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Original subtitles

An einem kühlen, klaren Morgen brachte mich der Flug von L.A. nach New York.

Es war noch früh am Morgen,

als ich in SoHo Ecke Spring Street und West Broadway ankam.

Von der Vorbereitung des nächsten Films hatte ich zwei Wochen frei genommen.

Ich war hier, um Nick aufzusuchen.

Nicholas Ray, Regisseur von

"...denn sie wissen nicht, was sie tun", "Johnny Guitar" und anderen Filmen,

die einen festen Platz in der Geschichte des Kinos haben.

Vor etwa zwei Jahren ging ich diese Treppe zum ersten Mal hoch,

als Nick zustimmte, in meinem Film mitzuwirken:

"Der amerikanische Freund".

Die Rolle stand nicht im Skript. Also schrieben wir sie gemeinsam,

spielten viel Backgammon und wurden gute Freunde.

Hallo.

Gut, dass du da bist.

Nick schläft. Ich soll ihn wecken, wenn du kommst.

Nein, ich bin müde und will auch noch was schlafen,

- und du verträgst auch noch mehr. - Schlaf da drüben.

Okay. Bis nachher.

Das letzte Mal sah ich Nick vor drei Monaten

im Sloane-Kettering Memorial Hospital.

Es war direkt nach seiner dritten Krebsoperation im selben Jahr.

Wir konnten uns nicht mal die Hände schütteln.

Die Ärzte hatten ihm radioaktive Zeilen im Brustkorb implantiert.

Keiner konnte ihm wegen der Strahlung zu nahe kommen.

Ein ziemlich gewagter Eingriff.

Nick selbst hatte angerufen, als er mir zuerst davon erzählte:

"Nicht sicher, ob du es wagen sollst oder nicht.

"Wie sind deine Aussichten?", hatte ich ihn gefragt.

"Ich könnte dabei sterben."

"Und wenn du es nicht tust?"

"Dann sterbe ich langsam."

"Betrachte ich dein bisheriges Leben, würde ich sagen, du wagst den Eingriff."

"Du hast verdammt Recht", sagte er.

Obwohl ich vom Flug todmüde war,

konnte ich nicht einschlafen.

Die Idee, nach New York zu kommen, war uns plötzlich gekommen,

bei einer Telefonunterhaltung nur einige Tage zuvor.

Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, worauf das hinauslaufen sollte.

Guten Morgen!

Es ist ein herrlicher Tag! Man kann nicht den ganzen Tag rumhängen.

Also los jetzt, es ist Zeit aufzustehen,

die Zähne zu putzen und zu frühstücken.

- Tschüs. - Halt die Schnauze, du Miststück!

Guten Morgen! Es ist ein herrlicher Tag!

Verdammt noch mal!

- Ruhe! - Also los jetzt, es ist

Zeit aufzustehen, die Zähne zu putzen und zu frühstücken. Tschüs.

Du Scheißding!

Morgen!

Eins, zwei, drei, vier,

sechs...

sieben, acht, neun, zehn.

Susan?

Ich hatte einen Traum...

Ich hab geträumt letzte Nacht

Sing weiter, Bruder, Sing

Ich habe von einem verdammten Musical

in Venezuela geträumt.

Was ist denn da hinten los?

Was?

Guten Morgen, Nick.

He, Wim, guten Morgen.

Wann bist du angekommen?

Früh, um sechs.

Zum Teufel! Ich hab Tom doch gesagt, er soll mich wecken.

Wollte er auch, aber ich ließ ihn nicht.

Wie lange bleibst du?

So lange ich kann.

Wunderbar.

- Eine Woche etwa, hoffe ich. - Klasse!

Ich hab von einem verdammten Musical

in Venezuela geträumt.

Für die Nahaufnahme...

das Fünfunddreißiger und die Kamera noch höher.

Er hatte die Zigarette immer in der linken Hand.

Dann legt er den Rasierer weg,

nimmt das Tonbandgerät,

macht das, legt es wieder weg,

kratzt sich, legt sich zurück und brüllt los. Das ist die Nahaufnahme.

- Wo ist das Tonbandgerät? - Da, neben dem Aschenbecher.

- Sieht es wie Schauspielerei aus, Wim? - Nein, überhaupt nicht.

Wir drehen.

Ton ab.

- Film ab. - 20-3, zweites Take.

- Wie geht's dir? - Ich will wieder anfangen zu arbeiten.

- Super, woran denn? - Ach, hört sich recht prätentiös an.

Ich wette, das ist es auch.

Heißen Dank.

Woran arbeitest du?

An "Harnmett".

- Wie hoch ist der Etat? - Zehn Millionen.

Auch nicht gerade unprätentiös.

Mit einem Prozent davon könnte ich...

Ein DONNERWETTER ablassen.

Susan? Guten Morgen.

Bist du da?

- Susan? - Wim?

Wir sollten einen Film machen, zusammen.

Wenn du willst, fangen wir heute an.

Wovon soll er denn handeln?

Schneidest du mit Tom?

Ja, wir haben letzte Nacht wieder durchgemacht.

Woran?

"We Can't Go Home Again". Ich versuche, ihn wieder in Form zu kriegen.

Hey, Wim, wenn wir einen Film zusammen machen,

müssen wir Tom einen Job geben.

Meinst du, dass es klug ist, zwei Typen in einem Film zu haben,

die beide auf ihrem rechten Auge blind sind?

- Sag das noch mal. - Gib mir das Stichwort noch mal.

Wim?

Ja?

Wenn wir einen Film zusammen machen, müssen wir Tom einen Job geben.

Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee wäre.

Hast du was gegen Einäugige?

Nein, aber zwei einäugige Figuren sind keine gute Besetzung.

Du hast Vorurteile gegen Brandon Marlo, Marlon Brando,

Oskar Homolka.

Warum bist du hergekommen, Wim?

Ich wollte mit dir reden, Nick.

Worüber?

Übers Sterben?

NICK'S FILM:

Hab' ich geraucht, Pat?

Bist du so weit?

Ich bin nicht gekommen, um übers Sterben zu reden, Nick.

Ich bin nicht gekommen, um übers Sterben zu reden, Nick.

- Aber vielleicht werden wir es müssen. - Aber vielleicht werden wir es müssen.

Ich habe mich darauf gefreut, dich zu sehen. Weil ich deinen Rat brauche

und weil du am Telefon gesagt hast, dass ich kommen soll.

Aber ich hatte auch Angst davor.

Und ich glaub, ich erzähl dir lieber gleich, warum.

Ich wusste, wie geschwächt ich dich vorfinden würde.

Und dass es dir vielleicht was ausmachen würde, so gesehen zu werden.

Aber jetzt ist es okay, finde ich.

Etwas anderes ging mir letzte Nacht im Flugzeug noch durch den Kopf,

das mir eigentlich noch mehr Sorgen macht:

dass ich merken könnte,

dass mich deine Krankheit oder dein Leiden anziehen.

Und...

Wenn das so wäre, müsste ich, glaube ich, abhauen.

Ich würde mir vorkommen, als würde ich dich missbrauchen oder verraten.

Das wird nicht geschehen.

Gut. Wie sehen unsere Pläne für den Rest des Tages aus?

Nur zusammen zu sein den ganzen Tag.

Ach, um Himmels willen, ich halte heute Abend einen Vortrag.

Ich verdiene hie und da ein paar Dollar mit Vorträgen an Mädchenschulen.

- Ich komme mit, Nick. - Genau genommen

war es mal eine Mädchenschule. Vassar.

"Ringelpietz mit Anfassen".

Heute sind etwa 40% Knaben dort. Das ist der Fortschritt.

Nehmen wir einen Zug?

Die haben einen Wagen, eine Limousine, für mich gemietet,

das luxuriöseste Gefährt unter der Sonne.

Es reicht fast von hier bis Poughkeepsie.

Ich hatte selbst mal so einen.

- Welchen Film sehen wir? - "The Lusty Men".

Worüber soll ich heute Abend sprechen?

Das fragst du mich jedes Mal.

Warum bin ich in meinen jungen Jahren nicht nach Vassar eingeladen worden?

Die sind irgendwie nicht dein Typ.

Tom, verzieh dich!

- Komm schon, Tom. - Ist 'ne schöne Einstellung.

Wann kommen wir da an?

Gegen Ende der Fahrt redeten wir immer weniger.

Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.

Wir wollten einen Film drehen, hatten aber noch nichts zu erzählen.

Vorerst war die Wirklichkeit unsere Story.

Er hat wohl eine einfache Fahrkarte gekauft.

Ach, da unten sind Sie.

Kommen Sie ganz langsam darunter hervor.

Warum kriechen Sie unter mein Haus?

Ich dachte, es sei unbewohnt.

- He, wie ist die Kopie? - 'ne gute Sechzehner.

Und der Ton?

Beschissen.

Die Szene, in der Mitchum nach Hause kommt, unter das Haus kriecht,

das Heft und die Pistole findet, ist wirklich eine meiner...

Das sagt mehr übers Nachhausekommen als alles, was ich je gesehen habe.

Nicht alle von uns hatten ein schlechtes Zuhause.

Was heißt das eigentlich: "nach Hause" zurückkommen?

...ein bisschen Wärme: ein paar von uns finden sie,

ein paar von uns kriegen auch den Arsch voll.

Ich will den Rest des Films anschauen. Zum Drehen sind wir auf dem Podest.

Okay. Ich komm auch. Aber erst muss ich noch was ausruhen.

Ich kannte keinen Zureiter, der nicht wild war.

Wenn er nicht wild wäre, wäre er kein Zureiter.

Was umkreist in feierlicher Stille

den dunklen Erdenball?

Was, obgleich stimmlos und geräuschlos,

befindet sich inmitten leuchtender Himmelskörper?

Von wo kommt das? Aus Arkansas?

Von Benjamin Britten.

Ehrlich?

Das habe ich dich noch nie singen hören.

Doch, hast du.

Ja?

Bei 'ner Beerdigung oder 'ner Hochzeit?

Auf dem Weg zur Bank.

Aha! Mein liebster Weg!

Komm, lass uns durch die Stadt laufen.

Da werden wir nicht weit kommen. Ist 'ne kleine Stadt.

Ich spendiere dir eine Tomatensuppe.

Danke.

Ich danke Ihnen, Herr Steerman, für Ihre Gastfreundschaft.

Ich bin gerade dabei, einen Film zu machen, und Sie jetzt auch.

Wir fangen unseren Film

mit der gleichen Vorgabe an,

die wir bei "The Lusty Man" hatten.

Eine kleine Hintergrundgeschichte,

die wir mit 26 Seiten Drehbuch anfingen zu drehen,

und dann schrieben wir jede Nacht.

Man konnte sich also

auf nicht viel mehr verlassen als auf den Instinkt der Schauspieler

und ihre Reaktionen auf das, was wir am Vortag gedreht hatten.

Ausgetüftelte Konstruktionen à la Henry James waren da nicht drin.

Je mehr ich mich jeweils dem Ende nähere,

umso mehr möchte ich immer den Anfang umschreiben;

und gewöhnlich hat auf der letzten Seite

das Ende den Anfang neu bestimmt,

und man muss den Anfang neu drehen.

"Lusty Men" ist jedoch kein Western.

Dieser Film ist eigentlich ein Film über Leute,

die ein eigenes Zuhause besitzen wollen.

Das war das, wonach die Amerikaner

zu jener Zeit am meisten strebten.

Ich habe alle Archive in Washington durchgesehen,

und nach Angaben gesucht wie

"Was ist Ihr größtes Ziel im Leben?"

Und bei über 90 % war die Antwort ein eigenes Haus zu haben.

Davon handelt dieser Film.

Ich beschäftige mich mit der Frage, ob ich mit meiner Arbeit

eine Kunstform schaffe oder nicht, indem ich mich streng

an die Wiedergabe der Wirklichkeit halte.

Gibt es das, dass die Wiedergabe Kunst ist und dann wieder nicht,

die Wirklichkeit Traum oder nicht Traum?

Die "Wirklichkeit" kann für einen Verrückten...

- was manche die perfekte Anpassung an unsere Gesellschaft nennen -

...ein völliges Traumland sein.

"Stanislavsky" war ein Schimpfwort.

"Improvisation" ebenfalls.

Ich glaube, es liegt an diesem Überfluss an Talenten in Hollywood,

dass ich mich da so wohl fühle, so ungern ich auch dort lebe.

Seit wann nimmst du die Bänder auf?

Jede Nacht geht man nach Hause...

Seit ein paar Wochen.

"Und denkt: "Was für eine Vergeudung!"

Ich mag den Lebensstil nicht. Hab ich mal. Eine Zeit lang fand ich's toll,

aber ich habe nicht das geschafft, was ich tun wollte.

Hat Nick dir gesagt, ihn aufzunehmen?

...sehr verführerisch. Man lässt sich leicht auf Kompromisse ein.

Und wenn du ein paar Mal nein sagst, giltst du als schwierig,

und schon bist du unten durch.

- Gute Nacht, Wim. - Gute Nacht, Tom.

Schlaf schön.

Wovon handelt der neue Film?

Der Film handelt von einem Mann,

der mit sich ins Reine kommen will, bevor er stirbt.

Ein Wiedererlangen von Selbstachtung.

Ein einstmals sehr erfolgreicher Mann.

Ich war sehr verwirrt.

Jedes Mal geschah etwas,

wenn die Kamera auf Nick gerichtet war, worüber ich keine Kontrolle hatte.

Es war in der Kamera selbst.

Sie sah Nick durch den Sucher an.

Wie ein sehr präzises Instrument

zeigte die Kamera klar und ohne Gnade,

dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.

Mit dem bloßen Auge konnte man es nicht erkennen.

Es bestand immer Hoffnung, aber nicht in der Kamera.

Damit konnte ich nicht klar kommen.

Mir graute davor.

- Wim? - Ja?

Komm herein.

Ich will dir die Einleitung vorlesen.

Wann hast du das geschrieben?

Gerade eben.

Das ist ein Film über einen Künstler,

der 60 Jahre alt ist.

Er hat mit seinen frühen Bildern sehr viel Geld gemacht.

Es gelingt ihm jedoch nicht, seine laufende Produktion zu verkaufen.

Neben dem Geld hat er noch ein anderes großes Bedürfnis:

seine eigene Identität so weit wie möglich zu finden, bevor er stirbt.

Er ist unheilbar an Krebs erkrankt und weiß das.

Um wieder in den Besitz seiner alten Bilder zu kommen, stiehlt er sie

und fälscht sie und versucht,

wenn irgend möglich, auf diese An seine in Museen hängenden Bilder

mit seinen Fälschungen zu ersetzen.

Das macht ihm viel Spaß.

Mit seiner jetzigen Freundin lebt er seit fünf Jahren zusammen.

Er ist 40 Jahre älter als sie.

Trotzdem leben sie glücklich und zufrieden in einer Etage

an der Ecke Spring Street und Broadway.

Sein Nachbar, ein chinesischer Wäschereibesitzer,

ist sein einziger Freund.

Sie sind gute Freunde geworden.

Er leiht Nick von Zeit zu Zeit etwas Geld,

das er von seinem mageren Einkommen abzweigt.

Auch er ist an Krebs erkrankt.

Beide versuchen, es mit Humor zu ertragen, was ihnen nicht immer gelingt.

Das gefällt mir eigentlich.

Warum der Umweg, aus ihm einen Maler zu machen,

wo er doch deinen Namen trägt?

Warum ist er nicht du und macht Filme, statt zu malen?

Das bist du, Nick. Warum davon Abstand nehmen?

Wenn du meinst...

Okay.

Warum nicht einen Film über dich daraus machen?

Dann muss er auch über dich sein.

Ich glaube, wir machen einfach diesen Film hier weiter, was?

Meine "Aktion" ist es,

mein Selbstbild wieder herzustellen

und das Bild, das man in der Welt von mir hat.

Und du, du musst deine eigene "Aktion" wählen.

Und diejenige finden, die dir am nächsten kommt.

Ein Schauspieler muss herausfinden,

welches die größten persönlichen Bedürfnisse seiner jeweiligen Rolle sind.

Meine Aktion wird durch deine bestimmt.

Meine Aktion ist dadurch definiert, dass du dem Tod in die Augen siehst.

Das hieße, dass du dich meiner bedienst. Was mir nichts ausmacht.

Mein Gott, dafür bin ich schließlich hier.

Hast du Lust, Backgammon zu spielen?

Nichts lieber als das.

Du hast die Weißen.

Das ist gut so. Um was spielen wir?

- Ein Dollar pro Punkt. - Du bist dran.

Von mir aus gerne.

Es ist so kalt draußen, obwohl die Sonne scheint.

Ja.

Du stehst völlig offen, ich stehe völlig offen.

Und wenn du wieder ins Krankenhaus müsstest?

Kein Problem, solange du hier bist.

Keine Sorgen, solange du hier bist.

Der Film ist ein Schlamassel, Nick.

Der Ton ist nicht synchron,

überall sind Klebestellen.

Das geht nie durch den Projektor.

Was?

Welche Szenen könntest du dir für unseren Film vorstellen?

Ach, lass mich erst mal dieses Spiel hier gewinnen.

Du bist dran.

Wie soll unser Film ausgehen, Nick?

Ich bin nach wie vor für eine chinesische Dschunke, die ausfährt,

über und über mit roten Blumen geschmückt.

- Auf dem Hudson? - Auf dem Hudson, Richtung Meer.

Fertig, Nick.

Ich hatte von einem "Festival des Lichts" in Chicago, Illinois, gelesen.

Da erinnerte ich mich an einen Gouverneur von Illinois,

der im 19. Jahrhundert einer Partei verboten hatte,

ihren Parteitag dort abzuhalten mit der Begründung,

eine derartige Demonstration könnte Unruhen und Gewalt provozieren.

Ich war kaum drei Stunden in der Stadt, da hatte man mich auch schon

mit Tränengas verjagt und meine Kamera zerschlagen.

Dies hier ist der Bundesgerichtshof.

Angeklagt waren Männer wie Tom Hayden, Rennie Davis, John Froines,

Jerry Rubin, Dave Dellinger, ein Quäker,

Abbie Hoffman. Hier ist Bill Kunstler.

Ich inszenierte das Ende des Prozesses.

Allmählich verschwanden die meisten Leute.

Ich fragte mich wirklich, wo sie alle geblieben waren.

Also wollte ich sie irgendwo anders finden.

Zum Glück wurde mir eine Stelle an einer Universität im Staate New York angeboten.

Zum Teufel, ich beschloss, einen Krückstock zu kaufen,

mir einen Spitzbart stehen zu lassen, ein schlitzohriges Lächeln aufzusetzen,

und sie mit meiner Wortgewandtheit,

Aufsässigkeit und Wichtigtuerei zu beeindrucken.

Bildung ist ein Riesengeschäft.

Das haben wir gefilmt und wieder abgefilmt -

von Spiegeln, Blechplatten und Plexiglas,

auf 35 mm,

16 mm, Super 16,

Super 8, 8 mm, Video Synthesizer.

Jeder Scheiß,

alles Menschenmögliche. Ich weiß auch nicht.

Sind Sie der neue Professor für Film?

- Ja, ich glaub schon. - Wissen Sie's nicht?

Was soll ich nicht wissen?

Haben Sie nicht diesen Eskimofilm mit Anthony Quinn gemacht?

Und "...denn sie wissen nicht, was sie tun" ist auch von Ihnen, oder?

- Ja, hat der dir gefallen? - War nicht schlecht.

- "Johnny Guitar"? - Ja, auch.

Was zum Teufel machen Sie dann hier?

Das ist schön.

Ist doch gut, wenn einem die eigene Arbeit gefällt, oder?

Ich wollte sehen, ob du auf diesem Auge blind bist. Dem gleichen wie ich.

Verdammt, das stimmt. Wie ist das passiert?

Mit 13 forderte ich einen Jungen heraus, mit dem Pfeil auf mich zu schießen.

- Hattest du einen Apfel auf dem Kopf? - Nein.

Wie hast du deins verloren?

- In Chicago, beim Verschwörungsprozess. - Du warst dabei?

Ja.

Entschuldigung.

- Hab ich dir wehgetan mit der Faust? - Nein.

- Hast du dir deine Faust wehgetan? - Nein. Ich wollte fester zuschlagen,

aber das war das erste Mal, dass ich jemand geschlagen habe.

Soli ich's dir beibringen?

Nein.

Sonst könnte ich noch drauf abfahren.

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo es anfängt, mir Spaß zu machen.

He, suchst du was?

Du siehst nicht besonders gut, oder?

Ich seh gut genug.

Ich suche nur eine trockene Augenklappe.

Vielleicht kann ich dir helfen.

He, hier ist eine. Die ist in Ordnung.

Soll ich dir helfen, sie umzubinden?

Danke.

Wie hieß das Mädchen noch, das du versucht hast zu vögeln?

Sie heißt...Sie heißt Jill. Ich lebte letztes Jahr mit ihr zusammen.

"Versucht zu vögeln" ist daher nicht ganz richtig.

Neue Schnürsenkel für'n alten Schuh?

Ich leb jetzt mit einer andern zusammen. Verstehst du?

Das ist deine Sache.

Ihr Name ist Leslie.

Und lass sie ja in Ruhe.

- Steht sie auf dich? - Und wie!

In deiner Akte steht, du seist aus deinem letzten College rausgeflogen.

- Warum? - Ich war Vorsitzender vom SDS.

Wirklich? Und jetzt hältst du dich aus dem Kampf raus?

Ich stecke mitten in einem drin.

- Mit dir selbst? - Nein, mit dir.

Guten Morgen, Nick. Setzen Sie sich.

Danke, nein, Herr Präsident.

- Möchten Sie Kaffee? - Nein danke, Herr Präsident.

Es geht um... Es geht um diese Spritzen, die wir gefunden haben...

Am frühen Abend debattierten Tom und ich, ob Nick wie ein Vater für uns sei.

Tom war der Ansicht, aber ich lehnte es zornig ab,

denn ich wollte Nick so sehen, wie er war,

als ihn selbst, ohne das Hindernis, einen Vater in ihm zu sehen.

Aber vielleicht gab es keine andere Wahl mit einem 30 Jahre älteren Freund.

Mir war wichtig, wie sich der Film auf unsere Freundschaft auswirkte.

Ich stand immer mehr unter dem Druck, einen Film zu machen.

Ich war mit der Arbeit selbst beschäftigt

und mit der bloßen Mechanik, Aufnahmen und Zeitpläne zu erstellen,

anstatt mich um Nick zu kümmern.

In jener Nacht schlief keiner von uns sehr viel.

Auch der Schlaf brachte keinen Trost.

Im Traum drehte ich den Film weiter.

Die Kamera war immer da.

Du machst es so, als sei ich Solo.

Du wendest dich ab,

und wenn du deinen Kopf zurückdrehst, bist du tränenüberströmt

oder von Wut geschüttelt.

Könntest du deinen Kopf etwas mehr zu mir drehen? Fertig, Nick?

Dreh deinen Kopf zur Kamera.

Action!

Ich bin nicht gekommen, um übers Sterben zu reden, Nick.

Aber vielleicht werden wir es müssen.

Auch beim Erwachen landete man wieder nur in einem Alptraum.

Das konnte heißen:

Das Licht ist eingerichtet, die Kamera und der Ton laufen und die Crew sieht zu.

Sie sah immer zu - lautlos.

Jeder mit seinen eigenen Gedanken und Ängsten darüber,

was wir taten oder wohin das führen würde.

Ich wusste nur, dass Nick schreckliche Schmerzen hatte

und es besser sei, das Filmen abzubrechen,

aber dass ihn nichts mehr schmerzen würde als das.

Am nächsten Morgen musste ich das Produktionsbüro in L.A. anrufen

und meine Befürchtungen bewahrheiteten sich.

Ich sollte am nächsten Tag dort sein.

Warum muss er bloß so sehr leiden?

Ist es jede Nacht so schlimm?

Komm, wir gehen zurück.

Tom war enttäuscht, dass der Dreh unterbrochen wurde,

mehr um Nicks willen als um seiner selbst willen.

Auf dem Weg zum Loft sahen wir flüchtig, wie Nick und Susan in ein Taxi stiegen.

Wohin? Wir hatten eine Szene vorbereitet, die wir bald drehen wollten.

- Was ist los, Chris? - Susan bringt Nick ins Krankenhaus.

Ihm ging's schlecht. Deshalb wollte er dorthin.

Zum Memorial Hospital, York Avenue zwischen 67. und 68. Straße.

- Hat er Schmerzen? - Ja, sicher.

- Musste er sich wieder übergeben? - Ja. Ihm war sehr schlecht.

Die Crew war sehr still.

Während der letzten zwei Drehwochen

ist Nick jedem sehr nah geworden.

Seine Kraft war vor unseren Augen dahin geschwunden.

Wir alle wussten, dass das jederzeit passieren konnte.

Er hat einen Nachtrag zu seinem Testament diktiert, bevor er ging.

Dieselbe lähmende Angst kam wieder hoch.

verlangte ich zu viel von Nick?

Wo fing meine Verantwortung an?

Und wo endete sie?

Tom und ich fuhren direkt zum Krankenhaus.

Wir nahmen die Videokamera mit.

Ich wollte mir nur mal was Neues durch den Kopf gehen lassen...

Nicht immer die alten Klischees.

Ich dachte, wir könnten unsere Situation mal überdenken,

nach zwei Wochen Drehen.

Irgendwie finde ich, dass wir nicht weiter sind als am Anfang,

höchstens noch weiter entfernt voneinander und von dem, was wir vorhatten.

Es war wohl die...

gegenseitige Begeisterung,

die anfangs alles richtig erscheinen ließ.

Und dann...

Für mich hat der Druck eine Menge verändert

Seit ich das Gefühl habe, dass dieser Film dir schadet.

Und seit ich...

dieses Ödipusgefühl habe, dass der Film dich umbringen könnte.

Ich war von diesem Gedanken wie gelähmt.

Zuerst einmal wollte ich nicht,

dass du oder sonst irgendjemand sich befangen fühlt wegen...

in eine Zwangslage gebracht wird durch meine Krankheit.

Ich wollte auch...

dass du dich frei fühltest, weiterzudrehen, wann immer du konntest.

Ich legte los, so stark ich konnte,

und...

dann war es eine große Erleichterung,

als ich mehr und mehr dir überlassen konnte.

Und das war gut so. Ich fühlte mich sehr wohl in jenen Tagen.

Die Unsicherheit, in die ich nach einer Weile verfiel,

durch das ganze Durcheinander und all die unbewussten Ängste,

all das hat mich dazu geführt, Bilder zu machen, die mir nicht gefielen.

Ich glaube, dir ging es genauso, als du letzte Nacht die Muster gesehen hast.

Der ganze Film, was auch immer, sah so sauber aus, schön, abgeleckt.

Ja.

Ich glaube, das ist einzig und allein ein Resultat der Angst.

Genau das macht man, wenn man nicht genau weiß, was man zeigen will.

Dann versucht man, es zumindest schön aussehen zu lassen.

Ich hab nicht mal die einfachsten Dinge in den Griff gekriegt.

Ich ging zurück zum leeren Loft, um meinen Koffer zu holen.

Im Krankenhaus gab mir Susan Nicks vor zwei Jahren begonnenes Tagebuch.

Das vor seiner ersten Operation.

Sie bat mich, es auf dem Weg nach Los Angeles zu lesen.

"Heute fragte Susan Dr. B., wie man die Angst überwindet,

"Fragte sie für sich selbst oder für mich?

"Dr. B. sah mich an und sagte:

"'Durch Konfrontation.'

"Recht vage. Dass soll wohl heißen,

"dem, was man fürchtet, direkt ins Auge zu sehen.

"Kaum ein Mittel gegen die Schmerzen.

"Was ist mit Liebe?

"Die Angst mit Liebe bekämpfen.

"Selbst der Wunsch zu lieben hilft,

"selbst so zu tun, als liebe man, kann helfen.

"Ich will leben, weil ich das Atmen vermissen werde.

"Ich will leben, weil ich das Atmen vermissen werde.

"Es muss sehr unangenehm sein.

"Es macht mich wütend, wenn ich nicht atmen, schmecken und hallo sagen kann.

"Ich spucke Blut und es jagt mir heute Morgen Angst ein.

"Traurigkeit.

"Es ist eine panische Angst, die ich nie zuvor erlebt habe.

"Im Taxi auf dem Weg zum Flughafen fragte ich mich,

"seit welch frühem Alter ich sterben wollte.

"Vielleicht nicht sterben, aber den Tod erleben.

"Den Tod zu erleben, ohne zu sterben, erschien mir wie ein natürliches Ziel.

"Ein Schauspieler muss jede Zeile so sagen,

"als sei es das allererste oder allerletzte Mal,

"dass er sie sagt.

"In meinem Beruf habe ich

"dieses Problem 50 Jahre gehabt.

"Jetzt sterbe ich an Krebs.

"Der Tag und die Stunde des Todes sind ungewiss.

"Und in drei Wochen spiele ich einen General

"in einer Filmversion von 'Hair'.

"Neugier, Phantasie, Demut."

Vier Wochen später kam ich nach New York zurück.

Dieses Mal mit meiner Frau Ronee. Nicks Zustand hatte sich nicht verbessert.

Er war noch immer im Krankenhaus, aber die Ärzte ließen ihn nachmittags raus.

Er arbeitete mit Gerry

an einer Adaption von Kafkas "Ein Bericht für eine Akademie".

Als was?

Als Affe.

Herr Pimmel,

entschuldigen Sie, wenn das nicht Ihr korrekter Name ist,

aber dies ist Ihre erste Einführung in die Gesellschaft,

und da können solche Ungenauigkeiten schon mal vorkommen.

Gerry, ich hatte das Gefühl,

das zweite Mal hatte mehr Ausdruckskraft als das erste Mal.

Meinst du, wir kriegen das wieder hin?

- Ich weiß nicht. Ich kann's versuchen. - Versuch's.

Versetz dich in eine andere Situation, wenn du willst.

Kleide dich um,

in deiner Phantasie.

- Bevölkere es mit den Puritanern. - Wie bitte?

- Bevölkere es mit den Puritanern. - Okay.

- Sonst noch eine Frage? - Weitere Ratschläge?

Nein, du machst das einfach gut, Gerry.

Also los, versuchen wir's.

Zuerst möchte ich bemerken,

dass ich niemals in der Lage gewesen wäre zu erreichen,

was ich geleistet habe,

hätte ich eigensinnig

an den Erinnerungen an meine Jugend

und meinen Ursprung festgehalten. Und dann möchte ich noch hinzufügen,

dass ich mich wohler in der Menschenwelt fühlte,

dass ich mich dort wohler fühlte,

nachdem der Sturm, der mir aus meiner Vergangenheit nachblies,

sich besänftigt hatte.

Heute ist es nur noch ein Luftzug, der mir die Fersen kühlt.

Offen gesagt, meine Damen und Herren:

Ihr Affentum, sofern Sie etwas Derartiges hinter sich haben

kann Ihnen nicht

ferner sein als mir das Meine.

Und natürlich kitzelt es jeden an der Ferse,

den großen Achilles

den großen Achilles wie den kleinen Schimpansen.

Es ist gleich,

sehen Sie, wir kommen alle

daher.

Ich, äh, ich...

ich stamme von der Goldküste.

Aus Afrika.

He, Wim.

- He, Ronee. - He, Nick.

Wie geht's dir?

Ganz gut.

Schön, dich zu sehen.

- Danke. Ich freu mich auch, dich zu sehen. - Es ist gut, wieder hier zu sein.

Gut, dich wieder hier zu haben, Wim.

Wie lang warst du im Krankenhaus?

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Mach weiter, Gerry.

Mach weiter.

Soll ich versuchen... da wir ja eh noch mal anfangen,

- soll ich etwas anderes versuchen? - Nein, nein. Mach weiter.

Von wo ab?

Von..

Diesen blöden Affen an.

In Bezug auf die Ausdruckskraft,

findest du, dass da jetzt etwas auf dem Spiel steht?

Klingt es wie das erste Mal?

- Ja. - Okay.

Während, äh, im Verlauf meiner Gefangenschaft wurde ich...

wurde ich zweimal angeschossen. Einmal im Genick,

und dann wurde ich noch schwerer getroffen, unterhalb der Hüfte,

weswegen ich noch heute ein wenig hinke.

Letzthin las ich einen Aufsatz

von einem der zehntausend

Windbeutel, die sich in den Zeitungen über mich auslassen,

und er schrieb, dass meine Affennatur noch nicht ganz unterdrückt sei.

Beweis dafür sei, dass ich mit Vorliebe die Hose herunterließe,

um die Einschussstelle zu zeigen.

Also...

Dem Kerl sollte jeder Finger an seiner Hand

einzeln gebrochen werden.

Ich kann meine Hose doch herunterlassen, wann ich will, ich habe nichts zu...

In der Tat geht es doch hier, wo alles offen auf dem Tisch liegt,

nur um die Suche nach der reinen Wahrheit;

auf das Geziere kann man daher doch verzichten.

- Hier ist es... - ,Großaufnahme, sehr nah:

hässliche, klaffende Jagdverletzung.

Kalibergeschoss.

Eine Nahaufnahme.

Als ich wieder zu mir kam,

war ich in meinem...

war ich in einem Käfig.

Und zum ersten Mal in meinem Leben war ich ohne einen Ausweg.

Weder links noch rechts...

Ich sah keinen Ausweg.

Wohlgemerkt, ich gebrauche das Wort "Ausweg" mit Überlegung,

ich sage absichtlich nicht "Freiheit".

Nein, Freiheit war nicht, was ich wollte, sondern einen Ausweg.

Raus...raus...

Gut, wir sind fertig, Wim.

- Wo ist Wim? - Komm etwas zurück.

Nick und Ronee arbeiteten an einer Szene,

die vage auf Shakespeares "König Lear" basierte.

Wir hatten ein kleines Set dafür gebaut.

Aber wieder einmal war unsere Realität stärker als die Fiktion,

zu der wir sie machen wollten.

Es sollte das letzte Mal sein.

Dad?

- Dad, hallo. - Hallo.

- Guten Tag. - Hallo.

Wie geht's dir?

Du schreckliches Biest.

Du siehst großartig aus.

Hast dich gar nicht verändert

Endlich bist du da.

Ich hab dir was Süßes mitgebracht.

Willst du's sehen?

Und ein paar Blumen.

- Was für Blumen? - Maiglöckchen.

- Was ist daran so komisch? - Das sind Grabblumen.

Wie fühlst du dich?

Wie fühlst du dich? Was haben sie...

Sie waren ziemlich offen mit mir.

Was haben sie dir gesagt?

Als sie mich das erste Mal aufgeschnitten haben,

haben sie mich gleich wieder zugenäht.

Warum?

Aussichtslos...dachten sie.

Also bin ich raus aus dem Krankenhaus

- und in ein anderes. - Das war mutig von dir.

Was ist in dem anderen passten?

Da war ein Typ, ein Ire,

ziemlich gut.

Der sagte: "Verdammt noch mal, das mach ich!"

Was?

Den Krebs von...

neben der Luftröhre entfernen,

was ganz schön riskant ist.

Das hat er auch gemacht,

und noch zwei andere Operationen...

Unmittelbar darauf tauchte ein Tumor im Gehirn auf.

Und dabei sollte man doch denken, dass er da zuerst auftritt.

Waren sie miteinander verbunden?

Ich glaub schon.

Was geschah mit dem Gehirntumor?

Er ist weg.

- Herausoperiert? - Ja.

Wann haben sie's dir gesagt?

Ungefähr ein Jahr zu spät.

Schon gut.

Wird schon gut werden.

Hast du keine Angst?

Nein.

Jetzt haben wir wieder ein bisschen Geld...

Uns gehört halb England,

und ein Stückchen von uns selbst.

Und ich mag dieses Stück von uns selbst,

das uns zusammen gehört

Es fühlt sich an, als hätte ich einen Teil des Gebäudes abgerissen,

rings um mein hässliches Gesicht.

Dein Gesicht ist schön.

Das war es immer und ist es noch.

- Du bist eine Lügnerin. - Nein, das bin ich nicht.

Aber eine schöne Lügnerin.

Ich habe Angst vorm Lügen

und ich habe Angst vor meinem eigenen Lügen.

- Hast du gelogen? - Oh, ja.

- Hast du mich angelogen? - Klar.

- Hast du Mutter angelogen? - Sicher.

Warum?

Die Wahrheit zu sagen wird auf die Dauer langweilig -

außer manchmal.

Manchmal ist es aufregend, die Wahrheit zu sagen,

weil niemand damit rechnet, dass du sie aussprichst.

Nicht die ganze.

Und dann findest du dich auf einmal mitten drin wieder,

im Angesicht von Gott und der Welt dabei, die Wahrheit zu sagen.

"He, was tu ich denn da?"

Und du hast dich bloßgestellt.

Diese Art von Wahrheit meine ich.

Wo kommst du denn her?

Fester.

Kannst du mich fester kneifen?

- War nicht lustig, was? - Nein.

Hätte lustig sein können.

Vielleicht würde es lustiger, wenn ich dich voll kotzen würde.

Komm, mein Führer.

Führer mit dem Schwanz hoch.

Dein Schwanz oder mein Schwanz.

Wessen Schwanz ist Pussys Schwanz?

Warum haben wir nichts?

Vivaldi war ein Arsch.

Wegen dir hab ich Bauchschmerzen.

Ist dir das klar?

Gut.

Ich weiß nicht warum.

- Deshalb bin ich nicht gekommen. - Ist nicht das erste Mal.

Ja.

Mein Gott, ist mir übel!

Und zwar nicht von dir und auch nicht wegen dir.

Aber vor meinen Augen.

Aber ich bin krank.

Und du machst mich krank.

Aber nicht deinetwegen.

Nun, ich weiß nicht warum,

ich weiß nicht warum, ich muss jetzt gehen.

Ich fang schon an zu labern.

Ach, merde.

"Merdeschmerz."

Okay, okay, ich bin fertig, ja?

Was machst du jetzt?

Ich sag "Schnitt"!

Sag: "Schnitt"?

- Sag: "Schnitt". - Nur zu.

Du sagst: "Schnitt".

Na los. Schnitt!

Schnitt! Na los. Schnitt! Macht schon.

Schnitt!

- Nicht schneiden. - Nicht schneiden.

Schnitt!

Schwer sich vorzustellen, irgendwas anderes zu machen als Filme.

- Er träumte vom Segeln in einer Dschunke. - Nick ist tot.

Wir reden nur über Film.

Wir sind alle dem Film verfallen.

Die Dschunke war ein Zwischending

zwischen einem Beerdigungsboot und einem Schiff, das dir Heilung bringt.

Ich dachte nie, er sah es als Heilung.

Die Idee schien nie richtig.

Er wäre früher gestorben ohne den Film.

Er spielte die ganze Zeit. Das war ziemlich erstaunlich.

Er hatte auch Schmerzen.

Er versuchte alles, um zu helfen...

...einen zu Film drehen.

Nick war ehrlich.

Ich glaube, es hat funktioniert

Ich weiß nicht mal, ob ich ihn mochte.

Der Film ist ehrlich.

- Beerdigt oder eingeäschert? - Leidest du etwa?

- ,überlasse meine Leiche der Forschung. - Daher habe ich...

Was sind deine lebenswichtigen Organe?

- Ich sprach mit Nick über die Szene. - Das kam im Leben nicht vor.

Am Anfang wussten wir nicht, ob wir das Geld für den Film haben würden.

Ja, das geht immer verloren zwischen Dresden und Wall Street.

Zu tun, was er wollte, das hilft.

Lasst uns das Geld auf den Kopf hauen!

Jagen wir die Fenster in die Luft!

Auf alle Verstoßenen! Auf alle Herumirrenden!

- Wo auch immer sie sind. - Stimmt.

Stoßen wir auf Nick an. Möge er in Frieden ruhen.

Frieden hat er nie gekannt.

Er kam zum Auto gelaufen.

Er sagte: "Euer Film hat wohl kein Ende?"

In der nächsten Szene war er wirklich fies.

Es ist komisch, dass er fand, wir seien die Angeschmierten.

Ja, stimmt.

Durch sein Sterben behauptete er sich ein letztes Mal als Regisseur.

Er wusste, er war im Sterben, und wollte so viel...

Er brachte uns dazu, den Film zu beenden.

Nur so konnte er es machen...

- Ich weiß. - Es sollte gerade rechtzeitig passieren.

- Es ist... - ..ein Blitz über dem Wasser.

Wir sollten das verdammte Schiff abbrennen.

Wir begruben Nicholas Ray darauf.

Das Einzige, was bleibt, ist, dieses Boot abzubrennen.

Ich habe viele Lampen hier.

Ich bin bereit, sie draufgehen zu lassen.

Warum nicht? Denken wir mal drüber nach.

Ich sage: "Verbrennen!"

- Bist du irre oder was? - Ich bin nicht irre.

Nein, ich sage nur, wir sollten es verbrennen.

Nur nicht bescheiden sein!

Jeder sagt das, aber ich...

- Nein, nein. - Alles Schöne zu zerstören.

Wenn Einäscherung eine Art zu sterben ist.

Ich halte es für ein besseres visuelles Bild, das ganze Boot abzubrennen.

Hört mal! Wir haben keine Aufnahmen seiner Einäscherung.

Wie wäre eine Einstellung...?

Du benimmst dich wie ein Tier ohne irgendwelche Regeln.

Man braucht gewisse Regeln.

- Wenn du das ernst meinst... - Brenn es ab.

- Es ist nicht unser Boot. - Wir haben kein Recht dazu.

- So fängt man keine Revolution an. - Warum nicht?

- Aber eine tolle Einstellung. - Wenn wir das Boot abbrennen.

Würdest du für eine Einstellung töten?

Du hast nie mit Gewalt zu tun gehabt. Nick schon.

"Ich sah mir ins Gesicht. Und was sah ich da?

"Kein Granitstein einer Identität,

"verblasste, bläuliche, verhärmte Haut

"und faltige Lippen und Traurigkeit.

"Und der wildeste Drang es zu erkennen und zu akzeptieren,

"das Gesicht meiner Mutter."

Nick, Nick, oh, Nick.

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