All language subtitles for Charite s03e05 Sepsis

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Original subtitles

Lass uns gemeinsam gehen.

Ihr habt Ben überall gebraucht. Ich bin nicht so feige.

Setz mich einfach ab.

Dr. Brunken ist abgängig.

Machen Sie den Pflaster.

Alles in Ordnung, Herr Professor.

Also ich würde Sie sehr gerne stationär aufnehmen.

Übertreiben Sie mal nicht.

Sie haben das übersehen, Alex.

Es kann doch nicht sein. Irgendwas.

Was ist nun eigentlich mit der markanten Oberarztstelle?

Da braucht es jemanden, auf den man sich verlassen kann.

Eine Lungenembolie.

Lügen unsere Patienten und Angehörigen, ja?

Wenn wir uns da raushalten, glaub mir.

Was haben sie dir versprochen?

Hm?

Danke.

Schönen Tag noch.

Vielen Dank.

Morgen, Frau Doktor.

Morgen. Ich muss jetzt leider zur Visite.

Lassen Sie sich nicht aufhalten. Ich habe schon gleich einen Weg.

Meine Mutter war Krankenschwester drüben in der Chirurgie bei Professor

Sauerbruch. Sie war dabei, als die Bomben fielen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass sie sich jemals beklagt hätte über das

Verschwinden der Kollegen in den zurückliegenden Jahren.

Was bricht ihr das her?

Soll ich Ihnen was verraten? Mir geht es ja wie ihr.

Verständlich. Können Sie sich das vorstellen?

Regelmäßig zu Kreuze kriechen, rapportieren, wie viel Personal sich

der Mauer noch absentiert.

Freunde mache ich mit dem Gesundheitsministerium, damit keine, das

mir glauben.

Der Zustand der Charité liegt mir am Herzen.

Und zwar sehr.

Hat Dr. Brunken sich eigentlich mal bei Ihnen gemeldet?

Warum sollte er?

Sie standen sich doch nah, oder?

Erzählt man sich zumindest.

Ja, was man sich nicht so alles erzählt, ja.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch.

Ich will nur, dass es Ihnen weiterhin gut geht bei uns. Einen Platz an Prof.

Pogop's Seite nach so kurzer Zeit, das ist ja nun wirklich nicht

selbstverständlich. Was meinen Sie damit?

Naja, ich persönlich fände es äußerst schade, wenn Sie uns nicht vorgesonnen

blieben.

Nun denn, ich verfolge Ihren Weg mit regendem Interesse.

Fuchs können wir nicht verlegen. Der ist frisch operiert.

Fritsch wird morgen entlassen.

Und Kovac kommt auf die drei.

Dieser Patient ist ein Scheuß.

Schwester Petra, ich muss doch sehr bitten.

So reden wir aber nicht über unsere Patienten. So lasse ich mich aber von

nicht anmaulen.

Sie hätten gar nicht herkommen sollen.

Die kriegen ja nicht mal einen warmen Tee hin.

Herr Richter.

Novak mein Name. Ich bin hier der Leitende der Oberarztstation.

So, so. Wie geht es uns denn heute?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Mir geht es schlecht.

Robert, bitte.

Hautausschlag.

Leicht der Druck auf der Brust.

Wollen Sie sich dann bitte freimachen.

Wie jetzt?

Vor den Weibern?

Herr Richter, Sie sind doch ein gestammter Mann. Sie haben doch nichts

verbergen.

Sagen Sie mal ja.

Wie lange haben Sie das schon?

Was weiß ich, ein halbes Jahr.

Sind Sie Allergiker?

Ich bin Landwirt. Ich habe doch keine Allergien.

Wir machen einen Abstrich.

Ist das dein Anstecken?

Ich nehme an, es handelt sich um eine gewöhnliche Schuppenflechte.

Kein Grund zur Sorge.

Siehst du, da hörst du ja, was der Doktor... Nowak.

So. Was der sagt.

Gut, Schwester Geider, dann probieren wir es erstmal mit Cortison, ja?

Entschuldigung, wenn ich ganz kurz einhaken darf.

Selbst wenn es sich um eine gewöhnliche Psoriasis handelt, wäre es dann nicht

gut, wenn wir eine Röntgenaufnahme machen? Also um alle Eventualitäten

auszuschließen. Wir werden exakt das tun, was in diesem Fall zu tun ist.

Ich schaue nachher nochmal nach Ihnen.

Schönen Aufenthalt an der Charité.

Ja, danke.

Das kommt ganz in den Anfang.

Sehr gut.

Bitte, bitte, bitte. Hier keinen Kaffee. Bitte.

Entschuldigung. Herr Professor, Herr Krug lässt fragen, ob er die Komponenten

für die Stärke -Gel -Elektrophorese... Stärke -Gel -Elektrophorese.

Genau, ob er die Apparaturen heute schon liefern und aufbauen kann.

Habe ich nicht angefordert.

Sie nicht, aber Frau Dr. Wendt.

Frau Dr. Wendt.

Kann ich Sie fragen, was Sie da machen?

Ich versuche nur nachzuvollziehen, warum Sie irgendwelche Geräte bestellen, ohne

mich davon in Kenntnis zu setzen.

Ich bin vorgegangen, wie wir das besprochen hatten.

Die Korrelation bestimmter Krebsarten mit bestimmten Blutgruppenmerkmalen.

Die Haptoglobin -Subtypen.

Und um die Blutbestandteile zu trennen, habe ich... Die Elektrophorese bestellt.

So. Und seit wann sind Sie dazu befugt? Haben Sie gedacht, ich merke nichts

davon? Ich habe Sie was gefragt.

Guten Morgen.

Ähm, es tut mir leid. Ich wollte Ihnen an nichts verlasst fallen.

Was soll der Unsinn hinter meinem Rücken?

Warum reden Sie nicht mit mir?

Nach der Obduktion des Patienten Neumann muss ich wohl den Eindruck gewonnen

haben, dass Sie sich mit den obligatorischen Aufgaben des Instituts

Wahrheitsfindung in einem unnatürlichen Todesfall bereits jetzt schon jenseits

Ihrer Kapazitäten befinden, Herr Professor.

Sie kommen heute Abend in mein Büro.

Heute Abend passt es leider nicht.

20 .30 Uhr.

Es wird schon wieder.

Frau Rappoport, würden Sie bitte kurz mitkommen?

Es geht um ein Neugeborenes, das uns ein wenig Sorge bereitet. Ich muss

eigentlich zu Professor Kratz. Es tut mir leid.

Er ist alt womöglich.

Sie lag doch die ganze Zeit bei mir.

Ich kriege doch kaum noch Luft. Machen Sie doch mal irgendwas.

Sie ist heute früh zur Welt gekommen.

Zytoskop? 38.

Woche, Temperatur 36 ,4. 36 ,4 ist deutlich unterkühlt.

Kindsbecht? Ganz normal.

Ganz ohne Stress und sie hat kein Fruchtwasser verschluckt.

Nein, sie war vollkommen gesund bis vor 20 Minuten. Was ist denn hier los?

Was machen Sie hier, wenn ich fragen darf? Rufen Sie bitte in der

an, wir kommen sofort rüber. Immer mit der Ruhe.

Wir haben hier aller Wahrscheinlichkeit noch mit einer Neugeborenen -Sepsis zu

tun. Mir fehlen hier sämtliche Geräte.

Ach, der der Mutter.

Sind Sie der Schwangerschaft erkrankt?

Nein. Wir machen Abstrich.

Beeilung.

Ja.

Und

wo

bringen Sie sie jetzt hin?

Frau Melzer, waren Sie die letzten Wochen oder Monate krank?

Sie müssen mir das sagen.

Es wird aber nicht sterben, oder?

Denken Sie bitte nach.

Ich weiß es nicht.

Das Ergebnis des Abstriches kommt erst morgen früh.

Aber um bei Ihrer Tochter eine Behandlung einleiten zu können, muss ich

schnellstens wissen, wo diese Sepsis herkommt.

Ich brauche sie jetzt, Frau Melster.

Eine Art Blasenentzündung vor acht, neun Wochen, aber das ist alles.

Harnwegsinfekt. Aber das kann es doch nicht sein, oder?

Ich war mir nicht mal sicher und am nächsten Tag war alles wieder gut. Die

Bakterien können im Vaginaltrakt verbleiben und sich bei einer Entbindung

übertragen. Ich sage sofort der Kinderklinik Bescheid.

Keine Station, hallo?

Gut, ich bereite alles vor.

Wir kriegen eine bakterielle Selbstbescheidung.

Die letzte Flasche Penicillin. Wir müssen nachbestellen.

Geht das nicht schneller?

Sollen Sie ein bisschen schneller fahren, bitte?

Geht es vielleicht noch ein bisschen gröber?

Das wird ja sogar meine Sibylle noch besser hinkriegen.

Ihre Frau wieder auf dem Hof?

Ja, noch melken sich die Kühe nicht gegenseitig.

Also eine weite Anfahrt.

Zwei Stunden im Auto.

In der Nähe von... In der...

Haben Sie die öfter?

Diese Aussetzer?

Hä?

Haben Sie Kopfschmerzen?

Den Öl?

Wie sich eine Gehirnerschütterung anfühlt, das weiß ich ja wohl noch.

Habe ich nicht.

Schauen Sie mich mal an, bitte.

September 1952, 0 -3 gegen Polen. Mai 1957, 2 -1 gegen Wales.

Nationalmannschaft der DDR, seit 1952 bis heute.

Alle Ergebnisse, alle Spiele. Noch Fragen?

So, haben wir es dann?

Ja, haben wir.

Fürs Herz.

Akuter Sauerstoffmangel.

Haben Sie nochmal mit Karls gesprochen? Es gab einen Haarenwechsel -Pack bei der

Mutter. Streppe -Cocombe vermutlich.

Findest du ihn?

Ich bin schon vorbereitet.

So, sie kühlt uns aus.

Wärme ist schon da.

Übernehmen Sie.

Und ganz langsam, ja?

Wirklich nur mit halber Kraft.

Wie geht's ihm?

Leicht erhöhte Temperatur, 37 ,9.

Benimmt sich aber, als wäre er längst im Delirium.

Azesal kriegt er, 500 Milligramm. Ich schaue nach ihm.

Danke.

Und sagen Sie ihm, es gibt keine extra Wurst?

Herr Richter.

Wer sind Sie denn jetzt schon wieder?

Ich will den Oberarzt sprechen.

Ich bin die Ärztin.

Ella Bent.

Wir haben uns vorhin schon mal kurz bei der Visite gesehen. Erinnern Sie sich

nicht? Fange ich jetzt auch so an?

Wollen Sie mir sagen, ich bin blöde?

Hm.

Ich will Ihnen helfen.

Dazu müsste ich Ihnen jetzt mal kurz Blut abnehmen, wenn Sie einverstanden

Ich bin nie krank. Das kann sich unser einer gar nicht erlauben.

Das glaube ich Ihnen gern.

Es ist alles nicht gerade einfacher geworden.

Die ganzen Wochen, da fressen wir nur Mais, um die Quote zu erfüllen.

So sieht er aus.

Der sozialistische Frühling auf dem Lande.

Aber abbauen, wie die anderen Bauern 1953,

kam für mich nie in Frage.

Ach, was wissen Sie schon vom Leben auf dem Land?

Würden Sie sich denn jetzt wohler fühlen, wenn ich Ihnen einmal mit einem

statt mit einer Flügelkanüle traktieren würde?

Frau Doktor, ist doch nicht normal bei einer Schuppenfläche, dass man so

ist, oder?

Dazu wird man morgen früh mehr.

Bitte.

Was soll das?

Seit Tagen zeigst du mir die kalte Schulter. Und jetzt nimmst du auch noch

hinter meinem Rücken meinem Patienten Blut ab.

Wie soll ich Respekt haben vor meinem Oberarzt, der die Tochter seines

verstorbenen Patienten belügt?

Glaubst du, ich habe das gern gemacht?

Schlimmer.

Berechnend.

Ja, aber für den Bau der Bombe braucht es eben Uran und irgendjemand muss es ja

abbauen, nicht wahr?

Und dann heiligt der sozialistische Zweck eben die Mittel.

Die Solidarität des Volkes steht über dem Wohl des Einzelnen.

Red doch nicht so einen Unsinn.

Was soll die Öffentlichkeit denn mit dieser Information anfangen, Ella?

Wem bringt das denn was und wem spielt es in die Hände? Mensch, Alex, wir sind

Erbster verdammt nochmal und keine Politiker.

Aber du redest wie einer und jetzt lügst du eben auch wie einer.

Ja, und du redest wie er.

Wie Kurt.

Die Welt hier draußen ist ein wenig anders als in deinem Labor.

Und ja, wenn es sein muss, dann bin ich eben bereit, mich den Gegebenheiten

anzupassen.

Es ist immer noch besser, als sich feige aus dem Staub zu machen.

Du bist doch kein Gott besser.

Warum sagst du denn nicht was?

Geh doch zum Spiegel. Ruf doch an in der Redaktion. Hier.

Bitte.

Robert Richter hat keine Schuppenflechte, er hat Pelagra.

Was?

Die demenzähnlichen Symptome, der partielle Hautausschlag an Händen,

Brustkorb, sind die Folgen einer einseitigen Ernährung mit Mais.

Gib ihm einfach 200 Milligramm Nikotinsäure täglich, um etwas

essen.

Leber, wenn möglich.

Achso, und behalte mal das Fieber im Auge, das passt nicht so recht ins Bild.

Na dann.

Schönen Tag noch.

Hat er dir wenigstens was ordentliches angeboten fürs Ausplaudern?

Was? Lehmann weiß Bescheid über Kurt und mich.

Und ich frag mich schon die ganze Zeit, wer hat's erzählt?

Ich hab niemandem was gesagt. Und dass ich die Einzige bin, die von euch

hat, das war doch nicht zu übersehen. Und warum schabenzelst du dann die ganze

Zeit um den Lehmann rum?

Darum. Ist gestern gekommen.

Mein Aufenthalt hier läuft aus.

Ich muss zurück nach Kuba.

Und zwar schon im Dezember.

Stell dir vor, Ella, es geht nicht immer nur um dich.

Das tut dir leid? Ja.

Mir auch.

Ich habe dich nicht verraten.

So etwas werde ich niemals tun.

Ich weiß gerade nicht...

Vielleicht war alles falsch hier. Alles hier. Eine Lüge.

Vermisst du Kurt?

Vielleicht hat er sich tatsächlich gerade noch rechtzeitig entschieden.

Ich würde alles dafür geben, hierbleiben zu dürfen.

Im Zimmer sind noch Tortillas, wenn du Hunger hast.

Nein, danke.

Professor Clark war leider nicht mehr im Hause. Ich habe nur seine Sekretärin

erreicht. Das gibt's doch nicht.

Die Pupillen reagieren nicht richtig.

Pupillicita.

Ja.

Könnte sein, dass das Mittelhirn durch den Sauerstoffmangel während des

Transports geschädigt wurde.

Ein Hirnzahn?

Das ist ein Hirn.

Dabei ist es so einfach, sowas zu verhindern.

Wir müssen nur einfach enger miteinander arbeiten und vor allem räumlich näher

beieinander sein.

Ist alles in Ordnung?

Danke. Alles gut.

Und ob da nochmal vorbeikicken, ob alles funktioniert.

Ja, alles gut.

Warten Sie mal. Ich zeige Ihnen mal was.

Kommen Sie mal her.

Ich gebe hier nämlich gerade das eingefärbte Blutserum auf die starke

Gelplatte. Jetzt wird der Strom angeschlossen.

Und später...

werden dann die durch die unterschiedlich hohe

getrennten Globulinfraktionen sichtbar.

Das würde ich meinen, Frau Doktor, aber ich verstehe da nur Bahnhofen. Nein,

nein, kommen Sie mal her.

Setzen Sie sich mal her.

Dieser Prozess brennt die winzig kleinen Blutzustandteile.

Der bricht sie quasi auf.

Denn nur eins davon interessiert uns wirklich.

Schauen Sie mal, grün, gelb, lila, blau, rot. Diese Haptoglobintypen nämlich,

die färben dann später das Gel ein.

So, und dann schaut man, taucht jetzt in einer dieser Gruppen besonders häufig

das Blut von Krebspatienten auf.

Und? Dann stellen Sie sich mal vor, was das bedeuten würde. Wenn man anhand

eines einzigen Blutgruppenmerkmals ablesen könnte, wie hoch die

Wahrscheinlichkeit ist, ob ein Mensch an Krebs erkrankt.

Man könnte den Krebs...

Erkennen und bekämpfen, bevor er überhaupt gefährlich wird.

Haben Sie sich irgendwas eingefangen?

Sie sehen überhaupt nicht gut aus.

Danke, Frau Doktor. Das weiß ich selber.

Soll ich mir das mal anschauen?

Nee.

Das ist in der Ernstchen auch.

Unkraut verhebt doch nicht.

Ach, mein lieber Scholli, Sie sind wirklich eine seltene Pflanze. So ein

-Wächs, wa?

Lassen Sie sich von dem Prokop nicht kaputt machen, der meint das nicht so.

Leute wie Sie brauchen wir hier ganz dringend.

Und? Rapport.

Wie geht es ihr?

Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand.

Ihre Tochter ist jetzt außer Lebensgefahr.

Ja.

Aber?

Was stimmt denn?

Das kann ich Ihnen leider noch nicht genau sagen.

Es könnte sein, dass das Nervensystem Ihrer Tochter durch den Sauerstoffmangel

geschädigt wurde.

Was?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?

Auch wenn ich es mir wünschen würde, ich kann Ihnen keine deutlichere Prognose

geben.

Es tut mir leid.

Sehr.

Womit müssen wir rechnen?

Es könnte sein, dass es zu kognitiven Beeinträchtigungen kommt.

Ist unsere Tochter behindert?

Frau Melzer, warten wir es ab.

In zwei Wochen wissen wir mehr.

Wenn es wirklich so ist.

Dann finden wir Wege.

Schauen Sie, ich habe selbst vier Kinder.

Meine jüngste Tochter ist fast blind und mit einer schweren Epilepsie zur Welt

gekommen.

Aber ich liebe sie nicht weniger als die anderen drei.

Kann ich da irgendetwas für Sie tun, Herr Professor?

Nein, danke.

Ach, denken Sie bitte an die Rückmeldung zum Krebsforschungskongress.

Professor Klar hat extra nochmal angerufen.

Gute Nacht.

Frau Damrau, ich sage, wann kommt denn der Verleger morgen?

Frau Damrau?

Wir waren verabredet, Sie und ich.

Ich hatte zu tun.

Ach, zu tun, interessant.

Ich glaube, dass es neben den drei bekannten Haptoglobin -Subtypen noch

weiteren Typen gibt.

Bitte?

Zeigen Sie her.

Eine Anomalie.

HP00.

Könnte auch eine Fehlbestimmung sein.

In 2 ,5 % der untersuchten Fälle.

Mit Sicherheit nicht.

Fahren Sie fort.

Alle untersuchten Proben, diese Typen stammen von Krebspatienten ab. Alle.

Das, verehrte Kollegin, in aller Liebe, das wäre eine medizinische Sensation.

Und medizinische Sensationen sind ausschließlich Ihnen vorbehalten?

Mir gefällt der Ton nicht, dass er da einigen Tage Einzug gehalten hat. Ganz

gar nicht. Wenn Sie was stört, dann sprechen Sie es aus. Bitte. Wenn es in

Ordnung ist, dann würde ich jetzt gerne weiterarbeiten.

Sie wollen mich rausschmeißen? Bitte.

Aus meinem Labor?

Raus. Sofort.

Gegen alle Gebote der Menschlichkeit, des Rechts und der Vernunft sind Ost

-Berlin und die Sowjetzone in ein Konzentrationslager verwandelt worden.

Haben Sie mich auch erschreckt.

Was die da drüben alles über uns erzählen, ist schon ein Ding.

Ach, das ist nur Politik.

Wissen Sie, was mein Vater immer gesagt hat?

Politik ist eine Hure.

Hätten Sie vielleicht mal einen neuen Pflaster für mich?

Natürlich.

Soll ich mir das mal anschauen?

Nee, nee.

Fällt der denn schon wieder?

Danke.

Der stellvertretende amerikanische Außenminister Chester Bowles sagt heute

einer Rede vor dem internationalen Presseclub in Washington...

Die kommunistischen Drohungen in Berlin seien die direkteste und gefährlichste

Herausforderung. Das ist mein Selbstbestimmter, gib ihn mir sofort

Dann hol dir doch einen anderen.

Hallo Mama.

Hallo.

Hallo München. Mama, Paulchen ist krank. Hallo mein Darling.

Ach herrje, was hat er denn Frau Doktor?

Er hat Bauchweh. Er hat Bauchweh.

Ja, dann müssen wir ihm wahrscheinlich eine Wärmflasche machen, oder? Frau

Kollegin.

Habt ihr was gegessen? Tante Käthe hat Milchreis gemacht.

Danke, Grete.

Und, wie war dein Treffen mit Zifrin?

Er scheint der Idee, Insulin in der DDR herzustellen, zumindest nicht abgeneigt

zu sein.

Und das heißt, ihr kriegt die Mittel vom Gesundheitsministerium? Ja, wenn sie

nur noch die paar dazu vorlegen.

Aber das ist so schön. Und wie war es bei dir?

Ein Neugeborenes hätte eine Selbsthilfe nicht überlebt und wird wahrscheinlich

schwere Hirnschäden davon tragen.

Und was sagt Kratz jetzt? Ich glaube, ich kann ihn heilen.

Er fühlt sich bedroht.

Hört ihr bitte auf, hier rumzurennen.

In der Sache hast du ja recht, Inge.

Aber wie verkauft du sie?

Was bietest du ihm an?

Was ist dein Wunder?

Himmel, Herrgott, noch mal, ihr sollt hier nicht rumrennen.

Ich glaube, sie hat es nicht gesehen. Ja, jetzt habe ich es aber wirklich

zehnmal gesagt. Jetzt sei doch nicht so laut.

Du machst ihr Angst.

Ich werde eh nicht auf dich, wenn du so laut bist.

Ich muss arbeiten.

Entschuldige, Lisa.

Es tut mir leid.

Entschuldige.

Gehen Sie.

Geh.

Herr Richter.

Er hat nach dir verlangt.

Er will von dir behandelt werden.

Fieber ist gestiegen?

39 ,8 über Nacht.

Ich habe ihn röntgen lassen.

Verschleppt er Lungen zu? Ja.

Sein Immunsystem hat sich durch die Mangelanlehrung in Luft aufgelöst.

Das ist eigentlich ein Wunder, dass wir haben.

Guten Morgen, Herr Richter.

Ich habe Angst, Frau Doktor, dass ich meine Kinder nicht mehr sehe.

Und den Hof.

Ich habe Angst.

Ja.

Aber wir kümmern uns um Sie.

Das wird wieder.

Wird alles gut.

Ich hätte das nicht übersehen dürfen.

Ich denke, mit dem sofortigen Beginn einer hochdosisierten Penicillin

-Behandlung kriegen wir das aber wieder in den Griff.

Schwester Gerda, der Patient bekommt viermal zwei Gramm Penicillin und eine

zweite Infusion mit zwei Ampullen Anilin auf 500 Milliliter Kochsalzbewegung.

Bereiten Sie alles vor.

Tritts, können Sie mich hören?

Tritts, können Sie mich?

Tritts, haben Sie Schmerzen? Ja, hier.

Wo?

Was hat er denn?

Das ist eine Blutvergiftung. Die Lymphknoten sind sehr stark geschwollen.

Vielleicht hat die Infektion schon die Blutbahn erreicht. Wir brauchen

Benicillin sofort.

Aber, Frau Doktor, wir haben ja noch Benicillin für Ihren Patienten.

Was? Die neue Lieferung ist nicht gekommen.

Welche Lieferung? Aus Bulgarien. Wir sind auf heute Abend vertröstet. Kann

eigentlich nur noch um Stunden handeln. Aber es muss doch hier irgendwo noch

Penicillin geben.

Sieht in der ganzen Charité nicht besser aus. Wir haben gerade vorher noch der

Chirurgie mit einer Packung ausgeholfen. Das heißt, wir können über einen

Patienten mit der Behandlung beginnen.

Wir haben aber zwei, die sie dringend brauchen.

Das ist jetzt nicht euer Ernst. Klappern Sie alle Stationen ab. Ich helfe Ihnen.

Durchhalten, bitte.

Ich möchte Ihnen meine Tochter Lisa vorstellen.

Hallo.

Erzähl mal, was du werden möchtest, wenn du groß bist, Lisi.

Na, Krankenschwester. Natürlich in der Charité.

Sie schläft nur, schreibt nicht.

Das ist doch nicht normal.

Ach, es geht noch früh genug los, glauben Sie mir.

Und wenn sie nie wirklich lachen kann oder sprechen.

Sie wird sich entwickeln.

Vielleicht in ihrem eigenen Tempo, aber sie entwickelt sich.

Ihre Tochter ist so viel mehr, als Sie sich jetzt vorstellen können.

Aber eben nicht wie ein richtiges, normales Kind.

Dass es eine normale Schule geht und ganz normal lernt.

Wir machen jetzt einen Schritt nach dem anderen, Frau Melter.

In zwei Wochen, bitten wir mir.

Dann taten wir uns langsam vorwärts.

Ich verspreche Ihnen, ich werde jeden medizinischen Weg mit Ihnen gehen.

Manche Menschen sind nicht anders, sondern besonders.

Sie ist aufgewacht.

Was auffällt, bevor der Regen kommt.

Tun Sie doch etwas, bitte.

Bitte. Bilder.

Ob ich jetzt helfen würde, gönne ich mir, Frau Doktor.

Ich fürchte, wir müssen amputieren.

In dem Zustand?

Ja, halten Sie mich auf dem Laufenden.

Das Penicillin ist immer noch nicht da.

In den anderen Kliniken sieht es nicht besser aus.

Alex, wir müssen was tun.

Fritz rutscht in einen septischen Schock.

Rechte hat noch höheres Fieber.

Der hat die besseren Chancen. Machen wir uns nichts vor.

Das Herz von Fritz ist durch die Selbstmord stark geschwächt.

Der allgemeine Zustand ist wesentlich kritischer.

Aber Sie wollen ihn doch nicht sterben lassen, unseren Fritz.

Probieren Sie es bitte nochmal in der Apotheke. Ich fahre in der Apotheke.

gehen Sie eben nochmal. Entschuldigung.

Keller.

Wir müssen Geduld haben. Ich werde jemanden anrufen. Vielleicht weiß der,

Sache ist. Geduld. Ist das das Einzige, was dir einfällt? Abwarten und Tee

trinken? Hast du eine bessere Idee?

Dann bitte her damit.

Nein, nein, das muss ich mir selber anschauen.

Ja.

Ja, ich komme gleich.

Frau Kollegin?

Wollen Sie gar nicht wissen, wie es Ihrer ehemaligen Patientin oder kleinen

Tochter geht?

Das habe ich natürlich informieren lassen.

Sehr bedauerlich. Sehr bedauerlich?

Entschuldigung, das war pures Glück, dass ich überhaupt da war. Das Kind

nicht überlebt. Wollen Sie mir etwa vorwerfen, dass ich schuld an dem Ganzen

bin? Nein, das will ich nicht. Aber es liegt in unserer gemeinsamen

Verantwortung, dass sich das Schicksal nicht wiederholt. Hat man Ihnen nicht

beigebracht, fachliche Grenzen zu respektieren?

Wahrscheinlich als Folge der Tatsache, dass Sie Ihr Fach nicht mit der gleichen

tiefen Schärfe durchdringen können wie Ihre Kollegen.

Ich weiß, worauf Sie anspielen.

Mir ist als jüdische Mischling 1938 der Doktortitel verwehrt worden. Die

mündliche Prüfung, um genau zu sein.

Ich nehme an, Sie hatten noch keine Gelegenheit, mein Schreiben zu lesen.

Und Sie wollen mir was von Respekt erzählen?

Haben Sie denn schon eine Idee für den Titel?

Doch.

Der Atlas der gerichtlichen Medizin.

Der Atlas?

Mein lieber Freud, bei aller gebotenen Bescheidenheit, aber dieses Buch von

meinem Kollegen Weimann und mir wird eines Tages als Standardwerk gelten. Es

sollte Ihnen eine Ehre sein, es in Ihrem Verlag zu veröffentlichen.

Ein jeder Kriminaler in ganz Deutschland, ach was sag ich, in ganz

nichtem Hinkommen ist.

Professor Prokop, ich muss Sie sprechen.

Sofort.

Was bilden Sie sich eigentlich ein? Herr Professor, hören Sie mir zu. Nein, es

werden Sie mir zuhören.

Wissen Sie, was Ihnen fehlt?

Ich werde es Ihnen sagen, Demut. Die werden Sie noch brauchen.

Als Mensch und als Wissenschaftler. Herr Professor Prokop. Haben Sie nicht die

geringste Ahnung, was dieser Termin für mich bedeutet.

Sie werden warten, bis wir fertig sind.

Entschuldigung, aber das geht nicht. Es geht um Fritz.

Er schwebt in Lebensgefahr.

Verstehe, verstehe.

Bin das der Parteisekretär?

Ja, danke.

Die Lieferung ist aufgehalten worden. Vermutlich irgendwo in der

Tschechoslowakei. Sie wird das morgen früh antreffen.

Prokop fährt rüber nach Westberlin.

Richter verliert das Bewusstsein.

Wir können nicht mehr warten, Alex.

Wir wissen nicht, ob Prokop in West -Berlin Erfolg hat oder ob er mit dem

Penicillin überhaupt über die Grenze kommt.

Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen, sonst verlieren wir beide.

Richter hat die größere Bedürftigkeit und die bessere Aussicht auf Heilung.

Gerda, geben Sie Richter das Penicillin.

Das nützt ihm jetzt auch nichts mehr.

Danke. Auch.

Wie ist das Penicillin? Wie geht's ihm?

Schlecht. Beeilen Sie.

Jetzt können wir nur noch abwarten, ob er die Nacht übersteht.

Und wie geht's Ihnen?

Sieht nicht gut aus.

Am Ende habe ich ihn vielleicht wirklich sterben lassen.

Sie haben das Richtige getan.

Man muss solche Entscheidungen immer medizinisch treffen.

Und wenn ich solche Entscheidungen überhaupt nicht treffen will?

Dann hätten Sie die Berufe verfehlt.

Aber das glaube ich nicht.

Ich glaube, ich muss mich mal bei Ihnen entschuldigen.

Akzeptiert.

Aber bin ich wirklich die Einzige, die das nicht ertragen kann?

Frau Neumann, der Lungentumor ihres Vaters als Embolie verkauft wurde, dass

Wahrheit einfach so unter den Teppich gekehrt wird und dass die Wismut -Kumpel

elendig verrecken. Natürlich nicht. Aber es gibt immer einen richtigen und einen

falschen Zeitpunkt, für die Wahrheit einzutreten.

Schauen Sie, nicht was in den Räumen passiert, geht verloren.

Sie haben Kopien gemacht?

Natürlich.

Einzig die Zeit wird unser Richter sein.

Einzig die Zeit.

Klingt so einfach, wenn Sie das sagen.

Frau Dr. Wind, ich habe dieses Institut nicht übernommen, um die Politik der

Deutschen Demokratischen Republik zu reformieren.

Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir können, was wir wirklich können.

Aber das weiß ich gerade einfach nicht, was ich... Sie wissen nicht, was Sie

können. Bitte.

Sie sind jung.

innovativ, offen für Neues, sind klug und frech wie die Nacht.

Sie sind hier, um den Menschen zu helfen, den Krebs zu bekämpfen.

Das ist in ihrer Verantwortung.

Darauf wollen wir denken.

Man muss die Verantwortung abkommen.

Ich will, dass Sie mich auf dem Krebsforschungskongress kommenden Monat

Westberlin begleiten.

Wie bitte?

Und ich will, dass Sie dort Ihre Theorie über die Anomalie der Haplotypen im

Kolloquium vorstellen und diskutieren.

Dann werden wir sehen, wer recht hat.

Sie?

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