All language subtitles for Das.Adlon.Eine.Familiensaga.E03.GERMAN.720p.HDTV.x264-TVP

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Original subtitles

(Sonja erz�hlt) Ich kam in einer kalten Fr�hlingsnacht zur Welt.

Gro�mutter Ottilie wollte einen Skandal verhindern.

Mutter, gib mir mein Kind zur�ck!

Das ist meine Tochter. Stillen Sie sie alle zwei Stunden.

Das war 1904. Lorenz Adlon begann im selben Jahr

mit dem Bau seines legend�ren Hotels am Brandenburger Tor.

Du bebaust auch das Nachbargrundst�ck?

Ich plane dort weitere 102 Zimmer.

(erz�hlt) Mutter verlobte man mit dem Adligen Siegfried von Tennen.

Doch sie lernte die Fotografin Undine Adams kennen

und ging mit ihr nach Amerika.

Ich war 15, als ich am Sterbebett meines Gro�vaters

von dem Familiengeheimnis erfuhr.

Wenige Monate nach Gustavs Tod starb auch Ottilie,

und ich war allein mit einer Mutter, die ich kaum kannte.

Oma hatte recht, du taugst nichts! Du wirst mit mir reisen m�ssen.

Ich werde ins Hotel Adlon ziehen.

(erz�hlt) Auch in der Familie Adlon sollte sich viel �ndern.

(Lorenz) Sie will nur das Hotel!

Wenn sie es will, dann nur, weil sie es liebt.

Darin ist sie dir �hnlich.

(erz�hlt) Louis und Hedda f�hrten das Hotel in eine neue Zeit.

Entschuldigung.

(erz�hlt) Im Adlon begegnete ich meiner gro�en Liebe.

Julian. Ich wurde entt�uscht.

(liest) "Du bist noch so jung und wirst was aus deinem Leben machen."

Ich entdeckte durch meinen Vater meine Leidenschaft f�rs Radio.

(erz�hlt) Ich machte Karriere ...

Josephine Baker.

... und traf einen Kindheitsfreund wieder.

Von Tennen. Sebastian.

Er hat nur Augen f�r dich. Es ist nicht so, wie du denkst.

Wer nicht f�r uns ist, ist gegen uns. Denk mal dar�ber nach.

Schuss f�llt. Galla!

Nach dem Tod meiner Freundin Galla kehrte Julian zur�ck in mein Leben.

Du denkst, dass ich mich wieder in dich verliebe?

(erz�hlt) Unser Gl�ck war kurz. Sei vorsichtiger mit deinen Worten.

Wir wollen keinen Kommunismus.

Es ist reiner Terror. In der ganzen Stadt gibt es Verhaftungen.

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Das Adlon. Eine Familiensaga Teil 3

Hundegebell

Warten Sie hier.

(Mann) Los, r�ber da.

Papiere?

Tor auf!

(Mann) Schneller!

Melancholische Musik

Setzen.

H�nde auf den Tisch.

Ich hatte Gl�ck. Die Wunde verheilt gut.

Es war ein Durchschuss.

Die Ungewissheit, ob du noch lebst...

Sie verbrennen jetzt B�cher.

Meins auch.

Ich werde k�ndigen.

Nein.

Bleib. Geh nicht freiwillig.

Du darfst deine Arbeit nicht hinschmei�en.

Lass den Gigolo f�r dich tanzen.

Ich bin schwanger. Laut sprechen!

Du willst es doch nicht ... behalten.

Sonja.

Ich werde sie Maria nennen.

"Anna" finde ich sch�n.

Anna-Maria.

Traurige Musik

Wenn du hier raus bist, fahren wir in den Urlaub.

Ich habe Berlin nie verlassen. Wir sollten die Welt kennenlernen.

Die Besuchszeit ist zu Ende. Mutter wartet schon so lange.

Sonja, pass auf euch beide auf.

Es ist uns eine Freude, mit dem Au�enamt zu arbeiten.

Schon mein Vater pflegte beste Beziehungen zum Au�enamt.

Um Ihnen eine Garantie zu geben... Danke.

...dass Sie jederzeit Zimmer f�r Ihre G�ste haben,

sollten Sie ein festes Zimmerkontingent buchen.

Nat�rlich einigen wir uns auf einen Festpreis.

Ich bespreche das mit dem Minister. Ich kann keine Zusagen machen.

Nat�rlich. Wir w�nschen uns frischen Wind hier.

Zeigen Sie uns den neuen Geist Deutschlands.

Der Kaiser steht immer noch im Foyer, Herr Adlon.

Und Ihre Speisekarte... Alles auf Franz�sisch.

(falsche Aussprache) Ragout fin.

Dabei haben wir sch�ne Worte f�r unsere deutsche K�che.

W�rzfleisch.

Und halten Sie sich an den Eintopf-Tag.

Auch was die Musik betrifft,

w�nscht sich unser F�hrer, dass wir deutsches Kulturgut pflegen.

Negermusik aus Amerika wollen wir keinem Gast zumuten.

(leise) Nein.

Nehmen Sie sich ein Beispiel am Hotel Preu�enhof.

Eine Hochburg deutscher Gem�tlichkeit.

Lautes Schl�rfen

Ich muss Sie leider bitten, mich zu entschuldigen.

Ich darf Ihnen ein Angebot zukommen lassen?

Weiterhin guten Appetit. Heil Hitler.

(leise) Heil Hitler.

Habe ich da eben "Heil Hitler" von dir geh�rt?

Deshalb bin ich noch keiner von denen.

Versprich mir, dass wir unsere Unabh�ngigkeit nicht verlieren.

Vater w�re ohne die Arrangements mit dem Kaiser untergegangen.

Wir waren noch nie unabh�ngig, Hedda, noch nie.

Der Tenor Ricardo sieht kaum Chancen

f�r ein Engagement an der Oper

und m�chte beim Radio arbeiten.

Doch auch hier sind seine Bem�hungen erfolglos.

Ricardo gibt nicht auf und beginnt einfach zu singen.

Die Radiomitarbeiter sind begeistert.

Er wird angestellt und seine Sendungen machen ihn ber�hmt.

"Ein Lied geht um die Welt", so der Titel.

Viel Spa� also im Kino und sch�nes Wochenende,

liebe H�rer und H�rerinnen. Ich w�nsche einen sch�nen Tag.

Lied: "Ein Lied geht um die Welt" von Joseph Schmidt

Julian hat jetzt einen Platz in der Schreibstube.

Seine Schulter ist zum Gl�ck gut verheilt.

Mehr ist im Moment nicht drin. Ich danke dir. Sehr.

Ich bleibe dran.

Gehen wir noch einen Kaffee trinken? Gerne, aber mir geht es nicht gut.

Du bist ja ganz blass.

Wird allerh�chste Zeit, oder? In meinem Alter...

Ausgerechnet jetzt.

Na komm, ich fahre dich nach Hause.

Danke dir.

Triumphale Musik

(Sprecher) "Willkommen in der Reichshauptstadt.

Berlin pr�sentiert sich im Olympiajahr 1936.

Die Jugend marschiert f�r den F�hrer im Glauben an eine bessere Zukunft."

(Zeitungsjunge) Deutsche Sportler in Topform f�r Olympia.

Amerikanische Sportler kommen doch nach Berlin.

Hunderttausende von G�sten erwartet.

Sicher.

Nat�rlich. Ich k�mmere mich darum. Auf Wiederh�ren.

Wohin mit Italiens Prinz? Die Suiten sind belegt.

Lady Londonderry fragt nach extra Bettzeug.

Ihr Sohn soll in der Wanne �bernachten.

Und? Solange wir genug Bettw�sche haben.

Die Charite will uns mit ihrer W�scherei behilflich sein.

Das Haus ist voll. Berlin ist wieder Weltstadt.

Und das Adlon pr�sentiert sich.

Da kann der Preu�enhof nicht mithalten.

Sie verneint.

Rafael, du willst sicher dein Zeugnis.

Du willst uns wirklich verlassen?

Warte bis nach der Olympiade. Wir brauchen hier jede Hand.

Ich w�re gerne geblieben, Patron.

Aber Vater besteht darauf, dass ich Deutschland sofort verlasse.

Ich muss dir wohl oder �bel eine gute Reise w�nschen.

F�r alle F�lle. Masseltoff.

Danke, Patronesse. Hier, dein Zeugnis.

Viel Gl�ck in Pal�stina, Junge. Danke, Patron.

Mach's gut. Pass auf dich auf, mein Junge.

Nein, nein, nein.

Du verl�sst unser Haus durch den Haupteingang.

Alles Gute. Peter!

Alles Gute.

Stumme Szene

Es wird alles wieder gut.

Die ganze Welt sieht auf Deutschland.

Danach muss dieser Herr Hitler seinen Stil �ndern.

Dramatische Musik

(erz�hlt) Drei lange Jahre waren vergangen,

seit Julian ins Lager gekommen war.

Ich hatte unsere Tochter geboren

und mich daran gew�hnt, dass das Leben weiterging.

Sie schluchzt.

H�ttest du was gesagt. Ich h�tte dich abgeholt.

Ich hatte selbst keine Ahnung.

Es wurden Namen aufgerufen, und die Genannten durften gehen.

Du bist wieder da!

Sonja... Sonja, wir m�ssen so schnell wie m�glich weg von hier.

Sie haben uns entlassen, um vor der Welt gut dazustehen.

Nach Olympia holen die uns alle wieder rein.

Du bekommst so schnell keinen Pass. Ich bekomme nie einen Pass.

F�r die bin ich ein Staatsfeind.

Ich habe im Lager alles in die Wege geleitet.

Nicht nur ich brauche Ausreisepapiere.

Ein falscher Pass? Bist du von allen guten Geistern verlassen?

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Bahnh�fe sind voller Ausl�nder.

Es klopft. Schritte

Danke Friedrich. Danke, Helga.

Das ist Helga. Sie passt auf Anna auf, wenn ich arbeiten muss.

Komm her, S��e.

Guck mal.

Anna-Maria, das ist dein Papa.

Sag mal Hallo zum Papa.

"Opa" sagt sie schon.

Schickst du Alma ein Telegramm?

Wir gehen sofort nach London und warten dort auf unsere Visa.

Ja, ihr solltet keine Zeit verlieren.

Meine Enkelin soll eine richtige Familie haben.

Danke.

Ich muss wieder.

Wie h�bsch du bist.

Anna-Maria.

Willst du mich heiraten, Julian Zimmermann?

Willst du uns in London heiraten?

Ja. Ja.

Hallo.

Hallo.

Guck mal.

Die kleine Anna bleibt heute bei Papa.

Wenn sie quengelt, ist sie m�de und muss ins Bett.

Aber bei Papa wird nicht gequengelt.

Sei lieb, er muss mit dir noch �ben.

Dann macht ihr einen Mittagsschlaf, Opa bringt Essen,

und dann ist die Mama auch schon wieder da.

Die ist m�de. Magst du sie ins Bett bringen?

Ja. - Ja?

Ich werde Ende der Woche die G�ste aus aller Welt begr��en.

"Unser Land und unsere Sportler

haben sich intensiv auf diese Wochen vorbereitet.

Wir wollen gute Gastgeber sein."

Wo ist die Kehrseite? Es geht nur um die olympische Idee.

Es wird diskriminiert, gefoltert, gemordet. Und das haltet ihr raus?

Wir hoffen, dass die Olympiade eine Wende ist.

Hitler kann danach nicht weitermachen wie vorher.

Ihr habt euch alle eingerichtet. Julian, bitte h�r auf damit.

Womit? Dass ihr diese Farce mittragt?

Nein, Sonja, das werde ich dir nicht ersparen.

Julian, ich war nicht wie du im Lager.

Aber ich habe Anna-Maria bekommen und durchgehalten.

Und ich hatte Angst um dich. Was sie mit dir machen,

wann du rauskommst, ob du �berlebst.

Dein Gigolo hat sich doch gut um dich gek�mmert.

Sebastian hat sich immer wieder f�r deine Freilassung eingesetzt.

Drei Jahre hat es gedauert.

Ziemlich lange f�r jemanden mit viel Einfluss.

W�re er nicht gewesen, h�tten sie dich in die Ziegelei verlegt.

Hat er das gesagt? Ja.

Ihr seid ziemlich eng miteinander.

Das habe ich jetzt nicht geh�rt.

Ohne ihn h�ttest du keine Karriere gemacht.

Du wolltest, dass ich beim Rundfunk bleibe.

W�re ich gegangen, h�tten sie es politisch ausgelegt.

Das h�tte uns alle drei in Gefahr gebracht.

Ruh dich aus und komm bei uns an, bitte.

Bitte.

Drei Jahre haben mir diese Verbrecher gestohlen.

Ich will keine Zeit mehr verlieren. Wir werden keine Zeit verlieren.

Und die kleine Maus ist lieb zu Papa, ja?

(Anna singt) Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.

Ich habe deine Rede noch ein wenig modifiziert.

Die ganze Welt wird deine Stimme h�ren.

Das wird das Gr��te, was wir beide bis jetzt erlebt haben.

Zum ersten Mal �bertragen wir eine Olympiade in die ganze Welt, direkt!

Und auch zeitgleich. Und jetzt ... halt dich fest.

Ich habe gerade erfahren, dass Dr. Goebbels selbst kommen wird.

Er spricht in diesem Studio, gleich nach dir.

Er hei�t pers�nlich die Welt zur Olympiade willkommen,

und es ist sein ausdr�cklicher Wunsch, dass du ihn ank�ndigst.

Hier, ich habe dir die �nderungen aufgeschrieben.

Ich stelle mich nicht mit dem Propagandaminister vor das Mikro.

Sie halten die Politik aus diesen Spielen heraus.

Julian ist gerade aus dem Lager gekommen.

Das kann ich nicht machen. Das musst du doch verstehen.

Dass wir beide da oben Freunde haben, hat uns bisher gut gen�tzt.

Wenn du es nicht f�r die tun willst, dann tu es doch f�r mich.

Stumme Szene

Die ganze Welt wird bei uns zu Gast sein.

Und du willst sie nicht willkommen hei�en?

Bedrohliche Kl�nge

(Mann) M�chtest du einen Ballon haben?

Einen Ballon, bitte.

Bitte sch�n.

Schau mal.

Na komm, mein Schatz.

Bedrohliche Kl�nge

Wollen wir uns auf die Bank setzen?

Das ist er. - Sicher?

Ganz sicher.

Bedrohliche Musik

(Mann) Dann wollen wir mal.

Frau Schadt? Ja?

Geheime Staatspolizei. Bitte kommen Sie mit uns.

Worum geht es? Es gibt Fragen zu Julian Zimmermann.

Ich will sofort zu meiner Tochter. Sie ist bei uns in guten H�nden.

Sonja Schadt. Wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht gesehen.

Gratulation. Ihre Radiosendung ist sehr am�sant, gute Unterhaltung.

Ich �bernehme den Fall pers�nlich, und Sie k�nnen mir behilflich sein.

Das ist doch Julian Zimmermann.

Ich glaube schon. Sie glauben?

Sie wundern sich sicher auch, dass er einen britischen Pass

mit dem Namen Robert Woolf bei sich tr�gt.

Vielleicht will er ja Deutschland unter falschem Namen verlassen.

Aber davon wissen Sie sicher nichts, oder?

Vielleicht wissen Sie ja, woher er den gef�lschten Pass hat.

Es klopft.

Siegfried!

Sonia trifft in 80 Minuten den Reichspropagandaminister.

Sie muss mitkommen. Er pers�nlich w�nscht sich, dass sie spricht.

Zimmermann hat gegen die Bew�hrungsauflagen versto�en.

Er wollte mit einem englischen Pass das Land verlassen.

Kann ich dich kurz unter vier Augen sprechen?

Unheilvolle Kl�nge

Wischen Sie sich das Gesicht ab.

Es klopft. Ja?

Komm bitte mit mir.

Ich werde nur reden, wenn ich sofort meine Tochter sehe.

Sie erwartet dich nach der Veranstaltung in der Garderobe.

Und was ist mit Julian? Hast du von dem Pass gewusst?

Auf Landesverrat steht die Todesstrafe.

Ich konnte das Schlimmste noch verhindern.

Was hei�t das?

Dass ihm nicht der Prozess gemacht wird.

Was passiert mit ihm? (laut) Ich wei� nicht.

Aber ich habe ihm gerade den Hals gerettet, meine Liebe.

(Mann) Dieses Weltereignis Olympia

ist auch eine Sternstunde in der Geschichte des deutschen Rundfunks.

Zum ersten Mal in der olympischen Geschichte

werden die Spiele vom Olympia- Weltsender weltweit �bertragen.

In 40 L�ndern dieser Erde fiebern die Menschen an ihren Empf�ngern

mit unseren Wettk�mpfern in Berlin mit.

Ich ... �bergebe jetzt das Wort

der sch�nsten Stimme unseres Rundfunks und Deutschlands.

Freuen Sie sich auf Sonja Schadt.

Mit gro�er Freude begr��e ich die Besucher aus aller Welt,

die zu den Spielen der 11. Olympiade

so zahlreich in die Hauptstadt angereist sind.

(Radio) "Millionen Zuschauer sind gekommen,

um den Sportlern ihren Enthusiasmus zuzurufen.

Sie bewegen sich in den n�chsten Wochen unter unserem Volk,

k�nnen die Menschen bei der Arbeit und der Festesfreude sehen."

Sie werden an den lachenden Gesichtern sehen,

dass das deutsche Volk in den letzten dreieinhalb Jahren

gl�cklicher geworden ist.

Wenn Sie dieses Gl�ck sehen,

"bitte ich Sie zu bedenken,

in welchem Zustand wir dieses Land �bernehmen mussten,

und sich die Krisen vor Augen zu halten,

die wir in diesen dreieinhalb Jahren zu �berwinden hatten,

um zu verstehen, was das deutsche Volk geleistet hat,

um endlich seine Fl�gel auszubreiten.

Heute ist Deutschland l�ngst zu neuer Tatkraft erwacht,

und seine Schicksalsgemeinschaft verbindet ihre Glieder..." Mama!

"...zum gro�artigen Auftrag der Erneuerung.

Ich freue mich, die Olympiade..." Nein.

"...der Berichterstattung zu �bergeben.

Tragen Sie die Glanztaten..." Das ist nicht Mama.

"...in einem neuen Deutschland..." Das ist nicht Mama.

Spannungsvolle Musik

Ich habe jetzt die Ehre, das Mikrofon

dem Propagandaminister des Deutschen Reiches,

Dr. Joseph Goebbels, zu �bergeben.

Anna-Maria?

Wo ist meine Tochter?

Unheilvolle Musik

Unverst�ndliches Telefonat

Julian hat sie mitgenommen.

Sie haben beschlossen, ihn abzuschieben.

Schr�ge Geigenkl�nge

(Mann) Aussteigen.

Die Grenze ist da.

Wehm�tige Geigenkl�nge

Finstere Kl�nge

Anna-Maria weint. Sch, alles wird gut.

Sie weint weiter.

Bedrohliche Kl�nge

Immer und immer wieder lie� ich die Stunden im Gestapo-Hauptamt

und die Stunden danach Revue passieren, bis ich endlich begriff,

dass Julian geglaubt hat, ich h�tte ihn verraten.

Ich hatte zugelassen, dass diese M�rder ...

... mich zu ihrem Werkzeug machten.

Du musst doch was essen, Kind. Ich habe keinen Hunger. Danke.

Es klopft. Das wird Sebastian sein.

Er wollte unbedingt vorbeikommen.

Hallo, komm rein.

Die sind f�r dich. Danke, setz dich doch.

Hast du was von Julian geh�rt?

Alma hat auch nichts von ihnen geh�rt.

Warum ist er nicht nach London gegangen?

Er f�hlt sich verraten. Meine Rede. Die Zeitungen sind voll davon.

Na, da macht er es sich ein bisschen einfach.

Es h�tte schlimm enden k�nnen f�r euch beide.

Es klopft. Herein.

Danke. K�nnten Sie die Blumen ins Wasser stellen?

Selbstverst�ndlich.

Es hat mit Wien geklappt, Sonja.

Das freut mich f�r dich.

�berleg dir deine K�ndigung noch mal, bitte.

Du bist klug, die H�rer lieben dich.

Das sieht der Reichsminister ganz genauso.

Der Erfolg deiner Rede im Ausland war �berw�ltigend.

Du k�nntest Wiens neue Stimme werden.

Wir werden dort unseren eigenen Sender aufbauen.

Als ich im Adlon angefangen habe zu arbeiten,

habe ich Hedda und Louis Adlon so sehr darum beneidet,

dass sie ihre eigene Welt dirigieren.

Das k�nnen wir jetzt auch, hm?

Warum ruft dich Julian nicht an? Warum schickt er kein Telegramm?

Ich gehe bald nach Wien und halte dir einen Platz frei.

Ich arbeite nicht f�r diese Leute.

H�r auf, dir solche Vorw�rfe zu machen. Du hast niemanden verraten.

Ich sch�me mich so.

H�r auf. Ich liebe dich.

Du bist die einzige Frau in meinem Leben.

H�r auf! Bitte. Sebastian, h�r auf!

Bitte lass mich allein.

Es tut mir leid.

Sonja!

Fr�her stand in unserer Karte "Confit de cuisse de canard".

Wenn ich wenigstens "Confit" verwenden k�nnte.

"Eingekochtes Entenfleisch". Das geht doch nicht.

Pastete. Ja.

"Entenfleischpastete" machen wir daraus.

Seit die Olympiade vorbei ist, stehen zu viele Zimmer leer.

Unsere internationale Klientel bleibt weg.

Jetzt haben sie wieder Angst vor Deutschland.

Entferntes Gr�len

Dr�ben feiern sie sich im Preu�enhof.

Kaum ein Tag, wo die sich nicht da zusammenrotten.

Julian hat das alles kommen sehen, schon weit vor '33.

Und ich wollte ihm nie glauben.

Wenn die im Preu�enhof feiern, k�nnen wir das hier erst recht.

Ich habe mir �berlegt, ob du nicht Lust hast, bei uns mitzuarbeiten.

Im B�ro oder am Empfang.

Vielleicht �bernehme ich nachts die Rezeption.

Ich kann zurzeit sowieso nicht gut schlafen.

Gr�len

Stellt euch mal vor, wir h�tten diese Radaubr�der hier im Haus.

Auf unsere Unabh�ngigkeit.

(Ansprache Hitler) "Seit 5:45 Uhr wird jetzt zur�ckgeschossen.

Von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten."

(Massen) "Heil!"

(erz�hlt) Bald waren wir mit der ganzen Welt im Krieg.

Die Wochenschauen berichteten von Hitlers siegreichen Eroberungen.

Von der Deportation der Juden berichteten sie nichts.

Ich wartete auf eine Nachricht von Julian und Anna-Maria.

Aber vergeblich.

Ich h�tte gern ein Zimmer. Gern, gn�dige Frau.

F�r wie lange? Nur eine Nacht.

Wenn das alles ist, gebe ich Ihnen ein Zimmer zum Hof.

Dort ist es etwas ruhiger.

Ja, zum Hof.

Es ist besser, wenn Sie es nicht ausf�llen, Tamara.

Wir werden hier regelm��ig kontrolliert.

Peter? Das Gep�ck bitte auf Zimmer 345. Danke.

Haben Sie etwas von Julian geh�rt?

Ich dachte, er w�re mit Ihnen.

Haben Sie nicht ein Kind zusammen?

Er und meine Tochter sind seit '36 im Ausland.

Sie sind nicht mit?

Die Gestapo hat daf�r gesorgt, dass wir getrennt wurden.

Er hat Ihnen wohl erz�hlt, ich h�tte ihn wegen meiner Karriere verlassen.

Die Wahrheit ist...

Ich habe ihn verlassen, als ich gemerkt habe ...

... dass er jemand anderen liebt.

Melancholische Musik

Sirenen

Bitte, kommen Sie mit mir. Ich gehe auf mein Zimmer.

Kommen Sie. Sie brauchen keine Angst zu haben.

(Mann) Kommen Sie. Hier entlang.

Kommen Sie bitte an die Tische.

Was hast du da mitgenommen? - Mein Grammophon.

(fl�stert) Geht es kaputt, kann ich keine Platten h�ren.

Wieso fl�sterst du? - Ich darf die doch nicht haben.

Das ist doch Negermusik.

Bomben schlagen ein. Sirenen

Na los, dann spiel doch was.

Wir wollen nicht nur Bomben h�ren. Komm.

Nicht zu den anderen. Ganz hinten ist noch Platz.

Treibender Jazz

Musik l�uft weiter.

Knall

Schwere Ersch�tterung

Musik l�uft weiter.

Musik verstummt langsam.

Unheilvolle Kl�nge

Traurige Musik

H�mmern

Sonja! Margarete, was ist passiert?

Ihr habt ja hier �berhaupt nichts abbekommen.

Meine Wohnung ist v�llig ausgebombt. Kann ich hier bei euch bleiben?

Willst du nicht lieber in den Preu�enhof?

Der ist abgebrannt. Die erste gute Nachricht heute.

Vater! Wo ist denn dein Mann?

Irgendwo an der Ostfront. Ich habe nichts mehr von ihm geh�rt.

Telefon klingelt. Rezeption?

Jawohl, Patron.

Wir sollen auf Zimmer 345 kommen. Zimmer 345?

Jetzt sofort.

Sie h�tte sich heute zum Transport nach Osten einfinden m�ssen.

Der Leichnam soll so diskret wie m�glich unser Haus verlassen.

Selbstverst�ndlich, Patron.

Getragene Musik

(erz�hlt) In den letzten Kriegswochen

verschlechterte sich Louis' Gesundheitszustand.

Hedda beschloss, auf das Landgut in Neu Fahrland zu �bersiedeln.

Vor uns lag eine ungewisse Zukunft.

Wir sind das einzige Haus, das noch G�ste empfangen kann.

Wenn der Krieg aus ist, fangen wir ganz neu an, Friedrich.

Ja, Patron.

Wir Adlons k�nnen uns gl�cklich sch�tzen,

dass Sie uns so lange die Treue gehalten haben.

Es war mir immer eine gro�e Freude.

Friedrich und ich k�mmern uns hier um alles. Gute Fahrt.

Passen Sie bitte gut auf Sonja auf. Nat�rlich, gn�dige Frau.

Gute Fahrt.

Sie seufzt.

(Mann) Los, beeilt euch. Weiter!

(Mann) Na los, da auch. Das muss fertig werden.

Louis junior hat sich in Los Angeles

freiwillig zur Armee gemeldet,

um gegen sein Heimatland zu k�mpfen.

Ich denke oft daran, dass wir deine Kinder nicht bei uns behalten haben.

Ich war zu egoistisch.

Ich wollte dich ganz f�r mich alleine haben.

Wir haben ihnen ein gutes Leben finanziert.

Sie hatten alle Chancen, und sie hatten ihre Mutter.

Vielleicht h�tten sie dich einfach noch mehr gebraucht.

Ich habe dich gebraucht.

Du hast mir alles gegeben. Deine ganze Liebe und deine ganze Treue.

Das ist mehr, als ein Mensch von einem anderen verlangen kann.

Spannende Musik setzt ein.

Musik steigert sich.

Russische Stimmen

Musik h�lt an.

Poltern, russische Stimmen

Keine Nazis, keine Soldaten.

Das Haus geh�rt Frau und Herrn Adlon, dem Generaldirektor.

(mit russischem Akzent) General? Wo ist General?

Generaldirektor vom Hotel Adlon. Verstehen Sie?

General!

Herr Adlon... - Wir haben nichts verbrochen.

Das wird sich alles kl�ren. Ruhig Blut.

Nein, Louis!

Das d�rfen sie nicht. Nein.

(weinend) Nein. Nein, Louis, nein!

Nein, Louis!

Nein. Louis!

Louis! Der Krieg ist bald vorbei.

Nein! Ich komme bald zur�ck.

Louis, bleib bei mir. Ich komme zur�ck, Liebling.

Bitte. Nein, das d�rfen sie nicht!

Nein, nein, nein, nein!

Nein! Sie schreit.

Mann spricht russisch.

(au�er sich) Nein!

(weinend) Louis!

Sie schreit hysterisch.

Nein!

(schmerzerf�llt) Nein!

Getragene Musik

(erz�hlt) Am Morgen des 16. April 1945

begann die Schlacht um Berlin.

Das Adlon beherbergte l�ngst keine zahlenden G�ste mehr.

Ersch�tterung

Wohin damit? Zu Margarete, mein Kind.

Ersch�tterungen

Mehr konnte ich nicht finden. (Margarete) Gut.

Mach Verbandszeug daraus. Hol dir ein paar M�dchen dazu.

Anna, lass dir von Friedrich etwas Rotwein geben.

Sind Sie nicht Frau Schadt? Ja.

Ich habe oft Ihre Sendung geh�rt.

Sie sind noch h�bscher als Ihre Stimme.

Bringen Sie mir einen Arzt.

Wir haben hier keinen Arzt.

Sie m�ssen mir helfen.

Raus hier, aber sofort! Raus, schnell!

Wo soll ich denn hin?

Sie m�ssen mir helfen, Frau Schadt. Sebastian ist mein Bruder.

Wie geht es Sebastian?

Soweit ich wei�, ist er seit Stalingrad in Kriegsgefangenschaft.

Gut zu h�ren, dass er nicht gefallen ist.

Ich besorge Ihnen Verbandsmaterial.

Komm, du musst mal eine Pause machen.

Danke.

Schwere Ersch�tterung

Wenn dieser Krieg vorbei ist, wird sich Julian bei dir melden.

Ich werde f�r uns kochen, und wir werden alle an einem Tisch sitzen.

Stumme Szene

Als du geboren wurdest ...

... wollten deine Mutter und ich mit dir nach Amerika gehen.

Dann w�ren wir eine richtige Familie gewesen.

Das Grollen der Bomben verstummt.

Ich wei� noch, wie du das erste Mal zu uns nach Hause gekommen bist.

Du hast so wundersch�n Klavier gespielt.

Sie spielt ein ruhiges Klavierst�ck.

Sie spielt weiter.

Streicher setzen ein.

Motorenbrummen

Fahrzeuge fahren vor. M�nner sprechen russisch.

Los, M�dchen, raus hier. Los, in den Seitenfl�gel.

Kommt alle. Anna, du auch. Raus!

(Margarete) Schnell raus. - (Frau) Lasst alles stehen.

Aufgeregtes Stimmengewirr

Dramatische Musik

M�nner gr�len.

Lautes Poltern

Russische Stimmen

Sie rufen Befehle auf Russisch.

(mit russischem Akzent) Weinkeller! Wein! Keller!

Da. Er spricht russisch.

Befehle auf Russisch

Dramatische Musik

Flaschen klimpern.

M�nner singen auf Russisch.

Sie singen weiter.

Scheppern Er spricht russisch.

Er spricht russisch.

Bedrohliche Musik

M�nner singen weiter.

Lautes Scheppern

M�nner reden durcheinander.

Spannungsvolle Musik

Musik steigert sich.

M�nner rufen auf Russisch.

Spannungsvolle Musik h�lt an.

Es brennt. Es brennt!

Schafft die Leute hier raus! Alle raus!

Sirene ert�nt. Los, los, raus!

Raus mit den Leuten! Raus, kommt! Kommen noch mehr?

Raus, raus, raus! Beeilt euch!

Kommt. Los, raus!

Komm, Vater. Der Keller! Wo ist von Tennen?

Er lief in Richtung Keller. Komm jetzt.

Geht raus. Vater!

Er wird sich zu helfen wissen. Komm!

Sirene ert�nt.

Sie husten.

Knistern des Feuers

Unheilvolle Musik

Er atmet schwer.

Vater! Nein, das ist er nicht.

Sonja schluchzt hysterisch.

Herr von Tennen!

Spannungsvolle Musik

Knall

Lauter Knall Schreie

Getragene Musik

Stumme Szene

Musik l�uft weiter.

Musik l�uft weiter.

Sie sprechen russisch.

(mit russischem Akzent) Sie sagen, Ihr Hotel war ein neutrales Haus.

In Ihrem Haus war Hitlers Au�enministerium.

Sch�sse im Hof Er spricht russisch.

Bei Ihnen lebten Leute, die in der Sowjetunion als Verr�ter gelten.

(mit russischem Akzent) Finden Sie das neutral?

Ich bin ein Hotelier. Sch�sse im Hof

Mein Anliegen ist, in allen Zeiten ein guter Gastgeber zu sein.

Ich habe nichts mit Politik zu tun.

Sie sprechen russisch.

Befehlshaber sagt etwas auf Russisch.

Sie k�nnen gehen.

Schwerm�tige Musik

Er gibt Schmerzenslaute von sich.

Er st�hnt vor Schmerzen.

Tragische Musik

Taubengurren

Knarren

Sonja!

Louis ist tot.

Wir haben Vater vor zwei Tagen begraben.

Getragene Musik

Leise Stimmen

Meine Tochter wird n�chsten Monat elf Jahre alt und hat blaue Augen.

Das wissen wir. Ihre Suchmeldung geht jeden Tag �bers Radio.

Sie m�ssen Geduld haben.

Guten Tag. Wo finde ich Louis Adlon, meinen Vater?

Louis junior? Willkommen zu Hause.

Schon gut. K�nnen Sie mich zu ihm bringen?

Ihr Vater...

Er lebt nicht mehr.

Die Russen haben das Hotel enteignet.

Ich bin als kommissarische Leiterin eingesetzt worden.

Was ist mit Hedda?

Das Haus in Neu Fahrland wurde auch enteignet.

Sie lebt jetzt bei ihrer Schwester in Wilmersdorf.

Vor 20 Jahren habe ich mich bei Hedda Adlon als Gigolo beworben.

Billy? Die kleine Sonja Schadt.

Links das Bein und rechts das Bein, und atmen, atmen, atmen.

Sch�nen Tag. (Louis junior) Sie kennen sich?

Mehr die Stimme.

Und Julian? Hat er �berlebt?

Julian wurde gemeinsam mit unserer Tochter ins Ausland abgeschoben.

Ich wei� nicht, wo er jetzt ist.

Vielleicht sind sie nach Amerika.

Bis vor zwei Jahren hat meine Mutter Alma

in New York auf sie gewartet.

Dann ist auch sie gestorben.

Dein Vater und ich waren keine Kriegsverbrecher.

Ihr habt aber nichts gegen das System unternommen.

Das konnten wir nicht. Das konnte niemand.

Wir m�ssen daf�r sorgen,

dass so viel wie m�glich vom Haupthaus wieder aufgebaut wird.

Irgendwann m�ssen die Enteignungen r�ckg�ngig gemacht werden.

36 Zimmer haben wir schon wieder in Betrieb.

Die Milit�radministration hat uns

ins offizielle Zimmerkontingent der Stadt aufgenommen.

(Mann) Entschuldigung.

Ich muss zur�ck an die Arbeit. Halt mich auf dem Laufenden, Sonja.

Du schreibst f�r die Amerikaner �ber Berlin?

Well, Ma'am ... I'm a war correspondent.

Die Uniform steht dir besser als Pola Negris Neglige.

Sentimentale Musik

(erz�hlt) Sebastian war als einer der wenigen

aus dem Krieg zur�ckgekehrt.

In einer Zeit, in der es nur ums �berleben ging,

wollten wir f�reinander da sein.

In der ganzen Zeit hat sich Julian nie bei Ihnen gemeldet?

Nein.

Es hat Jahre gedauert ...

... bis ich ein Lebenszeichen von ihm bekam.

(Sprecher) "Die DDR begr��t Sozialisten aus aller Herren L�nder,

um am Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft mitzuwirken."

F�r Sie wurde auch ein Brief abgegeben.

Brauchen Sie Empfehlungen f�r den heutigen Abend?

Guten Tag. Wir m�ssen leider abreisen.

Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Ja, sehr.

Die Zimmerrechnung wurde schon beglichen? Ja.

Kann ich noch was f�r Sie tun? Unsere Koffer, bitte.

Den Koffer. Selbstverst�ndlich.

Entschuldigen Sie mich bitte kurz.

Guten Tag. Kann ich Ihnen behilflich sein?

Nein.

Sind Sie zu Besuch in der Stadt?

Anna-Maria?

Dramatische Musik

Eine Uniform mit hebr�ischer Schrift, Anna-Maria Schadt.

Oder Zimmermann.

Der Nachname k�nnte sich ge�ndert haben.

Hallo. - Hallo.

Ich wei�, dass es jetzt einen Staat Israel gibt.

Danke, ich warte.

Ja?

Danke, auf Wiederh�ren.

Eine Jugendgruppe aus Israel ist gerade in Pankow.

Anna-Maria Khenin kommt gleich. Danke.

Ich bin Sonja... Sonja Schadt.

Ich suche Julian Zimmermann und unsere Tochter Anna-Maria.

Kennen Sie Julian Zimmermann?

Kennen Sie ihn?

Ich k�nnte deine Mutter sein. Ich bin eine Kibbuznik.

Wir haben keine M�tter.

Anna... Mich interessiert die DDR.

Der Teil Deutschlands, der einen neuen, besseren Weg geht.

Du lebst.

Und dein Vater? Lebt er auch? Ja, es geht ihm gut.

Jahrelang habe ich auf ein Lebenszeichen gewartet.

Was ist denn passiert? Das m�ssten Sie am besten wissen.

Sie haben meinen Vater und mich abschieben lassen.

Nein... Sie haben mich nicht gewollt.

Das stimmt nicht. Dein Vater hat dich mitgenommen.

Ihr Deutschen seid alle unschuldig.

Anna... Anna?

Warum tr�gt sie einen anderen Familiennamen?

Frau Schadt, Julian Khenin ist in Israel ein angesehener Journalist.

Er ist verheiratet und hat den Namen seiner Frau angenommen.

Anna-Maria hat zwei j�ngere Schwestern.

Ihre Tochter will in der DDR bleiben und hier studieren.

Marxistisch-leninistische Philosophie

und sozialistisches Recht.

Sie braucht eine Erkl�rung von Ihnen,

dass Sie wirklich ihre Mutter sind.

Melancholische Melodie

(Anna-Maria) Kann ich dir was zeigen?

(Mann) Sicher.

Sie lebt mit diesem Nazi zusammen.

Meine Mutter war auch mit einem Nazi verheiratet.

Wir m�ssen uns nicht mit unseren M�ttern arrangieren.

F�r mich ist alles halb.

Mutter Nazi, Vater Jude.

Stiefmutter, Halbschwestern...

Ich will nicht mehr "halb" sein.

Wir haben jetzt unser eigenes Leben.

Das geh�rt dir.

Du hast es gerettet. Es ist ein Familieneigentum.

Wir haben fast ein ganzes Leben zusammen verbracht.

Ich verhandle mit Kempinski.

Sie wollen ein Adlon in Westberlin aufbauen.

Aber ich gebe den Namen nur her, wenn sie unser Haus wieder aufbauen.

Wenn du willst, kann ich dir dr�ben eine Arbeit besorgen.

Im Kempinski haben sie einen neuen Titel eingef�hrt: Manager.

Daf�r k�nntest du dich sicher qualifizieren.

Ich w�rde dir ein erstklassiges Zeugnis ausstellen.

Margarete.

Ich habe Hotte wiedergetroffen.

Er arbeitet jetzt im Finanzamt und hat eine Wohnung im Wedding.

Du willst zur�ck zu ihm?

Sonja, das ist doch kein Leben hier. F�r jedes bisschen anstehen.

Ich will Kaffee trinken und eine gute Zigarette rauchen.

Und ich will meine Freiheit.

Komm mit. Du kannst deine Tochter jederzeit sehen. Wenn sie es will.

Sie ist verletzt. Ich verstehe sie:

nirgends hinzugeh�ren, auf sich alleine gestellt zu sein.

Tantchen, ich bleibe.

(Radiosprecher) "...die gro�artige Lilian Harvey.

Aber vorher: liebe Gr��e von Ost nach West und von West nach Ost."

Lied: "Das gibt's nur einmal"

Das ist Lilian Harvey.

Die war mal bei mir im Studio.

Lied l�uft weiter.

Margaretchen.

Was kann mir und dem Adlon besseres passieren,

als wenn einer von uns dar�ber wacht?

Auch wenn es nur noch eine Ruine ist.

Ich bin froh, dass du hier bist.

Pass auf dich auf. Du auch auf dich.

(Lied im Radio) "Tage und N�chte warte ich darauf"

(Lied) "Ich gebe die Hoffnung niemals auf.

Irgendwo auf der Welt

gibt's ein kleines bisschen Gl�ck.

Und ich tr�um davon in jedem Augenblick.

Irgendwo auf der Welt

gibt's ein wenig Seligkeit..."

Anna-Maria.

Setz dich. Hast du Hunger? Unser Koch erf�llt dir fast jeden Wunsch.

Ich habe nicht viel Zeit.

Sie m�ssen erkl�ren, dass Sie meine leibliche Mutter sind.

Dann bekomme ich die Staatsb�rgerschaft.

Anna, ich habe dich nicht abgeschoben.

Ich habe an dem Tag alles getan, damit dein Vater �berlebt.

Er nahm dich mit, weil er mir nicht traute.

Du musst dich nicht rechtfertigen. Es ist die Wahrheit.

Ich muss ihn sprechen. Hast du eine Adresse oder Kontaktm�glichkeit?

Vater will aber nicht mit dir reden.

Er will mit diesem Land nichts mehr zu tun haben.

Er wollte nicht mal, dass ich herkomme.

F�r ihn ist Deutschland die Massenvernichtung von uns Juden.

Als ich in Tel Aviv am Hafen stand und die Schiffe gesehen habe ...

... die die �berlebenden aus Europa zu uns brachten,

die Lagernummer in die Arme t�towiert...

Da habe ich mich schuldig gef�hlt.

Weil ich eine Deutsche bin.

Und ich habe an dich gedacht.

Und ich habe mich gefragt:

"Was bist du f�r ein Mensch?"

Bitte unterschreib das.

Warum bist du in Deutschland geblieben?

Weil ich auf euch gewartet habe.

(Radiosprecher) "Mit 80 Bauarbeitern an der Stalinallee fing es an.

Heute, am 17. Juni 1953,

marschieren Tausende in Ostberlin und �berall in der Zone

und protestieren gegen Lohnsenkungen..."

Hallo. - Hallo.

"Die ganze werkt�tige Bev�lkerung der DDR ist aufgerufen..."

West-Hetze?

Die Arbeiter demonstrieren. Sie wollen anders leben.

Arbeiter? Das sind alles ehemalige Nazis.

Der Westen hat sie zur Konterrevolution aufgerufen.

Warum hast du f�r alles ein Schubfach?

Es dauert noch, bis du eine �berzeugte Genossin bist.

Ihr Juden habt nun mal keinen Klassenstandpunkt.

Was redest du da?

Ihr haltet euch f�r ein auserw�hltes Volk.

Ja, deshalb hat man uns ja auch millionenfach vergast.

So habe ich das doch nicht gemeint.

Dann �berleg dir, was du sagst, Genosse Anwalt.

Dein Juraabschluss gibt dir kein Recht, ein Besserwisser zu sein.

Ich habe eine Idee von meinem Leben, der ich treu bin.

Und ich bin mir treu.

Das hier ist Siegfried von Tennen.

Und wer ist Siegfried von Tennen?

Der Bruder des Lebensgef�hrten deiner Mutter.

Wir machen ihm wegen seiner Nazi-Vergangenheit den Prozess.

Guten Morgen, mein Liebes.

Wie sp�t ist es?

In deinem Hotel ist alles zum Besten bestellt.

Du kannst ruhig noch ein bisschen liegen bleiben.

Wo hast du das denn her? Ich trage es seit Jahren bei mir.

Da hinten sa�en unsere Eltern und haben Karten gespielt.

Ich erinnere mich genau.

Ich habe den Krieg und alles andere nur �berlebt, weil es dich gibt.

Er seufzt tief.

Es klopft. Herein.

Du hast Besuch. - Danke.

Johannes... Ist was mit Anna-Maria?

Ich bin offiziell hier. Ich arbeite f�r die Staatsanwaltschaft.

Bitte, kommen Sie rein.

Wir beginnen in wenigen Tagen den Prozess

gegen den SS-Hauptsturmf�hrer Siegfried von Tennen.

Siegfried von Tennen? Ja.

Er ist tot.

Er kam beim Brand hier im Hotel ums Leben.

Siegfried von Tennen sitzt in U-Haft.

Auf seinen Wunsch sind Sie als Entlastungszeugin vorgeladen.

Das kann nicht sein.

Dein Bruder soll leben.

Hast du das gewusst?

Ich, �hm ... habe ihn ein paar Mal im Gef�ngnis besucht, ja.

Warum hast du mir das nie erz�hlt?

Ich dachte, du f�hlst dich besser, wenn du denkst, dass er tot ist.

Ich bin nicht stolz auf meinen Bruder. Das wei�t du.

Das h�ttest du mir sagen m�ssen.

Sie atmet schwer.

Ich soll f�r ihn aussagen.

Das muss sie doch nicht tun.

Nein.

Spannungsgeladene Musik

(Mann) Bitte bleiben Sie kurz stehen.

Frau Schadt. Ist das Siegfried von Tennen?

Wie haben Sie es geschafft, aus dem brennenden Hotel rauszukommen?

Der Tunnel hinter dem Weinkeller.

Mein Vater wollte Sie retten.

Das hat er mit dem Leben bezahlt.

Nehmen Sie Platz. - Das tut mir wirklich leid.

Danke, dass Sie gekommen sind, Frau Schadt.

(Mann) Herr von Tennen gibt an,

die Hinrichtung Ihres Freundes Julian Zimmermann

verhindert zu haben.

Stimmt es, dass Julian Zimmermann

damals mit einem gef�lschten britischen Pass verhaftet wurde?

Ja.

Stimmt es, dass Siegfried von Tennen als Leiter der Gestapo-Abteilung

daf�r gesorgt hat, dass Zimmermann das Land verlassen konnte?

Und dass er dadurch sein Leben gerettet hat?

Sein Bruder Sebastian von Tennen hat ihn darum gebeten.

Er war damals mein Vorgesetzter beim Rundfunk.

Er hat seine Position genutzt, um Julian zu helfen.

Ich bin mir sicher: Ohne das Einschreiten seines Bruders

h�tte von Tennen Julian Zimmermann dem Richter vorf�hren lassen.

Was wahrscheinlich seine Hinrichtung bedeutet h�tte.

Ruhige Klaviertakte

Sind Sie sich da ganz sicher, Frau Schadt?

Ich hatte in der Tat kein pers�nliches Interesse daran,

dass Herr Zimmermann und das Kind abgeschoben werden.

Aber haben Sie mal dar�ber nachgedacht,

wer ein pers�nliches Interesse daran gehabt haben k�nnte?

Mein Bruder liebt Sie so sehr ...

... dass er kein Mittel scheute, um diese Beziehung m�glich zu machen.

Wieso sollte ich ausgerechnet Ihnen glauben?

Mein Bruder kam zu mir und bat mich darum,

dass ich Julian Zimmermann abschiebe.

Aber vor allem wollte er, dass ich ihm Ihr Kind mitgebe.

Ich sollte ausrichten lassen, dass Sie Ihre Tochter nicht wollen.

Dramatische Musik

Sebastian wollte sich ein Leben mit Ihnen aufbauen.

Ein Kind von einem j�dischen Mann

w�re seiner Karriere nicht zutr�glich gewesen.

Ich habe ihm den Gefallen getan.

Er hat bekommen, was er wollte.

Mein Bruder mit dem reinen Herzen.

Ruhige Klaviertakte

Leben Sie wohl, Frau Schadt.

(Mann) Vielen Dank, Frau Schadt.

Sentimentale Musik

Sonja?

Wie ist es gegangen?

Dramatische Streicherkl�nge

Dramatische Musik

...im Restaurant bis zehn Uhr. Telefon klingelt.

Hotel Adlon, Rezeption, wundersch�nen guten Tag.

Anna-Maria! Ja?

Julian?

Temporeiche Musik

Sonja.

Immer noch im Adlon?

Oder was davon �brig ist.

Das Phantom vom Adlon.

Verzeih mir, Sonja.

Ich h�tte dir vertrauen m�ssen.

Gef�hlvolle Musik

Ich konnte nicht fassen,

was mir Anna da erz�hlt hat, als sie mich anrief.

Und deine Kinder? Deine Frau?

Ich habe ihnen versprochen, dass ich zur�ckkomme.

Wie alt sind deine T�chter jetzt?

Rebecca ist acht, Judith wird bald elf.

Wird es wieder 17 Jahre dauern, bis wir uns wiedersehen?

Ich w�nschte, ich m�sste dich nicht mehr verlassen.

Nicht noch mal.

Schau hinein.

Erinnerst du dich noch?

Intschu tschuna. H�uptling der Apachen.

Bittet um diesen Kriegstanz.

Walzer l�uft leise im Hintergrund.

Dieses Leben...

Wer soll das verstehen?

(erz�hlt) Julian ist dann nach Israel zur�ckgekehrt.

Und um Berlin wurde eine Mauer gebaut.

Ich habe den Hotelbetrieb noch bis in die 70er-Jahre aufrechterhalten.

Dann haben die Beh�rden der DDR das Adlon geschlossen.

Ich zog nach Amerika in das Haus meiner Mutter,

das sie mir auf Long Island hinterlassen hatte.

Sp�ter kam auch mein Mann dazu.

Da ist er ja. Mit meiner Tochter und meiner Urenkelin.

Frau Dr. Zimmermann? Ihre Mutter erwartet Sie.

Mutter.

Mutter. Na?

Meine liebe Anna-Maria. Setz dich.

Hallo.

Es ist sch�n, dass die Familie vereint ist.

Ganz besonders an diesem Tag.

Vor 20 Jahren haben wir beschlossen ...

... dass wir bis zum Lebensende zusammenbleiben.

Ich danke dir f�r diese kostbaren Jahre,

die die gl�cklichsten meines Lebens wurden.

Aber begegnet sind wir uns schon viel, viel fr�her.

An diesem Brunnen.

Das war vor 78 Jahren.

Und ich war vom ersten Augenblick an in dich verliebt.

Und bin es immer noch.

Getragene Streicherkl�nge

Mein Gott, das ist Julian!

Uropa.

(erz�hlt) Einige Jahre nach dem Tod seiner Frau

hat Julian mich auf Long Island besucht.

Und ist geblieben.

Seit damals wohnen wir im Haus meiner Mutter direkt am Strand.

Anna-Maria und ihre Familie besuchen uns dort jedes Jahr.

Manchmal erscheint es mir wie ein Traum,

dass ich nun am Ende meines langen Lebens nicht mehr alleine bin.

Nicht immer steht es uns frei zu entscheiden,

wie und wo wir leben m�chten.

Egal, wohin es uns verschl�gt, unsere Heimat tragen wir in uns.

Wir schaffen sie neu, mit jeder Erinnerung, an jedem Ort.

Ich habe mein Leben an das Adlon gebunden.

Ich habe versucht, den Geist des Ortes zu h�ten.

Dieser Geist ist weder b�se noch gut.

Er ist nicht falsch und nicht richtig.

Er nimmt alles in sich auf, was vergeht und wieder auflebt.

Er ist das Leben selbst.

(Mann singt) "Wenn die Welt morgen untergeht

nach einem ewigen Plan,

bin ich trotzdem froh,

dass wir zusammen waren.

Mir kann nichts passieren, solange du bei mir bist..."

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