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Änneli, du bist mein Kind.
Trotz allem.
Dein Vater ...
Er lebt noch.
Es ist ...
Halt dich endlich mal raus!
Gut.
Meine Mutter wurde vergewaltigt.
Und ich bin das Resultat daraus.
Wo ist Anna-Maria?
Wir müssen beginnen.
Hast du ihr Handy orten lassen?
2 Meter?
-Bestimmt nicht. -Doch! Locker 250 kg.
Alpha! Silber! Wartet!
250 kg? So ein Mist!
-Was, 250 kg? -Ein Wildschwein.
Nein, ein Keiler.
-Wo? -Hinter dir.
Hier ist sie.
Die Falle ist präpariert.
Er hat sie schon geholt.
-Schwarzkittel? -Ja. Mach auf!
Anna-Maria hat es natürlich nicht nötig.
Es ist ja nur ihre Mutter.
Liebe Angehörige, Freunde und Bekannte.
Wir kommen zusammen im Namen Gottes, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
"Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.
Meine Wege sind nicht eure Wege", spricht der Herr.
"So viel der Himmel höher ist als die Erde,
so viel höher sind meine Wege als eure Wege
und meine Gedanken als eure Gedanken."
Wir müssen heute Abschied nehmen von Luc ... äh ... Martha Giovanoli.
Ein Toter?
Eine Tote?
Sie ist nicht zur Beerdigung gekommen. Das heißt noch nichts.
Luc. Luc!
Weshalb die kollektive Erleichterung? Muss man die Dame kennen?
Und wo bleibt die Frau Hauptkommissarin?
Heute müssen Sie mit mir vorliebnehmen.
-Seit wann sind Sie hier? -Seit einer halben Stunde.
Allzeit bereit.
Darf ich schnell?
Dörig, Kapo Aargau.
Hallo zusammen. Habt ihr sie gefunden?
Es ist Frau Gruber.
Du kennst sie?
-Ich bin zu ihr in den Kindergarten. -Habt ihr sie gefunden?
Plötzlich stand Schwarzkittel da.
Er wollte mein Handy.
Dann rief er die Polizei.
Wer ist Schwarzkittel?
Der Waldmensch.
Du musst keine Angst haben. Ich kenn mich aus mit Waldmenschen.
-Hey! -Zurückbleiben!
-Sie dürfen nicht ... -Susanne! Nein!
Absperrband!
Susanne. Susanne.
Sie ist seit mindestens 12 Stunden tot.
Und nicht länger als 24 Stunden.
Gestern war es heiß.
-Wollen Sie gleich übernehmen? -Später.
Wir sind übrigens per Du.
Ah, pardon. Die Macht der Gewohnheit.
Sie wurde mit einem Gürtel erdrosselt,
wahrscheinlich mit demselben, mit dem sie ausgepeitscht wurde.
-Ausgepeitscht? -Ja, da.
Striemen, Schnallenabdrücke.
Sie hatte Geschlechtsverkehr,
worauf Spermaspuren im Vaginalbereich hindeuten.
Vergewaltigung?
-Sie wurde vergewaltigt? -Raus! Sofort!
Könnt ihr nicht aufpassen?
[Mann] Das Schwein hat sie vergewaltigt.
-Kann ich erst nach der Obduktion sagen. -Was?
-Ob sie vergewaltigt wurde. -Ab mit ihr in die Rechtsmedizin!
Ja, schon gut.
Wer hat das getan?
Wer war das?
Susanne.
Susanne!
Mario!
Mario, mach auf!
Bitte! Verdammt noch mal! Mario!
Mario?
Anna-Maria, ich bin es. Meldest du dich bitte?
Im Dorf ist ziemlich was los. Und Dörig ist am Arsch ohne dich.
Ich mache mir langsam Sorgen. Bitte ruf mich doch an!
Hoppla!
Haben Sie meine Frau?
Das ist keine gute Idee, glauben Sie mir.
Das ist meine Frau.
Mein Beileid, aber ... trotzdem ...
Sie können sie bei uns im Institut besuchen kommen.
Das ist besser als auf einer Landstraße, oder?
Luc Conrad.
Haben Sie diese Drecksau?
Da müssen Sie mit der Polizei reden.
Fahren Sie nach Morgenthal?
Nehmen Sie mich mit?
Haben Sie einen konkreten Verdacht?
Dieses Tier!
Vergewaltigt hat er sie.
Das sind reine Vermutungen.
Sie ist tot.
Ist das auch eine Vermutung?
Diese Ohnmacht ist grausam. Ich weiß.
Ändern können wir nichts mehr.
-Aber verstehen ... -Was gibt es da zu verstehen?
Ich kann es nicht.
Nein, sie weiß nichts. Ganz sicher nicht.
Ich kann es einfach nicht.
Sie ist meine Schwester.
Hallo?
Wann haben Sie sie zuletzt gesehen?
Gestern Nachmittag ging sie zum Wald.
Was ist, Sheriff? Hast du den Schwarzen noch nicht verhaftet?
Mein Name ist Dörig, Kapo Aargau. Wie heißen Sie?
-Stipe. -Und weiter?
Ivanovic. Worauf wartest du? Der kranke Killer kann schon weg sein.
Woher wissen Sie, dass er schwarz ist?
Das ist seine Falle. Der Typ ist ein Tier. Den muss man wegsperren.
Mein Sohn hat gesehen,
wie der Schwarzkittel aus der Grube kletterte.
-Mir hat er etwas anderes erzählt. -Sven lügt nicht.
Dieser Schwarzkittel ... Ist das ein Geistlicher oder ein Eremit?
-Das ist Jägersprache für "Schwarzwild". -Wildsau, verstehst du, Sheriff?
Orte sofort Anna-Marias Handy!
-Ist die Tote in der Rechtsmedizin? -Wo sonst?
-Was tust du hier? -Was ist passiert?
-Wer sind Sie? -Patrick Gruber. Der Ehemann.
Ich bin übrigens Balu.
Alpha.
Cooles Teil.
Das brauchst du im Wald. Handy-GPS kannst du vergessen.
-Scheiß-Empfang. -Du kennst ihn, deinen Wald, hm?
Mein Vater ist der Förster.
-Der Schwarzkittel. Weißt du ... -47,5029° Nord und ...
Sven!
... 8,2404° Ost.
Sven?
Sven? Kommst du bitte?
-Kannst du das überhaupt bedienen? -Logisch.
Logisch.
Warum haben Sie nicht zu Hause übernachtet?
-Wir hatten Streit. -Streit? Weswegen?
-Streiten Sie sich nie mit Ihrer Frau? -Ich bin geschieden.
-Wo ist Ihr Laden? -In Aarau.
-Sie befragen den Falschen. -Wen soll ich denn befragen?
-Den Schwarzen. -Nicht befragen, wegsperren!
Haben Sie einen Beweis?
Noch nie vom Nevada-Schlächter gehört? Fünf Frauen, alle erwürgt.
-Steht im Internet. -Hier ist nicht Nevada.
-Der Schwarze war in Nevada. -Er kam 1977 zurück.
-Das ist ewig her. -Der Mord aber nicht.
-Warum lebt er im Wald? -Er ist ein Tier.
-Er versteckt sich. -Aus Sicht eines Forstwarts fragwürdig.
Mir reicht's. Ich gehe selber!
Markus.
Wir gehen nach Hause.
Hey, hey, hey ...
Stimmt etwas nicht?
Entschuldigen Sie die Störung.
Ich habe den Essig gerochen. Waldbeeren, nehme ich an.
Das geht Sie einen Dreck an!
Wird Ihnen nicht schlecht?
-Nein. Was wollen Sie eigentlich hier? -Waffe runter!
Alles im grünen Bereich. Der Herr hat gerade geschlachtet.
Ich habe ein paar Fragen. Gehen wir rein?
Meinetwegen, ja.
Du bleibst hier.
Äh, ihr bleibt hier.
Wie lange leben Sie schon hier?
Lange.
Gehört dieses Stück Wald Ihnen?
Wem dann?
-Giovanoli. -Martha Giovanoli?
Ich habe Sie heute bei der Beerdigung nicht gesehen.
Haben Sie die Leiche von Susanne Gruber gefunden?
Nein, die Kinder.
Haben Sie Susanne gut gekannt?
Ja.
Wo waren Sie gestern zwischen 17 und 22 Uhr?
Hier.
Haben Sie einen Zeugen?
Kierkegaard.
Geben Sie mir die Kontaktdaten? Bitte.
Hey, hey, hey, hey.
Ein Sheriffstern, aber keine Eier.
Wo waren Sie gestern zwischen 17 und 22 Uhr?
-Wir hatten ein Meeting. -Was für eins?
Nachbarschaftshilfe.
Verarschen kann ich mich selber.
Morgenthal - einer für alle, alle für einen.
Unser Motto.
-Voll eidgenössisch, Mann. -Wir gehen jetzt.
Wir gehen. Los, Abmarsch!
Erika?
-Genau. Wo steckst du wieder? -In Morgenthal.
-Ich brauche dich aber im Büro. -Ich kann nicht.
Eine Sarglieferung ist gekommen. Ich mache die Buchhaltung.
-Sag es Fabio! -Wie stellst du dir das vor?
-Dass wir alles alleine machen? -Das ist jetzt nicht der richtige Moment.
-Wann dann? -Ich komme schon.
Hör mal, Luc. Ich werde bald pensioniert.
-Wenn das so weitergeht ... -Ich muss los.
-Eine Kundin. -Luc? Luc!
Luc Conrad.
Sind Sie die Schwester?
-Dora Perler. -Mein Beileid.
-Sie arbeiten schon wieder. -Das lenkt ab.
Gestern stand sie noch vor mir mit ihrem Pilzkorb.
-Pilze? Jetzt schon? -Eierschwämme sind dieses Jahr früh.
Sie liebte das Pilzesammeln, den Wald.
-Der Einsiedler, der ... -Schwarzkittel?
Mit ihm hatte sie es gut.
Vielleicht zu gut.
Sie war die einzige, die noch zu ihm hielt.
-Neben Martha. -Glauben Sie, der Schwarzkittel ...
Es war eine ganz besinnliche Beisetzung heute Morgen.
Bis auf den Friedhof jedenfalls.
-Haben Sie Martha gut gekannt? -Nicht nur Martha.
Die ganze Familie Giovanoli.
Mario ist Stammkunde.
Er hat für seine Mutter gesorgt.
Und umgekehrt auch. Ich weiß nicht, was der jetzt macht.
Die Schwester habe ich auch gekannt.
-Hab sie gestern Abend von Weitem gesehen. -Wo?
-Hier im Dorf? -Sie ging ins Haus ihrer Mutter.
Ich habe sie fast nicht mehr erkannt.
-So. Ich muss los. -Würden Sie meine Schwester ...
Gerne, Frau Perler. Ich habe mit Ihrem Schwager gesprochen.
Bis heute Abend sollte sie bei uns im Institut sein.
Ich muss los.
Auf Wiedersehen.
Frau Perler, ich hätte noch ein paar Fragen.
Luc!
Du bist mir ein Kollege!
Chef sein liegt dir wohl nicht so.
Sorry.
Anna-Maria ... Ich ...
Ja, ich auch.
Ihr Handy haben wir zuletzt in Morgenthal geortet.
-Es ist seit 17 Stunden abgestellt. -Da wurde Gruber ermordet.
Vielleicht hat Anna-Maria etwas gesehen und den Täter ...
Was willst du da drin?
Wo Giovanoli draufsteht, ist vielleicht auch Giovanoli drin.
Bist du wahnsinnig?
Spinnst du?
Das ist Einbruch.
Dann verhafte mich doch!
Anna-Maria?
Hallo? Ist jemand da?
Meine Güte!
Anna-Maria ist hier aufgewachsen.
Kein Wunder, dass sie mit 18 ausgezogen ist.
Ui!
Hallo?
Anna-Maria?
-Komm schon! Sie ist nicht hier. -Wo ist sie dann?
-Und? -Nichts.
Patrick.
Susanne.
Hol deinen Köter!
Hol deinen Köter!
Los!
Chef sein ist wirklich nichts für mich.
Ich habe keine Autorität.
-Komm! Übertreib nicht! -Das war schon im Kindergarten so.
Schau .. Autorität ist letztlich nichts anderes als Authentizität.
Alles eine Frage der Haltung.
Wenn du von etwas wirklich überzeugt bist, bist du authentisch.
Dann hast du automatisch Autorität.
Leichen, zum Beispiel.
Die meisten Menschen sind tot viel authentischer als lebendig.
Weil sie nicht alle 5 Minuten ihre Haltung ändern müssen.
Dann soll ich mich erschießen, oder was?
Hier links ist die Garage.
Warte kurz!
Semmelweis.
Jetzt schauen wir uns erst die Garage an.
Die ist geschlossen.
Komm schon! Hey! Eine kaputte Scheibe pro Tag reicht.
Verdammtes Morgenthal!
Nachbarschaftshilfe - Blödsinn!
Das ist Selbstjustiz, nichts anderes.
-Wir bräuchten einen Insider. -Anna-Maria wäre von hier.
Die Tochter war seit 20 Jahren nicht mehr zu Hause.
Und der Sohn ging nie von zu Hause weg. Das ist ... unfunktional.
Dysfunktional heißt das. Ich kenne keine Familie, die das nicht ist.
Sie hat sich nicht gewehrt. Sie hat ihren Mörder wohl gekannt.
Und dann war sie wahrscheinlich sehr bald bewusstlos.
Darauf deutet die Wunde an ihrem Hinterkopf hin -
verursacht durch den Stamm einer Fichte.
Die zweithäufigste Baumart in unserem Kanton - haben Sie das gewusst?
Na ja ... Dem Täter war das wahrscheinlich genauso egal wie Ihnen.
Schauen Sie! Die Peitschspuren sind schön regelmäßig.
Da hat sie sich schon nicht mehr gerührt.
Dann wurde sie von hinten erdrosselt.
Vermutlich mit demselben Gürtel.
Der Abrieb ist im Labor - gemeinsam mit dem Sperma.
Also doch eine Vergewaltigung.
Keine Kampfspuren. Der Sexualverkehr war wahrscheinlich einvernehmlich.
Aber nicht mit ihrem Mann. Die hatten nämlich Streit.
-Hat er ein Alibi? -Er behauptet es jedenfalls.
Dann bräuchte er wahrscheinlich zwei.
Alibis.
Ich befürchte, unser Täter hat das nicht zum ersten Mal getan.
Such!
Da lang!
Such! Such!
-Verdammt! Er ist weg. -Hier rechts!
Haben wir dich, du Drecksau!
Komm raus!
-Raus mit dir! -Seid ruhig!
Du Kräuterfresser, du! Du Sau! Du verdammter Wurzelkocher!
Madeleine Meienberger, 32, Krankenpflegerin.
Sie wurde vor etwa einem Jahr in Bern aufgefunden. Der Fall ist ungeklärt.
Ausgepeitscht mit einem Gürtel.
Da, der Schnallenabdruck.
Dann wurde sie erdrosselt.
Hier die Gürtelspuren. Ein Déjà-vu, habe ich recht?
-Ein Serientäter? -Sage ich doch.
Die Dame in Bern hatte allerdings keinen Geschlechtsverkehr,
was eventuell gegen meine Hypothese spricht.
-Eine Krankenpflegerin? -Ja.
Martha Giovanoli war in Bern im Krankenhaus.
Die Mutter der Frau Hauptkommissarin.
Ich denke, es handelt sich um einen männlichen Täter.
Ich auch.
-Die Herren haben einen Verdacht? -Vergleichen Sie die Gürtelabriebe!
Die Leiche ist noch nicht freigegeben. Dörig?
Wie bitte? Ich komme.
-Anna-Maria? -Nein. Verdammtes Morgenthal!
-Hey, hey, hey, hey. -Das haben Sie vorhin übersehen.
-Was ist das? -Das hatte Susanne gestern an.
-Woher haben Sie das? -Aus seiner Hütte.
-Wie kommen Sie dazu? -Wie wohl?
Sag es!
Wie hast du es getan? Sag es!
Sag es!
Schluss jetzt! Geht's noch?
Ich muss es wissen.
Jetzt verhaften sie ihn. Gehen wir!
-Praktisch, so ein Sündenbock. -Vielleicht haben sie ja recht.
Jetzt knöpfen wir uns Mario vor!
Weswegen? Die Indizien gegen den Waldschrat sind viel belastender.
Mario hat seine Mutter im Krankenhaus besucht. Überprüf es wenigstens!
Zuerst müssen wir rausfinden, ob es der gleiche Täter ist.
Verdammter Scheißtag!
Ich brauche etwas fürs Gemüt.
Kommst du mit zu Ömer?
-Nein. -Dann schau mir wenigstens zu!
Guten Appetit!
Du bist eine echte Spürnase!
Du, äh ...
Ich suche Mario Giovanoli.
Ich darf nicht mit der Polizei sprechen.
Das würde ich auch nicht. Ich bin Bestatter.
Wie viele Tote hast du schon gesehen?
Das ist leider Berufsgeheimnis.
Ich habe Mario gesehen.
Wo?
Zuerst die Toten.
Ich müsste nachschauen. Aber es waren sicher schon 1.000.
Danke.
Du Lausbub!
Fabio, ich bin es. Hol mich bitte an der Morgenthalerstraße 8 ab.
Sag Erika nichts!
Hallo?
Sie sind nicht hier.
Ach ...
Sind das Marios Autos? Und die Scheune gehört den Baumanns?
Wie lange wachsen Frau Grubers Haare und Nägel noch?
Wenn man tot ist, wächst gar nichts mehr.
Es sieht nur so aus. Die Haut zieht sich zurück, weil sie austrocknet.
Wann hast du Mario zuletzt hier gesehen?
Wieso nimmst du das Telefon nicht ab?
-Erika, das ist ein Notfall. -Ich bin auch ein Notfall.
Anna-Maria ist verschwunden, und es gibt einen Frauenmörder.
Und den musst du hier verhaften? So geht das nicht mehr weiter.
Du bist fast von Lauener erschossen worden.
-Der ist jetzt tot. -Weil ich Dörig informiert habe.
Sonst würdest du in einem Conrad-Sarg liegen.
-Anna-Maria ... -Dafür gibt es die Polizei.
Ich kann fast nicht mehr. Seit Jahren die Sorgen und die Arbeit!
Das schlägt mir auf die Gesundheit.
Ich muss noch dieses Haus durchsuchen.
Weißt du was?
Ich kündige.
-Moment. -Nichts, Moment.
Hast du nichts zu Mittag gegessen?
Ich habe keinen Appetit.
Siehst du? Das meine ich. Mir geht es genau gleich.
Der Stress schlägt auf den Magen. Wir müssen einen Gang runterschalten.
Fabio ist auch bereit.
Ich würde hier im Auto einen Gang runterschalten.
Fabio? Runterschalten?
Der muss raufschalten, damit wir runterschalten können.
Schau nicht so! Der junge Mann hat Potenzial.
Und Ambitionen. Die eidgenössische Bestatterprüfung will er machen.
Grüezi, Herr Gruber.
Wieso ist meine Frau noch in der Rechtsmedizin?
Tut mir leid. Order der Kantonspolizei.
-Wann können wir sie sehen? -Ich melde mich ...
Wir gehen! Das lasse ich mir nicht bieten.
Mein Name ist Bürgisser.
Tut mir leid, dass Sie nicht richtig informiert wurden.
Das ist es nicht. Gestern hatte er Streit mit ihr. Heute ist sie tot.
Jetzt bereut er es.
Man weiß nie, wann es das letzte Mal ist.
Entschuldigung. Das muss ich Ihnen nicht sagen.
-Möchten Sie etwas trinken? -Nein, danke.
-Ich brauche frische Luft. Wiedersehen. -Adieu.
Herr Conrad, jetzt reicht's! Erika ist in der Midlife-Crisis.
-Sie braucht uns jetzt. -Erika? Midlife?
Ja, und? Heute kommt alles ein wenig später.
Kinder, das Alter, das Sterben ...
In zwei Tagen bezieht sie Rente. Das stresst sie total.
Haben Sie schon ein Geschenk?
Eine Familienpackung Valium.
Und wenn Sie sie heute zum letzten Mal gesehen haben?
Man könnte aus seinen Fehlern auch lernen.
Rein theoretisch.
Die einen lernen aus Fehlern, die anderen für die Bestatterprüfung.
Sie wollen also nichts sagen?
Gut. Das ist Ihr Recht.
Das ist aber nicht in Ihrem Interesse.
Ich glaube, Sie wollen nicht bei uns übernachten.
Unsere Zellen sind verdammt eng. Und stickig.
Vor allem im Sommer.
Und Vögel zwitschern auch keine.
Gut. Dann bringt meine Kollegin Sie jetzt in Ihre Zelle.
Wir sehen uns morgen. Gute Nacht!
Claudia?
Du hättest sein Gesicht sehen sollen, als er in den Lauf schaute.
Warum hast du nicht abgedrückt, Geiser?
-Schade um die Munition. -Ja, genau.
Ich hätte euch die Kugel gerne spendiert - aus der Haushaltskasse.
Schade, dass du nicht dort warst.
Guten Abend miteinander.
-Das ist aber schon eine Kneipe, nicht? -Was sollte es sonst sein?
Ein Vereinslokal.
Spielt das eine Rolle?
-Was willst du? -Ein kleines Bier.
Gerne.
Ist Mario auch hier?
Da hat jemand Fragen.
Also: Frag!
Ich suche Mario Giovanoli.
Er ist sicher Mitglied der Nachbarschaftshilfe.
Weswegen?
Ich bin der Bestatter von Martha Giovanoli. Ich habe noch Fragen.
Und Anna-Maria?
-Hat jemand sie gesehen? -Ja. Ich.
Vor 22 Jahren.
-Ich auch. -Ich auch, Mann.
-Du noch ein wenig genauer. -Das hättest du auch gerne.
Wir würden ihr gerne etwas ausrichten.
Aber für eine wie die Giovanoli hat es bei uns zu wenig böse Buben.
Ich glaube nicht, dass sie noch mal zurückkommt.
-Prost! -Prösterchen!
Ja. Ich bin es.
Sie ist weg.
Ja. Es ist alles meine Schuld.
Ich konnte es einfach nicht.
Aber ... jetzt weiß ich, was ich zu tun habe.
Jetzt weiß ich es.
Guten Abend.
Bleibt nur sitzen! Es sei denn, jemand ist bei der freiwilligen Feuerwehr.
Rohrbruch im Bauernhaus der Baumanns.
Gibst du mir schnell dein Handy?
Draußen ist der Empfang besser.
Dörig?
Dörig, ich bin's.
Ja.
Komm nach Morgenthal zur Dorfstraße 4
ins Haus meiner Mutter und bring die Spurensicherung mit!
Ich war bei diesem Bauernhaus.
Dann hattest du Glück. Auf der Türfalle waren 230 Volt.
Er hätte es verdient, glaub mir!
Also doch. Mario.
Willst du nicht lieber warten, bis Dörig hier ist?
Das war ich.
Anna-Maria.
Das ist meine.
Er hat sie schon entsichert.
Er wollte dich erschießen.
Ja.
Gibst du mir das Tuch?
Danke.
Danke.
Anna-Maria?
Was war los?
Das ist meine. Sie muss ins Labor.
Reto.
Ich erstatte Anzeige wegen Bedrohung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung.
-Gegen? -Mario Giovanoli.
Kommt!
Hier drin hat er mich attackiert.
Da waren Zeitungsausschnitte drin.
Ein ungelöster Fall.
Ein Frauenmörder.
-Der Fall Madeleine Meienberger. -Woher weißt du das?
Kennst du Susanne Gruber?
-Doras kleine Schwester? -Sie wurde gestern umgebracht.
Hier im Wald. Wie die Meienberger in Bern.
Ausgepeitscht und erwürgt. Beide mit dem gleichen Gürtel.
Wir haben es überprüft. Ein Serientäter.
Mario hat eure Mutter sicher im Inselspital besucht.
Du hast Mario mit diesen Zeitungsausschnitten überrascht.
Er wollte kurzen Prozess machen.
Du lebst nur, weil du seine Schwester bist.
Hat Mario schon mal so was ...
Mario.
Er war als Jugendlicher auf der Aarburg - einige Jahre -
weil er einen Kollegen krankenhausreif geschlagen hatte.
Nehmt das Zimmer auseinander!
-Die ganze verdammte Hütte! -Anna-Maria.
-Dieser Fall ist nichts für dich. -Ich bringe dich nach Hause.
-Nehmt besser den Hinterausgang! -So weit kommt es noch.
Jetzt habe ich wenigstens deine Familie kennengelernt.
Na super!
Ein Frauenmörder und seine Komplizin.
Komplizin?
Ja, meine Mutter.
Die wusste das doch.
Oder ahnte es zumindest.
Aber so etwas kommt erst auf dem Totenbett raus.
-Auf dem Totenbett ... -Ich sollte mich um Mario kümmern.
Und dann bist du in sein Zimmer?
Ja. Was sollte ich tun? Letzte Worte.
Hat sie sonst noch was gesagt?
Was?
Letzte Worte.
Hat sie sonst noch was gesagt?
Warum?
Morgen.
Hast du gut geschlafen?
Super.
Willst du einen Kaffee?
Ich brauche neue Kleider. Dringend.
Fährst du mich schnell?
Ah, Anna-Maria!
Morgen.
Geht es dir gut?
Willst du einen Tee? Was ist passiert?
Sie war im Keller des Bauernhauses eingesperrt.
Wer hat das getan?
Mein Bruder.
Er lag also nicht ganz falsch, der alte Conrad.
Du aber auch nicht.
Gut, dass du mich nicht in den Keller gelassen hast.
Ich hätte mich ans Stromnetz von Morgenthal angeschlossen.
Wir hatten also beide recht.
Es liegt nichts gegen Sie vor.
Also. Es ist gut.
Sie dürfen zurück in den Wald.
Also ... Kommen Sie mit!
-Hey. -Morgen.
Willi?
Änneli.
Hallo.
Ihr kennt euch?
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