, was die Zukunft

dieses Beines angeht.

Keineswegs.

Dieser Patient ist der ideale Kandidat für die sauerbruchsche Umkippplastik.

Das heißt, der unrettbar infizierte Oberschenkel wird entfernt und der

unverletzte Unterschenkel kann erhalten werden, indem er zu einem

Oberschenkelstumpf umfunktioniert wird, an dem sich dann eine Prothese

befestigen lässt.

Das klingt ja jetzt etwas wie Hokuspokus.

Geht es noch etwas genauer?

Man durchtrennt dazu den Femur mit der G -Glied -Radsäge.

Danach folgt die Exartikulation des proximalen Fragments mit einem

Nach Abtrennung von Fuß und distalem Oberschenkelknochen wird der

Unterschenkelknochen gedreht. So kommt die Schienbeingelenkfläche sozusagen als

Oberschenkelhalbkopf in der Hüftpfanne zum Liegen.

Nach endgültiger Wundheilung dient der Stumpf als Träger einer Prothese.

Das hat auch ein bisschen was gelernt.

Martin,

komm, zeig uns mal dein Tanzbein.

Grenadensplitterverletzung des Oberschenkels während des

zwei Jahren. Kam aus dem Latretz hierher zur Oberschenkelamputation.

So, und nun?

Ganzes Bein futsch?

Nicht bei Sauerbruch.

Auch bei diesem Patienten kam meine Umkippplastik zur Anwendung.

Problematisch war allerdings, dass das Bein zu lange abgebunden war.

Ich freue mich jeden Tag, dass es wieder so gut gehen kann, zwei Jahre.

So.

Mit einem großen Längsschnitt an der Außenseite des Oberschenkels vom

Darmbeinkamm bis zum Knie dringe ich direkt bis zum Knochen vor.

Diesen löse ich dann unter größtmöglicher Schonung der Gefäße und

den Muskelansätzen aus.

Die Narkose ist nicht tief genug.

Von dem kannst du nicht mal eine Skala ablesen.

Komm, du lernst es nicht mehr raus.

Der löst ab.

Komm, weg.

Entschuldigung. Ja, entschuldige.

Entschuldige dich bei deinem Erzählen.

Du triffst mich nicht, Herrgott, noch mal.

Gut beobachtet.

Sicher ist Ihnen auch nicht entgangen, dass der Oberschenkelschussbruch ein

für Ihre Doktorarbeit ist. Dieser Lohmann könnte sich seinen Heimatschuss

beigebracht haben.

Der Mensch kann doch so arbeiten.

Fritz, setz einen Brief auf an Reichsärzteführer Conti. Er soll mir

diesen Professor Jung aus Straßburg her beordern. Ich habe diese dilettantischen

Metzgerlehrlinge satt. Fräulein Fritz, haben Sie vielleicht ein K .P. für einen

dilettantischen Metzgerlehrling?

Guten Morgen erst mal. Meine liebe Frau Dr.

Sauerbruch, du bist natürlich schon längst Metzgergeselle.

Und du verdienst das EK1 dafür, dass du es mit mir aushältst. Willst du

Eichellaub?

Wohl eher die Nahkampfspange im Gold.

Alles sehr bescheiden hier, aber immerhin haben wir zwei Zimmer. Jetzt wo

kleines kommt.

Das wäre dann deins.

Reicht das mit Ärzte?

Na klar.

Und? Wie feiern wir jetzt deine Bestallung?

Ich habe nur ein paar Kresspätzle übrig.

Du bist so schmal geworden.

Erzähl, wie ist es dir gegangen an der Front?

Wie soll es einem da schon gehen?

Wir werden nicht schon wieder aufpäppeln.

Du hast doch dein Fresspaket geschickt.

Auf Allgäu gibt es noch fast alles.

Kommt sie eigentlich zur Geburt?

Raus nicht mehr.

Die Züge fallen ja ständig aus.

Ich habe sie fast ein Jahr nicht mehr gesehen.

Ich habe gehofft, dass ich sie noch mal besuchen kann, bevor ich zurück an die

Front bin.

Geben wir euch wirklich nur zwei Semester für das Examen.

Wie soll das denn gehen?

Na ja, zum Amputieren reicht's.

Für Geburtshilfe nicht.

Geht's los?

Nein, es dauert noch. Mein Untermieter boxt mich bloß.

Gut.

Willst du mal fühlen?

Ja. Hier, guck mal. Ja.

Ja.

Dann gratuliere ich der frischgebackenen Frau Doktor.

Danke, aber den Titel habe ich noch nicht.

Damit ich mit der Doktorarbeit fertig werde, müsste sich das Kind schon sehr

viel Zeit lassen.

Das hat es offenbar vor.

Es macht keine Anstrengung, sich im kleinen Becken einzustellen.

Hatten Sie bis jetzt keine Senkwehen?

Nein. Woran kann das denn liegen?

Wir müssen abwarten.

Das Kind kann sich selbst unter der Geburt noch richtig ins Becken

lieber Kollege.

Und wenn es wegen einer Plazenta prävia so hoch steht?

Bei Erstgebärenden ist das eigentlich selten. Kein Grund zur Sorge.

Die fruchtbaren Stammbäume ihrer beiden Wippen legen doch nahe, dass einem

reichen Kindersiegen nichts im Wege steht.

Das Kind legt sich ja bald richtig.

Denken Sie weniger wie eine Medizinerin, empfinden Sie lieber wie eine glücklich

werdende Mutter.

Guten Abend.

Ist noch zu.

Wir wollten nur die Marke vorbeibringen. Für unseren Hochzeitsumdruck am 15. Ach

so, ich komme gleich.

Schade, dass wir die Wohnung nicht mehr für uns haben.

Zwei sein Mächte sind ja so bald vorbei.

Wir dachten an Bode mit Selterstadt -Sekt.

Und Weißwein.

Ich glaube, das wird eine Grünkohlbohle.

Oder hat von Ihnen jemand Erdbeeren versteckt?

Für eine anständige Bohle reichen die Marken sowieso nicht.

Ich habe noch weiße da. So her mit Schuss.

Na ja, und Buletten dazu.

Na, das muss ich unter der Hand organisieren. Das kostet aber extra.

Ich kann auch einen Hummer besäuen.

Den liebst du ganz ohne Marken. Einen Hummer.

Für 26 Personen.

Ja, ist doch nicht dran, so ein Hummer, ne?

Lieber ein bisschen mehr, dafür wird gut, das.

Buletten.

So, Kameraden, trinken nicht vergessen.

Hallo, Otto Marquardt.

Eine neue Formulanz hier.

Habt ihr nichts Stärkeres gegen die Schmerzen?

Ich brauche Stärkeres.

Du hast doch vor einer Stunde Morphium bekommen. Hilft das nicht? Es reicht

nicht.

Habt ihr keine Panzerschokolade? Aber kein Schmerzmittel.

Zusammen mit Morphium ist es gebraucht.

An der Front nehmen das alle.

Aber nimm nicht mehr als zwei auf einmal. Versprich mir das.

Das Ding ist nicht ohne.

Das hat doch eher keinen Zweck mehr.

Der ganze Zauber hier.

Am Ende wird man als nutzloser Krippe nach Hause geschickt. Ich fühle mich

jedenfalls nicht nutzlos. Und ein Holzmann kriegt kein Fußbild. Bist du

Frau? Nee.

Meine Verlobte.

Glaubst du nicht, dass die ein Krippe heiraten werden?

Lohmann!

So schnell sieht man sich wieder.

Du kennst mich nicht mehr.

Zweite Ladoga -Schlacht.

Ich war in der Sanitätskompanie 161 unter Stabsatz Dr. Weidner.

Marquardt. Ich bin hier der neue Formulant.

Otto Marquardt. Genau.

Bist du nicht zu deinem Heimatschuss gekommen?

Nur ja, die Tappe. Ich komme in Teufelsküche. Ich habe ja nicht gesagt,

es warst. Ich auch nicht.

Jedenfalls musst du nicht zurück zur Front.

Sei froh, dass du den Mist hinter dir hast.

Kannst du mit mir tauschen?

Ich hätte lieber meinen Beinfuss.

Pass auf bei mir nach. Ihr seid nicht mehr unter Kameraden. In der Heimat

andere Regeln.

Na, Helmut, zeig mal her.

Kannst du das spüren?

Das kitzelt. Das ist gut.

Und? Hast du schon Sehnsucht nach der Schule?

Nein, mit dem Gips kann ich eh nicht schreiben.

Na, jetzt ist aber mal Schluss mit der Faulenzerei, Helmut. Man kann auch mit

links schreiben.

Ui, Professor Bestauer.

Das könnte ich auch nicht, obwohl ich sogar selbst zwei liege Hände habe.

Na, dann passen Sie mal schön auf, dass Sie sich von Ihrem eigenen Kind nicht so

auf den Nase rumtanzen lassen. Aber mit Ihrer Hilfe, Schwester Käthe, wird mein

Kind natürlich eine stramme Erziehung genießen.

Meine Frau und ich geben übrigens endlich den Umtrunk anlässlich unserer

Hochzeit. Wir haben es vorher nicht geschafft, wegen eines Examen.

Erweisen Sie uns die Ehre.

Mit Vergnügen.

Dann Sie natürlich auch, Schwester Käthe.

Ecker? Bei die ganzen hohen Tiere?

Na, da komme ich mir ja vor, wie ich Riefenkoks von der Jassanstalt war.

Ich habe übrigens gute Nachrichten. Ihre OK -Stellung ist gerade vom

Wehrmeldeamt mitbetätigt worden.

Ja, die Front bleibt Ihnen also für die Dauer Ihrer Habitation erspart.

Gott, bin ich froh, dass Sie das geschafft haben.

Danke.

Ja, jetzt müssen Sie aber auch liefern.

Nur dann kann ich Sie als meinen Nachfolger in Stellung bringen.

Ich bin vielleicht froh, dass ich jetzt hier aber nur mein Studium beenden kann.

Ich war zwar nur ein Feldplatzerretter, aber das hat mir schon gereicht.

Die anderen Sanitäter mussten die Verwundeten ganz vorne bergen.

Na, und wir dachten schon, wir kriegen einen echten Kriegshelden.

Ich kann Ihnen versichern, dass auch die Arbeit hinter den Linien heldenhaft

ist.

Unser Stabsarzt hat zum Beispiel mal von mir verlangt, dass ich den

Zuckerspiegel eines Patienten schätze, indem ich sein Urin probiere.

Kosten Sie mal, Schwester Christel.

Sie wollen doch nicht kneifen.

Oder sind Sie etwas zimperlich?

Welche Formulanten werden zurück an die Front geschickt?

Schwester Christel, wo liegt Paul Lohmann?

Aus der Wochenschau.

Da drüben.

Was wollen Sie denn von ihm?

Ich würde ihn gerne befragen. Ich brauche noch mehr Fälle für meine

Doktorarbeit. Was ist das Thema Ihrer Arbeit?

Psychiatrische Diagnostik bei Verdacht auf Selbstverstümmelung. Dann ist

kein Fall für Sie.

Der Einschusswinkel beweist, dass er sich die Verletzung nicht selbst

beigebracht haben kann.

Die genauen Umstände kann mir Lohmann ja selbst berichten.

Nein, das wird er nicht.

Er soll ungestört gesund werden nach diesem schweren Eingriff.

Wollen Sie wirklich, dass mein Doktorvater bei Professor Sauerbruch die

Patientenakte offiziell anfordern muss?

Glauben Sie wirklich, Professor de Grines hat nichts Sinnvolleres zu tun,

nach Probanden für Ihre Doktorarbeit zu suchen?

Sie wird doch ohnehin nie fertig.

Sie streben ja wohl eher das eiserne Mutterkreuz an als eine

Karriere. Ich wüsste nicht, was Sie meine Mutterschaft angeht, Frau Dr.

Sauerbruch. Und mein persönliches Vorbild sind Sie in dieser Hinsicht eh

Schönen Tag noch.

Schönen Tag.

Wenn der Chef aus dem Haus ist.

Ich habe auch was für dich.

Frau Lefritz, suchen Sie bitte die Akte Lohmann raus.

Sie kriegen es für die Lohmann -Akte anfordern.

Wieso? Wegen der Doktorarbeit von dieser Waldhausen.

Waldhausen? Was will die von meinem Patienten?

Schauen, ob er sich selbst verstümmelt hat.

Was hatte das Feldlazarett als Verletzungsjahrgang beschrieben?

Lass uns noch mal in die Akte schauen, nicht, dass Lohmann am Ende einen Strick

darauf gedreht wird. Egal, wie er sein Bein verloren hat, der Mann ist auch

gestraft genug. Ich fliege ihn doch nicht zusammen, damit der Krienes ihn

das Kriegsgericht zerrt.

Das wird er nicht wagen.

Der Schutz der Jugend, die militärische Manneszucht und bevölkerungspolitische

Erwägungen erfordern eine Unterbindung jeglicher gleichgeschlechtlicher

Handlungen. Es gibt Kollegen, die zwischen homosexuell Veranlagten und

Verführten unterscheiden. Dabei ist es ja wissenschaftlich längst bewiesen.

dass es sich bei solch wieder natürlich veranlagten, ganz allgemein um Trieb

unsichere Psychopathen und Kriminelle handelt. Eine psychotherapeutische

Behandlung ist daher nutzlos.

Mit der Ausnahme von einmalig verführten Jugendlichen muss daher zur

Abschreckung ganz allgemein Entmannung und Schutzhaft verhängt werden. Bei

notorischen Jugendverführern halte ich sogar die Todesstrafe für angemessen,

sie ja in der SS bereits gegen Homosexuelle generell verhängt wird.

Sie sehen also, meine Herren, Wir in der Heimat sorgen auch für Ihre

Rückendeckung im Brausebad.

Wie ist das?

Da habe ich mich ja wieder arg verplaudert.

Nächste Woche spreche ich über die tierische Behandlung therapieresistenter

Kriegsneurotika.

Herr Professor, haben Sie kurz Zeit?

Für Sie doch immer, Frau Waldhausen.

Es geht um eine Doktorarbeit.

Bitte.

Es gibt ein Problem mit der Chirurgie.

Ich wollte heute Paul Lohmann befragen, den Oberschenkelschussbruch.

Margot Sauerbruch verwehrt mir den Zutritt, denn sie meint, die Verletzung

nicht selbst verschuldet. Das zu beurteilen, sollte sie einem Psychiater

überlassen. Können Sie nicht die Akte anfordern? Aber das ist ja wieder mal

typisch. Die Sauerbruch glaubt, nur weil ihr Mann eine Koryphäe ist, färbt das

auf sie ab.

Erkrankhaft ehrgeizig, die Frau.

Offenbar, wie sie ja nicht einmal Kinder.

Sie hatte eine Tochter aus erster Ehe, die ist im Internat.

Tja, das Kind stört, wenn man Hof halten will.

Ich werde dafür sorgen, dass die Wehrmacht bei mir ein Gutachten über

anfordert.

Dann kann uns nicht einmal Sauerbruch verwehren, den Mann zu untersuchen.

Was wollte Ihre Schwester eigentlich von unserem Lohmann?

Wann ich war hier?

Sie ist ganz schön mit Frau Dr. Sauerbruch aneinandergeraten.

Und Streitereien mit meiner großen Schwester kann ich auch an Liedchen

Hier.

Da hat sie mir erst nicht zehn Weine Haarbürste übergebracht.

Wollen Sie mich vor weiteren Übergriffen von Anni beschützen?

Sie hat mich übrigens am Sonntag ins Café Salversam eingeladen.

Kommen Sie doch mit.

Marquardt, ich brauche Hilfe, den Müller umzubitten.

Minute und vier Sekunden wieder hier. Nicht weg.

Wird jetzt der Müller?

Später.

Sag mal, wie gut kennt du Lohmann eigentlich?

Lohmann?

Nicht besonders gebraucht?

Der Krinus hat seine Akte angefordert.

Ja, und?

Der ist oberster Heerespsychiater.

Es wäre nicht das erste Mal, dass er sich einen verwundeten Soldaten zur

Begutachtung rauspickt und das vor das Kriegsgericht bringt. Wegen was denn?

Selbstverständlich.

Luhmann, der hat doch einen Sinn. Das ist eine Wehrkraftsitzung.

So etwas würde er doch nicht tun. Woher weißt du das?

Es wäre gut, wenn jemand aus deiner Kompanie für ihn aussagen würde.

Von wegen begeisterter Kämpfer, Volk im Vaterland, sowas.

Aber ich kenne den eigentlich kaum.

Heiliger Stroh, sagt Papa, du bist erschreckt.

Wir reichen schon die echten Generäle im OKW.

Willst du damit anbeuten, dass ein Generalarzt nicht echt ist?

Guck mal, ich habe da Meta bekommen.

Eichelblau mit Schwerter. Dein Vater will eben mithalten, wenn alle seine

Uniform tragen.

Herzlich willkommen, Peter.

Schön, dass Ada dich mal aus ihren Klauen lässt.

Nicht ich denn, Margot?

Sie weiß ja gar nicht, dass ich hier bin. Ihr kennt ja Mama.

Habe ich dir schon erzählt, dass ich in der Wolfsschanze bei Hitler war?

Danke. Und sein Hund, Blondie, hat sich nur von mir streicheln lassen.

Da hat er gejammert. Jetzt habe ich meinen einzigen Freund verloren. Alle

lieben die Sauerbrust.

Das bleibt jetzt unter uns.

Nach meinem Dafürhalten ist der Mann unzweifelhaft verrückt.

Er meinte...

Er muss nach Indien gehen und all so ein Quatsch.

Da musste ich wieder an diese Doktorarbeit denken.

Über hysterische Kriegsblindheit.

In der auch ein gewisser gefreiter Hitler aus Braunau als Fall beschrieben

Der alte Bonhoeffer hat es mir mal gezeigt.

Ich vermisse Bonhoeffer an der Charité sehr.

Sein Nachfolger, der Krimis, hat mich annähernd sein Format. Er hat das

gegen die Karriere angetäuscht.

Halt, Post von Hans und Friedrich.

Beiden geht's gut.

Der eine langweilig in der Kaserne, der andere in Lappland.

Ich fürchte, der werde ich bald mehr erleben.

Ich bin zur 14.

Panzerdivision an die Ostfront abkommandiert.

Das war nicht wert, wir sind beide kleine Kinder.

Sie sind also der kleine Schwager von meinem Doktor Waldhausen.

Na, was ein schnicker Kerl.

So was ist ja gerade mangelbar und wird ganz schnell verstandesamtlich.

Liebes Ehepaar Waldhausen und vor allem liebe, liebe Anni.

Ich muss gestehen, heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

Ich bin fast ein bisschen eifersüchtig, mein lieber Waldhausen.

Na nicht, was Sie denken.

Nein, nein. Aber auf dieses Prachtmädel verzichte ich höchst ungern in meiner

Klinik. Also vergessen Sie mir derweil Ihren Doktorvater nicht.

Ein Hoch auf diese gelungene Gesundpaarung. Danke für die guten

Namen meiner Frau. Und ich hoffe, dass wir bald mit Ihnen allen auf unser Kind

anstoßen können.

Soll Adolf heißen.

Vor allen Dingen, wenn er Mädchen wird.

Prost!

Und danke für den edlen Tropfen. Die Spenderin ist übrigens meine fleißigste

Multipara, Frau Reichsminister Göbbels.

Das Buffet ist eröffnet.

Professor Bessau.

Jetzt habe ich gerade meine Rede gehalten.

Schön, dass Sie es geschafft haben.

Darf ich Ihnen etwas einstellen? Gerne.

Auf Ihre Zukunft, Herr Scharini.

Danke.

Herr Professor Bessau.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Ich bin so froh, dass Arthur es mir nicht eingezogen hat.

Ich verzichte ungerne auf mein bestes Pferd im Stall.

Danke.

Manche Pferde bleiben im Stall, andere müssen raus in den Dreck.

Wie mein Bruder Otto Marquardt, Professor Besser.

Wenn sie gesehen hätten, was ich gesehen habe.

So viel Cognac von der Goebbels kann sie gar nicht trinken, um das zu vergessen.

Wir hier in der Heimat können nur wirklich nicht ermessen, was unsere

da draußen auf sich nehmen.

Es muss schwer sein, anstimmig zu bleiben, wenn man erlebt, wie barbarisch

Feind die Zivilbevölkerung hinschlachtet.

Verzeihen Sie.

Er hat zu viel getrunken.

Was ist denn los?

Komm, wir stoßen an, weil... Du musst ja nicht an die Front.

Soll ich sie bringen?

Nicht nötig.

Den Vorstoß in den rückwärtigen Sektor beherrscht die deutsche Wehrmacht

inzwischen.

Die Wehrmacht ist ein feines Land.

nicht schlafen.

Frühsport. Mach doch selber.

Ich bleib im Reifen stecken.

Du hast so verändert.

Unser Sonnenschein.

Meine nicht.

Ach, Arthur.

Wir wissen doch gar nicht, was er alles erlebt hat.

Da ist natürlich recht.

Aber darf uns kein Ärger machen.

Bestimmt nicht.

Die Kinder nerven täglich Biesengrund, hat mir für meine Impfversuche zur

Erforschung eines Hypokolose -Impfstoffs die ersten acht Probanden zur Verfügung

gestellt.

Glückwunsch.

Frau Dr. Reuter.

Dr. Waldhorn.

Mein Chefprofessor Besser hat mich avisiert.

Herzlich willkommen im Visumgrund.

Danke. Ich würde gerne gleich beginnen, damit ich vor der Verdunkung zurück in

der Charité bin.

Das hier sind Ihre Proben.

Haben Sie die sterilen Spritzen verbrannt?

Ja, hier drüben.

Das

ist

unser Heinz.

Hallo, Heinz?

Ich denke, fünf Kubiks sollten reichen.

Wo ist die Einwilligungserklärung der Eltern?

Die ist bei solchen Kindern nicht erforderlich, sind

Sie sicher?

Ja, natürlich.

Gut.

Das ist nur ein kleiner Pieps.

Ich zeige Ihnen jeweils die Dosis in die Akte ein und Sie protokollieren bitte

die Reaktion.

Sag

mal,

Brüderchen, wie geht es dir eigentlich?

Gut?

Wirklich? Ja.

Aber du siehst aus, als würdest du mitplatten.

Danke, sehr charmant.

Hat sich das Kind denn inzwischen gesenkt?

Nein, noch nicht.

Professor Stöcke meinte, ich soll nicht so sehr wie eine Medizinerin denken.

Na dann?

Du könntest mir heute helfen.

Ich muss einen Patienten von eurer Station in die Psychiatrie bringen.

Doch nicht Lohmann.

Genau den.

Wir kriegen es erst seit deinem Glaubwürdigkeitsgutachten.

Sein Bein ist weggeschotten worden.

Das hat er wohl kaum erfunden. Deswegen ist es wichtig, dass er überprüft wird,

ob er sich selbst verstümmelt hat.

Das könnte sicher jeder auf Kosten seiner Kameraden drücken.

Das musst du doch gerade du verstehen, oder brauchen wir gegen die Russen nicht

etwa jeden Mann an der Front?

Herr Lohmann ist sicher unschuldig. Dann wird ihm die Krinis auch kein Haar

krümmen. Ich bin sehr daran gelegen, dass solche Fälle nach

Kriterien beurteilt werden.

Deswegen hat er mir das ja auch als Promotionsthema gegeben.

Herr Lohmann, wir bringen Sie jetzt in die Psychiatrie.

Warum soll ich denn in die Psychiatrie?

Mit meinem Kopf ist doch alles in Ordnung. Sie müssen nur ein paar Fragen

beantworten.

Danach bringen wir Sie hierher wieder zurück.

Von den besten Grüßen von Professor Dekrinis.

Warum fordert die Wehrmacht jetzt sein Gutachten an?

Dann müssen Sie Professor Dekrinis fragen.

Herr Hitler.

Sie haben sich Ihren Oberschenkelschussbruch bei der Schlacht

zugezogen. Ladoga -See.

Nördlich von Gaitolovo.

Gaitolovo. Aber das macht nichts.

Im geheimen Bericht der Feldpolizei steht, dass es sich um einen

Schuss gehandelt hat.

Bewiesen durch die Schmauchspuren an der Eintrittswunde. Ich weiß, dass Sie

denken, das war ich selbst.

Zumal Sie in Ihrer Feldpost wiederholt an Ihre Verlobte geschrieben haben, dass

Sie furchtbares Heimweh haben.

Ich habe mir nicht selbst ins Bein geschossen.

Die beiden Kameraden, die mit mir in dem MG -Nest gelegen haben, die können es

bezeugen. Die gefreiten Krüger und Henlein? Ja.

Die sind tot.

Schildern Sie uns doch bitte den Vorfall.

Herr Lohmann?

Erst hat uns das russische Trommelfeuer zwei Stunden lang eingedeckt.

Wir saßen in unserem MG -Nest.

Zu dritt.

Das Maschinengewehr klemmt plötzlich.

Kröger will es schlott nach.

Da kriegt er einen Bauchschuss.

Er fällt auf mich rauf.

Auf einmal stürmen die Rotamisten.

Der einbrechende Russe erdenkt, ich sei tot, weil ich unter Kröger liege.

Er schießt auf Hähnlein.

Ich reiße ihm die Beine weg.

Und er wehrt sich.

Bei dem Kampf schießt er mir ins Bein.

Henlein ist zwar auch getroffen, aber er verpasst dem Russen trotzdem noch einen

Kopfschuss. Das hat mir das Leben gerettet.

Ich habe viel Blut verloren und bin erst auf der Verbandsliege wieder zu mir

gekommen, als man mir eine Infusion gegeben hat.

Und Kröger und Henlein? Die habe ich nie wieder gesehen.

Die waren schwerer verletzt als ich und mussten direkt ins Blatt verretten.

Bei mir dachte man, er sei nicht so schlimm.

Bis sich das Bein dann infiziert hat.

Kröger hat seinen Bauchschutz erlegen, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu

haben.

Und Henlein hat vor seinem Tod noch eine Aussage gemacht.

Diese deckt sich mit ihrer Schilderung.

Wer sagt mir denn, dass sie sich diese Geschichte mit Henlein nicht zusammen

ausgedacht haben, damit sie beide von der Front wegkommen?

Was machst du hier?

Willst du ihn zurückbringen?

Ich will eine Aussage machen.

Ich bin der Bruder von Anni Waldhausen.

Ich möchte eine Aussage zu Lohmann machen.

Rufen Sie bitte einen Pfleger, der ihn zurückbringt.

Ja, freut mich, dass ich auf diese Weise Annis Bruder kennenlerne.

Sie kennen also den gefreiten Paul Lohmann. Sein Grenadierregiment wurde

unserer Sanitätskompanie versorgt.

Und wo waren Sie eingesetzt?

Bei der Schlacht am Ladoga -See? Am Hauptverbandsplatz, bei Gaitolowo.

Wie wollen Sie denn sehen haben, wie Lohmann zu seiner Verwundung gekommen

Das habe ich tatsächlich nicht gesehen.

Aha. Aber ich habe assistiert, als Stabsarzt Dr. Schultes die

gemacht hat. Dr. Schultes ist später leider gefallen, aber ich kann bezeugen,

dass es ein Distanzschuss war.

Und den kann Lohmann sich nicht selbst beigebracht haben.

Und das würden Sie auch beeilen?

Ja.

Danke. Sie können gehen.

Ich habe jetzt doch bei der Krinitz für Lohmann aufgewacht.

Doch du kennst Lohmann gar nicht.

Ich konnte schon immer gut lügen, ohne rot zu werden.

Hauptsache Lohmann kommt nicht vor das Kickdreh.

Hoffen wir es. Bei der Krinitz weiß man nie.

Vielleicht will er an Lohmann ein Exempel statuieren und eine Hinrichtung.

Wegen Selbstverstümmelung spricht sie schnell rum in der Truppe.

Warum ist Anni so überzeugt von der Krinitz? Da musst du dich doch selber

fragen.

Die hat ihren kleinen Bruder doch noch nie ernst genommen.

Das ist ein Fehler.

Und zur Strafe bekommt sie nichts mehr von der Marmelade ab.

Wer bewertet denn den deutschen Soldaten? Nicht ein, nicht zwei, nicht

nein! Wer bewertet denn den deutschen Soldaten?

Vier Fruchtmarmelade an die Front, Chicken!

Bist du von allen guten Geistern verlassen?

Was ist los?

Du Idiot.

Wenn du schon eine Falschaussage machst, dann sprich dich wenigstens vorher mit

Lohmann ab.

Er erklärt uns lang und breit, wie es im Nahkampf zu einem aufgesetzten Schuss

gekommen ist und du erfindest einen Distanzschuss.

Ich konnte die Klinis gerade noch davon überzeugen, dass du einfach ein

herzensguter Kimpfkopf bist, der einem Kameraden helfen will.

Meinetwegen lässt der Gnade vor Recht ergehen.

Vergiss deine Aussage.

Tu sowas nie wieder.

Ohne mich wärt ihr beide vor das Kriegsgericht gekommen.

Ja, hier, das sind die kritischen Stellen, da kann es reißen.

Besser, du lässt das Holz noch länger trocknen.

Aber Pappelholz, schon richtig, ja?

1300 Gramm?

200.

Sehr gut.

Damit machen wir einen richtigen Bruder Leichtfuß aus ihm. Na, Lohmann?

Dann wollen wir dir mal zum neuen Unterschenkel verhelfen. Was hast du

eine Schuhgröße?

46. Was?

Solche Quadratlatschen? Das ist doch prima, auch auf einem Bein.

Die Umteilung sieht gut aus.

Abgeschwollene so.

Sehr gut.

Heim macht dir jetzt erstmal einen Gipsabdruck, damit er dann die Prothese

Maß anfertigen kann. Und bis die fertig ist, trainierst du deine Muskeln.

Hörst du, Lohmann?

Sieh zu, dass er von den Perpetuen runterkommt. Das macht depressiv und

Verstehe. Wie heißt er nochmal?

Otto Marquardt.

Ich bin der Bruder von Anni Waldhausen. Ach, unsere werdende Mutter.

Ja, genau.

Also noch wohne ich bei ihr.

Aber wenn dann ihr Kind da ist, dann hätte ich schon gerne was Eigenes.

Hein, mein Famulant braucht ein Bett. Was ist mit der Liege im alten

Ja, das wird schon gehen.

Tausend Dank.

Rundliegen wirst du dich hier nicht.

Chirurgie, nehme ich mit.

Raumklinik.

So, Herr Fischer.

Einmal bitte Fiebermittel.

Danke.

Roman?

Paul!

Hörst du mich?

Kannst du mich hören?

Paul!

Paul!

Kannst du mich hören?

Sie sind in der Filmvorführung. Laufen Sie zum Arzt und sagen Sie ihm, er soll

alles für eine Magenspülung mitbringen.

Sein Kreislauf stabilisiert sich.

Wie ist er da rangekommen?

Eigentlich geben wir Palpatine nur, wenn einer von der Front einen Zug schiebt.

Damit wir das Volk besser wegschließen.

Vorladung zur Verhandlung gemäß § 5 der Kriegs - und der Strafverordnung wegen

Zersetzung der Wehrkraft.

Die Selbstverstümmelung.

Professor Sauerbruch hält kolleg. Der Führer verlieh dem großen deutschen

der auf vielen Gebieten der Medizin bahnbrechend gewirft hat, das

zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern.

Mit einem großen Längsschnitt an der Außenseite des Oberschenkels...

Professor Sauerbruch erhielt diese hohe Auszeichnung insbesondere für seine

großen Erfolge in der Kriegschirurgie. Diese virtuose Technik, diese

bewunderungswerte Sicherheit.

Wer ist dieser begabte Operateur?

Diese Liebenswürdigkeit und Geduld.

Den Mann würde ich gerne mal kennenlernen. Da geht es mir wie Ihnen,

Frau.

Ihr Schlitzler, ihr wollt ja nur, dass ich zum Film gehe und euch nicht weiter

examiniere.

Otto,

halt

den Mund jetzt.

Aber, wenn wir das so machen, gut.

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