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Ja, wieder wie neu.
Ich erwähne dich in deinem Abendgebet, Süße.
Damit du ganz sicher in den Himmel kommst.
Ich kann zu lange beten, liebe Elli.
Die Orchesterprobe ist beendet. Damit allen einen schönen Feierabend.
Frau Aschenbuttelchen, willst du mal probieren?
Wenn die passen, dann darfst du heute Nacht meine Königin sein.
Sehr großzügig, Willi, aber ich verpflichte.
Schweren Herzen.
Man kann keinen zu seinem Glück zwingen.
Was machst du heute Abend eigentlich, Paula?
Dich bei Insta blockieren.
Hast du auch schon mal frischer ausgesehen, Valerie?
Der Mensch freut sich ja immer bald vor Zuspruch, Frau Oberspielleiterin.
Weiß ich doch, Schätzchen.
Was soll ich denen jetzt sagen?
Was sie denken.
Wenn ich denen sage, was ich denke, dann war Ribbeck länger Bundestrainer, als
ich in den Dampferkönner Oper.
Ribbeck? Meinst du den mit dem Birnbaum?
Genau der.
Und was denken Sie?
Das sag ich ja nicht.
Dann sagen Sie doch einfach, es ist alles kein Problem und alles wird gut.
Na, das sag ich doch.
Hast du was gegen Kopfschmerzen?
Hast du einen Kater?
Kätzchen.
Hey, jemand lügt auf Feierabendbier?
Okay.
Okay, dann...
Bleiben Sie zurück!
Ellie Thunder, Mitarbeiterin der Oper Requisite.
Fundort und Tatort?
Glaube ich nicht.
Okay, gut. Alles klar.
Was spricht dagegen?
Dagegen spricht, dass nichts dafür spricht.
Dagegen spricht auch, dass die Kollegen in ihrer Wohnung Blutspuren gefunden
haben. Na, viel Blut fließt nicht nach dem Schuss ins Herz.
Haben die Nachbarn irgendwas bemerkt?
Die wird vermutlich in ihrer Wohnung umgebracht und dann hier.
Hier ist doch kein Ort, um eine Leiche zu verstecken.
Sieht auch eher nach einer öffentlichen Aufbahrung aus.
Mit Grabbeilagen.
Wahlschwein.
Schweinswahl. Wahlschwein.
Wo fährt denn der Aufzug hin?
Ich vermute nach oben.
Freunde, Feierabend, Kripo Köln. Jetzt arbeiten erst mal wir hier.
Wieso schicken Sie die Leute weg?
Weil das hier ein Tatort ist. Wenn wir hier fertig sind, im besten Fall morgen,
können Sie hier weitermachen. Und bis dahin haben Sie frei.
Darius Henning, ich bin der Intendant der Kölner Ober.
Schenk. Mein Büro sagt, die Polizei will mit mir sprechen. Das sind Sie, oder?
Ja, das sind wir.
Es wurde eine Leiche gefunden.
Hier, gewissermaßen unter uns.
Ich war vollkommen erschüttert. als ich es erfahren habe.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Elisandra war Single.
Angehörige konnten wir bisher keine ausfindig machen.
Laut Nachbarin hat sie den größten Teil ihres Lebens in der Oper verbracht. Die
Herrin der siebten Kammer. Ja.
Sie war unsere Rüstmeisterin. Die Herrin der Rüstkammer.
Waffenkammer. Requisit Raum 7. Drüben im Interim. Auf der anderen Rheinseite.
Dieses fantastische Opernhaus.
Es wurde inklusive einer wundervollen Kinderoper offiziell an uns noch gar
übergeben. Ebenso wenig wie die beiden anderen Spielstätten in diesem
Baustellenkomplex.
Letztlich bin ich hier genauso Gast wie Sie.
Ich dachte, es wäre schon längst... Ich auch.
Auf ein paar Monate mehr kommt es jetzt auch nicht mehr an.
Wir müssen drüben raus.
Der Mietvertrag wird nicht verlängert.
Und wenn der nächste Eröffnungstermin auch nicht gehalten wird, stehen wir auf
der Straße.
Das ist jetzt nicht unser Problem.
Aber meins, Herr Ballauf, aber meins.
Wenn es für Sie pietätlos klingt, diese Elisander, die kannte ich nicht
wirklich. Aber sie hat für Sie gearbeitet.
Ja, für uns arbeiten 600 Menschen.
Manchmal sogar mehr.
Sagen Sie, das Kleid hier, das sie trägt, kommt das aus Ihrem Kostüm von
Fragen wir im Kostüm von uns?
Der drüben im Interim. Ja, unser Übergangsspieler.
Die ist schon fast zu unserer Dauerbühne geworden.
Kleine Idee für unsere Schöpfung.
Mal sehen, ob die Idee überlebt.
Kripo Köln ist mein Kollege Herr Schenk.
Darf ich fragen, wer Sie sind?
Der Hahn der Bremer Stadtmusikanten in der Kinderoper.
Der Hahn ist eine Frau.
Im echten Leben bin ich Paula Reinhardt. Ich leite den Kostümpfundus und teste
den Hahn auf Bühnentauglichkeit für die Sänger. Schwein und Wale sind bei Ihrem
Musikanten nicht dabei.
Esel, Hund, Katze, Hahn.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Sie kennen hier alle Kleider in Ihrem Bestand?
Mit Vornamen und Geburtstag.
Und das hier?
Kennen Sie das auch?
Das ist von hier?
Das ist das Kleid der Königin der Nacht.
Zauberflöte.
Das Kostüm war plötzlich weg. Die Sopranistin hat einen Schreianfall
Etwa dort, wo Sie jetzt stehen. Und sich die Stimme damit für mindestens einen
Tag versaut.
Wann war das?
Vor der vorletzten Aufführung, vor der spielfreien Zeit, vor ziemlich genau
Wochen. Wie kommt das so plötzlich weg?
Die Ständer stehen auf den Fluren.
Das haben Sie ja gerade gesehen. Auf den Ständern da hängen die Kostüme.
Jeder, der bis hier hinter kommt, der kommt da dran. Aber hier hinten kommt
nicht jeder hin.
Den Zugang zur neuen alten Oper, wo die Leiche abgelegt wurde, hat sicher auch
nicht jeder.
Ich übersetze Ihre Frage mal, ja.
Gerne. Muss Eli Zanders Mörder nicht unter den Mitarbeitenden dieser Oper
gewesen sein?
Gute Übersetzung.
Fragen Sie Eva.
Eva weiß alles.
Wie übersetzen wir das?
Es gibt Stimmen, die sagen, dass ohne Eva Krüger die Kölner Oper im Interim
untergegangen wäre. Und der hoffentlich demnächst anstehende Umzug würde ohne
sie nicht im neuen Haus, sondern im Chaos enden.
Also um hier reinzukommen, muss man jetzt kein Meistereinbrecher sein, ne?
Und dann, ähm, was?
Was ist denn?
Ein Kleid.
Kleid oder sonst was. Man kommt rein.
Und nicht nur durch diese Tür.
Bitteschön.
Was denn mit der Überwachung? Gibt's Kameras?
Keine Kamera.
Hörüberwachung. Mikrofone.
Die Lautsprecher stehen beim Nachtportier, aber die kennst du mit
Schraubenzieher für 99 Cent ab.
Und wie geht es drüben, in der fast fertigen neuen alten Oper?
Drüben ist eine Maschine.
Drüben kommt man im Grunde nicht rein.
Im Grunde heißt?
Drüben wird seit zwölf Jahren saniert.
Heißt, seit zwölf Jahren hundert verschiedene Firmen mit tausenden von
aus aller Herren Länder am Start.
Wer weiß da schon so genau, wer einen Schlüssel hat oder Zugang.
Fahren?
Was sind Ihre Aufgaben hier?
Angestellt wurde ich als Elektrikerin. Und momentan arbeite ich als
Stellvertretung der Projektleitung Wiedereinzug.
Aber im Grunde genommen bin ich sowas wie ein Schweizer Taschenmesser.
Multitool.
Wenn es brennt, hier oder drüben heißt, frag Eva.
Eva Krüger weiß alle.
Wer kommt denn hier in beide Gebäude rein, ohne einbrechen zu müssen?
Ich zum Beispiel.
Und 30 andere, die ich kenne, auch.
Und vermutlich 30 weitere, die ich nicht kenne.
Kennen Sie die Tote?
Ja. Dann haben Sie Frau Zander zum letzten Mal gesehen.
Wir haben gestern Morgen noch miteinander gesprochen.
War sie irgendwie anders als sonst? Hatte sie Angst oder irgendwas?
Nein, Ellie war wie immer.
Furchtlos vor dem Herrn.
Hatte Ellie Zander Feinde?
Keiner hat hier Feinde.
Fehlt noch was?
Hier hat keiner Feinde?
Nein, alle ziehen an einem Strang.
Für die Kunst.
Keiner neidet dem anderen den Erfolg oder hat ein Problem damit, in der
oder dritten Reihe zu stehen.
Keinem stört es wenig bis gar keine Kohle zu verdienen. Und alle annähernd
leidenschaftlichen Liebschaften und Affären hier in diesem Opernhaus in den
letzten Jahren, die gingen freundschaftlich und im Guten
Alle wünschen allen nur das Allerallerbeste.
Und die meisten stellen sich darunter einen ziemlich qualvollen Tod in der
vor. Ich liebe die Oper.
Ich auch.
Ich dachte, du liebst Schlager.
Meine Frau liebt Schlager.
Ich schleppe sie regelmäßig in die Oper. Da muss sie durch.
Neulich waren wir in Frankfurt.
Arnold Herrmann, Händel Klaus, neue Musik.
Susanne ist fast gestorben.
Ich habe es so genossen.
Dass sie fast gestorben ist?
Ein Opernsänger ist ein Mensch, der singt, statt zu bluten, wenn man ihm
Dolch ins Herz stößt.
Das ist von dir?
Leider nicht.
Unbekannt.
Die Herren zum Besprechungsraum.
Jütte, was gibt's?
Currywurst und Kölsch. Jütte. Nee, ich muss euch leider enttäuschen. Die
Wurstbraterei steht im Museum.
Im Angebot hätte ich lediglich den Abschlussbericht der KDU.
Am Kleid selbst finden sich DNA -Spuren von exakt 23
verschiedenen Personen.
Zander wurde mit einem einzigen Schuss erschossen. Sie war mit hoher
Wahrscheinlichkeit sofort tot.
Das Kleid weist an fast gleicher Stelle allerdings zwei Einschusslöcher auf.
Also ich sag mal so, im Kleid sind zwei Löcher, in der Leiche nur eins.
Und das heißt?
Dass in dem Kleid bereits jemand anders erschossen wurde.
Das ist doch Quatsch, oder?
Sicher, das was in erster Linie daran liegt, dass die KTU am Kleid auch das
zweier verschiedener Personen entdeckt hat.
Was für eine kranke Scheiße ist das denn?
Irgendwann fängt ihr die Tanne dazu, dieses Kleid anzuziehen.
Da ist schon ein Loch drin.
Da ist schon mal jemand drin gestorben, erschossen worden.
So sieht es aus. Ja, ein Mann.
Ja,
das zweite Blut, also das erste Blut, also das nicht frische Blut, stammt von
einem Mann.
Damit sind schon mal 50 Prozent der Menschheit auszuschließen.
Was sagen denn die Forensiker?
Die Tests zu Alter, unseres potenziell Toten, Haar - und Augenfarbe stehen noch
aus. Was man aus einem einzelnen Tropfen Blut alles rauslesen kann.
Bald brauchen sie uns hier nicht mehr, Max.
Phenylalanilalanin. Aller was?
Ein Molekül, das beim Abbau von im Blut enthaltenen Eiweißen entsteht, hat mir
der Forensiker heute ganz stolz erzählt.
Und wer hat's erfunden? Die Schweizer.
Obwohl die Methode... Hör dir die kurz vor.
Wann wurde der Mann in diesem Kleid mutmaßlich erschossen?
Vor etwa zwei Monaten.
Wir haben aber keinen zwei Monate alten Cold Case.
Offenbar noch.
Doch während der letzten Spielzeit.
Gibt es denn irgendjemanden, der aus dem Sommerurlaub nicht zurückkam?
Nein. Wobei hier auch nicht alle für alle Ewigkeit angestellt sind.
Verträge laufen aus, Solisten werden nur für ein Stück engagiert und die
Werkstätten sind nicht alle im Haus.
Da fehlt mir der Überblick.
Kannten Sie Elisande?
Ich kenne ja alle und keinen.
Sie sagen immer, wenn man bei ihr reingekommen ist, gar nicht mal so
Tja, für die Bühne hat es dann doch nicht mehr gereicht.
Machen Sie immer noch Inventur oben in der siebten Kammer? Mhm.
Halt, jetzt abstellen.
Fehlt was?
Was fehlt?
Eine Brünner TZ -75.
Tschechische Armeepistole.
Kam nach Auflösung des Warschauer Paktes massenhaft in Umlauf.
Ist denn irgendwie noch rausgegeben worden, nicht wieder reingekommen?
Nein, verschwunden. Aus einem verschlossenen Waffenschrank.
Wäre das eine mögliche Tatwaffe?
Definitiv.
Wäre ja nicht die erste unbrauchbar gemachte Waffe, die man mir da scharf
gemacht hat.
Wer hat denn alles Zugang zum Waffenschrank?
Außer der Herr in der siebten Kammer fällt mir momentan niemand ein.
Ja?
Was?
Nein, die Oper ist noch nicht freigegeben.
Was machen Sie hier?
Diese Frage würde ich gerne zurückgeben.
Kripo Köln und nochmal, was machen Sie hier?
Ich lasse Arbeiten durchführen, die nicht aufgeschoben werden können, weil
ausgesuchte Fachfirma hier nur heute zur Verfügung steht.
Und dafür brechen Sie den Polizeisiegel auf?
Die Polizei war so gut wie nicht mehr da. Außerdem war es der Seiteneingang,
wir immer benutzen, wo Ihr heiliges Siegel schon durchbrochen war, wo ich
Ja.
Okay, da braucht jemand Hilfe.
Gibt es hier noch mehr ausgesuchte Fachfirmen?
Was ist passiert?
Alle bleiben zurück.
Hallo, wer sind Sie?
Polizei Köln, hallo, zeigen Sie sich!
Wie komme ich da hoch?
Treppe ist hinten links.
Ich bleibe hier.
Hallo!
Kann das mal jemand runterfahren?
Stehen bleiben!
Stehen bleiben!
Kein Wahl.
Bitte? Egal.
Er wurde erschossen.
Bitte? Auch wenn der Doc noch nicht da ist, dieser Mann wurde genauso
wie das erste Opfer.
Herzsteckschuss, linke Herzhälfte.
Die Einschusswunde fast auf den Millimeter genau an der gleichen Stelle
Alizander. Du meinst, das Erhängen war nur Show?
Praktischen Grund sehe ich jedenfalls nicht.
Kennen Sie den Mann?
Nein.
Aber ich weiß, wer er ist.
Köpke, Wilhelm Meister.
Er arbeitet für uns als Schuhmacher.
Und kennen Sie sich mit der Traverse aus?
Die gesamte Bühnenmaschinerie, die wird von hier oben per Computer gesteuert.
Ist äußerst komplex. Also per Hand passiert ja jedenfalls nichts mehr.
Wer kennt sich denn damit aus? Hat Ahnung, Zugriff, Passwörter, was man so
braucht?
Normalerweise die Bühnenmeister, aber ob die sich schon alle eingearbeitet haben
hier, das weiß ich nicht.
Vielleicht Eva Krüger, die hatte heute hier einen Termin mit der Bauleitung.
Müsste auch gleich da sein.
Kennen Sie die Maske?
Die stammt aus dem Fundus.
Wir sind nicht zum Essen da.
Hieß das Stück in der Kinderoper.
Das stand vor zwei Jahren auf dem Spielplan.
Können wir uns darauf einigen, dass der Täter aus Ihrem Hause kommen muss?
Wenn er die Maschine bedienen kann?
Bevor wir uns auf was auch immer einigen, würde ich gern mit der
Hausleitung sprechen.
Man möchte unter seinen Arbeitnehmern keinen Mordopfer haben, aber einen
noch viel weniger.
Das möchte man so gar nicht.
Man möchte auch nicht, sondern den Teppich kehren. Das unterstellen wir
auch gar nicht.
Lediglich im Interessenkonflikt.
Den kann ich nicht leugnen.
Insofern möchte man besondere Entscheidungen treffen.
Aufgrund der schrecklichen Dinge, die hier passieren.
Gute Entscheidungen.
Wir haben die gute und besondere Entscheidung getroffen, dass das Haus
selbst für ausgesuchte Fachfirmen nicht zur Verfügung steht.
Wie lange?
Bis wir eine andere gute Entscheidung treffen.
Also wenn er hier Schuhmacher war, dann hat er vermutlich... Ja.
Ja. Die Schuhe sind auch von ihm.
Wir hatten oft miteinander zu tun.
Willi, Manili und ich.
Manili?
Die Legende ist tot.
Hm?
Er war nebenberuflich noch Sänger und Songwriter in der Death Metal Band.
Die Manilis.
Vier Jungs um die 50.
Kelly, Billy, Chili.
Und Willi.
Rampensau vom Herrn.
Nach 20 Jahren immer noch ein Geheimtipp, aber geile Show.
Und die Songs, die er geschrieben hat, die waren wirklich fantastisch. Dabei
denken die Leute immer, Kölner Bands könnten auch Karnevalsmusik.
So kann man sich täuschen.
Kennen Sie sich damit aus?
Ja.
Und Sie haben auch die nötigen Zugangsdaten?
Ja, klar.
Und würden unserem Fachpersonal auch dabei helfen, die Daten auszulesen?
Zum Beispiel, wenn das letzte Mal darauf zugegriffen wurde?
Deshalb bin ich hier.
Deine Wohnung in Köln?
Familie?
Stell dir den Prototypen eines Junggesellen vor.
Dann weißt du, wer Willi war.
Warten Sie draußen vor der Tür, bis unsere Kollegen kommen?
Danke.
Max?
Hier?
Es fließt nicht allzu viel Blut bei einem Herzschuss, oder? Wie war das?
Guck mal hier.
Das Schwein grunzt, als die Königin erschossen wird.
Die Königin ist tot.
Und das Schwein auch.
Der Wal.
Waren die beiden miteinander befreundet, Ellie und Willi?
Befreundet ist übertrieben.
Und untertrieben. Ich glaube, sie waren sowas wie Bekannte plus.
Muss ich das erklären?
Den Transfer schaffen wir noch.
Dennoch danke für das Angebot.
Gehört ja noch wer zu diesem Bekanntenkreis.
Das weiß ich nicht.
Das Schwein.
Das Schwein hat überlebt in der Kinderoper. Ist nicht gegessen worden
Bühne. Aber Elli ist tot, Willi auch.
Wer ist als nächstes dran?
Verbinden Sie hier irgendwen oder irgendwas mit einem Wal?
Blauwal, Buckelwal, egal, Wal? Das haben Sie so ähnlich schon mal gefragt.
Das haben wir fast alle hier gefragt, Frau Reinhardt.
Nein.
Danke.
Sie wollten mich sprechen?
Ja. Wir brauchen Ihre Hilfe.
Wobei? Dabei, eine Metal -Oper zu verstehen.
Aha.
O glücklich Paar und glücklich immerfort, wenn
falscher Wahn euch nicht verführt, noch mehr zu wünschen, als ihr
habt, und mehr zu wissen, als ihr sollt.
Zeigt den, wie soll man sagen, den Idealzustand. Das Paradies vor dem
Ich weiß.
Was sagt die versammelte Hausleitung?
Sie,
alle sind schockiert.
Inklusive der in dieser Stadt politisch Verantwortlichen.
Das heißt, Sie schicken alle Musikerinnen, Sängerinnen und
Beschäftigten an der Oper nach Hause.
Und alle Vorbereitungen für den Umzug pausieren, bis wir in Warnung gehen.
Das Stück, mit dem wir die Spielzeit eröffnen werden, einmal mehr in diesem
Zirkusfeld und nicht wie geplant am Offenbachplatz, heißt Die Schöpfung und
nicht Der Untergang.
Wir feiern das Leben.
Wir lassen uns nicht vom Tod unterkriegen. Täten wir das, wäre das
Signal. Heißt, die versammelte Stadt und Hausleitung ist dann doch eher
mittelschockiert. Ist es das, was Sie sagen müssen, oder ist es das, was Sie
wirklich denken?
Ich bin nur ein kleines Rädchen in Gottes gewaltigen Getriebe.
Den Rest denken Sie sich einfach.
Was soll dieser Quatsch mit diesem Wal?
Er lebt?
Noch? Ihr glaubt, dass der Wal das dritte Opfer ist, werden soll, mehr oder
weniger?
Glauben wir, ja.
Die Forensiker der Uniklinik haben gemailt. Das Ergebnis der Untersuchung
alten Bluts am Kleid, das Blut des ersten Toten, der uns noch unbekannt
DNA -Phenotypisierung und molekulare Altersschätzung.
Fangen wir hinten an.
Er war oder ist ca.
33 Jahre plus minus 4 Jahre.
Das heißt zwischen 29 und 37.
Grau -grüne Augen, braune Haare, helle Haut.
Damit können wir doch schon mal arbeiten.
Ist der überhaupt tot?
Ist schon wieder Ostersonntag, oder was?
Wir haben ja nur Spuren, wir haben gar keine Leiche.
Vielleicht hat er den Schuss ja überlebt.
Vielleicht ist er es, der Köpke und Zander umgebracht hat.
Vielleicht wollte er sich ja dafür rächen, dass man ihn töten wollte.
Das Phantom der Oper.
Bei Schütteln in die Brust gehen wir von ca. 25 % primären Todesfällen aus.
Heißt 75 % Überlebenschance.
Aber nicht, wenn das Projekt hier in die linke Herzhälfte trifft.
Und dann auch nur bei schneller qualifizierter Versorgung.
Also kein Krankenhaus, keine Arztpraxis, dass wir in den letzten drei Monaten
eine Schussverletzung gemeldet haben.
Vielleicht gab es ja Gründe, sich nicht offiziell medizinisch versorgen zu
lassen. Aber wir sind ja nicht in der Apelmax.
Neulich gab es einen Fall in Amerika.
Schuss in die linke Brust.
Kugel steckte unterhalb der rechten Brust, weil die Richtung des Projektils
durch ein Silikonimplantat verändert wurde.
Gehen wir mal davon aus, dass er kein Implantat hatte.
Aber vielleicht eine Kleinstausgabe der Bibel in der linken Brusttasche?
Dann hätte das Ding wenigstens einmal ein Leben gerettet.
Heißt, überleben unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
Ja?
Entschuldigt, Frau Ibsen ist jetzt da.
Hallo Frau Ibsen, setzen Sie sich.
Braucht ihr mich noch? Nein.
Sie haben mich um eine Einschätzung oder Analyse gebeten oder wie auch immer Sie
das nennen wollen.
Das Libretto ist nicht zufällig aufgetaucht.
Nein, leider nicht.
Gut oder schlecht.
Was man auch so sagen kann, das Stück wurde für vier Personen geschrieben.
Für vier unterschiedliche Stimmlagen.
Altsopran -Bas -Tenor.
Könnte man denken, ist anders.
Altsopran -Bas -Counter -Tenor. Aha, und das ist?
Eine Männerstimme, die in dem Fall im Sopran singt.
Alt, Elisander.
Bass, Willi Köpke.
Fehlen noch Sopran und Countertenor. Fehlt eine Frau, ein Mann.
Countertenore sind ja vermutlich selten.
Haben Sie einen in der Oper oder hatten Sie einen?
In der letzten Spielzeit. Er war nicht festangestellt, aber für zwei
Inszenierungen verpflichtet.
Man bekommt sie nur im Delikatessenladen, zum entsprechenden
War er Mitte 30, helle Haut, braune Haare, grau -grüne Augen?
Er ist 31.
Heißt David Dykes.
Helle Haut, braune Haare.
Augenfarbe weiß ich nicht.
Hatten Sie nach Ende der Spielzeit noch mal Kontakt zu ihm?
Nein, aber ich habe gerade nach ihm gefragt und der Pförtner meinte, er
immer noch seine Sachen im Spind.
Und auch noch den Schlüssel dafür.
Eva? Bist du da?
Hast du alles, was du brauchst?
Alles, Herr Mann.
Um welchen Spind geht's? Der Countertenor, David Dykes.
War er eigentlich heterosexuell?
Wer? Dykes, der Countertenor.
Da haben Sie Ihre eigentliche Frage aber gut umschrift.
Aber schwul ist, weil er so hoch sinkt und ein Kleid getragen hat. Er war ein
junger, weißer, netter, aufmerksamer, heterosexueller Mann.
Aha.
Jedenfalls war er nicht so ein Arsch wie manch anderer hier, dem es erst bei
Sonnenschein noch in die Nasenlöcher regnet.
Und wer genau ist damit gemeint?
Ich liebe die Oper, die Künstler weniger.
Ähm, welcher?
Willi Köpke und Alexander wurden beide in ihren Wohnungen erschossen.
Beide Male Gab es keinen Hinweis darauf, dass jemand gewaltsam in deren Wohnung
eingedrungen wäre?
Mache ich mich jetzt gerade verdächtig?
Das heißt, beide Opfer haben ihrem Mörder die Tür mutmaßlich freiwillig
geöffnet. Die Opfer kannten ihren Mörder.
Vielleicht sogar für einen Freund.
Oder eine Freundin. Oder das.
Bitte schön.
Das Auto finden wir.
Falls das eine Zahnbürste sein sollte, haben wir wenigstens eine DNA.
Und einen Eyeliner.
Er meinte, er wäre heterogen und wollte aussehen wie David Bowie oder Brian
Malcom. War gar nicht so weit davon entfernt.
Vom Schwein, das grunzt, als die Königin erschossen wird.
Darf ich?
Das ist die Bretter offenbar.
Soll ich es mir mal anschauen?
Ja.
Offenbar Koks.
Denken Sie jetzt, das hat mit Ihrem Fall zu tun?
Ihren Morden?
Was glauben Sie denn?
Weiß noch, als die Hunde hier waren?
Ja. Sie brauchten zwei große Hunde für eine Aufführung.
Filmhunde waren uns zu teuer, deswegen haben wir bei der Polizei angefragt und
die Kollegen kamen mit zwei Malinois.
Belgische Schäferhunde.
Henk und Santos.
Fantastische Tiere auf der Bühne, durch nichts aus der Ruhe zu kriegen.
Jetzt kommt da sicherlich ein Aber oder sowas für eine Pointe.
Wir haben versucht, Sie hier unterzubringen, wenn Sie auf der Bühne
hatten.
Wir wussten nicht, dass es Drogenspürhunde waren. Hier sind Sie
durchgedreht. Hier überall.
Es ist nur nicht ungewöhnliche Art, dem Druck zu begegnen, unter dem hier viele
stehen. Dabei verkaufen Sie in Ihrer Kantine nur alkoholfreies Bier.
Nicht ohne Grund.
Junge, verwirrte Männer auf der Suche nach dem Sinn.
Dem Sinn von was?
Des großen Ganzen.
Wer wäre?
Die jungen Männer suchen noch.
Hier, es geht aufs Haus.
Oh, danke.
Die viele Leute sterben eigentlich hier im Haus pro Spielzeit.
Auf der Bühne.
Und das kam nun Werther Toth -Kahn.
Die meisten schmettern noch eine Aria auf dem Weg ins Jenseits.
Das sind Opa und Opfer, ist ja auch nur ein Buchstabeunterschied.
Haben Sie sich das Ding mal angeguckt?
Ja.
Die Königin wird, während das Schwein grunzt, von einer Figur namens Valhalla
erschossen. Aha.
Valhalla stammt vom Wasserplaneten Tautalus, wurde erst versklavt, dann
dann Hafenarbeiter.
Solche Schicksale gibt es immer wieder.
Die Königin liebt Valhalla, Valhalla aber nicht die Königin.
Arbeiterführer Schweinewilli bringt Valhalla dazu, die Königin zu
Und wer singt die Königin?
Der Countertenor.
Also David Dykes.
Und Valhalla?
Eine Sopranistin.
Apropos Gesang, wer war denn die junge Frau da eben im Spintraum?
Valerie? Valerie Schmidt.
Aus dem Opernchor?
Eigentlich Soliste. Keine Prima Donna. Kleine Roll.
Sopranistin.
Eigentlich mit Potenzial für mehr.
Eigentlich.
Übrigens diese Spielzeit im Chor.
Ist das denn so üblich, dass man wechselt zwischen Chor und... Nein.
Aber es kommt vor.
Okay.
Wer kennt denn die Künstler hier am besten?
Also, ihr Seelenleben, Liebesleben.
Das klingt jetzt vielleicht nach Klischee, aber... Bitte nicht zu kurz.
Je länger Sie reden wollen, desto kürzer der Bart.
Weiß sowieso nicht, ob ich Ihnen helfen kann.
Ach, Sie meinen, hier gilt die ärztliche Schweigepflicht? Ja, das
Beichtgeheimnis.
David Dykes.
Ist nicht mehr am Haus.
Da haben Sie vielleicht Glück.
Der junge Mann war unsterblich verliebt.
In wen?
Beichtgeheimnis.
Ist also noch am Haus.
Das sagen Sie.
Sollen wir den Kinbad nicht ganz wegnehmen? Es würde moderner aussehen.
Ich habe nicht vor, moderner zu wirken. Im Gegenteil. Er war vor seinem
Engagement in Köln vor allem an der Oper in Dresden und Leipzig.
Hatte aber vor, seinen Lebensmittelpunkt wieder ins Rheinland zurückzuverlagern.
Zurück? Er ist hier geboren. Seine Mutter lebt in Bonn.
Ach, wir dachten... Er wollte eine kleine Wohnung kaufen.
Wenn ich mich nicht täusche, ist sogar das Wort Kinderzimmer gefallen.
Und das Kind wollte er mit wem zusammen haben?
Dazu kann ich nichts sagen.
Sagen wir mal so.
Wenn Sie jetzt Nein sagen, sagen Sie im Grunde nichts dazu.
Wenn Sie gar nichts sagen, sagen Sie immer noch nichts. Aber Sie sagen nicht
Nein.
Ich frage also mit Valerie Schmidt.
Zweite Frage, gleiches Prinzip.
Sie hat sich von ihm getrennt.
Danke für Ihr Schweigen.
Der Bart sieht doch gut aus.
Mein Sohn ist verschwunden, sagen Sie?
Ja, genau, das sagen wir.
Der antwortet nicht auf unsere Nachricht und auf unsere Anrufe, antwortet seinem
Mailbox. Wollen Sie ausgerechnet jetzt von mir wissen, wo er ist?
I'm in a hurry, boys. Ich muss zu einer Vernissage.
Leider nicht meine eigene. Der Künstler ist Schrott.
Sie sind seine Mutter.
Andere Angehörige konnten wir nicht ausfindig machen.
Hier ist sein erster Wohnsitz. In dieser Wohnung.
Ja, pro forma.
Sein erster Wohnsitz ist ein Auto.
Irgendwo ein Kleinbus.
Heißt so ähnlich wie Sie.
Ein Bulli. Genau.
Florida steht drauf, glaube ich.
Kalifornia, so ein kleiner Camper.
Ja, oder so.
Nein, ich weiß nicht, wo er ist. Ich habe seit über drei Monaten nichts von
gehört und... Nein, das beunruhigt mich nicht.
Was ganz überwiegend daran liegt, dass er ständig irgendwo hin verschwindet.
Wohin? Irgendwo hin.
Ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen.
Er braucht ein einziges Engagement, um ein Jahr frei zu machen.
Dann fährt er ans Meer.
dass er aber nie sieht, weil er auf seiner Matratze in seinem Florida liegt
sich betrauert.
Wie sollen wir das denn jetzt verstehen?
Er verliebt sich immer in die Falsche, die überhaupt nicht die Richtige sein
kann, weil er sich von jeder Frau die absolute Verschmelzung erhofft. Also
deutlich mehr, als eine Frau zu leisten in der Lage ist.
Die meisten verschwinden nach einem Monat.
Manche schaffen zwei.
Das sind dann die Tapferen.
Und jedes Mal sagt er danach, wenn mir das nochmal passiert, dann bringe ich
mich um.
Aber dann verschwindet er nur wieder für eine Weile und taucht irgendwann wieder
auf.
So, jetzt habe ich es doch nicht kurz gemacht.
Ich muss los.
Fucking Schlüssel, wo bist du?
Ich komme mir schon vor wie er.
Wie sollen wir das denn jetzt verstehen?
David, der Ewigsuchende.
Nach der Erfüllung, der Liebe, sich selbst, für die Herkunft, den
Ursprung. Was ist denn mit seinem Vater?
Nie gesehen.
Er?
Ich.
Da fällt mir das Wort Samenbank ein.
Ach, na, verlassen wir es dabei.
Er sucht ihn.
Er sucht sich, er hofft, sich mit ihm zu finden. Das wird natürlich nicht
klappen, aber...
Es lastet ihn aus und das ist doch schön, wenn ein junger Mensch was zu tun
Wenn Sie was von ihm hören, dann lassen Sie uns das doch bitte wissen, ja?
Mach ich.
Mordkommission, sagten Sie?
Wie gesagt, ich glaube ja nicht, dass ich mir Sorgen machen muss, aber was
glauben Sie?
Dass er ermordet wurde?
Das wissen wir nicht.
Oder dass er jemanden ermordet hat?
Das wissen wir auch nicht.
Sag mal, ist die so oder spielt die das?
Was? Ja, so unbeteiligt, so cool, so kalt.
So, ich hau jetzt ab.
Die DNA, das alte Blut am Kleid, ist übrigens identisch mit jener der
Zahnbürste. Also mutmaßlich die DNA von David Dykes. Was macht die Fahndung nach
ihm? Wir fahnden.
Finden wir besser.
Was macht denn die Fahndung nach einem Camperfan?
Siehe oben.
Vielen Dank.
Walla Halla.
Alles gut bei Ihnen?
Blendend. Wir suchen eine Sopranistin.
Die in einer Metal -Oper die Rolle des Walls Halla gesungen hat.
Trinken Sie schon morgen?
Nur im Urlaub.
Aber auch dann nicht immer.
Eigentlich ist das Ganze sehr ernst, Frau Schmidt.
Der Schweingrunz ist eine Oper für vier Leute.
Einer ist verschwunden.
Zwei sind tot.
Wer ist die Vierte?
Ich muss jetzt singen.
Das wäre gut.
Wären Sie so freundlich?
Schön, dass Sie da sind.
Brauchen wir nicht zu Ihnen kommen.
Da ist doch nichts.
Auch wenn Sie auf der Bühne litterweise Kunstblut verschütten, uns reicht der
Bruchteil von dem Bruchteil echten Blutes.
Und das soll hier passiert sein?
Oder im neuen Altenhaus.
Dort hüpfen Ihre Außerirdischen also auch rum? Ja, die hüpfen weniger, aber
Grunde, ja.
Sie sind die Staatsmacht. Was kann ein kleiner Untertanen dagegen schon tun?
sagen es.
Gab es einen Grund, dass Valerie Schmidt keine Soli, sondern im Chor singen
sollte? Das will ich Ihnen ganz verraten. Ich habe mir Sorgen um sie
Welcher Art? Sie hat gekündigt, obwohl sie noch einen Vertrag für eine weitere
Spielzeit hatte. Ich habe ihr dann vorgeschlagen, eine Spielzeit im Chor zu
überbrücken und eine Therapie zu machen.
Ich habe immer allen zu helfen versucht, die mit diesem Druck nicht
zurechtkamen. Das Wort Druck fällt ihr aber recht häufig.
Sie sind Beamter, oder?
Also, Sie müssen ja auch nicht vor 2000 Leuten singen, oder?
Selten. Der Druck war nur beruflich?
Das weiß ich nicht.
Sie trinkt zu viel in letzter Zeit.
Jedenfalls nicht zu wenig. Der Druck ist alt, das Trinken neu.
Warum?
Das weiß ich nicht.
Was wissen Sie über David Dykes?
Zeig es.
Er war gegen Ende der letzten Spielzeit irre.
Also völlig gaga.
Für dieses Haus nicht mehr ertragbar.
Ich habe ihm ja mitgeteilt, dass er künftig mit keinem weiteren Engagement
mehr rechnen kann.
Falls es denn für möglich ist, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem
einen oder anderen.
Das weiß ich nicht.
Herr Henning, machen Sie den Laden dicht, bevor hier noch wer tot ist.
Sie sind hier die Staatsmacht.
Sie wollten mich sprechen?
Absolut.
Hier? Nirgendwo anders.
Auf dieser jungfräulichen Bühne haben unsere Leute Blutspuren entdeckt.
Solche, die man mit bloßem Auge nicht sieht.
Von Handwerkern, die sich beim Arbeiten verletzt haben, was man jetzt auch nicht
sieht?
Von David Dykes.
Die DNA lügt nie. Im Gegensatz zu Ihnen.
Kommen Sie, Frau Schmidt, das Schwein hat hier gegrunzt, oder?
Ja, ich singe.
Ja, ich habe ihn verlassen.
Ja, das hat ihm nicht gefallen.
Ja.
Ich glaube, er hat mich dafür von ganzem Herzen gehasst.
Gib mir drei Tage Zeit.
Noch bin ich nicht bereit.
Glaubensvoll, ihr seid glaubensvoll. Ist es nicht krass? Ich meine, dass wir es
sind. Dass wir die Ersten sind, die diesem alten neuen Haus zu neuer Ehre
altem Ruhm verhelfen.
Auf das Haus!
Auf uns! Und auf uns, vor allem auf uns.
Warum haben Sie denn da noch mitgemacht, nach allem, was passiert ist, nachdem
er Sie geharzt hat?
Gute Frage.
Ich glaube, ich...
Ich mochte einfach Willi so gar nicht.
Ich wollte ihm das nicht antun, aus seiner Oper auszusteigen.
Trotz meines bescheuerten Rollennamens. Wir sind da immer nach Mitternacht rein.
Alle schon geschminkt und im Kostüm.
Willi hing das Bühnenbild auf. Licht war ja da.
Bei Gott, ich liebe euch nicht.
Bei Gott, ich liebe euch nicht.
Die Liebe ist möglich.
Königin, stirb!
Den Gefahren tue ich dir aber nicht.
Ich wusste ja nicht, dass da eine Platzpatrone drin ist. Das war bei allen
anderen Proben vorher nie so. Das hat immer nur klappt gemacht.
Das beantwortet aber nicht unsere Frage.
Was war nochmal die Frage?
Wie kommt sein Blut auf diese Bühne?
Wie kommt sein Blut an das Kleid?
Platzpatronen können das nicht.
Kennen Sie das Libretto?
Bei Minute 30 ungefähr?
Du bist nur ein einfacher Mann, den auch eine Königin lieben kann.
Nur du glaubst, ich bin ein Tyrann.
Schau mich einfach nur an.
Es ließ Blut.
Er hat sich selbst verletzt? Mit voller Absicht?
Beantwortet das Ihre Fragen?
Sie haben unsere Fragen beantwortet, aber unsere Fragen beantwortet es
nicht. Was wollen Sie denn jetzt hören?
Ich habe gehört, mein Herz blutet.
Du hast mir einen Stich in mein Herz versetzt. Du hast mein Herz gesprengt.
hast mein Herz gebrochen. Ein blutiger Schnitt in meinem Leben.
Opa halt.
Liebe, Drama.
Tod.
David liebt die große Geste.
Runter macht er es nicht.
Und jetzt rächt er sich mit großer Geste für sein blutendes Herz.
Woher kommen denn die Waffen?
Das Messer?
Die Pistole?
Von der Herrin der siebten Kammer? Der Waffenkammer?
Ja.
Aber Ellis Messer war Requisite, das war nicht scharf.
Und das erklären Sie sich wie?
Nach der Probe hat Dykes alles wieder mitgenommen?
Ja.
Und Sie glauben, er lebt noch?
Davon gehe ich aus.
Was haben ihm denn Elisander und Willi Köpke angetan? Warum bringt er sie um?
Weiß ich nicht.
Sie sind die Polizei.
Stimmt.
Haben Sie keine Angst, die Nächste zu sein?
Doch.
Ich passe auf mich auf.
Die Polizei kann auf Sie aufpassen.
Personenschutz.
Muss ich. Nein.
Ich passe selbst auf mich auf.
So eine Theaterpremiere wäre kein schlechter Rahmen.
Eine letzte große Geste vor großem Publikum. Ja, das kann schon sein.
Wie sind Sie denn hier reingekommen?
David hat sich darum gekümmert, dass für uns aufgeschlossen wurde und wenn wir
fertig waren, wieder abgeschlossen wurde.
Und wer hat das gemacht?
David wusste einfach, dass die Kameras noch nicht installiert sind und er
auch, wann die Bachleute ihre Runden drehen. Woher wusste er das?
Woher soll ich das wissen?
Der wusste das halt einfach.
Fragen wir Eva.
Eva Krüger weiß alles.
Von mir?
Uns ist außer Ihnen niemand eingefallen, bei dem die ganzen Informationen hier
zusammenlaufen.
Und wenn Sie ein netter, aufmerksamer, junger Mann darum bittet, vielleicht
wollten Sie auch nur nett sein.
Sprechen wir hier unter uns?
Können wir Ihnen nicht garantieren.
Ich weiß doch, wie es läuft.
Wenn Sie dich brauchen und du machst einen Fehler, dann ist der Fehler
vergessen. Wenn sie dich loswerden wollen, dann erinnern sie sich ganz
wieder dran.
Was heißt das jetzt?
Sie würden solchen Fehler nie machen?
Oder sie würden einen solchen Fehler nie zugeben?
Nein.
Die Antwort gilt für beide Fragen.
Moin Norbert.
Morgen.
Hätten wir Dijk von seinem Buddy schon gefunden, hättest du schon Bravmeldung
gemacht, oder?
Ja, ich denke doch. Wir stellen zwei Leute vor die Wohnung von Valerie
Zivil? Nein, mit Blaulicht auf dem Mütze. Schau ich mal nach, ob wir sowas
im Fundus haben.
Und zur Premiere laufen wir mit großem Aufgebot auf.
Aha.
Und wann ist die?
Übermorgen.
Generalprobe ist heute Abend.
Bitte?
Ach ja, gut.
Ja, prima, prima, prima.
Meldung.
Da hat wohl jemand eine Kabeltrommel erschossen.
Ist es das?
Das Tagebuch der Tränen?
Valerie, Valerie, ich sterbe schnell, du stirbst langsam.
Der langsame Tod, Valerie, Valerie, ist der grausame.
Valerie, oh Valerie, wenn ich sterbe, stirbst du mit mir.
Ich sterbe schnell und du stirbst langsam.
Der langsame Tod, Valerie, oh Valerie, das ist der grausame.
Ohne Kaugummi haben sie eine Fahne bis nach Düsseldorf.
Das war jetzt nicht so charmant.
Aber wahr, was soll man machen?
Glauben Sie mir.
Kommt drauf an was?
Ich wollte das nicht.
Ich habe ihn nicht getötet.
Aber ich habe ihn getötet.
Robert?
Platzpatronen drin, sondern scharfe Munition in einer wieder scharf
Waffe.
Aber er hat ja die Waffe mitgebracht. Glauben Sie uns, das glauben wir auch.
Er wollte... Das wissen wir.
Er wollte tot sein.
Und er wollte, dass Sie es nicht aushalten, ihn erschossen zu haben.
Ich halte es nicht aus.
Billy wollte, dass wir die Polizei rufen.
Aber Elisander war dagegen.
Die Waffe war ja aus Ihrer Rüstkammer.
Und Sie waren dagegen.
Sie hatten ja geschossen.
Zwei zu eins für die falsche Entscheidung.
Was haben Sie denn mit der Leiche gemacht?
Ich war einfach erst mal der Beste aus.
Sie wollten die Leiche zwischen Bauschutt entsorgen? Nein.
Wir hatten einfach alle was getrunken. Wir hatten kein Auto.
Willi wollte seinen alten Volvo holen und damit zur alten Heide.
Und die damit Anstand begraben.
Ähm.
Aber?
Als wir zurückkamen,
Dort sein.
Er ist weg.
Er ist weg.
Aber er war tot.
Er wollte sich nicht nur glauben lassen, dass er tot ist.
Er war es definitiv.
Ich dachte, ich... Ja, ich... Ich weiß es nicht.
Ich weiß es einfach nicht.
Vergessen wir mal alle Zombie - und Vampir -Serien und
Wiederauferstehungsfantasien. Haben Sie da einen Puls gefühlt?
Ja. War da was?
Nein.
Definitiv?
Aber nichts mehr.
Dann war er tot.
Dann ist auch nicht mehr wahrscheinlich, dass er den Bauschutt -Künstler in der
Haute eigener Kraft verlassen hat.
Dann muss ihm da irgendwer rausgeholt haben.
Wer?
Kennen Sie seine Mutter?
Nicht wirklich.
Hat sie Ihnen nie vorgestellt oder über sie gesprochen?
Nein.
Aber sie saß öfters mal in der ersten Reihe und hat dann immer am längsten und
am lautesten applaudiert.
Und ich habe sehr von ihr profitiert.
Inwiefern?
Naja, also sie hat ihn halt so mit Geschenken überhäuft.
Riesige Blumensträuze, sündhaft teurer Whisky, Schweizer Schokolade für 10 Euro
das Kram.
Er wollte das alles nicht.
Er wollte so wenig wie möglich mit ihr zu tun haben und deshalb habe ich das
dann bekommen.
Und das hat sie ihm dann so in die Hand gedrückt?
Nein, das stand nach jeder Vorstellung in seiner Umkleide.
Aber es kam von ihr, sicher?
Ja, da hing immer so eine Karte dran, von Mama für meinen geliebten Sohn.
Was passiert jetzt mit mir?
Sie kommen jetzt mit uns aufs Präsidium und wenn Sie damit einverstanden sind,
protokollieren wir Ihre Aussage.
Bin ich dann in Untersuchungshaft?
Wir wissen mehr, als der Mörder von Köpke und Zender weiß.
Das könnte ja auch von Vorteil sein.
Wenn Sie in U -Haft sind, weiß er, worin er ist.
Vorschlag. Wir postieren zwei Leute für Ihre Wohnung.
Dann sind Sie sicher.
Zwei weitere Leute lassen Sie nicht aus den Augen und passen auf Sie auf.
Also machen wir dann auf Normalität.
Bin ich dann die Ziege am Pflock, die den Tiger anlocken soll?
Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, dann... Doch.
Sonst hört das nie auf.
Sonst kommt der in zwei Jahren, wenn Ihre Leute nicht mehr vor meiner Tür
stehen.
Anita Marina Deix, A.
Deix steht auf der Klingel.
Wir haben es schon ein paar Mal versucht.
Ja, das habe ich auch verstanden, dass Sie nicht aufmachen.
Hallo Frau Deick, Hauptkommissar Schenk hier.
Wir hatten ja neulich miteinander gesprochen, es ging um Ihren Sohn.
Nein, ihr bleibt vor der Wohnung stehen, falls sie doch da sein sollte oder nach
Hause kommt.
Ich bitte um Ihren Rückruf, es ist dringend.
Haben Sie mal überlegt, an einer Psychiatrie vorzusprechen?
Da kommen Sie ja schon, die Herren Anstaltsleiter.
Danke, Kollegen, wir übernehmen das.
Sie haben Ihrem Sohn wohl doch des Öfteren begeistert beim Singen
Aha.
Und deshalb hält man mich hier als Geisel fest?
Ja, wenn jemand sowas verschweigt, dann hat es ja meistens auch einen Grund.
Ja, genau.
Es war mir peinlich.
Ich liebe meinen Sohn. Ich versuche, in Kontakt zu treten.
Er ignoriert mich.
Dann sind Ihnen Ihre persönlichen Geschenke auch peinlich? Was für
Blumen, Schnaps, Schokolade.
Für meinen geliebten Sohn von Mama. Ich hasse Blumen.
Es gibt hier keinen Alkohol. Und Schokolade hat mein Sohn nie bekommen.
sollte ich ihm sowas schenken?
Okay.
Samenbank, hin oder her.
Niemand weiß es, auch David nicht.
Ich habe David adoptiert, als er acht Wochen alt war.
Ich bin seine Mutter, aber ich bin nicht seine Mutter und schon gar nicht seine
Mama.
Aber Sie kennen seine leibliche Mama.
Nein.
Aber Sie kennen ihren Namen. Den erfährt man ja, wenn man Kinder adoptiert.
Ja, das ist korrekt. Der ist sicher irgendwo notiert in irgendwelchen
Unterlagen, die irgendwann irgendwo verschollen sind.
Hat sie versucht, Kontakt mit Ihnen oder Ihrem Sohn aufzunehmen? Sie kannte
weder meinen noch Davids Namen.
Aber es gibt die Option, beim Amt nachzufragen, ob eine Kontaktaufnahme
ist. Ebenso korrekt. Die Anfrage kam vor etwa drei Jahren. Ich habe abgelehnt.
Hat sie sich damit zufrieden gegeben?
Ich zitiere mal aus dem Gedächtnis. Es gilt das Offenbarungs - und
Ausforschungsverbot. Die leiblichen Eltern dürfen das Kind weder ausforschen
noch jemanden damit beauftragen.
Und hat sie sich daran gehalten?
Nein.
Und das wissen Sie warum?
Weil plötzlich Päckchen für David von Mama ankamen, die ich allesamt entsorgt
habe. Mit Blumen, Schnaps, Schokolade.
Wer ist Mama?
Vielen Dank.
Alles in Zeitplan?
Ja? Ich bin das.
Ihr wollt doch wissen, wer die leibliche Mutter von David Dykes ist.
Ja? Ich habe Akteneinsicht in die Adoptionsvermittlungsakte angefordert.
Ja, und?
Oh, die junge Frau war wirklich sehr jung. 14 Jahre älter als ihr Sohn.
Ja, warum sie ihn zur Adoption freigegeben hat, ne?
Und hat sie auch einen Namen?
Alle Menschen haben einen Namen. Jütte welchen?
Eva...
Weiter?
Arnold.
Okay. In weiser Voraussicht habe ich aber noch eine weitere Akte angefordert.
Weil Nachnamen ändern sich ja, wenn man heiratet oder so.
Jüdi, jetzt mach mich nicht wahnsinnig.
War verheiratet, ist geschieden.
Jetzt heißt sie hinten nicht mehr Arnold.
Sondern?
Krüger.
Vielen Dank.
Ja, dann lass uns die mal aufmachen.
Vielen Dank.
Wollt ihr?
Vielleicht braucht sie die letzte große Geste ja gar nicht mehr.
Hab ich auch schon gedacht.
Vielleicht reiht sie ja die Generalprobe.
Untertitelung des ZDF, 2020
Wenn falscher Wahn euch nicht verführt, noch mehr zu
wünschen, als ihr habt, und mehr zu
wissen, als ihr sollt.
Kein Respekt vor dem Leben.
David wollte sterben.
David wollte sterben.
Er hat sich selbst umgebracht.
Kein Respekt vor dem Tod.
Warst du da?
Dann hast du es doch gesehen.
Ich habe es gesehen.
Wie er David in den Müll geschmissen hat.
Er wollte sterben.
Er hat sich selbst umgebracht.
Er wollte sterben. Ich starb schnell.
Du stirbst langsam.
Er hat sich selbst umgebracht.
Er wollte sterben.
Er hat sich selbst umgebracht.
Legen Sie die Waffe auf den Boden.
Er hat sich selbst umgebracht.
Glauben Sie uns.
Er hat das alles genau vorbereitet.
Er wollte sterben.
Legen Sie die Waffe auf den Boden.
Die Waffe auf den Boden.
Schieß doch.
Schieß ins Herz.
Irgendwas muss bei der Schöpfung schiefgelaufen sein.
Du meinst jetzt aber nicht die Oper, oder?
Nee, die meine ich nicht.
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