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Original subtitles

Ja, Herr Kolbe hört auch öfter in die Schweiz.

Er ist ja schließlich Diplomat.

Für welche Abteilung des Ministeriums arbeitet er eigentlich?

Ich weiß es gar nicht. Hier im Haus fängt man an, Fragen zu stellen. Doch

Sauerbruch. Aber ich auch. Der hat das gerade erwachsen. Es geht um den

Untersuchungshäftling von Donani. Man hat den Verdacht, dass der Mann schlicht

simuliert. Ich möchte, dass Sie den Mann im Auge behalten.

Wird mir nicht so schnell gesund, als sitzt im Handumdrehen wieder in Haft. Wo

ist ja keine Erfahrung.

Ich hab's ja schon mal hingepackt.

Uns leiden, der Mütter spricht schon immer so viel los.

Aber Sie sind brav, die Kleinen. Och, das ist doch immer unser kleines

Dingelchen. Und J. Lopatze hat ja alles gut überstanden, wa?

Ja, Gott sei Dank.

Der Unfall, das war wirklich ein Schreck für uns.

Das mit der Wickelkommode, das müssen Sie mir doch nicht erzählen. Ich bin

altgediente Kinderschwester. Ich weiß doch, dass mit Ihrem Kopf was nicht

gestimmt hat. Nee, also, es ist wirklich von der Kommode gefallen.

Ja, und dank der Operation ist ja jetzt alles behoben.

Na, dann sag mal, was für ein Glück.

Ich bin

so

froh, dass du auf die Operation getrunken hast.

Allein hätte ich mir das nie getraut.

Machen wir das nächste?

Nein.

Dann schnapp dir das ein Märchen.

Ich will auch noch viele Kinder.

Aber erst mache ich meine Doktorarbeit.

Und du musst deine Habilitation schaffen.

Also ich bin auf dem besten Wege.

Die technischen Versuche sind ausgeweitet worden.

Hast du etwa noch mehr Versuchskinder?

Anni, das haben wir doch schon besprochen.

So was entscheidet Bessau.

Da habe ich keinen Einfluss drauf. Das sind ja auch nicht meine Patienten.

Für die wird gut gesorgt im Wiesengrund.

Willst du?

Das ist der Sauerbruch. Die Klinik ist bei Donani.

Der Kollege Sauerbruch hat sich ja nun seit zwei Monaten rührend um Ihre

Genesung bemüht. Aber Sie wollen doch lieber heute als morgen Ihre Unschuld

Gericht beweisen, oder?

Ja, doch.

Herr Kollege, das trifft sich gut.

Gerade wollte ich den Fall mit Ihnen besprechen.

In meinem Arbeitszimmer.

Das ist wirklich ein ausgezeichneter Cognac.

Und ein seltener dazu, ein Geschenk von Generaloberarzt Handloser.

Mit dem habe ich nämlich den Fall Donani diskutiert. Dann haben Sie ihm sicher

auch gesagt, dass der Mann simuliert.

Jetzt sagen Sie mir mal, wie kommen Sie zu dieser gewagten Diagnose?

Ein Psychiater geht solchen Tricks nicht auf den Leim.

Außerdem habe ich das in meinen Quellen und weiß.

dass Donani inzwischen wieder laufen kann.

Glauben Sie mir, Donani würde sich liebend gern dem Prozess stellen. Nein,

bin es, der auf Bettruhe besteht.

Es ist ein Wunder, dass er mal noch lebt. Dann haben Sie ja sicher nichts

dagegen, wenn ich ihn begutachte, oder?

Keinswegs.

Die Meinung eines versierten Kollegen ist mir immer hoch willkommen.

Aber der Kring ist unter uns Kollegen.

Ich muss Sie erwarnen. Ganz oben ist ruchbar geworden, wie unsauber.

die Untersuchung gegen Donani läuft.

Diesen unsäglichen Ankläger, Röder, dem hat man bereits von dem Fall abgezogen

und an die Ostfront gesteckt. Es zeichnet sich ab, dass der Prozess für

Anklage ein Debakel wird, ein Freispruch für Donani wegen erwiesener Unruhe ist

so gut wie sicher.

Wollen Sie allen Ernstes, dass bei diesem...

peinlichen Schauspiel, ein halbseitig gelähmter Angeklagter der Öffentlichkeit

präsentiert wird, der kaum sprechen kann, dem Sie aber in einem Gutachten

Gesundheit attestiert haben. Denken Sie an Ihren guten Ruf.

Aber selbstverständlich können Sie den Patienten untersuchen.

Na ja, vielleicht hat es ja noch etwas Zeit.

Wir fahren morgen in die Schweiz.

Steht trotzdem unter meinem Schutz. Macht euch keine Sorgen.

Ich hoffe, er erinnert ständig, dass dieser Albtraum bald ein Ende hat.

Und ihre Freunde wollen ihre Pläne bald in die Tat umsetzen.

Formiert sich Widerstand auch in der Wehrmacht.

Davon will ich gar nichts wissen.

Du hast die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder du gehst in den

Luftschutzkeller und jeder kann sehen, dass du zu Fuß unterwegs bist. Oder du

bleibst hier und spielst weiter den Geländen. Dann bin ich lieber gelähmt.

Ich fürchte die NS -Justiz mehr als die Tommys.

Dann komm du wenigstens mit.

Danke.

Die blöde Tasche raubt mir noch den letzten Nerv.

Schlechter Christel sagt, dass sie wieder bei dem Bettliekriegen im ersten

bleibt. So sagt sie das.

Ich war was ganz schön oft, ja.

Ja, ziemlich oft.

Inzwischen glaube ich auch, dass mein Mann bespitzelt wird.

So, das waren jetzt alle.

Die haben wir am Robert -Koch -Platz aufhergearbeitet. Haben sich verlofen.

Na, dann kommt mal schnell rein.

Ich verstehe wirklich nicht, warum die Leute nicht wenigstens ihre älteren

Kinder schon längst aufs Land geschickt haben.

Du sei mal nicht traurig.

Wir finden deine Eltern schon, wenn das Getöse vorbei ist.

Wie heißt du denn?

Ich weiß gar nicht, ob ich meine Doktorarbeit bei der Klinik zu Ende

werde.

Komm zu uns.

Mit Kinderärzten.

Einer kann so gut mit Kindern wie du.

Außer meiner Mutter.

Ich freue mich schon, wenn wir Sie besuchen können und Ihr Karin zeigen.

Martin, bitte nicht.

Das haben wir doch besprochen.

Sie sollen sich nicht wegen uns in Gefahr bringen.

Ich passe auf und wir sind vorsichtig.

Gehen Sie in den Keller, bitte.

Lass uns BBC hören.

Da bist du ja.

Da sieht's so aus, als bräuchte der Nordwesten dran.

Sieben in Stadt.

Und vorsichtig.

Wegen mir können Sie sich Zeit lassen.

Wie ein 50er Mustang.

Und vier Motorräder am Lenker.

Sicher?

Ich tippe eher auf die 17er Boeings.

Weißt du, worauf ich mich am meisten freue, wenn der Krieg vorbei ist?

Auf Schlafen ohne Angst.

Und morgens von dir geweckt werden.

Warten Sie bitte einen Augenblick.

Kommen Sie, kommen Sie.

Können Sie laufen?

Kommen Sie.

Entschuldigen Sie, ich muss zurück.

Kommen Sie bitte.

Nein.

Nein, ich muss zurück zu meinem Jungen.

Ich muss ihn finden. Er ist noch so klein. Erstmal müssen Ihre Verletzungen

verlorgt werden.

Danach finden wir ihn so.

Ja, bitte.

Er heißt Wilhelm Keller.

Wilhelm Keller. Ja.

Legen Sie sich hin.

Außer ihr hat niemand in dem Haus überlebt.

Die rechte Lunge ist minder belüftet. Wahrscheinlich eine Gewebsquetschung

der Einklemmung. Aber ansonsten ist die Lungenfunktion normal.

Sie können sie jetzt auf Station bringen, ja?

Und damit das klar ist, beim nächsten Angriff

kommst du in den Luftsitzkeller wie alle anderen auch.

Keine Alleingänge mehr.

Das mache ich nur für die Patienten.

Topfer!

Für wen du das machst, das kann ich mir schon denken.

In der Psychiatrie weiß man deine Dienste.

Bestimmt so, Schatz.

Danke, ich bin sehr zufrieden in der Chirurgie.

Fräulein Fritz?

Fräulein Fritz, wo stecken Sie denn?

Einen kleinen Moment bitte.

Ich brauche Sie im Büro. Mein Mann und ich wollen los.

Ich brauche schnell eine frische Bluse. Ich habe bei dem Angriff...

Gib's zu.

Er tappt beim Rendezvous.

Sie schalten tagsüber drei Lampen an, wozu?

Wir wissen, dass irgendjemand Informationen aus der Chirurgie

ich hätte nicht gedacht, dass Sie das sind, Fräulein Fritsch. Ich steche

durch. Dann würde ich gerne einen Blick in die Aktentasche von Herrn Kolbe

werfen. Mit Verlaub, das geht Sie nichts an.

Und ich wüsste auch nicht, was Ihre Vorwürfe mit mir zu tun haben, Leute.

Vorsicht!

Vorsicht!

Was ist das?

Geheime Papiere aus dem Außenministerium.

Wir fotografieren sie.

Und ich schaffe die Filme nach Bern zum Office of Strategic Services der

Amerikaner. Ein Spion.

Sie wollen doch auch, dass die Nazis den Krieg verlieren.

Und Fritz nimmt keinen Pfennig dafür.

Was Sie da denken.

Sie riskieren unser aller Leben dafür. Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie

meinen Schreibtisch täglich Dokumente wandern, die den Tod von Unzähligen

bedeuten. Die geplante Deportation der ungarischen Juden zum Beispiel.

Und das wollen Sie im Alleingang verhindern? Die Alliierten könnten die

Bahngleise nach Auschwitz bombardieren. Oder der Ausbau des Atlantikwalds in

Frankreich. Die Deutschen wissen doch bis jetzt gar nicht, wann und wo die

Alliierten landen.

Ich hätte einige Ideen, wie man die Nazis besiegen könnte.

Helfen Sie mir dabei.

Aber nicht hier in der Klinik.

Es fällt längst auf, dass Sie hier dauernd aufkreuzen.

Ich kann die Dokumente ja nicht im Ministerium abfotografieren.

Fritz könnte doch Ihr Patient sein.

Können wir nicht eine Krankengeschichte erfinden?

Und wie wollen Sie das dem Chef erklären?

Er könnte mein Patient werden, solange Sie in der Schweiz sind.

Wie wäre es mit Knieproblemen?

Die hatte ich tatsächlich mal und das steht auch in meiner Personalakte.

Und wenn ich es mir recht überlege, dann zwickt es auch schon wieder gewaltig.

Aua. Das ist die Rede vom Chef.

Und das sind die Pässe mit den Wiesern.

Danke.

Fritz bekommt gerade keine Reisegenehmigung für die Schweiz.

Aber die Filme können nicht warten.

Das macht mein Mann nie mit.

Seine Söhne stehen an der Front. Da hilft er sicher nicht dem Kriegsgegner.

Muss er es dann unbedingt wissen?

Wie viel ist es denn?

Und an wen soll das gehen?

Man wird in Zürich auf sie zukommen.

Erkennungszeichen ist eine Schachtel Tournee Royale.

Klingt nach einem Abenteuer.

Werdet mir nicht zu übermütig, wenn die Katze aus dem Haus ist.

Und passt mir gut auf Donani auf.

Frau Pritt.

Frau Margot.

Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

In diesen Tagen weiß man nie wieder, Jung.

Margot!

Ich glaube, sie kommen nicht wieder.

Frau Margot hat seine Strickjacke eingepackt.

Ich an seiner Stelle würde mich auch abfinden.

Ich brauche Ihre Personalien.

Nachnamen?

Nachnamen?

Vorname? Sie will ihre Personalien nicht angeben.

Ich habe an der Front immer wieder Kameraden in dem Zustand gesehen.

Es ist furchtbar, verstüttet zu werden.

Ich brauche erstmal Ruhe.

Weißt du, was ich glaube?

Sie simuliert.

Es ist eine untergetauchte Jüdin.

Willkommen in der Welt von Schwester Christel.

Ich bin mir sicher, es ist eine Bombenhistorie.

Sag ich ja.

Sie simuliert.

Frau Keller?

Wir konnten Ihren Sohn leider nicht finden.

Kennst du sie?

Sie scheint in deinem Stuhlbuch verfallen zu sein.

Entschuldigen Sie bitte.

Sie hat ihr Kind bei dem Angriff verloren.

Ich hatte gehofft, dass es bei dem Chaos auf der Kinderstation gelandet ist.

Was machen wir jetzt mit ihr?

Chirurgisch ist sie versorgt.

Eine Schockbehandlung könnte sie aus ihrer Erstaunung herausholen. Sie muss

die Psychiatrie.

Bring du sie doch hin.

Du musst dich doch sowieso noch bei der Klinik für dein Examen anmelden.

Er lässt mich das sowieso durchwollen.

Sie doch nicht.

Sie sind doch bestimmt genauso begabt wie Ihre große Schwester.

Wenn Sie nur an mich glauben, Schwester Christel, dann kann ich Berge versetzen.

Zuerst versetze ich diese Patientin.

Ich brauche Ihre Personalien. Schwester Christel schmeißt sich ja ganz

schön an mich ran. Musst du sie auch noch ermutigen?

Eifersüchtig?

Was Besseres kann uns gar nicht passieren.

Täuschen und Taten, mein Lieber.

Herr Professor?

Ich bringe ein Verschüttungsopfer mit Stupa.

Und wegen meines Examen wollte ich noch fragen, wann... Da haben Sie jetzt die

Hosen gestrichen voll, was?

Zurecht.

Am 14.

um 10 Uhr prüfe ich Sie.

Marquardt, wie geht es denn eigentlich dem Herrn von Donani?

Sie als Examensstudent haben sich doch sicher ein eigenes Bild gemacht.

Meine Tachten sind verändert. Noch nicht einmal transportfähig?

Danke.

Endlich mal wieder.

Unzensierte Zeitung.

Willst du das wirklich so vortragen?

Freiheit der Forschung, die Unabhängigkeit des

Das werden die Schweizer einem deutschen Wissenschaftler nicht abnehmen.

Ich habe acht Jahre hier in Zürich operiert. Die Schweizer verehren mich.

Du hast doch gesehen, wie die mich an der Grenze durchgebunken haben.

Kein Mensch hält mich hier für einen Nazi.

Du wirst sehen, die empfangen uns mit offenen Armen.

Entschuldige mich bitte.

Wer ist der Mann?

Was hast du ihm da gegeben?

Ein Freund von Dr. Jung.

Ich habe ihm Jungs Post an seine Frau mitgebracht.

Ihr Schmuggels schreibt in Post?

Du weißt doch gar nicht, was drinsteht.

Jung wollte einfach mal wieder unzensiert schreiben können.

Und er schreibt sicher nichts, was uns gefährlich werden kann.

Na, hoffentlich.

Ihr habt doch einen Leistenbruch. Was wollen Sie denn von meiner Lunge? Wir

müssen Tuberkulose ausschließen.

Das ist Präoperativ für eine Routine.

Meine Sekretärin hat einen Termin bei Professor Sauerbruch vereinbart. Ich

Anspruch auf Chefarztbehandlung.

Ich lasse mich doch nicht von ihm zum Kunstoperieren.

Ich heiße Jung.

Jetzt müssten Sie bitte die Luft anhalten.

Ja.

Danke.

Ich sage Ihnen eines.

Ich lasse mich nur vom Professor persönlich operieren.

Wann ist er denn wieder da?

Sie sind jetzt dran, Herr Kolbe. Bitte machen Sie sich frei.

Kolbe!

Was machen die denn hier?

Meniskusprobleme, Herr Ministerialdirigent.

Ach.

Im Abenteuer nimmt man sich ja schon länger.

Wo Sie denn eigentlich immer stecken?

Darf ich Ihnen ein Geheimnis anvertrauen? Ich würde ja mannhaft die

zusammenbeißen. Und mein Knie, Knie, sein Latten. Gäbe es da nicht diese

charmante Vorzimmerdame in Sauerbruchs Büro?

Herr Kolbe, bitte.

Jetzt wollen wir doch mal schauen, ob der junge Kollege auch fest fürs Examen

gelernt hat.

Also bitte, Anamnese und Verlauf.

Eine 35 -jährige Patientin.

Verstüttungsopfer nach Luftangriffen.

Somatisch zunächst im Vordergrund stehend eine rechtseitige

sowie Riss - und Quetschbunden.

Psychiatrisch imponiert ein anhaltender Stupor.

Vergesellschaftet mit Mutismus.

Sehr richtig.

Starr und stumm also.

Es handelt sich hier um eine Kriegsneurose.

Zur Überwindung des Tupors kommen mehrere Methoden der Schockbehandlung in

Frage. Welche sind das? Kardiazol und Elektroschock.

Sie haben den Insulinschock vergessen?

Nein. Diese Behandlung ist wegen kriegsbedingten Insulinmangel seit zwei

verboten. Aha.

Sie kennen sich also durchaus mit Recht und Gesetz aus.

Hat die Patientin irgendwelche Angehörige? Nach Angaben meiner

Kriegerwitwe. Sie hat neben einem verschollenen Kind keine weiteren

Sehr gut.

Wir haben noch so viele Findelkinder vom letzten Angriff über.

Na, hoffen wir mal, dass die bald abgeholt werden. Sonst haben wir kein

mehr frei, wenn es wieder losgeht.

Eine Franchite wird chronifiziert.

Aber eine Lungenentzündung können wir ausschließen.

Können Sie in der Küche nach einer Hinterbrüchung fragen?

Bei dem Fleischmangel, da kicken dann mehr Augen drin wie raus.

Na, den geben wir mal, Stöpke.

Anni, kann ich dich kurz mal entsprechen?

Wie war deine Prüfung bei der Krinis?

Bestanden. Ah, Glückwunsch.

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd, hm?

Meine Examenpatientin war die verschüttete Frau mit dem Kind.

Wir müssen es unbedingt finden. Vielleicht reißt sie das aus dem Dubor.

möglich. Der Krinitz hat doch tatsächlich psychische Ansteckungsgefahr

diagnostiziert. Er will sie in die Landesheilanstalt Bernburg schicken. Ihr

Anblick verdirbt einem noch die ganze Freude am Krieg. Dann wird sie ihn in

Bernburg weiter behandeln. Manni!

Man schickt doch die Patienten ins Gas.

Das ist doch Feinpropaganda. Natürlich kümmert man sich darum, eine

Traumatisierte. Und die Schizophrenen?

Die Blinden, die Homosexuellen?

Die darf man ausmerzen, oder?

Hauptsache, es trifft einen selbst nicht. Es macht wohl einen Unterschied,

eine Frau trauert oder jemand unheilbar krank ist. Wirklich?

Was hast du ausgerechnet, du?

Bis gestern hattest du selbst noch Angst, dass Karin behindert ist.

Man hört euch bis auf den Flur. Was kakelt ihr hier so rum, ihr

Was ist?

Es geht wieder los.

Man kann nicht noch einmal operieren.

Jede neue Narbe im Gehirn verschlechtert den Liquor plus weiter.

Auf uns wird man mit dem Finger zeigen.

Erblich Minderwertige.

Dürfen wir denn überhaupt noch Kinder kriegen?

Dass wir es nur unfruchtbar machen, droht es nicht sicher.

Aber ich kann kein Beamter mehr werden.

Und auch nicht besser als Nachfolger.

Warum darfst du besser als Nachfolger kein krankes Kind haben?

Kein unheilbar krankes, nein.

Ich muss wieder auf Station.

Anni.

Wir müssen uns entscheiden, ob wir Karin bei uns behalten.

Bald.

Ist aber ein bisschen spät heute, was?

Die Sprechstunde ist ja rammelvoll.

Karin ist erkältet, das Mützchen soll sie unbedingt aufbehalten.

Hermann ist doch viel zu klein für die Kinderlandverschickung.

Können Sie uns nicht eine Mutter -Kind -Kur verschreiben? Sie arbeiten in einem

kriegswichtigen Betrieb. Da bekommen Sie keine Genehmigung.

Was haben wir, dass Sie sich dann um Ihre Große kümmern?

Könnte ja nicht mit.

Ich habe gehört, es gibt so Spezialkliniken für Kinder wie unsere

In so einer Spezialklinik wird man Ihnen nicht helfen können.

Wieso eigentlich nicht?

Dass das nicht vererbt ist, das sehen Sie ja an meinem ARIA -Nachweis.

So was wie Traudel hatten wir noch nie in der Familie.

Aber die Untersuchungen, die dort gemacht werden, die sind sehr riskant.

Sie wollen doch nicht, dass Ihrer Tochter etwas passiert.

Sie ist schon eine arge Belastung, das können Sie mir glauben.

Manchmal werden dort neue Therapien ausprobiert.

Die können lebensgefährlich sein.

Dann ist das eben so.

So ist es ja auch kein Leben.

Sie bekommen den schriftlichen Bescheid.

Hermann!

Ja, Sie haben recht.

Eindeutig ein Beginn der Hydrocephalus.

Warum erfahre ich das erst jetzt?

Die Waldhausens haben wohl gehofft, das wird wieder.

Aber das wird nicht mehr.

Und nun muss es auch gemeldet werden.

Allerdings. Von mir haben sie das nicht.

Ich habe im Schwesternzimmer den Suchdienst am Apparat. Unseren Willi

keiner. Wir haben doch jetzt das Bild.

Das schicken wir denen.

Nee, nee, das mach ich schon.

Gehen Sie mal besser rüber zu Ihrer Kleine. Da stimmt was nicht. Der Chef

Ihr Mann, die sind auch schon da.

Sie enttäuschen mich, Walter.

Sie sind eine von uns. Dann sowas.

Warum haben Sie sauber auch ins Vertrauen gezogen und mich nicht?

Der Hirnrück ist farblos deutlich erhöht.

Irgendwelche neurologischen Auffälligkeiten?

Nein.

Sie hat sich bisher nie übergeben.

Sie greift gezielt nach Gegenständen.

Doch die Augenbewegungen sind normal.

Und der Kopfumfang ist auch noch in der Norm.

Kein Sonnenuntergangsphänomen.

Können wir den Hinruf nicht mit entwässender Infusion senken? Mit

Magnesiumsulfat? Wir versuchen es erst mal mit Glucose.

Aber sie muss stationär kontrolliert werden.

Auch nachts.

Kann ich bei ihr bleiben?

Nein, nachts nicht.

Wieso weist du Bethau ein?

Hab ich doch gar nicht.

Meinst du scheiße? Pakete?

Es wird gut, dass es jetzt raus ist.

Eine Infusionstherapie ist Karins letzte Chance.

Viel besser sie melden?

Nein, das tut er mir nicht an.

Er hat Krebs.

Er will, dass ich sein Nachfolger werde.

Versprich mir, dass Karin niemals in eine Kinderfachabteilung verlegt wird.

Ich bin Oberarzt hier.

Meine Tochter wird ohne meine Zustimmung nirgendwo hin verlegt.

Heil Hitler!

Du!

Beeindruckende Vorstellung.

Egal, ob Sie jetzt gelähmt sind oder nicht, transportfähig sind Sie allemal.

Und ich bin mir sicher, im Gefängnislazarett bringt man Ihnen das

wieder bei.

Schwester, hier ist jemand aus dem Bett gefallen.

Wenn heute ein nationalsozialistischer Staatsrat in die Schweiz kommt und einen

Vortrag hält, dessen Inhalt in den wesentlichen Grundzügen den Richtlinien

herrschenden Regierungssystems diametral entgegensteht, dann drängt sich dem

denkenden Schweizer die Frage auf, ob Sauerbruch wieder in seine offizielle

Stellung nach Berlin zurückkehren wird oder nicht.

Dem denkenden Schweizer, ja.

Ich habe als Arzt gesprochen.

Denn ich bin Arzt. Ich bin kein Politiker. Aber Staatsrat und

Nationalpreisträger.

Fährt er wieder nach Berlin zurück, dann müssen wir zwangsläufig annehmen, dass

Sauerbruch in mehr oder weniger offizieller Mission in die Schweiz

wurde, um, sagen wir vorsichtigerweise, zu beschwichtigen.

Ich verteidige Einstein, den verhasstesten Wissenschaftler im ganzen

Reich. Und die schreiben, die Nazis haben uns geschickt.

Das hier wird dir in Berlin schaden.

Wollen wir wirklich zurückfahren?

Lass uns hierbleiben.

Margot, ich kann doch nicht.

Ich kann die Charité im Krieg nicht im Stich lassen.

Patienten, die dich brauchen, gibt es auf der ganzen Welt.

Hast du dir mal überlegt, was es für meine Kinder bedeutet und für deine

Die hole ich nach.

Lass uns bleiben.

Bitte.

Uns passiert schon nichts, wirst du sehen.

Auch die Nazis haben einen Blinddarm. Alle.

Das vergessen die Brüder nicht.

Guten Tag, Dr. Jung.

Wir haben Befehl von Donani, ins Gefängnis Lagerrett nach Fuchs zu

Aber Herr von Donani kann nicht gehen. Die Thrombose besteht immer noch. Bei

einem Transport könnte er eine Embolie erleiden. Professor de Kringes hat in

seinem Gutachten die Transportfähigkeit von Donani ausdrücklich festgestellt.

Aber wir können ihn auch gern legendtransportieren.

Die Beständigkeit einer vielschichtigen Natur beruht auf ihrer Geschmeidigkeit.

Tayron.

Herr Littler. Oberst Kriegsgerichtsrat Kutzner, richtig?

Ich habe die Untersuchung Ihres Falls vom Kollegen Röder übernommen. Und das

hier sind Generalarzt Schmidt -Brücken, Stabschef der Heeresanitätskommission

und Oberstar Schmidt.

Bitte sehr.

So plötzlich?

Das verstehe ich nicht. Wieso soll ich von Buch aus meine Verteidigung

vorbereiten? Meine Anwälte können ohne Benzin zum Teilung nicht dorthin kommen

und Züge verkehren kommen. Befehl ist Befehl.

Wenn Sie sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, dann ist es doch sicher

Ihrem Sinn, dass das Verfahren nicht unnötig verschleppt wird, oder?

Solange man mir hilft, mich anzuziehen, würden Sie bitte draußen warten.

Natürlich.

Und organisieren Sie dem Mann eine Rollfrage, wenn Sie schon der Meinung

dass er nicht gehen soll.

Das ist doch kein Zufall, dass Sie jetzt kommen, wenn der Chef in der Schweiz

ist, der hätte es sicher feiern müssen. Das glaube ich kaum.

Die Sachen aus dem Versteck, wie besprochen.

Ja.

Die Linke kommt von Herzen.

Irgendwie muss das Ganze doch einen Sinn haben.

Oder?

Sie beide waren jedenfalls menschliche Labsal für mich.

Richtig mit, dass sie reinfizieren, wenn sie in Wien anhaften.

In deinem Zustand?

Dann kann er sterben.

Dass er zwingend gerichtet werden sagt.

Was treibt ihr denn so lang?

Wetter ziehen.

Ob sie was gemerkt hat? Martin, es geht ja nicht weiter.

Wenn sie uns erwischen, dann bringen sie dich ins KZ.

Das Risiko gehe ich ein.

Ich kann das nicht.

Ab jetzt sind wir nur noch Kameraden und nicht mehr.

Grüß Sie, Mitterrand.

Ein Oberkriegsgerichtsrat, ein Generalarzt und ein Oberstarzt. Und die

Klinisbescheinigung über Donanys Transportfähigkeit hatten Sie auch

Was hätte ich machen sollen?

Es trifft Sie keine Schuld, Herr Jung.

Es war ein abgekartetes Spiel. Wir sind verraten worden.

Aber Herz stand unter meinem Schutz.

Das hätte sie früher nicht gewagt.

Herr Hitler.

Sauerberufssekretärin hat mir ausgerichtet, Sie hätten nach mir

Ja, Herr Kollege.

Es gibt Erklärungsbedarf und das kann ich warten, bis ich wieder entschlossen

bin. Aha. Wir vermuten, dass es in der Verbindungsabteilung zum Oberkommando

Wehrmacht eine undichte Stelle gibt.

Und haben Sie schon einen Verdacht?

Ja.

Sagt Ihnen 1 .D4D5 etwas?

1 .D4D5. 2 .C2C4?

3 .SC3FF6, 4 .LG5LE7.

Steinitz gegen Lasker.

Schachweltmeisterschaft 1896 in Moskau. Den Sieg hat übrigens der deutsche

Lasker davon getragen.

Sie hätten mir das Blatt nicht stehlen brauchen. Ich schenke es Ihnen.

Ich kann diese grandiose Partie auswendig. Ja, dann muss ich mich wohl

entschuldigen. Angenommen.

So, wen haben wir da?

Patient Schule Osten, Dietrich, Alter 45.

Inguinal, Herr Nebalz, jetzt Inkarzerationsgefahr rechts.

Daher Fragestellung operative Intervention.

Bisher Selbstmedikation mit homöopathischen Mitteln. Was?

Warum bist du nicht im Buch mit deinen Kinkerlitzchen?

Wir versorgen ja Kriegsverwundete.

Er hat hier eine Charité Anspruch auf Chefarztbehandlung. Solange du überall

rumschnüffelst, möchte ich von dir kein Ton hören.

Ihre Schmähungen zeugen von der üblichen Ignoranz der Schulmedizin gegenüber der

neuen deutschen Heilkunde.

Ich jedenfalls habe mit Hochpotenzen von Helonias, Dioeca und Calciumfluoratum

meine Fibrillenschwäche jahrelang erfolgreich behandelt.

Und was genau willst du nur von mir?

In den letzten Tagen da hatte ich erhebliche Schmerzen. Hier.

Und mein Heiler meint, wenn der Bruch sich einklemmt, dann kann er dafür keine

Verantwortung übernehmen. Und da soll sich der Sauerbruch jetzt richten.

Ich hätte da tatsächlich eine natürliche Methode.

Ohne Operation.

Ja. Eine ganzheitliche Behandlung wäre natürlich das Allerbeste. Allerdings

schmerzhaft. Eine böse Erstverschlimmerung sozusagen.

Ich habe die Methode sehr erfolgreich bei meinem lieben Freund Max Liebermann

angewandt. Dem jüdischen Maler? Ich kenne keinen jüdischen Leistenbruch.

Jedenfalls der Bruch lässt sich in die Bauchhöhle zurückdrängen durch Aufhängen

an den Beinen. Über einen längeren Zeitraum.

Kopfhängen. Aufhängen.

Aufhängen.

Ja, vielleicht wäre eine Operation doch besser.

Wenn du das unbedingt willst.

Und Sie operieren selbst?

Darauf hast du doch Anspruch.

Marquardt.

Hast du eigentlich schon mal einen Leistenbruch operiert?

Keiner selbst.

Richtig, Chirurgie ist ja dein letztes Prüfungswerk. Stimmt's?

Gut, am Montag examiniere ich dich.

Siehst müde aus.

Geh doch und leg dich hin.

Was ist passiert?

Karen, sie antrocknen wieder zu.

Versuchen sie jetzt massiv zu entwässern.

Otto, weißt du Bescheid? Ich bin Annis Bruder.

Wir müssen jetzt noch alle was losen.

Aber was kriegen sie denn so ganz von J. verlassen?

Das wird schon.

Und wenn das einer hinkriegt, dann ist das unser Professor besser.

Und Herr Doktor, der Chef will Sie auch noch mal sprechen.

Tut

dir

was weh?

Hast du Aua?

Tut dir der Kopf weh?

Heißt du Keller? Ja.

Ja, die Sally.

Er heißt Keller und kann auf kein K sprechen.

Wo willst du hin?

Die Patientikeller muss zurückgestellt werden.

Wir brauchen sie dringend, um die Identität eines Findelkindes zu klären.

Schau mal, wer hier ist.

Was ist los?

Sie holen mich.

Ich soll an den Atlantik fallen.

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