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Liebe Passagiere, willkommen an Bord dieses Falcon 900 mit Ziel Verbier.
Los geht's.
Hört mal kurz zu. Ich habe mit dem Piloten gesprochen,
und er meinte, wir sind in einer Stunde da.
Der Schnee ist perfekt, der Champagner steht kalt. Das wird großartig.
Ich möchte Alex und der gesamten Vandael Group
von ganzem Herzen danken für diesen großartigen Trip.
-Alex, auf dich. -Mein Freund.
-Auf dich. -Prost.
Mach ein Foto für Victor.
-Warum? -Weil er nicht kommen konnte. So traurig.
Ja, okay.
-Warum bist du so komisch? -Ich bin nicht komisch.
-Doch, bist du. -Nein, bin ich nicht. Ich mache das Foto.
-Los, Prost. -Prost.
-Bitte schön. -Dann möchte ich auch noch etwas sagen.
Mädels. Wir wissen inzwischen alle, dass Matti gerne Ski fährt.
Hey, sei nicht unhöflich.
Man kann es ihm ja nicht verdenken.
Die Sonne, der frische Schnee, die kühle Bergluft,
und vor allem all die reichen Arschlöcher, die Cola mit Rotwein trinken
und Nutten nicht von Goldgräberinnen unterscheiden können.
Aber im Ernst: Ich glaube, mein Vater wollte mich einfach nur loswerden.
Das ist nicht lustig, Matti.
Nein, sorry.
-So leicht. Jedes Mal. Unbezahlbar, Matti. -Nein, ich wusste es, ich wusste es.
Es gibt nur eine Person, der wir danken müssen,
und die sitzt genau da drüben: Daan.
Mein Dad war so genervt von dir, dass er uns vier Tage in einem Chalet schenkte.
Danke, mein Freund.
Daan, wo wären wir ohne dich?
-Okay, Daan. -Dany Boy hat Durst.
Lasst uns anstoßen, bevor alle Gläser leer sind.
Auf Verbier.
Das ist kalt.
-Danke für den Schluck. -Gern.
-Was zum Teufel ist das? -Schnaps. Magst du den nicht?
Den kannst du behalten.
Warte.
Ich bin so froh, dass ich dich kennengelernt habe.
Ja, ich auch.
-Okay, Ski an. -Vorne, oder?
Vorne. Einklicken. Drücken, bis es klickt. Sehr gut.
Zeig mir deine Haltung. Knie beugen…
-Wir sehen uns beim Mittagessen! -Bis später!
Okay, Knie beugen. Nicht zu sehr nach vorne kippen.
-Wie läuft's? -Gut.
-Sieht aus, als bräuchte Daan Hilfe. -Fahr schon mal vor, wir kommen nach.
Alles klar, Pizza. Erst parallel, dann bremsen.
Los, genau so. Pizza. Eine schöne Pizza, nicht überkreuzen.
Das ist nicht genug Pizza. Ich kann… ich kann nicht langsamer werden.
-Mehr Pizza! -Hey!
Louise!
Verdammt noch mal.
Am Ende des Geschäftsjahres ein Verlust von 200 Millionen Euro?
Nein, Jacqueline, das stimmt so nicht.
Wir haben ein Vermögen in Immobilien investiert.
Hör auf. Und 1,8 Milliarden Bankschulden.
-Das ist nicht unüberwindbar. -Nicht? Der Berater sieht das anders.
Es gibt ernsthafte Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Gruppe.
-Mutter… -Nein.
Oh, Jesus.
-Na so was. Patrick. -Jesus.
Wenn man vom Teufel spricht. Wir haben gerade über dich geredet.
Nur Gutes, nehme ich an?
Es war ein sehr differenziertes Gespräch. Nicht wahr, Schatz?
War es.
Dürfen wir uns dazusetzen?
Meine Damen, könnten Sie uns bitte drei weitere Stühle bringen?
Drei?
Wir erwarten noch jemanden.
Wie schön.
Was essen wir? Garnelenkroketten?
-Anfangs ist man natürlich nicht. -Hat jemand Sonnencreme?
Es war ein sehr produktiver erster Skitag für Daan.
Wenn du kein Käsefondue magst, können wir auch Pizza bestellen.
-Du musst positiv bleiben. -Der Arme.
-Scheiß auf Skifahren. -Du musst es nur lernen.
Wie Fahrradfahren. Wenn man's einmal kann, verlernt man es nicht.
-Leute, ich habe drei Flaschen bestellt. -Super.
-Herrlich. -Nicht für mich.
-Trinkst du nicht? -Nein, ich will nicht.
Ich glaube nicht, dass wir heute noch Ski fahren. Trink doch was.
Nein, danke, Juliette.
-Für mich auch nichts. -Wie bitte?
Du musst nicht.
Wir werden ja sehen, wie lange du das durchhältst. Sie will auch Wein.
Du musst nicht.
-Wein ist verdammt teuer. -Köstlich. Ist das ein Saint-Emilion?
Es heißt Saint-Emilion.
-Hast du überhaupt Ahnung von Wein? -Klar. Viel sogar. Das ist wichtig.
Warum ist das wichtig?
Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein.
Hört, hört.
Darauf trinken wir.
Woher hast du das Outfit, Daan? Von Juliettes Vater?
-Er ist so ein Arschloch. -Wer?
-Mein Vater. -Meiner auch.
-Meiner ist schlimmer. -Meiner definitiv.
Nein, meiner.
Streiten wir hier gerade wirklich darüber, wer den schlimmsten Vater hat?
Okay, du hast gewonnen.
Meine Mutter ist die dümmste Schlampe auf dem ganzen Planeten.
-Okay, wow. -Hallo.
Was heißt "wow"?
Man muss nicht reich sein, um beschissene Eltern zu haben.
Touché.
Gut, dass ich dich getroffen habe. Du antwortest mir nicht auf meine Mails.
Du hast wohl meine Nummer blockiert, weil du nie rangehst.
Schade.
Du redest.
Ich rede nicht mit ihm.
Alles, was die Vandael Group betrifft, läuft nicht mehr über Patrick.
-Nicht? -Nein.
Sein Gesundheitszustand lässt das noch nicht zu.
Oh, wie bedauerlich, Patrick.
Ab jetzt hast du es mit mir zu tun. Wie in den guten alten Zeiten.
Ach ja, das waren noch Zeiten. Nicht wahr, Jacqueline?
Wenn du genauso nachtragend bist wie dein Vater,
haben wir das schnell erledigt.
Er ist wegen euch gestorben.
Schwaches Herz.
Ein gebrochenes Herz.
Also, wenn ich das richtig verstehe…
Wenn du den Löffel abgibst, muss ich mir Alexander den Großen vorknöpfen.
Deinen süßen Jungen. Oder liege ich falsch?
Ich würde ihn nicht unterschätzen. Er kann mehr, als du denkst.
Immer bereit, denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Stimmt's, Melissa?
Gut zu hören. Dann wird er mir nicht die Hand abbeißen.
Prost.
Angelique? Was macht sie denn hier?
Guten Tag.
Apropos Hunde: Das ist mein neuer Pitbull. Sie lässt nicht so leicht los.
-Setz dich doch. -Danke.
Angelique hat mir gestern ihre Dienste angeboten.
Und zufällig habe ich unglaublich viel Arbeit für sie.
-Möchtest du etwas trinken, Liebes? -Ich nehm ein Glas.
Ein Glas, bitte.
-Am Ende werden wir wie unsere Eltern. -Ich ganz bestimmt nicht.
Nein? Nie?
Okay. Autsch.
Sie haben nie über ihre Gefühle gesprochen.
Sie haben ihre Traumata nicht verarbeitet.
Aber der Körper erinnert sich.
Wenn man es nicht verarbeitet, gibt man es an seine Kinder weiter.
An uns.
-Ja, das ist ziemlich abgefuckt. -Nach der Logik hat ja jeder ein Trauma.
Das glaube ich auch.
Ich denke wirklich, jeder hat etwas, das er verarbeiten muss, groß oder klein.
Findest du nicht, dass wir alle viel zu weich geworden sind?
Inwiefern?
Ich finde, junge Menschen werden viel zu sehr in Watte gepackt.
Jeder darf sein, wer er will, und deshalb erfinden wir Dinge,
erschaffen immer mehr Probleme, die eigentlich gar nicht existieren.
Noch nie hatten junge Menschen so viele psychische Probleme wie heute.
Und woher, glaubst du, kommen die?
Es fängt bei Eltern und Lehrern an, die nicht mehr streng sein dürfen,
weil das ja traumatisierend sein könnte.
Wir gehen auf jedes kleine Wehwehchen ein.
Diese Probleme werden immer größer, wie ein Schneeballeffekt.
Und außerdem bringen wir jungen Menschen nicht bei, ihre Gefühle zu kontrollieren.
Wir kleben einfach ein Etikett drauf und sind fertig.
Ja, man muss sich damit auseinandersetzen, aber man sollte es nicht unterdrücken.
Es ist nichts falsch daran, Emotionen zu unterdrücken.
Und wie soll das aussehen?
Ich glaube, Glück bedeutet zu verstehen, dass das Leben Höhen und Tiefen hat,
und dieses Gleichgewicht zu akzeptieren.
Man muss das Schlechte mit dem Guten nehmen.
Also gewisse Gefühle auszuhalten, nenn es meinetwegen "Unterdrücken",
gehört zum Leben dazu.
Und man kann lernen, damit umzugehen,
aber heutzutage stopfen wir alle nur noch mit Pillen voll.
Juliette.
Was denn? Es stimmt doch, oder?
Diese Pillen haben mir das Leben gerettet.
Das glaube ich dir.
Und ich sage auch nicht, dass diese Pillen gar nichts bringen,
aber den Geist und die eigenen Gefühle zu trainieren,
das kann ebenfalls Leben retten.
Es ist immer eine Kombination.
Ich hatte schon 1.000 Schritte gemacht, bevor ich eine Pille genommen habe.
Aber findest du nicht, dass wir auch ohne Medikamente
bereits alle Werkzeuge haben, um etwas aus uns zu machen?
Gerade wir.
Wir haben alles, was wir wollen. Wir könnten nach Nepal,
Voodoo-Rituale auf Hawaii machen, Ayahuasca trinken.
Aber wir tun es nicht,
weil wir es gewohnt sind, für jedes Wehwehchen Pillen zu nehmen.
-Und die Pharma ist toll im Marketing. -Genau.
Also sind psychische Probleme einfach nur Wehwehchen?
-Ja. Psychische Wehwehchen. -Das reicht jetzt, Juliette.
-Was denn? -Können wir bitte sachlich bleiben?
-Reden wir über etwas anderes. -Bitte.
Hier sind jedenfalls viele schöne Frauen.
-Endlich ein gutes Thema. -Gut gerettet, Daan.
Es hat Jahre gedauert, bis ich meine Diagnose bekommen habe.
Hey, jeder hat doch das Recht auf seine eigene Meinung, oder?
Klar.
Okay, dann sind wir uns eben uneinig.
Und heutzutage muss ja jeder queer sein.
-Was ist das denn für ein Unsinn? -Es stimmt doch, oder?
Man muss irgendwas sein, sonst passt man nicht rein.
Schwul, lesbisch, egal.
Als Hetero wird man gecancelt.
-Halt den Mund, Matti. -Was? Es stimmt doch.
Starkes Thema, Matti.
Köstlich.
Du genießt das, oder?
Ja, tatsächlich. Es ist wirklich köstlich.
Die Entwicklung des Golfplatzes läuft gut, oder?
Freut mich für dich. Das hast du wirklich gebraucht, oder?
Aber vergisst du da nicht etwas?
Du besitzt noch nicht alle Grundstücke.
Also kannst du nicht mit der Entwicklung beginnen. Stimmt's?
Der Papierkram ist so gut wie erledigt.
Unserer, meinst du.
Angelique?
Angelique?
Nun ja, das letzte Grundstück wurde…
-gerade von Jan und mir gekauft. -Wie bitte?
Ja, und das bedeutet im Grunde, dass…
Wir euer Projekt aufhalten könnten. Für eine sehr lange Zeit.
-Ja, so ungefähr. -Tu quoque.
Wie habt ihr das geschafft?
Der Eigentümer ist ein Patient von Jan. Er hat ihm ein paar Mal geholfen, also…
Jan? Dieser Mistkerl!
Woher wusstest du von dem Grundstück?
Von deinem süßen Sohn.
Wie bitte?
Juliette.
Ja, Liebe kann wunderschön sein.
-Verdammter Idiot! -Vollidiot.
Wir sollten doch stolz sein auf das, was unsere Eltern erreicht haben, oder?
Weiß nicht, ob ich es genauso machen würde.
-Weil du Angst hast. -Hab ich nicht.
Du hast Angst zu scheitern, aber du wirst es besser machen als dein Vater.
-Das ist im Moment nicht schwer. -Kannst du bitte aufhören?
Du hast doch immer gesagt, du wolltest nicht so sein wie er,
und jetzt tust du so, als wäre er der beste Mensch überhaupt.
Das habe ich nie gesagt.
Und selbst wenn, das ist okay. Schau dir an, was der Mann erreicht hat.
Ohne ihn würden wir jetzt nicht hier sitzen.
-Wir sollten Patrick dankbar sein. -Hoch lebe Patrick.
-Sogar Patrick könnte mich haben. -Das würde ich gern sehen.
Mit Geld um sich zu werfen macht nicht alles wieder gut.
Was hat sein Vater dir denn getan?
Nichts. Aber jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung.
Hey, hey, Lou. Nimm dir ein Glas Wein, beruhig dich ein bisschen und lächle.
Damit kann ich leben.
Geld macht nicht wett, was sie uns angetan haben.
Hört euch unseren Champagner-Sozialisten an.
Ja, du hättest ja nicht kommen müssen, oder?
-Was ist ein Champagner-Spezialist? -Sozialist!
Champagner-Sozialist.
-Das sind linke Ratten. -Die gern Champagner trinken.
-Bin ich einer davon? -Nein, dafür bist du viel zu arm.
Was ist los mit dir? Reiß dich zusammen.
-Lou, du klingst genau wie deine Mutter. -Ja, ganz genau.
Am Ende sind wir alle wie unsere Eltern. Du auch, Lou. Keine Frage.
-Der Kreis schließt sich. -Genau.
Oh, was ist das denn?
Ist euch eigentlich klar, wie viel Glück ihr habt?
Ihr macht die schönsten Reisen, trinkt die teuersten Weine,
und ganz offensichtlich seid ihr die beste Freundesgruppe überhaupt. Oder?
Ihr seid immer offen und ehrlich miteinander.
Ihr belügt euch nie.
Ihr seid immer füreinander da, richtig? Egal, was passiert.
Ich bin so froh, Teil einer solchen Gruppe zu sein.
So etwas habe ich noch nie erlebt.
Ihr seid wirklich großartig, jeder einzelne von euch.
Also danke dafür.
Prost. Auf euch.
-Okay, wer will Ecstasy? -Auf jeden Fall!
Lou, du machst den Anfang. Bitte sehr.
Viel Spaß.
Du Schlange!
Wie konntest du unserer Familie so etwas antun?
Dein Vater würde sich im Grab umdrehen.
Du bist genauso instabil wie deine Tochter.
Das sagst ausgerechnet du? Als wäre deine Tochter so normal.
Angelique. Halt den Mund!
-Wie bitte? -Halt den Mund!
Nein, das werde ich nicht.
Du wirst mir jetzt zuhören, Madame Vandael.
Ihr habt uns immer so behandelt, als wären wir minderwertig. Wie Dreck.
Aber wir sind kein Dreck, Madame Vandael.
Wir sind kein Personal, das man herumkommandieren kann.
Denn hinter dieser schicken Fassade von dir
bist du nichts weiter als eine gemeine, vulgäre Schlampe.
Das reicht jetzt, wir gehen! Mama!
Ganz Knokke weiß, dass dein Kerl dich geleckt hat.
Und jeder… Ja, schau dich um. Jeder in Knokke weiß,
dass er mit deinem Geld abgehauen ist und du nichts mehr wert bist.
-Eleonore! -Schluss jetzt!
-Jacqueline? -Mama?
Jacqueline, es ist okay.
-Mama… -Ich rufe Jan an.
Du rufst niemanden an. Verräterin.
Mama. Mama?
Komm.
Kann bitte jemand helfen?
Alles gut, Mama.
Hallo? Ich bin hier!
Ich höre zu. Ich bin…
Untertitel von: Julia Kunst
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