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(Sonja erz�hlt) Ich kam in einer kalten Fr�hlingsnacht zur Welt.
Meine Gro�mutter Ottilie wollte einen Skandal verhindern.
Gib mir mein Kind! Vom Kutscher!
Die Familie ist entlassen. Ich muss Sonja sehen.
Ich muss! Ich bin dein Vater, Sonja. Mach's gut ... mein Kind.
Wir schaffen das, Friedrich. Wir m�ssen mit Sonja fort. Bitte.
Das ist meine Tochter. Sie stillen sie alle zwei Stunden.
Wie hei�t denn das Kind? - Sonja Schadt.
Das war 1904.
In dem Jahr, als Lorenz Adlon mit dem Bau seines legend�ren Hotels
am Brandenburger Tor begann.
...auch das Nachbargrundst�ck. Ich plane dort noch 102 Zimmer.
Gro�vater Gustaf betrieb Handel in den deutschen Kolonien in Afrika
und beteiligte sich an dem Projekt seines Freundes.
Wo stehen wir, Vater? Kurz vor der Vollendung.
Dadurch war unser Schicksal mit dem der Adlons verbunden.
Ich werde es mit eiserner Hand vollenden.
Louis glaubt fest an das Hotel. Genau wie du.
Zum Teufel. Ich bin schon da!
Das ist der General unter den Hoteliers.
Ihr Haus hat meine Erwartungen �bertroffen, Adlon.
Ganz Berlin wird staunen.
Alma wurde mit dem Adligen Siegfried von Tennen verlobt.
Alma.
Dann lernte sie die amerikanische Fotografin Undine Adams kennen.
Freiheit, die geschenkt wird, ist nichts wert.
Du musst sie dir nehmen.
Du st�rzt mich nicht in den Skandal! - Das zwischen euch ist unnat�rlich.
Du hast mir mein Kind weggenommen, das ist unnat�rlich.
Ich gehe nach Amerika.
Ich war 15, als ich am Sterbebett meines Gro�vaters
von dem Familiengeheimnis erfuhr.
Verzeih mir.
Zu seiner Beerdigung kehrte Alma zur�ck.
Zw�lf Jahre hast du dir Zeit gelassen,
dein Schwesterchen wiederzusehen. Mutter!
Wer ist mein Vater?
Concierge. Friedrich?
Auch in der Familie Adlon sollten sich die Verh�ltnisse �ndern.
Ich glaube, den werde ich heiraten.
Louis Adlon ist schon verheiratet.
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Das Adlon. Eine Familiensaga Teil 2
Mit Gustafs Tod war f�r Gro�mutter eine Welt zusammengebrochen.
Ich sp�rte, dass wir uns verloren gingen.
Doch es gab nichts, was ich h�tte tun k�nnen.
(Ottilie) Gustaf!
Ottilie weint bitterlich.
(Ottilie) Gustaf!
(schluchzend) Gustaf...
Mutter, bitte weine doch nicht so.
(au�er sich) Gustaf!
Bitte beruhige dich. Wir sind bei dir.
Dramatische Musik
Stumme Szene
Gn�dige Frau, ich f�hre Sie in die heiligen Hallen des Hauses.
Mein Gott, wie viele Flaschen haben Sie hier eingelagert?
�ber eine halbe Millionen.
Von jedem guten Jahrgang lagere ich 100 Flaschen ein.
Bitte.
Derzeit schl�gt die Wertsteigerung eines guten Weines wohl jede Aktie.
Sie sind ein kluger Gesch�ftsmann.
Ich verbinde das Angenehme mit dem N�tzlichen. Danke.
Bitte.
Da sind wir uns nicht ganz un�hnlich.
Auf die Sch�nste der Frauen.
Sie sind wirklich ein gro�er Verf�hrer, Louis.
Ich bin ein gew�hnlicher Mann, der zu viel arbeitet.
Sprechen wir nicht �ber das Haus, das mein ganzes Leben beansprucht.
Was bringt Sie nach Deutschland?
Meine Familie lebt hier.
Aber im Grunde genommen ist es die Sehnsucht.
Nach der Heimat.
Die Pastete ist vorz�glich.
Ein Traum.
Louis, Sie werden aus diesem Hotel eine Legende machen.
Aus Ihrem Munde klingt alles so klar.
Was empfehlen Sie mir denn f�r die n�chsten Tage? Theater?
Ich h�rte, die �gyptische Sammlung soll einzigartig sein.
Vielleicht darf ich Sie in das Berliner Umland einladen.
Sie sollen ja ein hervorragender Reiter sein, sagt man.
So? Sagt man das?
Darf ich bitten?
Lassen Sie uns doch die Tage einmal ausreiten.
Meine Familie hat ein Anwesen in Neu Fahrland.
Ich w�nsche Ihnen noch einen sch�nen Abend.
Temporeiche Musik
Reisen, die Welt sehen.
Das war mir zuletzt viel zu selten verg�nnt.
Jetzt nach dem Krieg sind die Grenzen wieder ge�ffnet.
F�r Gesch�fte wird man einen Ort wie das Adlon suchen.
Louis, ich beneide Sie so um Ihre M�glichkeiten.
(lacht) Ich beneide Sie um Ihre Freiheit.
Auf die Freiheit!
Galla, erinnerst du dich noch?
Ich wei� es noch wie heute.
Mama hat mit den Eltern Karten gespielt. Wie hie�en die noch?
Siegfried und ... Sebastian.
Ja, Sebastian hie� er.
Was f�r ein sch�ner Tag das war.
Mama!
Mama, schau mal, da ist auch Vater.
Er sollte l�ngst zur�ck sein.
Von wo denn? Vom Tontaubenschie�en.
Beklemmende Musik
Da ist er nicht. Aber ich h�re doch die Sch�sse.
Soll ich dir etwas auf dem Klavier vorspielen?
Das hast du schon lange nicht mehr gemacht.
Sonjakind.
Spiel das St�ck, das auch Papa so gern hat.
Beklemmende Musik h�lt an.
Leise Klaviermusik
Klaviermusik wird lauter.
Wir k�nnten Berlin verlassen, uns an der Riviera niederlassen.
Oder unser eigenes Haus in Kalifornien er�ffnen.
Ich wei� nicht.
Dr�ben fehlt es mir irgendwie an Lebensart.
Und Seelentiefe.
Ich tr�ume auch nur ein bisschen. Hm.
Der ist bestimmt nur f�r dich gekommen.
My Foxy.
Klaviermusik setzt sich fort.
Klaviermusik wird d�ster.
Klaviermusik vermischt sich mit unheilvollen Kl�ngen.
Wo ist die Herrin?
Klaviermusik verstummt.
Mama?
Dramatische Musik
D�sterer Klaviertakt
Mama!
Wehm�tige Musik
Ihr Herr Vater hat mir beim Bau dieses Hauses viel vorgestreckt.
Bez�glich der R�ckzahlung gen�gte ihm mein Ehrenwort.
Hier ist nun die Abrechung mit Zins und Zinseszins.
Sie k�nnen stets �ber einen Teil des Geldes verf�gen.
Allerdings sorgt mich der Verfall der Mark.
Ich denke, dass Ihr Geld in meinen Immobilien sicher angelegt ist.
Wir k�nnten �ber eine regelm��ige Apanage nachdenken.
Es gibt auch die M�glichkeit, im Adlon ein Appartement zu beziehen.
Wir haben G�ste, die das Hotelleben einem eigenen Haushalt vorziehen.
Mein Vater hat verf�gt, dass Sie Sonjas Vormund sind
bis zu ihrer Vollj�hrigkeit.
Ich hoffe auf Ihr Verst�ndnis, dass ich unser Elternhaus verkaufe
und Sonja mit mir nach Amerika nehme.
Es liegt mir fern, Ihnen Reglementierungen aufzuerlegen.
Danke sch�n.
Frau Schadt.
Sonja.
Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
(Ober) Der Champagner, die Damen.
Danke sch�n. Nicht f�r mich.
Ich m�chte mit dir �ber deinen Vater sprechen.
Du sollst die ganze Wahrheit erfahren.
Ich kenne sie.
Er steht in der Halle und kassiert Trinkgelder.
Ich brauche keine Eltern mehr.
Ich kann auf eigenen F��en stehen,
denn mein Vater hat mich gut abgesichert.
Dein Gro�vater sorgte daf�r, dass wir nie zusammenleben konnten.
(auf Englisch) Hier seid ihr, ihr b�sen M�dchen.
Ich wundere mich, wo Hedda bleibt.
Ich hoffe, dass nicht zutrifft, was ich bef�rchte.
Aber egal. Unser Schiff geht Samstag.
Das gibt dir drei Tage.
Ich habe einen guten Freund auf der Brooklyn Music Academy.
Du wirst studieren k�nnen, Gesang oder Piano. Du kannst w�hlen.
Ich bleibe.
Du bist minderj�hrig, Sonja. Du wirst mit mir reisen m�ssen.
Ich werde Herrn Adlons Angebot annehmen und ins Hotel ziehen.
Du bist in allen Urkunden als meine Schwester ausgewiesen.
Und mit meiner Schwester muss ich nirgendwo hinreisen.
Streicherkl�nge im Hintergrund
Glocke l�utet.
Sie erschrickt. Entschuldigung.
Sanfte Klaviermusik setzt ein.
Klaviermusik setzt sich fort.
Dann muss ich heute alles verkehrt herum spielen.
Musik spielt weiter.
Sie k�nnen ja Noten lesen. K�nnen Sie etwa auch Klavier spielen?
Das geht Sie gar nichts an.
Musik ebbt langsam ab.
Es klopft.
Herein.
Herr Adlon, bitte helfen Sie mir.
Ich kann nicht mit Alma nach Amerika.
Berlin ist meine Heimat. Ich m�chte hierbleiben.
Ich habe kein Zuhause mehr.
Wenn ich von hier wegmuss, dann bin ich ein Niemand.
Sie k�nnen mich nicht mit Alma und dieser Undine wegschicken.
Stumme Szene
Mein Vater h�tte auch nicht gewollt,
dass ich nach Amerika gehe.
Er atmet tief durch.
Ich werde mit Ihrer Schwester
�ber ein m�gliches Arrangement sprechen.
Sie sind der Beste.
Galla muss bei mir bleiben. Bitte sagen Sie ihr das.
Klaviermusik im Hintergrund
Musik wird lauter und deutlicher.
Sie h�rt auf zu spielen.
Sie spielt weiter. Sonja.
Sonja!
(emp�rt) Bist du verr�ckt geworden?
Du kennst Friedrich Loewe ...
... deinen Vater.
Deine Mutter und ich h�tten es uns anders gew�nscht,
als dass wir jetzt der erwachsenen Tochter die Wahrheit sagen m�ssen.
Dieses ganze verlogene Getue widert mich an.
Gro�mutter hatte recht. Du taugst einfach nichts.
Entschul...
Ich schaffe das allein. Das habe ich immer!
Ich war immer stolz,
als ich dich hier mit deinem Gro�vater sah.
Sie klappt laut das Klavier auf und spielt weiter.
Sie spielt energisch und schnell.
Sie spielt leiser und ruhiger.
T�r quietscht.
Hundegebell in der Ferne.
Uhuruf
Was liest du da?
Erneutes Hundegebell
H�tte ich damals fr�her zugegeben, dass ich schwanger bin,
dann w�rst du jetzt nicht auf der Welt.
Wie meinst du das?
Mutter h�tte mich gezwungen, abzutreiben.
Sie seufzt tief.
Ich merkte doch, dass mit mir etwas nicht stimmt.
Dass ich niemals Ottilies Kind sein kann.
Ich habe mir alle m�glichen Geschichten �berlegt.
Dass man mich als Findelkind vor ihrer T�r abgelegt hat.
Dass Va... Dass Gro�vater mich wie Galla gekauft hat.
Du hast keine Ahnung, wie ich mich f�hlte.
Du warst genauso traurig wie ich.
Sanfte Klaviertakte
Wenn ich k�nnte, w�rde ich dich einpacken und mitnehmen.
Du wei�t, dass ich auf dich warte.
Gef�hlvolle Musik
(erz�hlt) Es war kein trauriger Abschied,
denn wir hatten Frieden geschlossen.
Zwei Wochen sp�ter reiste meine Mutter
mit Undine zur�ck in die Staaten
und ich bezog mein eigenes Appartement im Hotel Adlon.
Hier, das ist f�r euch.
(beide) Danke sch�n.
Oh, Galla! Sie lachen.
Ich freue mich so, dass du hier bei mir bist.
Galla, wei�t du noch, wie Gro�vater dich aus den Kolonien holte?
Nat�rlich wei� ich das noch.
Erz�hlst du's mir?
Meine Familie geh�rte dem Stamm der Damaras an.
Wir waren sehr arm.
Unsere Nachbarn, die Namas,
haben uns wie Sklaven gehalten.
Schon als Kind musste ich f�r sie auf dem Feld arbeiten.
Ich war 13, als meine Eltern kurz hintereinander starben.
Nachdenkliche Klaviermusik
An Hunger.
Kurz darauf tauschten mich die Namas gegen eine Jagdflinte ein.
Musik l�uft weiter.
Sie geh�rte deinem Gro�vater.
Ich bin froh, dass du in unsere Familie gekommen bist.
Wir hatten viele sch�ne Tage zusammen.
Verspielte Musik
Stumme Szenen
Stumme Szene
(kaum verst�ndlich) Du Bastard, du elender. Kommt.
Musik l�uft weiter.
(Lorenz) Du wirst das Verh�ltnis zu dieser Dame sofort l�sen.
Ein Adlon verl�sst seine Familie nicht.
Hedda ist die Erste, die mich versteht.
Du redest wie ein Penn�ler.
Diese Frau will nicht dich, die will das Hotel!
Entscheidest du dich f�r sie, enterbe ich dich.
(stutzig) Enterben willst du mich?
20 Millionen Reichsmark Schulden, Vater. Das ist mein Erbe!
W�re der Krieg nicht gewesen,
h�tten wir das Gros der Kredite l�ngst getilgt.
Wir haben den Krieg �berlebt. Das allein ist entscheidend.
Der Kaiser hinderte die Gl�ubiger daran,
ihre Forderungen einzuklagen.
(erz�rnt) Aber jetzt ist der Kaiser im Exil.
Er kann nichts mehr tun.
Der Kaiser kommt zur�ck. (laut) Das wird er nicht, Vater!
Wir werden unser Haus durch eine ungewisse Zukunft f�hren m�ssen.
Irgendwann werde ich damit allein sein.
Wenn Hedda das Hotel will,
dann nur deswegen, weil sie es liebt.
Darin ist sie dir sehr �hnlich.
Schwerm�tige Musik setzt ein.
Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Lass mich bitte bald wissen, wie du dich entscheiden wirst.
Musik l�uft weiter.
Musik und Stimmengewirr
(Margarete) Hotel Adlon. Ich verbinde.
Ein Telegramm f�r Sonja Schadt?
Fr�ulein Schadt.
Hier ist ein Morsetelegramm f�r Sie gekommen.
(Telefonistin) Hotel Adlon. Welche Nummer?
"Habe Klavierlehrer f�r dich.
Bitte komm bald nach. Ich vermisse dich. Deine Mutter."
(Telefonistin) Welche Zimmernummer? Einen Moment, bitte.
Was kucken Sie denn so?
Am Tag Ihrer Geburt wurde meine Familie auf die Stra�e gesetzt.
Mein Vater fand nie wieder eine Arbeit.
Ich bin deine Tante Margarete.
Du bist Friedrichs Schwester?
Von deinem Vater.
Willst du dein Tantchen nicht auf euren Ball einladen?
Aber klar doch.
Meine Schicht ist um. Aber nur mit Kost�m.
Ich habe schon alles vorbereitet.
(Margarete) Das Personal darf keinen privaten Kontakt
zu den G�sten aufnehmen.
(halblaut) Keine Sorge. Ich verrate dich schon nicht.
Mit einem kleinen Pierrot an meiner Seite sch�pft niemand Verdacht.
Du kannst mir noch beim Schminken helfen.
Walzermusik
Sie staunt.
Musik spielt weiter.
Meine angebetete Kleopatra.
(Hedda) Sie verwechseln mich.
Sie tanzen gerade mit der K�nigin von Saba.
Kennst du den Pianisten?
Was willst du denn von dem? Der hat doch nichts.
Margarete lacht laut.
(Mann) Darf ich bitten?
Musik wird lauter.
Intschu tschuna, H�uptling der Apachen,
bittet um diesen Kriegstanz.
Sie lachen verlegen.
Musik spielt weiter.
Das Fr�ulein, das Noten lesen kann. Was machen Sie noch hier?
Ich wohne hier.
So ein kleines M�dchen wohnt im teuersten Hotel der Welt?
Mir geh�rt ein Teil dieses Hotels,
des teuersten ... Hotels.
(Hedda) Am�sierst du dich? Mhm.
Ihre Mutter? Nein. Meine Mutter existiert nicht.
Mein Vater ist auch geheim.
Eigentlich d�rfte ich gar nicht hier sein.
Ich bei ein Phantom.
Das sch�ne Phantom vom Adlon.
Musik wird lauter.
Bis bald, mein sch�nes Phantom.
Musik spielt im Hintergrund weiter.
Schwungvolle Musik setzt ein.
Ausgelassener Jubel
Ja!
Komm!
Sie lachen.
Luftballons zerplatzen.
Ausgelassener Jubel
Musik spielt weiter.
Allez!
Musik hallt nach.
Was sagte der Kaiser, Friedrich, als wir er�ffnet haben?
"Sie sind ein Meister Ihres Fachs."
Das hat er gesagt. Und was hat er noch gesagt?
"Das Adlon ist ein Haus,
in dem das 20. Jahrhundert seinen Ausdruck findet."
Genauso.
Und wir werden Seine Majest�t nicht entt�uschen, nicht wahr?
Selbstverst�ndlich nicht.
Das Adlon hat seinen Glanz,
weil Menschen wie Sie es zum Strahlen bringen.
Vielen Dank, Patron.
Ausgelassener Jubel im Hintergrund
(Mann) Nobelpreis f�r Albert Einstein!
Guten Abend. - Danke sch�n.
(Mann) Olga Tschechowa spielt in Murnaus neuem Gruseldrama!
Villenbesitzer in Grunewald
zittern vor Handgranatenbande des Rotarmisten Max Hoelz!
Patron.
Sch�nen Abend, Patron.
Laute Tanzmusik
Jubelschreie und Knallen
Kreischen
Hundegebell
(in der Ferne) Nobelpreis f�r Albert Einstein!
Auto hupt. Stra�enger�usche
Hochzeit des bayerischen Kronprinzen
mit Prinzessin Antonia von Luxemburg!
Zeitungsjunge ruft weitere Schlagzeilen.
Motorenger�usch n�hert sich.
Er schreit laut auf.
Dramatische Musik setzt ein.
(Mann in der Ferne) Vorne am Brandenburger Tor!
Der Patron ist �berfahren worden!
Dramatische Musik l�uft weiter.
Musik wird leiser.
Getragene Musik
T�r wird ge�ffnet.
Getragene Musik setzt sich fort.
Er atmet angestrengt.
Ich schaffe das nicht allein, Vater.
Musik setzt sich fort.
Und die H�nde.
Dynamische Musik
Lautes Klatschen An die Arbeit.
Patroness.
(erz�hlt) Eine neue Zeit brach an.
Eine unruhige und doch vielversprechende Zeit.
Nicht nur f�r die Adlons.
Laute Sprechch�re von drau�en
(im Chor) Arbeiter wehrt euch, Einigkeit macht stark.
Rauschen und verzerrte Stimmen
(erz�hlt) Zum 18. Geburtstag schenkte mir mein Vater ein Ger�t,
das mein Leben ver�ndern sollte.
Es m�sste funktionieren.
Wir m�ssen die Radiowellen einfangen.
Ach so.
Rauschen setzt sich fort.
Jetzt. Verzerrte Stimmen
Nein.
Sie schrickt auf.
Mehr nach oben. Verzerrte Stimmen
H�her. Jetzt wird es wieder schlechter.
Ja, w�rmer.
Ja.
Ja, besser.
W�rmer, w�rmer.
Schriller Ton Stopp, so bleiben, nicht bewegen.
Opernmusik ert�nt aus dem Radio.
Jetzt ganz vorsichtig. Eine Frau singt eine Arie.
B�cher, nimm B�cher. So eins?
Warte.
Die Arie ert�nt klar und deutlich.
H�rt ihr das?
(fl�sternd) Musik wird �bers ganze Land ergossen.
Arie erklingt weiter.
Es kann einem Opernhaus nicht so recht Konkurrenz machen.
Das ist das sch�nste Geschenk, was du mir h�ttest machen k�nnen.
Arie erklingt weiter.
Ich muss wieder... Pscht.
Du wei�t ja, wo du mich findest. Ja, ja.
Arie setzt sich fort.
Laute Sprechch�re Galla, mach mal das Fenster zu.
(erz�hlt) Ich hatte einen Radioapparat,
ein Appartement im besten Hotel der Welt
und meinen Vater immer in der N�he.
Ich f�hlte mich gl�cklich und zufrieden.
Mir blieb nicht verborgen, was sich vorm Adlon abspielte.
Den Berlinern ging es immer schlechter.
Arbeitslosigkeit, Armut und steigende Inflation
machten den Menschen das Leben schwer.
Es wurde immer lauter in den Stra�en.
Fr�hliche Klaviermusik
Das geht auf mich.
Vielen Dank, ich zahle selbst.
Wie viel bekommen Sie? - 18.000 Mark.
Oh, dann lassen Sie mich bitte gleich zahlen.
Wer wei�, was der Kaffee nach einer Stunde kostet?
Der Rest ist f�r Sie. - Danke sch�n.
Du h�ttest dich ruhig einladen lassen k�nnen.
Sprechch�re klingen her�ber.
Du verprasst hier dein Erbe und ahnst nicht, was drau�en los ist.
Du meinst, ich soll mich auf der Stra�e durchschlagen?
Wenn ich es mir recht �berlege, h�tte ich dich gern zum Freund.
Ach ja, wieso denn? Weil du so reich bist.
Ich m�chte auch mal leben wie die Made im Speck.
Du musst dich aber deswegen nicht sch�men.
Oder?
Mein Gro�vater hat das Haus finanziert,
damit ich mal eine Bleibe habe.
So reich bin ich nicht.
Was du erbst von den V�tern, erwirb, um es zu besitzen.
Was man nicht n�tzt, ist eine schwere Last.
(beide) "Faust", erster Teil.
Hallo, Liebling.
Tamara.
Man sagte mir, dass du hier bist. - Sonja Schadt.
Ach Sie sind das verlassene M�dchen im Adlon.
Tamara Lieberkoff, meine Verlobte.
Einen sch�nen Abend w�nsche ich, mein Kind.
(Tamara) Deinen Sch�tzling hast du mir verheimlicht.
(Julian) Sind die Kohlen da?
(Tamara) Es ist sch�n warm zu Hause, und ich habe Pelmeni gemacht.
Klavierdeckel schl�gt laut zu.
(liest) "Du bist noch so jung.
Du wirst vielleicht was aus deinem Leben machen.
Ich werde dann stolz sein."
Redet ganz sch�n geschwollen daher, dein Julian.
M�nner musst du um den Finger wickeln.
Mein russischer Prinz ist auch schon handzahm.
Die Pumps hat er mir gekauft, haben zwei Millionen gekostet.
Iwanowitsch ist ein Fu�feschitist. Ein was?
'n Fu�feschitist. Fetischist.
Er ist ganz verr�ckt nach meinen Beinen.
Es klopft.
Hier soll es ein kleines M�dchen mit gro�em Kummer geben.
Dein Tantchen geht mal wieder arbeiten.
Sonja.
Wenn er um dich anhalten w�rde,
m�sstest du das gegen eine Mietskaserne tauschen.
Das willst du doch nicht.
Soll die andere ungl�cklich sein.
Der Orchesterleiter soll einen neuen Pianisten suchen.
Julian hat schon gek�ndigt.
Ein selten kluger junger Mann.
Er arbeitet jetzt als Reporter.
Na siehst du.
Wir m�ssen uns kein schlechtes Gewissen machen.
Der Rundfunkbeauftragte? Ganz richtig.
Ich gehe einfach hin. Du wartest hier in der Halle.
Das ist zu f�rmlich. Wie sehe ich aus?
Sehr h�bsch, wie immer. Na dann.
Das geh�rt sich nicht. Du wartest dort vorne.
Stumme Szene
Herr Obermeier, bitte nehmen Sie doch Platz.
Womit kann ich Ihnen behilflich sein?
Ich habe geh�rt, dass Sie einen neuen Radiosender er�ffnen.
Sie sind informiert. Ich h�re die Musiksendungen.
Radio sollte sich nicht aufs Wochenende beschr�nken.
Ich m�chte mitarbeiten, etwas ganz Neues schaffen.
Musik, die sich �ber das Land ergie�t.
�ber den Weg im �ther.
Information f�r jedermann, jederzeit zug�nglich.
Sie sind ja ein Vision�r, Fr�ulein Schadt.
Ich bin gut im Schreiben.
Ich habe Gespr�che mit einem Reporter gef�hrt.
Kann man da mal was lesen? Das meiste ist in der Diskussion.
Aber darf ich Ihnen eine Probe auf dem Fl�gel...
Wenn Sie so gut spielen wie Sie reden, merke ich mir Ihren Namen.
Ich mache das, was n�tig ist.
Er r�uspert sich.
Stumme Szene
Stumme Szene
Gel�chter und Stimmengewirr
Wenn Sie unbedingt arbeiten m�chten,
dann finde ich hier im Haus etwas f�r Sie.
Er will es mit mir probieren.
Sie jauchzt auf und lacht.
Er ist mein Vater.
Friedrich, das m�ssen Sie mir erkl�ren.
Da sollten Sie sich viel Zeit nehmen, Patron.
Er lacht kurz auf.
(erz�hlt) Und so trat ich meine erste Arbeit an,
in einem improvisierten Studio am Potsdamer Platz.
Klaviermusik Arme aufw�rts heben.
Und senken und heben.
(erz�hlt) Ich wei�, wie viel Herr Adlon f�r die Lizenz bezahlte,
um das Programm zu h�ren.
780 Milliarden Mark Papiergeld.
Strecken, beugen.
Auf dem H�hepunkt der Inflation gab es in Berlin
eine Viertelmillion Arbeitslose.
Der Tageslohn derer, die Arbeit hatten,
reichte heute noch f�r eine Schrippe mit Bulette,
morgen nur noch f�r die Schrippe.
Das Geld wurde zu einer Lawine von wertlosem Papier.
Dauernd mussten alte Scheine vernichtet
und neue gedruckt werden.
(Hedda) Danke. - Danke sch�n.
(Hedda) Danke, Erika. - Ich danke.
(Hedda) Danke.
Und Friedrich, 56.
Daf�r h�tten Sie fr�her ein Schloss bekommen.
Bei der Inflation werden wir die L�hne t�glich auszahlen m�ssen.
Vielen Dank. Patroness. Patron.
Aus Kalifornien. Brauchen deine Racker wieder Geld?
Sie f�hlen sich dort sehr wohl.
Du solltest sie nicht zu sehr verw�hnen.
Das ist das Einzige, was ich f�r sie tun kann.
Und dich verw�hne ich ja auch.
Obwohl ich die Schulden nicht begleichen kann.
Wie viele Flaschen hast du inzwischen im Keller eingelagert?
Mit den erstklassigen Spirituosen zusammen, fast eine Million.
Warum fragst du?
Dein alter Spleen k�nnte uns jetzt retten.
Die Weinpreise steigen t�glich.
In Amerika herrscht Alkoholverbot.
Ja. Ich habe das mal durchgerechnet.
Wir k�nnten durch den Weinhandel unsere Hypothekenzinsen begleichen.
Die Geldentwertung entwertet auch die Hypothekenpapiere.
Wir d�rften bald Gewinn erwirtschaften.
Was meinst du, Foxy?
Was habe ich f�r eine schlaue Frau.
(Obermeier, heiser) Sonja.
Sie m�ssen mich heute retten.
Sie m�ssen sprechen.
Das kann ich nicht. Los, los.
Sie schaffen das, los.
Stumme Szene
Stumme Szene
Guten Morgen, liebe Zuh�rer.
Heute turnen Sie...
Heute turnen Sie mit Sonja Schadt.
Wir beginnen wie immer mit den Atem�bungen.
Klavierspiel setzt ein.
Einatmen ... ausatmen.
Einatmen ... ausatmen.
Stumme Szene
Und jetzt die H�fte.
Linke H�fte ... rechte H�fte.
Linke H�fte ... rechte H�fte.
Und kreisen ... kreisen ... kreisen.
(aus dem Radio) "...Arme nach oben.
Wir beugen uns zur Seite.
Erst nach links, und dann nach rechts.
Nach links und nach rechts.
Jetzt strecken wir die Arme nach vorne
und gehen in die Knie.
Wieder hoch, und noch mal in die Knie.
Dann kreisen wir die H�fte.
Und kreisen..." Da staunst du, was?
Deine Sonja h�ren sie jetzt im ganzen Land.
"Dann nach vorne beugen
und strecken und beugen.
Und Arme straff, und drehen nach links und nach rechts.
Nach links und nach rechts..."
Hast du sie noch mal gesehen? - Nein.
Jetzt kannst du sie wenigstens h�ren.
Wer hat gesagt, dass man nur mit einer gl�cklich sein darf?
Herr Monogamie. "...kreisen und kreisen."
Ein Langweiler, der Herr. "...und kreisen.
Und das Ganze wieder von vorne.
Arme aufw�rts strecken
und nach vorne beugen.
Und eins,
und zwei,
und drei,
und vier.
Und Arme ausw�rts spreizen.
Und drehen und spreizen.
Und drehen und spreizen."
An die Arbeit, Herrschaften. Das Adlon ist keine Turnhalle.
"...und kreisen und kreisen und kreisen und kreisen.
Und wie immer das Atmen nicht vergessen."
Bravo.
Tanztee? Bei uns im Adlon?
Du willst Eint�nzer engagieren? Wir haben einen Ruf zu verteidigen.
Foxy, das Adlon ist doch kein Kriegsschauplatz.
Unsere G�ste sch�tzen unsere konservative Tradition.
Mein Vater w�rde sich im Grabe umdrehen.
Woher nimmst du die Eint�nzer? Es gibt genug Kriegsveteranen.
Die w�rden f�r eine Mahlzeit ihr Tanzbein schwingen.
Die Bewerber m�ssen einen Offiziersrang haben.
Und Frauen sollen dann aus deinen Gigolos ausw�hlen d�rfen, ja?
Frauen haben schon sieben Jahre das Wahlrecht in der Politik.
Warum nicht auch bei der Wahl ihrer Tanzpartner?
Liebling, bleib bitte bei der Sache, ja?
Das tue ich gerade.
Dir m�sste es doch gefallen, Don Giovanni.
Ein t�glich ausgebuchter Tanztee mit einem Heer alleinstehender Damen.
Und bezahlter Gigolos.
Ah, ich verstehe. Mein Gigolo duldet keine Konkurrenz im Haus.
Na ja.
Wir werden keine Gigolos zum Tanztee engagieren.
Das ist mein letztes Wort.
Tanzmusik der 20er-Jahre
Tag.
Guten Tag.
Meine handverlesene Armee erhitzt die Gem�ter besser als jeder Tee.
Dahin die sch�nen Zeiten, als wir noch um F�hrung geben wurden.
Richtige M�nner werden nie die F�hrung verlieren, Foxy.
Pfeifen Sie Ihre Hand zur�ck, mein Herr.
In einer Stunde in meinem B�ro.
Ich werde p�nktlich sein. Hallo.
Wiederholtes H�mmern
Sonja, ich brauche bis morgen ein Konzept.
Damit man im Ministerium unser Wochenprogramm sehen kann.
Immer zu Diensten, Herr Obermeier.
Es ist Post f�r Sie gekommen. Liegt auf dem Schreibtisch.
Gute Nacht.
Sentimentale Musik
Sie zerrei�t den Brief.
Donnergrollen
(Mann) Fr�ulein Schadt.
Von Tennen.
Sebastian.
Wir kennen uns.
Ihre Schwester Alma und mein Bruder Siegfried waren verlobt.
Ach, Sebastian.
Sch�n, Sie wiederzusehen.
Na, kommen Sie. Kommen Sie schon.
Danke sch�n. Wie erging es Ihrer Familie?
Wir haben unser Gut in Westpreu�en nach dem Krieg verloren.
Meine Eltern leben jetzt in Wilmersdorf, recht bescheiden.
Wie geht es Ihrem Bruder Siegfried? Ich habe ihn lange nicht gesehen.
Aber er ist politisch sehr aktiv.
Ich habe genug von Politik.
Ich bin nach dem Abitur an die Front.
So viele meiner Kameraden sind nicht zur�ckgekommen.
Er seufzt.
W�rden Sie bei Herrn Adlon ein gutes Wort f�r mich einlegen?
Ich br�uchte Arbeit. Was haben Sie sich vorgestellt?
Ich bin ein recht passabler T�nzer.
Welche Konfektionsgr��e tragen Sie?
W�rden Sie denn mit mir auf eine Hochzeit gehen?
Warum nicht?
Danke sch�n. - Schalom. Willkommen. Einen Moment.
Schalom.
Bitte. - Danke.
Klarinettenspiel
Klarinettenspiel setzt sich fort.
Rabbi spricht Hochzeitsformel in hebr�ischer Sprache.
Julian spricht dem Rabbi nach.
Glas scheppert.
Freudiger Jubel
Fr�hliche Musik
Seien Sie nicht so steif. Wir wollen uns am�sieren.
Ja.
Herzlichen Gl�ckwunsch, ein langes Leben und viele Kinder.
Sch�n, dass Sie unser Gast sind.
Wer ist dein Begleiter?
Von Tennen, ein Freund der Familie. Mein Freund.
Herr von Tannen. - Von Tennen.
Westpreu�ischer Adel. Das ist Billy, mein Kollege.
Wir teilen uns ein B�ro. Von Tennen, westpreu�ischer Adel.
Billy Wilder. - Von Tennen.
(Billy) Von mir aus. - Sonja Schadt.
Das Phantom vom Adlon.
Julian hat mir viel von Ihnen erz�hlt.
Vielen Dank auch. Wof�r?
Wegen Ihrer Sendung habe ich Pfunde verloren: links die H�fte...
Aber die lege ich mir heute wieder zu.
Auf dass wir alle gl�cklich werden.
(alle) Masseltoff!
Beschwingte Musik
(alle) Ho!
(alle) Ho!
Sie haben ja ein Rhythmusgef�hl!
Mit etwas Gl�ck werde ich Eint�nzer. - Ach nee.
Im Adlon. - Die sind doch voll besetzt.
Ich habe ein Vorstellungsgespr�ch.
Dass Sie dann nicht �ber Ihr Monokel stolpern.
Beschwingte Musik
Jede Dame ist ein kleines Universum.
Die einen m�chten nur tanzen und sich f�hren lassen.
Einige wollen selbst f�hren.
Die anderen w�nschen sich neben dem Tanz eine Unterhaltung.
Sie beherrschen das Feld der Konversation?
Aber nat�rlich.
Ihre Aufgabe ist es, sich in die Dame einzuf�hlen.
Bew�hren Sie sich.
Die weibliche Psyche ist das Interessanteste, was Gott je schuf.
Hatte der Teufel seine Finger nicht auch ein bisschen mit im Spiel?
"Billy Wilder". - Ja.
Habe ich Ihren Namen nicht schon in der Zeitung gelesen?
Als Autor despektierlicher Artikel? - Bin ich doch so bekannt?
Was sind Ihre Ambitionen?
Bestimmt nicht, ein Kokott zu sein. - Das ist hier auch nicht gefragt.
Dann lassen Sie mich tanzen, und ich habe Geld f�r Miete und Essen.
Sie sind also Reporter? - Ja.
Glauben Sie wirklich, dass wir zusammenpassen?
Empfehle mich, gn�dige Frau.
Ich war neugierig auf das Adlon. Meine Neugierde kam nicht zu kurz.
Wiedersehen.
Diskretion ist das A und O.
Da werden wir uns ja nicht die Journaille ins Haus holen.
Tangomusik
Stumme Szene
Dein Sch�tzling macht eine ganz passable Figur.
Aber Augen hat er nur f�r dich. Es ist nicht so, wie du denkst.
Aha. Da sehe ich aber etwas ganz anderes.
(Radio) "Unsere Rundfunkstation plant eine Weltpremiere.
Erstmalig werden wir ein Fu�ball- L�nderspiel live �bertragen.
Am 18. April aus D�sseldorf.
Zwischen der Deutschen Elf und den Niederlanden.
Noch eine Premiere..."
Heute wurde die Fluggesellschaft Lufthansa AG in Betrieb genommen.
"Sie entstand durch Fusion der deutschen Aero-Lloyd..."
Sprechch�re von drau�en:
Wir schei�en auf die Freiheit der Judenrepublik!
Blut muss flie�en kn�ppelhageldick!
Wir schei�en auf die Freiheit der Judenrepublik!
(einzelner Mann) Jude, verrecke!
(Menge) Jude, verrecke! Jude, verrecke!
(Radio) "...als Firmenzeichen das blau-gelbe Kranich-Emblem.
Ab Mai sollen auch Nachtfl�ge unternommen werden,
um damit einen Nachtpost- und Nachtfrachtverkehr aufzunehmen."
Zum Schluss eine Meldung f�r unsere Jazz-begeisterten H�rer:
Die "schwarze Venus" Josephine Baker gastiert im Nelson-Theater.
"Ganz Berlin ist mit dem Charleston-Fieber infiziert.
Und wo wird die legend�re T�nzerin wohnen?
Nat�rlich im Hotel Adlon."
Am Pariser Platz.
Rhythmisches Trommeln
Schwungvolle Charleston-Musik
Jubel aus der Menge
(alle rufen) Josephine!
Aufgeregtes Stimmengewirr
Sonja. Sebastian.
Ich habe zwei Karten f�rs Nelson-Theater.
Galla, du musst mitkommen. Ich lasse noch eine Karte besorgen.
Danke, ich komme gerne mit.
Hallo, Sonja. Julian.
Ich habe zwei Karten f�r die Baker und Tamara dreht in Paris.
Willst du vielleicht mitgehen?
Wunderbar! Da ist deine Karte. Wir gehen zu viert.
Musik l�uft weiter.
Beifall und Trommelwirbel
Illustre Charleston-Musik
(Sebastian) Bravo!
(Rufe) Bravo!
Rhythmische Kl�nge
Begeisterter Jubel
Sie ist doch toll. Ja?
Hast du sie auch schon mal gesehen?
Trommelwirbel
Tosender Beifall
Musik spielt weiter.
Bravo! Bravo!
Angeregtes Gemurmel
(Mann) Eine Schande!
Raus aus Deutschland!
Negerj�din!
Pfoten weg von deutschen M�nnern! Das ist Rassenschande.
Br�derchen! - Siegfried.
Mit Negern treibst du dich rum. - Du kennst doch Sonja Schadt.
Die kleine Schwester ist erwachsen geworden.
(Julian) Lass uns gehen.
(Mann) Sch�mt euch! - (Mann) Verschwindet!
Wackel mal mit deinem Affen-Hintern!
Ich sehe nur einen Affen-Hintern! Auf deinem Hals!
Da kommt nur Schei�e raus! - (Sebastian) H�r auf!
Unheilvolle Kl�nge
(SA-Mann) Rassensch�nder!
(Sebastian) Jetzt komm, Julian!
(Mann) Hey, du Arsch.
Geht weiter!
Kampflaute
Geh weiter! Schmerzenslaut
Aufh�ren!
Lasst mich los!
Aufh�ren!
Julian, oh Gott!
Schei�e, Mensch.
(Sebastian) H�ttest du nicht fr�her eingreifen k�nnen?
Wer nicht f�r uns ist, ist gegen uns.
Dar�ber solltest du nachdenken.
Wir gewinnen den Kampf. - Rump�beln nennst du k�mpfen?
Es wird Zeit, dass du ein paar politische Grunds�tze lernst.
Schuss f�llt.
Galla?
Galla?
Galla! Nein!
Nein.
Sonja atmet panisch. Galla.
Beklemmende Musik
(Sebastian) Polizei! Polizei!
Wir brauchen einen Krankenwagen!
Galla, bleib bei mir. Bleib bei mir, bitte.
Galla. Galla.
Sonja schluchzt. Nein.
Galla.
Galla. Sonja schluchzt laut.
Galla. Nein! Galla.
Gehen Sie beiseite.
D�stere Kl�nge Sonja weint.
Ergreifende Musik
(erz�hlt) Galla war mir immer wie eine Mutter gewesen.
Ihr Tod traf mich mitten ins Herz.
Ich verfluchte diesen Abend.
Und diese Nacht.
Ich ging zur Polizei und flehte sie an,
die Suche nach Gallas M�rder aufzunehmen.
Aber die Beh�rden interessierte der Fall nicht.
Kirchenglocken l�uten.
Sonjalein, du bist mir nicht b�se, wenn ich schon gehe.
Ich habe gehofft, dass ich dich hier finde.
Vom Polizeipr�sidium.
"Die von Ihnen als verd�chtig angegebene Person trug keine Waffe.
Wer den t�dlichen Schuss abgab, konnte nicht ermittelt werden.
Wir werden den Fall niederlegen aus Mangel an Beweisen."
Die lassen uns einen halben Tag Fragen beantworten,
um sich einen Dreck darum zu k�mmern.
Von Sebastian habe ich nichts geh�rt.
Er hat sich noch nicht mal im Adlon abgemeldet.
Sein Bruder geh�rt zur F�hrung der Berliner Sturmabteilung.
Die Polizei und SA geben sich gegenseitig R�ckendeckung.
W�re sie blo� zu Hause geblieben. Such die Schuld nicht bei dir.
Wir m�ssen uns nur eins vorwerfen: dass wir es zulassen,
dass dieser Hitler und seine Konsorten immer mehr Macht gewinnen.
Meinst du, wir k�nnen uns ab und an sehen?
Ich eigne mich nicht als Zweitfrau.
(erz�hlt) Julian noch einmal zu verlieren,
das h�tte ich nicht ertragen.
Ende der 20er-Jahre war das Adlon zu einer Legende geworden.
Staatsm�nner wie Briand und Roosevelt kamen ins Hotel.
Nobelpreistr�ger wie Albert Einstein und Thomas Mann.
K�nstler wie Anna Pawlowa, Marlene Dietrich, Emil Jannings.
Und Charlie Chaplin.
Oder die ber�hmte Stummfilmdiva,
die 1931 in unerwarteter Begleitung erschien.
Laute Rufe Da ist sie ja.
Wer? Pola Negri.
(Mann) Pola! Pola! Bitte noch einmal!
Und der Junior!
Der verlorene Sohn ist heimgekehrt.
(Mann, auf Englisch) Danke, Pola.
Herzlich willkommen in unserem Hause, gn�dige Frau.
(auf Englisch) Danke.
Mein Sohn... (Hedda) Herzlich willkommen!
Ihr Film, "Stra�e der verlorenen Seelen"...
(auf Englisch) Ja? - Fantastisch. Ich bewundere Sie.
Sehr freundlich. - Mich bewundert sie nicht.
Willkommen, Louis.
(Louis junior) Ich hoffe, dass die F�rstensuite zu haben ist.
F�r zwei verlorene Seelen ... Nat�rlich. Bitte sehr.
Begeisterte Rufe (Mann) Pola! Pola!
Streichermusik
Ihr Film, "Stra�en der verlorenen Seelen"...
Ich bewundere Sie sehr.
Kusslaut Oh, Darling!
Ich und das Adlon werden eine gro�e Legende werden.
Und du, lieber Louis, du darfst sogar mitspielen.
Aber nur, wenn du ein schlimmer Junge bist.
Zeig mal deiner Hedda, was f�r ein ganz schlimmer Junge du sein kannst.
Sie lacht leise.
Wollen wir nicht einfach heiraten?
Wir verprassen mein Erbe, bevor dieses Mistst�ck alles ausgibt.
Hab ich nicht vor einer halben Stunde eine neue bestellt?
Und wo bleibt der Kaviar? Sie st�hnt.
Die k�nnen was erleben! Sie lacht leise.
(auf Englisch) Entschuldigen Sie. K�mmern Sie sich bitte, Friedrich.
Hallo, Hedda.
Die Lippenstiftfarbe steht Ihnen gut, Hedda.
Sie m�ssen mir die Marke verraten.
Sie sehen leicht derangiert aus. Kann ich Ihnen behilflich sein?
Ja! Man scheint uns in diesem Hotel vergessen zu haben.
Ich warte schon eine halbe Stunde.
Musst du dich in diesem furchtbaren Kost�m vor meinen G�sten zeigen?
Furchtbar? Das sage ich Pola. Das sind ihre Paradest�cke.
Unter uns Frauen: Das Kleid hat nicht deine Klasse, Hedda.
Was meinst du? Gef�llt dir Hedda so? Komm, Schatz.
Genau, Louis. Sag doch mal!
Was ist so unwiderstehlich an diesem Mistst�ck,
dass du daf�r deine Familie im Stich gelassen hast?
Deine Ausbildung war sehr teuer, und was ist aus dir geworden?
Wenn du wissen willst, was aus dir geworden ist, schau in den Spiegel.
Da siehst du jemanden, der seine f�nf Kinder und ihre Mutter abschob,
weil sie ihm nicht mehr in den Kram passten.
Louis junior schluchzt.
Er weint.
Er schluchzt. Ist gut. Ist gut.
Beschwingte Musik Mehrstimmiger Gesang
Lied: "Ich wollt, ich w�r ein Huhn" von Comedian Harmonists
"Ich wollt, ich w�r ein Huhn, ich h�tt' nicht viel zu tun.
Ich legte t�glich nur ein Ei und abends w�r ich frei.
Mich lockte auf der Welt kein Ruhm mehr und kein Geld.
Und f�nde ich das gro�e Los, dann fr��e ich es blo�.
(im Chor) Ich br�uchte nie mehr ins B�ro.
Ich w�re d�mlich, aber froh. S�nger imitieren gackernde H�hner.
(solo) Ich wollt, ich w�r ein Huhn, ich h�tt' nicht viel zu tun.
Ich legte t�glich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei.
Stumme Szene
Gesang geht weiter.
Der Mann hat's auf der Welt nicht leicht, das K�mpfen ist sein Zweck.
Und hat er endlich was erreicht, nimmt's seine Frau ihm weg.
Er lebt, wenn's hochkommt, hundert Jahr und bringt's bei gutem Start
und nur, wenn er sehr flei�ig war,
zu einem Rauschebart.
Ich wollt, ich w�r ein Huhn, ich h�tt' nicht viel zu tun.
S�nger imitieren gackernde H�hner.
Mich lockte auf der Welt kein Ruhm mehr und kein Geld.
Ich br�uchte nie mehr ins B�ro.
Und du w�rst d�mlich... - Aber froh!
Ich wollt, ich w�r ein Huhn, ich h�tt' nicht viel zu tun."
S�nger pfeifen mehrstimmig.
Stumme Szene
Musik klingt aus. Applaus
Langsame Klaviermusik im Hintergrund
So, da bin ich also.
Lied: "Ich bin von Kopf bis Fu� auf Liebe eingestellt"
Was gibt's?
Einen Sherry?
Was machen Tamara und ihre Pelmenis?
Bei ihrer Filmkarriere macht sie sich sicher rar als K�chenfee.
Wir haben uns getrennt.
Aha.
Und warum? Er lacht auf.
Ich hab ihren letzten Film gesehen. Und?
Toll.
Danke.
Und jetzt ist dein Herz gebrochen und du willst dich ausheulen?
Hast du geglaubt, dass ich auf dich warte?
Du hast einen ... Freund?
Ich bin unabh�ngig.
Du bist gegangen, als ich dich am meisten gebraucht h�tte.
Du warst 17 und ich sollte deine Familie sein.
Sonja, das konnte ich nicht. Ich wei�.
Trotzdem. Ich h�tte dich gebraucht.
Gott, wie verliebt ich in dich war.
Er seufzt tief.
Ich kannte Tamara ein halbes Leben.
Sie und ihre Familie haben mir Sicherheit gegeben.
Und jetzt hast du Angst, allein zu sein.
Deshalb bestellst du mir einen Sherry
und versuchst, meine Hand zu halten?
Nein.
Ich war die ganze Zeit allein.
Ohne dich.
Und du glaubst, dass ich mich noch einmal in dich verliebe?
Es klopft.
Herein.
Guten Morgen. Danke, Raphael.
(lachend) Warte.
Statt Blumen.
Du hast also einen Verleger gefunden? Gl�ckwunsch.
"B�ser Herbst. Die Luft hat etwas Dr�ckendes.
B�se Worte an den Anschlags�ulen.
Auf den Stra�en kotbraune Uniformen."
Du musst vorsichtiger sein, was du schreibst.
Ja, das w�re besser.
Das Problem ist: Entweder ich schreibe, wovon ich �berzeugt bin,
oder ich halte die Klappe.
Ich glaube nicht, dass dir das lieber w�re,
nach allem, was mit Galla passiert ist.
Ich vermisse sie so.
Wenn wir jemals ein Kind haben,
dann m�chte ich es genauso lieben, so bedingungslos,
wie Galla mich geliebt hat.
Er seufzt leise.
Gef�hlvolle Musik
Musik wird d�ster.
Menschenmenge singt das Deutschlandlied.
Beklemmende Kl�nge
Stumme Szene
Musik klingt aus.
Margarete, wenn du dich mit diesen Leuten abgibst, dann nicht hier.
Spiel dich nicht auf. Bald bist du froh, dass ich deine Schwester bin.
Hotte hat mir einen Heiratsantrag gemacht.
Wir haben uns die Wohnung ansehen. Vier Zimmer, K�che, Badewanne.
Zentralheizung!
Wei�t du, wie sch�n das ist, endlich nicht auf die Mark gucken zu m�ssen?
Und die Leute sagen "Gn�dige Frau" zu mir.
(Mann) F�r den F�hrer: Sieg! - (M�nner) Heil!
Sieg! - Heil!
(Mann) Jawohl! - Prost!
Unheilvolle Musik
Lied: "Irgendwo auf der Welt" von Lilian Harvey
Lied ert�nt aus dem Lautsprecher.
Es klopft. Herein.
Guten Tag.
(ungl�ubig lachend) Sebastian!
(Sebastian, erfreut) Sonja!
Wie sch�n, dich zu sehen.
Na komm.
Wieso hast du dich nie mehr gemeldet?
Setz dich doch.
Es tut mir so leid.
Ich konnte das damals einfach nicht.
Er seufzt. Hat man denn den T�ter gefunden?
Es war eine schreckliche Nacht, damals.
Die Polizei hat meinen Aussagen keine Bedeutung beigemessen.
Ich ... hatte so ein Gef�hl vollkommener Orientierungslosigkeit.
Es klopft.
Entschuldige.
Vielen Dank. Das mache ich heute selbst.
Dann habe ich begriffen, dass ich etwas aus meinem Leben machen muss.
Ein Mann werden.
Ich habe mich immer an deinen Enthusiasmus erinnert.
Ich habe f�r verschiedene Zeitungen gearbeitet.
Wenn du so willst, habe ich eine journalistische Ausbildung gemacht.
Dann habe ich noch einige Semester Philosophie in M�nchen studiert.
Wunderbar, so will ich's haben. Schneidet bitte mit.
Ich hoffe, ich bekomme heute noch meinen Lieblingstitel zu h�ren.
(Mann �ber Telefon) "Und der w�re, Herr von Tennen?"
"Ich tanze mit dir in den Himmel hinein".
(Mann �ber Telefon) "Selbstverst�ndlich."
(singt) "In den siebenten Himmel der Liebe".
Musik ert�nt im Hintergrund.
Ja... Im Herzen bin ich immer noch der kleine Junge,
der sich mit 11 Jahren in dich verliebt hat.
Ab n�chsten Monat wirst du mehr Sendezeit bekommen.
Ich m�chte deine Vorstellungen h�ren.
Wo hat man dich reglementiert? Was m�chtest du �ndern?
Jetzt k�nnen wir das Programm in unserem Sinn gestalten.
Ich brauche deine Fachkenntnisse und du bekommst meine Unterst�tzung.
Sebastian, ich lebe jetzt mit Julian zusammen.
Wir werden heiraten.
Und?
Willst du deswegen nicht mit deinem alten Freund zusammenarbeiten?
Sonja st�hnt.
Langsame Klaviermusik
Sirenengeheul
Hundegebell
Dramatische Musik
Lautes Sirenengeheul
Der Reichstag.
Das werden sie den Kommunisten anh�ngen.
Spannungsvolle Musik
Bedrohliche Musik
Obermeier und zwei Mitarbeiter wurden verhaftet.
Zeigen Sie mir sp�ter den fertigen Text. - Heil Hitler!
Leise Grammofon-Musik
Minister G�ring l�sst die Kommunisten verhaften.
Aber Obermeier und die anderen sind keine KPD-Mitglieder!
Musik wird lauter. Ein kommunistischer Aufstand
soll verhindert werden. Das ist der blanke Terror.
�berall in der Stadt werden Verhaftungen vorgenommen!
Julian.
Spannungsgeladene Musik
(Siegfried) Zweiter Stock! - Wir m�ssen raus hier.
Telefon klingelt.
Oh, Mist. Komm, los! - Warte!
Mann, jetzt komm schon! Los! Telefon klingelt weiter.
Telefon klingelt weiter.
Telefon klingelt.
Komm, mach schon.
Lass das liegen! Komm!
Sie atmet schwer.
Telefon klingelt.
(panisch) Julian? Sonja hier.
Hallo?
Billy, bist du's? (Siegfried) "Frau Schadt."
Wer spricht denn da?
Was f�r eine �berraschung.
Schuss f�llt.
Billy!
Sie atmet zittrig.
Unterst�tze uns und werde VIP-Mitglied, wodurch s�mtliche Werbung von www.SubtitleDB.org entfernt wird
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