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Original subtitles

(Stimmengewirr)

(Unverständliche Lautsprecheransage)

(Man versteht sie nicht.)

(Gedämpfte Lautsprecheransage aus einem anderen Raum)

(Elektronisches Sirren)

(Stuhl quietscht.)

(Sirrendes Signal)

Fida. Siehst du das Licht?

Du musst dem Licht mit den Augen folgen.

(Apparatur brummt.)

(Gerät verstummt.)

(Erneutes Brummen)

Ich möchte, dass du auf den Bildschirm schaust und nicht die Augen schließt.

So lange, bis ich dir sage, dass du damit aufhören sollst.

(Gerät verstummt.)

VERWEHRT

Wir sind jetzt fertig, Fida.

(Stimmengewirr, unverständliche Lautsprecheransage)

(Mann) Halt! Bleib stehen!

Bleib hier!

Bitte!

(Pulsierendes Rauschen)

Nicht weiter!

(Donnernder Knall)

(Pulsierendes Rauschen)

(Bedrohliches Brummen)

(Halme rascheln, ein Vogel trällert.)

(Wind rauscht.)

(Frau) Professor!

Professor!

(Polizist) Go! Go! -(Schuss)

(Schüsse, unverständliche Lautsprecheransage)

(Alarmanlage piepst.)

(Mann) Go, go, go!

(Mann) Refugee rights are human rights!

(Menge skandiert eine Parole.)

(Schüsse, aufgebrachte Stimmen, Schreie)

(Skandieren von draußen)

Wie erklären Sie sich, was passiert ist?

Das wissen wir erst nach der Lösung des Falls.

Aber warum haben wir dann jedes Mal die gleichen Probleme?

Nach zwei oder drei Ernten, bestenfalls, beginnt die Deformation.

Wieso gelingt es uns nicht, den perfekten Samen herzustellen?

Ich traf einmal einen jungen,

blitzgescheiten Genetiker.

Er glaubte,

es würde uns nie gelingen, den perfekten Samen herzustellen.

Er war der Einzige,

der das Unternehmen vor dem genetischen Chaos warnte.

Wer war das? -Cemil Akman.

Erinnert sich jemand von Ihnen an seine Theorie?

Sie beruhte nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen.

Er begründete das Problem mit einer metaphysichen und ethischen Theorie.

Was erforschte er?

(Mann) Das genetische Chaos und das M-Partikel.

(Frau) Bis vor einer Woche reagierte die SP17Z unverändert

unter kontrolliertem Klima und mit molekularer Hilfe.

Das stimmt doch, Erol? -Ja, ja.

(Mann) Was führte dann zu ihrer Selbstzerstörung?

(Frau) Sobald die mikrobiologisch- molekulare Analyse abgeschlossen ist,

können wir diese Frage beantworten.

Aber wo ist dieser Cemil Akman?

Und woran arbeitet er gerade?

(Erol) Entschuldigung, ich suche nach Viktor Rerberg.

(Frau) Der ist dahinten. -Danke.

Hallo.

Ich bin hier wegen Cemil Akman.

Cemil Akman...

Sie beide waren einmal im selben Team.

Ja?

Aber das ist sehr lange her.

Sind Sie ihm in letzter Zeit begegnet? -Ihm begegnet?

Ja. Haben Sie Cemil Akman gesehen?

Haben Sie es nicht gehört? -Was denn?

Zuletzt sah man ihn zwischen der Unbehüteten Natur und dem Ödland.

Wieso suchen Sie nach ihm?

Ich wollte ihn nach seiner Theorie des genetischen Chaos befragen.

Sie wissen wohl nichts von dem Feuer. -Welches Feuer?

Cemil hatte ein Labor in seinem Haus, um seine Forschungen fortzusetzen.

Dort brach das Feuer aus und griff über auf das Haus. Seine Frau starb.

Seine Tochter Tara wurde schwer verletzt, aber sie überlebte.

War er damals zu Hause? -Ja, er brachte sie ins Krankenhaus.

Kurze Zeit danach ist er verschwunden.

Aber wäre er tot,

hätten wir auf jeden Fall davon erfahren.

(Mechanisches Brummen)

(Stimmengewirr)

(Poltern und Klirren)

(Frau) Copy that. Base three, do you copy?

Base three?

(Man kann die Frau nicht verstehen.)

(Stimme über Funk)

SCHLUSS MIT DEM GENETISCHEN RASSISMUS

RETTET DIE WELT

(Jemand spricht in einer asiatischen Sprache.)

Was ist passiert?

Da ist was schiefgelaufen, Professor. Es war keine Absicht.

Was denn?

Jemand hat ohne Erlaubnis eine Probe der neuen Generation

aus dem Gewächshaus für biogenetische Erbsen entnommen.

Was?

Davon hat mir niemand was gesagt.

Seltsam. Na ja, jedenfalls hatte ich sie meinen Freunden versprochen.

Wir wollten die KR5T-Probe untersuchen und sie dann zurückbringen.

Hm. Hast du die Probe nach draußen gebracht?

Ich hatte mich mit einem Wachmann an einem Checkpoint abgesprochen.

Aber dann entschied er sich um. -Hast du ausgesagt?

(Mann) Ich sagte die Wahrheit. Ich wollte Sie morgen anrufen.

Ich dachte immer, du wärst ein Aufsteiger.

Daraus wird leider nichts.

Kennst du Cemil Akman?

Nein. Ist er jemand Wichtiges? -Er hat für unsere Firma gearbeitet.

"Genetisches Chaos und das M-Partikel" war der Titel seiner Arbeit.

Soweit ich weiß,

wurde er wegen dieser Studie gefeuert.

Genetisches Chaos? Meine Freunde aus dem Forum wissen vielleicht was.

Es ist schwer, aus dem Archiv Informationen über ihn zu bekommen.

Archiv? Das ist leicht. Wir können uns ganz einfach ins Archiv hacken.

(Schritte)

(Er versucht, die Tür zu öffnen.)

Hallo?

Hallo.

Hallo.

Ich brauche Informationen über eine bestimmte Familie.

Hm?

Wollen Sie einen Stammbaum erstellen? -Ja, so was in der Art.

Ich suche eine Adresse. -Vorname, Nachname?

Cemil Akman.

Akman?

Die Akmans sind erster Gang links.

Danke sehr.

(Tor quietscht.)

(Er klopft und öffnet dann die Tür.)

Ist hier jemand?

(Eine Tür wird geschlossen.)

Entschuldigen Sie!

(Tür quietscht.)

Tara?

Ich bin Professor Erol Erin von Novus Vita.

(Apparatur sirrt.)

Sch...

... Ma...

... Yo...

... I...

... Lo...

... No...

(Erol) I-lo-no.

Was bedeutet das?

(Tara) Krai...

... M... Hor...

... A... Lo... Ho...

Was für eine Sprache ist das? Diese Buchstaben kenne ich nicht.

Wann hast du zuletzt mit deinem Vater gesprochen?

Hast du Kontakt mit ihm?

Krai...

... M... Hor...

... A... Lo... Ho.

Ich kann ein anderes Mal wiederkommen.

Atem oder Weizen?

Weizen.

Ich sagte "Weizen".

Tara?

Tara!

(Sanfte, monotone Musik)

(Halme rascheln.)

(Langsame asiatische Musik)

(Gelächter)

(Tür wird geöffnet.)

(Erol) Leon? -Bist du das, Erol?

Hast du was Neues für mich? -Ja, hab ich.

Das ist ja wirklich interessant.

Sehr, sehr interessant.

Ich hab noch nie so eine wie die gesehen. Wo hast du sie gefunden?

In den Feldern am Südrand. Ich hab nicht sie gefunden, sondern sie mich.

So einen Bienentypus wie den haben die Russen mal gezüchtet.

Die Epizis, ja. Der Typus ist ihr ähnlich.

Ich habe niemals zuvor Flügel dieser Art gesehen.

Wow!

(Erol) Das muss eine der unkontrollierten Hybriden sein.

Vielleicht das erste und letzte seiner Spezies.

Sie ist fantastisch.

Ich bedanke mich recht herzlich.

(Erol) Bekommst du was aus dem Ödland?

Warum fragst du das?

Ich suche jemanden, der heutzutage da lebt.

Heutzutage da lebt?

Ja, man sah ihn zuletzt zwischen der Unbehüteten Natur und dem Ödland.

Über wen sprechen wir? -Einen alten Freund.

Und er muss jetzt hier rüber auf unsere Seite, ja?

Nein, eigentlich nicht.

Ist es dir ernst?

Ja.

Ist das überhaupt möglich?

Natürlich.

Aber die Mauer zu überwinden, hat seinen Preis.

Auch wenn es möglich ist.

Ich habe gehört, manche Leute hätten das geschafft.

Ich kenne jemanden, der sehr talentiert ist,

was das Überwinden der Mauer angeht.

Wann willst du gehen?

Ich weiß nicht.

Aber sobald wie möglich.

(Donnergrollen)

(Donnergrollen)

(Sirenengeheul aus der Ferne)

Ah...

(Er stöhnt.)

(Zischen)

(Tuten und Sirren)

(Mann) Professor, hier ist die Aufnahme von Akmans Plädoyer.

(Akman) Sie fragen nach Beweisen für das M-Partikel.

Der Beweis sind die Samen, die wir selbst produzierten,

die das Partikel nicht haben.

Das M-Partikel steckt in allem in diesem Universum,

außer in den Samen, die wir gezüchtet haben.

Wir sind eben nicht fähig, etwas Neues zu erschaffen.

Wir können keinen Samen aus dem Nichts erschaffen.

Selbst wenn es so scheint, verdirbt er anschließend.

Eine Eigenschaft, die in der Luft existiert und im Wasser und in der Erde,

existiert nicht im Kunstsamen.

Diese Samen sind nicht in der Lage,

Teil des Kreislaufs zu werden, der Leben ermöglicht.

Sie passen sich nicht an und werden vom Leben abgestoßen.

Ich wiederhole.

In ihnen befindet sich nicht das M-Partikel,

das eine Verbindung untereinander und zum Leben schafft.

Und auf Grund dieses Defizits sind sie kein Teil...

... der gemeinsamen Erinnerung, die das Universum ausmacht.

Jede genetische Modifikation könnte die Millionen Jahre alte Brücke zerstören.

Einfach gesagt: die Verbindung zwischen dem ersten und dem letzten Reiskorn.

Die Resultate meiner Studien haben klar gezeigt,

dass es nichts im Universum gibt, das nicht das M-Partikel enthält.

(Elektrisches Vibrieren)

(Motor wird abgestellt.)

Man sagte mir, eine Person. Zwei geht nicht.

Ich mache dir keine Probleme. -Es geht hier um die Mauer.

Zwei Leute gleichzeitig durchzubringen, ist zu riskant.

Ich hab's für einen vorbereitet.

Aber er kommt mit mir.

Für mich ist es egal, wenn Sie zusammen sterben wollen.

Und wenn Ihnen was passiert, kenne ich Sie nicht.

Mit Leon vereinbart war eine Person.

Und ich kassiere auch das Geld für die zweite tote Person.

Einverstanden.

(Motor startet.)

(Frau) Rechts abbiegen.

Fahren Sie weiter.

(Angespannte Musik)

Professor, Sie gehen vor.

Und Andrei, der Abstand zwischen Ihnen darf nur wenige Zentimeter sein.

Wollen Sie weitergehen?

Ja.

Legen Sie alles Metallische ab. -(Sirren)

Ihr Versuch ist zwecklos. -Ich muss jemanden anrufen.

Hier funktioniert nichts.

Eine Sache noch, Professor. Ich muss Ihnen diese Spritze geben.

Was ist das?

Eine Impfung und ein Chip, damit können wir Sie finden.

In fünf Tagen spätestens hole ich sie vor Ort ab.

(Elektrisches Sirren und Brummen)

(Brummen)

(Explosionsartiger Knall, Brummen)

(Knall, Brummen)

(Knall) -Geradeaus!

(Erol stöhnt.)

Wir haben es geschafft. Weg hier.

(Lautes Brummen und metallisches Klacken)

(Andrei) Schnell!

Schnell! Beeilung!

(Bedrohliches Wummern)

(Ohrenbetäubendes Dröhnen)

(Er stöhnt leise.)

(Andrei) Ich erinnere mich sehr gut an diese Gegend.

Wir müssen um die Sümpfe herum.

Das Gebiet liegt direkt vor uns.

(Wind pfeift.)

Alles in Ordnung, Andrei?

Das ist ein Lager.

Es sieht verlassen aus.

Sehen Sie, da drüben ist ein Fahrzeug.

Ich erinnere mich an die.

Ich hatte auch so eins.

Hast du Hunger? -Nein.

Komm, wir essen den Fisch.

Sicher, dass du nichts willst?

Es ist wirklich lecker.

Wir nähern uns dem Land meiner Familie.

Sehen Sie diese Berggipfel?

Wenn ich mich recht erinnere...

... war unser Camp gleich dahinter.

(Düstere Musik)

(Düster-monotone Musik)

Sollten wir sie nicht begraben?

Alice warnte uns.

Sie könnten an einer Epidemie gestorben sein. Nichts anfassen.

Es ist komisch,

dass sie überhaupt nicht riechen.

Es ist wie in einem Traum.

Gerüche aus meiner Kindheit.

Unglaublich, dass ich hier bin.

Ich war schon recht groß, als ich für die Stadt ausgewählt wurde.

Ich erinnere mich gut daran.

Ich erinnere mich an gar nichts mehr.

Ich war ein oder zwei Jahre alt, hat man mir erzählt.

Was ist wohl aus meiner Mutter geworden, und aus meinen Geschwistern?

Wenn sie mich jetzt sähen, was würden sie wohl sagen?

Als meine Mutter noch mal schwanger wurde,

schickte Vater meine beiden Brüder und mich in die Stadt.

Ich wehrte mich dagegen.

Ich hatte gehofft, sie würden mich nicht auswählen.

Was wohl aus ihnen wurde?

Andrei.

(Flasche klimpert.)

(Sanfte sphärische Musik)

(Sphärische Musik)

(Mann, aus der Ferne) Hey!

Lasst das Boot hier!

Bringt das Boot zurück!

Uns wurde gesagt, wir finden Sie...

... auf der anderen Seite, wo sich Ödland und Wildnis treffen.

Wir suchen Sie schon lange, aber haben Sie nicht gesehen.

Ohne Ihr Rufen hätten wir Sie wieder verpasst.

Ich bin Professor Erol Erin. Wir sind von Novus Vita.

Der Firma, für die Sie auch mal arbeiteten.

Gibt es noch wilde Birnbäume oder ist das eine ältere Version von XP6Z4?

Treten Sie nicht da rein.

Entschuldigen Sie.

Was wollen Sie von mir?

Ihre These.

Über das genetische Chaos und das M-Partikel.

Alle Organismen mit einer auf dem EPSP-Sintaz-Protein basierenden

mikrobiologischen Gen-Struktur sterben, alle gleichzeitig.

Alles, was wir mit synthetischer Biologie erschufen, stirbt.

Sie bewiesen vor Jahren, dass das passieren würde.

Gehen Sie besser zurück zu dieser Firma, solange noch Zeit ist.

Ich bin nicht in ihrem Auftrag hier.

Es war meine Entscheidung.

Ich kenne Ihre Geschichte und wollte Sie dringend sprechen.

Wir müssen hier weg, sofort. Sie überleben hier nicht.

(Andrei) Sind wir in Gefahr?

Sie müssen weg hier, sofort.

Nehmen Sie uns mit. -Das geht nicht.

Gehen Sie. Ich komme schon allein zurecht.

Nehmen Sie mich mit.

Sie stehen diese Reise nicht durch.

(Er keucht.)

Ziehen Sie Ihre Jacke aus.

Ziehen Sie das hier an.

(Er stöhnt.)

Tun Sie irgendwas dagegen?

Ich hatte meine Medizin dabei,

aber musste sie zurücklassen, als ich durch die Mauer bin.

Es ist nichts Schlimmes. Wohl nur ein lokaler Infekt.

Letztes Jahr...

... starben Hunderttausende in dieser Gegend.

Es gab üble Anomalien durch BT63.

Danke.

Mir ist schon wärmer.

Wissen Sie,

bevor ich rausgekommen bin, war ich in Ihrem Haus.

Ich war in Ihrem Haus.

Hat Tara mit Ihnen geredet?

Eigentlich nicht.

Sie schrieb etwas mit alten Buchstaben.

War das eine neue Sprache?

Haben Sie Kinder?

Nein.

In Ihrer Arbeit über GMOs

sprechen Sie von einer echten Konstante,

im M-Partikel.

Ich fand dafür keine Beweise.

Sie suchen immer noch einen Beweis.

(Erol) Was ist hier passiert?

Was tun Sie?

Sind Sie verrückt?

Sie versenken unser Boot! Stopp! Stopp!

Hören Sie auf! Sie bringen uns noch um!

Ich sagte doch, Sie überstehen keine Reise mit mir.

(Akman) Sch!

Stellen Sie sich tot.

(Wummerndes Fluggeräusch)

(Metallisches Geräusch)

(Wummern wird leiser.)

(Ein Baby weint.)

(Weinen)

(Das Baby weint.)

Hier.

(Baby quengelt.)

Warten Sie hier. Bleiben Sie hier stehen.

Hier.

Wickeln Sie das um mich.

Ja. Um mich herum.

Sie haben alles verloren.

Den Fisch, die Erde, das Saatgut und das Zelt.

Die Fische waren für einen jemenitischen Freund.

Sie kommen von einer Fischfarm in Argentinien.

Die letzten einer jetzt ausgestorbenen Forellenfamilie.

Ich suchte eine saubere Wasserquelle, um sie zu züchten.

Na ja, zumindest haben wir das Mädchen gerettet.

Sie fühlt sich sehr kalt an.

Wenn wir zu lange warten, stirbt sie.

(Er hustet.)

(Klappern)

(Stimmen)

(Stimmengewirr)

(Eine Frau spricht in einer fremden Sprache.)

(Ein Kind ruft etwas.)

(Sie unterhalten sich in einer fremden Sprache.)

(Akman) Lass mal sehen.

Nein.

(Stimmengewirr)

(Stimmen aus der Ferne)

Alles in Ordnung?

Mir geht's gut.

Nicht zu viel!

Dieses Zelt ist für Sie.

Und Kleidung und ein Schlafsack. Das brauchen Sie.

Danke.

Wir bringen Sie zu einem Ort nahe der Grenze.

Nach einem Tagesmarsch kommen Sie an ein Grenzlager.

Von da aus schaffen Sie es nach Hause.

Lassen Sie mich weiter mit Ihnen reisen.

Sie können nicht mit mir reisen.

Ich versuch's.

Bitte nehmen Sie mich mit.

(Akman) Nur wenn Sie keine Einwände mehr erheben.

Gut.

Und wenn doch...

... gehen wir getrennte Wege.

(Erol) Hinterlassen Sie die überall?

Ich komme zurück, um nach ihnen zu sehen.

Vielleicht kommt eine Ameise, Heuschrecke, ein Vogel oder Maulwurf.

Sind sie denn mal verschwunden? -Ein Mal.

Da waren alle Körner weg.

Ich legte neue Saat hin und wartete tagelang.

Wer sie sich wohl geholt hat? -Ich weiß es nicht.

(Erol) Was ist los?

Ich dachte, da wäre eine Ameise.

Die Erde ist so stark vergiftet.

Wenn sie lebendig ist, kann es nur ein mutiertes Tier sein.

Aber ich glaube eh nicht, dass es möglich ist.

(Fernes Donnergrollen)

Beeilung.

Da kommt saurer Regen.

Machen Sie schnell! Schnell!

(Regen prasselt.)

(Keuchen)

(Akman) Decken Sie Ihre Haut ab!

(Wind heult.)

(Erol stöhnt auf.)

(Keuchen)

Als ich nach Ihnen suchte...

... schlief ich ein und hatte einen seltsamen Traum.

In diesem Traum war ich mit meiner Mutter und meinem Vater.

Im realen Leben weiß ich nicht, wer sie sind. Ich lernte sie nie kennen.

In jenem Traum waren sie lebendig

und ich sah ihre Gesichter ganz deutlich.

Und meine Frau und die Kinder, die wir nie hatten, waren auch dabei.

Wir waren irgendwo unterwegs zu einem einsamen Berggipfel.

Eine Reise unter sehr harten Bedingungen.

Sie sind hungrig und durstig, müde und sie frieren.

Wir machen irgendwo halt.

Es wird schon bald Nacht.

Ich bitte sie zu warten, damit ich nach Feuerholz suchen kann.

Und während ich suche,

sehe ich in der Ferne ein Feuer brennen.

Ich gehe dahin,

ich denke, da ist jemand, den ich um Hilfe bitten kann, aber da ist keiner.

Nur ein Baum, der brennt.

Dann auf einmal... höre ich eine Stimme.

Sie scheint von dem Baum zu kommen.

Er sagt mir etwas in einer Sprache,

die ich nicht kenne.

Wir leben immer in einem Traum.

Wir erwachen erst, wenn wir sterben.

(Ein Feuer prasselt.)

Synthetischer Dünger. Entzündet sich von selbst.

Er reagiert mit dem sauren Regen und fängt an zu schwelen.

Und wegen der Chlorwasserstoffsäure und dem Dioxin

gibt es keine Tiere in der Gegend.

Keine Pflanzen, keine Insekten.

Was an unverschmutzter Erde übrig ist,

wird abgetragen

und in die Städte gebracht.

Das müssen wir tun, um zu überleben.

Zeigen Sie mal.

Vielleicht wissen Sie es noch nicht.

Vor sechs Jahren hatten wir einen völligen Zerfall des Bodens.

Die Erde produzierte Nanobakterien.

In wenigen Wochen verloren wir alle landschaftlichen Erzeugnisse.

Ich war Teil eines Teams

zur Wiederherstellung der Gesundheit des Bodens.

Wir testeten verschiedene Methoden, aber nichts ging.

Das Problem gehört nicht zu meinem Fachgebiet, dem Saatgut.

Und trotzdem. Ich machte einen einfachen Vorschlag.

Karbonisierung...

... und dann Elektrolyse.

Zuerst verstanden sie nicht und lehnten einfach ab.

Natürlich half es.

So wurde die Hälfte der Böden so gut aufbereitet,

dass man sie wieder bepflanzen konnte.

Sie haben also die Welt gerettet.

Nun ja...

Für eine Weile.

Und was hatten Sie davon?

Ich wurde befördert, zog in ein besseres Haus.

Und gefällt es Ihnen dort?

Ja.

Wieso sind Sie dann hier?

Ich suchte nach Ihnen.

Suchen Sie lieber nach sich selbst.

Auf der Tageskarte...

... stehen Linsen...

... Hafer...

... angemacht mit saurem Wasser.

Doch wirklich jedes Mal, wenn wir mit der Natur gespielt haben,

wenn wir sie verändern wollten,

da haben wir uns selbst einen großen Schaden zugefügt.

Wir haben nicht verstanden, dass,

wann immer wir die Zellstruktur eines Samens verändern,

verändern wir auch etwas...

... im Inneren des Menschen.

Aber unser Ego hindert uns daran, das zu erkennen.

Ich weiß nicht, was Sie damit sagen wollen.

Ich weiß.

Ich konnte das auch nicht verstehen.

Ich war mal so wie Sie.

Ich lebte durch mein Ego.

Aber dann gab ich mein Bestes, um mich davon zu befreien.

Erst da erkannte ich, dass unser gesamtes Dasein...

... ein einziger Körper ist.

Und ich gehöre zu diesem Körper.

Sie sprechen von der Abschaffung des Egos.

Wie kann so etwas möglich sein?

Mir ist das leider auch nicht gelungen.

Es ist nicht einfach, es allein zu tun.

Also hab ich mir jemanden gesucht, der mich umbringt.

Haben Sie jemanden gefunden?

Ja.

(Reißverschluss wird geöffnet.)

(Schritte)

(Wolf hechelt.)

(Hecheln und Knurren)

(Wolf knurrt.)

(Hecheln und Knurren)

(Trippeln)

Gehen wir.

(Sanfter Wellenschlag)

(Er atmet schwer.)

(Schlüssel dreht sich im Schloss.)

(Tür quietscht.)

(Er tippt einen Code ein.)

(Schloss öffnet sich.)

(Tür knarzt.)

Ziehen Sie Ihre Schuhe aus.

(dröhnende Männerstimme) Hi!

(Schritte)

Helfen Sie mir. Sie auf dieser Seite.

(Erde rieselt.)

(Sanftes Klimpern von draußen)

Wir haben jetzt Erde.

Uns fehlt nur noch das Saatgut.

Welche Art von Saatgut?

Ist das wichtig?

Ja.

Wenn es auf der Erde nichts mehr gäbe,

womit erhielte man die Menschheit am Leben?

Weizen natürlich.

Weizen...

Das ist die Antwort: Weizen.

Ich weiß es nicht. Meine Tochter weiß es.

Ein Meister der Wahrheit

spricht von der im Weizen eingekerbten Linie der Essenz.

Dem Kern des Wesens.

Diese Linie ist der Buchstabe Alif,

der sowohl trennt als auch vereint.

Was trennt er?

Männlich und weiblich.

Adam und Eva.

Körper und Seele.

Diese Linie ist das tiefer liegende Geheimnis des Weizens.

Sie ist auch die Linie der Liebe.

Eine Linie, die alles vereint.

Alles, was im Universum existiert, existiert auch im Menschen, Professor.

Es gibt keine Trennung.

Das bedeutet, dass der Mensch Partikel von jedem Wesen enthält.

Das ganze Universum ist menschlich.

Dann enthält alles ein Partikel vom Menschen.

Das menschliche Partikel.

Das menschliche Partikel.

(Folie raschelt.)

Alles, ob lebendig oder nicht, strebt danach, menschlich zu werden,

hat mein Meister immer gesagt.

Ihr Meister?

Er ist derjenige, der am Eingang liegt.

Jetzt tragen wir die Säcke den Pfad runter zum Seeufer.

Und dann?

Dann bringen wir sie an einen für den Anbau geeigneten Ort.

Aber wie?

Genau so.

Wir tragen sie auf unserem Rücken, Professor.

Kommen Sie.

Drehen Sie sich.

Vorsicht.

Der Sack darf draußen nicht in Kontakt mit Wasser oder Erde kommen.

(Steine kullern.)

(Er ächzt.)

Ich schaffe es nicht. Ich bin völlig am Ende.

Es liegt bei Ihnen.

Sie haben wahrscheinlich Hunger.

Nehmen Sie die.

Ziehen Sie Ihr Hemd hoch.

Die Steine sollten in der Mitte Ihres Magens sein.

Ah...

Das hilft gegen den Hunger.

(Junge) Was trägst du da?

Wer ist da? -(Junge) Hier bin ich.

Ich seh dich nicht. Wo bist du?

Ich hab Hunger. -Komm. Komm her zu mir.

Warum atmest du so schwer? -Ich trage eine Last.

Du scheinst müde zu sein.

Ja.

Kannst du etwas näher kommen? -(Schritte)

(Junge) Hast du was zu essen?

Nein.

(Junge) Hast du auch Hunger?

Ja.

(Junge) Wenn du mitkommst, finde ich was für dich.

Ich wohne in der Stadt da drüben.

(Erol) Warte! Ich muss das hier zu Ende bringen.

(Junge) Du kannst nachher weitermachen.

Außerdem ist es dunkel.

Komm, wir müssen hier lang.

(Erol) Lass mich das zu Ende bringen bitte.

(Junge) Wir müssen los, bevor das Wasser ansteigt.

Bevor das Wasser ansteigt?

(Junge) Ja, mach schon. Du bist doch hungrig.

(Erol) Gut, dann... (Er ächzt.)

(Schlag, der Junge erschrickt.)

(Junge) Was soll das? Lass mich!

(Erol) Was ist los? Cemil?

(Der Junge ächzt.)

(Erol) Cemil?

(Schlag, Aufprall)

(Schritte)

(Erol) Hey, Junge!

Wo bist du?

Hey!

Sag doch was, bitte.

(Leises Klackern)

(Boden knarzt.)

(Wind braust vor dem Haus.)

(dröhnende Stimme) Ho...

(Tür knarrt.)

(Fällt ins Schloss.)

(Er zieht sich Schuhe an.)

Wonach suchen Sie?

Ich überprüfe die Samen, die hier lagen.

Was ist los? Haben Sie was verloren?

Hier war ein Junge letzte Nacht. Sie haben ihn erwürgt.

Das war kein Traum. Das Kind war real.

Es stand ganz nah bei mir.

Ich konnte es im Dunkeln nicht erkennen, aber sprach mit ihm.

Und dann?

Ja, ich bin sicher, das war auch real.

So real wie Ihre Schuld.

Schuld?

Welche Schuld?

Ich sagte Ihnen von Anfang an, dass Sie eine Reise mit mir nicht überstehen.

Die Steine haben geholfen, nicht wahr?

Was haben Sie dem Kind angetan?

Atem oder Weizen.

Cemil.

Sollte ich je wieder an Ihnen zweifeln,

werden sich unsere Weg trennen.

(Stimme aus der Ferne)

(Wiederkehrender Signalton)

(Mann ruft etwas Unverständliches.)

(Eine Frau schluchzt.)

(Lauter Knall)

(Knall)

(Knall, Glas splittert.)

Cemil.

(Lang gezogener Signalton ertönt.)

Cemil!

Was machen Sie denn da?

(Stein kracht zu Boden.)

Was ist los?

Folgen Sie mir.

Schnell.

Wie bist du hergekommen?

Was für eine Frage ist das! Ich hab Sie von Anfang an beobachtet.

Gott sei Dank konnte ich Sie endlich abpassen.

Ich beobachtete Sie stetig.

Jetzt musste ich handeln. -Wieso?

Um Sie rauszuholen. -Um wohin zu gehen?

In die Stadt.

Sie streifen seit Tagen allein und ziellos herum.

Scheint so, Sie haben den, den sie suchten, doch nicht gefunden.

Wo ist denn Andrei?

Ihm geht es gut, keine Sorge.

Die genetische Chaoskrise ist bewältigt.

Tatsächlich?

Ja.

Aufgrund der beschleunigten Mutation eines Eigengens aus der Antarktis

hat die Keimung wieder begonnen.

Wie wunderbar.

Ich muss mich beeilen und meine Mission beenden.

Vielleicht ein andermal.

Es gibt hier eine Epidemie, ich lasse Sie nicht zurück. -Nicht jetzt.

Sie bringen mich in eine schwierige Situation.

Professor!

Was tun Sie da?

Diese Leute wollen uns töten.

Wieso wollen Sie unbedingt diese Mauer reparieren? Was ist daran so wichtig?

(Er stöhnt.)

(Wind braust sanft.)

(Leises Dröhnen)

(Erol) Atem.

(Zirpen)

(Monotones Zwitschern)

(Zwitschern)

(Eine Biene summt.)

(Rauschen und Zirpen)

(Melancholische Cellomusik)

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