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Ein Glas Wein, ein paar tiefgründige Komplimente. Die Dame ist entzückt, das
Fleisch ist schwach. Kurt, es kommt zum Äußeren.
So, jetzt bitte ich die hier anwesenden Damen, einmal kurz wegzuhören.
Wenn Sie, meine Herren, Ihr Zentralorgan nicht im Griff haben, müssten sie die
Konsequenzen tragen.
Dieses Institut wird künftig dafür Sorge tragen, dass sich niemand mehr seinen
Vaterpflichten entziehen kann.
Hoch, wächst im Mutterleib!
Das junge Leben will mit aller Macht und Licht und wann immer darüber gestritten
wird, wer der Erzeuger des herzigen kleinen Topperls da ist, sind wir
der Gerichtsmedizin gefragt.
Vaterlose Kinder sind eine Zeitbombe.
Denken Sie an Oedipus, Willy Brandt.
Brauchen Sie Hilfe?
Geht's? Einen kleinen Moment.
Sie wissen, dass es einen kleinen Fahrstuhl gibt?
Da bringe ich keine zehn Pferde rein. Ich bin im Krieg verschüttet worden,
wissen Sie?
Haben Sie Schmerzen im Bauch? Ich habe nur irgendwas Falsches gegessen.
Hier können Sie nicht bleiben. Kommen Sie mal mit.
Sie haben Glück.
Vor ein paar Monaten war ich noch deutlich schwerer.
Wie sind denn die Schmerzen?
Brennend, stechend oder dumpf?
Dumpf. Ganz dumpf.
Sie bewegen sich hier nicht vom Fleck, ja?
Es kommt gleich jemand.
Was für ein Unsinn hätte der Welt erspart werden können, wenn man den
Vätern ihre Paternität hätte nachweisen können.
Mit einem Vaterschaftstest.
Sie wollen also jedem, was teuger Blut abnimmt.
Ja, war das?
Ach, das war ja klar. Die Halbgötter aus der Chirurgie.
Entschuldigung? Da draußen sitzt eine Patientin mit Sprecheranfall und großem
Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Da müssen Sie mal nachgucken.
Und wie sind?
Ach so, Ella Wendt aus Sensenberg. Ich fange hier an.
Prima, du kommst gerade recht.
Kannst du mal anfassen? Der Herr Schmitz hier ist ganz unbeweglich.
Tja. Ich wollte ja eigentlich zu der Vorlesung von Professor Prokop. Hier, da
wollen viele hin.
Die läuft schon seit zehn in der Gerichtsmedizin.
Wissenschaft ist unbestechlich.
Vielleicht gerade in Zeiten wie diesen die einzige verlässliche Konstante.
Das Problem bei den Blutgruppen und Serien ist nur, man muss sie lesen
Für die forensische Aussagekraft sind dabei Haptoglobine besonders wertvoll.
Mein Grund braucht Hilfe. Er kann sich nicht mehr bewegen. Jetzt fassen
Schwindel, dann das Fieber. Jetzt knicken ihm immer die Beine weg.
Der Junge glüht ja. Kommen Sie mit.
Gleich jemand da.
Machen Sie sich keine Sorgen.
Das ist natürlich nicht alles auf meinen Mist gewachsen.
Aber wenn ich recht bedenke, doch.
Wer hat unzähligen Kollegen zum Durchbruch verholfen?
Wer hat ihre Schriften gesammelt?
systematisiert und vor allem publiziert. Richtig, Prof.
Dr. Otto Brucker.
Wittenberg, wir sehen uns gleich. Wie gesagt, Leichen haben keinen Sonntag.
Ich bin gleich bei Ihnen.
Warten Sie!
Blutgruppenmerkmale? Nein, Abstammungsbegutachtung.
AB0 Resusfaktoren, biostatistische Wahrscheinlichkeiten, hämogenetische
Merkmale.
Der neueste Stand des Abtoglobin -Nachweisens nach Elektrophorese.
Und wer sind Sie?
Ella Wendt, Internistin.
Hier sind Sie falsch.
Nee, nee, hier bin ich richtig.
Goldrichtig.
40 ,3, Frau Dr.
Rappelbeutel.
Kannst du mal versuchen, deinen Kopf gegen meine Hand zu drücken?
Ich konnte heute Morgen nicht mehr aufstehen.
Ich dachte erst, da werde ich in die Schule.
In welche Schule gehst du denn?
In Wilmersdorf. In West -Berlin? Wieso sind Sie da nicht in St. Gertraud?
Unsere Kinder sind in der Charité geboren. Das ist noch immer unser
Vielleicht hat er ja auch nur eine Sommerkrippe. Kannst du mal versuchen,
Bein so zu halten?
Mach mal, Werner, feste.
Es tut nicht weh.
Asymmetrische Verlähmung.
Wir haben einen ausgezeichneten Biochemiker hier im Haus.
Professor Rappoport.
Mein Mann, der macht ein Patent. Und die Schwester Ariane nimmt ihr Blut ab.
Waschen Sie die immer noch raus?
Wir haben ja keine neuen.
Ich gebe Ihnen meine.
Ich habe noch welche.
Hier. Werfen Sie den Nachgebrauch weg.
Und bringen Sie ihn ins Isolationstimmer.
Hey, Großer.
Papa.
Es wird alles gut.
Du kannst bald wieder nach Hause.
Versprochen.
Dr. Erika, die Patientin kriegt noch eine neue Kochsalzlösung.
Jawohl, Oberschwester Gerda.
Gehen Sie nicht ganz mal hin.
Geben Sie mir die Tasche.
Sie glühen ja. Haben Sie sich einen Infekt eingefangen?
Nein, ich glaube schon.
Wann kommt denn der Herr Doktor endlich?
Ich schaue mal nach.
Wir tun unser Bestes, ja?
Schwester Janika, sehen Sie nach der Patientin?
Schau mal.
Die sehen ja gut aus.
Wo gibt es denn sowas?
Strümpfe aus heißem Chinchilla.
Laufmaschenfrei aus dem KDW.
Die hätte ich auch gerne.
Ich habe zwei Monate drauf gespart.
In der Tragemerieabteilung haben Sie einen Lippenstift, der geht beim Küssen
nicht mehr ab.
Was denn? Was denn? Was zu tun, die Damen?
Doch, Oberschwester Gerda. Mullbinden müssen geschnitten werden. Und auf der
Herrentoilette ist die Glühbirne kaputt. Die müssen nachgefüllt werden.
Entschuldigung.
Ich suche meine Koffer.
Die dann nehme ich an. Der Schwächeanfall, den sie angeschleppt
sich gerade.
Oh.
Jetzt schaue ich mir gleich morgen früh ein.
Ich fürchte, ich brauche sie sofort.
Ich dachte, sie hätten dich nach Dresden backgeschickt.
Alex!
Hast du eine Aufrechterhaltung der medizinischen Grundversorgung
in die Hauptstadt?
Kannst du dir was drauf einbilden? Die nehmen wir nicht hin.
Wieso? Dich haben sie doch auch genommen.
Sie kennen sich.
Und ab!
Wir haben zusammen studiert.
Der Patient auf Zimmer 9 klagt über Kopfschmerzen, Dr. Nowak. Und auf 3
man auch schon sehnsüchtig auf den Atem. Und Sie kommen mit, ja? Kommen Sie.
Widerspruch zwecklos.
Schauen Sie sich das an.
Noch nicht mal Montag und der Wochenplan ist nur noch Makulatur.
Die ist hochflink.
Ich muss nur der Ärzte jeden Reihenweise stiften. Alle drüber nach dem jollenden
Westen. Was glauben die denn da zu finden?
Da wird doch auch nur mit Wasser gekocht.
Die Injektionsspritzen sind nicht sterilisiert. Na, dann machen sie es
Aber das war Luises Aufgabe.
Ja, aber Luise ist nicht mehr da.
Ich brauche eine Kochblattlösung. Für den Nierenkollektor 2 geben sie ein
Allergien dazu.
So. Dr. Ben, nehme ich an.
Senkbeil, ich bin der Oberarzt. Freut mich sehr. Ja, freut mich auch sehr.
So, wer hat denn jetzt Schicht mit mir?
Keiner mehr, Dr.
Senkbeil. Hier, die Patientenakten für die Visite.
Ja gut, dann kommen Sie mit.
Aber... Ja, irgendjemand muss sich ja auf die Visite begleiten, oder?
Wie sind Sie eigentlich nicht gekommen?
Empfehlung.
Mein Oberarzt hat mich empfohlen.
Nein, hat mir jeden einzelnen Ihrer Kollegen ans Herz gelegt, nur Sie nicht.
Also war klar, dass Sie die Beste sind.
Danke. Ich hoffe ja, dass ich hier ein bisschen zu meinen Forschungen kommen
werde. Sie sind hierher versetzt worden, um die medizinische Grundversorgung an
der Charité aufrecht zu erhalten.
Kann ich mich dahingehend auf Sie verlassen?
Dennoch hatte ich gehofft, dass ich vielleicht Professor Prokop vielleicht
Möglichkeit bekommen würde. Der verehrte Kollege Prokop ist die Auslage der
Charité.
Aber die Qualität der medizinischen Grundversorgung, die wird hier
Auf Station.
Hermann wurde am Bahndamm Potsdam aufgefunden. Wie es aussieht,
Todesursache, sprich Mord durch Strangulation.
Keine Papiere, kein Geld dabei, auf jeden Fall so klar, Mord.
Einen Hauptverdächtigen haben wir auch schon, einen 19 -jährigen Lehrling aus
Rathenow. Bereits vorbestraft wegen mehrerer kleiner Hehlereien. Er hatte
natürlich Geld und Papiere des Toten dabei.
Ja, ganz eindeutige Strangulationsmerkmale.
Wir brauchen nur noch Ihren Obduktionsbericht, dann können wir den
schließen und den jungen Mann hinter Schloss und Riegel bringen.
Gut, dann fangen wir an.
Dann schauen wir, dass Gesetz und Ordnung zu ihrem Recht kommen.
Bittenberg.
So ein Mensch ist nach dem Ableben doch wie so eine kleine Wunderkiste.
Sehr schön.
Wunderbar. Ja.
Hier.
Wie viele Kilo haben Sie denn verloren?
Ja, ich würde mal so sagen, zwei Konfektionsgrößen im letzten halben
Ich komme mit dem Nehen schon gar nicht mehr hinterher.
Und Appetitlosigkeit, volle Gefühle, Brechreiz?
Ja, ja.
Ja, und in manchen Fällen kommt auch noch Blutwürgen.
Und, was sagen Sie, Frau Kollegin?
Deutet alles auf ein Magengeschwür hin?
Ja, vielleicht genau so.
Im linken Oberbauch ist auch eine Verhärtung zu spüren.
Meinen Sie, das ist was Ernstes?
Na ja, jetzt schauen wir erstmal, dass wir Fieber gesenkt kriegen, dann sehen
wir weiter. Wir fahren die übliche Diagnostik, also Röntgenaufnahme mit
Breitschluck.
Fragespiegelung, falls angezeigt.
Und ich schaue dann nachher nochmal nach Ihnen, ja?
Der Allgemeinzustand der Patientin scheint sich äußerst schnell zu
verschlechtern.
Es könnte also auch eine Gespult sein. Wäre es dann nicht besser, wenn wir
gleich operieren lassen?
Die Chirurgie ist seit Monaten unterbesetzt. Da brauchen wir ja nicht
Vor allem nicht Sonntag. Der Leichenbruch auf der 3 könnte morgen
werden. Wird uns etwas Luft verschaffen.
Ja gut, tun Sie das, Dr. Nowak.
Macht dann Schluss für heute. Ja.
Wollen wir später noch was trinken gehen?
Kann man dann nicht mal fragen, ob der Chirurgie... Ich meine, Fragen kostet
doch nichts.
Welchen Teil von Unterbesitz haben Sie jetzt nicht verstanden?
Dr. Nowak, Sie bleiben bitte länger.
Dann kann Dr. Wendt mit der Patientin in die Chirurgie. Sie haben recht.
Wenn es eine Geschwurz ist, dann sollte sie rasch entfernt werden. Wenn sie
bösartig ist, dann zählt jeder Tag. Also los.
Es geht an.
Willkommen an der Charité.
Gut, dass du gekommen bist, Mitya. Ich bitte dich, wenn das zutrifft.
Meningitis hast du ausgeschlossen?
Ja.
Wir prüfen auf Extrotoxin und Polio, aber Kinderlähmung gibt es bei uns gar
nicht mehr.
Der Junge kommt aus Westdeutschland, da wird nicht geimpft.
Geradezu fahrlässig.
Im Westdeutschland kassiert eine schwere Epidemie.
3 .300 gelähmte Kinder.
Wenn es keine Befürchtung bestätigt hätte, die Seuche spätestens jetzt in
-Berlin erreicht.
Virusanzucht. Jawohl, Herr Professor.
Danke, Mietje.
Pass auf dich aus.
Ich schicke dir das Resultat sofort rüber.
Hast du was von den Kindern gehört?
Inge, sie müssen uns nicht jeden Tag schreien.
Ja, ich mach mir einfach Sorgen.
Wahrheit! Das sind drei Teufelsnahmen, die sind in die Klinikreitung gefahren.
Ich brauche einen Assistenzarzt und einen zweiten Tisch.
Das ist doch alleine nicht zu schaffen.
Und überhaupt, ohne dass mir Röntgenaufnahmen vorliegen, ist jede OP
Blindflug. Wenn Orwo nicht liefern kann, dann muss eben jemand Röntgenfilme aus
dem Westen besorgen.
Entschuldigung, sind Sie der Operator hier?
Meine Jacke ist fast 40 Mark. Macht sich schön.
Wir haben eine Patientin mit der Verdachtsdiagnose Magenölkost.
Wissen Sie eigentlich, was hier los ist, Kollegin?
Ja. Aber bei der raschen Zustandsverschlechterung, ja, es gibt
auffälligen Gewichtsverlust.
Übelkeit, Schwindel, also wir können einen Tumor nicht ausschließen.
Kommen Sie wieder, wenn Sie die Ergebnisse der Magenspiegelung haben.
Ja, dann ist es vielleicht zu spät.
Leicht zu übersehen, aber die Patientin hat Thrombosen an den oberflächlichen
Venen. Wenn wir gleich operieren, können wir darauf schneller reagieren. Ja.
Aber ich habe keine Zeit.
Aha, gut.
Magengeschwür, nicht so interessant.
Und wer will schon einer Fehldiagnose nachgehen?
Entschuldigung? Hm?
So einer bin ich nicht, verstanden?
Tragen Sie sich die Warteliste ein.
Nee.
So einer bin ich nicht.
Guten Tag.
Sie haben nicht noch zufällig ein Kontingent, ein Röntgenfilm auf der
Gut, und wenn Sie ihn mappiert haben, dann möchte ich Sie bitten, die Beine
einmal so anzuwinkeln und strecken. Und Sie hören nicht auf, ja? Immer wieder
von vorne anfangen.
Gut gemacht.
Ihr Kind hat sich aller Wahrscheinlichkeit noch mit Polio
Kinderlähmung.
Sie meinen die Seuche, die in Westdeutschland?
Oh Gott.
Ich nehme an, er ist nicht gegen Polio geimpft, oder?
Wie denn?
Wir haben in der DDR sehr gute Erfahrungen gemacht mit einem sehr
Impfstoff nach Säbin.
Warum gibt es den in der BRD nicht?
Das könnte damit zusammenhängen, dass der Impfstoff in der Sowjetunion
hergestellt wird.
Und das wird eigentlich noch nicht mal getestet. Oh doch, er ist sogar sehr gut
getestet.
Ich habe meine eigenen Kinder geimpft, ich bin selbst geimpft.
Unser Minister Willi Stoof hat letzten Monat angeboten, drei Millionen
des Impfstoffs nach Westdeutschland zu liefern, aber das wurde abgelehnt.
Das ist doch Propaganda.
Ja.
Komm, Bärbel, verquern das Sachen. Wir fahren ins Sankt Gertrauden. Es war ein
Fehler, in die Stabilität zu kommen.
Herr Simonait, Moment. Herr Simonait, ich kann Sie jetzt nicht gehen lassen.
Kind ist hochgradig ansteckend.
Sie haben doch noch nicht mal ein Testergebnis. Das läuft.
Aber die Symptome sind im Grunde eindeutig.
Sie können mein Kind doch hier nicht festhalten.
Ich bin der Vater und ich bestimme. Herr Simonait, das verlangt das
Seuchenschutzgesetz.
Richard, er hat Kinderlähmung.
Der Paul aus dem Nachbarhof kann halt noch nicht laufen.
Ich kann froh sein, dass er überhaupt noch lebt.
Lassen Sie ihn Ihre Angst nicht spüren.
Wenn wir Glück haben, verläuft die Krankheit glimpflich und es kommt zu
weiteren Komplikationen.
Sie sind hier in guten Händen, ich verspreche es Ihnen.
Morgen früh sind sie für die erste Schicht eingetragen.
Ich erwarte, dass sie pünktlich sind.
Gut.
Ist meine Wohnung denn weit weg von der inneren?
Alles fußläufig.
Na dann.
Vielen Dank, Oberschwester Derler.
Fritze? Ja?
Was gibt's denn?
Bist du mal so gut, der Herr Krug wird Ihnen Ihre Bleibe zeigen.
Dann wollen wir mal.
Ach, das geht schon.
Ach, kommen Sie.
Soweit kommt es noch, dass der Arzt Ihren Koffer trägt. Nee, nee.
Ach du, wenn es mal irgendwo klemmt.
Einfach Fritzeplatte fragen, was?
Gut. Ohne unseren Hausmeister würde hier ja nichts funktionieren.
Das dachte ich immer.
Nun kommen Sie.
Bis morgen.
Da kam der am Sonntag ins Schwesternzimmer und da habe ich
Das hat er doch mit dir auch schon gemacht. Ja, klar, der fragt doch jedes.
Willst du daraus lustig sein?
Weißt du, der ist 100 % ein absoluter Schwere. Immer rumalbern.
Lachen wird dir aber noch erlaubt.
Ach so, lassen Sie sich von Gerda Toni stören, ja.
Ihr Mann, der ist vor dem Krieg geblieben.
Schwester, ja, da gibt es nichts anderes mehr als die Charité.
Das sind die neuen Ärzte auf der Inneren.
Die gehen gar nicht raus.
Und das Schimpfen, das ist so eine Art von ihr zu zeigen, dass sie jemanden
gerne hat.
Aha.
Dann hast du mich wahrscheinlich besonders lieb.
Ich kann Ihnen sagen.
Frauen und Kleider.
Manchmal habe ich das Gefühl, ich transportiere Steine. Bücher.
Was?
Das ist sozusagen meine Werkzeugkiste.
Na ja,
hier sind wir also.
Danke, Herr Kruk.
Dann wünsche ich Ihnen gute Nacht.
Und Sie wissen ja, was man in einer harten Nacht träumt. Die Tide in
Entschuldigung, ich glaube, ich habe mich im Zimmer... Ella?
Ja?
Ja, ich suche meine Wohnung.
Ich will dann allein mitgehen.
Ariane Alegria Vega Vargas.
Schwester auf der Kinderstation.
Aber meine Freunde nennen mich einfach Ariane.
Welches Bett hast du?
Ich dachte, ich dachte... Ach, ihr Deutschen denkt einfach zu viel.
Was sind deine Koffer?
Ich habe dir das Bett am Fenster freigemacht.
Eigentlich komme ich aus Kuba.
Aber als sie mir gesagt haben, dass es ein Austauschprogramm gibt, da wollte
sofort hierher.
Die Sätze verlassen uns noch jung.
Ich kann mal noch gestalten.
Du wirst es lieben.
Die Charité ist einfach einzigartig.
Was hast du denn dabei?
Lehrbuch der gerichtlichen Medizin von Otto Prokop?
Ariana!
Komm rein.
Das ist Ella.
Ich wusste nicht.
Ich glaube, wir müssen los.
Que rico.
Vamos, chica.
Ella, kommst du mit Sam?
Nein.
Ich denke, ich packe erst mal aus.
Es gibt Stollen in der Tierküche, wenn Sie noch Hunger haben, Frau Doktor. Du
weißt nicht, was dir entgeht, Samson. Bis morgen, Frau Doktor. Und
Sie noch mal. Willkommen daheim.
Ich übernehme.
Danke Ihnen.
Hallo, Werner.
Wann kommt meine Mama wieder?
Die Mama kommt morgen.
Gleich morgen früh.
Ist deine erste Nacht alleine weg von zu Hause?
Ja.
Jetzt kriegen wir schon zusammen hin, oder?
Warum kann ich meine Beine nicht bewegen?
Weil du ein bisschen krank bist.
Wenn meine Kinder Kummer haben, dann singe ich denen immer ein Lied vor.
Was denn?
Das ist ein Geheimlied.
Willst du es hören?
Untertitelung des ZDF,
2020
ist unser Hauptaugenmerk für Schutz und Stabilität unserer Bürger zu sorgen.
Die Besatzungsverhältnisse in West -Berlin können wir nicht ändern.
Deshalb ist es uns wichtig, uns auf die Verhältnisse in der Deutschen
Demokratischen Republik zu konzentrieren und somit ein sicheres, neues
Deutschland zu schaffen.
Die Untergrabungen des Westens werden uns nicht daran hindern, im
sozialistischen Sinne miteinander an unserer Heimat zu arbeiten.
Auch was.
Morgen,
Herr Professor Prokop.
Parteisieger Tellemann. Ihre Vorlesung war wieder mal ein Genuss. Das freut
mich. Presseantragen ohne Ende, auch Westpresse darunter. Toll. Wäre schön,
Sie als unsere Koryphäe auf die heraustragende Stellung der Charité zu
kommen würden. Guten Morgen, Herr Professor.
Frau Damrausen, sehen wir da aus wie das blühende Leben.
Deutschlands führender Gerichtsmediziner arbeitet ja auch nicht ohne Grund an
unserem Institut. Niemand sonst bietet Ihnen bessere Möglichkeiten für Ihre
Forschung.
Hatten wir das nicht schon erwähnt?
Entschuldigung.
Entschuldigung, Herr Professor, ich... Ich wollte mich kurz vorstellen. Ich bin
Ella Wendt aus Sensenberg.
Ich habe alle Ihre Arbeiten zum Thema Serologie gelesen.
Ach, das wäre ja... freut mich.
Und ich habe eine Forschungsgruppe und ich würde mich wirklich... Eine
Forschungsgruppe? In Senftenberg? Wo haben Sie denn gefeuert? Im Wald?
Hat mich sehr gefreut, Frau Weber.
Wendt! Ella Wendt! Herr Professor!
Frau Damrau!
Frau Damrau!
Herr Parteisekretär!
So sind Sie, die Koryphäen.
Da lobe ich mir doch das akademische Fußvolk.
Schönen Tag noch, Frau Dr. Wendt.
Das Virus ist der am häufigsten vorkommende Typ 1.
Brunnhilde und leider hochgradig infektiös.
Mein Mann ist jetzt gerade bei seinen Westberliner Kollegen drüben. Die
schließen dort Schulen und Freibäder.
Kann man dann gar nichts machen?
Das ist eine Virusinfektion.
Wir müssen warten, bis sie abklingt.
Und wir können natürlich die Symptome behandeln.
Das Fieber ist jetzt bei 38 ,5.
Das ist noch keine Entwarnung, aber es ist immerhin ein kleiner Schritt.
Entschuldigen Sie, dass mein Mann gestern so reagiert hat. Das war nicht
persönlich.
Kommen Sie, schnell!
Er bekommt keine Luft. Atmen, schnell!
Ganz ruhig.
Ganz ruhig, alles gut.
Massiv eingeschränkte Atmexplosion.
Polio -Infektion hat auf der Zwerchfell übergegriffen. Holen Sie Sauerstoff,
schnell. Übernehmen Sie. Ja.
Ganz ruhig.
Der wird ohnmächtig. Wir brauchen die eiserne Lunge.
Die eiserne Lunge, schnell!
Erna!
Sagen wir ihren Sozialistenbrüdern, dass das so nicht funktioniert.
Dr. Klinik heute nicht im Hinterkopf.
Ach, na wunderbar. Aber Ärzte haben ja genug, was?
Ich bin kein Genosse.
Dann sollten Sie es werden.
Ah ja?
Und was würde das verbessern?
Ich dachte, an der Charité geht es nicht ums Parteibuch.
Und sagen Sie Novak Bescheid. Er muss Doppelschicht fahren.
Der wird sich freuen.
Wie sieht es aus? Wie geht es dem Zirrhose -Patienten?
Willkommen. Diurektiker verabreicht zusätzlich Antibiotikum. Sehr gut.
Ich wollte einmal nachfragen, ob es vielleicht die Möglichkeit... Können Sie
der Doppelschicht fahren?
Ja, mache ich.
Gäbe es denn vielleicht die Möglichkeit, einen Labortisch zu bekommen für meine
Forschung?
Forschung? Ich habe in den letzten Jahren an AB0 geforscht.
In Bezug auf Tumorbildung.
Da sind Sie bei mir an der falschen Stelle.
Ich will Professor Prokop dafür gewinnen, aber dafür muss ich
Ja?
Ich mache alles. Ich verdoppel Dreifachschichten, alles. Aber ich würde
weiterforschen.
Wer hätte gedacht, dass die Jutze noch mal zum Einsatz kommt?
Durch die Impfung hat die ja jahrelang keiner mehr gebraucht.
Ganz ruhig, Werner. Wir kümmern uns um dich. Ganz ruhig.
Entschuldigung, hat ein bisschen gedauert. Stellen Sie es hier hin.
Madre de Dios. Mich kriegen die Sicherungen nicht raus.
Aber wird es funktionieren? Das weiß ich doch nicht.
Die gute Dame stand fünf Jahre im Keller.
Wenn das Ding jemand ins Laufen bringt, dann Sie, Pflaster.
Hauptsache, der Unterdruck baut sich auf. Naja, wenn nicht erstickt er. Wir
müssen es ausprobieren. Ja.
Lassen Sie mich das machen. Kümmern Sie sich um das Kind.
Sieht ja aus wie ein Sarg.
Also, Frau Doktor.
Körper zu.
Anhalten. Ja.
Ach nee, ausschalten. Alles gut.
Moment, abwarten.
Alles gut, der Druck baut sich auf.
Aushalten.
Hör auf.
Deine Lippen sind schon ganz blau.
Okay, rüber mit ihm.
Und eins, zwei, drei.
Was machen Sie mit ihm? Was machen Sie mit ihm?
Abschalten.
So, Werner. Mach den Mund auf. Mach den Mund auf. Die Maschine atmet jetzt für
dich.
So ist gut.
Schön den Mund auflassen.
Sehr gut.
Sehr gut. Schön den Mund auflassen.
Der Thorax bewegt sich.
Er bekommt wieder Luft.
Oh, Pflaster.
Danke.
Gut, schön den Mund auflassen.
So.
Hast du schon mal den Gürtel? Nee, ich weiß auch nicht, wie lange ich noch da
war.
Geben wir bitte noch zwei Infusionen auf der Breizeln, ja?
Wie soll das werden?
Mein Labor?
Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.
Das ist das Zimmer für alle Ärzte.
Ja, eben.
Ich dachte doch, hier wird doch alles geteilt.
Also erlauben Sie mal.
Ach, danke übrigens nochmal für das halbe Zimmer im Schwestern -Trakt.
Waren es dann noch drei?
Na,
dann hoffen wir mal, dass Sie auch genug Zeit für Ihre Forschungen finden
werden.
Danke.
Ich brauche noch die Untersuchungsberichte von den
Kommen Sie fort.
Und Sie unterstützen das doch noch, Herr Oberhardt. Ja.
Die Strangmarke ohne Strang. Ja, natürlich ohne Strang. Der wurde ja vom
entfernt. Hat er das behauptet, der Täter? Nein, er verweigert jegliches
Geständnis. Behauptet, er habe Geld und Papiere neben dem Toten gefunden.
Gut, dann schauen wir, was wir haben.
Ein intaktes Zungenbein. Strodation ohne Fraktur des Bioid.
Wenn gezielt Druck auf die Karotten ausgeübt wird, kann so die
zum Gehirn unterbunden werden.
Allerdings kommt es dann zu Blutungen in der Halsmuskulatur und den
Lidbindehäuten. Die liegen aber nicht vor.
Die liegen aber nicht vor. Kommen Sie.
Warum?
Weil es weder einen Strang noch einen Täter gegeben hat.
Was wir haben?
ist ein korrekt gekleideter Toter, eine mehrtägige Liegezeit und
Ameisen.
Ameisen. Durch die Bildung von Gasen wurde der Hals gebläht und so gegen den
festzitzenden Kragen gepresst. Die Ameisen, die den Körper besuchten,
unter den Kragen nicht mehr zurück und bildeten durch Brat und Ameisensäure
Spur, die man, fälschlicherweise, wir alle haben es getan,
für die Strangmarke halten konnte.
Sie glauben, es war kein Mord?
Entschuldigung, Frau Dr. Wendt. Dort hinten.
Guten Tag. Frau
Dr. Wendt, die Sache mit den Thrombosen.
Erstaunlich scharf hingeguckt, Sie hatten recht.
Das ist ein Tumor.
Magenkarzinom? Ja, schon die Endoskopie sah nicht gut aus.
Ich wollte eigentlich nur das auffällige Geschwür entfernen. Aber schon kurz
nach Öffnen des Abdomens kam mir dicht unter der Bauchdecke ein großer Tumor
entgegen.
Metastasierter Typ.
Ich habe auch die umgehenden Lymphknoten gleich mit entfernt. Aber ob ich alles
erwischt habe, müssen wir abwarten.
Ach, Moment. Herr Dr. Brunken.
Fünf Akta, 14 mal 14.
Danke.
Die können Sie behalten.
Orwo liefert wieder.
Ach, funktioniert sie noch, unsere heißgeliebte Mangelwirtschaft?
Und ab.
Guten Tag.
Ja, dann kommen die zurück.
Auf diesem Bild sieht man sehr gut, dass beim Auffinden des Toten immer noch
Ameisen auf dem Körper zu sehen sind.
Woran ist er dann gestorben?
Ja, woran ist er gestorben?
Um das zweifelsfrei festzustellen, müssen wir die prächtig blühende Pflanze
neben dem Baum identifizieren.
Eine Giftpflanze namens Digitalis. Und einen Blick auf den Mageninhalt des
Mannes werfen. Wittenberg.
Um uns dann zweifelsfrei...
auf eine toxische Dosis Digitales als Todesursache einigen zu können.
Sie meinen, er hat sich umgemacht?
Ich meine nicht. Ich füge nur zusammen, was ich hier beweisen kann.
Der Mann hat sich für den besten Anzug angezogen.
Er hat sich einen Platz gesucht, wo diese Pflanze wächst und wo er in Ruhe
sterben kann.
Mein lieber Hauptmann, lassen Sie den armen Lehrling aus Rathenau wieder frei.
Er ist unschuldig. Er ist vielleicht ein Dieb, der den Toten bestohlen hat, aber
sicher kein Mörder.
Quod erat demonstrandum.
Hallo Mama, was gibt's für Essen? Hallo Nella.
Heute gibt es Rouladen und Knödel.
Lecker.
Tag.
Das ist meine Kleine, die Rita.
Hallo Rita.
Hallo. Das ist aber eine schöne Puppe.
Danke. Das Kleid hat Mutti genäht. Zu Weihnachten.
Dieterchen, bringst du mir mal eine Brause? Die haben unten welche in der
Kantine. Das dauert bestimmt zehn Minuten.
So lange hält es ja wohl noch aus.
Ich bin gleich wieder da.
Und, wie sieht es aus?
Sie hatten einen ziemlich großen Tumor im Magen.
Bessertig?
Leider ja.
Aber Dr. Brunken konnte erst einmal alles entfernen.
Dann habe ich noch Hoffnung.
Wenn sie zieht, das müssen wir natürlich vorziehen.
Oder schaffe ich den Leistenbruch halt nicht mehr.
Was musst du alle dafür berappen, dass du operiert hast?
Röntgenfilme.
Wie viel?
Fünf Aqua, 14 mal 14.
Das ist Wucher.
Sie ist eine von uns.
An dieser Klinik gibt es nur zwei Sorten Ärzte.
Die einen sind noch nicht lang genug dabei.
Und die anderen?
Zu lange.
Pass auf, Ella.
Er hat's faustdick hinter den Ohren.
Ah, was du nicht sagst.
Wir dürften die Hoffnung nicht aufgeben.
Die Maschine erzeugt einen Unterdruck und dadurch strömt die Luft durch Mund
Nase in die Lunge ein.
Und sobald es passiert ist, stellt die Maschine auf Überdruck und die Luft wird
aus der Lunge wieder herausgepresst. Alle vier Sekunden, 21 .000 Mal am Tag.
Wird er durchkommen?
Wir müssen warten, bis die Infektion abklingt und hoffen, dass die
zurückkehrt.
Die Frage ist eher, ob er... ob er für immer in diesem... in diesem Sarg
muss.
Ich weiß nicht, wie lange es noch gut geht.
Naja, wie auch immer. Wird man sehen.
Kann ich mich denn auf Sie verlassen?
Wäre gut, wenn wir am Dienstag rein könnten.
Gut, ich melde mich bei Ihnen. Dankeschön.
Und?
Ist alles in Ordnung auf Station?
Vom üblichen Wahnsinn abgesehen.
Die Abstehung.
Die Charité wird hiermit aufgefordert, 2000 Einheiten Blutkonserven
Warum das denn? Vertrauliche Verschlusssache. Strengste
Ich muss das erst mit dem Professor absprechen, ob wir die einlagern können.
Der Klinikdirektor der Charité ist informiert. Das dürfte reichen.
Das ist ja wie im Krieg. Kein Wort über das Blutdepot.
Haben Sie das verstanden?
Jegliche Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht werden nach
geahndet.
Ich habe Ihnen doch gesagt, dass der Herr Professor keine Zeit hat. Ja, aber
bewege mich hier nicht mehr weg.
Frau Damrau, die Befunde bitte.
Ah, Frau Dr. Weber.
Wendt, Ella Wendt. Herr Professor Prokop, ich muss Sie sprechen. Hören Sie
ich forsche seit einigen Jahren an den verschiedenen Blutgruppenmerkmalen.
ich die Zusammenhänge zwischen Tumoren und Bluteigenschaften untersuche.
Und schon, Entschuldigung, schon allein die Ergebnisse der Blutsenkung haben
gezeigt... Blutsenkung? Die gute alte Blutsenkung? Ich habe mal 59 einen
darüber gehalten.
Ja, weiß ich.
Deswegen bin ich ja... Meine Sackgasse. Die Merkmale sind leider viel zu
unspezifisch, um daraus in Zusammenhang zu denken.
Wenn ich lediglich ein paar Vergleichsproben hätte, dann... Drum
Ja, und ich dachte eben, dadurch, dass Sie ja das serologische Institut leiten,
haben Sie natürlich einen Zugriff auf ein großes Blutdepot.
Kommen Sie mal mit.
Und, wie sieht's aus?
Auf jeden Fall toxisch.
Ich arbeite an einem neuen Früherkennungsverfahren.
Wir müssen es schaffen, den Krebs eher zu diagnostizieren. Nur so haben wir
Chance, ihn zu heilen.
Ich denke, Sturm.
Janoprum? Wohlig.
Wie? Von Ihrer Familie, Ihren Freunden, ist denn ein Krebs gestorben?
Meine Mutter.
Wagenkarzinom.
Besuchen Sie Ihre Mutter am Friedhof, Herr Dr. Wendt.
Aber lassen Sie mich nicht so weit in Ihre Arbeit duschen.
Herr Professor, die Obduktion würde bitte.
Ja, ich komme.
Ich habe sehr ausführlich zu der Sache geforscht.
Sie sind rein technisch nicht in der Lage dazu, eine Krebserkrankung im Blut
erkennen.
Das heißt, ich bekomme keinen Zugang zur Blutbank? Hören Sie auf, einen
Privatkrieg in den Krebs zu führen.
Er ist stärker als Sie.
Alles Gute.
Du machst die Mama doch wieder gesund, oder?
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