All language subtitles for Charite s02e03 Letzte Hoffnung

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Original subtitles

Ich habe ein Eid auf einen Verbrecher geschworen. Papa, was soll ich denn

machen? Das ist jetzt erst mal gescheit.

Haben Sie die sterilen Spritzen vorbereitet? Wo ist die

der Eltern? Die ist bei solchen Kindern nicht erforderlich, sind

Reichsausschusskinder. Sie ist genauso schlimm wie du. Und? Sollen wir sie doch

Karin nennen?

Arthur, ich muss dir was zeigen.

Der Hinruf ist zu hoch.

Bedeutet das, dass sie einen Wasserkopf kriegt?

Herr Tolle.

Ja.

Wann hast du dir das Pino bei Betal gegeben?

Vor zwei Stunden, so wie du es gesagt hast.

Ich punktiere erst mal 25 Kubik.

Und darf den Druck nicht zu schnell senken.

Notfalls punktieren wir später nochmal nach.

Das muss ja kein Wasserkopf werden.

Vielleicht hat Karin unter der Geburt nur eine kleine Hirnblutung erlitten.

Und das Gerinnsel hat jetzt den Liquorabfluss verlegt.

Das wird es sein.

Stöcke hat bei der Geburt massiven Druck auf meine Gebärmutter ausgeübt.

Vermutlich hat er dabei ein Trauma gesetzt.

Ja, wenn wir Glück haben, ist das Gerinnsel in ein paar Tagen reserviert.

Besser besteht nämlich darauf, dass du am Montag anfängst.

Und wenn sie doch einen Wasserkopf entwickelt?

Ich habe nochmal nachgelesen. Man könnte eine Operation versuchen, damit man den

Liquorabfluss verbessert. Aber das ist extrem riskant und ist bisher nur ganz

selten versucht worden.

Wahrscheinlich beherrscht das nicht mal Sauerbruch.

Das geht doch nicht andauernd von einem Wasserkopf.

Der müsste ans Gesundheitsamt oder in den Reichshaus drauf gemeldet werden.

Aber bei uns ist das doch nichts Erbliches.

Ja, von meiner Seite jedenfalls nicht.

Was soll das denn heißen?

Ich habe früher mehrfach Samen gespendet. Und die Kinder sind alle

Du hast was?

Das war doch alles vor unserer Ehe, Anni.

Ehrenamtlich. Ich wollte doch nur helfen.

Denk doch mal an die Soldatenschrauen, deren Männer verstümmelt und

zeugungsunfähig sind. Warum erzählst du mir das jetzt?

Warum hast du es geheim gehalten, wenn du das alles so normal findest? Ich

doch nicht geheim gehalten.

Ich hab nur nicht gedacht, dass das wichtig wäre.

Nicht wichtig.

Du bist nicht nur der Vater von Karin, sondern von dutzend anderen Kindern.

Da bin ich doch nicht wirklich der Vater.

Anni, ich habe die Kinder nie gesehen.

Anni?

Einen Moment.

Stehe ich?

Nein?

Anni, ich wollte fragen, ob ich mit dem Vater eine Lehrbücher ausleihen kann.

Ja.

Na, dann kümmere ich mich mal um die Kleine.

Du musst wirklich langsam mal anfangen zu pauken.

Du klingst schon wie Mutter.

Wann kommt sie überhaupt?

Ich habe ihr geschrieben, sie soll erst kommen, wenn die Züge wieder regelmäßig

fahren. Das Insulin kriegt sie auch immer nur ein paar Tage im Voraus.

Ist alles in Ordnung?

Natürlich.

Danke.

Hier bei der Müttersprechstunde ja nur darum, die Formalien für die Kinder in

der Anverschickung zu erledigen.

ARIA -Nachweis prüfen und Ausschlusskriterien abfragen.

Infektionen, Läuse und Behinderung erkenne ich. Und Epilepsie ist ja

aktenkundig. Aber was ist mit Bettnässen? Das kann die Mutter mir auch

verschweigen. Ja, oder finden. Es gibt viele Mütter, die ihre Kinder gar nicht

hergeben wollen.

Du kommst halt nicht unter Menschen.

Aber nimm dich anstimmig, ja?

Kommst du gar nicht mit?

Ich muss wieder ins Wiesn -Grund. Es gab Komplikationen bei meinen Kubanten.

Der Impfstoff wird leider nicht gut vertragen.

Bis heute Abend.

Schwester Käthe?

Na jetzt, ihr Hübschen. Das wird dich sehr nett, dass wir dich betreuen.

Gib mal.

Ich selbst dir mal.

Mega -Püppchen.

Arische Stoffreste hatte ich nicht mehr.

Und du?

Mause, du bleibst schön brav bei mir.

Oh, was ist denn das?

Das ist eine Kruste.

Sie hat sich nur gekratzt.

Na, dann gehen wir jetzt, wir hübschen, gleich mal zur Maniküre.

Herr Professor?

Ja?

Professor Bonhoeffer.

Sicherlich geht es um Bonhoeffers Kinder.

Seinem Sohn Dietrich machen wir schon lange das Lebenswehr.

Er ist Pastor der bekennten Kirche und mit Redung Schreibverbot.

Er und sein Schwager Hans von Donani haben Vater damals dazu gebracht, beim

Justizminister gegen die Krankenmorde zu protestieren.

Ein Prozess wegen Devisen?

Das ist doch lächerlich.

Dietrich und Hans haben jüdischen Freunden die Flucht in die Schweiz

Hans hat dabei seine Stellung bei Canaris genutzt.

Die Gestapo hat keine Beweise. Daher konstruiert man jetzt ein

Dietrich sitzt seit Monaten in Tegel in Haft. Hans in der Leerter Straße.

Aber wie kann ich da helfen?

Bei der Gestapo kann auch ich nichts ausrichten.

Ich weiß nicht, an wen ich mich sonst helfen kann.

Ich selbst habe ja seit meiner Ablösung durch die Krimis keinen Einfluss mehr.

Aber auch ich herrsche in der Charité nur noch in einem begrenzten Reich.

Vielleicht. Können Sie zumindest für Hans etwas erreichen?

Er hat Nierenkoliken und Thrombosen in beiden Beinen. Er wird die Haft nicht

mehr lange durchstellen. Auch wenn sich der Gefängnisarzt sehr um ihn bemüht.

Dann überzeugen Sie den, dass er Hans zu mir verlegt. Das würde er ja gerne.

Aber der zuständige Untersuchungsrichter verweigert die Verlegung.

Ein ganz widerlicher Zeitgenosse.

Bruder, heißt der.

Ich muss auch bald los.

Nach so einer schweren Hepatitis wirst du wirklich alles andere als

fronttauglich.

Muss Peter wirklich schon einrücken?

Kannst du ihn nicht wenigstens nur beschränkt tauglich schreiben, damit er

gleich an die Front muss? Der Krieg kann doch nicht mehr lange dauern.

Ich bin Offizier und ich will zu meinen Kameraden. Noch steht kein russischer

Soldat auf deutschem Boden und noch sind die Alliierten nicht gelandet.

Vielleicht lässt sich das Schlimmste ja noch verhindern. Das ist es.

Taugt nicht zum Schreibtisch hinst.

Hat er vor mir?

Voralarm. Das reicht noch bis in der Kaserne.

Danke, Kummer.

Hoffentlich sehen wir ihn wieder.

Ente sicher.

Er wird das Schlimmste nicht verhindern.

Und was ist das Schlimmste?

Die Niederlage oder der Sieg?

Zwei Pakete.

Bitte sagen Sie die Müttersprechstunde ab. Anni kann nicht kommen. Fahre dann

lieber.

Mach ihr fertig.

Verschuldet es. Ihr seht doch, dass der Mann nicht laufen kann.

Warten Sie bitte draußen.

Ich bin Dr. Frenkel, Gefängnisarzt aus der Leerter Strahlung.

Wir haben Herrn Fondonani nach dem Angriff bewusstlos in seiner Trelle

Das Gefängnis hat einen Treffer abbekommen. Es hat gebrannt und alle

Telefonleitungen sind gestört.

Untersuchungsführer Röder war deshalb leider nicht zu erreichen.

Ich habe die Chance genutzt und Donanis Verlegung eigenmächtig angeordnet. Das

hast du gut gemacht.

Darauf hatten wir gehofft. Aber ich warne Sie, Röder wird toben, wenn er das

erfährt und alles daran setzen, dass Sie Donani wieder rausgeben müssen.

Ich habe einen Lenin behandelt, einen Hindenburg, einen Hitler, da werde ich

einem Röder auch noch fertig.

Jetzt gehen Sie und nehmen Sie die Bewachung mit.

Ich bürge für Herrn von Donani.

Gut.

Eine massive Beinenvenenentzündung. Und dieser Röder lässt sich trotzdem in

Haft.

Schweinerei.

Fass mal meine Hand.

Mal fest.

jetzt nicht den Mut verlieren. Wir kriegen das wieder hin.

Ich vermute einen linkseitigen Apoplex.

Ein Schlaganfall. Aber keine Angst.

Die Sprachstörungen und die Lähmungserscheinungen können sich wieder

zurückbilden. Auf jeden Fall bist du bis auf Weiteres nicht vernünftig.

Du stehst jetzt unter Sauerbruchsschutz.

Verglichen mit Hamburg haben wir noch Glück gehabt.

Wir hatten immer so viele Tote.

Dafür hatten wir das ausgebrochene Krokodil auf dem Stuhl.

Wenigstens hat der Knautschke überlebt.

Knautschke? Man merkt, dass du kein Berliner bist.

Knautschke, das Flugpferd.

Der ist doch ein richtiger Star hier. Wenn ich einen Star sehen will, dann

ich ins Kino und nicht in den Zoo.

So lange wir noch eins haben.

Hättest du mal Lust?

Ins Kino?

Ich dachte, du gehst lieber in den Schlachter Christel.

Genau so habe ich mir den Schlendrian hier in der Klinik vorgestellt.

Zwei wehrtaugliche junge Männer, die sich hier einen faulen Lenz machen.

Zeigt mir den Untersuchungshäftling Donani.

Ja, Dali, oder soll ich euch Beine machen?

Beine machen, hm? Woher soll ich das wissen, wenn Sie verwundeten Abzeichen

nicht tragen?

Kann ich Ihnen weiterhelfen?

Wo ist Hans von Donani?

Ich bin der diensttragende Stationsarzt, Professor Adolf Jung.

Dürfte ich höflicherweise um Ihren Ausweis bitten? Wir verstehen, dass wir

Auskünfte über Patienten geben können, es sei denn, Sie sind dazu in

Weise schriftlich autorisiert.

Für einen Fremdarbeiter bin ich gar keine Auskunft schuldig. Da kannst du

dreimal so geschwollen daherreden, du Adolphe.

Du wagst es, meinen Oberarzt zu duzen?

Herr Professor Sauerbruch, ich bin Oberstkriegsgerichtsrat Röder. Und du

dieser Röder?

Und du hast die Frechheit, dich hier blicken zu lassen?

Du kannst von Glück reden, dass so nadie nicht gestorben ist. Der hätte doch

schon längst hier eingeliefert werden müssen.

Oder legst du das einfach darauf an, dass er ohne einen ordentlichen Prozess

wegstirbt?

Damit eins klar ist, Donani ist weder transport - noch vernehmungsfähig. Er

einen Herzdrang.

Dann gehört er wohl in die Nervenklinik zu Professor de Crinis.

Du willst einen Sauerbruch medizinisch belehren? Ich werde mich noch heute bei

Generalfeldmarschall Keitel über dich beschweren. Jetzt verschwinde!

Er wird nicht gut schlafen heute Nacht.

So. Ihr zwei werdet ab sofort Donani abwechselnd bewahren.

Falls diese Kanalie von Ankläger nochmal kommen sollte und versucht, in den Haft

zu gehen.

Sie müssen diesen Hunden entschuldigen. Es gibt eben nicht nur Schillers und

Gütes in Deutschland.

Das ist mir nicht entgangen.

Aber komisch ist es schon, oder? Dass dieser Gefangene mit einem Hirnschlag

uns in der Chirurgie liegt. Finden Sie nicht auch?

Wir können auch froh sein, dass wir wenigstens bei diesen Patienten keine

Verbände wechseln müssen.

Hätten Sie Lust, am Sonntag mit mir in den Münchhausen zu gehen?

Den Lügenbaron?

Das klingt sehr verlockend.

Aber ich muss leider leider für das Examen verfügen.

Redet denn der mit mir?

Was glaubt ihr denn, wer er ist?

Was fällt denn dem ein?

Weißt du überhaupt, wer ich bin?

Hätte er sich jetzt so unantastbar?

Wir kennen doch unseren Sauerbruch. Und seinen ärztlichen Befund können Sie als

Jurist nicht anzweifeln.

Aber Sie?

Als ein Kollege?

Ja, könnte ich.

Was haben sie mit dir gemacht?

Christi. Das ist Otto.

Die Leibgarde ihres Mannes.

Befehl von Imperator Sauerbruch. Danke.

Otto, die Nachtwachen übernehme ich selbst, sobald verdunkelt wird. Der

Professor ist einverstanden.

Gut, dann versuche ich ein Bett aufzutreiben.

Mit dem Angriff hat es auch im Tegeler Gefängnis viele Opfer gegeben, aber

Dietrich ist unverletzt.

Und die Kellner?

Alles gut.

Bestimmt wollen Sie mich jetzt belehren, dass die deutsche Frau nicht raucht.

Nein.

Ich wollte Ihren Rat wegen Karin.

Wie Sie ja bereits früher richtig bemerkt haben, strebe ich nicht das

Mutterkreuz an.

In Fragen der Säuglingspflege bin ich also keine große Hilfe. Ich wollte Sie

fragen, weil ich...

Habe ich dich getraut, ihren Mann persönlich anzusprechen?

Hat Professor Sauerbruch schon mal einen Hydrocephalus operiert?

Darf ich mal sehen?

Guten Tag.

Guten Tag. Guten Tag.

Mein Mann hat die Seitenpentrike schon zweimal punktiert.

Aber die Herddruck steigt weiter. Wir machen uns groß Sorgen.

Wie ist der Kopfumfang?

Ist ja normal.

Gut, dann müssen wir noch nicht von einer Hirnschädigung aufgehen.

Sie entwickelt sich auch alles entsprechend.

Meint auch mein Mann. Der ist ja Kinderarzt.

Der Chef sollte sich die kleine Mann anschauen.

Soweit ich weiß, hat er gelegentlich Liquidableitungen und Rekanalisierungen

Hydrocephalus versucht.

Was meinen Sie mit versucht?

Hier in Sauerbruchs Operationslehre steht, es hat bisher nur zehn Fälle

wo die Operation versucht worden ist.

Und fast alle Kinder sind gestorben.

Wir sollten es nicht machen.

Wir haben doch keine andere Wahl.

Wenn der Hinruck weiter steigt, kriegt Karin ganz sicher einen Wasserkopf.

Zauberbruch sollte Karin für mindestens einmal untersuchen.

Er repariert sie bestimmt nur, wenn es Aussichten auf Erfolg gibt.

Wir müssen Karin diese Chance geben, sonst wird sie behindert.

Gut. Aber wir machen das nur, wenn wir sicher sein können, dass Karin es

überlebt.

Einverstanden.

Aber man kann auch in einem Wasserkopf sterben.

Ja, bitte.

Hier.

Der ist für Sie.

Was für?

Sie glauben ja nicht einfach, dass ich Ihre Post öffne.

Das war die Zensur. Weiß Ihre Frau überhaupt, was sie Ihnen schreiben kann?

Ohne, dass Sie Ärger bekommen?

Meiner Frau ist sehr wohl bewusst, dass die Deutschen einem

Zwangsverpflichtenden Arzt misstrauen. Der Chef fährt demnächst auf eine

Vortragsreise in die Schweiz.

Wenn Sie wollen, gebe ich Ihnen Ihre private Post. Ich kann mir vorstellen,

Sie Ihrer Frau auch einmal schreiben wollen, ohne dass die Deutschen

Sehr freundlich.

Ich habe gehört, Ihr Herr Kolbe fährt auch öfter in die Schweiz?

Natürlich.

Er ist der 60.

Diplomat.

Gemeinheit, das nehmen wir uns, nur die wir Macht kriegen.

Schokolade.

Ja, und?

Und meine geliebten Sonnenräume.

Ja,

das ist der Vorteil, wenn man mit einem hohen Tier aus dem aufwärtigen Rand

liiert ist.

Und der Nachteil ist, dass ich mit dir jederzeit auffliegen kann.

Hier im Haus fängt man an, Fragen zu stellen.

Doch nicht sauer, Bruch.

Bei dem habe ich einen Stein im Brett.

Du sowieso. Aber ich auch.

Der hat das Gras wachsen.

Und das ganze Dicke mit Margot.

Ich fasse daher zusammen.

Bei der Beurteilung von Kriegsneurotikern muss man zwischen

Charakteropathen unterscheiden.

Hysteriker, die auf ihren Fronteinsatz mit psychogenen Störungen reagieren, wie

zum Beispiel Lähmungserscheinungen, Zittern oder Erblindung, können mit

Elektroschockbehandlung, Arbeitstherapie und Suggestionsbehandlung geheilt

werden. Charakteropathen dagegen sind als Störer und Versager zu betrachten,

in Sonderabteilungen des Heeres erzogen werden.

Als letztes Mittel muss erwogen werden, diese Ballastexistenzen in ein KZ zu

überstellen.

Wenn die Herrn Studiosi nach ihrem Examen wieder selbst im Feld stehen,

werden sie noch froh sein darüber, wenn ihre Kameraden keine psychopathischen

Jammerlappen sind. Das kann ich Ihnen sagen.

Also dann, bis morgen.

Kollege Bonhoeffer, willkommen in Ihre alten Wirkungsstätte.

Wollten Sie ein bisschen Hörsaalluft schnuppern?

Da fühle ich mich ja ganz geehrt. Kann ich Sie kurz sprechen? Es geht um Hans

von Donani.

Ich habe jetzt leider einen Termin mit dem Reichsgesundheitsführer im

Ministerium. Sie sollen vom Wehrmachtsanitätswesen beauftragt worden

Gutachten über von Donani zu erstellen. Und dazu würde ich Ihnen gerne meine

fachliche Einschätzung vortragen.

Schließlich kenne ich den Gesundheitszustand meines

jeder andere.

Ach so.

Sie bezweifeln mal wieder meine fachliche Kompetenz.

So wie damals, als Sie mich aus Ihrem Nachfolger verhindern wollten.

Ich bitte Sie, sich nicht von alten Ressentiments leiten zu lassen, die mit

nichts zu tun haben.

Er hatte einen schweren Schlaganfall.

Er ist weder vernehmungs - noch verhandlungsfähig. Das zu beurteilen,

wohl mir überlassen müssen.

Sie sollten bedenken, dass nach einem verlorenen Krieg die Sieger anders über

Sie urteilen werden, wenn ich Ihre Hilfe in diesem Fall bezeuge.

Ich könnte Sie jetzt wegen Defetismus vor den Volksgerichtshof bringen.

Aber Sie sind ja schon genug gestraft mit Ihrer degenerierten Sippe.

So. Drück mal so fest, okay?

Ah.

Schätzungsweise 40 % Handkraft. Machst ja riesen Fortschritte.

So.

Werd mir nicht zu schnell gesund, sonst wenn der Krinus hier als Gutachter

auftaucht, sitzt dem Handumdrehen wieder in Haft.

Das muss ja keiner erfahren.

Kannst du gut schauspielern?

Mal die Klappe halten? Rechten Arm hier bewegen?

Auf gar keinen Fall aufstehen?

Hoch! Zusammen!

Hoch! Zusammen!

Was stiefelst du mir durch die Botanik? Was ist mit dem Turm?

Professor Dekrinus hat nach mir geschickt. Ich musste ins Meisenheim.

Komm aber auch wieder. Und schneller!

Bitte. Nein, danke.

Trauen Sie sich.

Es geht um eine etwas heikle Mission.

Und ich weiß ja, wie vorbildlich Sie als NS -Funktionsschwester die Warnkartei

für die Partei führen.

Mit einem Wort.

Sie wissen, was es heißt, dem Volkswohl verpflichtet zu sein und nicht dem

einzelnen Kranken.

Zu viel Mitgefühl ist manchmal ein Zeichen von Schwäche.

Sehr richtig.

Es geht um den...

Untersuchungsheftchen von Donani. Die Heeressanitätsinspektion will ein

Gutachten von mir über seine Verhandlungsfähigkeit.

Er soll einen Hirnschlag gehabt haben.

Ich habe mich auch schon gefragt, warum so ein Patient bei uns in der Chirurgie

liegt. Ich sehe schon, Sie denken mit.

Also, man hat den Verdacht, dass der Mann schlicht simuliert.

Und Sauerbruch boykottiert seine Verlegung zu mir in die Psychiatrie.

Er will ihm offenbar den Gerichtsprozess ersparen, vielleicht.

aus falsch verstandener Loyalität zu meinem Vorgänger. Professor Bonhoeffer.

Ja, das ist Donanys Schwiegervater.

Ich möchte, dass Sie den Mann im Auge behalten.

Ob er wirklich so krank ist, wie er vorgibt und ob er unerlaubt Besuch

Erstatten Sie mir darüber Bericht, aber nur mir persönlich.

Probieren Sie die Johannisbeere.

Na ne, Mischen.

Ja,

macht

Donani Fortschritte?

Naja, er versucht gerade mit hinzuschlafen.

Und? Haben Sie den Münchhausen inzwischen gesehen?

Ach, ohne sie hatte ich keine Lust.

Na,

wo tut es denn am meisten weh?

Da?

Au!

Bald hast du keine Bauchschmerzen mehr.

Weg dich mal zu.

Dieses Haare kauen?

Wie lange geht das denn schon so?

Das hat sie eigentlich schon von Anfang an gemacht.

Ja, warum haben sie ihr dann nicht die Haare geschnitten?

Ich vermute ein Rapunzel -Syndrom.

Die verschluckten Haare bilden eine Knolle im Magen und es besteht die

dass dein Magen perforiert.

Ach, was?

Dann hole ich mal eine Schere. Ja, unbedingt.

Professor Westerhoff?

Professor Westerhoff?

Professor Westerhoff?

Ist es dringend? Ich wollte gerade gehen. Es geht mir nicht so gut.

Ich fürchte, die kleine Meisner hat ein Trichobezor.

Sie muss perforiert werden.

Wir verlegen sie in die Klinik Wiesenrund.

Aber Herr Professor, die haben doch keine Chirurgin.

Wir brauchen sie auch nicht.

Aber wenn der Magen der Kleinen perforiert, dann stirbt sie.

Waldhausen, es ehrt Sie, dass Sie sich so um sie bemühen.

Aber es hat doch keinen Sinn, sie unnötig lange leiden zu lassen.

Eine Blinde kann doch kein lebenswertes Leben mehr führen.

Und für die Familie ist sie eine Bürde. Im Tierreich regelt das die Mutter

Natur. Da überlebt das Schwache und Kranke doch auch nicht zum Wohl der

Art. Also, auch wenn es schwerfällt, wir Ärzte müssen unsere Verantwortung für

die Fondsgemeinschaft gerade in so schweren Zeiten wahrnehmen.

Das verstehen Sie doch sicher?

Natürlich. Ich weiß, dass ich mich auf Sie verlassen kann.

Verlegen Sie das Mädchen.

36 ,5 Zentimeter.

Wie oft hast du denn jetzt bereits punktiert?

Zweimal 100 Kubik.

Aber der Effekt hält nicht lange an. Ja, die Fontanelle fühlt sich auch schon

wieder recht gespannt an.

Wir könnten eine Ventrikulografie machen, um das Ventrikelsystem besser

einschätzen zu können.

Das ist eine unnötige Quälerei für das Kind und zeitaufwendig. Nein, es ist

besser, wir entscheiden anhand des intraoperativen Befundes, wie wir

Der Druck muss so schnell wie möglich gesenkt werden, sonst gibt es bleibende

Schäden. Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten ein?

Ich will nichts beschönigen. Das ist ein lebensbedrohlicher Eingriff.

Aber es gibt eine reelle Chance.

Verstehe ich Sie richtig?

Mit dem Abwägen, wer sicher ein behindertes Kind haben oder vielleicht

totes? Diese Entscheidung kann euch niemand abnehmen.

Ich weiß, wie ihr euch fühlt. Ich habe meine jüngste Tochter an Kinderlähmung

verloren. Da war sie erst wenige Monate alt.

Wie würden Sie denn vorgehen?

Nun, um den Druck abzusenken, muss der Abfluss des Hirnmessers verbessert

werden. Ich möchte nun aber keinen Schlauch in das Ventrikelsystem

denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das zu einer schweren Meningitis führen

kann. Ich gehe davon aus, dass es am dritten Ventrikel eine Engstelle gibt

die werde ich erweitern.

Sie meinen, damit kann Karin Dauer ausgehalten werden? Ich kann nichts

versprechen.

Aber der alte Sauberbruch ist ja schließlich kein Anfänger.

Gut.

Wir machen es.

Herr Professor, wegen des OP -Bereichs.

Sie wollen unnötige Nachfragen in der Kinderklinik vermeiden.

Können wir sagen, dass Karin vom Wickeltisch gefallen ist?

Dass ein notwendiger Eingriff am Schädel notwendig war?

Ein traumatisches Epidural, Herr Martogen. Darauf können wir uns einigen.

Ich kann den Aquädukt nicht vernünftig darstellen.

Guck mal in meine Brille.

Ja, ich bin steril, Mann, komm.

Kann ich mal sehen?

Für mich sieht der Aquädukt nicht verengt aus.

Eine Erweiterung würde nichts nützen.

Aber der Plexus Choroideus ist hypertroph. Wir sollten einen Teil

Was heißt das?

Das ist jetzt mit der Brille.

Ah ja, jetzt sehe ich das auch.

Ja, in diesem besonderen Fall können wir die Bildung des Liquor drosseln, statt

den Abfluss zu verbessern. Das ist ja aussichtsreicher.

Wir veröden einen Teil des Adergeflechts im Plexus Choroideus.

Gib Dr. Jung den Elektro -Kauter.

Der da hinten.

Es ist ein Elektro -Kauter, du musst einschalten.

Da.

Entschuldigung, im Instrumentären bin ich ungeübt.

Vorsicht mit der Vena Gallini.

So, alles gut überstanden.

Ich habe jetzt hier den Plexus Choroideus im Bereich des dritten

teilweise verschorft und ich bin sehr zuversichtlich, dass der Lipofluss jetzt

ausreichend gedrosselt ist.

Wir wollen hoffen, dass es auf Dauer ist. In den nächsten Tagen auf der

Kinderstation muss der Hirndruck auf jeden Fall regelmäßig kontrolliert

Aber du hast es da drüben im Einblick.

Ihr könnt die Kleine dann rüberbringen.

Herr Professor.

Wäre es lieber, wenn Karin bei Ihnen auf der Show nie bleibt.

Wenn postoperative Komplikationen auftreten, ist sie hier besser

Gut, wenn ihr das wollt.

Gut, dass wir so schnell auf den intraoperativen Befund reagieren

Ja, aber ob der Liquordruck bei der kleinen Dauer auf normal bleiben wird,

fürchte, ist doch eine angeborene Fehlbildung. Die Druckentlastung war

richtig.

Ja, vertrauen wir auf die Selbstheilungskräfte.

Der beste Arzt ist doch die Natur, sie heilt viele Leiden und spricht auch nie

schlecht von Kollegen.

Ich werde die Kinderklinik anweisen, dass sie den Hirnbruch zweimal täglich

kontrollieren. Nein, nein, die Kleine liegt bei uns auf Station.

Waldhausen wollte das so.

Merci,

Doktor. Ja, total, ja.

Da ist sehen sollen, wie Waldhausen davor zurückschreckte, sein Kind auf die

eigene Station aufzunehmen.

Hättest du es etwa für möglich, dass das Kind bei besseren Gefahren... Doch

nicht hier an der Charité.

Kannst du nicht rausfinden, was da los ist?

Sie werden doch mit den Krankentötungen nicht weitermachen.

Zum Justizminister kann ich jedenfalls diesmal nicht gehen wie vor drei Jahren.

Gürtner ist tot.

Sein Nachfolger Thierak ist ein Bluthund.

Vielleicht sollten wir wirklich in der Schweiz bleiben, wenn du da demnächst

deinen Vortrag hältst.

Was hält uns noch hier?

Ja, ja.

Ich bewege mich auf dünnem Eis.

Willst du warten, bis du einbrichst?

Lang kann der Spuck nicht mehr dauern.

Olbricht, Beck, von Hassel, Jess und Popitz, die planen was.

Keine Angst.

Ich bin nicht eingeweiht.

Vermutlich denken die, ich habe mich nicht im Griff.

Recht haben sie, Ferdinand.

Sprungen aus einer

Wurzeltat. Wie uns die

Alten wungen, von Jesse

kam die Art und hat ein

Blümlein bracht.

Mein Weihnachtsgeschenk.

Du kannst ja stehen.

Wir haben fleißig gewöhnt.

Frohe Weihnachten.

Frohe Weihnachten.

Frohe Weihnachten.

Warten Sie. Ich habe auch etwas für Sie und Ihren Kollegen.

Aber Vorsicht, es ist zerbrechlich. Vielen Dank.

Ich bin Ihnen so dankbar, wie Sie meinen Mann pflegen und bewachen.

Das machen Martin und ich wirklich gerne. Die Stunden mit Ihrem Mann sind

Beste hier in der Charité.

Passen Sie auf, dass niemand, wirklich niemand sehen kann, dass jemand wieder

laufen kann.

Wie geht's Ihnen?

Gut.

Ein oder andere Blutung.

Sie ist doch jetzt geheilt.

Und wenn nicht?

Dann hätte Arthur guten Grund, sie zu verstecken. Warum?

Was verstehst du denn unter Ballastexistenzen? Und mit Nachfürsorge.

Anni, das steht schwarz auf weiß in deinem Lehrbuch zur Rattenhygiene.

als Doktorandin von der Klinis müsstest wissen, was ich...

Da steckst du.

Die Weihnachtsfeier geht gleich los.

Deine Impfproben, die sind ja alle behindert.

Man teilt mir für die Versuche natürlich keine gesunden Kinder zu.

Das sind dreist Ausschusskinder.

Sind schon neun gestorben.

Ja, das bedrückt mich auch.

Du musst dir immer vorstellen, wie viele gesunde Menschen einmal gerettet

werden, wenn gegen die Typoklose geimpft werden kann.

Wenn du Karin wäre?

Glaubst du nicht im Ernst, dass ich unsere Karin eingeben würde?

Wo gehst du hin?

Für Weihnachtsfeier.

Alles in Ordnung?

Ja.

Liebe Kollegen,

liebe Mitarbeiter der Charité, ich möchte heute ein paar

wenige grundsätzliche Worte zur Natur des Arztberufes sagen.

Wissen ist die Grundlage allen ärztlichen Handelns und muss immer

erarbeitet werden.

Aus diesem lebendigen Wissen erwächst, können und gibt dem Arzt die Kraft an

sich und seine Fähigkeiten zu glauben, um guten Gewissens die schwere

Verantwortung zu meistern, die ihm der Beruf aufbürdet.

Glauben muss er allerdings auch an den Allmächtigen, weil nur so sein Kämpfen

Heilung Segen erwarten darf.

In diesem Glauben erst kann er frohen Mutes das Leben bejahen und jene Sonne

Krankenbett bringen, die dort so nötig ist.

Über allem Tun des Arztes aber muss die Liebe walten.

Denn, so wusste uns schon Paracelsus, alle Achtzehnei

kommt aus der Liebe.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein ungetrübtes Fest der Liebe.

Frohe Weihnachten.

Wir singen jetzt gemeinsam Stille Nacht.

Die, die den neuen Text nicht kennen, können ihn vom Zettel ablesen.

Ein, zwei, drei.

Stille Nacht.

Das passiert nicht hier oben, der bald an der Front Liedmaßen absegelt.

Die Prüfungsausung ist verschärft worden.

Ich muss am Ende des Semesters mein Examen machen.

Und wenn ich das nicht bestehe, dann werde ich als einfacher Soldat

abkommandiert.

So oder so, ich muss zurück an die Front.

Und deshalb will ich dir noch was sagen.

Keine Angst, das ist nicht ansteckend.

Ich bin Verurteilter und ein 75er.

Mit 20 hatte ich was mit einem Mann.

Wir sind dissonziert worden.

Seitdem sitze ich als Verführer im KZ.

Ich weiß noch nicht mal, ob er noch lebt.

Ich selber bin noch zur Frontbewehrung verurteilt worden, weil ich minderjährig

war. Mein verlorenes Bein hat mich vielleicht zurück von der Front

aber ich... Ich habe hier polizeiliche Auflagen.

Ich habe dich angelogen. Du hast tatsächlich mich aus der Polizeiwache

sehen. Wenn rauskommt, dass ich noch mal was mit einem Mann habe, dann gelte ich

als Berufsverbrecher Wiederholungstäter und das ist halt KZ.

Ich will dich doch nicht in Gefahr bringen.

Das dürfen wir nie wieder miteinander machen.

So sind wohl manche Sachen, die wir

getrost belachen, weil unsere

Augen sie...

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