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Am 6. März 1939 kommt der Agentenchef
Leopold Trepper nach Antwerpen, um in
Westeuropa ein neues sowjetisches
Spionagenetz aufzubauen. Er lässt sich
in Brüssel nieder und bringt in
kürzester Zeit eine Organisation auf die
Beine, der tausende von Agenten,
Informanten und Vleute angehören.
Diese Organisation wird später unter dem
Namen die rote Kapelle in die Geschichte
der Spionage eingehen.
Als ich Trepper im Sommer 1940 beim
Einmarsch der deutschen Truppen in
Belgien nach Paris absetzen muss,
übernimmt sein wichtigster Mitarbeiter,
der sowjetische Hauptmann Viktor Sukulov
genannt Kent die belgische Organisation
und richtet in der Rü des Sattrebat eine
Funkstelle ein. Diese Funkstelle wird
nach Hitlers Überfall auf die
Sowjetunion im Juni 1941
zum wichtigsten Verbindungsglied der
Roten Kapelle zur Zentrale in Moskau.
Als sie im Herbst 1941 von den
Nahpeilern der deutschen Funkabwehr
geortet, eingekreist und am 14. Dezember
41 schließlich ausgehoben wird, erleidet
die Organisation des Leopold Trepper
ihren schwersten Schlag. Der Funker
Makarov alias Alam und einige andere
Agenten werden festgenommen. Kent und
seine Freundin Margarete Barsa entkommen
nur mit knapper Not nach Marseille.
Länger als zwei Monate wartet Trepper in
Paris auf eine neue Order der Zentrale.
Endlich, im Februar 1942
erhält er die Anweisung, die
Funktätigkeit in Brüssel wieder
aufzunehmen.
Diesmal sitzt ein alterfahrener
Funkspezialist an der Taste, der
ehemalige Kommentärenfunker Johann
Wenzel. Aber seine große Erfahrung und
seine technischen Kenntnisse nützen
Wenzel nur wenig. Es nützt ihm auch
nichts, dass er Nacht für Nacht seinen
Standort wechselt. Die Funkabwehr peilt
auch ihn an. Seine Flucht über die
Dächer von Brüssel ist nur ein letzter
vergeblicher Versuch, sich der drohenden
Verhaftung zu entziehen.
Unter seinen Papieren findet der
Abwehrhauptmann Piepe eine Information,
die ihn veranlasst, unverzüglich nach
Berlin zu fahren und seinen Vorgesetzten
im Abwehramt aufzusuchen. M.
Sie gestatten, Herr Hauptmann, wenn ich
umhug bitten dürfte. Ja,
bitte.
Darf ich in die Tasche sehen, Herr
Aufnah?
Nein, geheime Kommandag. Trotzdem müssen
Sie die Tasche öffnen. Ich habe Befehl.
Meine Tasche rüen sich nicht an. Holen
Sie sofort Ober Rohleder. Jede Minute
ist kostbar. Wache hier. Alles wissen
die alles.
Deutsche Lebensmittelvorräte,
Verhandlung über den Frontteinsatz der
Rumänen, Panzerverluste, Nachschubs schw
ich gerne beim Vormarsch, einfach alles.
Und die Hintermänner sitzen hier. Hier,
das darf man sich doch selbst nicht. In
Berliner Oberst Mann hat einen
Funkspruch mit Berliner Adressen bei
sich.
Und bitte,
wie heißen diese Adressen?
Acho, Moment,
Augenblick.
Ach, natürlich. Ich wollte ganz sicher
gehen. Altenburg Alleen Nummer 19, drei
Treppen rechts. Koro.
Der Mann, der im Juli 1942 im dritten
Stock der Altenburger Allee Nummer 19
wohnte, war in den Karteien der geheimen
Staatspolizei seit 1933 registriert.
Haro Schulze Beusen.
Anfang der 30er Jahre erlebte Schulze
Beusen als Student und Bewohner eines
Berliner Arbeiterviertels
Massenarbeitlosigkeit und
Straßenschlachten.
Er gab eine nationalkommunistische
Zeitschrift mit dem bezeichnenden Namen
der Gegner heraus und veranstaltete
Diskussionsabende, auf denen er junge
Kommunisten und Nationalsozialisten zu
einer dritten Front zu vereinigen
suchte.
1933 nach Hitlers Machtantritt überfiel
ein SS Kommando die Redaktion der
Zeitschrift. Verschleppte Schulze Beusen
und seinen Freund Erlanger in ein
Privatkzette der SS und zwang die beiden
Studenten zum Spießroten laufen.
Befehl ausgeführt. Plus Ehrenrunde. Alle
Achtung Mensch, du gehörst ja zu uns.
G nicht.
Der Freund starb unter den Peitschen der
SS. Schulze Beisen durfte gehen.
Nach der Entlassung erklärte er seinen
Freunden: "Ich habe meine Rache auf Eis
gelegt."
Schulze Bousen begann gegen das
Hitlerregime zu arbeiten. Er knüpfte
Verbindungen zu antifaschistischen
Künstlern, Journalisten und
Schriftstellern und organisierte im
Untergrund Diskussionsrunden, in denen
er seine nationalrevolutionären Ideen
entwickelte.
Imperial Vorstoßen, das will Hitler doch
auch. Ja, aber ich sagte ausdrücklich,
dass nicht nur imperialer Wille
notwendig ist, sondern auch echter
Revolutionärer Mythos. Der wirklich
starke Staat lässt sich allein mit
sozialistischen Mitteln verwirklichen.
Nur der sozialistische Staat kann Europa
von Zuchtlosigkeit und Chaos befreien.
Nur er wird unseren Staat vor Amerikas
Verfolgungsfeldzug schützen. Vor den
zersetzenden Tendenzen des
kapitalistischen Denkens, vor der
liberalen Scheinfreiheit des Einzelnen.
Wir brauchen den neuen Menschen, um
diesen sozialistischen Staat zu
schaffen.
Und woher soll er kommen, der neue
Mensch? Vielleicht aus Russland.
Ja, aus Russland.
aus Russland. Dort entsteht der neue
Mensch. Deutschland aber ist von
Krämpfen befallen. Der Westen wird uns
immer fremder. Mit dem Osten aber sind
wir das deutsche Volk Wahlverwandt.
Schulze Beusen wurde aktiver Mitarbeiter
verschiedener Widerstandsgruppen, in
denen sich Schüler und Studenten
zusammenfanden.
1934 tritt er in die Luftwaffe als
Marineflieger ein und heiratet 1936
Libertas Has Haie, Enkelin des Fürsten
zu Eulenburg und Härtefeld.
Arbeitsdienstführerin,
dann Dramaturgin in der
Kulturfilmzentrale des Reichs
Propagandaministeriums.
In diese Zeit fällt auch sein erster
Versuch, die Sowjetunion aktiv in ihrem
Kampf gegen den Faschismus zu
unterstützen.
Er lässt anonyme Berichte in den
Briefkasten der sowjetischen
Handelsmission werfen, in denen die
militärische Beteiligung
Hitlerdeutschlands am spanischen
Bürgerkrieg eindeutig nachgewiesen wird.
Die Gestapo bekam Wind von der Sache.
Trotzdem blieb Schulzeusen, der bereits
seine Koffer gepackt hatte, unentdeckt.
Aber was der Gestapo nicht gelang,
schaffte später der sowjetische
Geheimdienst.
Wir haben lange überlegt, wer der
anonyme Briefschreiber gewesen sein
könnte, Herr Schulzuse.
Jedenfalls habe ich den Auftrag, Ihnen
für ihre ausgezeichneten Berichte zu
danken.
Eine kleine Anerkennung für ihre Mühe.
Ich bin doch kein Lump.
Wir wollten sie nicht beleidigen.
Vasili Berger alias Alexandrov, oberst
der Roten Armee, seit 1937 damit
beschäftigt, in Deutschland ein
Spionagenetz aufzuziehen,
übergab anfang Juni 1941 auf Berliner
Bahnhöfen Koffer mit Funkgeräten.
Er verfügte bereits über wichtige
Mitarbeiter.
Dr. Arwid Harnak, Professorensohn,
Oberregierungsrat im
Reichswirtschaftsministerium,
seit Hitlers Machtübernahme überzeugter
Antifaschist und aktiver
Widerstandskämpfer,
wurde schließlich wie seine Frau, die
Amerikanerin Mildr Fisch, Informant des
Sowjets.
Dr. Adam Kckhof, Dramatiker,
nationalsozialistischer Mitläufer, 1932
Dramaturg am Berliner Schillertheater,
seit 1933 aktiver Hitlergegner und von
seiner Frau Greta zum Kommunismus
bekämpft.
Entschuldigen Sie, darf ich Sie am Feuer
bitten?
Den dritten Koffer erhielt Hans Koppi,
Elektriker, Dreher, Eisverkäufer von der
Hitlerjustiz wegen antifaschistischer
Propaganda eingesperrt.
Koffer.
Machit.
Copi sollte im Ernstfall die drei Sender
bedienen.
Für Oberleutnant Haro Schulze Boen
beginnt der Ernstfall am 14. Juni 1941.
Haben Sie mit dem italienischen AT
gesprochen?
Vom italienischen Kriegsministerium
sollte man eigentlich erwarten, dass es
einen Mann mit Verstand nach Berlin
schickt.
Wieso? Was hat er denn gesagt?
Sie werden es nicht für möglich halten,
aber wollte wissen, wann der Krieg gegen
Russland beginnt.
Selbverständlich sagte ich ihm sofort,
dass das völlig absurd sei. Ein
zweifronenkrieg wäre für uns glatter
Wahnsinn und käme überhaupt nicht in
Frage.
Leider ließ sich Herr Danilo nicht
überzeugen. Als ich ihm schließlich
erklärte, unser Aufmarsch in Polen sei
nur ein taktisches Manöver, um von der
Invasion in England abzulenken,
grinste er nur.
Ich hätte auch gegrinst, Schulze Boisen.
Wieso, Herr Oberst? Weil sich auch ein
italienischer Attache an den Fünfingern
abzählen kann, dass 100deutsche
Divisionen nicht nach Polen geschickt
werden, um England anzugreifen.
Glauben Sie etwa auch an das Märchen vom
Krieg gegen Russland?
Herr Oberst,
ich fürchte, sie werden ihre Meinung
sehr bald revidieren müssen. Schulze
Boysen,
das dürfte kaum nötig werden, Herr
Oberst. Hitler hat nämlich schon in
meinem Kampf erklärt, dass es 1914 18
ein Verbrechen war gegen Ost und West
gleichzeitig Krieg zu führen.
Hier
sehen Sie sich diese Zielkarten an.
Überzeugt sie das?
An Direktor von Coro.
Habe sichere Beweise, dass deutscher
Überfall auf Sowjetunion unmittelbar
bevorsteht.
Nach den Zielkarteien im
Luftwaffenführungsstab
sollen am ersten Angriffstag folgende
Städte bombardiert werden. Lida, Grodno,
Bialistok, Brestlitowsk, Wolkowisk,
Slonim, Lusk und Lemberg.
Außerdem 66 Feldflugplätze im
Weißrussland und
Träger und Garant der großen
Vaterländischen Front und des großen
Sieges sind allein die arbeitenden
Massen aller Länder Europas, die
entschlossen sind, unter Führung der
Sowjetunion Schluss zu machen mit dem
kannibalischen Mordbrennerregime
Hitlers. Die geniale Strategie Stalins,
der Heroismus der roten Armee, der
Widerstand der Werktätigen der
Sowjetunion werden der Armee Hitlers das
Rückgrad brechen.
Na, sagt schon was. Sagt meinetwegen
scheiße, aber sagt was.
Das klingt ja alles ganz schön, aber wir
können doch kein Flugblatt gegen einen
Krieg schreiben, der noch gar nicht
angefangen hat,
der aber anfangen wird vielleicht schon
morgen oder heute jetzt in dieser
Stunde?
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Bis
jetzt besteht immer noch dieser
verdammte Pakt, den Stalin mit Hitler
abgeschlossen hat. Erklär mal den
arbeitenden Massen. Aber das ist eben
dein Geheimnis, wie du mit solchen
Parolen deine arbeitenden Massen zum
Widerstand gegen Hitler bewegen willst.
Entschuldige Haro, das ist einfach irre.
Da setzt es aus bei mir.
Du siehst nur das heute, aber ihr müsst
eure Vorstellung in die Zukunft
projizieren. Der Sozialismus wird
siegen, muss sie zwangsläufig.
Sozialismus, das heißt
Produktionsarmeen, Kampf der
Gemeinschaft, restloser Einsatz und
Verantwortung bis zum äußersten.
Aufstand der revolutionären Massen und
ihre totale Mobilmacht.
Worte Worte Worte
denen Tatsachen folgen werden. Wir sind
uns alle einig, dass der Sozialismus die
oberste Priorität hat. Nur durch ihn
kann die Befreiung erfolgen. Der einzige
Staat, aber in dem heute der Sozialismus
herrscht, ist die Sowjetunion. Also,
wenn wir uns befreien wollen, müssen wir
die Sowjetunion aktiv unterstützen. Mit
Flugblättern, die sich nur mit
innereutschen Vorgängen befassen, ist es
nicht mehr getan. Es interessiert heute
einen Dreck, ob der Ortsgruppenleiter
pief gekorrupt ist oder ob Hitler vor
Wut in den Teppich beißt. Aber welche
Städte zuerst bombardiert werden, welche
Divisionen zuerst wann wohin nach Osten
marschieren, das interessiert nicht nur
die Sowjets, auch den deutschen Lanzer.
Moment, Har, das hat nichts mehr mit
Widerstand zu tun. Das ist schlichtweg
Spionage. Agitation, ja, aber Spionage
ist für mich kein Thema.
Um Hitler zu beseitigen, muss uns jedes
Mittelrechen.
Alles was du willst, Haro mit einer
Ausnahme, wenn es sich um Spionage
handelt. Um Landesverrat gibt es für
mich keine Diskussion. Endgültig.
Heilmann denkt wie ich.
Ja,
wie denkst du Host? Wirklich wie er?
Man kann wahrscheinlich unter Umständen
dem Kriegsgegner Nachrichten liefern,
aber sie dürfen nicht zur Vernichtung
deutscher Soldaten führen.
Du willst den Hund waschen ohne sein
Fell nass zu machen.
Ich weiß, du siehst du mal alles sehr
einfach. Das ist deine Stärke, aber ich
ich bin ganz ehrlich. Ich labere
verzweifelt in dieser Frage herum.
Verrat,
dass es deine Schuld immer nicht nur vor
sich selber hat, auch nicht allein vor
dem Vaterland.
Aber der Sozialismus
ja, auch der Sozialismus kennt das
Vaterland.
Ich glaube, das ist eine Schuld vor der
Weltordnung.
Bis man soweit ist, den Gedanken des
Landesverrats auch nur ins Auge zu
fassen,
muss man ein schwer ermessbares Ausmaß
an Schuld begreifen.
Dann lass sie uns begreifen.
Dann lass uns diese Schuld annehmen.
Was wird sie mildern? Die Empörung über
die Verbrechen eines Regimes, dass
dieses unser Vaterland und ganz Europa
und schließlich noch die ganze Welt in
einer Katastrophe stürzen wird.
Na, was ist denn? Wir brauchen eine
Verlängerungsschnur.
Na, dann hol doch eine.
Weißt du, wo wir eine
Verlängerungsschnur haben?
Moment,
hier sind die Unterlagen.
Ja, danke.
Verlängerungsschnur.
Könnt euch das nicht vorher überlegen?
Entschuldigen Sie, etwas unpraktisch.
Unpraktisch ist gut. Um 5 Uhr hätte ich
auf Sendung sein sollen. Jetzt ist es 10
nach.
Das ist doch nicht unsere Schuld. Warum
sind sie nicht eher gekommen? Ich mache
12 Stunden Schichtarbeit in der Fabrik
und wenn ich dann noch von einer
Funkstelle zur anderen laufe, kann ich
erwarten, dass der Apparat fertig zur
Sendung da steht. Ja,
so hier bitte.
Warum hast du die denn noch nicht
auseinander gemacht?
Sei doch nicht so ungeduldig.
So,
brauchen Sie sonst noch was?
Ja, Ruhe, endlich Ruhe. Bitte lassen Sie
mich alleine.
Chuldigen Sie.
von Coro an Direktor.
Am Angriffstag stehen auf deutscher
Seite etwa 1800 Kampfflugzeuge
und 500 Jäger zur Verfügung.
Hier ist der großdeutsche Rundfunk mit
allen seinen Sendern. Sie hören in
wenigen Minuten eine wichtige
Bekanntmachung aus dem Führer
Hauptquartier.
Fantastisch, Har. Fantastisch.
Was?
Jetzt geht's los. Endlich geht es los.
Endlich es geht los. Gott sei Dank
hat der Führer an die deutsche Wehrmacht
folgenden Tagesbefehl erlassen.
Von schweren Sorgen bedrückt, zu
monatelangem Schweigen verpflichtet, ist
nun die Stunde gekommen, in der ich zu
euch meine Soldaten sprechen kann.
Seit heute morgen rollt der deutsche
Angriff gegen Osten. Wir sind kaum auf
Widerstand gestoßen. Russland wird in
wenigen Wochen besiegt sein.
Damit tretet ihr nun in einen harten und
verantwortungsschweren Kampf ein. Das
Schicksal Europas, die Zukunft des
Deutschen Reiches, das Dasein unseres
Volkes liegen nun mehr allein in eurer
Hand.
Na, wenigstens herrscht jetzt Klarheit
oder die Verwirrung wird noch größer.
Sagtest du nicht, Mitle hätte den Pakt
mit Stalin nur beschlossen, um den
tödlichen zweifronenkrieg zu vermeiden.
Und jetzt überfällt Russland.
Die Auseinandersetzung mit der
Sowjetunion war unvermeidlich. Das
wusste Hitler immer. Da steht Wort für
Wort in meinen Kampf.
Er glaubt, Frankreich und auch England
ganz ausgeschaltet zu haben. Und bevor
Amerika eingreifen kann, verstehst du?
Bevor Amerika kampfbereit ist, wird er
seine ganze Angriffskraft gegen den
Osten einsetzen. Er rechnet damit.
dass Amerika stillhält, weil ja die
Vernichtung der Sowjetunion im Interesse
des kapitalistischen Amerika sein muss.
Haben Sie alle Nachrichten
verschlüsselt?
Ja, aber verschnaufen Sie doch erstmal.
Sie haben es immer so schrecklich eilig.
Wissen Sie schon, dass Hitler die
Sowjetunion angegriffen hat?
Adam hat mir alles erzählt. Ist der
größte Irsinn. Ist das Funkgerät
sendebereit?
Die auf die Dünner vorstoßenden Verbände
haben nach Berichten höhere Offiziere im
Oberkommando Wehrmacht den Auftrag, die
sowjetischen Truppen im baltischen Raum
abzuschneiden und Leningrad einzunehmen.
M.
Anoro vom Direktor.
Ihre Nachrichten sind für uns von jetzt
an von entscheidender Bedeutung.
Versuchen Sie möglichst bald folgende
Fragen zu beantworten.
Erstens, wie hoch ist die wöchentliche
Verlustquote an Panzern und Flugzeugen?
Herr Leutnand, ein neuer Feindsender.
Kranz 249
Presslau 3045.
Die Peilungen deferieren natürlich auf
die Entfernung etwas, aber ich bin
sicher, dass es Berlin ist, der
Hauptmann.
Das kann nicht stimmen, Munk. Irgendwo
muss ich da einen Fehler eingeschlichen
haben. Vielleicht überprüfen Sie die
Sache noch mal.
Von unseren Horstellen im Kranz haben
wir 2401, 240, 245, 2409, 240° gepeilt.
Die Heustellen Breslau haben 3042°,
3046, 308, 345, 341 und 307° gemeldet.
Wenn Sie sich überzeugen wollen, wo sich
die Peilungen kreuzen. Kranz 2425,
Breslau 34,
bitte. Berlin.
Das ist völlig unmöglich. Munk, stellen
Sie sich einen Agenten vor, der
ausgerechnet in Berlin seinen Sender
aufbaut. So lebensmüde ist keiner. Her
Hauptmann, die Analyse der
Peilungsdifferenzen legt sogar den
Schluss nah, dass es sich um drei Sender
handelt.
Drei?
Die hören mich schon wieder nicht.
Sie sind immer so ungeduldig.
Sind Sie denn ganz sicher, dass sie da
alles richtig machen?
Golden
mit zwei L.
Oberleut der Luftwaffe Referent für
Luftlandetruppen und Fallschirmspringer
an der Sabotageabteilung der Abwehr
bei Canares.
Ja. Im Zivilberuf Konsulatsekretär beim
Auswertigen Amt ein Streber und dazu ein
150%zentiger Nazi.
Ausgerechnet den wollen sie zu uns.
Er ist jung, ehrgeizig. Er will Karriere
machen und Orden sammeln. Ich habe
versprochen, ihm weiterzuhelfen. Ohne
perfektes Englisch habe ich ihm klar
gemacht, gibt's kein Weiterkommen. Nicht
in der Wilhelmstraße, nicht bei der
Fliegerei.
Was soll denn das? Wollen Sie im
Englischunterricht geben?
Ihre Frau Arbeit gibt doch auch
Englischstunden an der Universität. Ja,
aber wie bringen wir die beiden
zusammen? Wir können Libertas mit
einschalten.
Darf man fragen, wie alt der Herr ist?
Lass mir was einfangen, wie ich Gold nur
das beibringe und gebe ihn Bescheid.
Weiter im Text.
Major Geiger, zuverlässig.
Der Mann quatscht gern. Ob er
zuverlässig quatscht oder sich nur
wichtig machen will. Sehen Sie mal
weiter unten den Oberst Mantil.
Das ist auch nichts bedeutendes, was der
bisher geliefert hat.
Ja, ich weiß, das wichtigste wäre ein
Vertrauensmann beim Oberkommando des
Heres. Solange wir den nicht haben,
können wir nicht planmäßig vorgehen.
Im UKH habe ich noch keine Verbindung
anknüpfen können, aber einen Oberst aus
der Führungsgarnitur im
Reichsluftfahrtministerium habe ich
kennengelernt. Erwin Gerz.
Ja, aber was für eine Funktion.
Gruppenleiter in der Vorschriften und
Lehrmittelabteilung beim Chef des
Ausbildungswesens. Der ist doch
interessant.
Ja, merkwürdiger Mensch, etwas
verworren. Auf der einen Seite ist der
bekennende Christ, auf der anderen
glaubt an okkulte Mächte. So ein
Nostrodamus Jünger wie völlig verkokstes
Eeleben zwei Sekretärinnen in dem Amt
als Geliebte.
Etwas sehr verworben würde ich sagen.
Lauter Schwächen und schwache Punkte.
Den könnte ich anzapfen über Anraus.
Na ja, alles sehr wage, alles so. Na ja,
wir müssen eben versuchen
Vertrauensleute in wichtige Stellen zu
bringen.
Ja, wen z.B.
Heilmann. Der soll jetzt eine Prüfung in
Kombinationsaufgaben machen. Wenn er die
besteht, kommt er ins Oberkommando her
zur Dechverrierabteilung. Wer ist
Heilmann? Der Junge schreibt
Flugblatttexte, klebt Plakate, ist
gescheit und sehr zuverlässig.
Leute, die nachts durch die Straßen
laufen, Parolen an die Wendepinseln,
womöglich noch ein Uniform. Davon wollen
wir lieber die Fingerlassen, Schulzeen.
Wieso? Was haben Sie gegen
antifaschistische Propaganda?
Man kann nicht beides machen. Entweder
Nachrichtendienst oder Propaganda
arbeiten.
Ich bitte Sie, Schulze, Boisen, diese
Leute stellen doch für uns ein viel zu
großes Risiko da. Diese Plakatkleberei,
diese Flugblätter, das ist doch gegen
alle Regeln konspirativen Verhaltens.
Das ist doch heller Wahnsinn.
Sie meinen, ich stelle auch ein Risiko
da.
Ja, wenn sie da mitmachen. Allerdings.
Was passiert denn, wenn einer von diesen
Plakatklebern geschnappt wird? Dann sind
wir doch alle erledigt.
Und ich weiß, dass sie damit machen.
Nicht
so laut, nicht so laut. Das Wasser trägt
doch den Schall. Was habt ihr denn für
Probleme?
Wir werden nicht weniger, sondern mehr
tun, Kuckov. Schließlich kommt es nicht
nur auf den Sieg der roten Armee an. Wir
müssen bei uns hier etwas in Bewegung
setzen. Wir müssen Deutscher mit einem
Netzrevolutionärer Zellen überziehen,
Waffenlager anlegen, die Unterdrückten
organisieren, die Polen, Ukrainer,
Franzosen, Italiener, die Fremdarbeiter
in Legionen zusammenfassen und im
richtigen Augenblick losschlagen.
Oder wollt ihr mit leeren Händen daen,
wenn die Russen kommen?
Wenn wer kommt?
Die Russen.
In meinem Horoskop steht ganz klar, dass
ich in Schwierigkeiten gerate, wenn ich
mich nicht zurückhalte.
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.
dass ihn der Astrologe geraten hat.
Geben Sie ihre Sekretärin auf und
versöhen sich mit Ihrer Frau.
Ja, leben Sie mal mit einer Frau
zusammen, die Sie für verrückt und
irrusreif hält. Da werden sie wirklich
wahnsinnig.
Manchmal habe ich das Gefühl, Gertrud
beobachtet mich genau wie meine Frau.
Gertrud, das ist ihre Sekretärin, nicht?
Ja. Ja. Glauben Sie, mir fehlt wirklich
was? Das ist meine Angst herum.
Wenn man an so kriegswichtigen Posten
hat, wie sie eroberst, sollte man
vielleicht zu jemanden gehen, der ihst
nimmt. Ja, ich brauche jemand, der mich
versteht, mich und meine Welt.
Manchmal möchte ich einfach Schloss
machen.
Ich kenne eine Frau, die einen Blick für
Menschen hat. Sie ist wirklich ein
Expertein. Sie könnte ihn helfen.
Können Sie mich mit ihr bekannt machen?
Ja, wenn Sie wollen, gern.
Ja,
hallo Golno, chuldigung. Darf ich an
Oberstüber Oberlut Golno vorstellen?
Herr Oberst
würden her mich Moment entschuldigen?
Bitte, bitte.
Meine Frau,
ich soll sie grüßen von ihr.
Danke. Darf ich immer wiederum bitten?
Idee gehabt.
Warum geben Sie keine Anonce in der
Zeitung auf? Auf diesem Wege finden Sie
am schnellsten einen privaten
Sprachlehrer und sie können in Ruhe
auswählen.
Eine Anne. Ja, geht denn das noch? Ich
meine, ich habe keine Ahnung. Ich weiß
nicht, wie man sowas Ich auch nicht. Äh,
bitte. Wissen Sie was? Rufen Sie doch
meine Frau an. Libertas hilft Ihnen
gerne und Frauen sind ja so viel
praktischer verandackt, dass wir Männer.
Also weiter im Text. Offizier 28.
Suchtzwecks Fortbildung.
Weiterbildung ist besser. Weiterbildung
Englischunterricht von Privatlehrer.
Moment. Würden Sie eine Lehrerin auch
akzeptieren?
Warum nicht? Ich meine,
geht das nicht?
Und wenn sie hübsch ist?
Wenn sie gut ist.
Aha. Wahrscheinlich ist sie allthässlich
und gut. Englischlehrerinnen sind so.
Also schreiben wir Privatunterricht
in Englisch.
Das Ergebnis ist leider etwas mager,
Herr Schulzusen. Ganze zwei
Antwortbriefe bis jetzt.
Darf ich mal?
Ja, bitte.
Ich glaube nicht, dass da noch was
kommt.
Zwei klare. Rudolf.
Sehr geehrter Herr, auf ihre geschätzte
Anzeige vom 25. Juli erlaube ich mir,
ich war bis zu meiner Pensionierung 1936
Professor im Göteegymnasium.
Vor 6 Jahren pensioniert, dann ist der
gute Mann heute, ach du meine Güte,
mindestens 70. Bitte teilen Sie mir Ihre
Honorarvorstellungen mit und so weiter
und so weiter. Na ja,
danke. Klingt aber nicht schlecht. Ich
bin geborene Amerikanerin und als
Lektorin an der Berliner Universität
tätig. Honorar verlange ich keins. Ich
möchte die Gelegenheit wahrnehmen beim
Unterricht meine Deutschkenntnisse zu
verbessern. Mildrit Fischh
do wirklich gut. Da würde ich mal
antworten. Vielleicht ist sie auch noch
hübsch als Amerikanerin. Was? Und oben
drei noch kostenloser Unterricht.
Herbert sind ein Glückspilz.
Achten Sie auf die Aussprache. Schauen
Sie immer nur auf meine Lippen. Te
reached this country.
Te reached this country 10 years. 10 or
12 years
after coffee.
After coffee.
Sie müssen immer nur auf meine Lippen
schauen.
When did reach? Na, kommt ihr heute gut
voran?
Danke, Herr Oberregierungsrat.
Aber bitte lieber Gno, ich bitte Sie
nicht zu streng nach der V.
Herbert ist ein Musterschüler. Noch ein
paar Stunden und er spricht ohne Akzent.
Sie können dann tatsächlich mit ihren
Soldaten über England abspringen und
alles in die Luft sprengen. An ihrer
Aussprache wird man sie nicht erkennen.
Danke. Schade, dass sie nicht auch
Russisch Unterricht geben, gnädige Frau.
In Russland alles in die Luft sprengen.
Schön wä es. Aber Wunder gibt es leider
nicht.
Gleich alles in die Luft sprengen, das
gibt es allerdings nicht. Noch nicht.
Lieber Golno.
Natürlich sind das alles Spekulationen,
Wunschvorstellungen.
Wieso denn?
Sie wissen von unserem letzten Gespräch,
dass ich von unserem Sieg genauso
überzeugt bin wie Sie letztenendes.
Ja.
Sind Sie wirklich so fest davon
überzeugt?
Ich habe manchmal den Eindruck, Sie sind
zu besorgt, zu skeptisch.
Entschuldigen Sie, lieber Herr Doktor,
aber Sie müssen ihre Pflichten einer
zivilen Dienststelle tun.
Im Wirtschaftsministerium immerhin. Und
Sie werden nicht bestreiten, dass wir
dort auch Einblicke haben.
Na ja, sicher. Was den zivilen Sektor
betrifft.
Nicht nur. Wir sind für die gesamte
Wirtschaft verantwortlich, also auch für
die Versorgung der Wärmer auch.
Ja, deshalb können Sie noch lange keinen
Einblick haben. Rein militärische
Aktionen.
Ich Entschuldigen Sie bitte, ich habe
ihn.
Und ich werde uns jetzt einen Tee
machen. Einverstanden?
Für mich bitte nicht, ich muss gleich
weg, leider. Warum macht Rosa nicht den
Tee?
Sie hat ihren freien Tag genommen.
Sie glauben gar nicht, was bei uns alles
geschieht, was möglich gemacht wird. Sie
sprachen vorhin von alles in die Luft
sprengen. Ich könnte Ihnen Dinge
erzählen, die Sie von ihren Zweifeln
halten würden, aber
das Dienstgeheimnis, sie verstehen.
Wem sagen Sie das? An der Stelle, an der
ich im Ministerium sitze, bin ich an
Dienstgeheimnisse gewöhnt. Ich stehe bis
hierher unter Dienstgeheimnissen.
Die Russen werden sich wundern, was
demnächst bei Ihnen alles in die Luft
fliegen wird.
Na ja, offen wir das Beste und wie
gesagt, schön wä es ja. Entschuldigen
Sie mich, mein Lieber, ich muss noch mal
ins Amt. Auf Wiedersehen und weiterhin
viel Erfolg beim Lernen
und beim Sprengen.
Wann sehe ich dich wieder?
Bestimmt nicht vor 6.
Am Direktor von Coro. Die Umschulung von
Piloten auf das neue Kampfflugzeug vom
Typ Messerschmid stößt auf erhebliche
Schwierigkeiten, da die Maschine eine
sehr komplizierte Ausrüstung hat.
Außerdem täglich 10 bis 12
Sturzkampfflugzeuge gebaut. Zweitens,
die Verluste an Kampfflugzeugen und
Jagdmaschinen betrugen zwischen 22. Juni
und 1. Juli 800 Maschinen. Seitdem gehen
täglich im Durchschnitt acht Maschinen
zu Bruch.
1404 MHz.
033 Herr Leutnand.
Vorher hatten sie 048°. Vielleicht
richten wir ein Nachhilfekurs für Sie
ein, meine Herren. In Polen haben wir
Agentensender innerhalb von 8 Stunden
erledigt.
Das war auch was anderes, Herr
Hauptmann. Da hatten wir keine
Störungen. Entweder werden hier die
Wellen reflektiert oder der Sender
wechselt dauer an seine Position.
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass
der Kerl mit dem Gerät durch Berlin
wandert.
Warum nicht? Ich an seiner Stelle würde
es tun. So ein Sender lässt sich doch
leicht in einem Koffer verstauen. Oder
noch besser in einem Auto, Lieferwagen
oder sowas.
Na, was ist?
Ende der Vorstellung Funkverkehr
eingestellt.
Das kommt von der verdammten Bummelei.
Wenn man laufen wieder von vorne auf
muss Hauptmann, ihr glaubt, die haben
längst Lunte gerochen.
Wie kommen Sie darauf?
Wenn man so wie wir so durch die Jen
fährt mit diesem Möbelwagen oben drauf
in dicke Ringantenne, die sich hin und
her dreht. Na, das fällt auch im Blinden
auf. Das spricht sie doch rum wie ein
Lauffeuer. Geht das drum?
go
Ncht. Es ist zum Verzweifeln. Ich finde
auf 732 Ncht. Ja, nicht. Haben Sie auch
den Funkplan genau nachkontrolliert?
Warum sind Sie immer so nervös?
kontrolliert nach ihren Angaben. Aber
wenn ihre Angaben nicht stimmen,
vielleicht verwechseln sie die
Rufzeichen.
Leutnand.
Erkennungsruf im Klartext. PTX von KL K.
Das ist die Gegenstelle in Moskau.
Die scheinen sich verloren zu haben.
Oder unser Kumpel muss mal aufs Klo mit
dem Fisch.
Also wenn Sie mich fragen, Herr
Leutnand, der Funker hier in Berlin, das
muss ein blutiger Amateur sein. Für mich
bringt der dauernd die Frequenzen
durcheinander. Das geht schon fast jeden
Tag so. Typischer Anfängerken wir doch
von der Nachrichtenschule her.
Ich
habe ihn
an Koro vom Direktor. Dort eintrifft
Kent aus Brüssel hat Weisung Funkverkehr
zu regeln. Im Falle des nichtgelingens
oder nochmaliger Störung alles Material
an Kennt zur Übermittlung senden.
Vorhandenes Material kennt mitgeben.
In den Ofen sollte man den ganzen
Quatsch schmeißen.
Ich denke, ihr kennt das System.
Was nützt dir das System? Wenn du nicht
weißt, nach welchem Text der Code noch
mal überschlüsselt wird.
In Warschau haben sie einen Spion
ausgehoben. Der arbeitete mit dem Satz:
"Wütend schlang die Spanier in die
Spaghetti hinab. Da findt mal so ein
Satz und dann noch das passende
Schlüsselbuch dazu.
Gefreiter Heilmann zum OKH Abteilung IN7
versetzt."
Ach ja, Heilmann, sie sprechen Englisch
und Französisch.
Jawohl, Herr Oberleutnand. Da gehen Sie
rüber zu den Engländern in der englische
Abteilung. Die haben gerade eine Menge
zu tun. Nicht zufrieden?
Ich wollte eigentlich in die russische
Abteilung.
Sie sprechen doch nicht russisch, oder?
Ich bin gerade dabei Russisch zu lernen.
Wir sind da im Augenblick total besetzt,
nicht wahr? Trxel.
Jawohl.
Lassen Sie mal. Mein Engländern drüben
werden sich auch ganz wohl fühlen.
Ich bitte Sie gnädige Frau, ich möchte
ihn keinesfalls ihren kostbaren
schwarzen Tee wegtrinken.
Einen kleinen Vorteil muss man ja haben,
wenn man mit einem Mann aus dem
Wirtschaftsministerium verheiratet ist.
Sie sind zu bescheiden.
Solange wir noch schwarzen Tee haben,
ist nichts verloren.
Ich hoffe, ihren Mann noch überzeugen zu
können.
Da können Sie reden, bis sie schwarz
werden. Ar ist Mathematiker, ein
berufsmäßiger Skeptiker. Bei ihm gelten
nur Zahlen. Geben Sie sich keine Mühe.
Ich habe es auch schon aufgegeben,
aber ja, Herr Minister, ich weiß, dass
wir Schwierigkeiten mit dem Transport
haben.
Ich musste dem Herrn Staatssekretär
zusagen, dass wir
Nein, Herr Minister.
Hallo, wo bist du?
Ja.
Ach, weißt du, ich schütte dir mein Herz
aus. Versuch dir zu erklären, warum ich
mein Bild hau und mal eben nicht
aufgeben kann. Du sitzt da wie die drei
Affen in einer Person. Ich höre nichts,
ich sehe nichts, ich rede nichts.
Wann wirst du erwachsen?
Hoffentlich nie. Nie. Nie. Hast wohl
wieder deine Politik im Kopf gehabt,
oder? Haro? Stimmt's? Oder ist das für
dich das gleiche?
Ja und nein.
Muss ich eifersüchtig sein?
Du bestimmt nicht.
Gibt's nicht bei uns Eifersucht? Fühlen
wir nicht und kriegen wir auch nicht
mehr rein. Auch nicht auf
Sonderzuteilung.
Für dich ist das alles nur ein J.
Ein J.
Hallo.
Ja, ich habe verstanden. 6 Uhr
Tiergarten Löwenbrücke.
Nein, Ar ist nicht hier, aber ich werde
ihn sofort Gut.
Sie haben es ihm hoffentlich genau
erklärt. Aber natürlich.
Tut mir leid, schneller ging es nicht.
Guck auf.
Der Name ist doch Bauer, oder? Gott ja,
der Deckname.
Von konspirativen Regeln halten sie hier
in Berlin wohl nichts. Ich habe hier
nicht Zeit. Mein Zug fährt in zwei
Stunden. Ich muss morgen wieder in
Brüssel sein. Ich muss mich daher kurz
fassen. In ein paar Tagen wird sie ein
Mann bei Ihnen melden unter dem Namen
Schulz. Der wird ihrem Funker
Nachhilfeunterricht geben. Wenn dann die
Verbindung mit der Zentrale immer noch
nicht klappen sollte, dann müssen sie
ein Kurier zu mich schicken nach
Brossel.
Jeden Dienstag, 7 Uhr abends wird ein
Mann mit einer blauen Papierblume im
Knopfloch in der Bahnhofsunterführung
warten.
Ein zweiter Funker wäre uns lieber.
Ja, sicher, das sehe ich einen, aber
das ist im Augenblick leider nicht
möglich. Ich kann nicht mehr tun, als
euren Mann mit diesem Spezialisten
bekannt zu machen, der ihm das Funken im
Schnellkurs beibringe.
Es wird überhaupt Zeit, dass Sie ihre
Organisation auf eine bessere Basis
stellen.
Sie brauchen Verbindungsleute bei der
Eisenbahn, in den Rüstungsbetrieben, auf
den Flugplätzen,
in den Offizierscasinos, bei der
Polizei. Es gibt do noch genug
Antifaschisten in Deutschland. Ja, ja,
natürlich gibt's die, aber eine ganze
Menge sind eben deutsche Antifaschisten,
Kommunisten, aber deutsche Kommunisten,
Nationalkommunisten.
Militärische Geheimnisse verraten? Nein,
noch dazu den Russen.
Übertreiben Sie nicht etwas?
Wir leben nicht in Polen oder in
Frankreich kennt. Wir haben keine
Untergrundbewegung, die mit allen Waffen
kämpft. Unsere Antifaschisten haben ein
deutsches Gewissen.
Nachrichtendienst ist Landesverfahr für
sie. Sie diskutieren, schreiben Artikel.
klimakate, aber sie weigern sich den
totalen Kampf aufzunehmen.
Vielleicht kann ihn die zentrale Leute
zur Unterstützung schicken.
Ausländer
in der Sowjetunion leben genug deutsche
Patriotenplan
auch um zwei Tage zurückgehen müssen.
Verstehe. Das war natürlich der Fehler.
Moment, da sind sie ja.
Immerin eine Jest Leutn.
Scheiß essbar. Meckern sie nicht, Benze.
Wir sind hier in voller Deckung.
Dafür haben wir eine stärkere
Missweisung.
Glauben Sie nicht erlut, dass die
Postuniform als Tung ausgereicht hätten?
Ja, ich denke schon. Wir auf Schwarzörer
fangen, das wä eine Wucht. Überlassen
Sie das Denken den Pferden, die haben
den größeren Kopf. Wie viel? 283° Leutn.
Ich
glaub das ein neuer Natas
ganz andere Handschrift.
Der ist besser. Weitaus besser. Das ist
ein Kenner.
So, dann haben wir rein. เฮ
Mhm.
327° herut.
Allmählich kommen wir hin, Leute.
Wird ja auch langsam Zeit. Der Kerl muss
in dem Viertel da drüben sitzen.
So.
Her mit der Krücke. Ben
bin schon da. Leutnand.
Ja, ich bin's. Ja. 200 m von Kukovs der
Leipziger Straße. Soldaten Uniform der
Reispost.
Verstehst du nicht, Haro?
Der Funkverkehr wird bis auf weiteres
eingestellt.
Das Material geht ab sofort mit Kurier
nach Brüssel.
Ja.
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