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Sind Sie noch da, Graf Andresen? Jawohl, Mei.
Ich glaube, hier meint sie. Nein, ich glaube, da.
Ich glaube, wir sind auf dem falschen Weg. Ich fürchte auch, Meister. Wir
umkehren. Nein, ich bin nicht gerne Nachzügler.
Machen wir ein bisschen Rast. Gerne, Meister.
Bitte, meint sie.
Danke.
Sie werden sich wundern, wo wir geblieben sind.
Sie werden sich freuen, dass wir die Spur verloren haben.
Wir waren sonst immer die Ersten.
Graf Andraschen, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich ich in Ungarn
bin. Das ist schön, Majestät.
Hier fühle ich mich endlich wieder mal so frei wie in Possenhofen.
In Österreich wäre es doch zum Beispiel unmöglich für mich, so unbewacht durch
einen Wald zu reiten.
Da würden mindestens schon 20 Geheimpolizisten hinter Bäumen und
stehen und aufpassen, damit mir nichts geschieht.
Hier stehen, Majestät, unter meinem persönlichen Schock.
Ja, aber es ist nicht allein das Gefühl der Freiheit, was mir den Aufenthalt im
Umgang so schön macht.
Hier habe ich vor allem mein Kind ganz bemüht.
Die Kleine spricht schon ein paar Worte Ungarisch. Ich habe es gehört.
Gehen wir ein bisschen spazieren.
Hat Graf Elemer Batiany sein Nichterschein bei der Jagd entschuldigt?
Jawohl, Majestät. Und womit?
Mit einer höflichen Ausrede. Den wahren Grund kennen wir, Majestät.
Nein, ich kenne ihn nicht.
Der Vater des Grafen Batiany wurde von seiner Majestät nach dem Niederschlagen
der Revolution mit 13 Generälen zum Tode verurteilt.
Deswegen ließ Gräfin Batiany ihren Sohn schwören, nie mit dem Kaiser zu reden
und ihm jede Ehrenbezeigung zu verweigern.
Schwor er auch seiner Königin aus dem Weg zu gehen?
Gewiss nicht, Majestät.
Aber er ist eben ein Starkopf, ein Abtrünniger.
Außerdem verkörpert er eine sehr große Macht.
Er ist das Oberhaupt der stärksten Widerstandspartei im Lande.
Eben deshalb möchte ich mit ihm sprechen.
Das muss doch einen Weg geben zu einer Verständigung.
Aber meint Sitzina, dass er selbst die Einladung seiner Königin missachtet.
Dann laden Sie ihn auf Ihr Schloss, Graf Andraschik.
Ich werde mich auf neutralem Boden mit ihm treffen.
Meist geht es nur um die Gnade erweisen.
Und dass mein Gast mein Schloss besuchen. Ich freue mich darauf. Aber
zwanglos. Steife Festlichkeiten habe ich in Österreich genug.
Man hat mir gesagt, dass die Ungarn Feste feiern können wie keine andere
Ja, aber wenn Ungarn Feste feiern, so artet das meiste in einem sogenannten
Mulatschaga. Wie heißt das?
Mulatschaga. Aber das ist nichts für alle Meister.
Aber ich fürchte, sie könnte mir etwas Unangenehmes sagen und damit meine ganze
Hoffnung zerstören.
Dann soll sie mir was sagen.
Was liest du aus meiner Hand?
Du wirst noch zwei Kinder bekommen, niedrige Frau.
Mädchen?
Erst ein Knabe und dann ein Mädchen.
Und du wirst immer gesund und glücklich sein.
Geben Sie ein Goldstück für diese schöne Nachricht. Ich habe kein Geld bei mir.
Und schenken Sie auch den Kindern etwas für mich.
Arme Frau, möchte ich nicht mit ihr tauschen.
Glauben Sie an die Prophezeiung von Zigeuner?
Ich wäre kein Ungar, wenn ich nicht daran glauben würde, Meister. Die Gauner
haben einen sechsten Sinn. Die wissen manchmal mehr als wir.
Ja, das habe ich auch schon gehört.
Da ruft eine Frau um Hilfe.
Hilfe, das ist mir nicht so wichtig zu hören.
Was ist denn los?
Ja, aber da muss man doch etwas tun.
Aber das hat ja nichts zu bedeuten.
Was willst du? Was willst du?
Was willst du?
Majestät. Keine Angst, ich gehe nicht mehr zurück.
Eben, lassen wir den Zigeuner in ihren häuslichen Krieg.
Wenn sie ihren Mann so liebt, dass sie nach dieser Prügelei noch in Schutz
nimmt, dann soll er sie ruhig weiter prügeln. Aber Majestät, Sie sind bereits
noch ganz erhitzt. Ich fürchte, Majestät, Sie werden sich erkälten. Ja,
hoffentlich nicht.
Es ist nur ein Glück, dass mich der Kaiser in diesem Aufzug nicht liebt.
Sie sind so ernst, Mama.
Haben Sie Sorgen?
Ja, ich bin sehr unglücklich.
Denn anscheinend bin ich von der Vorsehung dazu bestimmt, immer nur die
Schwiegermutter zu spielen.
Und den Menschen, die ich am liebsten habe, nur Unangenehmes sagen zu müssen.
Was gibt es denn schon wieder, Mama?
Siehst du, du fragst auch, was gibt es denn schon wieder.
Und es stimmt.
Ich habe dir schon wieder...
etwas Unangenehmes zu sagen.
Ich finde es nicht richtig, dass die Kaiserin von Österreich wochenlang
in Ungarn sitzt und sich weder um ihren Mann noch um ihr Land kümmert. Frau
Schumann, Sie sind doch auch Königin von Ungarn.
Findest du es auch richtig, dass sie einen Kreis von Revolutionären um sich
versammelt und sogar versucht, mit...
diesem Grafen Elmer Bacchiani Freundschaft zu schließen.
Einem Mann, der dich öffentlich riskiert?
Ich finde es niederträchtig, wenn Graf Bacchiani einen Schwur, den er seiner
Mutter gegeben hat, nur als Unterwürfigkeit brechen würde.
Du findest eben für alles, was Elisabeth tut, eine Entschuldigung.
Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als dir zu sagen, was ich dir gerne
verschwiegen hätte.
Mir sind Briefe ganz einwandfreier Personen zugekommen, die
einmütig berichten, dass dieser Graf Andraschi in Elisabeth verliebt ist.
Aber Mama!
Die beiden reiten stundenlang miteinander spazieren, ohne Begleitung.
Er darf unangemeldet im Schloss erscheinen und er schickt Elisabeth
Blumen.
wie das eigentlich nur Kavaliere bei ihren Liaisons vom Theater zu tun
Mama, ich bitte Sie, derartige Vergleiche zu unterlassen.
Ich liebe Sissi.
Und sie hat mein vollstes Vertrauen.
Gewiss, sie ist sehr schön und alle Menschen werden von ihrem Liebreiz
fasziniert. Natürlich vor allem die Männer, aber sie ist doch keine
von Russland.
Sie ist das reinste und charaktervollste Geschöpf, das ich kenne.
Ich bitte Sie auch, Mama, in Zukunft.
die Kaiserin nicht mit Spionen zu umgehen.
Du willst sie also nicht nach Wien zurückrufen?
Keineswegs. Obwohl ich mich Tag und Nacht nach ihr sehne.
Ihre königlichen Hochheiten, Herzogin Ludovica und Prinzessin Helene in
Tante Ludovica? Ich lasse bitten.
Sie war mit Nene bei der Königin von Sachsen und hat mir geschrieben, sie
uns für einige Tage besuchen. Das freut mich.
Liebe Tante, liebe Beka, ich freue mich ganz besonders, dich in Wien begrüßen zu
dürfen. Die Freude ist ganz auf unserer Seite, lieber Franz.
Sophie!
René?
Ich grüße dich, meine Liebe. Schön, dass ihr den Umweg über Wien gemacht habt.
Aber das doch selbstverständlich.
Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.
Wo ist denn Sissi?
Die ist nicht in Wien.
Nicht in Wien?
Ach, das ist aber schade.
Tja, meine Liebe, wenn du die Kaiserin von Österreich besuchen willst, musst du
nach Ungarn fahren.
Der nimmt die Puppe mit, aber komm schnell.
Mensch, wie geht's dir denn?
Und du bist so schön heute. Und die Mama hat dich so lange nicht gesehen.
Guten Tag, Baroni.
Womit hast du denn gespielt?
Mit Puppe. Mit welcher Puppe? Mit der Großen?
Komm, wir gehen spielen zu der Großen, ja?
Ach, gut.
Nene ist sehr hübsch geworden.
Ja. Warum hat sie eigentlich noch keinen Mann gefunden?
Das weiß nicht mal ich als Mutter.
Sie teilt nur Körbe aus.
Wenn man einmal nahe daran war, Kaiserin von Österreich zu werden, ist das nicht
sehr schwer zu verstehen.
Hatte sie keine Hemmungen, Franz Josef wiederzusehen? Doch.
Aber ich musste über Wien fahren. Ich habe etwas sehr Wichtiges mit dir zu
besprechen, Sophie.
Hoffentlich nichts Unangenehmes.
Angenehm ist es gerade nicht.
Das habe ich mir gedacht.
Also, was ist geschehen?
Es ist schrecklich.
Ludwig, unser Ältester, ist... fest entschlossen, die Schauspielerin
Mendel zu heiraten.
Da ist er denn verrückt geworden?
Der Kaiser von Österreich soll Schwager einer Schauspielerin werden? Das ist ja
nicht auszudenken. Er hat sich ganz von uns zurückgezogen und lebt in seiner
Studentenwohnung in München.
Da muss doch etwas geschehen. Ja, deswegen bin ich ja hier, um mich mit
beraten, Sophie.
Außerdem habe ich Max gesagt, er soll zu ihm gehen und ihm noch mal ins Gewissen
reden.
Ludwig, ich gehe heute nicht früher weg, bevor du mir dein Versprechen gegeben
hast, dass du diese Henriette Mendel nicht heiraten wirst.
Wenn es weiter nichts ist, Papa, dieses Versprechen gebe ich dir gern.
Ich kann sie nämlich gar nicht mehr heiraten.
Nein? Weil wir schon längst miteinander verheiratet sind.
Ludwig, mach keine Witze.
Mein voller Ernst.
Wir haben schon vor zwei Jahren heimlich geheiratet.
Und da sagst du uns allen kein Wort.
Nene hat es gewusst. Nene hat es gewusst?
Mit seinen eigenen Kindern ist man verraten und verkauft.
Papa.
Oh, verzeihung. Nein, nein, bleib nur.
Hier, lieber Vater, bringe ich dir meine Frau und meine Tochter.
Sprachlos. Das kann ich mir denken, König der Hoheit.
Siehst du, das ist der Opa, von dem ich dir schon so viel erzählt habe.
Schau ihn an.
Jetzt hat er ein Kind und eine Frau auch noch.
Krutz.
Schockschwer, der brennt noch mal.
Wie heißt sie denn?
Mariechen.
Ja, man kommt her, alle miteinander.
Mariechen.
Herzlich ist sie.
Herzlich. Aber wie bringen wir das der Mama bei?
Das musst du machen, Papa.
Ich? Ja, aber ich muss es machen.
Mir ist es vollkommen wurscht, ob du eine Mendel -Mondel - oder Mandel
ist.
Entschuldigen Sie.
Entschuldige. Eine bürgerliche Heirat ist, das wollte ich sagen.
Kennst du die Verwandtschaft?
Tante Sophie.
Wie die Sanssissi hättest du denken können. Sie ist ja schließlich Kaiserin
Österreich. Sie ist doch genauso wie du.
Ja.
Den habe ich mir in Wien gekauft.
Bezaubernd, Königliche Hoheit.
Seine Königliche Hoheit, Herzog Max in Bayern.
Das ist doch nicht möglich.
Warum nicht?
Bei mir ist alles möglich.
Papa, ist das eine Überraschung?
Überraschungen sollte man sich in unserer Familie ja langsam gewöhnt
Greifen, bitte verständigen Sie Mama.
Gerne, Königliche Hoheit.
Aber sag Papa, was machst du denn in Wien?
Das ist mein Geheimnis.
Du hast ja auch Geheimnisse von mir.
Ich? Du hast mir nicht erzählt, dass der Ludwig verheiratet ist und ein Kind
hat.
Weil ich ihm versprochen habe, dass ich nicht klage.
Ja. Ich muss mal jetzt deinen Kopf zerbrechen, wie ich der Mama beibringe.
Ja, Max.
Grüß dich, Wicker. Ist etwas geschehen? Nein, was soll denn geschehen sein?
Ja, weil du so plötzlich in Wien bist. Aber deswegen muss ja nichts geschehen
sein.
Sehnsucht habe ich gehabt.
Aber du hast doch gar nicht gewusst, dass wir hier sind. Nein, gewusst habe
es nicht, aber gedacht habe ich es nicht. Ich habe gesagt, weißt du, ich
gesagt, ich fasse Ihnen entgegen.
Zu wem hast du denn das gesagt?
Zu mir, ich rede ja immer gern mit mir.
Aber, magst du, da steckt bestimmt etwas dahinter. Aber nein, was soll dahinter
stecken? Was wollt ihr eigentlich?
Freut ihr euch gar nicht, dass ich da bin?
Doch, doch, wir freuen uns sogar sehr.
Du, Papi, heute ist dein Ball, mir zu ehren. Hey, hey, hey, da muss ich die
Uniform anziehen. Du, doch, mir zu nehmen.
Die passt schon noch.
Du, also erzähl, hast du mit Ludwig gesprochen?
Natürlich habe ich mit ihm gesprochen. Na und, und, hast du was erreicht?
Nein, das heißt ja, das heißt nein.
Also was?
Also eigentlich doch.
Er hat zu mir gesagt, ich verspreche dir, dass ich die Mendel nicht heirate,
weil ich sie nämlich gar nicht mehr heiraten kann.
Das hat er gesagt?
Hört sich.
Na, dann ist doch alles in Ordnung. Ja, ich glaube auch.
Das ist ja großartig.
Wo ist denn Sissi? Ich habe sie noch gar nicht begrüßt.
Da musst du nach Ungarn fahren.
Was? Sissi ist gar nicht in Wien?
Leider.
Kriegt die Mama jetzt ein Kaffee?
Da.
Danke.
Ein bisschen Milch.
Und Zucker auch.
Vielen Dank.
Der Kaffee ist wunderbar.
Der ist wunderbar, der Kaffee.
Das war ein sehr guter Kaffee. Darf ich auch einmal daran erinnern? Vielen Dank,
ja. Dass heute das Fest bei Graf Andras schien.
Ja, ich komme jetzt.
Mein Schatz, gib mir einen lieben Gruß, ja? Na, das war gar nicht. Noch einen.
Ganz gut. Noch eine.
Ganz schön.
Danke schön.
Morgen spielen wir weiter, ja? Ja. Sag schon die Gruß. Die Gruß.
Ich freue mich schon sehr auf den heutigen Abend. Ich habe Graf Andraschi
gebeten, einen echt ungarischen Abend zu arrangieren. Aber er sagt, das ist
nichts für mich.
Er hat gesagt, diese ungarischen Feste enden immer mit einem... Wie heißt das?
Mit einem Mulatschak. Wissen Sie, was ein Mulatschak ist? Nein, Majestät.
Aber vielleicht weiß es Oberst Böcke.
Wieso Oberst Böcke? Er lernt Tag und Nacht Ungarisch. Er ist in die Tochter
Verwalters, in die kleine Margit, verliebt.
Der ist immer verliebt.
Sagen Sie mir, er soll kommen.
Ja, Majestät.
In Deutsch müssen nicht alle verstehen, was wir reden. Was geschieht denn hier
eigentlich? Du darfst nicht schauen.
Warum? Das ist eine Überraschung für dich. Eine Überraschung für mich? Heute
dein Geburtstag.
Was ist heute?
Dein Geburtstag, nicht?
Geburtstag, Geburtstag heißt er. Wie heißt es?
Geburtstag. Geburtstag.
Das ist aber lieb von dir.
War das deine Idee?
Na ja, aber verdienst du gar nicht. Wieso verdiene ich das nicht? Nein,
nein.
Das heißt, liebst du noch nicht?
Na gut, komm, und wie.
Dann schwöre, liebst du nicht andere Frau?
Nein, schwören kann ich leider nicht.
Aha. Gar nichts, aha.
Die Frau, die ich liebe, ich meine die andere Frau, die ist ganz ungefährlich
für dich. Die liebe ich nur so in meiner Fantasie. Also doch.
Was heißt hier also doch?
Ich weiß, welche diese Frau.
So, du weißt, wer das ist. Ich höre, für mich sage die Ilonka.
Ilonka hat dir das gesagt? Ja, die Ilonka. Hören von die Kammerfrau. Was
eine Kammerfrau?
Du liebst die Königin. Du wahnsinnig, wenn das jemand hört.
Ja, also es stimmt.
Natürlich, also gar nicht stimmt.
Ich verehre die Königin, ich bete sie an.
Holg, du liebst mich. Holg, bitte verruhen.
Herr Oberst! Ja, Frau Gräfin?
Sie möchten bitte sofort zu Ihrer Majestät kommen.
Zu Ihrer Majestät? Ja, aber rasch.
Geh weg, du frecher Mann!
Pardon, wo habe ich denn meinen Helm, meinen Säbe?
Ja, wo haben Sie denn?
Bist du gekommen ohne Säbe?
Ohne? Ich habe sie draußen.
Wie St. Lato schon.
Befehl, Majestät.
Oberst Döckl meldet sich zur Stelle.
Ja, sagen Sie, Herr Oberst, wissen Sie, was ein Mulatschak ist?
Befehl, Majestät.
Nun, was heißt das?
Ja, das ist schwer zu übersetzen, Majestät.
Mulatschak, das ist die Bezeichnung eines Zeitraumes von einigen Stunden, in
denen jeder Ungar glaubt, dass er im Himmel ist und dass alle Engel Zigeuner
sind.
Haben Sie so einen Mullertag schon mitgemacht?
Befiehl, Majestät.
Schon mehrere.
Und?
Majestät, auch ich war in diesen Stunden ein Ungar und im Himmel.
Und so etwas will mir Graf Andraschi vorenthalten.
Dankeschön, Herr Obels. Sie können gehen.
Jawohl, Majestät.
Was haben Sie denn?
Nichts. Er hat meinen Papagei.
Meinen Handschuh, der Papagei.
Der Wagen, Ihre Majestät,
ist eben in den Park gefahren.
Es ist gut.
Liebe Freunde, ich habe euch für diesen Abend eine große Überraschung
versprochen. Ich möchte euch aber nicht überrumpeln.
Das ist nett von dir.
Ich habe die große Ehre, euch mitzuteilen, dass ich noch einen hohen
erwarte. Wen denn?
Es kommt Ihre Majestät, die Königin.
Gut, dass du uns das sagst, Jula.
Dann haben wir gerade noch Zeit, ein Haus zu verlassen.
Das kannst du nicht tun.
Das würde ein Affront sein, der nie wieder gut zu machen ist. Ich bleibe
keinen Umständen.
Und ich glaube, Chati und Palfi sind meiner Meinung.
Wir gehen.
Aber ich spiele dir aus.
Die der Majestät, die Königin.
Ich freue mich sehr, Graf Anders, hier schönes Schloss kennenzulernen.
Ich bin glücklich, Eure Majestät in meinem bescheidenen Heim begrüßen zu
Darf ich Eure Majestät noch mit einigen meiner Gäste bekannt machen, welche noch
nicht die Ehre hatten, Eurer Majestät vorgestellt zu werden?
Graf Charki.
Graf Battiani, ich freue mich, dass wir uns endlich kennenlernen.
Nun, wo wir uns einmal die Hand gereicht haben, hoffe ich, dass wir Freunde
werden.
Darf ich Eure Majestät zu Tisch bitten?
Ja, gern.
Was sollen wir tun?
Jetzt müssen wir selbstverständlich bleiben.
Franz Carsten, ich muss dringend mit dir sprechen.
Das ist? Ist was geschehen?
Was ist geschehen?
Gar nichts ist geschehen.
Mitdanken müsste man halt noch können.
Eine kleine Tanzpause?
Wir gehen in den Park.
Der Mondschein ist so herrlich, weißt du? Der Mondschein!
Ja, ja, ja, ja.
Wir hören uns täglich besser.
Ja, ich merke es.
Ich muss ein bisschen Luft schnappen.
Franz Josef ist heute besonders guter Laune.
Ja, ich nehme ihn aus. Ich habe ihn lange nicht so fröhlich gesehen.
Was ist denn?
Sind wir hier ungestört?
Ja, ich glaube so.
Ich habe eine große Bitte an dich.
Ja, bitte, bitte. Deswegen bin ich überhaupt nur nach Wien gekommen.
Ich möchte dich bitten, ein gutes Wort beim Franzel einzulegen, damit eine
Schauspielerin in den Adelsstand erhoben wird.
Na bravo, deine Freundin. Du bist ein Philo. Nein, nein, was denkst du?
Es handelt sich um die junge Dame.
wie mein Ludwig heimlich geheiratet hat. Wie? Der hat heimlich...
Wie heißt sie denn?
Mendel.
Mendel? Wie der Julius?
Mendel, Mendel.
Ach so. Vielleicht kann er Sie wenigstens zur Baronin machen, Herr
das richte ich dir schon.
Was für einen Namen sollen wir ihr denn geben?
Irgendeinen schön klingenden Namen.
Du darfst dafür ein Hirschen bei mir schießen. Na du, schießen tue ich nicht.
Lieber angeln.
Ich habe da neulich einen Fisch geangelt. Einen Walder.
So groß, in Waldersee.
Waldersee. Das wäre doch ein schöner Name für die Männer.
Na gut, nehmen wir es Waldersee. So groß war der.
Fisch. Fisch.
Schön hast du es hier, Franz.
Auch der Ball ist wunderschön.
Und du bist seine Königin.
Alle bewundern dich.
Ich auch.
Sag mir, warum hast du eigentlich noch nicht geheiratet?
Warum stellst gerade du diese Frage an mich?
Ich wundere, du siehst bezaubernd aus und hättest doch bestimmt schon oft
Gelegenheit gehabt zu heiraten.
Nee.
Was sagst du?
Habe ich dir wehgetan?
Nein.
Verzeih, es war ungeschickt, dass gerade ich diese Frage an dich gestellt habe.
Allerdings konnte ich nicht ahnen, dass es dir damals so nahe gegangen ist. Ich
dachte, es wäre eine Kombination unserer Mütter gewesen, die uns verheiraten
wollten, ohne uns zu fragen.
Das war es ja auch.
Als ich damals mit Mama nach Ischl fuhr, um mich mit dir zu verloben, da wusste
ich ja nicht mehr von dir, als dass du gut aussiehst und Kaiser von Österreich
bist.
Aber dann, dann habe ich dich gesehen und näher kennengelernt.
Und da fühlte ich, dass ich an deiner Seite glücklich werden könnte.
Nee, nee.
Du ahnst ja gar nicht, wie unglücklich ich war, als ich plötzlich bemerkte,
du Sissi liebst und nicht mich.
Ich dachte, ich würde nicht mehr weiterleben von dir.
Ich wusste nur eins.
Das alles nur zusammen.
Ich weiß, dass ich dir das alles nicht sagen darf.
Ich wollte es dir ja auch nicht sagen.
Nie.
Ich werde nie mehr einen anderen Mann so lieben wie dich.
Barthjani ist ganz entzückt von der Königin.
Wer ist nicht von ihr entzückt?
Lieber Graf Barthjani, ich will mit Ihnen nicht über Politik sprechen.
Denn davon verstehe ich nichts.
Ich möchte nur versuchen, Gegensätze zu überbrücken.
Nein, Majestät.
Die Gegensätze, die unsere Länder trennen, sind unüberbrückbar.
Meiner Ansicht nach gibt es keine unüberbrückbaren Gegensätze.
Ich liebe eben ein Land. Ich liebe es auch.
Und der Kaiser will und wird alles tun, um Ihrem schönen Land den wahren Frieden
zu geben.
Wahren Frieden?
Was ist das?
Ordnung, Ruhe, Glück, Zufriedenheit.
Genau das, was Sie und Ihre Anhänger anstreben.
Haben Sie doch ein bisschen Vertrauen zu Ihrem König und zu Ihrer Königin.
Oder glauben Sie, dass Sie das nicht können?
Da ich Eure Majestät kenne,
Glaube ich fast, dass ich Vertrauen haben könnte.
Das ist schön, Graf Batian.
Und jetzt weiß ich auch, dass das alles gut werden kann.
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Darf ich mein Tät bitten, mit mir den Palotak zu eröffnen und damit mein Fest
krönen?
Ja, darf.
Hängt sich ein Mensch in diesem Kaiser aus.
Majestät.
Sind Majestät Schwindig geworden?
Nein, nein, es ist nur dieses... dieses dumme Gefühl.
Hat Majestät Schmerz?
Ja, seit der letzten Jagd.
Majestät, haben Sie sich doch erkältet?
Vielleicht.
Es geht schon wieder vorher.
Gehen wir ein bisschen an die frische Luft, ja?
Ja, Majestät.
Wo ist denn Ihre Majestät? Ich weiß es nicht. Sie war doch eben noch hier,
Ich bin glücklich, dass Sie sich so schnell erholt haben.
Ich bin wieder vorbei.
Vielleicht war es der Tokaja, der mir ein bisschen zu Kopf gestiegen ist. Ja,
das ist möglich.
Er ist zu feurig.
Ganz alter Jahrgang.
Was werden Sie jetzt von Ihrer Königin denken?
Was ich immer denke.
Dass sie die schönste und bezauberndste Frau ist, die ich kenne.
Und dass...
Warum sprechen Sie nicht weiter?
Ich darf nicht, Majestät.
Sie wollten sagen, dass Sie einen kleinen Schwitz haben, nicht wahr?
Nein, Majestät.
Dann wünsche ich, dass Sie sprechen.
Was wollten Sie sagen?
Dass ich unsterblich verliebt bin.
Meine Königin.
Aber Graf Andraschi.
Ich liebe Eure Majestät.
Vom ersten Augenblick an, wo ich Eurer Majestät gegenüberstand.
Ich hätte nie gesprochen.
Aber Majestät haben es mir befohlen.
Graf Andraschi.
Sie wissen, wie sehr ich Sie schätze und wie sehr ich Ihnen zu Dank verpflichtet
bin.
Sie haben den Kaiser Ungarn gebracht.
Sie haben durch Ihre Kraft und durch Ihre Klugheit den jahrzehntelangen Hass
einer Nation in Liebe verwandelt.
Sie waren mein einziger Freund.
Der einzige, auf den ich mich verlassen habe.
Ich wäre unglücklich, wenn ich Sie als Freund und Ratgeber verlieren würde.
Versprechen Sie mir, dass das nicht der Fall sein wird.
Ich schwöre es, Majestät.
Versprechen Sie mir, dass Sie alles, was Sie vorhin gesagt haben, vergessen
werden.
Alles.
Das kann ich nicht.
Das kann ich nicht, Majestät.
Ich bin ratlos.
Ich weiß keinen Ausweg.
Dann werde ich einen finden müssen.
Bitte stehen Sie auf, Graf Andraschel.
Und führen Sie mich zur Gesellschaft zurück.
Ja? Hat das 13 gegriffen, dass sie auch zu meiner Geburtstagsfeier kommt? Darf
ich meinen Schatz erspielen?
Ja, ja, ja, ja, ja!
Dave! Ich bin nur gekommen, Ihnen zu sagen, dass wir morgen früh abreisen.
denn? Nach Wien. Auf lange Zeit? Das weiß ich nicht. Ich muss gleich zurück.
Alles zur Abreise. Oh, leise!
Wenn ich eine traurige Nachricht habe, setz dich her.
Wir reisen ab. Wann? Morgen früh.
Und wann kommst du wieder?
Keine Ahnung.
Nicht weinen.
Sonst weine ich auch.
Du wirst mich vergessen.
Mich?
Oh ja. Wenn du willst, bin abgerissen.
Dann du wirst mich vergessen.
Nicht weinen.
Ja, ich bin ein Mitspieler, auch noch so traurig.
Bitte hör auf.
Haben Sie Gödeli auch so gern?
Ja, Meiske.
Ich habe nie geglaubt, dass mir der Abschied so schwer fallen würde.
Es ist doch kein Abschied für immer, Meiske.
Aber für sehr lange Zeit.
Sorgen Sie dafür, dass die Pferde so rasch wie möglich gewechselt werden.
Jawohl, Majestät.
Wollen wir den Aufenthalt benutzen, um einen kleinen Inbiss zu sich zu nehmen?
Ja, hilfst du deinem Gärtner? Schön, Majestät.
Komm, mein Kluge.
Na, komm schon.
Du kommst auch etwas zu trinken.
Sind Sie da wert?
Ich bin, ja. Wo ist das Gastzimmer?
Da, bitte. Ist es leer?
Nein, ein Gast sitzt da drinnen. Der muss sofort heraus. Bringen Sie ein Glas
Milch. Ein Glas Milch, bitte.
Majestät, es ist noch ein Gast anwesend, aber ich werde sofort dafür sorgen,
dass er verschwindet.
Wollen Sie so rasch wie möglich dieses Zimmer verlassen?
Hören Sie nicht, Sie sollen verschwinden.
Majestät! Majestät!
Frank!
Sissi!
Wie kommst denn du hierher?
Ich bin auf dem Weg nach Gödele, um dich zu holen.
Wieso? Ist da etwas geschehen?
Nein, aber...
Ich wollte zu dir.
Und ich zu dir.
Papi!
Oh!
Du!
Du, die sieht ja frechlich aus!
Ja, sie hat sich gut erinnert.
Herr Oberst!
Mein Fett!
Bitte gehen Sie mit der Kleinen ein bisschen an die Sonne. Jawohl,
Kasselische Hoheit!
Darf ich Sie auf den Arm nehmen?
Was wollen Sie denn hier? Noch die Milch bitte. Gehen Sie weg, gehen Sie weg,
bitte.
Hast du sehr viel gearbeitet?
Ja, die politische Situation momentan ist nicht sehr angenehm.
Du siehst auch müde aus.
Wahrscheinlich, weil ich letzte Nacht nicht geschlafen habe. Es war ein großer
Ball für Nene.
Nene ist in Wien?
Ja.
Ich bin gleich nach dem Ball abgereist.
Mama auch da?
Ja, und Papi auch.
Ich freue mich auf dich.
Du wirst sie nur, glaube ich, leider nicht mehr sehen. Sie sind heute Morgen
schon wieder abgereist.
Ach, das ist toll.
Du, jetzt erzähl mir aber von dir, du.
Du siehst auch abgespannt aus.
Ja. Ich habe die letzte Nacht auch nicht geschlafen.
Unmittelbar nach dem Fest bei Andraschi bin ich abgereist.
Du warst bei Andraschi?
In seinem Haus?
Ja.
Ich wollte Patjani treffen und wir haben uns ausgesprochen.
Ich glaube, wir haben einen neuen Freund gefunden.
Wie sieht der Nene aus?
Sehr hübsch.
Heiratet sie nun endlich diesen Thurn und Taxis?
Wir sind doch nun schon fast zwei Jahre verlobt.
Bleib mir bitte nicht mehr alleine.
Bleib bei mir.
Ja. Fahre nicht gleich wieder zurück nach Gödelö.
Nein.
Gödelö habe ich für eine ziemlich lange Zeit adieu gesagt.
Ich habe aber auch eine Bitte an dich.
Nimm dir ein bisschen mehr Zeit für mich.
Verspreche ich dir.
Jetzt, ja.
Wenn wir in Wien sind, hast du alles vergessen.
Wir fahren nicht nach Wien.
Auch nicht nach Gödele.
Wir fahren nach Riesel. Wir zwei ganz allein.
Wir stehen uns ein paar Wochen.
Und die gehören nur uns.
Schön.
Und ob die gut reden.
Was ist denn das für ein Kind?
Weiß nicht, Mama.
Ist aber komisch. Wie kommt denn da ein fremdes Kind rein?
Du, Mama hat das Kind schon gesehen.
Kleines, du Mädel, wen gehörst du denn? Was machst du denn hier?
Holst deine Mama.
Holst die Mama.
Na wo?
Lauf und hol die zwei.
Na komm. Komm, jetzt gehen wir die Mami suchen, ja?
Jetzt gehen wir sie suchen.
Du magst?
Schau, da läuft ein fremdes Kind allein im Garten.
Weißt du, wem das gehört?
Irgendjemand wird schon gehören.
Ich sehe aber niemanden.
So, jetzt komm. Hat man mal das Kind schon gesehen? Natürlich, verdammt, ich
habe alles wunderbar eingesehn. Ich habe so Herzklopfen. Keine Angst, es wird
alles gut.
Wem gehörst du denn? Wie heißt du?
Regen kann es noch nicht.
Aber herzig ist es. Ja, sehr herzig.
Was möchtest du denn? Eine Lils?
Vielleicht lieber ein Bier.
Das mag ich.
Ein Bier. So ein kleines Kinderbier.
Wie viel Hunger hat sie?
Oh Gott.
Ist ja ein Schätzchen.
Er mag aber ein Kind in dem Alter. Das fehlt uns eigentlich.
Ja, unsere sind schon viel zu groß. Da hat eine Mutter gar nichts mehr davon.
Möchtest du dann die drei behalten?
Ja, möchten möchte ich schon.
Aber ich glaube kaum, dass die seine Eltern hergeben.
Ich glaube auch nicht.
Ludwig!
Papa hat uns erlaubt, dich zu besuchen, Mama.
Meine Frau Henriette, ich und Marie.
Deine Frau? Du bist verheiratet?
Und das ist dein Kind?
Unser Kind.
Und du hast das alles gemacht?
Beruhige dich.
Der Franz weiß es auch.
Deswegen war ich ja in Wien.
Er hat in den Adelstand herum.
Ich bin seiner Baronin.
Attersee.
Attersee, Wallersee.
Im Attersee gibt es ja gar keine Waller. Das habe ich ganz allein gemacht.
Ich bin sprachlos.
Das darfst du nicht.
Denn du hast jetzt das Wort.
Ich meine halt, wenn der Herrgott zwei Menschen so etwas Liebes geschenkt hat
wie dieses Kind, dann will er damit sagen, dass sie zusammen gehören.
Grüß dich, Henriette.
Michael, ich habe nichts anderes von dir erwartet.
Hast du schon mehr als ich?
Nein. Dann habe ich gewonnen.
Ich gebe mich geschlagen.
Fang mich auf!
Sissi!
Sissi! Um Gottes willen, was ist hier denn?
Ich weiß es nicht.
Ich hatte es schon ein paar Mal in Ungarn.
Aber vielleicht bin ich den Hügel zu rasch heruntergelaufen.
Ich bring dich schnell nach Haus, ja?
Nein, nein.
Es ist schon wieder vorbei.
Du, ich lass sofort Hofrat Seeburger aus Wien kommen, oder?
Oder noch besser, wir fahren so schnell als möglich nach Wien, ja?
Komm.
Sind die Ärzte noch bei ihrer Majestät? Nein, Kassel Hurt, aber das Konzilium
ist noch nicht beendet.
Dann sagen Sie Herrn Hofrat Seeburger, dass ich ihn nach dem Konzilium
unverzüglich zur Berichterstattung erwarte. Jawohl, Kassel Hurt.
Die Beziehungen zwischen Österreich und Lombardo -Venezien sind augenblicklich
nicht die besten, Majestät.
Deshalb muss alles vermieden werden, was die Lage verschärfen könnte, umso mehr
als Österreich nach dem letzten Krieg völlig isoliert dasteht.
Ich glaube, das ist auch die Ansicht eurer Majestät.
Ja, natürlich, Exzellenz.
Bitte erkundigen Sie sich doch noch einmal nach dem Befinden Ihrer Majestät.
Jawohl, Meister.
Es tut mir leid, Exzellenz, dass ich heute Ihrem Bericht nicht so folgen
wie ich gerne möchte.
Ich bin selbstverständlich Ihrer Ansicht, dass alles getan werden muss,
neuen Krieg zu vermeiden.
Warum will man mir nicht sagen, was mir fehlt?
Weil Sie die Ärzte noch nicht im Klaren sind.
Aber es ist bestimmt nichts Ernstes, meinst du?
Und warum hat dann Hofrat Seeburger ein Konzilium von vier Professoren
einberufen?
Manche sollten sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.
Ich fühle ja selbst, dass etwas nicht stimmt mit mir.
Immer dieser merkwürdige Schmerz. Und immer an derselben Stelle.
Es steht schlecht um die Gesundheit Ihrer Majestät.
Herz?
Lunge. Um Gottes willen.
Aber nur eine akute Affektion oder Anstecken?
Ich bin verpflichtet, eurer kaiserlichen Hoheit die Wahrheit zu sagen.
Die Herren Professoren verlangen einen sofortigen Klimawechsel, haben aber auch
dann nur wenig Hoffnung auf eine vollkommene Genesung.
Selbstverständlich hat Ihre Majestät keine Ahnung von all dem.
Wie soll ich nur dem Kaiser dieses Schlimmnis nach sich beibringen?
Die Wahrheit muss sie ja erfahren.
Auch die Eltern der Kaiserin müssen verständigt werden.
Sie sind zum ersten Mal in meinem Leben wirklich ratlos.
Komm, geh zu Mathilde. Hol den Ball, Maritin.
Hol den Ball.
Hol ihn.
Hol ihn schön. Ein Brief aus Wien. Ein Brief aus Wien, das wäre
großartig. Danke sehr.
Ein Brief von der Dante Sophie.
Ja? Ja.
Mariechen, wirf her.
Komm, wirf zu mir, Mariechen, komm.
Mariechen. Komm, Mariechen.
Hol ihn.
Oh Gott.
Das ist doch nicht möglich.
Komm, Mama.
Max?
Max! Was ist denn?
Was hat denn Mama?
Ich glaube, das war eine schlechte Nachricht.
Ich glaube, sein Bruder war das Unglück.
Sissi ist sehr krank.
Sissi?
Oh Gott, tschüss.
Ist das nicht entsetzlich, Max?
Grüß dich, Kleine.
Ich habe die Kammerfrau schon verständigt, dass eure Majestät die
sehen wünscht.
Wie geht es Ihrer Majestät?
Leider nicht gut, entsetzlich.
Guten Tag, Herr Hopper.
Ich gehe jetzt zum Kaiser, um ihm die volle Wahrheit zu sagen.
Eine harte Pflicht, kaiserliche Hoheit.
Weiß Gott.
Ich werde, Ihre Majestät, heute gestatten, wenigstens für eine Stunde
zu verlassen.
Ich fürchte, dass sonst zu allem Übel...
noch schwere Depressionen kommen könnten, was natürlich den Zustand der
Kranken verschlimmern würde.
Tun Sie was für Richtigkeit, Herr Hofer.
Armes Geschirr.
Wohin wollen Sie denn?
Ihre Majestät wollte Ihre kalberliche Hoheit sehen.
Bringen Sie die Prinzessin auf ihr Zimmer und warten Sie auf meine weiteren
Befehle. Jawohl, kalberliche Hoheit.
Ein anderes Mal, mein Kind.
Mami schläft jetzt.
Mami.
Ich darf wirklich aufstehen, Herr Hofer?
Ja, Majestät. Eine Stunde.
Dann möchte ich den Kaiser überraschen.
Er wird sich sicher freuen, wenn er sieht, dass ich wieder gesund bin.
Bestimmt, Majestät.
Gräfin, bitte bringen Sie mir den Schlafen.
Und Oberst Böckel soll die Wache im Korridor abtreten lassen. Jawohl,
Herr Oberst, Ihre Majestät wünscht, dass Sie die Wache im Korridor abtreten
lassen. Jawohl.
Wache abtreten.
Ich fühle mich doch noch etwas schwach, aber ich glaube, das kommt vom langen
Liegen.
Bringen Sie Nachrichten von Sissi, Mama.
Ja. Wir sprechen uns später.
Geht es dir besser?
Mein lieber Franz, ich kämpfe schon tagelang mit mir, weil ich dir etwas
Trauriges mitzuteilen habe.
Und mir immer überlege,
Wie ich es dir am besten wahren könnte.
Was ist los, Amanda?
Komm.
Setz dich zu mir.
Sie können mich schon allein lassen, Griffin. Jetzt geschieht mir bestimmt
nichts mehr.
Sissi ist sehr, sehr krank.
Und die Ärzte befürchten... Was befürchten die Ärzte?
Die Ärzte befürchten... Naja, schließlich
musst du es einmal erfahren.
Die Ärzte befürchten, dass es keine Rettung mehr für Sissi gibt.
Was fehlt dir denn, um Gottes Willen?
Sif ist lungenkrank.
Und die Ärzte meinen, sie müsse unverzüglich in ein anderes Klima
werden.
Weil es geradezu sträflich wäre, wenn man sie länger in deiner Nähe und in der
Nähe des Kindes lassen würde.
Ich weiß, es ist hart, Franz.
Sehr hart.
Aber schließlich bist du es als Kaiser deinem Land und auch deinem Kind
schuldig.
Du musst jede Zärtlichkeit mit Sissi vermeiden.
Wissen Sie, was Sie von mir verlangen, Mama?
Ich liebe Sissi mehr als mein Leben.
Das weiß ich, Franz.
Trotzdem musst du bedenken, dass jeder Kuss von ihr ansteckend ist.
Und dass man auch das Kind vor ihrem Küssen schützen muss.
Du musst auch noch an andere Dinge denken, Franz.
Auch wenn es gefühllos scheinen mag, davon zu sprechen.
Das Land verlangt eine gesunde Kaiserin und gesunde Kinder.
Und vor allem einen gesunden Thronfolger.
Und wenn es wahr werden sollte, was die Ärzte befürchten,
dass Sissi diesen Winter nicht überlebt.
müssen wir uns jetzt schon damit befassen, wer als deine Frau
infrage kommt.
Ich verbiete Ihnen so herzlos zu reden, Mama.
Sissi lebt und sie wird mit Gottes Hilfe wieder gesund werden.
Und wenn es dem Allmächtigen gefallen sollte, mir das Liebste zu nehmen, was
im Leben habe, dann werde ich nie, nie wieder heiraten.
Auch wenn das Land keinen Thronfolger bekommt.
Du hast kein Recht an dich zu denken, sondern nur an die Dynastie und an dein
Haus.
Vergiss nicht, was ich für Opfer gebracht habe, um die Dynastie Habsburgs
erhalten. Ich habe zu deinen Gunsten auf den Thron verzichtet.
Das haben sie mir schon hundertmal gesagt, Mama.
Und ich wünschte, sie hätten nicht darauf verzichtet.
Wir haben viel erspart geblieben.
Ich wäre bestimmt glücklicher geworden.
Das also ist der Dank für alles, was ich für dich getan habe.
Ich habe mich nie danach gesehnt, Kaiser zu werden.
Ich habe nur meine Pflicht getan, als ich Kaiser wurde.
Das einzige Glück in meinem Leben war Sissi.
Und wenn sie nicht mehr ist, Wird alles sinnlos.
Jetzt hast du wie ein braver Bürger gesprochen.
Aber nicht wie ein Kaiser.
Vielen Dank.
Der Arzt hat mir erlaubt, eine Stunde aufzustehen.
Ich wollte dir eine Freude machen und dich besuchen.
Ich habe dich gar nicht hereinkommen gehört.
Ich stand dort in der Tür.
Ich meine, wie lange bist du dort
gestanden?
Gerade lange genug, um alles zu hören, was ich vielleicht hören musste.
Aber mach dir keine Sorgen, Franz.
Ich werde wieder gesund werden.
Und wenn Gott mir auch einem gesunden Thronfolger das Leben schenkt,
ich werde dorthin gehen,
Wohin ich die Ärzte schicken und alles tun, was sie von mir verlangen.
Und immer daran denken, dass ich dich nicht unglücklich machen darf.
Weil du mich liebst.
Schon wieder Blumen von seiner Majestät? Ja.
Seine Majestät hat den hiesigen Gärtner beauftragt, eurer Majestät täglich die
schönsten Blumen zu bringen.
Wenn ich nur wüsste, wie ich dem Kaiser eine Freude machen kann.
Indem Majestät so schnell wie möglich gesund werden.
Ja.
Wenn das in meiner Macht stimme.
Jetzt sind wir schon wochenlang hier und mein Zustand hat sich immer noch nicht
gebessert. So schnell geht das nicht, Majestät.
Majestät müssen sich erst an das Klima gewöhnen.
Ich glaube eher an den Gedanken, nie wieder gesund zu werden.
Aber Majestät...
Ich weiß schon, wieso du mich bestellt hast.
Ich weiß genau.
Was hast du denn, Mama?
Ich habe keine Ruhe.
Ich muss zu Sissi.
Die arme sitzt in Madeira und denkt wahrscheinlich den ganzen Tag nur an
Krankheit.
Ja.
Das Schlimmste in einem solchen Zustand. Eben.
Sie braucht jetzt jemand, der sie aufrichtet.
der ihr Mut zuspricht, ihr neuen Lebenswillen gibt.
Ach, ich weiß bestimmt, ich könnte ihr jetzt sehr helfen.
Lieber Hofrat, bringen Sie mir gute Nachrichten.
Geht es der Keiterin besser?
Es tut mir leid, Majestät enttäuschen zu müssen, aber der Gesundheitszustand
Ihrer Majestät ist unverändert.
Es ist zum Verzweifeln.
Ich habe gehört, dass Dr. Seeburger angekommen ist.
Da wollte ich fragen, was er für Nachrichten bringt.
Schlechte.
Immer noch keine Besserung?
Leider nein, kaiserliche Wahrheit.
Zu all dem Übel ist noch eine starke Depression hinzugekommen, die zu den
schlimmsten Befürchtungen Anlass gibt.
Entsetzlich.
Majestät.
Schon wieder ein Geschenk von seiner Majestät.
Es ist rührend, wie mich seine Majestät verwöhnt.
Jeden Tag ein neues Geschenk.
Jeden Tag Blumen.
Es könnte alles so schön sein.
Es wird wieder schön sein, Majestät.
Ich glaube nicht mehr an Prophezeiungen, Gräfin.
Eine Zigeunerin hat mir einmal prophezeit, dass ich immer gesund und
glücklich sein werde.
War ich eigentlich jemals glücklich?
Man darf nicht undankbar sein.
Man darf sich nicht versündigen.
Ich war schon sehr oft im Leben glücklich.
Und...
Manchmal muss eben ein Schatten kommen.
Sonst wüsste man die Sonne gar nicht mehr zu schätzen.
Stimmt.
Mama.
Lüstelein. Mami.
Mein Kind.
Mein Schatz, mein Liebling. Wie geht es dir denn, Mami?
Wie kommst denn du hierher?
König Ludwig hat mir seine Yacht zur Verfügung gestellt, damit ich dich
kann.
Schön, dass du da bist.
Ich habe solche Sehnsucht nach dir gehabt.
Wollte dir nur nicht schreiben, dass du kommen sollst wegen dieser langen Reise.
Aber mein Kind, ich wäre doch zu dir gekommen, wenn du zehnmal so weit weg
gewesen wärst. Weil ich weiß, dass du mich jetzt brauchst.
Wie geht es dem Papili?
Und Nene und den Kindern?
Die wären am liebsten alle gleich mitgekommen.
Gräfin, bitte richten Sie für Ihre Königliche Hoheit das Zimmer her. Ja,
Majestät. Ja, dann nehmen Sie doch bitte gleich meine Sachen mit. Bitte,
königliche Hoheit. Danke sehr.
Schön hast du es hier.
Ein herrliches Stück Erde, dieses Madeira.
Ja, ich kenne nur noch gar nichts von Madeira.
Den ganzen Tag liege ich hier und kenne nur den einen Blick da aufs Meer hinaus.
Ja, das habe ich mir gedacht. Und deswegen bin ich hier.
Ich werde dich jetzt ein bisschen aufrichten.
Du musst dich etwas ablenken. Nicht immer grübeln.
Ein bisschen Bewegung machen.
Ja, weißt du, ich bin immer so müde.
Die Müdigkeit geht vorüber, mein Schatz. Du wirst sehen.
Am ersten Tag gehen wir ganz wenig.
Am zweiten schon etwas mehr.
Und dann wirst du überhaupt nicht mehr an deine Krankheit denken. Das ist sehr
wichtig.
Schau zum Beispiel die Bürgersfrauen.
Die sind auch oft krank und müssen dabei arbeiten. Und manchmal so schwer, dass
sie ihre Krankheit ganz vergessen. Und plötzlich sind sie wieder gesund.
Ja?
Vielleicht hast du recht. Vielleicht habe ich mich wirklich ein bisschen zu
gehen lassen.
Bestimmt. Als ob morgen wird marschiert.
Erst schauen wir uns den Ort an und dann die ganze Insel.
Siehst du, da drüben liegt Frankreich, Portugal, Spanien. Ganz, ganz weit.
Siehst du da drüben?
Wie weit ist das, Twin?
Das siehst du, mein Schatz.
Jetzt kannst du schon auf einen Berg steigen.
Ja, schwer, aber es geht.
Na, ruh dich ein bisschen aus.
Das sind Bananen. Ich muss mir eine holen.
Halt, halt.
Langsam, langsam.
Wir haben ausgemacht. Alles mit der Ruhe.
Jawohl, Herr Hofer.
Oh dia, senor. Oh dia.
Guten Appetit.
Obrigado.
Verzeihen Sie bitte, ich habe hier ein Wörterbuch Deutsch -Ungarisch. Nein, ich
meine,
ich habe hier ein Wörterbuch Deutsch -Ungarisch und ich möchte gern ein...
wollen Sie denn?
Sie sprechen Deutsch?
Das ist ja wunderbar. Bitte helfen Sie mir.
Gerne.
Der Mann sagt, er will nicht kaufen.
Aber ich will ja nichts verkaufen. Im Gegenteil, ich habe hier ein Wörterbuch
Deutsch -Hungarisch. Und das möchte ich tauschen gegen ein Wörterbuch Deutsch
-Portugiesisch.
Portugiesisch? Er sagt, er hat kein Wörterbuch.
So ein Pech.
Sagen Sie, kennen Sie nicht einen Sprachlehrer, bei dem ich Portugiesisch
könnte? Ja, bei mir.
Was?
Bei Ihnen?
Ich bin Studentin und gebe deutschen Sprachunterricht.
Wann könnten wir denn da anfangen?
Wann Sie wollen.
Sofort. Bitte dann sofort, ja? Ja, und wo?
Soll ich zu Ihnen kommen?
Oder wollen Sie kommen zu mir?
Einmal so und einmal so. Im Augenblick würde ich bitte vorschlagen, eine Stunde
auf den Näher, ja?
Was heißt denn das auf Deutsch?
Einverstanden. Habe ich gewusst. Ich verstehe das. Darf ich bitte?
Hey! Hey!
Hey!
Wovon träumst du?
Weißt du, das ist so merkwürdig.
Ich finde plötzlich alles so schön.
So? Den Garten, die Blumen, das Meer.
Das siehst du. Und früher hast du das überhaupt nicht gesehen.
Jetzt könnte ich stundenlang hier stehen und das Meer anschauen.
Ich möchte am liebsten eine lange, lange Seereise machen.
Was hast du von deinem Papi? Der hat mich auch kreuz und quer durch die Meere
gejagt. Und je stärker der Wellengang war, desto mehr war er in seinem
Mir war immer tot und übel, aber er hat geschwämt.
Ich glaube, es gibt auch nichts Schöneres und Aufregenderes als das
Weißt du, ich habe jetzt so viel über Griechenland gelesen, über Corfu und
Athen. Ich möchte das alles zu gerne einmal sehen.
Ja, fahren wir doch hin.
Du, Mami, das machen wir auch.
Mein Kind, ich bin so glücklich.
Du bist nicht wiederzuerkennen.
Weißt du, dass du seit Wochen nicht einmal von deiner Krankheit gesprochen
Ja. Und jetzt machst du schon Reisepläne.
Du bist auch der beste Arzt für mich.
Hoffentlich.
Danke.
Nein.
Ah, Saude.
Saude.
Und jetzt werden wir arbeiten.
Wunderbar.
Nicht so. Wie heißt?
Ich möchte trinken.
Gut.
Und wie heißt denn? Ich gehe heute am Meer spazieren.
Wunderbar. Und wie heißt?
Jetzt frage ich.
Wie heißt?
Ich liebe dich.
Das ist nicht so wichtig. Das ist sehr wichtig.
Doch, sehr.
Na, na. Ah, Mutti.
Wieso, wie sind Sie denn da?
Das ist der Satz, den ich in jeder Sprache zuerst kann. Ah, Mutti.
Herr Oberst.
Moment.
Entschuldigen Sie bitte.
Ja, bitte.
Entschuldigen Sie, Herr Oberst, wenn ich störe.
Aber man hat mir gesagt, dass ich Sie hier antreffe. Ja, bitte, was ist denn?
Sie müssen sofort kommen. Wir reisen ab.
Schon wieder? Ja, wohin denn?
Nach Griechenland.
Nach Griechenland.
Griechenland, bitte. Sie wissen doch, wie ich unsere Kaiserin vergöttere.
Aber mit Ihrer ewigen Reiselust, da bringt es mich langsam zum Wahnsinn.
Herr Oberst. Kaum konnte ich Ungarisch, fuhren wir nach Madeira. Jetzt kann ich
Portugiesisch, jetzt soll ich wieder Griechisch lernen.
Ich bin überzeugt, Sie werden in Athen eine ebenso hübsche Lehrerin finden.
Wie hier und in Ungarn. Glauben Sie? Sicher.
Und jetzt beeilen Sie sich und nehmen Sie Abschied.
Nicht traurig sein.
Sie haben leicht lachen.
Auf Wiedersehen.
Was heißt schade?
Kepena.
Kepena?
Ist das nicht ein gewaltiger Eindruck?
Unbeschreiblich.
Ich habe eine solche Ehrfurcht vor diesem Land und seiner Kultur.
Schau nur, diese herrlichen Säulen.
Wunderbar. Die Reinheit der Architektur.
Und da dieser wundervolle Blick.
Herr Oberst, sind Sie auch so begeistert wie ich? Ich bin erschüttert, Majestät.
Wenn man bedenkt, das Ganze wurde 500 Jahre vor Christi Geburt gebaut.
Was müssen das für Künstler, für Baumeister gewesen sein?
Ja, da haben Sie wohl recht.
Schon wieder ein Brief von Tiffy.
Sie schreibt mich etwas jeden Tag. Na bravo, was schreibt sie denn?
Na so etwas.
Weißt du, wo sie jetzt ist? In Corfu.
In Corfu? Was macht sie denn in Corfu?
Ich habe dir von meiner Absicht, nach Griechenland zu reisen, nicht vorher
geschrieben, weil ich befürchtet habe, dass du mir aus Besorgnis um meine
Gesundheit abraten würdest. Aber die Reise hat mir sehr gut getan und ich bin
glücklich, dass ich da bin. Aber du und unsere Kleine, ihr müsstet natürlich
hier sein.
Ich habe hier ein entzückendes Haus gefunden, das ich kaufen und mit
altgriechischen Kunstwerken schmücken möchte.
Sie kauft schon wieder ein.
Na bravo.
Du bitte schreib ihr, sie soll auch für mich ein Zimmer einrichten.
Aber bitte nicht griechisch.
Bequem.
Du, nach dem Brief zu schließen, muss es dir schon viel besser gehen.
Er sprüht geradezu vor Optimismus und Lebensfreude.
Wartest du schon lange?
Nein, nein. Aber wir haben höchste Zeit, sonst versäumen wir das Schiff.
Ja, ja. Ich verstehe nur nicht, wo Griff in Belgrad so lange bleibt.
Ich habe keine Zeit. Ihre Majestät erwartet mich. Ich bin in höchster Eile.
ist aber wichtig.
Herr Hofrat Seeburger ist eben angekommen. Er will Ihre Majestät
noch untersuchen. Aber das geht doch nicht. Ihre Majestät will doch nach
fahren. Ich weiß es. Bitte es Ihre Majestät trotzdem zu melden. Ja, das
ich tun.
Aber Herr Oberst.
Aber Herr Oberst. Es kann jedem passieren. Aber Herr Oberst.
Wer ist denn das?
Ja, wer bist denn du, mein schönes Kind? Dich habe ich ja noch gar nicht
gesehen. Ja, ja, wenn ich nur wüsste, was das bedeutet.
Wie, wie heißt, wie heißt du?
Alexandra?
Andromache?
Iphigenie?
Helena.
Helena, die schöne Helena.
Das geht besser, ja.
Orea?
Orea. Orea. Ah, das heißt schön, ja.
Du, Orea, Helena.
Er hat mich schon verstanden. Ich kann griechisch, bin ein Sinnig.
Tja, Gräfin, wo bleiben Sie denn so lange? Wir warten schon.
Majestät, ich bitte, meine Verspätung zu entschuldigen. Aber Oberst Böckel hat
mir eben mitgeteilt, dass Hofrat Seeburger eingetroffen ist, um Eure
untersuchen. Haben Sie ihm nicht gesagt, dass ich jetzt keine Zeit habe? Wir
versorgen doch das Schiff. Aber Sissi, Hofrat Seeburger hat sicher den Auftrag,
sofort Bericht nach Wien zu geben.
Franz würde sich bestimmt ängstigen, wenn er keine Nachricht bekäme.
Tja.
Na schön, nehmen wir das nächste Schick. Kommen Sie, Gräfin.
Ich warte auf der Terrasse. Ja, Mama.
Grüß Gott, Herr Hofreit. Haben Sie eine gute Reise gehabt?
Danke, Majestät.
Seine Majestät hat mich beauftragt, die schönsten Grüße zu überbringen und
sofort Nachricht von dem Befinden eurer Majestät zu geben.
Ja, ist gut.
Dankeschön. Aber bitte machen Sie rasch, Herr Hofreit. Ich möchte mit Mama nach
Athen fahren.
Jawohl, Majestät brauchen Sie sich nur den Rücken frei zu machen.
Gräfin, bitte machen Sie mir das Kleid auf.
So, bitte, Herr Hofmann.
Darf ich bitten, Majestät, zu husten?
Bitte nochmals.
Merkwürdig.
Wie lange sind Majestät eigentlich in Corfu?
Drei Monate. Warum?
Unverständlich.
Hat sich meine Krankheit verschlechtert?
Im Gegenteil.
Ein Mirakel.
Er ist jetzt vollständig gesund.
Nein.
Herr Doktor, bitte würden Sie noch einmal hören. Ich möchte noch einmal
atmen. Aber Kerl!
Hören Sie etwas?
Nichts. Nichts? Nichts. Wirklich nichts? Nichts.
Herr Hofrath, Herr Hofrath, einen Moment bitte.
Mami. Mein Kind.
Um Gottes willen. Geht es dir nicht gut?
Mami. Was? Ich bin gesund.
Was? Ja, ich bin gesund.
Ich bin gesund.
Franz,
verzeih, aber ich muss die erste sein, die dir das sagt.
Was ist denn?
Ein Wunder ist geschehen.
Sissi ist gesund.
Sissi.
Du, das ist der schönste Tag in meinem ganzen Leben.
Ich fahre selbstverständlich sofort entgegen.
Am liebsten würde ich mitkommen.
Ich bitte um die Erlaubnis zu der Genesung Ihrer Majestät, meine
Glückwünsche aussprechen zu dürfen.
Ich danke Ihnen, Exzellenz.
Majestät, darf ich ebenfalls von ganzem Herzen meine Glückwünsche zum Ausdruck
bringen.
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich ich bin.
Auch der Gedanke Eurer Majestät, Ihrer Majestät entgegenzureisen, ist von
größter politischer Bedeutung. Genau dasselbe wollte auch ich sagen.
Wenn man zum Beispiel dieses Wiedersehen mit einem offiziellen Besuch in Mailand
und Venedig verbinden würde, so wäre dies ein wunderbarer Schachzug, der sich
auf die Beziehung Österreichs zu Lombardo -Venezien nur günstig auswirken
Majestät geruht noch selbst einmal zu sagen, dass der Liebreiz Ihrer Majestät
dem Lande mehr genützt habe, als die Armee mit allen ihren Generälen.
Na ja, aber Exzellenz scheinen zu vergessen, dass sich Ihre Majestät
nach einer schweren Krankheit befindet und dass sie den Strapazen einer
repräsentativen Reise gar nicht gewachsen wäre.
Gewiss, Majestät.
Aber die Beziehungen zwischen Österreich und Lombardo -Venezien sind
augenblicklich so schlecht, dass man jedes Opfer bringen müsste, um dieselben
verbessern. Tja.
Ich muss dem Herrn Minister recht geben, mein lieber Franz.
Wenn du Elisabeth entgegenfährst, muss diese Reise einen offiziellen Charakter
haben. Ich weiß, was du sagen willst, Franz. Sie braucht bestimmt noch
Aber sie ist eine Kaiserin.
Und die erste Pflicht einer Kaiserin ist, alles zu tun, was einem Lande zum
Wohle gereicht.
Meine Herren, ich bin mehr als bestürzt.
Die berlinische Bevölkerung ist sehr als anti -österreichisch eingestellt.
dass ich für den Besuch des Kaiserpaares die schwersten Bedenken habe.
Und ich habe Sie nach Frejetz gebeten, um mit Ihnen zu beraten, welche
Vorkehrungen wir angesichts dieser kritischen Situation zu treffen haben.
Bitte nehmen Sie Platz.
Ich glaube, kaiserliche Hoheit, zehn Tag Dusch war.
Außerdem ist daran gar nichts mehr zu ändern. Der Besuch ist angekündigt, also
muss er stattfinden.
Im Übrigen verlasse ich mich auf unsere schöne Kaiserin, die hat mit ihrem
Charme auch die Ungarn um den Finger gewickelt.
Lieber Graf Zetter, Italiener sind keine Ungarn.
Bitte, Kaiserlich Hoheit, welche Stadt soll die erste sein, die das Kaiserbar
besucht? Vorgesehen ist Mailand.
Na also, da kann ja gar nichts passieren, Kaiserlich Hoheit. Dann
ganz einfach in der Mailander Gala eine schöne Vorstellung, gleich darauf einen
Empfang mit einem guten Essen und alles ist in Butter.
Guten Abend, Herr Bürgermeister.
Guten Abend, Exzellenz.
Sagen Sie, was sind denn das für Leute?
Exzellenz, ich wollte es eben melden. Es sind durchwegs Diener, Zofen,
Köchinern, Stallpaschen und Portiers.
Ja, bist du das nur meldig. Die vom Generalgouverneur zu der heutigen Gala
-Vorstellung geladenen italienischen Aristokraten haben Diener in übersandten
Einladungen ihrem Personal übergeben. So ein Affront. Ich habe die Frau meines
Portiers hingeschickt. Und ich meinen Koch.
Und ich meinen Kutscher.
Carlo wird uns hier alles erzählen. Wieso?
Ich habe ihm gesagt, er muss in die Oper gehen, um uns alle Details genau
berichten zu können. Das ist ja großartig.
Buonasera.
Wissen Sie, Carlo, dass Sie heute der einzige italienische Aristokrat hier in
der Scala sind? Das habe ich schon gewusst, bevor ich hergekommen bin. Das
Sie gewusst?
Exzellent. Ich bin auf das Äußerste bestürzt. Was gibt es denn schon wieder?
Die Leute haben etwas vor. Sie wollen die Anwesenheit des Kaiserpaares zu
Kundgebung benutzen. Und das Orchester der Scala soll mit im Bunde sein. Tja,
ich bin fern.
Das habe ich nicht erfahren können.
Lassen Sie sofort den Kapellmeister kommen. Jawohl.
Den Kapellmeister. Jawohl.
Der Mann ist sofort zu verhaften und um durch einen absolut zuverlässigen Mann
zu ersetzen.
Exzellenz, ich würde davon abraten, die Musiker spielen dann womöglich überhaupt
nicht. Ja, was können Sie denn doch vorhaben? Vielleicht werden Sie sich
weigern, beim Eintritt des Kaiserpaares die österreichische Hymne zu spielen.
Das wäre denn doch... Die Leute mussten ihrer Herrschaft versprechen, den
Kaiserpaar jedwege Ehrenbezeigung zu verweigern.
Das gibt es doch nicht.
Sie werden sehen, wie es das gibt.
Exzellenz, Ihre Majestäten sind eben eingetroffen.
Danke.
Was?
Freiheitschor von Verdi aus der Oper La Pucco.
Das ist infam.
Das ist ja Hochverrat.
Lass den Kaffee in meiner Sofortfahrt. Super, viel Spaß.
Meine Köchin und alle unsere Diener hingeschickt. Das muss ich alles selbst
machen. Ich war schon zum dritten Mal im Keller.
Ach, dabei wäre ich so gern in die Oper gegangen.
Aber Beatrice... Na ja, einmal kommt ein Kaiser nach Mailand.
Ein junger Kaiser.
Ich muss hier sitzen.
Du bist doch schließlich Italienerin.
Nein, ich bin keine Italienerin. Ich bin ein Mischwerk.
Na ja, ich bin in Ungarn geboren. Meine Mutter war Polin, mein Vater war Russe,
meine Großmutter war Schwedin.
Ein Großonkel von mir soll sogar Eskimo gewesen sein.
Jetzt habe ich mir den Nagel abgebrochen.
ihn applaudiert?
Der Kaiser auch, da sie Gabi nicht erwartet.
Soll ich jetzt mit Ihnen kommen?
Beginnen Sie mit der Oper.
Auf Befehl ihrer Majestät hat der Empfang nach der Oper stattzufinden.
Mit diesen Leuten?
Mit diesen Leuten.
Die Kaiserin steht auf dem Standpunkt.
Für sie sind nur die Personen anwesend, die offiziell eingeladen wurden.
Das verstehe ich nicht. Ich verstehe es auch nicht.
Principezza Corini.
Ich freue mich, liebe Prinzessin, Sie kennenzulernen.
Ich habe schon viel von Ihnen gehört.
Ich freue mich, liebe Contessa, Sie hier zu sehen.
Ich habe schon viel von Ihnen gehört.
Meine Exzellenz, Minister Außendienst Orlando.
Guten Abend allerseits.
Guten Abend.
Also, endlich.
Da ist er ja.
Also, wie war's?
Fantastisch. Ach, ist jetzt nicht. Erzähl, was war fantastisch? Die
hat gesungen. Oh, grandios.
Und der Toskari.
Aber uns interessiert doch nicht, wie die Oper war. Nein, was war mit der
Kaiserin? Ja, die Kaiserin.
Wie ein Traum. Und ein Kleid hat sie angehabt. Also sowas habe ich überhaupt
noch nicht gesehen. Und der Kaiser?
Was hat der angehabt? Uniform natürlich.
So, und wie hat er ausgesehen?
Großartig. Wir wollen doch nicht wissen, wie sie ausgesehen haben. Wir wollen
wissen, ob das Kaiserpaar das Theater gleich verlassen hat. Wie es unsere
gesehen haben. Im Gegenteil, sie sind bis zum Schluss geblieben. Sie sind
geblieben. Der Kaiser auch?
Natürlich. Und der Empfang?
Waren denn unsere Leute auch bei dem Empfang? Na, alle.
Nur wir waren nicht. Na, und eure Domestiken waren zum Schluss von der
ebenso hingerissen wie ich. Im Übrigen werdet ihr morgen alle in der Zeitung
stehen. Was heißt das? Natürlich nur diejenigen, die der Kaiserin vorgestellt
wurden. Wir vorgestellt? Wieso? Wir waren doch alle hier. Ja, das war eine
merkwürdige Geschichte. Ich weiß nicht, war es ein Versehen oder ein
Missverständnis, aber alle...
Meine Köchin wurde unter meinem Namen vorgestellt. Und meine Portiersfrau
meinem. Ganz richtig. Die Kaiserin war sogar besonders hultvoll. Zu deiner
Köchin zum Beispiel hat sie gesagt, meine liebe Prinzessin, ich habe schon
viel von Ihnen gehört. Ich bin wirklich glücklich, Sie endlich kennenzulernen.
Bitte, jetzt glaubt die Kaiserin, ich sehe aus wie meine Köchin.
Herr Liebling, das ist doch ganz egal. Nein, das ist nicht egal.
Warum soll sie irgendwie unseren Verwandten erzählen, dass ich so in die
gegangen bin? Ich, wo ich so eine Taille habe.
Etwas verblüfft war der Kaiser allerdings über das Aussehen deines
der ihm als Principe Orlando vorgestellt hat.
Also jetzt gibt es nur noch eine Möglichkeit. Wir gehen alle zu den
Empfang und klären diesen Irrtum auf. Dazu werdet ihr leider keine Gelegenheit
mehr haben, denn das Kaiserpaar verlässt morgen früh Mailand und begibt sich
nach Venedig.
Dieses demonstrative Schweigen ist vernichtend, Alter, ein Attentat.
Du darfst dich über die Einstellung dieser Menschen nicht wundern.
Sie kennen deinen Namen nur von Todesurteilen, die andere für dich
haben. Ja, du hast recht, es sind zu viele Fehler begangen worden.
Radetzky war zu hart, dein Bruder zu tolerant.
Deshalb habe ich dir auch von dieser Reise abgeraten.
Ich wollte dir diese Demütigung ersparen.
Das Schlimmste kommt erst.
Der Weg von der Piazzetta zur Markuskirche.
Ich wollte, ich könnte es dir ersparen.
Mach dir darüber keine Sorgen, Franz.
Der Weg nach Madeira war schmerzlicher.
Und ich bin ihn gern gegangen.
Für dich.
Was für eine Frau hat der Himmel mir geschenkt.
Dass sie unser Kind... Das ist meine Überraschung.
Dass ich dich wieder habe.
Mein Schatz.
Du bist ja so groß geworden. Jetzt geht die Mami nie mehr weg. Nie mehr.
Verzeihen Sie, Eminenz, dass ich Sie nicht zuerst begrüßte, aber ich wusste
nicht, dass ich in diesem Leben mein Kind noch einmal sehen werde.
Und ich war so glücklich darüber.
Selig sind die Menschen, deren Herzen vor Freude überströmen, denn diese
kommt von Gott.
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