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DER STELLVERTRETER
VÖLKERBUND - GENF
Dies ermöglicht uns,
Fragen zu diskutieren,
die weltweit bedeutsam sind.
Jetzt im Jahr 1936.
Ordner!
Mein Name ist Stephan Lux.
Ich bin Jude.
Die Juden werden in Deutschland verfolgt.
Die Welt sieht tatenlos zu.
Ich weiß nur diesen Weg, um das Herz der Menschen zu erreichen.
Bald sind wir in England!
Den Hitlergruß!
Richtig hoch.
Sie müssen wiederkommen, Untersturmführer Gerstein.
Zur Typhus- und Seuchenbekämpfung
vernichten wir die Schädlinge und reinigen das Wasser.
Man legt Kleidung, Decken und Laken...
in einen luftdichten Raum.
Durch eine Öffnung von außen...
füllt man kristallinen Cyanwasserstoff ein.
Das ist die Formel.
Müssen wir den herstellen?
Nein, das Institut liefert ihn.
Hier finden Sie alle Details.
Der Stoß ist gefährlich, befolgen Sie genau...
Dosierung, Reaktionszeit usw.
Das gesamte Wasser...
für die Truppen muss aufbereitet werden.
Und wenn das Wasser als trinkbar gilt, Dr. Gerstein?
Ist es aufbereitet noch trinkbarer!
Was für einen Slawen trinkbar ist,
ist für Menschen nicht unbedingt trinkbar.
Hinsetzen!
Wir müssen den Typhus ebenso ausmerzen
wie die Feinde an allen Fronten.
Weiter, Dr. Gerstein.
Fahren wir fort.
Hat er das entwickelt?
Gehört er zur Wehrmacht?
Wir sind ihr zuvorgekommen, sein Vater ist ein Freund von uns.
Vater!
Ich komme aus Wien und bekam deine Nachricht.
Was ist los?
Gott hat die kleine Bertha erlöst.
Das ist alles, was von ihr übrig ist.
Wie kam es dazu?
War sie krank?
Im Brief steht: "Erkältung
und Lungenabszess."
Aber Vater, wieso wurden wir nicht verständigt?
Fragen machen Tote nicht lebendig, schon gar nicht im Krieg.
Sie ist meine Nichte! Ich hätte ihr Medikamente besorgen können!
Meine Freunde im Institut loben deine Arbeit.
Deine Typhusbekämpfung soll erfolgreich sein.
Ich diene dem Vaterland, so gut ich kann.
Ein Idealist wie du gehört in die SS.
Auch wenn deine Frau mir nicht zustimmt.
Entschuldige uns...
Lege die Blume dahin.
- Lass das! - Warum?
Keine Uniform?
Tote verabschiedet man nicht in Arbeitskleidung!
Berthas Tod geht ihm sehr nahe.
Sie war seine Lieblingsnichte.
Wie lange bleibt er diesmal?
Wenn ich das wüsste!
Und du?
Sag es ihm!
Man munkelt, es gibt...
tausende solcher Fälle im ganzen Land.
Ein Pfarrmitglied bekam zwei Urnen von seiner geisteskranken Schwester.
Und zwei offizielle Briefe.
In einem stand Herzversagen,
im anderen Lungenentzündung!
Die SS soll dahinter stecken.
Die SS tötet keine Kinder.
Die SS hat überall ihre Finger drin.
Herr Pastor, ich reinige Kasernen und Wasser.
Ich tue nichts, was meinem Gewissen und meinem Glauben widerspricht.
Falls du etwas entdeckst, komme zu uns!
Ich habe damit nichts zu tun!
Als Christ kann man Euthanasie nicht gutheißen.
Was wollen Sie tun?
Protestieren!
Wer soll protestieren?
Alle christlichen Oberhäupter!
Entschuldigen Sie...
Was wollen die schon wieder?
Der Pastor erzählt schreckliches.
Was soll er sonst tun?
Er ist ein Ewiggestriger.
Sag ihm, es sei Hochverrat, im Krieg Falschmeldungen zu verbreiten.
Was erlauben Sie sich,
Monsignore Graf von Galen?
Sie haben auf mein Einschreiben nicht reagiert!
Ich erstatte Anzeige gegen Unbekannt
wegen Mordes an "unproduktiven Volksgenossen".
Wir besitzen Fakten, Namen und Adressen von Patienten...
und ihren Familien.
Falls Sie nicht reagieren, wird die Katholische Kirche...
ihre Gläubigen unterrichten.
Papa ist wieder da!
- Ein Geschenk aus Frankreich. - Was ist das?
Mach auf, dann siehst du es.
Na?
Was macht unser Nachwuchs?
Strampeln.
Ich glaube, es wird ein zweiter Soldat.
Was ist los? Probleme?
Wir haben eine sehr schwierige
Rechenaufgabe zu lösen.
Ich verstehe.
Guten Tag, Frau Hinze. Nein, erst die Hausaufgabe.
Lies die Aufgabe!
Wenn du die Lösung nicht weißt, lies nochmal die Aufgabe!
Lies!
"Der Bau eines Hauses kostet 15.000 Mark...
für eine Arbeiterfamilie...
und der Bau einer Irrenanstalt...
samt Betriebskosten 6 Mill. Mark.
Wie viele Häuser für Arbeiterfamilien
lassen sich dann mit den Kosten für die Irrenanstalt bauen?"
Sie sind wertlos.
Wie eine Maschine, die nichts mehr produziert.
Wie ein Iahmes Pferd.
Oder eine Kuh,
die keine Milch mehr gibt.
Wenn man dem Menschen
das Recht zubilligt,
seinen unproduktiven Nächsten zu eliminieren...
Weiß Bischof von Galen, wie viele getötet wurden?
Tausende.
Eines Tages...
werdet ihr,
werden wir alle unproduktiv sein!
Und was wird aus unseren Soldaten, wenn sie aus dem Krieg kommen:
Schwer verwundet, amputiert,
verstümmelt,
unproduktiv?
Die Priester haben keine Ahnung von Volkswirtschaft und Rassenhygiene.
Auch nicht von Mitgefühl.
Diesem Galen gäbe ich nach dem Sieg gern eine Nachhilfestunde.
Warum nicht gleich? Reißen wir seinen Omat...
"Gott entscheidet,
wir sind nur Ausführende."
Kommen Sie herein, Gerstein!
Unser Desinfektionsspezialist!
Schon gut, Untersturmführer. Tee, Kaffee, Kognak, Kekse?
Nein, danke.
Sie gehen auf Inspektionsreise unserer Desinfektionsanlagen.
Auf der Rückkehr überwachen Sie in Polen die Verwendung
von 500 Kanistem Blausäure, die wir dahin schicken.
5007
Wir bauen eine Riesen-Industrieanlage.
Gigantisch. Und man braucht einen Chemie-Fachmann.
Die Wehrmacht hat bessere Fachleute als mich.
Die Wehrmacht soll den Krieg gewinnen,
wir bestreiten die Nachkriegskämpfe.
Sie sind noch nicht lange bei uns, Untersturmführer.
Sie werden sehen, die SS ist ein eingeschworener Haufen.
Richtig!
Die von unserem Reichsführer Himmler vielgerühmte menschliche Wärme.
Danke fürs Kommen.
Ich muss auf Dienstreise.
Wir haben gewonnen, sie haben eingelenkt.
Die Aktion "Gnadentod" ist abgeblasen.
- Sicher? - Ja.
Endgültig?
Sie hatten Angst.
Christi Armee hat die Armee des Bösen zurückgedrängt.
Informieren Sie Dr. Dibelius!
- Wohin fährst du? - Gen Osten!
Sehen Sie das Dreckwasser?
Könnte noch dreckiger sein!
Los!
Na los!
Wenn die Motorpumpe ausfällt, nehmen Sie die Handpumpe.
Haben Sie keine Handpumpe, nehmen Sie Eimer.
Haben Sie keine Eimer, nehmen Sie Helme.
Haben Sie keine Helme, wird's ernst.
Was nicht fehlen darf, ist diese Filtermaschine.
Drehen wir auf!
Mal probieren?
Ein Schluck? Zum Wohl!
Löscht den Durst, macht nicht krank, aber schmeckt widerlich!
Sieht nach Damenstrumpfoand aus!
Haben Sie Ritterkreuz oder Strumpfband im Kampf erobert?
War wohl ein Nahkampfl
Beides bei Nachtgefechten.
Was erforderte mehr Mut: Ritterkreuz oder Strumpfband?
Ich hatte beide Male Angst, aber...
für das Strumpfband floss leider kein Blut!
Haben Sie vollen Einsatz gezeigt?
Selbstverständlich!
Ich kämpfte mit allem, was ich habe!
Kurt Gerstein vom Hygiene-Institut.
Sie lagern 500 Kanister Blausäure an einem ungeschützten Ort!
Nur 500?
Zwischen Berlin und Moskau ist viel Ungeziefer.
Ein Kanister reicht für eine Kaserne.
Eine Bombe vernichtet alles auf 1 km Umkreis.
Hier wird nicht bombardiert.
Man lässt uns in Ruhe.
Was haben Sie damit vor?
Pfui, was ist das?
Asti Spumante! Aus Italien.
Wir erobern nicht die halbe Welt, um diese Pisse zu trinken!
Ich trinke diesen Dreck auf Gerstein, der bald zu uns gehört!
Ihr erster Lagerbesuch?
Dieser ist ziemlich speziell.
Tagesleistung?
Circa 300.
400 werden verarbeitet.
Wegtreten!
Wie schrecklich!
Keine zehn Lebenden haben gesehen, was Sie soeben gesehen haben.
Lassen Sie mich vorbei!
Haben Sie nicht reserviert, Obersturmführer?
Alles belegt.
Ist Ihnen schlecht?
Ist Ihnen schlecht?
Auch einem SS-Mann wird schlecht.
Es tut mir Leid.
Der schwedische Botschafter steht auch im Gang.
Die ganze Welt fährt mit dem Zug.
Ich bin nur Botschaftssekretär: Baron von Otter.
Darf ich Sie um ein Gespräch in Berlin bitten?
Ich muss mit Ihnen reden.
Warum nicht hier? Wir sind ohnehin die ganze Nacht im Gang.
Ich habe etwas...
Grauenhaftes gesehen.
Etwas absolut Grauenhaftes.
Man vernichtet ganze Familien.
- Kriegsgefangene? - Nein, Juden.
Sie werden familienweise vernichtet.
Sie waren nackt und...
hatten den Kopf geschoren, selbst die Frauen.
Den Kopf geschoren? Wieso geschoren?
Vorhänge bitte zuziehen!
Beleuchtete Züge in der Nacht hat der Feind schnell ausgemacht.
Hier! Rechnungen für Zyklon B,
womit ich Ungeziefer vernichte.
Ich liefere es ihnen...
und sie benutzen es, um...
Meine Papiere.
Nicht nötig.
Ihre Regierung muss Amerika und England informieren.
Sie sollen Flugblätter über Deutschland abwerfen.
Wenn das Volk Bescheid weiß, wird es aufoegehren.
Sagen Sie ihnen, es eilt. Jeder Tag, der vergeht...
Wir halten kurz an.
Bleiben Sie auf den Plätzen.
Ein Zug mit Priorität wird vorbeigelassen.
Referenzen über mich bekommen Sie von Otto Dibelius,
Superintendent der evangelischen Kirche.
Setzt euch!
Sie sollen mir nicht nachlaufen!
Setz dich!
Sie brauchen dich.
Wir sehen dich so selten.
Es ist besser, du weißt nicht, was ich dem Pastor sage.
Ich habe Entsetzliches entdeckt. Die Juden...
- Nicht hier! - Es ist unvorstellbar!
Später...
Die Juden werden nicht ausgesiedelt, wie wir dachten, sondern vernichtet!
- Was? - Die Juden werden vernichtet.
Geh rein!
Ich komme gerade aus den polnischen Lagern,
wo man die Juden vernichtet.
Die Kräftigsten müssen zur Zwangsarbeit.
Die anderen, die Frauen und Kinder werden vergast.
Ich war Augenzeuge. Alle Christen müssen es erfahren!
Als erstes musst du aus der SS austreten!
Ich sah, was niemand sehen darf.
Aber einer muss es bezeugen.
Ich werde in dieser Hölle das Auge Gottes sein.
Das kann für dich und deine Familie böse enden.
Wir müssen die Mörder anprangern!
Ich könnte heute im Gottesdienst berichten, was ich sah.
- Wir können anfangen. - Wir kommen.
Man muss zweifellos handeln,
aber überlegt und verantwortungsbewusst.
Superintendent Dibelius kann Sie beraten.
Hat er Sie nicht getraut?
Tritt aus der SS aus!
Halt dich da heraus!
Wir sagten...
Sie sagten, Juden sind Fremdkörper, die man entfernen
und absondern sollte, aber nicht verfolgen.
Nehmen wir an, es ist Massenmord.
- Was sollen wir tun? - Protest erheben!
Proteste werden von unseren Feinden als Propaganda ausgelegt.
Und man bezichtigt uns des Verrats.
Wir sind im Krieg, Gerstein.
Als gegen die Vernichtung von Geisteskranken protestiert wurde...
Das war Euthanasie, nicht Vernichtung!
Öffentliche Proteste stoppten die Euthanasie.
Tun wir es auch für Juden!
Die Geisteskranken waren getaufte Mitglieder unserer Kirche.
Sie sind Soldat,
weit entfernt vom Alltag.
Unser Volk wird bombardiert, erduldet bittere Entbehrungen.
Die große Mehrheit der Gläubigen und unsere Pastoren...
stehen hinter Hitler.
Niemand wird protestieren,
niemand wird Ihnen glauben.
Hitler und Himmler haben den gleichen Versuch gesehen wie wir.
Wir sollen die Leistung steigern.
Das Institut schickt mich zur Wasseraufbereitung nach Osten.
Ich kann nicht.
Kein Problem! Unsere Anlagen sind im Osten.
Von Rotta, Höß und Sie haben den Plänen zugestimmt.
Ich rede von Leistung, nicht von Plänen.
Wir haben Sie vor Verformungen gewarnt.
Die Öfen wurden am 22. März in Betrieb genommen...
und am 25., nach der Verarbeitung von 3.000 Einheiten,
platzen sie wegen Überhitzung!
Weil Sie die Kosten gedrückt haben!
Die Arbeitskräfte waren gratis.
Warum nehmen Sie nicht das fahrbare Modell?
Es muss ständig abgedichtet werden und Teer ist teuer.
Obersturmführer Gerstein, Experte für Ungeziefervernichtung...
aller Art.
Wir brauchen Sie dringend.
Für diesen Bereich bin ich nicht kompetent.
Seinen Vorgesetzten zufolge
brilliert Gerstein gerade da, wo er nicht kompetent ist!
Da bin ich mir nicht so sicher.
Dies ist die neue Generation unserer Anlagen,
die pro Tag 10.000 Einheiten verarbeitet.
10.000?
Aber... das ist doch unmöglich!
Es ist notwendig.
Allein in Europa sind 11 bis 12 Millionen zu eliminieren.
Der Führer will das bis 1948 erledigt haben.
1949 widmen wir uns dem Rest der Welt.
1950 wird ein Sabbatjahr.
Das Problem ist, dass...
während der Verarbeitung das Zyklon nur teilweise verdampft.
Der Rest verdampft, wenn die Kammer geleert wird.
Das verzögert die Reinigung.
Zyklon verdampft, wenn es mit Luft in Kontakt kommt.
Die fallenden Körper verhindern also die Verdampfung?
So ist es.
Manchmal braucht Zyklon, auch wenn genug Luft da ist,
40 bis 50 Minuten, um zu verdampfen.
Statt 5 oder 10 Minuten.
Das verlängert den Ablauf und verhindert genaue Schätzungen.
Zwei Faktoren können mitwirken:
Minderwertigkeit des Produkts oder zu niedere Temperatur.
Hohe Mengen steigern die Temperatur.
Diese legendäre menschliche Wärme.
Die umgitterten Säulen schützen das Zyklon.
Liefern Sie uns hochwertiges Zyklon in großen Mengen.
- Ich unterstehe dem Hygiene Institut. - Sie werden uns beiden dienen.
Sie erfüllen Ihre Pflicht als SS-Mann und als Christ:
Sie verringern die Agonie der Leute um 5 Minuten
und steigern unser Tempo.
- Obersturmführer... - "Professor" wäre angemessener.
Wann können die Reinigungskräfte anfangen? Ohne Gasmasken!
- Filter sind uns zu teuer. - Nach zwei Stunden.
Zwei Stunden!
Ohne Lüftung mindestens 2 Stunden.
Welche Art der Lüftung?
- Wie viel Kubikmeter? - Durchschnittlich 1250.
Mit einem 1 PS Gebläse gewinnen Sie eine Stunde.
Bauen wir zwei ein.
Gehen Sie wieder desinfizieren.
Vergessen Sie nicht Ihren christlichen Gemeinwohlaufirag.
- Der Nuntius empfängt niemanden! - 5 Minuten, es ist dringend.
Seine Eminenz empfängt niemanden.
Melden Sie mich an!
Exzellenz, ich muss Sie sprechen.
Ich muss Sie sprechen!
Was fällt Ihnen ein?
Mein Name ist Kurt Gerstein, Exzellenz.
Die Brisanz meiner Information rechtfertigt mein Eindringen.
Ich bin schockiert, wie Sie hier hereinplatzen!
Ich rufe die Polizei.
Wenn mein Dienstherr davon erfährt...
Es ist Hausfriedensbruch.
Ich habe eine Botschaft für den Vatikan.
Ich war in Polen, in Auschwitz und Belzec,
wo täglich tausende von Juden ermordet werden.
Genug!
Gehen Sie! Kommen Sie, Graf,
das kann man sich nicht anhören!
Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!
Transporte aus ganz Europa rollen in diese Todesfabriken.
Nur der Vatikan kann dieses Grauen beenden,
indem seine Heiligkeit die Welt und die Christen aufklärt.
Danke für Ihren Rat, was der Hl. Vater tun soll!
Sind Sie katholisch?
Exzellenz,
was ich gesehen habe verfolgt mich Tag und Nacht.
Selbst im Tod erkennt man noch die Familien.
Sie sterben eng umschlungen.
Nackte Mütter pressen ihre Säuglinge an die Brust.
Man sagte mir,
dass sie nach dem Tod
kaum zu trennen sind,
nicht einmal mit Haken.
Kontakte mit deutschem Militär sind mir nicht gestattet.
Führen Sie ihn hinaus!
Sie können gehen.
Gestapo-Provokation!
Ein SS-Mann tritt für Juden ein! Die halten uns für Idioten!
Ist Baron von Otter da?
Nein, ich bin seine Assistentin. Und Sie?
- Kurt Gerstein. Er kennt mich. - Er ist verreist. Kann ich helfen?
- Wann kommt er? - Wissen wir nicht.
Danke.
Elfriede!
Lass das sein!
Hör auf damit!
Du sollst aufhören!
Du sollst da stehen bleiben!
Was hast du denn?
Ihr könnt hier nicht bleiben.
Überall wird bombardiert.
Nicht deshalb. Geh mit den Kindern zu deinen Eltern nach Tübingen.
Lass sie das Schuljahr noch beenden.
Ich sagte nein und meine nein!
Du hast wohl Recht.
Adelheid,
geh mit Amulf spielen.
Kannst du mir sagen, wieso...
Ich will, dass ihr möglichst bald abreist.
Mehr kann ich nicht sagen.
Hast du eine andere Frau?
Du bringst mich zum Lachen!
Du bringst mich zum Lachen.
Wenigstens dazu bin ich gut.
Wer sorgt für dich?
Frau Hinze schafft es schon.
Ist sie Jüdin?
Hat sie es dir gesagt?
Jemand anders?
Mach dir keine Sorgen deswegen.
Du nimmst alles zu ernst.
Vergiss nicht deine Familie.
Sie ist das Wichtigste
auf der Welt.
Frau Hinze,
packen Sie bitte meine Sachen.
Ich bestelle den Tischler nochmal.
Durch die Bomben wackelt alles.
Fährst du uns nach Tübingen?
Nein, mein Vater bringt euch hin. Ich habe keine Zeit.
Draußen ist ein schwarzes Auto!
Gerstein! Ein Glück, dass ich Sie finde. Etwas Schreckliches ist passiert.
Eine schöne deutsche Familie!
Wissen Sie es noch nicht?
Des Führers Flugzeug ist beim Start explodiert.
War der Führer an Bord?
Mit Göbbels, Göring und Himmler.
- Und keiner hat überlebt? - Doch.
Deutschland!
Ertappt! Ich habe Sie ertappt!
Ich zeige Sie wegen Verbreitung falscher Frohbotschaften an!
Die Wohnung meines Vaters wurde von Bomben beschädigt.
Das Haus meiner Freundin ist komplett zerstört.
Nur die Wand mit dem Führerbild steht unbeschädigt da.
Das Führerbild wird niemals beschädigt.
Ja, stimmt.
Sie haben großen Eindruck gemacht auf die Fachkollegen.
Ja, sehr großen.
Ich fahre...
nach Theresienstadt und Sie kommen mit.
Von dort fahren Sie...
zu Ihrem Blausäurehersteller in der Tschechoslowakei.
Unterwegs plaudern wir.
Sie sind der Einzige, mit dem sich...
eine Unterhaltung lohnt.
Wieso der Einzige?
Unsere Kollegen haben eine technische Intelligenz.
Aber entweder sind sie selbstgerecht, trunksüchtig oder...
degeneriert.
Häufig alles zusammen.
Interessieren sich Ihre Kinder für Natuwvissenschafl?
Dazu sind sie zu jung.
Ich habe ein Prachtexemplar eines jüdisch-bolschewistischen Schädels.
Einen Schädel?
Man ist nie zu jung, um noch zu Iemen. Ich packe ihn aus.
Zur Feier von Darwins Geburtstag!
Feinste Schweizer Schokolade!
Das war doch nicht nötig.
Freude schenken ist mir eine Freude.
Was steht denn da?
Der Mensch stammt vom Affen ab,
aber Neger und Juden sind auf halbem Weg stehen geblieben.
Köstlich!
Nein danke.
Hör auf damit!
Lernen Sie, Ihre Mimik zu beherrschen!
Ob in der SS oder beim Pokern,
Partner und Gegner sollen nie Ihre Gedanken oder Ihr Spiel
durchschauen können.
Und Sie durchschauen mich?
Sie sind wie ein offenes Buch. Das schätze ich an Ihnen.
Welch einen Schatz Sie besitzen! Passen Sie gut auf sie auf!
Bis übermorgen früh.
Punkt 6.30 Uhr. Ich freue mich schon!
Riccardo Fontana. Wir haben uns in der Nuntiatur gesehen.
- Ich bin Jesuit. - Jesuit?
Soll ich Sie so vorstellen, wenn er zurückkommt?
Der in dem schwarzen Auto?
Stellen Sie mich als...
"Spion Gottes" vor, wie Kierkegaard sagte.
Spion Gottes...
oder des Vatikans?
Des Vatikans ergäbe keinen Sinn.
Was wollen Sie?
Das Verhalten des Nuntius war mir peinlich.
Ihre Worte waren erschütternd. Ich möchte mehr wissen.
Mehr?
Worüber?
Wenn Ihre Aussage stimmt, muss der HI. Vater informiert werden.
Aber er wird Beweise verlangen.
Der Papst weiß nicht, was wir den Juden antun?
Mit seinen Priestern, Pfarreien und Bischöfen...
hat er den besten Nachrichtendienst der Welt.
Er erfährt nur, wenn Katholiken verfolgt werden.
Dann soll er sie nach dem Los der Juden und Zigeuner befragen.
Zigeuner sind viel auf Reisen.
Und Juden werden von uns auf Reisen geschickt!
Fragt sich der Papst nicht, wo man sie hinschafft?
Weder der Papst noch mein Vater, der ihm nahe steht,
halten viel von Herrn Hitler.
Aber sie erkennen seinen einzigartigen Erfolg an:
Er hat den Kommunismus in Deutschland und Russland besiegt.
So ist dieser Mann, den keiner achtet, zum Mythos geworden.
Ihr Mythos begeht Akte der Barbarei.
Nur der Papst, Vertreter Christi, kann sie verurteilen.
Damit die Welt und die Deutschen davon erfahren.
Wenn der HI. Vater mehr über diese Gräuel weiß,
wird er Stellung beziehen.
Sie müssen mich umfassend informieren.
Es wird nicht reichen, um ihn zu überzeugen.
Nehmen Sie Platz.
Leute, die ihr eigenes Land verraten,
sind immer suspekt.
Gebäck für seine Eminenz.
Er ist verärgert, dass Sie sich nicht abgemeldet haben.
Er verhandelt mit dem Minister über religiöse Belange.
Ich soll Sie gleich hineinführen.
Er verlässt sich auf Ihre Redegewandtheit.
Seine Gesprächspartner sind schwierige Nazis.
- Um was geht's? - Immer das Gleiche.
Um die kleinen Differenzen zwischen den Reichsbehörden und uns.
Kleine Differenzen?
Sie wollen keine Kirchensteuer zahlen, obwohl sie uns zusteht.
Darf ich Sie hineinführen?
- Schon zurück? - Wo ist mein Vater?
- Was macht der charmante Herr Hitler? - Er lässt grüßen.
- Ihr Vater ist nicht hier. - Wann kommt er zurück?
Ich glaube, der Führer hat sich geirrt, was die Juden angeht.
Einer Ihrer Witze?
Er hat sie als sehr gefährlich eingestuft,
weil sie international sehr gut organisiert waren, richtig?
Nun stellen wir fest, dass sie sich ganz leicht in Rauch auflösen.
Selbst unsere Geisteskranken hatten bessere Fürsprecher.
Unsere Kirchen...
Ich bin
ein wenig katholisch...
Unsere Kirchen haben die Irren gerettet.
Aber den Juden hilft niemand.
Amerikanische Juden sollen einflussreich sein.
Aber Roosevelt hüllt sich in Schweigen.
Wenn sich der Führer geirrt hat, wie Sie sagen,
warum machen wir weiter?
Die Diagnose war falsch, aber nicht die Therapie.
Wir brauchen die Endlösung.
- Ich glaube, wir haben uns verirrt. - Wie bitte?
Dieser Idiot fährt im Kreis.
Geradeaus!
Ich habe ihn geweckt.
Das Reich braucht Männer wie uns.
Männer, die ihr Gewissen unterdrücken können.
Nicht diese brutalen Schwachköpfe, die sich überlegen fühlen,
weil man sie Arier nennt.
Wunderbar! Ganz wunderbar!
Ein Raffael...
Die Presse interessiert sich für deinen Vater.
Der Papst hat die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariä geweiht,
um Frieden zu erlangen.
Ein wichtiges Zeremoniell,
das ich zu präsentieren habe.
Schon wieder ein Zeremoniell.
Du wirkst angespannt. Schickt dich der Nuntius?
Ich komme aus eigenem Antrieb.
Aus eigenem Antrieb!
Deutschland vernichtet die Juden in ganz Europa.
Wir machen morgen weiter. Gehen Sie!
Gehen Sie!
Ich möchte den HI. Vater informieren.
Um informiert zu sein, braucht Er dich nicht!
Wenn dem so wäre, hätte Er die Gräuel verurteilt.
- Mäßige deinen Ton! - Seine Eminenz, der Kardinal ist da.
Führen Sie ihn herein.
- Darf er dich hier sehen? - Ja.
- Aus meinem Garten. - Eine herrliche Blüte.
Riccardo, mein Junge, wie gut du aussiehst!
- Was macht der schreckliche Hitler? - Schreckliche Dinge.
- Und unser amerikanischer Freund? - Ich erwarte ihn, Eminenz.
Der Nuntius hat uns deine Ankunft nicht avisiert, Riccardo.
Weil ich...
Die deutsche Armee scheint in Stalingrad festzusitzen.
Ich habe Geheiminformationen über Hitlers Lager.
Sieh an!
Ein Geheimagent, der seinen Posten verlässt,
ohne den Nuntius zu verständigen.
Der HI. Vater muss informiert werden.
Der HI. Vater hält von Hitler herzlich wenig.
Seit er mit Stalin diesen infamen Pakt unterzeichnet hat...
wundert den HI. Vater nichts mehr.
Ich hatte dem HI. Vater schon gesagt, dass Hitler einen Geheimplan hat.
Er hat zu spät angegriffen.
Jetzt sitzt er im russischen Winterfest.
Der HI. Vater ist sehr besorgt.
Hitler muss Stalin vernichten.
Und mit den Amerikanern Frieden schließen.
Damit die Gräuel auflnören, die dem HI. Vater das Herz brechen.
Die Alliierten schließen keinen Frieden mit Hitler.
Und das Juden-Massaker geht weiter. Der HI. Vater muss protestieren!
Muss?
Die Juden werden vergast, ausgerottet!
Wir sind an ihr Gejammer gewöhnt.
Mein Informant ist SS-Offizier.
Graf, Ihr Sohn verkehrt mit der SS?
Meinst du, die göttliche Vorsehung schickte dir den SS-Mann?
Der amerikanische Gesandte!
- Willkommen im Rom. - Graf.
Mein Sohn Riccardo. Er kommt aus Berlin.
Sind wir uns nicht vorhin begegnet? Der Papst hat mich nicht empfangen.
Er verhandelte mit Deutschen.
Doch ich traf eine Reihe von Eminenzen.
Eure Eminenz!
Hier ist die Antwort, die Ihre Regierung erwartet.
Wunderbar, es ist hoffentlich...
Diese Frau war eine Heilige.
Sie kannten sie nicht, Mr. 'fittman?
Gräfin Fontana hat uns viel zu früh verlassen.
Etwas zu trinken?
Wir sind ein gutes Gespann.
Schade, dass Sie nicht bleiben. Prag hat einen schönen jüdischen Friedhof.
Lieber Luigi.
Monsignore,
dies kam soeben an.
Der Papst wünscht mich zu sehen.
Erst die Pflicht, dann das Vergnügen.
- Wann kommt Botschafter Taylor zurück? - In 2 Monaten.
Es wird uns freuen ihn wiederzusehen.
Graf,
Berlin ist nicht mehr angenehm, aber eine gute Schule...
zur Erlernung von Mäßigung und Geduld.
Wir hoffen, Riccardo...
kehrt schnellstens dorthin zurück.
Ist Berlin eine Strafe oder eine Beförderung?
Wie steht die amerikanische Regierung zu dem Massaker an den Juden?
Wir haben wegen der Gerüchte schon beim Vatikan nachgefragt.
Dort hat man auch davon gehört und bittet uns, sie zu überprüfen.
Während Sie überprüfen, werden täglich 10.000 Juden umgebracht.
Wenn man Ihnen glauben soll, dann vermeiden Sie diese Zahl.
Sagen Sie: einige Hundert.
Ich kenne jemand, der die Gaskammem in Betrieb gesehen hat.
Unser Gast ist zum Essen gekommen.
Entschuldigung, Vater.
- Sie haben endlich Ihre Antwort. - Aber ohne Unterschrift.
Der Berater des Papstes hat sie Ihnen persönlich gegeben.
Das ist die Unterschrift.
"Überbringen Sie SS-Obersturmführer Kurt Gerstein unsere Glückwünsche
zu seiner Ernennung zum Leiter des Techn. Desinfektionsdienstes.
Wir danken ihm für seine exzellente Arbeit."
Gezeichnet: Heinrich Himmler.
Meinerseits...
ernenne ich Sie zum Erzfeind allen Ungeziefers.
Wo und was immer es sein mag.
Ich schließe mich Himmlers Glückwünschen an.
Danke.
Ein Krankenwagen erwartet Ihre Inspektion. Es eilt.
Macht weiter, bis gleich.
Und die andere Front?
Sie haben Recht.
Der Doktor und die anderen sind mit Ihnen zufrieden.
Sie sind undicht!
Türen zumachen! Sie sind undicht!
Gasmasken aufsetzen! Alle!
Es ist hochgiftig!
Sehen Sie mich nicht wie eine Kuh an!
Setzen Sie die Maske auf!
- Entladen und alles vergraben! - Ich rieche nichts.
Ich war angewiesen, den Warnstoff wegzulassen.
Die Lecks sind schwer festzustellen. Die Maske!
Raus mit dem Auto!
Und die Ladung vergraben!
Hier wird nichts mehr zwischengelagert!
Suchen Sie sich einen anderen Ort!
Du kennst ja meine Freunde.
- Auf Urlaub? - Nein, verwundet.
Ein recht guter Bordeaux.
Ich sprach gerade von einem SS-Plan
zur Ausrottung der Juden,
dessen Durchführung ich sah.
Als erprobte Kampfgenossen in der ev. Jugend
wollen wir hier über Maßnahmen diskutieren.
Guten Abend, Vater.
Du kennst ja alle. Armin wurde verwundet.
- Aber nicht schwer? - Ich fahre bald wieder.
Prima.
Kann ich dich sprechen?
Warum hast du mir nichts gesagt?
Geht es mich nichts an?
Zum Glück erzählen mir meine SS-Freunde alles.
Alles über alles?
Alles über dich!
Gratuliere zur Beförderung.
Hätte ich gern von dir erfahren.
Was willst du noch von dem Pastor und den Querulanten?
Vater!
Haben dir deine SS-Freunde...
nichts von dem Grauen erzählt, das sie dem Volk verheimlichen?
Fang nicht schon wieder an!
Unser Land hat sich erholt, dank Adolf Hitler.
Und dank des Volkes,
das nicht so überspannt ist wie dein humanistischer Pastor.
Wir sind Komplizen eines Verbrechens, das die Deutschen für immer verurteilt!
Hör nicht auf britische Propaganda!
Wo sind deinejüdischen Bekannten und Kollegen geblieben?
Sie wurden aus dem öffentlichen Leben entfernt.
Im Krieg ist es normal, Elemente auszusondern,
die einer Internationalen mit Sitz in Moskau oder New York angehören.
Und wenn ich dir sage, dass sie nicht mehr leben?
Was hat er dir genau gesagt?
Dass tausende von Juden deportiert und vergast werden.
Er war Augenzeuge.
Die Juden sind längst nach Amerika ausgewandert!
Er meint Juden aus ganz Europa.
SS-Leute sind Verrückte, aber er übertrifft sie alle.
Sie sind im Arbeitslager, wo sonst!
Welche Arbeit erfordert Millionen von Arbeitern?
Kämpfe nicht für das Heil deiner Seele, sondern für das Heil unseres Volkes!
Das tue ich, Vater! Tag und Nacht.
Ein für alle Mal:
Hör mit dem sentimentalen Quatsch auf!
Du Iügst. Die Deutschen sind solcher Gräuel nicht fähig.
Helmut, bitte.
Unser Kampf gegen die Nazis ist Vergangenheit.
Du bist heute in der SS, ich bei der Luftwaffe.
Unsere Kinder werden bombardiert.
Entschuldige.
Eure Meinung?
Ich habe beschlossen, nie den Arm zu heben,
niemals "Heil" zu rufen.
Was mir gelungen ist.
"Glücklich ist, wer vergisst,
was niemals zu ändern ist."
"Die Fledermaus" von Johann Strauß.
Verzeihung, Herr Pastor, ich muss an die Arbeit.
Es sind noch viele Juden zu vergasen!
Barmherzigkeit, HI. Vater, für das Volk Christi.
Barmherzigkeit für das jüdische Volk.
Ich weiß um die Leiden der Welt, Riccardo.
Mein Herz blutet für die Opfer.
Ich will für sie beten.
Auch für dich will ich beten, mein Sohn.
Die Welt erwartet, dass Christi Stellvertreter sie leitet.
- Du bist unangenehm aufgefallen. - Einer musste es Ihm sagen.
Seine Heiligkeit wird die Nazi-Verbrechen
in der Weihnachtspredigt verurteilen.
- Wieso hast du mir das nicht gesagt? - Ich sage es dir ja jetzt.
Gott sei Dank!
Und dank Diplomatie und Beharrlichkeit! Vertrau deinem Vater!
Die Krematorien sind überlastet.
Warum haben Sie das vorher nicht überprüft?
Die Ladung kam mit Luft in Kontakt. Man muss sie vergraben.
Wir haben immer nur Probleme mit Ihrer Gaslieferung.
Der Doktor wollte reizarmes Gas. Das hier auch!
Alles unbrauchbar! Es muss vergraben werden.
Ich kann nicht alles stoppen, ich benütze es trotzdem.
- Es wirkt nicht! - Schlecht, aber es wirkt.
Er hat Leichen geplündert.
Und geredet.
Ohne zu trinken kann ich nicht arbeiten.
Worüber habt ihr geredet?
Dass manche Leichen im Ofen noch schreien.
Wegtreten!
Ihr Zyklon B wirkt erst nach 60 Minuten
statt nach 10.
Das reduziert die Leistung...
und geht auf die Nerven.
Alle klauen.
Erstens: Berlin gratuliert zu unseren Erfolgen
und spornt uns zu größeren Taten an.
Zweitens: Wir stehen vor einer Katastrophe, die alles gefährden kann.
Transportprobleme?
Die Züge haben überall Priorität.
Schwierig ist die Versorgung mit hochwertigem Zyklon.
Treblinka hat schon keine Bestände mehr.
- Wie wär's mit einem Zentrallager? - Bei Angriffen zu riskant!
Unsere Lager wurden noch nie bombardiert.
Die Genfer Konvention verbietet die Bombardierung von Gefangenenlagem.
Ob wirjemals eine Lösung für die Versorgungsprobleme finden?
Unsere Planung geht von 10.000 Einheiten pro Tag aus.
10.000 in allen Lagern?
Bei mir kommen täglich 6.000 Einheiten an.
Bei mir auch. Ich kann sie weder verarbeiten noch unterbringen.
Ich kriege täglich 7.000 bis 8.000. Ein totales Chaos.
Das ist Kriegführung vom Schreibtisch aus!
- Wir sollen noch schneller verarbeiten! - Gebt uns entsprechende Hilfsmittel!
Die Firma Schriever hat Mühlen, um sie zu zermahlen.
Das schaffen wir nie! Ich habe schon Alpträume!
Ruhe! Etwas Disziplin bitte!
Schätzen Sie, wie viel Sie brauchen.
Ich schätze nicht.
Ich will Riesenvorräte an Zyklon, die unterirdisch an einem Ort lagern.
Es darf sogar etwas kosten.
Die Lieferanten werden kaum nachkommen.
Die schreien "Heil Hitler" und stopfen sich die Taschen voll.
Die sollen sich vorsehen!
Dass wir die Arisierer nicht arisieren!
Gerhard wird sich der Sache annehmen. So etwas kann er gut.
Er hat beste Kontakte zur Schweiz und anderen neutralen Staaten.
Unser Plan soll nicht wegen Gasmangel oder Installationsproblemen scheitern.
Sind das Ihre Schätzungen?
- Wie weit sind Sie? - Nicht doch!
Ich habe lieber hier gewartet. Ich traue dem Telefon nicht.
Die Alliierten müssen handeln. Es wird immer schlimmer.
Man sollte die Bahnstrecken zu den Lagern bombardieren,
- sowie die Gaskammem. - Meine Regierung weiß Bescheid.
Insistieren Sie! Die Todesfabriken arbeiten Tag und Nacht.
Sie überschätzen die Macht der Staatschefs.
Wir verhandeln seit 7 Monaten mit den USA.
Sie sollen 2.000 jüdische Kinder aufnehmen. Aussichtslos!
2.000! Das ist nichts!
Zehnmal so viele kommen täglich ins KZ.
Ich kann für Sie und Ihre Familie...
Ich lasse den Papst informieren. Er wird sich sicher dazu äußern.
Die Alliierten müssen die Deutschen informieren.
Ich werde es weitergeben. Ich kann Ihnen Pässe besorgen.
Ich werde mein Land nicht verlassen.
Ich muss Zeugnis ablegen.
Ein französisches Essen bei einer deutschen Weihnacht!
Ich kaufe mir ein Pferdegestüt in der Normandie.
Nach dem Endsieg.
Ich habe einen Hof in Polen gefunden.
Nicht Polen! Meine Frau und ich hassen die Kälte.
Ich suche mir eine griechische Insel.
Und Ihr Traum, Kurt?
Ich möchte ein Deutscher in Deutschland sein.
Und über meine Erfahrungen in Kriegszeiten berichten.
Leider können Sie nicht alles erzählen.
Entschuldigen Sie mich.
Ein Deutscher in Deutschland!
Er ist da!
- Da sind Sie ja! Wunderbar! - Sie haben Gäste, soll ich wieder gehen?
Bleiben Sie! Sie müssen übersetzen.
- Es fängt gleich an. - Stellen Sie bitte das Radio an.
Ich komme wieder.
- War das die Überraschung? - Nein, sie kommt noch.
Wir haben genaue Regeln zu befolgen.
Deutsche befolgen immer Regeln, vorausgesetzt sie sind genau.
Es gibt keine Geschenke,
bevor nicht gesungen wurde!
- Hat es angefangen? - Nein, jede Minute.
Ich versuche, sie abzulenken.
- Wo bleibt die Überraschung? - Und jetzt die Überraschung!
Ich habe mir ein Geschenke-Spiel ausgedacht.
Wenn ich pfeife, gehen Sie in dieses Zimmer.
Ich lösche das Licht
und schließe die Tür.
Sie haben eine Minute Zeit, um auf Schatzsuche zu gehen.
Beim zweiten Pfiff
bleiben Sie sofort stehen.
Was Sie jetzt in der Hand haben,
gehört Ihnen.
Auf die Plätze.
Fertig...
Sie verstehen es, Idioten zu amüsieren!
Warum diese Gefallsucht?
Ich mag unsere Weihnachtsbräuche.
Wer hat meinen Hintern betatscht?
Das ist mein Weihnachtsgeschenk, Schatz!
Nichts mehr aufi1eben!
Unsere Freunde lieben Ihre Geschenke.
Ich rufe meine Familie an.
"Familie", das süßeste Wort unserer Sprache!
Schöne Grüße von mir.
Lassen Sie niemand herein.
Er hat alle Völker aufgerufen,
das Gesetz Gottes in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen.
"Die Erfüllung dieses Wunsches schuldet die Menschheit
der Vielzahl leidgeprüfter Mütter,
den Witwen und Waisen,
denen das lebensnotwendige Licht genommen wurde,
das ihrem Leben Nahrung gab."
"Die Erfüllung dieses Wunsches
schuldet die Menschheit den zahllosen Emigranten,
die durch Kriegswirren ihr Vaterland verloren haben..."
Was soll ich tun?
Sagen Sie, ich rede mit den Kindern. Legen Sie Musik zum Tanzen auf.
- Frau Hinze, und lächeln! - Ich versuche es.
Er spricht mit seinen Kindern.
"...Millionen von Zivilisten.
Durch den Luftkrieg,
der von uns mehrfach verurteilt wurde,
haben die Menschen,
unterschiedslos alle Menschen,
ihr Leben verloren,
ihre Gesundheit, ihre Häuser,
ihre Stätten der Zuflucht und des Gebets."
- Ist das alles? - Das ist alles.
Er hat weder "Juden" noch "Konzentrationslager" ewvähnt.
Können Sie ins Ausland reisen?
Ja.
Der Papst ist zu abgeschirmt. Er sollte einen Augenzeugen hören.
Der HI. Vater kommt.
Washington ist erstaunt über die Weihnachtsansprache des Papstes.
Die fehlende Missbilligung der Nazi-Verbrechen
bedroht die Autorität des Papstes und das Vertrauen zur Kirche.
Man kann Hitler nicht verurteilen, ohne Ihren Verbündeten Stalin zu verurteilen.
Die beiden kann man nicht vergleichen.
Die Grüße und guten Wünsche,
die Präsident Roosevelt
Uns freundlicherweise zur HI. Weihnachtszeit übersandt hat,
waren Uns ein Quell besonderer Freude.
Unser Herz ist betrübt bei dem Gedanken,
dass das heitere Licht des Sterns von Bethlehem...
abermals auf eine Welt trifft, die von blutigem Krieg gezeichnet ist.
Niemand schätzt mehr als Präsident Roosevelt
die ständigen Versuche des HI. Vaters, den Krieg zu verhindern
und seine Ausbreitung aufzuhalten.
Eure Heiligkeit kennt die Bemühungen Präsident Roosevelts
um den Sieg.
Den umfassenden Sieg.
Eure moralische Unterstützung dieser Bemühungen
würde unseren Präsidenten sehr erfreuen.
Hast du dieses Mal die Erlaubnis deiner Vorgesetzten?
Deinem Sohn, dem Protégé des Papstes, wird nichts veniveigert.
Der HI. Vater hat dich sehr gern.
Gestern sagte er mir,
dass du in Berlin exzellente diplomatische Erfahrungen machen kannst.
Gehören Diplomatie und Evangelium zusammen?
Weihnachten haben wir...
Seine Verurteilung der Nazi-Verbrechen erwartet.
Ich habe einen Augenzeugen, der hier alles bestätigen kann.
Ein SS-Offizier.
Ich habe Freunde zum Essen da.
Wenn du den Mund hältst, bist du willkommen.
Danke, ich esse in meinem Zimmer.
Ich wollte dich dem amerikanischen Botschafter vorstellen.
Dann komme ich gern.
Arnulfl Mein Großer!
Ich habe euch was mitgebracht!
- Was denn? - Seht es euch an!
Ich war in der Nähe in einer Fabrik
und dachte, ich besuche euch kurz.
Geht's dir gut?
Besser als gestern und schlechter als morgen.
- Guten Morgen, Herr Pastor. - Guten Morgen, Kurt.
Mitbringsel aus der Ukraine.
Verzeihen Sie,
man hört schreckliche Dinge...
über Russland.
Ein Reichsmarschall soll
in einer Stadt, Stalingrad, kapituliert haben.
Hören Sie den englischen Sender?
Ich? Gott bewahre! Nein.
Es ist ein Gerücht.
Propaganda,
Lügenmärchen, Defätismus.
Danke. Sie nehmen mir eine Last von der Seele.
Wiedersehen, Herr Pastor.
200.000 Gefallene, 90.000 Gefangene.
Hitler erntet, was er gesät hat, und wir haben die Bescherung.
200.000 Gefallene?
Ich kann nicht lang bleiben.
Kommt Kinder...
ins Haus mit euch!
Dieser Krieg hat unsere Werte zerstört...
und die Kirche ist das Opfer.
Wir hatten einen kriegerischen Papst, der ist gestorben.
Die Vorsehung schickte uns einen friedliebenden Papst,
und der Krieg brach aus!
Wie geht es Ihnen?
Nimm Platz!
Der amerikanische Botschafter.
Mein Sohn kommt aus Berlin.
Gibt es Neues in Berlin, Riccardo?
Das hier, Eminenz.
Ein SS-Offizier gab mir diese Karte von Polen,
auf der alle Konzentrationslager verzeichnet sind.
Die Zahl der Vergasten pro Tag ist rot,
die angestrebte Gesamtmenge schwarz:
400.000 in Ungarn,
200.000 in Rumänien,
80.000 in Griechenland.
Was können wir dagegen tun?
Verhandeln, um sie zu retten.
Mit den Nazis verhandeln?
Wir verhandeln nicht mit Verbrechern.
Auch nicht um Menschen zu retten?
Nur unser Sieg kann sie retten.
Bis dahin sind sie zu Asche geworden.
Wenn sich der HI. Vater bei den Nazis für die Juden einsetzen würde...
Ausgeschlossen!
Der HI. Vater muss neutral bleiben, um sich für den Frieden einzusetzen.
Er wird sich für sie nicht einsetzen, um neutral zu bleiben.
Er könnte im Namen Jesu intervenieren...
Dann marschieren die Deutschen im Vatikan ein
und plündem alles aus.
Sollen wir den Vatikan oder die Christen retten?
Wenn Er sie wie durch ein Wunder retten kann,
würde Ihre Regierung die Juden dann aufnehmen?
Wieso sollte Hitler zustimmen?
Weil es für die aufnehmenden Länder der Todesstoß wäre.
Wie sagte Göbbels: "Gebt die Juden denen, die sie lieben, aber nackt."
Die Folgen wären innere Unruhen
und eine gigantische Welle von Antisemitismus.
Ihr Versuch,
diese Elenden zu retten, macht Sie zum Agenten von Göbbels.
Seit der Niederlage in Stalingrad wartet Hitler auf eine Schwäche von uns.
Die Rettung der Juden würde unsere Kriegsanstrengungen verringern.
Das käme ihm entgegen.
Während wir hier essen, rollen die Züge in die Lager.
Und unsere Söhne sterben im Feld, um die freie Welt zu retten.
Die Welt ist krank.
Riccardo, mein Junge,
die Kirche basiert auf Geduld,
auf Geduld, Glauben und harter Arbeit.
Die Zeit beweist immer wieder, dass die Kirche Recht hat.
Immer.
Ostern sollte jedes Jahr am gleichen Tag sein.
Wir Christen haben zwei wichtige Festtage:
Das Fest Mariä Himmelfahrt
am 15. August
und Weihnachten
am 25. Dezember.
Ostern hat kein festes Datum.
Doch die Gläubigen brauchen Orientierungspunkte,
sonst verirren sie sich und kommen vom Weg ab.
Selbst Reue kann sich in Hochmut verwandeln.
Ich fühle mich als Beobachter schuldig,
aber mehr noch als Priester.
Durch Stolz und Starrsinn zerstörst du deine Zukunft.
Solang ich die Liebe Jesu zu den Menschen bezeugen kann,
zu allen Menschen, ist meine Zukunft im Lot.
Hitler kann auch uns jederzeit vernichten,
uns, die Diener Gottes und alle Christen in Europa.
Wenn alle Christen Europas für eine Zeit Juden würden,
für die Zeit der Verfolgung,
was täten dann die Henker?
Tatsache ist: Wir haben hier die Nazis und dort die Kommunisten.
Die Amerikaner sind noch weit weg.
Wenn mein Freund aus Berlin nach Rom kommt,
wärst du bereit, ihn zu treffen?
Wenn du meinst,
dass er es wert ist, ja.
Wenn er es wert ist,
bemühst du dich dann um eine Audienz beim HI. Vater?
Ja.
Danke.
Es gibt das Leben, wie es ist
und wie es sein sollte.
Aber leider müssen wir mit dem leben,
wie es ist.
Es ist ewig her. Etwas zu trinken bitte!
Es ist viel passiert seit unserem letzten Lagerfeuer!
Nimm Platz!
Was kann ich für dich tun?
Mir eine Rom-Reise organisieren.
- Für dich und deine Familie? - Nur für mich.
Hin und zurück?
Und wann?
Das Datum steht noch nicht fest.
Wie siehst du die Lage?
Ich denke, wir hatten Recht und die Zukunft wird es bestätigen.
Gottlob sitze ich dank meiner Augen in diesem düsteren Büro.
Hier kann ich dem Vaterland dienen, ohne meine Überzeugungen
und meinen Glauben zu verraten.
Wo bist du gelandet?
In der Desinfektion.
Ein weites Feld.
Ich stelle dir einen Passierschein Dringlichkeitsstufe 1 aus.
Damit kannst du beliebig reisen.
Auf deinen Namen?
Ja, auf meinen Namen.
Hast du in diesen heroischen Zeiten...
einen Titel oder Rang erworben?
Obersturmführer der Waffen SS.
Dann geh zum SS-Transportwesen!
- Die Reise ist privat. - Danke für deinen Besuch.
Du wirst jetzt zunehmend Züge in den Osten schicken.
Güterzüge.
- Weißt du, was du transportierst? - Güter.
Und Menschen.
Arbeitskräfte. Die Industrie im Osten wächst rasend.
Nimm dafür ein Foto...
in deiner SS-Uniform, es wirkt besser.
Und wenn ich dir sage, dass...
Familien in Viehwaggons zum Schlachthaus gefahren werden?
Verschwinde oder ich rufe die Polizei oder sogar die Gestapo!
- Ich habe mich nicht geändert. - Ich auch nicht.
Diese Transporte führen uns in die Hölle.
Mit Fracht habe ich nichts zu tun.
Du überwachst Fahrpläne, oder?
Ich helfe meinem Land, den Krieg zu gewinnen.
Könnten die Züge nicht langsamer fahren?
Machen Sie, dass Sie rauskommen. Oder soll ich die Polizei holen?
Bringen Sie ihn raus!
Du kannst mich im Hygiene-Institut erreichen.
Gott behüte dich und deine Familie.
SS-Schwein!
Ich muss morgen Abend zurück.
Sehr knapp, aber mein Vater wird die Audienz wohl bekommen.
Ich erfuhr, dass 400 SS-Leute in Rom eingetroffen sind.
Eine Spezialeinheit.
Die Alliierten stehen vor Neapel.
Über 3 Millionen sind vergast worden.
Drei Millionen?
Hier sind die Rechnungen und Lieferscheine für das Zyklongas.
Auf der Karte sind alle Lager vermerkt.
Das wird sie überzeugen.
Deutsche Straßensperre!
Was ist das denn?
Sie wissen, dass samstags die Juden zu Hause sind.
Wir können nichts tun.
- Was ist? - Können Sie uns aufnehmen, Graf?
Führe sie ins Gästehaus!
- Sie sind jetzt in deiner Straße. - Ich weiß! Fahren Sie!
Der HI. Vater ist heute früh aufgestanden.
Er ewvartet Sie.
- Principessa! - Die Deutschen verhaften die Juden!
An der nächsten Ecke.
Nein, Schwester, Sie müssen ihn finden. Bitte...
Sagen Sie, Riccardo...
Was?
Wieso steht Ihr Vater dem Papst so nah?
Wir gehören zu den Laien im Dienst des HI. Stuhls.
Danke, Schwester. Mein Vater ist beim Papst.
Wir erfuhren, dass sie auch Konvertiten verhaften.
Lassen Sie Botschafter von Weizsäcker kommen.
Wir verlangen Erklärungen.
Teilen Sie ihm Unseren Ärger und Unsere Sorge mit!
Nein.
Unsere Sorge und Unseren Ärger.
Monsignore Hudal!
Ist mein Vater hier, Eminenz?
- Der Graf ist beim Abt. - Gerstein, mein Freund.
- Ist er Konvertit? - Wie bitte?
Es ist egal, wir trennen nur wegen gewisser Empfindlichkeiten.
Nein, Kurt ist Arier. Wir müssen zu meinem Vater.
Er bespricht mit dem Abt die Verpflegungslage.
Wir haben hier 56 Flüchtlinge,
11 Kinder, 5 Zigeuner, 3 Kommunisten
und 12 ältere Personen, die medizinische Hilfe brauchen.
Ich schicke einen Arzt, Mehl und Gemüse.
Fleisch und Nudeln sind schwer zu bekommen.
Es sind eben viele Flüchtlinge.
- Ihr Sohn ist mit einem Freund da. - Ach ja?
- Kurt Gerstein. - Sehr erfreut, Graf.
- Hast du die Audienz erhalten? - Entschuldigen Sie.
Angesichts der Vorgänge
ist es undenkbar, dem Papst einen Deutschen vorzustellen,
schon gar nicht einen SS-Offizier.
Und der Kardinal?
- Ja, ich sag es ihm. - Kommst du mit?
Ich muss nachsehen, ob unsere Klöster diese armen Teufel aufnehmen.
Hier lang.
Warten Sie hier! Ich hole die Genehmigung.
Es ist ausgeschlossen,
dass ein SS-Mann,
der sein Land verrät,
hier Einlass findet!
Verrat ist zuweilen die letzte Waffe des Gerechten.
Wir lieben dich alle.
Der Papst, dein Vater
und ich.
Wir verstehen deine Verzweiflung,
aber du bist anstrengend.
Du machst uns das Leben schwer.
Geh dorthin...
und vertritt meinen Sekretär.
Protokolliere alles.
Vielleicht begreifst du dann, wie Diplomatie funktioniert.
Der Vatikan besitzt die größten Meisterwerke der Welt.
Und keine Divisionen, um sie zu beschützen.
Herr Botschafter, ich wäre Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie diese Razzien in Rom sofort einstellen ließen.
Erst kürzlich hat SS-Kommandant Kapler...
50 Kilo Gold dafür verlangt, dass keine Juden deportiert werden.
Die jüdische Gemeinde hat es ihm gegeben.
Jetzt verhaftet man sie!
Sollen wir annehmen, dass Ihre Regierung
ihr Wort nicht hält?
Leider...
Ich warte an sich auf Ihre Frage: "Wieso treten Sie nicht zurück?"
Herr von Weizsäcker, es schmerzt den HI. Vater
auf unvorstellbare Weise, dass in Rom, vor seinen Augen,
so vielen Menschen Leid zugefügt wird,
nur weil sie einer anderen Rasse angehören.
Wie wird der HI. Stuhl im Fall einer Fortsetzung reagieren?
Der HI. Vater möchte sich zu einer Missbilligung nicht gezwungen sehen.
Ist das ein offizielles Ersuchen des Hl. Vaters?
Er wünscht, dass ihm ein solches erspart bleibt.
Bis jetzt
hat er nichts gesagt, was die Deutschen als Feindseligkeit auffassen könnten.
Aber alles hat seine Grenzen.
Sollte der Hl. Vater einen Protest für notwendig erachten,
würde er sich der göttlichen Vorsehung überantworten.
Ich hörte, dass sogar Konvertiten verhaftet werden!
Protestieren Sie, Monsignore.
Protestieren Sie!
- Was tust du in Rom? - Rolf Grober, kaum zu glauben!
Willst du den Vatikan desinfizieren?
Ich muss schnell nach Berlin zurück.
Wer ist der Transport-Offizier'?
Obersturmführer Netzel. Komm, ich stelle dich ihm vor.
Ziemlich viel Leute da unten!
Noch nicht genug.
Die Italiener sind koschere Faschisten.
Ohne sie hätten wir doppelt so viele!
Aber klauen, das können sie!
- Komm, ich stelle dich Netzel vor. - Was passiert mit denen?
Wir sind getauft, wieso sind wir hier'?
Komm gut nach Berlin.
Morgen Abend werden über 1.000 Juden vom Tibertina Bahnhof deportiert.
'I'lburtina. Trastevere.
Die sind nicht mehr aufzuhalten.
Es gibt nur eine Möglichkeit.
Was sollten Wir über Monte Cassino wissen?
Die Amerikaner bombardieren unentwegt.
Die deutschen Soldaten halten die Stellung.
Der Großteil des Klosters ist zerstört, vor allem der Südflügel.
- Mit der Bibliothek. - Sie ist vermutlich zerstört.
Die Kapelle wurde auch getroffen.
Von Weizsäcker zufolge wird die deutsche Armee
Monte Cassino nicht aufgeben.
Wir haben die Amerikaner angefieht,
die Bomben einzustellen, aber...
die Hoffnung ist gering.
Es sind Spenden eingetroffen, von Kardinal Spellman
und den Jesuiten in Lateinamerika.
Heiliger Vater,
1.000 Juden werden deportiert, wenn Eure Heiligkeit nicht handelt.
Wir betrachten deinen Eifer mit Liebe, Riccardo.
Wer sich für Verfolgte einsetzt, spricht in Unserem Auftrag.
Aber in dieser Angelegenheit ehrt Uns nur Zurückhaltung.
Heute Abend werden sie deportiert!
Wenn sich der HI. Vater am Bahnhof zeigt,
wie in San Lorenzo nach der amerikanischen Bombardierung,
wird der Zug nicht abfahren!
Herr Sekretär,
die Kirche hat ihre Klöster und Konvente für die Bedrängten geöffnet.
Viele genießen unseren Schutz.
Der Botschafter hat zugesichert, dass die anderen in Arbeitslager kommen.
- Mit Frauen und Kindern? - Besser als Familien zu trennen!
Sie werden deportiert und ermordet!
Es ist die Pflicht der Christen und des Vatikans, sie zu retten.
Hinaus! Was erlauben Sie sich?
Graf, er soll mit dem Unsinn aufi1ören.
Heiligster Vater,
mit allem Respekt vor dem Diktat des Schweigens,
bitte ich demütig Eure Heiligkeit, persönlich zu intervenieren.
In Deutschland und in Österreich
sind Wir für viele Christen die einzige Hoffnung.
Wollen Wir ihnen
noch eine Bürde auferlegen,
zusätzlich zu den Bombenangriffen, die sie erdulden?
Zu gegebener Zeit...
werden Wir Uns für den universellen, gerechten Frieden einsetzen,
der alle Christen vereinigt.
Unsere Gebete,
Unsere Schmerzensrufe...
- Nimm es ab! - Du weißt nicht, was du tust!
Das ist Blasphemie!
Auf dem Gewand eines Dieners Jesu Christi!
Verzeih mir, Vater.
Ich bitte Eure Heiligkeit, mich meines Amtes zu entheben.
Niemand weiß besser als Wir, was es heißt, Vater zu sein.
Es ist eine Domenkrone.
Das Kind ist tot.
Der Priester!
Bei den Juden ist ein katholischer Priester!
Was?
- Kaffee oder Schnaps? - Beides.
Ist der Doktor schon unten?
Um die Zeit noch nicht.
Man hat in Rom einen Priester zu den Juden eingeladen.
Er sagt, er sei Sekretär des Nuntius' in Berlin.
- Wer hat das getan? - Idioten, Witzbolde.
Ich fürchte, er ist ein Spion des Vatikans.
Wozu? Um die Juden auf der Fahrt zu bekehren?
- Um sich hier umzusehen. - Was hat er hier gesehen?
Hier nichts, aber er war 4 Tage im Zug.
In seinem Waggon waren 8 Tote, 5 davon Kinder.
Und sonst?
Man hört, er sei ein Vetter des Papstes.
Er leugnet es. Er ist aus Versehen hier.
Fritsche, das sind sie alle!
Wenn er Sekretär des Nuntius' ist, sollte man ihn freilassen.
Er ist sicher kein Jude.
Ich erkläre ihn zum Juden.
He, Sie da!
Eure Heiligkeit!
Kommen Sie her!
Ich hörte, Sie sind kein Jude.
Ich bin genau wie die anderen.
Wir brauchen Freiwillige und Priester,
falls jemand stirbt.
Die Arbeit ist hart, ein zweites Ruhrgebiet, mit neuen Industrien.
Es sind Todesfabriken.
Dieser Geruch hier...
Pharmazeutische Industrie!
Es riecht nach Stickstoff und Gummi.
Ich weiß, was es ist.
Er will uns ausspionieren!
Sie werden nicht gekreuzigt. Ich habe was anderes mit Ihnen vor.
Sie werden Toleranz Iemen.
Ihre Kirche hat gezeigt, dass Läuterung durch Verbrennung erfolgt.
Der Nationalsozialismus tut das Gleiche, in größerem Maßstab.
Wir sind gewissermaßen das neue ausewvählte Volk.
Amen!
Ich bin auch ein wenig katholisch.
Zwar nicht so fromm wie er...
Fritsche,
werden Sie nicht Sentimental!
Gehen Sie!
Schicken Sie mir einen Kapo für unseren Kleriker.
Er ist streng katholisch und mag dieses Gerede nicht,
aber er ist ein guter Soldat.
In 6 Monaten oder einem Jahr...
ist der Krieg verloren.
Dann müssen wir uns in den Katakomben verstecken.
Besorgen Sie mir eine, und ich hole Sie hier raus.
Hier kam noch nie einer raus.
Hängen Sie Ihre Botschaft an die Glocken von St. Peter.
Sie sind erbärmlich!
Die Welt weiß es schon.
Ich weiß, aber sehen Sie selbst:
Der Zorn Gottes schickt weder seinen Groll vom Himmel
noch alliierte Bomber.
Flieger vernichten die Städte, hier ist der Himmel klar und leer.
Der Himmel ist nie leer.
In ein Sonderkommando mit ihm!
Er ist mein Protegä. Niemand krümmt ihm ein Haar!
Niemand rührt seinen Stern oder seine Kutte an!
Du arbeitest im Krematorium.
Wenn es Gott hier gibt, dann findest du ihn dort. Wegtreten!
Einen Wagen bitte.
Nur für Dringlichkeitsstufe 1.
Hier...
Sofort!
Der nachfolgende Konvoi hat Priorität.
Abschluss der Bauarbeiten Dezember 1945.
Beginn der Produktion Anfang 46.
- Ich fürchte, dass... - Was?
Die Arbeitskräfte, die man schickt, werden immer schlechter.
Wird nicht alles schlechter?
Können wir 1946 anfangen, ja oder nein?
Ja, natürlich.
Herein!
Ich muss Sie allein sprechen.
Es eilt.
Fritsche wollte ihn sofort freilassen.
Der Doktor hat ihn zum Spaß in ein Sonderkommando geschickt.
- Er hat alles gesehen. - Der Nuntius verlangt Erklärungen.
- Himmler fürchtet Konsequenzen. - Himmler fürchtet etwas?
Der Priester wird in Berlin zurückerwartet.
Er wird nie mehr nach Rom fahren.
Erledigen Sie das, Fritsche.
Er soll unterschreiben, er habe nichts als Blumenbeete gesehen.
Ich bringe ihn zur Kantine.
Sagen Sie Berlin, ich hätte nichts damit zu tun.
Er kommt in 5 Minuten.
Sonst noch etwas?
Sagen Sie in Berlin, es war nicht mein Fehler.
Keine Sorge!
Scharführer, wegtreten!
Mein Gott!
Ihr Vater wusste, dass Sie in den Zug einsteigen.
- Ich hole Sie hier raus. - Nein.
Gott lässt zu, dass seine Kinder...
umgebracht werden.
Ich möchte verstehen,
warum.
Warum wollen Sie sich aufopfern?
Es ist falsch! Es ist falsch sich aufzuopfern!
Man muss der Welt sagen, was hier vorgeht.
Ich kann hier nicht weg.
Die Welt weiß schon alles.
Sehen Sie ihn an, das ist kein Priester mehr!
Schafft ihn zu den anderen, die er so liebt!
Er ist Diplomat des Vatikans und aus Versehen hier.
Ich bin auch aus Versehen hier.
Sie kommen vors Standgericht.
Sie haben Himmlers Unterschrift gefälscht.
Sie waren in Rom
und haben um Ihr Heil gefleht.
Und ich habe Ihnen vertraut!
Jagt ihn durch den Kamin!
Dann ist er schneller im Himmel.
Himmler befiehlt,
die Massengräber spurlos zu beseitigen.
Tun Sie nicht so überrascht!
Morgen wird er die Duschen und Öfen abbauen lassen.
Er will die ungarischen Juden verschachern,
findet aber keinen Abnehmer.
Hat Ihnen der Pfaffe gute Kontakte in Rom besorgt?
Ja.
Aber sie nützen Ihnen nur, wenn er am Leben bleibt.
Zu spät.
Ich finde schon etwas für mich.
Das Ruhmesblatt der deutschen Geschichte...
wird leider nie geschrieben werden.
Ist Rom immer noch so schön?
Ich werde mein Land nicht verlassen.
Sie hängen uns auf. Dich vor mir.
Dein Name steht auf den Zyklon-Rechnungen.
Hau ab, Kurt! In dein Institut oder sonst wohin!
Wir brauchen deine Fähigkeiten nicht mehr.
Dein Gott wird sich mit dir schwer tun.
- Was ist los? - Verzeihen Sie, ich hab's eilig.
Was sollen wir denn tun?
Endlich bist du zu Hause!
Ich muss wieder weg.
Papa ist wieder da!
Jetzt weißt du alles! Ich werde bezeugen, dass...
Niemand wird auf dich hören. Die SS ist...
Ich habe Beweise, Zahlen, Namen...
Ich gehe zu den...
Die Amerikaner werden es begreifen.
Die Franzosen sind am nächsten, die Amerikaner sind noch weit.
Du kommst nicht über die Frontlinien!
Die Front ist zusammengebrochen.
Ich hörte vom Pastor, dass du wieder da bist.
Was ist mit uns geschehen?
Stimmt es, was man hört?
Alles stimmt.
Ich wusste es,
aber wird sie rechtzeitig fertig?
Wer?
Die Geheimwaffe.
Ja.
Ich wusste es. Wir stoppen den Feind.
Zieh die Uniform wieder an!
Vater...
ich muss zu einem Einsatz.
Warten Sie hier.
Wo soll er hin, mon Capitaine?
Lass ihn da warten! Gerstein ist noch nicht fertig.
Unser Freund Gerstein schreibt die französische Version seines Berichts.
Noch eine Version?
Wie schätzen Sie ihn ein?
Er sagt, er wäre gegen die Vernichtungspolitik gewesen.
Er war dagegen und hat dringesteckt bis oben hin!
Ich halte ihn für unschuldig.
Sein Bericht ist ein wichtiges Dokument.
Hier ist die Anklageschrift gegen ihn.
"...Es ist weder verständlich noch entschuldbar,
dass ein gläubiger Christ wie er
nicht mit aller Macht vermieden hat,
in dieses verbrecherische System hineingezogen zu werden..."
Gerstein wurde in seiner Zelle erhängt aufgefunden.
Wurde er gehängt oder hat er sich erhängt?
Ich weiß es nicht.
Ich will einen schriftlichen Bericht.
Monsignore Hudal?
Ihre Freunde ewvähnten die USA.
Dort will man nur Spezialisten für Chemie, Luftfahrt, Physik...
Biologie...
Ich bin Arzt, nur ein kleiner Doktor.
Dann eben Argentinien...
In 6 Tagen geht ein Schiff.
Bis dahin können Sie bei uns bleiben.
Es ist traumhaft hier.
Das Wetter bei Ihnen ist wirklich traumhaft.
Der Gerstein-Bericht half dabei, den Holocaust zu beweisen.
Kurt Gerstein wurde 20 Jahre später rehabilitiert.
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