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Im Jahre 1941
erstreckt sich das sowjetische
Spionagenetz des Grand Chef Leopold
Trepper alias Jean Gilbert über ganz
Westeuropa.
Von seinem Schreibtisch aus in der
Importex Exportfirma Simex in Paris
dirigiert er seine weit verzweigte
Organisation. Sein Hauptstützpunkt in
Brüssel ist im Herbst 1941 noch voll
intakt.
Im Oktober 1941 erhält der Chef des
belgischen Netzes Kent, auch Petiche
Chef genannt, von der Zentrale den
Befehl, unverzüglich nach Berlin zu
fahren, um bei der dortigen
Spionageorganisation nach dem Rechten zu
sehen. Die wichtigsten Köpfe dieser
Berliner Organisation sind der
Oberleutnand im
Reichsluftfahrtministerium Harro Schulze
Beusen, der Regierungsrat im
Reichswirtschaftsministerium
Dr. Arwit Harnak, der Mathematikstudent
Horst Heilmann, der von Schulzeusen in
die Schiffrierabteilung der
Wehrmachtsnachrichtenverbindung
eingeschleust wurde, sowie der
Schriftsteller Adam Kuckoff.
Seit dem 22. Juni 1941
sendet diese Spionagegruppe, die sich
kurz vor Ausbruch des Krieges
zusammengefunden hat, regelmäßig mit
drei Funkgeräten nach Moskau.
Die Geräte wurden Harnak und Kukhof kurz
vor Ausbruch des deutschsowjetischen
Konflikts von dem Sowjetagenten
Alexandrov übergeben.
Als Funker dieser Gruppe operierte
Elektriker Hans Koppi, der nie eine
ausreichende Morseausbildung erhalten
hat und deshalb Code und
Funkverkehrsplan häufig durcheinander
bringt. Aus diesem Grund hielt es die
Zentrale für angebracht, Kent zur
Kontrolle nach Berlin zu schicken, die
einzelnen Mitglieder zu überprüfen und
neue Anweisungen zu geben. Das Berliner
Netz funktioniert für einige Zeit wieder
reibungslos bis zu dem Augenblick, indem
der Funker Copy feststellen muss, dass
die Peiler der Funkabwehr einer seiner
drei Funkstellen bedrohlich näher
gerückt sind und seine Entdeckung
unmittelbar bevorsteht. Deshalb ordnet
Schulze Beusen die vorläufige
Einstellung des Funkverkehrs an.
Zur gleichen Zeit nähern sich die Fah
auch der Funkstation des PTCfs in
Brüssel. In der Nacht vom 13. auf den
14. Dezember 1941
schlägt die geheime Feldpolizei zu. Der
Funker Makarov alias Alamo und einige
andere Mitarbeiter des Pichefs werden
festgenommen.
Kent und Trepper entgehen mit knapper
Not der Veraftung durch die Flucht nach
Frankreich.
Während das Berlinernetz seinen
regelmäßigen Funkverkehr mit Moskau
einige Zeit später erneut aufnehmen
kann, wartet Trepper in Paris
verzweifelt auf eine neue Order der
Zentrale.
Im Februar 1942 trifft sie endlich ein.
Die Funkstelle in Brüssel wird wieder
aktiviert. Der neue Mann an der Taste
ist Johann Wenzel.
Aber auch er wird bald angepeilt. Als er
nach seiner vergeblichen Flucht in
Brüssel festgenommen wird, findet der
Abwehrhauptmann Piepe unter Wenzels
Papieren auch den deschiffrierten
Funkspruch mit den Adressen von Schulze
Beusen, Harnack und Kuckov.
Seit Ausbruch des deutsch-sowjetischen
Kriegs arbeitet die Berliner
Organisation der Roten Kapelle von
einigen Unterbrechungen abgesehen auf
Hochtouren Anfang Juli 1942
ahnt der Oberleutnand Haro Schulzeen
noch nicht, was auf ihn zukommt. Noch
ist alles ruhig. Noch gibt es keinerlei
Hinweise dafür, dass der Code seiner
Organisation aufgebrochen werden kann.
Haro Schulze weiß auch nicht, dass sein
Name und seine Adresse den Abwehrorganen
als mögliche Anlaufstelle für Agenten
inzwischen bekannt ist, dass man am
Tirpitzufer nur zögert, das Material der
Gestapo zu übergeben.
Unglaublich.
Einfach unglaublich. Sagen Sie, wie
haben Sie diesen Funkspruch
entschlüsseln können?
Das war gar nicht nötig. Hauptman Bibe
hat in im Klartex gefunden. Bereits
entschlüsselt unter den Papieren des
Agenten Wenzel
in Brüssel.
Ja.
Altenburg Allen 19.
Koro.
Koro, das ist der Deckname.
Mhm.
Ich höre den Namen nicht zum ersten Mal.
Ach.
Wie sind Sie darauf gekommen?
Ganz verschiedenlich.
Wissen Sie, wer dahinter steckt? Wir
wissen es leider nicht.
Ich habe Herrn Admiral informiert. Er
hat mich beauftragt, Sie in Kenntnis zu
setzen.
Sieh mal einer an. Es geschehen also
wirklich noch Zeichen und Wunder.
Admiral Canares beginnt mit dem Reich
Sicherheitshauptamt zusammenzuarbeiten.
Das klingt doch zu schön, um wahr zu
sein. Da könnte man direkt stutzig
werden. Finden Sie nicht auch Zigarre?
Danke. Nein. Oh, entschuldigen Sie.
Ja. Äh, Naan, ich brauche sofort, aber
wirklich sofort, eine Liste sämtlicher
Hausbewohner von Altenburger Allee 19.
Ja, Besucher, Verwandte, Dienstmädchen
und so weiter natürlich auch. Hören Sie,
die Sache ist brandeilig und streng
geheim, versteht sich.
Ja, danke.
In ein paar Stunden wissen wir, wer Koro
ist.
Wir haben festgestellt, dass in dem
betreffenden Haus ein Oberleutnant
namens Schulze wohnt. Har Schulze
Aha, Truppenteil.
Er ist Referent im
Reichsluftfahrtministerium.
Das ist do immerhin sehr interessant.
Finden Sie nicht auch? Wurde schon was
veranlasst?
Von uns aus haben sie völlig freie Hand.
Ich staune. Also wirklich, ich komme aus
dem Staunnen gar nicht mehr raus über
diese plötzliche Großzügigkeit der
militärischen Abwehr. Entschuldigen Sie,
da steckt irgendwas dahinter.
Ich habe lediglich den Auftrag, Sie von
dem Funkspruch mit der Berliner Adresse
zu informieren.
Ach, so ist das. So sieht also die
Zusammenarbeit aus, von der immer so
groß geredet wird. In Wirklichkeit die
alte Verschleierungstaktik,
die alte Rivalität, wie E und je. Diesen
Schuh ziehen wir uns nicht an, Herr
Kriminalrat.
Wann hat denn die geheime Staatspolizei
uns schon informiert? Doch immer nur
dann, wenn sie nicht weiter wusste, wenn
sie uns gebraucht hat. So ist das doch,
nicht wahr?
Ich sehe das zwar genau umgekehrt, aber
bitte, wir beide können da jetzt sowieso
nichts dran ändern. Dann darf ich Sie
bitten, mich nicht weiterhin so
anzugehen. Entschuldigen Sie, aber wir
müssen doch wissen, welche Spuren bisher
sichergestellt worden sind und welche
wir weiter verfolgen müssen.
Können Sie mir wenigstens sagen, wann
Ihr Hauptmann Piepe in Brüssel den
Funkspruch gefunden hat?
Vor etwa 8 Tagen.
Vor 8 Tagen?
Wann, wo und wie wir etwas weitergeben,
ist ausschließlich unsere Sache.
Da würde ich nicht so sicher sein. Er
Oberst.
Wenn Sie uns über die weiteren
Ergebnisse ihrer Funküberwachung auf dem
Laufenden halten wollten, dann werden
wir ihn jedenfalls sehr verbunden.
Selbstverständlich. Im Augenblick sind
wir damit beschäftigt, die aufgefangenen
Funksprüche zu entschlüsseln. Das nimmt
natürlich einige Zeit in Anspruch. Es
sind immerhin an die 500.
Mhm.
Wenn wir soweit sind, werden wir Sie
informieren. Darf ich um Gegenleistung
bitten?
Gerne.
Sie haben noch nichts aufzuweisen?
Bitte. Wie mein
der Admiral gab der Vermutung Ausdruck,
die geheime Staatspolizei würde von sich
aus Nachforschungen betreiben.
Schon seit einiger Zeit
in dieser Sache.
Aber nicht doch, mein Lieber. Da müsste
ich doch davon Bescheid wissen. Also da
können Sie Herrn Admiral Kanares voll
und ganz beruhigen, was das anbetrifft.
Von Coro an Direktor. Die
Schiffrierabteilung Oberkommando
Wehrmacht hat neuen englischen
Marinecode entschlüsselt, der für
Angriff auf Norwegen M.
Ist
was nicht in Ordnung?
Aus. Die Röhre ist kaputt.
Ist das denn so schlimm? Du hast doch
noch zwei Funkgeräte.
Drei waren schon zu wenig.
Hoffentlich geht noch eins kaputt.
Wieso?
Weil du überhaupt keine Zeit mehr für
mich hast.
von Direktor Ankoro zur Aktivierung der
Basisgruppe und zur Verbesserung der
Nachrichtenübermittlung bringen wir in
den nächsten Tagen Verstärkung auf den
Weg nach Berlin.
Erwin Pandorf, Alias Stepanov, alias
Rudolf Schffel, ehemaliger
Jugendfunktionär der KPD, 1933 in die
Sowjetunion geflüchtet. Anton Bner alias
Bielski, ehemaliger Funker der KPD, 1933
in die Sowjetunion emigriert.
Wir sind überm Einsatzpunkt genossen.
Macht euch fertig zur Reise.
Im Mai 1942
steht Russland in einem verzweifelten
Abwehrkampf.
Den Führern der geschlagenen
Sowjetarmeen müssen die Funksprüche der
roten Kapelle wie Signale der Rettung
klingen.
Als sie immer spärlicher werden und dann
fast ganz ausbleiben, entschließt sich
Moskau in dieser äußersten Bedrängnis zu
dem riskanten Einsatz der
Fallschirmagenten hinter den deutschen
Linien. Zu diesem Zweck zieht der
sowjetische Geheimdienst deutsche
Kommunisten, die in die Sowjetunion
emigriert sind, in Schulungslagern
zusammen und bildet sie zu
Fallschirmagenten aus.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung versieht
man sie mit den Solfbüchern gefallener
deutscher Soldaten, mit gefälschten
Marschbefehlen und Lebensmittelkarten
und schickt sie in den Einsatz.
Kann ich bitte Salz haben?
Gleich bitte.
Haben Sie solche Reisemarken schon
gesehen?
Tja,
von wem haben Sie die? Das waren die
zwei Kalbschnitzel vorhin. Zwei
Offiziere, die haben da hinten am
Fenster gesessen.
Darf ich um die Papiere bitten?
Den Urlaubschein Oberleutnand oder den
Dienstreiseausweis?
Ach so, ja, natürlich.
Ja, danke. In Ordnung.
Hast du die Orden bei den Feldpolizisten
gesehen?
Warum?
Bei dem steckte das eiserne KZ oben und
das Sturmabzeichen unten. Ist das denn
so wichtig?
Was?
Irgendwo werden wir die Leute schon
unterbringen.
Ja, aber wo denn?
Einer kann bei Rudolf in der Druckerei
schlafen.
Der wird sich bedanken.
Bei Himpel und Schäl ist auch Platz.
Wer ist das?
Junge Leute vom Widerstand.
Schubo, halten Sie doch Ihre
Plakatkleber aus unserer Arbeit raus.
Wenn die bei einer Aktion gefasst
werden, fliegen wir doch alle auf. Das
ist doch unverantwortlich.
Wir müssen die Widerstandsgruppen zu
unserer Basis machen, Harck. Da kommen
die Genossen aus Moskau gerade richtig,
um das in die Hand zu nehmen. Die können
herumreisen, Zellen organisieren,
Arbeiter und Studentenschulen.
Aber Schubo, das sind doch alles
Fantastereien. In jedem Dezug fährt ein
Gestapokontrolleur mit. In jeder Stadt
wartet die Polizei auf Illegale. Die
Genossen brauchen Arbeitsnachweise,
jeden Monat neue Lebensmittelkarten und
ich weiß nicht was noch. Rumreisen und
organisieren, das ist doch alles
kompletter Nonsens.
In Brüssel s letzte Woche ein Blutbad
gegeben. Magen.
H
habe ich von Bekannten gehört. Der ist
da bei den Feldjägern.
Die wollten einen Funkagenten ausheben,
das die ganze Straße rebellisch
geworden. 100 Tote. Blödsinn.
Wieso warst du dabei?
Der Chef hat die Unterlagen. Es gab
überhaupt keine Toten.
Der Funker lebt auch noch.
Den haben sie da gest übergeben, so viel
ich weiß.
Dann könnt ihr die Sprüche jetzt
deschiffrieren. Wie?
Leider nicht. Der Kerl hat das
Schlüsselbuch vorher verbrannt.
Kann man sich das nicht besorgen?
Gute Agenten nehmen dazu Romane, die es
nur noch in Einzelemplaren gibt. Das
einzige, was die aus der Asche gefischt
haben, ist ein Satz mit dem Wort Prokor.
Proktor? Wenn du weißt, wo das Wort
vorkommt, kannst du dir ein Orden
verdienen.
500 Sprüche könnten wir schifrieren.
Doch prima. Oder sind die Hosen ein
bisschen zu kurz? Man macht nichts. Lass
ich eben ein Stück runter.
Meine Kragenweite wird ihnen nicht
passen.
Gib her, dann trägt er das Hemd eben
offen.
Möchte bloß wissen, was die Leute dazu
sagen,
weil deine Gäste mit offenem Kragen
rumlaufen.
Die ganze Umzieherei ist Blödsinn. Paro,
bei mir hat noch nie ein Offizier
geklingelt und schon gar nicht ein
Ritterkreuzträger.
Vielleicht stehen die Kinder von neben
an unten im Hausflur, weil sie mal einen
aus der Nähe angucken wollen. Und dann
erscheint der Herr Ritterkreuzträger in
Zivilklamotten, die oben und unten nicht
passen. Darüber redet man doch.
Na komm, mach keine Zicken
hier. Die hat er mir hinterlassen, damit
ich mal anständig essen kann. Na, sehen
Sie sich das an. Das merkt jedes
Ladenmädchen, dass die gefälscht sind.
Und deswegen wollen Sie hier raus?
Dieser Cheffel hat eingekauft mit dem
Marten, Mittag gegessen, von Instaburg
bis nach Berlin und von Berlin Mitte bis
hier heraus. In der Hinburgstraße um die
Ecke in der Fleischerei hat er 500 g
Fleischmarken gelassen. Besser kann man
der Gestapo wirklich nicht auf die
Sprünge helfen.
Ach was, das sind doch Bagatellen. Was
glauben Sie, wie viele gefälschte
Fleischmarken im Umlauf sind? Und wer
will nach so vielen Tagen nachweisen,
wer welche Marken abgegeben hat? Machen
Sie doch nicht gleich in Panikstimmung.
Moment mal, wer macht dir Panikstimmung?
Ich ziehe nur die Konsequenz aus diesem
ganzen diletantischen Verhalten.
Wer verhält sich diletantisch?
Sie auch. Jawohl. Sie auch. Wenn Sie
schon so fragen, Sie auch. Ihre
politische Einstellung in Ordnung.
Prima. Großartig. Aber wie Sie das
machen, das ist das ist das ist
konspirativer Diletantismus und der ist
mir zu gefährlich. Ich will nicht an
Ihnen scheitern. Mir liegt an der
Schaffung eines Sowjetdeutschlands.
Na ja, bitte nur das,
nur das. Nur das bedeutet Einheit nach
der Katastrophe, die kommen wird. Nur
ein Sowjetdeutschland, sonst werden wir
unweigerlich zerstückelt.
Sie wissen gar nicht, wie sehr wir
gleicher Meinung sind. Würden Sie mir
bitte erklären? Große Reden.
Fantastische Pläne. In voller
Offiziersuniform Plakate kleben,
Flugblätter verteilen. Mein Gott,
was stört sie denn? Das ist doch nicht
möglich. Hier in Berlin mitten im Krieg.
Was stört sie wirklich? Ihre Theatralik.
Ich bin bitte. Das will ich gar nicht
verschweigen. Ihre Gruppe offiziell
beigetreten als Vertreter der Partei.
Haben Sie Angst?
Ja, ich habe Angst, meinen Kopf wegen so
sinnloser Aktionen zu verlieren. Wo sind
sie denn geblieben, ihre
Wunderspezialisten? Wo stecken Sie denn?
Untergetaucht, verschwunden, plötzlich
weg von der Bildfläche.
Die Genossen, die für unsere gemeinsame
Sache Kopf und Kragen riskieren, müssen
sich erst einen Überblick verschaffen,
sich orientieren. Zum richtigen
Zeitpunkt werden sie da sein. Verlassen
Sie sich drauf. Mensch Willi, alter
Kempe, sie werden doch jetzt nicht
schlapp machen. Jetzt, wo es auf jeden
einzelnen von uns ankommt. Ich verlasse
mich auf Sie.
Die gesuchten benutzen gefälschte
Lebensmittelkarten,
tragen Offiziersuniformen
und weisen sich durch Urlaubschein und
Soldbücher aus, die aus dem Besitz
gefallener deutscher Soldaten stammen.
Punkt. Haben Sie?
Jawohl, Herr Kommissar.
Der als Oberleutnandel auftretender
Agent
ist vermutlich identisch mit dem
kommunistischen Jugendfunktionär
Erwin Pandorf,
geboren 1908.
Punkt.
Der alte.
Na, wie geht's?
Danke, Herr Oberleudand. Gut. Danke herr
Oberleutnand.
Nur weiter so Leute.
Nähdig und in Hochstimmung.
Der Alter hat jetzt die ersten
Funksprüche von den Agenten in Brüssel
deifriert.
Von Kind?
Ja. Wo hast du denn den Namen her?
Na, von dir natürlich. Von wem denn
sonst?
Ach so. Ja. Ja. Das tollste ist der
Roman, den die zum Überschlüsseln
benutzt haben. Das Geheimnis des
Professors Wollmann oder so. Es handelt
von einem französischen Mörder, der ganz
Deutschland in die Luft sprengen will.
Da haben sie auch der Schlüsselwart
Poker gefunden. Toll, was?
Ich
werde nicht vor 11 Uhr zu Hause sein.
Avid, wie soll das weitergehen
letztenendes?
Wie sollen wir beide
bitte nicht reden, darüber nicht
zerreden. Es gibt keine Probleme
zwischen uns beiden.
Ja, das sagst du jedes Mal,
weil es so ist.
Wie wirst du damit fertig?
Ich bin Kommunist.
Sowjetrussland kämpft um seine Existenz.
Mit Sowjetrussland lebt oder fällt die
Idee von Marx, die Idee von Lenin,
die Zukunft der Menschheit.
Ich glaube daran bedingungslos und ich
habe einen Auftrag.
Damit muss ich fertig werden. Nur damit.
Du bist meine Frau.
Auf ihn könnte ich mich mehr verlassen
als auf meine Frau.
Mein Auftrag
ist do Auftrag.
Ja.
Und Mildrit, vergiss nicht,
jedes Mittel, das zum Erfolg führt
in dieser Situation
ist recht,
auch wenn du willst,
im moralischem Sinne.
Ja.
Versuche herauszubekommen, wann und wo
genau die Fallschirmagenten abgesetzt
Aber vorsichtig, Mild, ich beschwöre
dich. Sei vorsichtig.
Ich glaube, er ist in letzter Zeit viel
mit Lips zusammen.
Vergiss es.
Glaubst du, wir sind noch sicher?
Ja.
5 ist 13
1 3
1 3 ist E
E
90 und 3 ist 93
93
N
n
N und stellen
und stellen sie fest.
Na bitte holen wir es damit.
7 und 5 ist 12 1 2
1 2 Wilhelm
3 und 7 ist 10
Anton
warum
warum
also bitte Jungs keine Gemeinschaft
arbeiten.
Wir haben hier ein ungeheues Ding Herr
Oberle
setzen sich an Ihre Plätze und fliegen
Sie ihre individuellen Fähigkeiten.
Kent sollte nach Berlin fahren.
Kent hierher zu wem denn? An die
Adressen kommen wir erst noch. Herr
Oberleutn
an Kenn von Direktor
BG.
Ben Sie sich sofort zu den drei
angegebenen
Adressen
in Berlin und stellen sie fest, warum
so unglaublich. Weiter.
8 6 14 1 14
14 F
9 15
15
U F U
Fu Fu
Funk
natürlich. Stellen Sie fest, warum? Funk
Funk.
I' rather like brandy.
Brandy
thank you madam.
Thank you.
Ich werde deinen Unterricht vermissen.
Ende September sind wir ja wieder
zurück.
Vermissen in jeder Beziehung.
Vielleicht besuche ich euch mal.
Ja,
oder würde das die Urlaubsidisch stören?
Arwit hatte bestimmt nichts dagegen.
Ja, komm doch. An die Ostsee ist es ja
gar nicht so weit und du hast doch
sicher einen Wagen zur Verfügung.
Manchmal denke ich, dass es alles gar
nicht wahr. Ich sitze hier mitten in
Berlin und plaudere Englisch.
Oberlutnand seit zwei Jahren wären die
anderen.
Heute bekam ich einen Brief von einem
Freund. Gleicher Jahrgang. Wir waren
zusammen auf der Kriegsschule, jetzt ist
der Oberstleutland
Ritterkreuz
wieder im Stab. Er wird sicher eine
riesen Karriere machen,
aber ich plaudere dafür leidlich
Englisch.
Dabei wird die Welt nach dem Kriege
Deutsch lernen müssen.
Oh, das wird die Welt vielschweiß
kosten. Obwohl die deutsche Sprache geht
ja noch. Besser als wenn die Welt
Russisch lernen müsste. Das stelle ich
mir einfach entsetzlich vor. Müssen
diese armen Männer, die du da nach
Russland schickst, tatsächlich Russisch
lernen?
Nein, das sind doch fast alles
Überläufe, Kriegsgefangene, die für uns
arbeiten. Ehemalige Kriegsgefangene
und die springen nachts aus dem Flugzeug
hinter der Front.
Das finde ich ungeheuerlich.
Das ist so aufregend. So so so
unwirklich.
Unwirklich? Wieso unwirklich?
Ja, entschuldige bitte, aber das kann
ich gar nicht glauben. Das gibt es
wirklich? Nehmen einmal an, eine
wichtige Eisenbahnbrücke hinter der
russischen Frontlinie muss gesprengt
werden. Unbedingt, weil der gesamte
Nachschub über sie rollt. Sie wird
gesprengt werden.
Von Arvid am Direktor. Am 23. August
0200 Ortszeit springt im Raum Nizovo
zwischen Belschaev und Serov deutsche
Sabotagegruppe von acht Mann in
russischer Uniform. Ab. Auftrag:
Zerstörung Eisenbahnbrücke bei
Ostinograd. Dann Aufbau einer
Widerstandszelle in Moskau.
108 3
und 10.
Ah!
Ah!
Nachricht von Haro. Du sollst morgen und
übermorgen wieder bei Frau von Brockdorf
arbeiten.
Und wer bringt den Sender hin? Ich will
ja schließlich auch mal schlafen. Seit
Monaten höre ich, dass zwei Genossen aus
Moskau mir die Arbeit abnehmen sollen,
aber dazu sind die zu vornehmen. Was? Wo
sind denn die überhaupt?
Schöne Hilfe. Ich schufte mich zu Tode
und soll nachts den Kasten danach
rumschleppen. Kommt überhaupt nicht in
Frage. Ich werde Beruhige dich. Ich
mache das morgen früh. Reicht ja noch,
oder?
Ja. Ja.
Guten Morgen, gledige Frau. Ich möchte
nur die Bücher bringen.
Ja, kommen Sie bitte rein.
Danke.
Ich hole sie dann nächste Woche wieder
ab. Wiedersehen.
Wiedersehen.
Dauert's noch lang? Ja, ich weiß, ich
weiß, es ist wichtig. Der ganze Krieg
und die Zukunft der Menschheit hängt
davon ab, aber immer diese ewige
Funkerei.
Von Coro an Direktor
haben mit den Genossen, die Mitte Mai
über Ostpreußen mit dem Fallschirm
abgesprungen sind, schon seit Wochen
keinen Kontakt mehr. Sind über ihr
Verschwinden beunruhigt.
Bitten Zentrale dringend um Mitteilung,
ob weiterer Kontakt mit beiden erwünscht
ist und wie er hergestellt werden kann.
Hallo.
Hallo. Sie da stehen bleiben. Kommen Sie
mal her.
Hallo.
Stehen bleiben.
Sie sollen stehen bleiben. Haltet ihn.
Haltet den
hier.
sich
Ah.
Haben Sie sich verletzt?
Unsere Treppen sind etwas glatt. Da muss
man ziemlich aufpassen, damit man nicht
ausrutscht. Bitte nehmen Sie Platz.
Wollen Sie heute reden?
Wenn Sie nicht reden, dann reden ihre
Genossenburner. Die haben wir nämlich
auch schon beim Wickel.
Was haben Sie in Berlin gemacht?
Ich
habe mir die Stadt angesehen.
Berlin Rudo ist besonders sehenswert,
nicht wahr? 1000 g Fleischmarken haben
sie da draußen ausgegeben. Vielen Dank
für den Hinweis.
Mit wem haben Sie da gegessen?
Mit der Portion wird man auch allein
fertig, Herr Kommissar.
Ihr Benehmen ist sinnlos, Bner.
Ob wir ihre Berliner Kontaktleute heute
oder morgen kennenlernen.
Eines Tages werden sie die Mundchu noch
aufmachen und das wissen Sie genau,
Bner.
Man hält eine Woche durch, vielleicht
zwei,
aber drei schon nicht mehr.
Sie kennen unser Instrumentarium noch
nicht richtig.
Daher pflege ich den Genossen am Anfang
immer gleich klarzumachen, dass die
Verschärfung der Verhöre
unbegrenzte Möglichkeiten bietet.
Leider sehen das viele erst viel zu spät
ein.
Wollen wir uns das nicht ersparen?
Halten Sie sich gut am Treppengeländer
fest.
Unsere Putzfrauen haben frisch
gebohnert.
Jetzt auf Urlaub fahren. Sie kommen auch
nicht über ihre bürgerliche Kinderstube
raus.
Gibt es an einem sozialistischen Staat
vielleicht keinen Urlaub?
Im Dongngebiet läuft die Offensive auf
Hochtur und sie wollen an der Ostsee
Strandburgen bauen. Wie komme ich denn
an die OK Nachrichten ran, wenn sie
nicht da sind? Nachrichtenlieferanten im
Oberkommando befinden sich auch im
Urlaub.
Am besten wir Funken nach Moska, dass
wir Betriebsfehlen machen. Was?
Sie mein das soll ein Witz sein, aber
ich sage ihnen, das wäre das
vernünftigste.
Leise, die Winde haben Ohren. Wir wissen
nicht, wie weit sich die Funkpe wieder
an uns herangearbeitet haben und die
Genossen aus der Sowjetunion sind
spurlos verschwunden.
Die werden schon wiederkommen.
So und wann?
Sobald Sie ihre Aufträge erledigt haben.
Und warum halten die Genossen keine
Verbindung zu uns?
Warum hat keiner die in Ostpreusen
versteckten Funkgeräte hergebracht?
Warum ist der Mann in dieser
blödsinnigen Leutnandsuniform nicht
längst wieder hier? Er sollte Copy beim
Funken entlasten. Die Zentrale hat ihn
ausschließlich zu diesem Zweck
hergeschickt.
Genossen sehen sich erstmal in
Deutschland um neue Kontakte aufnehmen
von Mai bis August.
Ach so ist das.
Deshalb fahren sie an die Ostseehnack.
Sie haben Angst.
NWestend Altenburger Allee 19 drei
Treppen rechts Coro. Charlottenburg
Federia Straße 26A zwei Treppen links
Wolf. Friedenau Kaiserallee 18 vier
Treppen linksbauer.
Dagegen sind eure Englandmeldungen
kalter Kaffee. Was?
Na, Kollege, was sagst du zu unserem
Erfolg? 1:0 für uns.
Unglaublich, was sitzen die mitten in
Berlin und funken für dem Feind diese
Schweine. Da hautzt dich um, was?
Ja, habt ihr denn?
Stell dir vor, solche Dreckskelle gibt's
tatsächlich. Die armen Schweine vorne
halten den Kopf hin und verrecken und
diese Saukelle spionieren und sabotieren
hier mitten in Berlin.
Habt ihr das heute entschlüsselt? Nee,
schon vor gut zwei Wochen, aber halt die
Schnauze.
Ja, kann ich bitte Herr Oberlut
sprechen? Wissen Sie, wann er
zurückkommt?
und seine Frau.
Ach Gott, nein, danke.
Ja, hier noch mal. Heann, kann ich bitte
jetzt
bitte vergessen Sie es wirklich nicht.
Ja, danke.
Ja. Heiman, kann ich jetzt dein Oberlot?
Danke
bei Schulze?
Nein, noch immer nicht.
Keine Ahnung.
Bestimmt. Ganz bestimmt, Herr Heilmann.
M.
Ja, der ist nicht mehr da. Um 18 Uhr war
Dienstschloss. Mit wem spreche ich denn?
Bitte.
Ja, ich meine
ähm
schreiben Sie mit OEI oder mit O?
Mit O, wenn es recht ist.
Ja. Könnten Sie
Moment. Nein. Hallo.
Hast du ihn erreicht?
Nein.
Wer war denn dran? Irgend so ein
Halbidiot.
Lebst.
Mach doch mal auf.
Danke.
Altenburger Alleen 19 drei Treppen
rechts Koro
Schulze Willi Schulze Wolfgang Schulze
Aden Schulze
Haro
du Moment ja bitte
gnädige Frau Herr Heilmann ist da
wer
ich glaube der Herr der gestern Abend
dauernd angerufen hat Du, Entschuldige,
I, ich rufe gleich zurück. Ja, ja,
bitte.
Welch eine Überraschung, Herr Heilmann.
Bittte schön. Danke, Anna.
Bist du verrückt, hierherzukommen?
Ist Haro da?
Wieso denn? Er ist doch im Dienst.
Warum hat er sich denn gestern nicht
gemeldet bei mir?
Aber hat er doch. Er hat in deiner
Dienststelle angerufen.
Wann war das?
Ja, so gegen 11 Uhr gleich, nachdem wir
nach Hause gekommen sind. Aber du warst
schon weg, hat man ihm gesagt.
Wer? Wer hat das gesagt?
Ja, irgendjemand. Ich weiß nicht genau
wieso. Was ist denn los?
H, bitte sag,
sie haben den Funkspruch an Kent
schlüsselt, indem eure Adressen
angegeben sind.
Um Gottes Willen,
aber man kann uns doch nichts
nachweisen.
Host, bitte, wenn sie weit kommen,
können Sie doch höchstens bis zur Copy
kommen.
Du musst sofort Haro anrufen.
Aber das ist doch viel zu gefährlich.
Wir müssen es riskieren. Wir müssen ihn
noch warnen.
Bitte verbinden Sie mich mit ein
Oberleuten an Schulze
seine Frau.
Ja, bitte,
bitte. Kann ich meinen Mann sprechen?
Herrn Oberleuten an Schulze,
bitte.
Dienstreise,
davon weiß ich gar nichts.
Wie lange denn?
Ah.
Bitte, mit wem spreche ich?
Danke, danke, Herr Major. Nein, nein,
nein, ich bin nicht beunruhigt, nur
Ja.
Ja. Auf Wiedersehen.
Ja, bitte.
Ich möchte bitte Sterbekarten für meinen
gefallenen Mann drucken.
Ja, ja. Kommen Sie rein.
Geheime Staatspolizei, wir sind soweit.
Bitte
sind Sie die Schauspielerin Rever Holse?
Ja, bitte. Was wollen Sie denn so spät?
Öffnen Sie Polizei. Machen Sie keine
Dummheiten los. Öffnen Sie sofort.
Sind Sie aus Heilmann?
Sie sind verhaftet.
Entschuldigen Sie, sind Sie
Oberregierungsrat Harnak?
Ja, der bin ich.
Ihre Frau?
Ja.
Bitte kommen Sie mit. Geheime
Staatspolizei.
Lassen Sie mich mit Ihren dämlichen
Fragen in Ruhe.
Mein Großonkel war der Admiral Trippelz.
Rechtschal Göring war mein Trauzeuge.
Ist doch absurd, dass in unsere Familie
jemand an Spionage denkt. Wir denken
Deutsch.
Sie haben Zugang zu geheimen
Verschlusssachen, nicht wahr?
Ja und wie jeder Offizier in einem
höheren Stab. Ich bin das dürfte ihn
bekannt sein im
Reichsluftfahrtministerium.
Ja, natürlich.
von Direktor an Kent.
Begeben Sie sich sofort zu den drei
angegebenen Adressen in Berlin und
stellen Sie fest, warum Funkverbindung
ständig versagt.
Arbeit der Berliner Gruppe von größter
Wichtigkeit. Adressen: Neuwestend,
Altenburger Allee 19 3 Treppen rechts,
Coro.
Charlottenburg Friedziia Straße 26A,
zwei Treppen links Wolf
Friedenau,
Kaiseralle 18 vier Treppen links Bauer.
Erinnern Sie hier an Eulenspiegel.
Diesen Funkspruch sandte die Moskauer
Zentrale an den Brüssler Chefagenten
Kent im äh
Oktober, am 10. Oktober genau 1941.
Was sagen Sie dazu?
Ich
gar nichts. Was soll ich dazu sagen?
Ich heiße nicht Bauer.
Ich weiß überhaupt nicht, was Sie von
mir wollen.
Sie sind Schriftsteller, Herr Dr.
Kuckov. Sie haben ein Drama geschrieben,
das Eulenspiegel heißt und Sie wohnen in
Kaiserallee 18. Da gibt es eigentlich
doch nichts mehr abzustreiten, oder?
Jemand hat meine Adresse missbraucht,
Herr Kommissar. Aber Herr Dr. Koko bei
ihrer Intelligenz müsste Ihnen doch was
Besseres einfallen.
Kennen Sie diesen Herrn?
Nein,
den auch nicht.
Nein,
aber den vielleicht
Nein, bitte. Was wollen Sie?
Was wollen Sie bitte?
Aber den werden Sie sicher kennen.
Sie müssen ihn kennen. Er hat sie und
ihren Mann doch im Oktober besucht.
Am 19. Oktober, um genau zu sein.
Ich habe diesen Mann noch nie gesehen.
Ich kenne ihn nicht. Ich kenne ihn
nicht.
Bitte beruhigen Sie sich doch.
Vielleicht könnten wir gemeinsam
versuchen, diesen ominösen Funkspruch
aufzuklären. Ganz kameradschaftlich
meine ich.
Siera Studio.
Ich bin kein Kriminalist,
aber ein intelligenter Mann. Doktor der
Philosophie, Doktor der Jurisprudenz,
Oberregierungsrat im
Reichswirtschaftsministerium
und schon 1932 sind sie nach Moskau
gefahren. Wenn das nicht intelligent
war?
Als politisch denkender Deutscher hielt
ich es für meine Aufgabe, das
sowjetische System kennenzulernen.
Ja, natürlich. Ich mache ihn noch gar
keinen Vorwurf daraus. Im Gegenteil.
Daher auch die zahlreichen marxistischen
Schriften, die wir in ihrem
Bücherschrank gefunden haben.
Das ist doch alles Literaturdig.
Für rein theoretische Studium natürlich.
Das ist doch klar.
Ich war auch in Amerika. Ich habe
zweieinhalb Jahre an der Universität in
Madison studiert.
Stimmt.
Ihr Dissertationsthema war die
vormarxistische Arbeiterbewegung in den
Vereinigten Staaten. Stimmt's?
1930 haben Sie Ihr volkswirtschaftliches
Studium an der Universität in Gieen
abgeschlossen
und dann gründeten sie in Berlin die
Arbeitsgemeinschaft zum Studium der
sowjetischen Planwirtschaft.
Ich bin Parteimitglied seit 1937.
Ja, das wissen wir.
In der NSDP seit 8. Juli 1937, um genau
zu sein. Ich kann Ihnen auch ihre
Mitgliedsnummer sagen.
4 153569.
Sie sind sehr gut informiert.
Sie müssen ihn kennen. Er war hier in
Berlin. Sie und ihr Mann sind mit ihm
zusammengetroffen.
Nein, zum tausendsten Mal. Ich ich kenne
ihn nicht.
Frau Harnak.
Sie sind doch eine überdurchschnittlich
intelligente Frau.
Sie wissen doch alles leugnen hilft
nichts mehr. Wir haben genug Beweise in
der Hand.
Wenn Sie klug sind und mir helfen, dann
kann ich Ihnen helfen.
Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen.
Dann werde ich Ihnen beweisen, wie
aussichtslos ihre Lage ist. Fräulein
Breiter, bitte.
Er versteht die Welt nicht mehr.
Er begreift nicht, wie er, ein
überzeugter Nationalsozialist
zum Informanten einer feindlichen
Spionageorganisation werden konnte. Ein
junger Mensch, der ohne bösen Willen in
diese Affäre hineingeschlittert ist.
Er wollte doch nur ihren Mann, den
vermeintlichen Skeptiker zum Glauben an
den deutschen Entsieg bekehren
und die Gefühle, die er ihnen
entgegengebracht hat.
Warum haben Sie das getan?
Ich
ich musste meinem Mann gehorsam leisten.
Frau Harnak,
wenn Sie reden, können wir seinen Kopf
retten.
Der Kommissar kommt sofort. Sie soll
hier warten. Wache steht vor der Tür.
Ja, gut. Geht in Ordnung.
Setzen Sie sich doch vor Schulzeen.
Ja,
danke Fräulein.
Ich heiße Gertrud Breite. Bitte
wird schon nicht so schlimm werden.
Ich weiß nicht, ich weiß überhaupt
nichts mehr.
Wollen sich etwas erfrischen?
Sie sind sehr lieb, Fräulein Breiter.
Ich dachte, hier wird nur geschrienen
und geprügelt. Nachter sind nur so am
Märchen.
Wie kommt eine Frau wie Sie hierher?
Ich bin kriegsverpflüchtet worden,
sonst hätte ich in die Rüstungsfabrik
gemusst. Man muss ja nicht mit allem
einverstanden sein, was hier so
passiert. Nein.
Würden Sie etwas für mich tun, Fräulein
Breiter?
Aber gern alles, wenn wir uns doren
kennengelernt hätten. Aber hier,
ich glaube, das geht nicht. Frau Schulz
Boisen. Bitte, bitte.
Tja, mein guter, unser Grand Chef, der
durfte noch im Paris sitzen. Er muss da
mit einer Firma Simex oder Simex was zu
tun haben. Kennt dagegen, ist
untergetaucht.
Untergetaucht wo?
In Marseille. Letzte Meldungen sprechen
von Marseille.
Marseille? Ja. Sag mal, Hoff, wie sollen
wir denn da rauskriegen? Aus der
unbesetzten Zone? Darüber machst du dir
mal keine Sorgen. Ich habe erfahren, die
Nachricht stammt von ganz oben, dass ein
Sonderkommando rote Kapelle aufgestellt
wird, gemischt aus Abwehrwhrmacht und
Abwehrreichsicherheitshauptamt.
Ja, warum muss den die Wehrmacht damit
mischen? Können wir das nicht alleine
machen? Immer ruhig Blut, mein lieber
Hans. Ruhig Blut. Das kommt auch noch.
Darauf kannst du Gift nehmen.
Zu ihnen habe ich so viel Vertrauen. Ich
habe sofort Vertrauen zu ihm gehabt.
Bitte helfen Sie mir bitte. Ich verlange
ja nichts Schlimmes und glauben Sie mir,
ich werde es Ihnen tausendfach danken.
Ein paar unserer Freunde wissen noch
nicht, dass wir verhaftet sind, wenn sie
ihnen Bescheid geben würden. Ich kann
Ihnen die Adresse nicht geben. Ich weiß
nicht, aber bitte eins. Warnen Sie Hans
Koppi und
morgen.
Na, Frau Schulzeusen,
wie stehen die Aktien heute?
Wie geht es meinem Mann?
Schlecht
leider.
Gestern glaubt er noch, dass er den Mund
nicht aufmachen muss. Heute ist er so
fertig, dass er gar nicht mehr aufhört
zu reden.
Entschuldigen Sie, Herr Kommissar, kann
ich mal für 3 Minuten verschwinden oder
soll ich schon mitstografieren?
Nein, nein, schon gut.
Danke.
Tja,
also ähm
meine Liebe,
wen ihr Mann alles beschuldigt,
das ist unglaublich.
vor allen Dingen sie seine eigene Frau.
Na, sagen Sie mal, was ist denn das für
eine Art?
Ich muss eine Meldung machen, Herr
Kriminalrat.
Was müssen Sie? Meldung sind schlim
und einen Mann namens Coppi. Hans Coppi.
Sagen Sie mal, was mischen Sie sich da
ein? Wenn Sie meine Meldung nicht
annehmen wollen, dann dann gehe ich ihm
einen Stock höher. Aber die Folgen haben
sie zu tragen.
Na nun ring sich bitte nicht so auf.
Also, was ist los?
Ich habe soeben von Liberta Schulze
erfahren, dass ich einen Mann namens
Hans Koppi warnen soll. Hans Koppi?
Hans Coppi wurde verhaftet und nach ihm
viele seiner Gesinnungsgenossen und
Freunde. Schritt für Schritt rollte der
Apparat der Gestapo die gesamte
Widerstandsorganisation auf. Der
brutalen Härte der Verhöre und dem
psychologischen Druck waren auf die
Dauer nur wenige gewachsen. Nur wenige
blieben standhaft und schwiegen.
Am Ende entkam kein einziger aus dem
großen Informanten und Gesinnungskreis
des Oberleutnant Haro Schulze der
Verhaftung. Auch diejenigen nicht, die
gar nicht wussten, dass sie für eine
fremde Macht tätig waren und die nichts
mit Spionage zu tun haben wollten, die
nur in Diskussionszirkeln mit Schulze
zusammenkamen oder mit ihm illegale
Flugblätter verteilten.
Sie alle wurden als Hoch und
Landesverräter vor Gericht gestellt und
von einem fanatischen Inquisitor
erbarmungslos angeklagt von
Oberstkriegsgerichtsrat
Dr. Manfred Röder.
Adolf Hitler verlangte härteste Strafen
und rücksichtslose Vernichtung der
Staatsfeinde. Deshalb lautete das Urteil
in fast allen Fällen: Tod durch den
Strang.
In der Strafanstalt Plötzensee wurden
Ende 1942 und im Laufe des Jahres 1943
die meisten von ihnen hingerichtet.
Dr. Arwid Harnak,
Dr. Mildrid Harnak,
Horst Heilmann,
Dr. Adam Kuckoff,
Libertas Schulze Beusen,
Hans Koppi,
Wilhelm Gudorf,
Gräfin Erika von Brockdorf,
Oberleutnant Herbert Golno.
Insgesamt waren es 46 Todesurteile.
Von den Hauptbeteiligten überlebte nur
Greta Kukov. Sie wurde später zu 5
Jahren Zuchthaus begnadigt.
Als einer der ersten starb am 22.
Dezember 1942
Haro Schulze den Tod durch den Strang.
Die Vernichtung seiner Organisation
konnte ihn nicht in dem Glauben beirren,
für eine gerechte Sache und für ein
besseres Deutschland gekämpft zu haben.
Kurz vor seinem Tode schrieb er:
"Die letzten Argumente sind strang und
Fallbeil nicht und unsere heutigen
Richter sind noch nicht das Weltgericht.
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