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Original subtitles

Genau wie die Teilnehmer dieser Tafel versucht die bürgerliche Gesellschaft

immer heuchlerisch die Tatsache der körperlichen Liebe zu ignorieren.

Offenbar wird dadurch die Menschheit aber geradezu auf Sex fixiert.

Dazu richten Unwissenheit, falsche Scham, allgemein antisexuelle

vielen Ländern und dementsprechend lebensfremde Gesetze, die den Sexus

und regeln sollen, mehr Schaden an, als der Gesellschaft dienlich ist.

Solche Gesetze richten sich nämlich nicht nur gegen antisoziale

und Verbrechen, sondern sie zielen auch auf Bevormundung oder gar Verfolgung

harmloser sexueller Minoritäten.

Dieser Film wendet sich gegen die Einschränkung der persönlichen

Entscheidungsfreiheit der intimsten Sphäre des Menschen durch den Staat, wo

sich nicht um Abwendung von Zwang und Gewalt oder die Beschützung Jugendlicher

handelt.

Ich stelle hier drei prominente Amerikaner vor, die sich seit Jahren für

Gesetzesreformen und einen Wandel in der Betrachtung der Sexualität eingesetzt

haben.

Rechtsanwältin Frau Harriet Purple, Mitglied einer großen New Yorker

Anwaltsfirma, Mutter und Ehefrau, sowie zwei bekannte Wissenschaftler, Dr. Alan

Goodmacher, Arzt in New York, der sich speziell mit dem Problem der Abtreibung

befasst, und Dr.

Wardell Pomeroy. Dr. Pomeroy, Sie sind Vorsitzender der Gesellschaft für

wissenschaftliche Geschlechtsforschung.

Sie waren auch in dem letzten großen Kinsey Report über Sexualvergehen

beteiligt. Alle Länder haben doch Gesetze, die sich auf das

beziehen. Ja, das stimmt.

Glauben Sie nicht, dass es eine Anmaßung des Staates ist, eine so intime

Lebenssphäre des Menschen regulieren zu wollen?

Wissen Sie, es ist bekannt, dass Untersuchungen, die unabhängig

auch immer gemacht wurden, vom American Law Institute und einer Gruppe zur

Förderung der Psychiatrie, ganz ähnlich auch in England, Schweden und so weiter,

übereinstimmend zu demselben Ergebnis gekommen sind.

Unsere Gesellschaft müsste, was Sexualität anbelangt, in mindestens zwei

geschützt werden.

Erstens, selbstverständlich gegen jede Art von gewaltsam angewandtem Sex. Das

ist klar.

Ja, natürlich.

Und zweitens eben in solchen Fällen, bei denen es sich um Jugendliche oder

Kinder handelt, selbst wenn diese von sich aus den Kontakt aufgenommen haben.

Denn das kommt einer Gewaltanwendung gleich, weil das Kind das schwächere

ist. Aber was hat der Staat für einen Grund, wenn es um freiwillige Handlungen

von Erwachsenen geht?

Dann besteht wirklich absolut kein Grund, sich da einzumischen. Wird das

dem gerecht?

Die Gesetze in Amerika stehen in einem so eklatanten Widerspruch zum wirklich

nachweisbaren Sexualverhalten der Bevölkerung, dass ungefähr 95 % aller

erwachsenen Männer des Landes und bestimmt 80 -85 % aller Frauen ohne

Zweifel für ihr Sexualleben ins Gefängnis kommen müssten. Und sie würden

langfristige Strafen bekommen, Zuchthausstrafen.

Und das ist eben auch einer der Gründe, warum ich der Meinung bin, dass unsere

derzeitige Sexualgesetzgebung unbedingt reformbedürftig ist. Ist es nicht auch

so, dass diese Sexgesetze gerade gegen bestimmte Minderheiten angewandt werden

und wesentlich weniger gegen die, sagen wir, obere Mittelklasse?

Ja, ziemlich oft werden Sexgesetze auch aus Gründen angewandt, die wirklich

nichts, nichts mit Sex zu tun haben. Wenn also eine Wirtin gerade einen

unliebsamen Mieter loswerden will, so ist es das Einfachste, eine

Anzeige gegen den Mann zu machen.

Denn das ist die sicherste Art und Weise, jemandem was am Zeuge zu flicken,

gegen den man sonst nichts unternehmen könnte.

Die meisten werden also nur aus solchen Gründen angetan. Ja, man darf sagen,

dass viele sich mit so einer Anzeige nur rächen wollen.

Ah, hier scheint das zu sein.

Bitte aufmachen.

Aufmachen, Polizei!

Ihr habt wohl nicht alle Tassen im Schrank. Aufmachen.

Aufmachen, Polizei.

Ja, ja, Moment.

Haben Sie nicht gehört? Sie sollen öffnen.

Das sind vielleicht Witzbolde.

Was ist denn los? Nur keine Aufregung. Wir machen hier eine Kontrolle. Darf ich

mal Ihren Ausweis sehen?

Ich habe nur den Führerschein da.

So, dann zeigen Sie mal jetzt.

Ja, Moment.

Ist die junge Dame Ihre Frau?

Nein, Freundin. Ach so.

Sieh mal an.

Haben Sie denn einen Ausweis?

Darf ich ihn mal sehen?

Na, was ist denn nun? Haben Sie ihn vergessen?

Angefangen hat er es ganz alltäglich.

Well, I don't even

care. You're lying in my arms.

Das war's für heute. Bis

zum

nächsten Mal.

Ist dir nun besser?

Warum trinkst du nicht?

Ach, sag mal, wie heißt du eigentlich?

Schuck. Und du? Ludwig. Ist ein dummer Name, nicht?

Ach, überhaupt nicht. Warum denn?

Ich weiß es nicht, aber mir gefällt er jedenfalls. Name ist doch Name.

Machst du eigentlich so? Bist du Student?

Nein, nein, Automechaniker, Sportwagen und so.

Macht Spaß, nicht?

Keine Frage, ich hatte schon immer Bock auf schicke Wagen.

Was machst du?

Ach, nichts Besonderes.

Deine Fahrer ist ja eine Furcht.

Gefällt sie dir?

Und wie, soll ich dir was sagen?

Was denn?

Ich nicht.

Hey du, ich fahre doch noch.

Gefällt es dir nicht?

Doch, aber meinst du, ich will gegen den Baum knallen? Ja, schade.

Ja, natürlich.

Hey, eine schöne Anfolge. Sind die echt? Na, was denkst du denn? Hast du was

anderes erwartet?

Hey, du machst aber auch Sachen. Trinkst du keine Hüschen?

Wieso? Na ja, du bist aber wirklich ein Steinerzahn.

Du, sag mal, hast du eine Bude? Ach, ich wohne bei den Alten.

Ist ja auch billiger, nicht?

Und du?

Genau dasselbe.

Sag mal, musst du schon nach Hause?

Nein.

Können wir nicht noch irgendwo hin?

Ganz allein? Warum nicht?

Gut, ich weiß ein ruhiges, hübsches Plätzchen.

Na, komm doch mit nach hinten.

Da vorne ist es doch blöd.

Oder hast du keine Luft?

Kaum.

Mann, du gehst ja vielleicht ran.

Na ja, bevor ich kalte Hände kriege.

Soll ich dir helfen?

Find ich ja immer so nicht komisch.

Ach, Luzi.

Tag. Du bist es, Tag.

Sieh mal, Chef.

Ist das neue Kleid nicht hübsch?

Zu hübsch, um wahr zu sein. Du, wenn er schämt dich so, hab ich schlickig aus.

Ich wollte dir sagen, dass morgen früh meine Eltern zum Wochenende wegfahren.

Dann haben wir das ganze Haus für uns. Ist ja herrlich.

Hier kannst du es abstellen.

Erstmal alles auf dem Büchentisch.

Du kannst, als ob du zu Hause bist.

Das ist ja ziemlich vornehm erschuppen.

Da hat ein Alter ja ganz schön Moos unterm Hintern. Weißt du, ich mache mir

nichts draus. Das wäre auch nicht nötig.

Komm, ich zeige dir am besten erstmal alles.

Gehst du hier zu deinem Zimmer?

So,

das ist hier meine Bude.

Na, wie findest du es? Gefällt es dir?

Ja, ja, nicht schlecht.

Spielst du noch damit?

Ja, manchmal.

Ganz schön verrückt hier.

Meine Eltern finden es unmöglich.

Sie möchten mir am liebsten so ein richtiges Spießerzimmer einrichten. Aber

darauf kann ich gerne verzichten.

Die natürliche Kluft zwischen der alten und der jungen Generation ist

hinsichtlich der Sexualmoral besonders sichtbar.

Überwiegend halten die Älteren...

vorehelichen Geschlechtsverkehr für relativ unmoralisch, während die junge

Generation ihn als selbstverständlich ansieht. Was nun aber im Gegensatz zu

dieser Meinung das eigentliche Verhalten angeht, so sind die Generationen in

Wahrheit weit weniger voneinander entfernt, als es den Anschein hat.

Genauer gesagt, die ältere Generation hat sich nachweislich fast den gleichen

Prozentsatz an vorehelichem Geschlechtsverkehr erlaubt, wie die

heute.

Aber mit dem Unterschied, dass sie sich dabei schuldig fühlte, ihr Verhalten

verschämt als unrichtig empfand und die Tatsachen meistens verleugnete.

Die heutige Generation ist da viel realistischer und offener.

Man bekennt sich unumwunden zu seinen sexuellen Interessen, ohne allzu viele

Skrupel, wie es doch früher schon wegen der vielen Tabus oft der Fall war.

Der Geschlechtsverkehr wird von der Jugend nicht mehr als der tragikomische

Zeugungsakt angesehen, sondern er ist der natürliche Ausdruck des

Verlangens und der Lebensfreude.

Natürlich ist die Frau nach wie vor in dieser Beziehung wesentlich

zurückhaltender als der Mann, schon weil sie von den gesellschaftlichen Tabus am

meisten betroffen ist.

Das ist aber unfair von dir. Na warte.

Nein, bitte nicht nochmal.

Nicht doch. In der Wanne kann man viel hübschere Dinge machen. Ja.

Pass auf, dass du kein Auto hast. Na doch mal, ich bin doch kein Auto.

Aber ein flotter Käfer, oder nicht? Nein, nicht doch.

Ich bin nicht der Seufel.

Ich glaube, so geht es nicht.

So, meinst du?

Natürlich.

Kennst du das Lied? Einmal dein Badewasser schlürfen.

Ja, wenn du dich so im Gesicht anstellst.

Pass auf.

Ja, das ist mir eben nicht mehr im Wasser. Na, dann lock doch mir an.

Augenblick. Au.

Du, du darfst den falschen Hahn erwischen.

Lass doch Falsches ein. Ich bin ja schon dabei.

So.

Also ich weiß nicht, so kaltes Wasser ist auch nicht gerade der wahre Jakob.

war doch nicht so zufällig. Also ihr euch durchpassen.

Warum denn?

Tja, es geht nicht mehr.

Ach, wirklich nicht? Du Spielvergabe. Es ist heiß, dann kalt.

Nichts gut.

Also, Wiedersehen. Wiedersehen.

Sag mal, kommst du nächste Woche mit zum Bowling?

Gerne, aber ich habe noch nie. Ah, mach nichts, das zeige ich dir. Gut, dann bis

Freitag.

Augenblick, warte mal.

Sieh mal, du musst sie so halten. So müssen die Finger fliegen.

Nein, die Hand so rüber. Ach, warte, das sieht so fummelig aus.

Oh, da hat sie es erwischt.

Sag mal, was meinst du? Ich habe hier ein Zimmer für uns bestellt.

Dann rufe ich eben schnell mal zu Hause an und sage, dass ich heute bei einer

Freundin übernachte.

Na, was ist denn nun? Ausweis vergessen.

Darf ich mal sehen?

Na, da haben wir es ja geboren, am 3. August 54.

Moment mal, Sie sind erst 15, da sind Sie ja noch minderjährig.

Ach so ist das.

Was, erst 15?

Da müssen Sie beide mitkommen.

Ach, Schuck.

Du, sei doch nicht böse, ja?

Ich hab's nicht zu sagen gewagt.

Es wäre aber auch möglich, ein Verfahren gegen Ihre Tochter einzuleiten. Aber

Herr Inspektor, sie hat überhaupt nichts getan. Der Kerl ist es gewesen.

Lucy ist doch noch ein richtiges Kind.

Das mag ja sein.

Jedenfalls müssen Sie mit ihr vor Gericht erscheinen.

Selbstverständlich, wenn es nötig ist.

Sie stehen unter Anklage, sich an einer Minderjährigen vergangen zu haben.

Bekennen Sie sich schuldig oder nicht schuldig?

Nicht schuldig.

Bitte führen Sie jetzt die Eltern und das Mädchen rein.

Bitte kommen Sie. Hier.

Als Lucci von Eltern und Polizei verängstigt erscheint, gibt es für

Gnade. Das Urteil heißt, schulde dich.

Ich habe dazu die Frage, Dr. Pommeloi, was würden Sie psychologisch und

körperlich als ideale Altersgrenze für junge Menschen hinsichtlich sexuellen

Verkehrs annehmen?

Das ist ziemlich schwer zu beantworten. Es gibt da keine ideale Altersgrenze.

Wie Sie selbst sehr gut wissen, können Kinder von etwa 13 oder 14 Jahren

wesentlich reifer sein als Erwachsene von zum Beispiel 30 Jahren.

Doch alle einschlägigen Gesetze basieren auf einem chronologischen Alter. Ich

bin glücklicherweise kein Gesetzgeber, brauchen mich damit nicht zu befassen.

Doch haben wir bei Untersuchungen von Sexualvergehen die ermittelten Opfer

altersmäßig in drei Gruppen eingeteilt. Und zwar erstmal die Opfer, die...

noch keine 12 Jahre alt waren. In der zweiten Gruppe waren 12 - bis 15

in der dritten 16 -Jährige und Ältere.

Und wir sind überzeugt, dass diese Einteilung eine gewisse Berechtigung

Allerdings würde ich heute persönlich 16 Jahre als maximale Unteraltersgrenze

ansehen. Denn meiner Meinung nach liegt zwischen 12 und 15 eine graue Zone.

Für viele ist Herr Hefner nur als Herausgeber einer Zeitschrift des

-Magazins mit großfusigen, nackten Mädchen bekannt.

Durch seine Playboy -Clubs mit den unantastbaren Häschen.

Weniger bekannt ist, dass Herr Häfner ein ernster und unerschrockener Kämpfer

gegen die Zensur und die Einmischung des Staates in die Privatsphäre des Bürgers

ist. Also ich finde, dass es sich da in Wirklichkeit um eine Trennung von, ja

man kann wohl behaupten, von Kirche und Staat handelt. Also um eine Trennung von

Recht und Moralität, ja. Durch Gesetze allein ist schließlich keine Moral zu

erzwingen. Im Gegenteil. Wenn man versucht, etwas Gewaltsam zu erzwingen,

mit Gerichten und mit der Polizei, dann würde man doch nur das eine erreichen,

man treibt es in den Untergrund. So dass mit manchen Dingen, nehmen wir hier

einmal die Homosexualität als markantes Beispiel, überhaupt nicht mehr fertig zu

werden ist, da man sie im Untergrund nicht mehr übersehen kann. Genau

haben wir bei Drogen oder auch beim Glücksspiel. Da aber gerade bei der

Sexualität, also der wirklich intimsten menschlichen Sphäre, da wo der Mensch,

wie mir scheint, wohl noch am meisten ersetzt sein kann.

Ich meine, dass der Staat hier versucht, sich andauernd einzumischen, ist meiner

Meinung nach absolut unmöglich.

Genauso unmöglich ist aber auch die Bevormundung der Kunst.

Im Frühjahr 1969 eröffneten wir in Stockholm die zweite internationale

Ausstellung erotischer Kunst.

Die gezeigten Ausstellungsstücke gehörten meist zu unserer eigenen, in

zehn Jahren aus aller Welt zusammengetragenen Sammlung.

Schon im vergangenen Jahr hatten wir erst eine ähnliche Ausstellung in der

schwedischen Universität Lund und danach in Dänemark.

Ein Teil dieser Ausstellung wurde auch im Herbst 1969 in Hamburg gezeigt.

Insgesamt haben bisher weit über eine Viertelmillion Menschen diese

Ausstellungen besucht, was ohne Zweifel als absoluter Fortschritt in der

Liberalisierung von Ansichten über sittliche Werte und auch als

gesellschaftlichen Tabus anzusehen ist.

Erwachsene sollten sich an der natürlichen Unbefangenheit und

Unvoreingenommenheit der Kinder bei dieser Ausstellung ein Beispiel nehmen.

Wie es ganz richtig heißt, es sei denn, ihr werdet wie kleine Kinder.

Kinder sind eben von Natur aus neugierig, besonders aber was ihren

einschließlich der Genitalien betrifft.

Erst später lernen sie sich unter dem verkrampfenden Einfluss der Erwachsenen

ihres Körpers, ihrer Nacktheit und ihrer unschuldigen Sexualität zu schämen.

Kultursenator Kramer in Hamburg meinte zu dieser Ausstellung, Wenn Sie mich

fragen, meine Damen und Herren, ich finde, dass über diese Ausstellung viel

viel vorher geredet worden ist. Dieses Reden kann ich nur aus einem Grunde

billigen, nämlich aus einem...

Unter kommerziellen, denn dieses Reden zieht ja immerhin Neugier an und die

bezahlen dann Eintritt und dann wird der finanzielle Erfolg gesichert. Aber Sie

können natürlich nicht erwarten, dass ich die Ausstellung allein unter

kommerziellen Gesichtspunkten ansehe. Und so möchte ich eins dazu sagen.

Natürlich werden hier Dinge gezeigt, die nicht alltäglich sind. Aber ich meine,

dass der...

auch der Bundesbürger und hier insbesondere der Hamburger Bürger ein

darauf hat, diese Dinge zu sehen und dazu Stellung zu nehmen. Wobei es ihm

gänzlich unbenommen bleibt, wie seine kritische Stellungnahme ist, ob sie

ablehnend oder zustimmend ist.

Ablehnung oder Zustimmung, das gehört zur Meinungsfreiheit, aber eins gehört

nicht dazu, nämlich die Unterdrückung.

Verschließung dieser Dinge, sondern sie sollten offen sein. Offen sein für

jeden, der Sinn und Verstand und Gefühl hat, diese Dinge zu beurteilen. Und

darum meine ich, sollte man den freien Hamburger, den deutschen Bundesbürger,

nicht in seiner Entscheidungsfreiheit, in seiner Freiheit die Dinge zu sehen

zu erleben.

irgendwie beeinträchtigen. Er wird mit Bestimmtheit hier sehr vieles finden,

von hohem künstlerischen Reiz, von großer künstlerischer Verlendung ist.

denke dabei vor allen Dingen an die sehr schönen ostasiatischen Dinge.

Aber er wird auch sehr vieles finden, was problematischer scheint, mit dem

auseinanderzusetzen, sich aber gerade, weil es modern ist, weil es neue

aufwirft, sich...

sehr lohnt, sehr reizvoll ist, wobei, um es noch einmal zu sagen, völlig offen

bleibt, in welcher Weise er sich dafür oder dagegen entscheidet.

Ich habe es für notwendig gehalten, diese Sätze hier zu sagen, denn ich

nicht den Anschein erwecken, als ob ich gerade bei einer so immerhin in der

Öffentlichkeit vielleicht als prekär erscheinenden Angelegenheit mich

irgendeiner politischen Verantwortung, die mir ja doch zukommt, entziehen

wollte. Ich bekenne mich vielmehr zu dieser Verantwortung, deswegen habe ich

hier die Gelegenheit ergriffen, zu Ihnen zu sprechen.

Bitte versucht diese Position noch ein bisschen länger, um verkrampft zu

In New York besuchten wir die Künstlerin Betty Dodson in ihrem Atelier.

Sind Sie erotischen Dingen gegenüber im Leben und in der Kunst immer schon so

frei gewesen?

Oh nein, nein, wirklich nicht.

Sicher, Abzeichnen, das mache ich schon eine Ewigkeit, aber erst in den letzten

drei Jahren habe ich mich an etwas Erotisches rangewagt.

Erotische Zeichnungen.

Und ehrlich gesagt, als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal zwei Aktmodelle

zusammenzeichnen wollte, war das schlichtweg eine Katastrophe. Wir waren

hinterher wie ausgebrungen, verhemmt und verklemmt.

Nein, nein, das war in Wirklichkeit eine ganz allmähliche Entwicklung.

Und wodurch sind Sie freier geworden?

Ja, das ist eigentlich eine lange, etwas komplizierte Geschichte.

Ich habe mich erst einmal dazu entschlossen.

Wollen wir von der Malerei zu einer anderen Kunstsparte überwechseln? Mr.

Trevelyan, als Sekretär der englischen Filmzensurstelle.

Haben Sie sich die Aufgabe gestellt, erstens dafür zu sorgen, dass

nicht mit für Sie schädlichen Faktoren im Film konfrontiert werden?

Und zweitens, spielt für Sie aus dem gleichen Grund auch die ehrliche Aussage

eines Films eine besondere Rolle?

Glauben Sie, dass eine Filmzensur außer für die genannten Gründe heute noch

nötig ist?

Es gibt wahrscheinlich eine Antwort dafür.

Bitte lassen Sie uns das Wort korrupt lieber vermeiden. Das wird mir oft vom

Publikum entgegengeschleudert. Ich weiß wirklich nicht, was es bedeutet.

Denn wenn ich im Lexikon nachschlage, lese ich unter korrupt verdorben und

ich dann unter verdorben nach, steht er wieder korrupt.

Da hat eben zwei Seiten.

Und muss der Text wirklich immer so tödlich ernst genommen werden?

Hat der menschliche Eros nicht auch lustige, leichte Züge?

Dieser Trickfilm aus den 20er Jahren sollte eigentlich auch den

Moralisten an sich einabhängen.

Das bekannte dänische Psychologen -Ehepaar Stan und Inge Hegeler, Autoren

äußerst erfolgreichen Sexuallexikons, das ABC der Liebe, scheuten sich gar

auch von der heiteren Seite des Textes zu sprechen.

Aber auch sie hatten, sogar im liberalen Dänemark, noch vor kurzer Zeit

Schwierigkeiten mit der Zensur.

Im Grunde haben sie also dieselbe Einstellung wie wir, dass man Text nicht

so schrecklich ernst nehmen sollte. Oh nein, das sollte man keinesfalls, das

wäre ja langweilig.

Erinnern Sie sich noch an die Werbeanzeige, die Sie für Ihr neues Buch

Zeitung setzen wollten, worauf man zwei sich liebende Kaninchen sah. Sie sagten,

dass die liberalen Zeitungen sie akzeptiert hätten, während die

sie ablehnten. Was haben Sie damit illustriert?

Ach, es gibt eine Geschichte, eine lustige Geschichte aus dem Buch von

männlichen Kaninchen, das sich auf einem Spaziergang befindet und dabei

plötzlich ein weibliches Kaninchen trifft. Und dann hört man nur noch

und vielen Dank, Madame.

Und immer wieder, wenn er unterwegs ein kleines weibliches Kaninchen traf, hörte

man rumsbums und vielen Dank, Madame.

So lange, bis er eines Tages auf einen kleinen grauen Stein traf, den er

unglücklicherweise für ein kleines weibliches Kaninchen hielt. Und so

erstmal rumsbums und danach, oh, verdammt!

Dann wurde er gefangen und zusammen mit 20 kleinen weiblichen Kaninchen in einen

Käfig gesperrt.

Und da hörte man vom Ende der Reihe her...

Rums, Bums, vielen Dank, Madame. Rums, Bums, vielen Dank, Madame. Rums, Bums,

vielen Dank, Madame. Bis er immer müder wurde.

Da holte er sich seinen Mitarbeiter Sam zu Hilfe und sie fingen von

verschiedenen Enden der Reihe an. Rums, Bums, vielen Dank, Madame. Rums, Bums,

vielen Dank, Madame. Rums, Bums, oh, Verzeihung, Sam.

Im Londoner Playboy -Club trafen wir einen sehr prominenten englischen

und Produzenten.

Sie befassen sich schon seit längerer Zeit ausgiebig mit dem Problem der

Abschaffung der Zensur auf britischen Bühnen.

Ich möchte Sie fragen, was halten Sie von der Abschaffung der Zensur im Film?

Ja, das wäre auf jeden Fall unser nächstes Ziel. Die Zensur muss

Denn dafür gibt es ja eine ganze Reihe von Gründen.

Einer davon ist wohl der, dass wir nicht kriegen, die Darstellung von sexuellen

Handlungen einzuwenden. Solange niemand gezwungen wird, so etwas im Film zu

spielen und das Publikum nicht gezwungen wird, sich das anzusehen.

Kommt denn der Junklin jetzt nicht mit zu der Schwester? Ich habe ihn lange

nicht mehr bei uns gesehen.

Sein Lehrer hat es ihm verboten. Aber was fällt dem Widerling ein, im Klin als

den Umgang mit dir zu verbieten? Er sagt, es sei seiner unwürdig, mit einem

Mädchen von meiner Profession Umgang zu haben. Und es sei viel besser, die

Tugend der Wollust vorzuziehen.

Sein Freund Domo sagte mir, der Aristonet sei ein Päderast und gebrauche

Wissenschaft nur zum Vorwand, um die schönsten jungen Männer zu verführen.

wollte an dich schreien. Es sei später, wenn du wieder lüchtern bist.

Inzwischen setzen wir mal einen Brief auf.

Wir besuchten in München das Theatron Erotikon, wo wir einen Ausschnitt aus

altgriechischen Bühnenstück Heterengespräche aufnehmen konnten.

Seit du es dir in den Kopf gesetzt hast, Philosophie zu studieren, bist du so

würdevoll geworden, schreitest du wie ein alter Mann mit steifer Würde über

Marktplatz. Statt wie ein Junger mit würdiger Steifheit zu meinem Lager zu

eilen. Da er offenbar der Grund zu sein scheint, dass du seit Neuestem ein Lager

meidest, werde ich dir über deinen sauberen Pädagogen, diesen unsauberen

Pädagasten, diesen schmutzigen Weiberfeind, verdammten Knabenschänder,

Wein einschenken. Er regt dir davon ab, dich mit uns abzugeben. Glaubst du denn

im Ernst, dass ein Himmelweiter Unterschied zwischen einer Heter und

Philosophen? Ja, nur viel anständiger und fremder sind wir Heteren.

Wir leiden es nicht, dass sich die Männer in ihrer körperlichen Not mit

Müttern und Schwestern fahren oder mit den Frauen ihrer Freunde schlafen. Wir

sind für die sittliche Sauberkeit des Staates.

In New York filmten wir zwei Ausschnitte aus The Game, die Gängel.

Wobei es sich im ersten Teil um Liebe zwischen zwei Mädchen handelt. Und im

zweiten Teil um gleichgeschlechtliche Liebe zwischen zwei jungen Männern.

Ein Eindringling, bitte.

Ja, nein.

Ich bin eine Truppe, die sich auf dem Vormarsch befindet.

Um die Sklaven aus dem Süden zu befreien.

Doch ich will nicht frei sein.

Nein.

Nein, wir beide haben etwas Neues.

Du und ich.

Gegenseitige Versklavung. Eine brandneue Bezeichnung für angenehme Folterqualen.

Der Löwe ist hungrig.

Er hat den ganzen Tag über nichts gegessen.

Durstig.

Und kein Wasser mehr.

Hier auf meiner Zunge.

Es ist noch was auf meiner Zunge.

Ein einziger Tropfen.

Ja, komm her.

Weißt du, Liebe... Das unanständige Wort.

Was weißt du darüber?

Ich weiß einiges.

Nur nicht, wie man liebt.

Ich glaube aber, ich bin begabt. Das hast du selbst zu mir gesagt. Na komm,

bloß nicht frech.

Nein, das ist unmöglich.

Es ist möglich.

Ich weiß es. Wir können uns lieben.

Die Erklärung der gleichgeschlechtlichen Liebe auf der Bühne und im Film und die

Abschaffung von Gesetzen gegen die Homosexualität bedeuten schon einen

Fortschritt. Aber die Vorurteile, die die meisten Menschen immer noch nach

herkömmlicher Weise gegen die gleichgeschlechtliche Liebe haben, sind

leicht abzubauen.

Junge Männer wie hier miteinander tanzen zu sehen, wirkt auf den

Durchschnittsmenschen immer noch schockierend.

Wie auch immer, homosexuelle Kontakte zwischen Männern sind durchaus keine

Seltenheit. Man darf annehmen, dass wenigstens ein Mann unter zehn mehr oder

weniger homosexuell orientiert ist.

Während bis zu 50 Prozent der gesamten Bevölkerung zumindest flüchtige

dieser Art, besonders in der Jugend, hat.

Trotzdem waren homosexuelle Handlungen bis vor kurzem fast überall strafbar.

Erst in den letzten Jahren haben einige Regierungen, zum Beispiel in Deutschland

und England, einzusehen begonnen, dass der Staat keinen Grund hat, sich damit

beschäftigen, wenn es sich dabei um freiwillige Handlungen zwischen

einvernommenen Personen handelt.

Dennoch diskriminiert die Gesellschaft weiterhin die Homosexuellen und

sie als Ausgestotene.

Folgen davon sind oft Verlust des Arbeitsplatzes und soziale Notlage.

Dr. Pomodoy, wie ist Ihre Definition von normalem und abnormalem

Sexualverhalten? Wissen Sie, ich neige zu der Ansicht, dass Worte wie normal

oder abnormal lieber aus unserem Wortschatz ausgemerzt werden sollten.

sage Ihnen auch warum.

Es gibt mindestens fünf Definitionen über normale und abnormale Sexualität.

wäre zunächst eine statistische Definition, was man eben sexuell tut,

allgemein üblich ist und was als Durchschnitt gilt.

Es gibt auch eine phylogenetische Definition darüber, was wir als

sexuell tun.

Dann gibt es natürlich auch noch eine juristische Definition.

Selbstverständlich auch eine moralistische Definition im Sinne des

Sittenkodex. Und eine soziologische Definition dessen, was für unsere

Gesellschaft schädlich ist.

Nimmt man also irgendeine sexuelle Handlung, sagen wir Homosexualität,

Teil dieser Definition etwas normal nennen, was der andere für abnormal

Und das würde bei der ganzen Skala sexueller Handlungen so sein. Sodass

wahre Antwort nur lauten kann, dass es hier eigentlich kein normal oder

gibt. Seit wann willst du die Kleider meiner neuen Kollektion fotografieren?

Naja, wenn die Modelle da sind, das ist vielleicht am Montag. Erst mache ich

noch die Werbefotos fürs Kaufhaus.

Na fein, dann kann ich inzwischen bereits alles vorbereiten. Die Modelle,

wir diesmal bekommen haben, sind wirklich zauberhaft.

Wenn du willst, kann ich dich zum Geschäftsraum fahren. Ich muss sowieso

vorbei. Na wunderbar, danke.

So, entschuldige, ich hatte noch was vergessen.

Pat und Marie hatten schon seit mehreren Jahren zusammen gelebt.

Petra Fotografin von Beruf, Marie hatte eine Modeboutique.

Dadurch hatten die beiden viele gemeinsame Entretten, führten ein

der Gemeinschaft dienliches Leben, hatten ihren eigenen Freundeskreis und

erfreuten sich bei Nachbarn und Kollegen eines guten Rufes.

Doch gleichgültig wie vollwertig und verantwortungsbewusst eine homosexuell

veranlagte Person sein mag, sie schwebt ständig in Gefahr, das Opfer

gesellschaftlicher Vorurteile und von Denunziation zu werden.

In der Regel werden Lesbierinnen zum Beispiel ohne weiteres aus gewissen

Stellungen entlassen, wenn ihre sexuelle Veranlagung bekannt wird.

Das trifft besonders für jede Art von Lehrerberuf zu, obwohl die Tatsache

bekannt ist, dass sich nur der gleiche winzige Prozentsatz von Homosexuellen

Jugendliche interessiert, wie es auch bei der Gesamtbevölkerung der Fall ist.

Lesbierinnen wie männliche Homosexuelle neigen deshalb zu Berufen, in denen sie

mehr oder weniger selbstständig sind.

oder aber in denen wenigstens ihre Veranlagung toleriert wird.

Ach, mir reicht's.

Magst du was trinken?

Ja, gern.

Nicht zu viel.

Danke. Wie war's denn?

Oh, ich glaube, die waren sehr zufrieden. Ich hab gleich wieder einen

gekriegt. Ist doch schön.

Können wir ja einen Schluck drauf trinken.

Im Gegensatz zu weitverbreiteten Vorurteilen unterscheiden sich

keiner Weise von anderen Menschen.

Sie sind nicht mehr oder weniger neurotisch, vertrauenswürdig,

ähnlich in der Zeit gehen.

Der einzige Unterschied besteht eben nur in der gleichgeschlechtlichen

Partnerwahl.

Ist ja ein herrlicher Tag.

Ich darf jetzt mal ganz hoch, ja?

Oh, jetzt bist du auch rüber.

Was die Technik der homosexuellen Liebe betrifft, so ist sie durchaus mit der im

heterosexuellen Fall vergleichbar. Es werden dieselben Liebesweisen angewandt,

die auch beim zweigeschlechtlichen Verkehr am wirkungsvollsten sind, also

schnellsten zum Orgasmus führen.

Die Vorurteile gegen Homosexualität beruhen meist auf Unkenntnis der

körperlichen, seelischen und soziologischen Tatsachen.

Männer sind der lesbischen Liebe gegenüber toleranter, weil sich ihre

gut in die lesbische Liebesszene hinein projizieren kann.

Es wird immer wieder angenommen, dass Homosexuelle andere Leute verführen und

ihrer sexuellen Neigung bekehren würden.

Aber diese weitverbreitete Ansicht läuft allen Forschungsergebnissen zuwider.

Tatsache ist, dass die meisten Menschen weder hundertprozentig heterosexuell

noch hundertprozentig homosexuell sind, sondern beide Tendenzen in sich tragen.

Ich habe meine Eltern ziemlich oft ohne Kleider gesehen.

Ach, ohne irgendwas?

Ja, natürlich.

Also meine Eltern sagen immer, sowas gehört sich nicht. Und meine sagen, dass

man sich nicht davor zu schämen braucht.

Würdest du dich denn trauen, dich jetzt auszuziehen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass Kinder normalerweise noch nicht dieselbe

schuldbeladene Einstellung dem Sexuellen gegenüber haben, wie Erwachsene in den

meisten Fällen.

Sie stehen also dem Sexus viel natürlicher gegenüber als jene.

Denn gerade die Tabuisierung des Geschlechtlichen ist es ja...

was den Menschen auf das Sexuelle fixiert.

Kinder interessieren sich deshalb auch kaum für Pornografie, besonders wenn sie

sonst auch über sexuelle Dinge nicht im Unklaren gehalten werden.

Es ist immer angebracht, sie zwar ihrem Alter gemäß, aber ohne Vorbehalte, nicht

nur über die Fortpflanzung, sondern auch über die lustbetonten Aspekte des

Sexuellen aufzuklären.

Darüber hinaus begnügen sich Kinder gewöhnlich mit harmlosem Sexspiel, das

darauf ausgeht, ihren eigenen Körper zu erforschen.

Oder höchstens, um sich spielhaft vorzustellen, wie es denn auch auf

Gebiet aussehen könnte, sich erwachsen zu fühlen.

Siehst du, ich hab's auch gewagt.

Diese natürliche Neugierde des Kindes sollte nicht unterdrückt und schon gar

nicht bestraft werden.

Da, wie gesagt, durch solche Unterdrückungsversuche eher das

wird. Wird dem Kind dagegen Gelegenheit gegeben, sich mit seinem eigenen Körper

vertraut zu machen und seine sexuellen Interessen frei, das heißt sowohl im

Spiel als auch in Worten, auszudrücken, wendet es sich ganz von selbst wieder

seinen anderen kindlichen Interessen zu.

Wichtig ist dabei nur, dass man Kinder nicht verängstigt und keine falsche

bei ihnen weckt. Es kommt also bei sexuellen Erfahrungen von Kindern

das an, was das Kind zufällig gesehen oder gar erlebt hat, sondern vielmehr

die Einstellung der jeweiligen Erwachsenen und vor allem auf ihre

Reaktionen diesen Dingen gegenüber.

Na, sag mal, hast du dir wenigstens die Hände gewaschen?

So, nun komm schon ersetzlich hin.

Und was habt ihr heute mit Brigitte gemacht?

Ach, wir haben Pat und Marie gespielt, weißt du? Was habt ihr gespielt, Chris?

Wir haben die beiden beobachtet.

Was heißt denn, ihr habt sie beobachtet?

Wir haben das Fenster zugesehen, wie die beiden gespielt haben.

Die waren ganz ohne Kleider.

Wo hast du die beiden nackten Frauen gesehen?

Na, die wohnen gleich nebenan. Bei Christa. Also das verstehe ich nicht.

haben sie getan?

Marie küsste Pat.

Warum auch nicht? Du weißt doch, dass Pat und Marie sich sehr lieb haben.

Brigitte, merkt ihr das ein für allemal. Anderen Leuten in die Fenster zu sehen,

ist fast genauso schlimm wie stehlen. Aber ich habe es doch überhaupt nicht

Absicht gemacht.

Wir wollten nämlich nur unseren Ball suchen. Der war in ihrem Garten

rübergefallen. Und was habt ihr dann gemacht?

Gar nichts.

Lüg uns jetzt nicht noch an. Du sagst, ihr habt was gespielt?

Naja, Christa hat mich geküsst. So, das hast du dir gefallen lassen. Dann bist

du genauso ein verdorbenes Mädchen wie sie.

Ich glaube, ich muss mich mal mit Christas Eltern unterhalten. Du solltest

schälen. Also, das ist doch wirklich... Ich muss dir sagen, das wundert mich

überhaupt nicht. Ich habe nämlich schon lange das Gefühl, dass Christa nicht der

richtige Umgang für unsere Brigitte ist.

Können die beiden auch Kinder kriegen? Nein, meinst du? Kinder gibt es nur,

Mann und Frau sich lieben. Das weißt du doch.

Ach so, ja, natürlich.

Aber irgendwas müssen wir unternehmen, sonst werden die Kinder von diesen

Weibern noch verdorben. Es ist doch wirklich unverantwortlich, dass solche

perversen Leute heute frei rumlaufen dürfen. Ich finde, das ist ein

Ich werde die beiden einfach anzeigen.

In jedem Land gibt es zwei verschiedene Ansichten über Sexualität. Eine liberale

und eine konservative, wie im Falle dieser zwei Elternpaare.

Das Gesetz vertritt im Allgemeinen die konservative Einstellung, wobei es dann

nicht selten zur Diskriminierung gegenüber sexuellen Minoritäten kommt,

in diesem Fall.

Im liberalen Dänemark wäre dieser Fall kaum möglich gewesen. Nach Absaffung der

Zensur befürchteten einige, dass dies das Ende der Gesellschaftsordnung sei.

fragten den Sachverständigen für Strafrecht im dänischen

Herrn Brüden -Scholl, nach den Auswirkungen der Zensuraufhebung. Dieses

Gesetz bei uns bedeutet, dass jeder Mann, wenn er will, so viele

Bilder oder ähnliches anfertigen und herstellen kann, wie er möchte.

Und darüber hinaus darf man diese Produkte ohne weiteres verkaufen,

auf diskrete Weise. Und selbstverständlich nicht an Personen,

Jahren sind.

Vielleicht ist es auch möglich, im Privatclub alles zu zeigen, was

möglich ist. Es ist aber doch eine Tatsache, dass entweder trotz der

Auflockerung der Zensur oder vielleicht auch aufgrund dieser Auflockerung die

Anzahl von Sexualvergehen in Dänemark immer weiter abgesunken ist. Und diese

Erscheinung hält auch noch an, ganz gleich wie weit man geht.

Man kann zwar nicht wissen, ob es so bleiben wird, aber augenblicklich ist es

ganz genau, wie Sie sagen.

Ach, übrigens, ich wollte Sie auch noch etwas anderes fragen.

Es gibt hier in Dänemark doch relativ wenig Prostitution.

Wissen Sie, selbstverständlich haben wir noch Prostitution, aber im Vergleich zu

den meisten anderen Ländern ist es eigentlich so gut wie keine.

Na,

hast du jetzt mal eine schnelle Tour zu machen?

Na ja, vielleicht später.

Sag mal, Kleiner, was ist mit dir? Bist du pleite oder kannst du nicht?

Na, das ist vielleicht nicht pleite. Einer von diesen Höhemänner, der auf die

linke Tour kommt.

Na, Leute, wenn das Geschäft so bleibt, kaufe ich mir morgen eine Villa.

Tschüss.

Aber Prostitution braucht nicht im Sinne des Wortes etwas Negatives zu sein.

Einige Ärzte und Psychologen in Amerika und Europa haben Wege gefunden, sich

ihrer zum Wohle der Patienten zu bedienen.

Besonders geeignete Prostituierte und Callgirls werden sozusagen zu

Hilfspersonal in gewissen Fällen männlicher Potenzstörung.

Sagen Sie, rauchen Sie denn immer noch so viel? Es geht eine ganze Menge. Ich

wollte aufgeben, aber ich schaffe es nicht.

Sagen Sie, Tina...

Sie erinnern sich doch noch an Herrn Kemp, nicht?

Natürlich.

Ich habe leider nichts mehr gehört. Wie geht es Ihnen? Ach, ziemlich gut.

Und das selbstverständlich durch Ihre Mithilfe. Ich habe nämlich einen neuen

Fall für Sie. Es ist ein Mann von etwa 30 Jahren mit sehr wenig sexueller

Erfahrung. Hier habe ich ein Foto von ihm.

Der sieht ziemlich gut aus.

Ich habe festgestellt, dass er vor allem Minderwertigkeitskomplexe hat.

Ja, es fällt ihm grundsätzlich schon mal schwer, Kontakt aufzunehmen. Und er

scheint bereits von Natur aus ziemlich gehemmt zu sein.

Vor allem Frauen gegenüber.

Er hat es wohl, so viel wie er mir gesagt hat, inzwischen einige Male mit

Prostituierten versucht, aber das ist wohl schief gegangen.

Ich glaube, diese ganze geschäftliche Ebene hat ihn dabei wohl ziemlich

abgestoßen und dadurch ist er wahrscheinlich noch verklemmter

schon war.

Also, ich will nicht lange wie die Katze um den heißen Brei gehen.

Sie könnten ihm, glaube ich, mit Geduld und Verständnis helfen, seine Probleme

zu überwinden und ihm Selbstvertrauen geben.

Darum habe ich wieder an Sie gedacht.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass Sie ihm gefallen.

Wäre es Ihnen recht, wenn ich ihn morgen nach Feierabend zu Ihnen schicke? Es

ist so gegen sechs.

Ja, gut, ist in Ordnung. Danke.

Rufen Sie mich doch am Mittwoch an und sagen Sie mir erst mal, was war.

Ah, guten Abend.

Guten Abend. Der Bäcker, nicht wahr? Kommen Sie rein.

Guten Kommen. Vielen Dank.

So, nehmen Sie bitte erstmal Blatt. Ja, danke.

Möchten Sie was trinken? Ach, machen Sie nur keine Umstände.

Ach, ich möchte ganz gern was trinken.

Wie wäre es denn mit einem kleinen Whisky? Na ja, gut.

Möchten Sie ihn lieber mit Eis oder ohne Eis? Mit Eis, bitte. Hier.

Sagen Sie, Herr Becker, was haben Sie überhaupt für einen Beruf?

Ich bin Buchhalter.

Prost. Prost.

Ach, sagen Sie, finden Sie es nicht besser, wenn wir uns beim Vornamen

Ich glaube, das spricht sich leichter.

Gerne, ich heiße Tom. Und ich Tina.

Danke.

Arbeiten Sie bei einer großen Firma?

Ja.

Einer viel zu großen.

Wie meinen Sie das?

Ach, man fühlt sich da so unbedeutend.

Ja, das kenne ich denn. Ich war Tänzerin in einer Truppe.

Eine von 30.

Tja, das war jeden Tag, jeden Tag dasselbe. Und eines Tages hatte ich es

Ich habe den ganzen Kram einfach hingeschmissen.

Ach so.

Und das hier gefällt Ihnen besser?

Eigentlich ja. Ich habe nur nette Kunden wie Sie.

Dr. Hansen hat mir nämlich erzählt, Sie haben nur schlechte Erfahrungen mit

Mädchen gemacht. Ich meine mit Mädchen aus unserem Gewerbe.

Das tut mir leid.

Ach, na ja, ich glaube, ich bin selbst dran schuld.

Ja, sicher. Wissen Sie, die meisten Mädchen sind eben nur aufs Geld aus.

Ich mache mal ein bisschen Musik.

Wollen wir ein bisschen tanzen, Tom?

Gerne, aber plötzlich.

Kannst du nicht? Ach, das mach doch nicht.

Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. Es geht doch ganz gut.

Na prima.

Ja, mach nicht ganz ernst.

Die meisten Potenzstörungen sind nicht körperlichen, sondern seelischen

Ursprung. Sie beruhen auf langjährigen falschen Ansichten und unglücklichen

sexuellen Erfahrungen.

Eine feinfühlige Frau kann in solchen Fällen dem Mann zu Selbstvertrauen

verhelfen und ihm seine anerzogene Furcht vor dem Versagen und dem damit

verbundenen Gefühl des Gedemütigtwerdens nehmen.

In nicht wenigen Fällen ist die Potenzstörung des Mannes auf weibliche

Passivität vor oder während des Geschlechtsverkehrs zurückzuführen.

Auch abweisende oder herablassende Einstellung des Partners oder die

sich gewissen Arten des Vorspiels und Beischlafs hinzugeben, können dazu

beitragen.

Glücklicherweise sind angenehme, also positive Erfahrungen in dieser Hinsicht

ebenso in der Lage, eine andauernde, günstige Wirkung auszulösen.

Tatsächlich ist es oft so, dass der Therapeut nur von einem besonders

weiblichen Beobachter erfahren kann, wie sich der Patient wirklich in sexuellen

Situationen verhält und worin seine eigentlichen Schwierigkeiten liegen.

Denn der Patient ist meistens nicht in der Lage, sich darüber ein objektives

Urteil zu bilden.

Die Prostitution haben wir bereits erwähnt. Wie Sie wissen, hat sich der

schon immer mit dem Problem der Prostitution befasst.

Dabei versucht er, wenn auch aus den verschiedensten Gründen, jede Art von

Prostitution zu regulieren und zu kontrollieren.

Wie ist Ihre persönliche Meinung als Wissenschaftler dazu?

Glauben Sie, dass die Prostitution irgendeine nützliche Rolle in der

Gesellschaft spielen kann?

Ja, das könnte man sagen. Sie spielt eine nützliche, wenn auch beschränkte

Rolle. Ich finde eigentlich, in einer wirklich freien Gesellschaft besteht

wenig Bedarf an Prostitution.

Aber selbst eine so gelagerte Gesellschaftsform kann wohl nicht völlig

Prostitution auskommen. Ein Mann, der andauernd auf Reisen ist und keine

Kontaktmöglichkeiten in der fremden Stadt hat. Ein Mann, der missgebildet

sonst wie benachteiligt ist und nicht auf normalerweise Anschluss finden kann.

Für diese Leute hat Prostitution immer noch einen gewissen Wert.

Sie finden also nicht, dass Prostitution eigentlich gesetzwidrig ist und daher

besser verboten werden sollte?

Meiner Ansicht nach ergeben sich durch Prostitution zwei Grundprobleme. Und

nicht nur bei uns, sondern überall.

Denn entweder die Prostitution paktiert mit der Unterwelt, zum Beispiel die

Begünstigung von Verbrechern und Verbrechen, Rauschgifthandel und so

also wenn sie illegal ist.

Oder aber sie zeigt sogar noch Bestrebungen, Polizeibeamte zu

Während die Prostitution in gewissen Fällen eine Art Notlösung für den Mann

kann, ist der Gruppensex als eine Teillösung des sexuellen Problems für

verheiratete Paare anzusehen. Hier wird das Bedürfnis nach Abwechslung gemeinsam

anerkannt, um dadurch eine Gefährdung der Ehe zu verhindern.

Verhältnisse, Verhältnisse.

Bei einem Mann ist es doch ganz was anderes.

Ach, wieso denn nur beim Mann?

Verhältnis ist Verhältnis.

Wenn du dir das erlauben kannst, dann kann ich es genauso.

Ich muss sagen, du wirst mir da etwas zu fortsetzen.

Ja, daran wirst du dich eben in Zukunft gewöhnen müssen.

Und wenn nicht?

Na ja, du weißt doch, wie das ist, wenn man geschäftlich öfter mal unterwegs

ist. Okay, dann werde ich auch geschäftlich unterwegs sein.

Nennst du das eine Ehe?

Ehe, das ist es ja.

Ich glaube, es ist das Beste, wir lassen uns scheiden.

Scheiden? Ruhig, doch kein Unsinn.

Man läuft doch nur noch aneinander vorbei.

Glaubst du, es macht mir da Spaß, noch aufzugehen?

Du wirst dich wohl noch zusammennehmen können.

Sag mal, weißt du überhaupt, was die Uhr ist?

Wir kommen wieder mal zu spät. Ja, ich beeile mich ja schon.

Kannst du mal zumachen?

Entschuldige bitte, wir sind ein bisschen zu spät. Das mache ich ja

wir hatten jetzt kaum noch mit euch gerechnet.

Wir hatten uns ein bisschen festgequatscht. Muss ja ein

gewesen sein. Gehen wir mal darüber sogar die Zeit, bitte.

Ach, Eva, kommst du an meine Bühnenseite? Ich hoffe, dass ihr

ein bisschen Appetit mitgebracht habt.

Selbstverständlich. Ihr habt ja lange genug auf uns gewartet.

Also, Eva, wenn das eine Anspielung sein soll... Ach, nehmt doch erst mal den

Begrüßungsschloss. Vielen Dank.

Bitte greift doch zu.

Tja, wollen wir uns nicht setzen?

Wir sind da drüben, nicht? Ja, vielen Dank.

Nehmt doch alle eure Teller mit. Ich hoffe,

ihr habt ordentlich Hunger mitgebracht.

Ich glaube kaum, dass ihm etwas daran liegt.

Was ist denn los mit euch beiden? Stimmt irgendwas nicht?

Auch nichts.

Ich weiß gar nicht, warum du es ihnen nicht sagen willst.

Dir macht das ja richtig spannend. Was soll er uns sagen?

Ja eben, was ist schon weiter dabei?

Wir wollen uns zeigen lassen.

Aber Eva, das ist doch lächerlich. Das habe ich nie gesagt.

Hast du auch nicht.

Aber Eva, die Sache ist nämlich die, dass Kurt es jetzt vorzieht, seine

mit anderen Damen zu verbringen. Eva, ich muss doch dir bitten.

Und ich bin das arme kleine Häschen, das zu Hause sitzt.

Eva, muss denn das jetzt sein?

Warum denn nicht? So ein kleiner Quatsch, der mal ganz erfrischend.

Eva übertreibt wieder, wie immer. Ganz im Gegenteil.

Ich habe ihm gesagt, ich verhalte mich in Zukunft ebenso wie er.

Also wirklich, das geht zu weit, Eva. Wenn ich euch so zuhöre, muss ich sagen,

eure Unterhaltung kommt mir irgendwie bekannt vor, nicht, Ingrid?

Ich kann mich noch ziemlich gut an die Sache mit deiner 20 -jährigen Sekretärin

erinnern. Wieso ist das etwa bei euch auch so? Was das ist, war.

Und im Übrigen war das auch nicht da. Für mich schon, und das war auch nicht

einzige Mal.

Also davon haben wir überhaupt nichts mitbekommen.

Ja, das kann ich mir vorstellen. Das ist für Außenstehende auch nicht so einfach

gewesen. Ewig lange her.

Weil, weißt du? Ja, wir gehen aus. Aber nicht so, wie du meinst.

Fred, hilf mir mal. Wie wollen wir das den beiden erklären?

Ja, also, unser Fall ist sicher auch nicht viel anders gewesen als eurer.

Auch bei uns ist es damals schon aus ähnlichen Anlässen zu Verwürfnissen

gekommen. Es war schon die Rede von Scheidung.

Fred hatte doch seine Freundinnen.

Naja, und da habe ich schließlich auch angefangen, fremdzugehen.

Aber diese Art von Ehe fiel uns beiden dann bald auf die Nerven.

Und bis wir uns dann eben eines Tages hinsetzen und anfingen, in aller Ruhe

uns zu sprechen und festzustellen, dass wir uns noch viel bedeuteten. Ach so,

ich verstehe, also irgendeine Abmachung.

Ihr habt euch wahrscheinlich versprochen, damit beide sofort Schluss

Also ganz ehrlich gesagt, wir fanden eine andere Lösung. Und welche?

Ja, ich fürchte, es hört sich für euch vielleicht ein bisschen komisch an. Aber

wir lernten ein Ehepaar kennen, das uns dann von Partys erzählte, auf denen man

seinen Partner tauschen konnte. Ach so.

Genauso wie in diesen Annoncen.

Modernes Ehepaar bittet und so weiter. Ja, ja, so in etwa.

Ach, und da habt ihr wohl mitgemacht. Nun, wir waren damals eben bereit, alles

zu versuchen, um unsere Ehe zu retten. Aber auf diese Weise?

Ich verstehe, was du meinst.

Natürlich, ganz zu Anfang kam uns das auch ziemlich komisch vor.

Ich muss zugeben, dass ich eine Menge Vorbehalte hatte. Ja, das kann ich

verstehen. Also, ganz ehrlich gesagt, ich kann mir so etwas wie Partnertausch

beim besten Willen nicht vorstellen.

Ach, sieh mal an, du bist doch sonst immer so betont fortschrittlich.

Tja, meine Lieben, entschuldigt, aber ich finde es eigentlich unmöglich, so

Sache zu beschreiben oder zu erklären.

Ich mache euch einen Vorschlag. Es wäre doch sicher das Vernünftigste, wenn ihr

am nächsten Samstag einfach mitkommen sollt.

Wir sind da nämlich von ein paar Freunden, die ihr wahrscheinlich nicht

in eine ganz besonders hübsche Wohnung eingeladen worden. Und ich könnte mir

vorstellen, dass es euch da vielleicht gefällt.

Wir kommen einfach mit. Na, ohne weiteres.

Aber wir wissen doch gar nicht, was soll's. Ach, was soll's. Ihr kommt

mit und seht es euch an. Wenn es euch nicht gefällt, geht ihr wieder. Das ist

aber doch peinlich. Nein, warum denn? Ich kann verstehen, dass ihr Hemmungen

habt. Das gibt sich dann schon. Das ist natürlich.

Ich glaube, es ist stimmt, dass die beiden sehr gut reinpassen würden. Es

diesmal besonders nette Leute dabei.

Natürlich, das ist eben eine Vertrauenssache. Also nur keine Meinung.

Aber ihr werdet schon nicht gefressen.

Unsere Ehe haben wir damit jedenfalls gerettet. Das kann man wohl sagen.

Selbstverständlich. Ein bisschen Erfahrung kann nichts schaden.

Ja, aber etwas Humor könnte mir doch nicht heranhängen. Und ich darf auch

niemanden mitkriegen.

Guten Abend. Wir haben ein paar Freunde mitgebracht.

Darf ich vorstellen, Herr und Frau Karlsson.

So.

Gruppensex, obgleich heute anscheinend ständig im Zunehmen, ist eigentlich gar

nichts so Neues.

Fast alle Zivilisationen der Vergangenheit kannten und praktizierten

in der einen oder anderen Form.

Oft auch in Verbindung mit religiösen Feiern und Fruchtbarkeitsgründen.

Dies gilt ebenso für die antike Griechenland, Roms und Indiens, wie für

primitiven Kulturen Afrikas und Polynesiens, als auch für die

Stämme im hohen Norden.

Die Anziehungskraft des Gruppensex in der Neuzeit liegt in der Möglichkeit,

dadurch das Bedürfnis nach sexueller Abwechslung zu befriedigen, ohne dabei

Ehe oder das Verhältnis zwischen zwei permanenten Sexpartnern zu gefährden.

Denn bei Gruppensex besteht weit weniger die Gefahr als bei den üblichen

außerehelichen Freundschaften oder Verhältnissen, dass es zur Anknüpfung

tieferer seelischer Beziehungen und zu neuen Paarbindungen kommt.

Andererseits löst aber bereits die Vorstellung von Gruppensex bei vielen

moralische Entrüstung und Empörung aus.

Das ist verständlich, denn im Idealfall sollen ja die geschlechtlichen

Beziehungen zwischen zwei Partnern gleichzeitig der intime Ausdruck ihrer

seelischen Übereinstimmung sein.

Doch das wirkliche Verhalten der meisten Menschen in dieser Beziehung

entspricht, wie allgemein bekannt ist, durchaus nicht immer diesen

idealistischen und vielleicht sogar unrealistischen Vorstellungen.

Bevor man all das als eine verwerfliche Form von organisierter Untreue abtut,

Sollte man sich vergegenwärtigen, dass nach Kinsey mehr als 30 % aller

verheirateten Frauen und fast alle verheirateten Männer bis zu ihrem 40.

Lebensjahr außer ehelichen Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Eheliche Seitensprünge werden gewöhnlich vor dem Partner geheim gehalten.

Obwohl sie erwiesenermaßen oft einen positiven Effekt auf die Ehe ausüben

können, führen sie doch in vielen Fällen zu Auseinandersetzungen und

Scheidungen. Die Vorteile beim Gruppensex liegen dagegen auf der Hand.

Denn die Ehepartner nehmen gewöhnlich gemeinsam an diesen Erfahrungen teil.

Gefühl des Hintergangenseins entfällt.

Eifersucht wird somit auf ein Minimum reduziert oder völlig abgeschafft.

Allerdings können nur grundsätzlich gesunde Ehen auf die Dauer solcher

außerehelichen Kontakte verkraften. Eins steht jedenfalls fest.

Privater Gruppensex gefährdet weder Staat noch Gesellschaft.

Es existieren auch gar keine spezifischen Gesetze dagegen, sondern

wenn man will, Das Gesetz gegen Erregung öffentlichen Ärgernisses,

Unzuchtparagrafen und das berüchtigte Gesetz gegen Kuppelei auf die

Gruppensituation anwenden.

Na, wie hat es dir gefallen?

Auf jeden Fall ist alles viel einfacher gewesen, als ich mir es vorgestellt

habe. Zu Anfang habe ich mich zwar, ja, ich habe mich geschämt, aber dann, dann

war alles ganz einfach.

Ja, ja, ich weiß, was du meinst.

Zuerst kämpft man dauernd mit seiner Angst.

Ich glaube, das Allerschwerste war die Entscheidung, ob ich überhaupt mitkommen

soll. Wirklich.

Ja, ja, das habe ich gemerkt.

Und dann später wahrscheinlich das Ausziehen.

Sie sind doch über das Sexualverhalten in Dänemark im Bilde. Was glauben Sie,

wofür interessieren sich die Leute zurzeit am meisten?

Nun ja, auch bei uns ist Gruppensex sehr in Mode.

Alles spricht davon, ich meine im wahrsten Sinne des Wortes, dass sie nur

sprechen. Denn die wenigsten Leute leben doch danach.

Das tut überhaupt keine, keine Frage.

Sehen Sie, ich glaube nicht, dass die dänische Bevölkerung, wenigstens meine

Generation oder unsere Generation,

heute bereits reif genug ist, um wirklich zusammen in einer Gruppe zu

glaube, man würde viel zu eifersüchtig sein.

Junge Leute interessieren sich weniger für sexuelle Abwechslung. Sie suchen

vielmehr Anschluss an einen Partner, dem sie sich seelisch mehr oder weniger

verbunden fühlen.

Hier steht also die Paarbildung und nicht die sexuelle Befriedigung an sich

Vordergrund.

Robert und Ann waren ein typisches junges Paar, das sich seit längerer Zeit

kannte und liebte.

Sie wollten so bald wie möglich heiraten.

Ann war Sekretärin bei einem Rechtsanwalt.

Robert studierte auf der Technischen Hochschule, um Ingenieur zu werden.

Anwaltsbüro?

Das sind ja nicht so doll. Na hör mal, wer wird jetzt so feige sein?

Also da konnte ich nicht mehr.

Vielen Dank.

Du kommst doch noch mit, oder?

Nein, Robert, ich muss nach Hause, wirklich.

Warum denn schon so früh?

Mutter wartet doch.

Ist doch ganz klar, dass du bei mir bist. Sei kein Spielverderber, bitte geh

noch nicht nach Hause.

Ich hab auch noch was zu trinken da und dann machen wir deinen hübschen

Nachmittag, hm?

Ach, ich weiß nicht. Na klar.

Ich muss das nachher alleine zu Hause ausbaden, wenn ich Arbeit verliere. Na

mal, ich bin ja auch noch da.

Was ist denn? Magst du einen Schluck?

Sag mal, bist du krank? Ich kann doch schließlich keine Kopfstände machen, um

dich aufzuhalten.

Na komm, sei doch lieb.

Magst du nicht?

Schätzchen, was ist denn?

Während man in der Öffentlichkeit heuchlerisch noch immer den vorehelichen

Geschlechtsverkehr verurteilt, haben alle Untersuchungen über Eheerfolge

eindeutig dieses Ergebnis.

Frauen mit vorehelichen Erfahrungen sind sexuell wesentlich ausgeglichener und

ihre Ehen sind dementsprechend glücklicher.

Diese Tatsachen gewinnen noch an Bedeutung, wenn man sich

nur ein Drittel aller Ehefrauen beim Geschlechtsverkehr mehr oder weniger

regelmäßig zum Orgasmus kommt.

Das ist umso tragischer, als vollkommen unnötig ist.

Denn das Erreichen des Orgasmus ist bei der Frau eine erlernbare und nicht

angeborene Reaktion wie die Ejakulation des Mannes.

In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Unwissenheit, was den Körper

des jeweiligen Partners anbelangt.

Natürlich kann sich der junge Mensch von heute leichter informieren, als das bei

der älteren Generation der Fall war.

Doch nach wie vor gibt es keine bessere Schule der Liebe als die Praxis.

Denn nur da können Hemmungen endgültig beseitigt werden und Angstkomplexe, die

zu Störungen führen können, abgebaut werden.

Eine entscheidende Hilfe dabei ist für den jungen Menschen von heute die fast

perfekte Maschinerie der Verhütungsindustrie.

Man kann sagen, dass nichts mehr zur sexuellen Revolution von heute

hat, als die Antibabypille und Antibiotika gegen mögliche Infektionen.

Doch die Praxis zeigt, dass es trotzdem durch Unwissenheit, Leichtfertigkeit,

Rückständigkeit oder Versagen der Mittel zu unerwünschten Schwangerschaften mit

den entsprechenden Folgen kommen kann.

Sag mal, was ist denn los mit dir?

Was hast du denn bloß? Oh, nichts, gar nichts.

Nichts?

Warum bist du denn heute so komisch, so anders?

Ich bin schwanger.

Was? Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Wirklich? Weißt du das denn genau?

Ja, ich bin beim Arzt gewesen.

Na und, was sagt er?

Er hat einen Test gemacht.

Und wer war also... Warum hast du mir denn bloß nichts gesagt?

Na, ich hab's ja auch gerade erst erfahren.

Und ich konnte nicht wissen, wie du... Denn eins ist ja klar, das wird nicht so

ganz einfach für uns beide sein.

Na, das ist ja ein Ding. Was machen wir denn nur?

Ja, woher soll ich das wissen?

Und, äh... Na, was soll's? Dann müssen wir eben heiraten.

Doch.

Du weißt doch ganz genau, dass das so schnell nicht möglich ist, oder?

Und wovon wollen wir dann leben?

Schließlich musst du ja erst dein Studium beenden. Das heißt, mindestens

zwei Jahre warten.

Na, schön und gut, aber ich finde, irgendetwas müssen wir doch tun.

Ja, natürlich.

Ich will meine Arbeitsstelle nicht verlieren.

Immerhin darf man nicht vergessen, dass ich meine Mutter noch mit ernähren muss.

Du hast doch einmal eine...

Einmal was von einer Freundin erzählt, die irgendwie beim Arzt gewesen ist.

Ja, ich habe daran nämlich auch schon gedacht.

Was, wie viel kostet das? 300?

So viel haben wir ja gar nicht mehr.

Ach, du darfst dich nicht aufregen.

Irgendwie wird es so werden. Wir hatten auch kein Geld.

Damals hat mein Arzt eben eine Ausnahme gemacht.

Du darfst nicht vergessen, er ist ein fabelhafter Arzt und nicht irgendein

Scharlatan.

Ja, aber ich kann doch nicht einfach zu ihm hingehen. Oder doch?

Warum denn nicht?

Ich kann ihn ja erstmal anrufen, wenn du willst. Doch überzeugen muss ich ihn

schon selbst, denn das ist klar, Geld spielt überhaupt keine Rolle.

Sagen Sie mal, wissen Sie überhaupt, was Sie da von mir verlangen?

So aus heiterem Himmel bitten Sie mich, eine Abtreibung vorzunehmen.

Und nur, weil es Ihnen zurzeit unbequem ist, ein Kind zur Welt zu bringen und

einiges für dieses Kind zu opfern.

Ganz zu schweigen davon, dass Sie etwas Illegales verlangen.

Haben Sie sich denn vorher niemals Gedanken darüber gemacht, dass so ein

Verhältnis Folgen haben könnte?

Sie haben einen Freund. Gut, Sie lieben ihn. Er liebt Sie auch.

Und auf einmal fühlen Sie, dass Sie schwanger sind.

Sicher, das ist nicht sehr angenehm. Sie können nicht auf Ihre Arbeit verzichten

und Ihr Freund muss erst noch sein Studium beenden.

Doch Sie dürfen nicht vergessen, das geht vielen jungen Paaren so.

Tausende von jungen Leuten sind in derselben Lage.

Und dann vergessen Sie bitte nicht, das, was Sie jetzt als Belastung empfinden,

kann vielleicht später einmal Ihre größte Freude sein. Aber was soll ich

nun mit dem Kind anfangen?

Ich habe doch keinen, der es versorgen kann.

Meine Mutter ist doch zu alt, die kann sich nicht um das Baby kümmern.

Meinen Sie denn nicht, dass ich das Kind auch gern behalten würde, wenn es

irgendwie ginge?

Glauben Sie mir doch bitte!

Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich tun soll.

Also gut.

Am nächsten Dienstag geht es.

Um drei Uhr, ist das recht?

Danke, ja.

Ich hab's Ihnen aufgeschrieben.

Also, gut, dann würde ich mit raufkommen.

Mir wäre es auch lieber.

Aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen.

Es wird schon alles gut gehen.

Etwa 30 Millionen Abtreibungen werden pro Jahr in der Welt vorgenommen. Also

rund eine Abtreibung pro Sekunde.

Das bedeutet, mehr als die Hälfte aller Schwangerschaften werden unterbrochen.

Man darf auch in der Bundesrepublik mit 100 bis 300 Abtreibungen auf 100

Geburten rechnen.

Und das trotz aller strengen Gesetze gegen die Abtreibung.

Unsere Welt schwebt nachweislich in der Gefahr, durch Überbevölkerung erdrosselt

zu werden.

Es geht aber nicht nur darum, eventuell durch Ersatznahrungsmittel leere Mägen

zu füllen. Der drohende Bevölkerungsanstieg bis zum Jahre 2000,

Sicherheit alle bestehenden Normen verändern wird, könnte auch das Ende

Zivilisation im herkömmlichen Sinne bedeuten.

Demokratie, Persönlichkeitsrechte, individuelle Menschenwürde und

Komfort, alles würde bedroht werden.

Es hat sich darüber hinaus erwiesen, dass Überbevölkerung Kriminalität und

Gewalttätigkeiten fördert.

Schon aus diesen Gründen wäre es angebracht, überalterte

abzuschaffen oder zu reformieren.

In Ländern, die entsprechendes unternommen haben, wie in Japan zum

sind die Auswirkungen ins Auge springend.

Innerhalb eines Jahres gelang es dort, die Geburtenrate durch fortschrittliche

Gesetze zu halbieren.

Natürlich ist Abtreibung kein Ersatz für effektive Empfängnisverhütung. Aber oft

fehlen, wie zum Beispiel in unterentwickelten Gebieten und bei den

Schichten, die Mittel oder das Verständnis für Geburtenregelungen.

In all diesen Fällen ist es von größter Bedeutung, dass die Frau das Recht haben

sollte, selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind austragen und zur Welt bringen

möchte oder nicht.

Solange das nicht so ist, hindert der Gesetzgeber die Frau daran, selbst über

ihren eigenen Körper und damit über ihr weiteres Schicksal zu entscheiden.

Somit werden täglich tausende von Frauen in der ganzen Welt dazu verurteilt,

sich dem Risiko einer illegalen Abtreibung auszusetzen.

Oder aber sie müssen sich, meist unter großen seelischen und auch körperlichen

Schäden, mit einem Zustand abfinden, den man nur als eine zwangsweise

Schwangerschaft bezeichnen kann.

Können Sie es noch aushalten?

Ja.

Sagen Sie bitte, wenn es anfängt, sehr weh zu tun. Wie ist es denn? Ein wenig

schon.

Eine Schande, dass man das immer noch nicht in der Klinik machen kann.

Unter Betäubung.

Ach,

nur keine Sorge.

Ich halte es schon noch aus.

Ein paar Tage schon. Vor allem aber im Bett bleiben.

Und wenn irgendwas ist, rufen Sie mich bitte sofort an, ja?

Hey, Fräulein, ist was mit Ihnen? Ich meine, ist es schlecht geworden oder

irgendwie? Was machen wir denn?

Herr Dr. Gutmacher, ich möchte Sie als Mediziner und Wissenschaftler fragen,

Sie von unseren angeblichen Abtreibungsgesetzen halten.

Also ich finde, dass unsere Gesetze eigentlich hinterwältnerisch sind,

und undurchführbar. Und dass sie unbedingt sehr bald geändert werden

Wie viel Risiko besteht bei legaler Abtreibung? Legale Abtreibung ist

ohne jedes Risiko.

Ich glaube, wir haben da ein paar sehr gute Statistiken, von denen...

Aus den osteuropäischen Ländern, die dort von 25 Todesfällen bei einer

legaler Abtreibungen sprechen. Das wären also zweieinhalb auf etwa 100 .000, was

natürlich eine sehr geringe Zahl ist. Denn in den Vereinigten Staaten haben

bei 100 .000 Mandeloperationen allein...

17 Todesfälle. Also kann man bei einer Sterbequote von 2 ,5 auf 100 .000

eigentlich von keinem Risiko mehr sprechen.

Frau Pölpel, was halten Sie als Frau und Rechtsanwältin von den

Abtreibungsgesetzen? Ich bin sowohl als Frau, als Rechtsanwältin, aber vor allem

auch als Mensch der Ansicht, dass die Abtreibungsparagraphen überholt sind, da

dieser Eingriff als normaler medizinischer Vorgang anzusehen ist.

Ich bin nicht nur aus Gewissensgründen dieser Meinung, sondern besonders auch

aus juristischen Erwägungen.

Denn bei unserer Verfassung ist es wohl nicht von der Hand zu weisen, dass wenn

eine Sache gegen das Gewissen verstößt, sie gleichzeitig gegen die Verfassung

verstößt. Auch nach der Meinung diverser Gerichte sind Abtreibungsparagraphen

verfassungswidrig, wenn sie verhindern, dass man sich normaler medizinischer

Behandlung unterziehen darf. So wie es in der Praxis allgemein üblich ist. Oder

aber auch wenn man Frauen eben zur Zwangsweisung Schwangerschaft zwingt.

Und drittens, wenn diese Gesetze einem Arzt das Recht verweigern, seine

medizinischen Kenntnisse und Erfahrungen so einzusetzen, dass die Gesundheit der

Frau eben zum Wohl der Familie erhalten bleibt.

Genau. Im Zeitalter der Bevölkerungsexplosion ist wohl die

der Abtreibungsgesetze von besonderer Bedeutung für die Frau, die Familie und

den Staat.

Und wie soll es nun weitergehen? Es spielen sich täglich menschliche Dramen

ähnlich wie die Beispiele, die wir Ihnen gerade gezeigt haben.

Wer ist daran schuld?

Wir würden es uns etwas zu leicht machen zu sagen, es ist allein die

Verantwortung der verlogenen, heuchlerischen Gesellschaft.

Denn sind wir nicht alle ein Teil dieser Gesellschaft und ihrer Vorurteile?

Und sind wir nicht durch Passivität zugleich Mitschuldige und Opfer?

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