All language subtitles for Una preciosa puesta de sol (2003) (Netflix)

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Original subtitles

Die haben dasselbe gesagt.

Fast gleichzeitig.

"Denk dran", sagte Papa, und sah mir in die Augen.

"Denk dran", sagte Felix, und küsste mich auf die Stirn.

Hallo?

Hallo.

Es passt gerade nicht. Ich sagte, ich rufe an.

Natürlich, das weißt du.

Sehr und noch viel mehr.

Natürlich, sei kein Langweiler.

In die Berge. Mit meiner Mutter und Tochter.

Ein Familienausflug.

Ich erzähle es dir, aber nicht jetzt.

Wage es bloß nicht.

Sehr. Noch mal?

Gut. Hör gut zu. Ich liebe dich sehr.

Das war's, Rosario.

C'est fini.

Wenn du nichts unternimmst, wirst du das Zimmer in einer Holzkiste verlassen.

Nach großem Schmerz und Leid.

Darf ich?

-Was machst du, Oma? -Nichts.

-Du siehst immer so toll aus. -Wirklich?

Es ist gerade 10 Uhr und du bist frisch wie eine Blume.

Sind die Angler schon weg?

Ja.

Das letzte Mal brachte dein Papa einen ganzen Korb Forellen mit.

Die hat Felix geangelt.

Aber ich ertrage keinen Fisch im Haus.

Armer Felix.

Er liebt dich wirklich sehr.

Arme Forellen.

Haben die geschmeckt?

Ich wollte sie garen, habe sie aber kaum in den Ofen bekommen.

Sie reichten für drei Mittag- und Abendessen.

Hat Opa auch geangelt?

Er hat gejagt.

Er war gerne an der frischen Luft.

Spaziergänge im Wald, ohne jemals etwas zu schießen.

Die meisten Rebhühner, die er mitbrachte, schoss er nicht selbst.

Aber er hat dich erbeutet.

Die schönste, eleganteste, charmant…

Es hielt nicht lange.

Kaum zehn Jahre später starb Joaquin,

aber er hinterließ mir eine wunderbare kleine Tochter,

die ich immer sehr geliebt, aber mich nie gut mit ihr verstanden habe.

Meine Mutter.

Wo ist sie?

Im Wohnzimmer, am heißen Draht.

Die Angler vermissen euch aber schnell.

-Lernst du noch Französisch? -Fleißiger denn je.

Du hast mich dazu inspiriert, weißt du noch?

Tartarin von Tarascon.

Ich hörte dir gerne beim Vorlesen zu.

"Als ich Tartarin von Tarascon zum ersten Mal traf,

brannte er sich in mein Gedächtnis wie ein unvergessliches Datum ein."

"Das ist zwar 12 oder 15 Jahre her,

aber ich erinnere mich so gut daran, als wäre es gestern gewesen."

Gefällt es dir hier?

Alles in deinem alten Zimmer erinnert mich an dich.

Sie sollten die Trennwand abreißen,

um es zu größer und luftiger zu machen.

Dann wäre das ein tolles Zimmer.

Für mich reicht das.

Vermisst du dein altes Haus nicht?

Den Garten manchmal schon.

Eine Märchen-Oma,

die ihre Reichtümer lebend verteilt.

Lebend?

Ich hüte dein Erbe wie einen Schatz, den ich mal ausgeben werde.

Nutze es als Anzahlung für eine Wohnung.

Oder für eine weiße Hochzeit mit Felix, mit vielen Gästen.

Ich weiß nicht.

Eröffne ein Sparkonto für euer künftiges Kind.

Nein, nein, nein.

Tut mir leid.

Es ist nur…

Freust du dich auf den Ausflug?

Nur wir drei, ganz allein.

Komm rein, Elenita.

Freust du dich auf den Ausflug?

Ja, tue ich.

Es ist noch nicht zu spät.

Nein?

Ihn abzusagen.

Und der Schlafwagen?

Und das Hotel, und die Sonnenuntergänge?

Es ist alles bezahlt. Das hat dein Mann gesagt.

Ich weiß, aber…

Was ist, Elena? Hast du es dir anders überlegt? Warum?

Will Paco uns loswerden, indem er uns in die Berge schickt?

Oder hast du andere Pläne?

Ob du es glaubst oder nicht, aber ich freue mich, Zeit mit euch zu verbringen.

Ja, ich freue mich.

Das hast du als Kind auch oft gesagt.

"Ich freue mich auf dies oder auf das." Das hast du immer gesagt.

So hast Puppen und neue Schuhe bekommen,

und die Erlaubnis, spät nach Hause zu kommen.

Das stimmt.

Du hast diese Freude doch nicht verloren?

Nein, das weißt du.

Und du?

-Störe ich dich? -Nein.

Ich könnte so ein Teil nicht mit mir rumtragen.

Es ist praktisch.

Fühlst du dich nicht überwacht?

Damit bist du immer erreichbar, ob du willst oder nicht.

Warum kann man einen damit orten?

Wäre es nicht schön, sich mal zu verlieren…

und einfach zu unterzutauchen?

Zumindest für eine Weile.

Entweder man schickt selbst eine Postkarte

oder man findet deine Leiche, hoffentlich noch vor den Geiern.

Du wirst doch in den Bergen nicht durchdrehen, oder?

Kann ich helfen?

Er hängt an meiner Brust.

Seine dünnen Finger tasten mich ab,

seine perfekten Fingernägel berühren mich,

und dann fängt er an zu saugen.

Er saugt…

er atmet ein und drückt, aber es kommt kein Tropfen raus.

Die Milch fließt nach der Geburt des Kindes…

aber es wird keins geboren.

Felix hatte die Aufgabe.

Nachzusehen, ob ich schwanger bin.

Der Test war negativ.

Ich habe es erwartet, warum bin ich trotzdem traurig?

Der Arme.

Er wollte es so sehr, aber ich suchte nur nach Ausreden.

"Wenn du befördert wirst", sagte ich,

wie irgendeine Hausfrau, die ich nicht sein will.

Er sagte: "Wenn es ein Junge wird, nennen wir ihn Augusto, wie meinen Vater.

Und ein Mädchen heißt dann Beatriz, wie du."

Felix ist ein toller Kerl.

Toll.

Fürsorglich, liebevoll,

und rücksichtsvoll.

-Liebst du ihn? -Nein.

-Nein? -Ich will keine Kinder haben.

Und er ist besessen davon, Vater zu werden.

War das früher auch so?

Die Männer bekamen es nicht mit.

Als ich es deinem Vater eröffnete, fragte er nur, ob ich glücklich sei.

Ich war sehr jung und fühlte nichts.

Aber ich sagte ja.

Er küsste mich auf die Stirn und ging arbeiten.

Später schenkte es mir grässliche Blumen.

Aber er hat es gut gemeint.

Opa wollte zwar Kinder haben,

er fragte aber nie, wann mein Eisprung ist,

und schwieg, als der Arzt uns sagte, wir könnten keine mehr bekommen.

Felix kann nicht warten.

Er muss es sofort wissen.

Vier Tage keine Periode und er drehte vor Freue durch.

Die heutigen Männer

mischen sich in alles ein.

Es ist deine Entscheidung,

du musst dich nicht erklären.

Tauche ab, so wie Oma es vorhin sagte.

Wie er an meiner Brust hing…

wie ein Kind, das er nicht bekommt.

Ein leichtes Essen,

ein entspannter Nachtmittag,

und abends fahren wir drei los und lassen alles hinter uns.

Meine Flitterwochen haben im Orientexpress begonnen.

Eine Eigenheit von Opa, für die ich immer dankbar war.

Er träumte davon, unsere Ehe

in einem Zug zu beginnen, über die Schienen zu rasen

und gierig ein Land nach dem anderen zu verschlingen.

Wir sind mal mit der Transsibierischen Eisenbahn gefahren,

die auch Schlafwagen hat.

Ich wurde immer von einer fülligen Damen geweckt,

die nachts immer ihr Nachthemd anzog.

Und Paco hat immer ganz friedlich im oberen oder unteren Bett geschnarcht.

Ich sehe mich mit Felix nicht im Orientexpress

oder der Transsibierischen Eisenbahn.

Im Vergleich zum Flugzeug, Auto und Reisebus

wirkt der Zug so altmodisch.

Aber wir mochten auch Gruppenreisen.

Da haben wir immer Kontakte geknüpft.

Früher waren die Verhältnisse klarer.

Dein Freund war dein Mann.

Ein Liebhaber hingegen hatte eine ganz andere Bedeutung.

Er war entweder eine Gefahr oder eine Befreiung.

Heutzutage ist ein Freund alles, dein Mann und Liebhaber,

dein bester Freund und guter Kollege

und ein Stück weit dein inzestuöser Bruder.

Meine Mutter

und meine Tochter.

Meine Mutter und meine Oma.

Meine Tochter und meine Enkelin.

Liebes,

leg dich ins Bett.

Gute Nacht.

Gute Nacht.

Was denkst du?

Hörst du es?

Ihr süßer Atmen.

Der bereitete mir früher Sorge.

Sie schläft wie ein Stein.

Ein gutes Zeichen.

Habe ich schlecht geschlafen?

Ganz normal.

Aber ich habe auch so geatmet.

Ja, aber dein Atem wurde zu einem Schnarchen.

Hörst du mich in deinem Zimmer?

Das ist nicht mein Zimmer.

Es gehört immer noch ihr.

Wird sie glücklich sein?

Ich weiß es nicht.

Und du, Tochter?

Bist du glücklich?

Mama.

Du hast keine Mama mehr.

Deine Mama ist für immer weg.

Sei nicht albern, Mama.

-Liegst du bequem? -Und wie.

Bequemer als im Orientexpress?

Jetzt bist du albern.

Gute Nacht, Elenita.

Was für ein Zufall!

Das ist Fernando.

Meine Mutter, Rosario.

Und meine Tochter, Beatriz.

Freut mich sehr.

Wir sehen uns.

Ich hole noch Handtücher.

Sind wir deswegen hier?

Um auf Mama aufzupassen.

Sie braucht keine Aufpasser mehr.

Wo kommt der Mann plötzlich her?

Keine Ahnung.

Wird sie je damit aufhören?

Stört es dich sehr?

Sie ist zu alt für…

Und wann ist man zu alt für

das, was du sagst?

Ich weiß es nicht.

-Bist du zu alt für…? -Nein!

Und ich?

Bin ich auch zu alt für…?

Für was genau?

Um zu atmen.

Uum frei zu sein, ohne Rechtfertigungen,

keine Ahnung, um zu leben.

Genau!

Papa tut mir leid.

Niemand muss dir leidtun, hörst du?

Niemand.

Du hast es versprochen.

Ich habe nichts versprochen.

Warum bist du hier?

Um dich zu entführen.

Meine Mutter und Tochter auch?

Ja, wenn es sein muss.

-Gib es zu. -Was?

-Dass du mich erwartet hast. -Nein.

Die Chance, mit mir zu flüchten.

Ich bin im Zimmer 24.

Auf keinen Fall.

Kann ich euch wenigstens zum Mittagessen einladen?

Euch drei.

Ich frage mal nach.

Es ist toll, dass wir hier sind.

Warum hier?

Man ist weit weg von allem.

Gleichzeitig scheint die Welt hier so greifbar nahe zu sein…

als wäre sie hinter den Bergen.

Tue ich dir weh?

Ich fühle mich wie neugeboren.

Du brachtest mir bei, mit leichtem Gepäck zu reisen.

Das gefällt mir.

Ja, leicht ist gut.

Und wo willst du mit diesem leichten Gepäck hinreisen?

Komm rein, Mama.

Wo sind die Handtücher?

Wir brauchen keine.

Die sind groß und nicht so weich. Also genau so, wie ich es mag.

Sieh mich an.

Ich sehe aus wie eine Eule, oder?

Wir sind zum Mittagessen eingeladen.

Wir drei?

-Vielleicht solltest du… -Nein. Wir gehen zusammen.

-Was würden eure Männer davon halten? -Meiner wäre aufgebracht.

Deinem Vater würde es gefallen.

Seine Frau und Tochter, beide nackt und hilflos.

Armer Papa.

Da sind wir nun, Mama…

wir zwei ganz für dich allein.

Wie oft hast du uns gebadet?

Ich mochte das Wasser…

aber Beatriz hat immer geweint, Oma musste dich reintun.

Schwestern.

Was?

Ihr seid meine Schwestern.

Das Wasser wird langsam kalt.

Na dann, raus mit euch.

Die neueste Eroberung

Wie findest du ihn?

Sympathisch.

Er liebt mich sehr.

Elenita.

Was denn?

-Wirst du nicht müde? -Wovon?

Von so viel Liebe.

Von so vielen Männern, die dich lieben.

Die Tag und Nacht wie Geier um dich kreisen?

Eigentlich nicht.

Ich werde nicht müde.

Ich habe dort eine Stelle.

Und wie gesagt,

Französisch zu sprechen kam mir sehr zugute.

Meine Mutter ist verheiratet.

Das weiß ich.

Was wollen Sie also?

Ich versichere dir, ich liebe…

Ich steige hier aus.

Wir sehen uns im Hotel.

Tschüs, danke für das Essen.

Denk an den Sonnenuntergang.

Ich habe im Zug geträumt, dass ich mit einer Tochter schwanger wäre.

Ich wurde Mutter,

Mama eine Oma

und Oma eine Uroma.

Sie sah glücklich aus, als sie sagte, wir seien Schwestern.

Was fühlst du jetzt, Beatriz?

Ich sage es dir.

Höhenangst.

Bea!

-Wir haben auf dich gewartet. -Warum?

Um uns den Sonnenuntergang anzusehen.

-Ich kann nicht. -Warum?

-Ich gehe. -Wohin?

-Mama, um ehrlich… -Was ist mit dir los?

Ja, natürlich, der Sonnenuntergang. Tut mir leid.

Steh auf! Steh auf! Der Frühling ist da!

Über den Hügeln Breitet sich ein rosiger Nebel aus

Alles im Garten regt sich und singt Und das Fenster

Bietet einen herrlichen Blick Auf die Sonnenstrahlen

Alle Blumen erleuchten im üppigen Violett

Um die Blumen herum Kreisen Schmetterlinge und Bienen

Sie flattern und summen

Und die zarten, kleinen Glöckchen

Der Maiglöckchen

Haben Eros geweckt Der ruhig im Walde schlief

Sie haben Eros geweckt

Der ruhig im Walde schlief

Ich spüre langsam den beißenden Schmerz, wie er nagt.

Die Rattenzähne werden länger,

sie werden schärfer, wie Joaquin immer sagte.

Ich werde die Ratte ertränken, solange sie noch klein ist.

Ich bin aus einem Grund hier.

Dem Mann mit dem großen Auto.

Nicht wirklich.

Was siehst du in ihm?

Er ist alt, hat Falten und verhält sich wie ein alter Lustmolch.

Kennst du dich mit alten Lustmolchen aus?

Er erinnert mich an Papa.

Er hat alle Mitarbeiterinnen befummelt,

meistens heimlich,

ohne jeglichen Vorwand.

Es ist schwer, mit einem Mann ewig zusammenzuleben.

Verstehe.

Stell dir dich und Felix in 20 Jahren vor.

Macht dir das keine Angst?

Wir sind nicht verheiratet.

Aber er will eine Familie gründen, wie es so schön heißt.

Wenn du meinen Rat willst…

gründe nichts.

Vor allem keine Familie.

Er ist nicht der Erste, stimmt's?

Aber vermutlich der Letzte.

Verlässt du sie?

Normalerweise ja.

Was fühlst du dabei?

Nichts ist befriedigender, als einen Liebhaber abzusägen.

Es reichen drei magische Worte: "Es ist vorbei."

Dann fügt man noch seinen Namen hinzu.

Name soundso.

Dann blinzelt er…

schaut ängstlich, schockiert oder böse…

manch einer erhebt sogar die Hand.

Dann wiederholst du die Formel:

"Es ist vorbei."

Flüsternd.

Dann kommt das Wonnegefühl,

man spürt Verlust und Erleichterung zugleich.

Mama, du bist furchtbar.

Ja, Liebes.

Ich bin furchtbar.

Auch wirst früher oder später merken, dass du furchtbar bist.

Das gehört zum Erwachsenwerden dazu,

herauszufinden, dass man furchtbar ist.

Ich bin nicht hergekommen, um ihn zu treffen.

Der Grund für diesen Ausflug…

ist ein ganz anderer.

Was hat dein Vater vor der Abfahrt gesagt?

Dasselbe wie Felix.

"Denk dran."

Dann hast seinen Auftrag erledigt.

Jetzt bin ich dran.

Dein Vater hat uns an den tollen Ort eingeladen,

damit ich Oma sage, dass sie ausziehen soll.

-Was? -Du hast verstanden.

Er findet das Zusammenleben mit ihr unerträglich.

Sie soll in ein Heim ziehen.

Das ist schrecklich.

Ich konnte deinen lieben Vater nicht überreden.

Mein lieber Vater

ist grausam und undankbar.

Oma vererbt ihm einen saftigen Batzen und er wirft sie raus.

Vielleicht ist es nicht nur seine Schuld.

Vielleicht.

-Du warst keine große Hilfe. -Ich bin keine Hausfrau.

Du etwa schon?

Du hast Oma praktisch ignoriert.

Wir telefonieren regelmäßig.

Ich denke oft an sie.

Ich war in letzter Zeit selten da, das gebe ich zu.

Nach dem Einzug hat sie immer geguckt, wie lange zu da bist.

Deine Besuche wurden immer kürzer.

Weigere dich.

Sie ist unglücklich.

-Das ist unfair. -Vermutlich.

Ich verstehe dich nicht.

-Tu nicht so, Bea. -Nenn mich nicht so!

-Lass sie bei dir leben. -Würde ich.

Rede du mit deinem Vater.

Wenn du ihn fragst, wird er vielleicht…

-Glaubst du? -Er kann dir nichts abschlagen.

Ich weiß nicht.

Vielleicht gibt er nach…

wenn du ihm versprichst, dass sie zwischendurch länger bei dir ist.

Ich bin hellwach.

-Ich gehe dann… -Sag es nicht!

Ich kann das nicht.

Lass uns von hier verschwinden.

Diese Frauen sind unerträglich!

-Sie tanzen aber gut. -Was wollen die von mir?

Vermutlich deine Zuneigung und Aufmerksamkeit.

Das, was alle Mütter und Töchter wollen.

Als ob sie zur Welt zu bringen nicht schon genug war.

Und ich muss der anderen danken, dass sie mich zur Welt gebracht hat.

Deine Mutter war sehr höflich, sie hat mich kaum angesehen.

Deine Tochter erinnerte mich daran, dass du eine verheiratete Frau bist.

Lass uns verschwinden.

Das Auto ist draußen.

-Würdest du mich entführen? -Absolut.

-Wohin? -Nach Paris.

Nach Berlin, nach Rom,

an einen verlassenen Strand,

in einen tiefen, dichten Wald.

In das Hotel vom letzten Mal, das schön ruhig war.

Was ist das für ein Geruch?

Bist du das oder dein Parfüm?

Wie lange wirst du mich noch umgarnen?

Bis die Falle zuschnappt.

Bis die Gazelle keinen Ausweg hat,

bis du den Köder schnappst und ihn nie mehr loslässt.

Es werden andere Fische anbeißen,

mit denen sich der Angler brüsten kann.

Liebst du mich, Elena?

Ich mag deine Nähe.

Bleibst du hier?

Ich muss meine Tochter ins Bett bringen und meine Mutter im Auge behalten.

Es freut dich, dass ich einfach aufgetaucht bin,

wie ein ungeduldiger Geliebter.

Gib zu, dass es dich freut.

Es freut mich sehr.

Guten Morgen.

Hallo, Oma.

Du siehst toll aus.

Tschüs.

Gehst du?

Ja.

Wohin?

Ich bin Mittags wieder da.

Wach auf, Elenita.

Lass uns rausgehen.

Wohin?

Auf den höchsten Gipfel des höchsten Berges.

Oh, Mama, bitte.

Steh auf.

Ich warte im Frühstückssaal auf dich.

Wie schön du immer noch bist, Tochter.

Wo kommt dieses Stahlen her?

Es ist sicher der Egoismus.

Er ist eine unerschöpfliche Energiequelle.

Jetzt erkenne ich es.

Was soll ich sagen, um nicht zurück zu müssen?

An was denkst du, Mama?

Wie lange ist unser letzter Ausflug her?

Jahrzehnte.

Wie hieß noch mal dein Freund, der beim Klettern umkam?

Luis.

Hast du ihn geliebt?

Er hat mir beigebracht, die Natur zu genießen.

Du hast mir nicht geantwortet.

Ich dachte an dich.

Tschüs, schönen Tag.

-Hallo. -Guten Tag.

Ich möchte so viel abheben.

-Hier, bitte. -Danke.

Ich sehe dich gerne an, Elena.

Hier ist es wunderschön.

Du bist die Glücklichste von uns dreien.

Ich weiß nicht.

Deine Freude tut mir gut.

Sag mir, Mama.

Habe ich dich vernachlässigt?

Ein bisschen.

Ich habe dir kein schönes Zuhause geboten.

Wir sind Optimisten.

Ich bin keine Optimistin.

Ich bin Praktikerin.

Das ist dasselbe.

Wir denken, dass wir gemeinsam glücklich sind,

weil es einfach praktischer ist.

Du als Egoistin weißt, dass Harmonie

oft mit Bequemlichkeit verwechselt wird.

Ich bin wieder die Egoistin.

Aber eigentlich hast du den viel größeren Makel.

-Ich bin unterwürfig. -Du?

Dein weicher Kern ist von einem stahlharten Panzer umhüllt.

Dein größer Makel ist deine Güte.

Ja, deine Güte, so komisch es auch klingt.

Es ist schwer, mit so einer Person zusammenzuleben.

Die so aufmerksam, einfühlsam, genügsam und umgänglich ist.

Die einem immer etwas Gutes will.

Ich bin keine Heilige.

Nein, bist du nicht.

Aber du weißt, dass du gut bist, dass du unerträglich gut bist.

Ich hab dich sehr lieb.

Ich hab dich auch sehr lieb, Elenita.

Ich vergöttere meine Enkelin.

Stell dir vor…

ich habe sogar etwas für meinen Schwiegersohn übrig…

der unter der Fuchtel seiner untreuen Frau steht.

Bea hat vorgeschlagen, die Wand abzureißen.

So wäre es ein tolles Zimmer.

Für wen?

Für dich natürlich.

Mach dir keinen Kopf.

Ihr Zimmer reicht mir völlig aus.

Voll und ganz.

Wir machen es, wenn wir zurückkommen.

Danach wirst du ein tolles Zimmer haben, du wirst sehen.

Sag mir, Tochter.

Wenn du wüsstest, dass ich todkrank bin und nicht leiden will.

Würdest du mir helfen?

Papa?

Du kannst Oma nicht rauswerfen.

Du hast versprochen, dass sie bleiben kann.

Halte dein Versprechen.

Ja, es geht mir gut.

Hör mal.

Ich entschuldige mich.

Ja, entschuldige.

Eine letzte Sache noch.

Ich hab dich lieb.

Nein, mit geht's gut.

Alles gut.

Tschüs, Papa.

Mission erfüllt.

INTERNATIONALE ZIELE FRANKREICH - DEUTSCHLAND

Ein perfekter Ort, um nachzudenken.

So weit oben?

Ja, so nah am Himmel.

Mama, bitte. Es ist komisch, wenn du so rührselig bist.

Du weißt, dass ich an den Himmel glaube.

Auch an die Hölle?

Man glaubt nicht an die Hölle.

Man lebt in der Hölle.

Willst du hier bleiben?

Ein paar Tage.

Ganz alleine?

Bis mein neues Zimmer fertig ist.

Das freut mich sehr.

Das ist doch die Aufgabe einer Mutter, oder?

Freude zu bereiten.

Und die der Töchter?

Töchter bereiten einem immer Sorge.

Immer?

Und manchmal ersparen sie einem viel Leid.

Die Eiskönigin kommt zurück, um ihren Prinz vor dem Eis zu retten.

Du sagst meiner Mutter wirklich schöne Dinge.

Bea.

Beatriz.

Bist du alleine hier?

Ich soll Ihnen sagen, dass Mama zurückgefahren ist.

Sie schreibt Ihnen einen Brief.

Sie hat Sie wohl verlassen.

Das ist ihre Spezialität.

Ich hätte nicht herkommen sollen.

Nein, Sie haben das Richtige getan.

Man muss den Frauen nachjagen.

Wie heißt es noch mal?

Ich hab's,

sie umwerben.

Du musst mich nicht siezen.

Ich finde dich nicht schlecht.

-Ich verstehe… -Was verstehst du, Antonio?

-Fernando. -Du verstehst gar nichts, Fernando.

-Hast du Kinder? -Nein.

Du hast dir nur einen Mercedes gekauft und meinen Vater und deine Frau betrogen?

Ich habe keine Frau.

Marivi starb vor drei Jahren.

Sie war sicherlich eine wunderbare Frau.

Wunderbar.

Aber trotz allem, Antonio, Fernando,

hast du ihr sicher die Hörner aufgesetzt, ein furchtbarer Ausdruck,

mehr als einmal.

Niemals.

Flüchtige Affären.

Eine Sekretärin hier,

die Frau eines Freundes da.

Eine verrückte junge Frau, die auf ältere Männer steht.

Und wer weiß, vielleicht die klassische, historische, allgegenwärtige,

wie nennt man sie noch?

Geliebte, genau.

Wen hast du mehr geliebt?

Deine Frau oder deine Geliebte?

Du wärst eine tolle Romanautorin.

Erst lebe ich mein eigenes Leben.

Hast du keine modernere Geschichte?

Denn das war die selbe, altmodische Leier.

Liebst du meine Mutter?

Ja, das tue ich.

Glaub nicht, dass sie Marilos Platz einnehmen kann.

Sie eignet sich besser als Geliebte.

Nicht Marilo, sondern Marivi.

Marivi.

-Wie geht's? -Gut.

Wir waren schön spazieren,

aber sie wurde müde und hat sich hingelegt.

Und du?

Scheint eine Sehnsucht nach Glück Über allen Dingen zu schweben

Und sie wandert

Zum leidenden Herz

Ich gehe nirgendwo hin.

Ich bleibe hier,

damit du nicht in ein Heim musst.

Und wo wolltest du hin?

Nach Frankreich, vorerst.

-Wozu? -Um neu anzufangen.

Ohne ein Wort zu sagen?

Mama, du wusstest es.

Ich habe es erraten.

Wann?

Heute Morgen.

Und hast mir nichts gesagt.

-Das musst du gerade sagen. -Es war kein guter Zeitpunkt.

Ihr müsst nicht streiten. Ich bleibe hier bei euch.

Es war eine Falle…

von Paco und dir?

Und ich erklimme glücklich die Berge, wie eine leichtsinnige Ziege.

Diese Seite kennst du noch nicht, die Verschwörerin.

Aber ich bin nicht die Einzige.

Mama war ganz aufgebracht, Oma.

Ja.

War die Vorstellung, mich loszuwerden, nicht erleichternd?

Es wäre praktisch. Dann müsste man nur kurze Pflichtbesuche machen.

Ich weiß nicht, Mama.

Ich weiß nicht, was ich empfinden würde.

-Du würdest eine Gegenleistung wollen. -Das ist nicht wahr.

Anfangs verständnisvoll, aber dann kommen die Vorwürfe:

"Ich gab dir meinen letzten Cent und du sperrst mich im Heim ein usw…"

Du bist so dumm.

Du stecktest mich doch wie einen unwillkommen Gast

ins unbequeme Kinderzimmer.

Kinderzimmer?

In mein Zimmer!

Ich also nur ein Kind?

-Ich verstehe dich nicht. -Nein, du verstehst gar nichts.

So bist du nun mal.

Oft lächeln, viele Küsse,

machst aber alles so, wie es dir gerade passt.

Muss auch ich jetzt einstecken?

Die fürsorgliche Enkelin,

die ihre Oma wie eine kaputte Puppe in der Ecke liegengelassen hat.

Die tolle Oma, die meine Besuchsdauer wie eine Verrückte zeitlich misst.

Was weiß du denn schon von Zeit, Dummerchen?

Ich hoffe, du endest später nicht wie ich,

ohne einen Cent

und verlassen.

Zumindest war mein Geld für etwas gut.

Es rettete die Firma deines nutzlosen Vaters.

Was ist mit meiner Zeit?

Wo ist sie?

Wenn sich bei Sonnenuntergang

Die Flüsse rosa färben

Und ein leichter Windhauch

Durch die Weizenfelder raschelt

Scheint eine Sehnsucht nach Glück

Über allen Dingen zu schweben

Und sie wandert

Zum leidenden Herz

Eine Sehnsucht danach Das Leben zu genießen

Während man noch jung ist

Und der Abend schön ist

Denn das Leben zieht vorbei

So wie der Fluss

Im Meer endet

Enden wir unter der Erde

Mama.

Meine Teure.

Schatz, was ist passiert?

Was tust du hier?

Geh weg.

Hast du mich gehört?

Geh, geh endlich.

Hallo, sind Sie noch frei?

Kann ich Sie in 30 Minuten mieten?

Danke.

Lasst uns den letzten Tag ausnutzen, ja?

Ich habe die ganze Nacht geweint.

Ich auch.

Es klang aber eher nach Schnarchen.

Steht auf, das Frühstück wird kalt.

Ich habe ein Taxi gemietet, damit wir den Tag draußen verbringen.

Keine Wutanfälle mehr?

Drei Würfel, wie immer?

Drei Würfel.

Und du bekommst deinen Kakao.

Sagt mal…

fehlt euch etwas?

Etwas oder jemand?

Ganz ehrlich, nein.

Ist da niemand, von dem ihr wünsch, dass er zwischen den Bäumen auftauchen

und winken würde?

Der froh ist, euch hier gefunden zu haben?

Dieser Mann, wie heißt er noch mal?

Fernando.

Oder bei dir vielleicht Papa?

Der reumütig ist

und jetzt den perfekten Vater spielt,

den verständnisvollen Ehemann

und sogar den fürsorglichen Schwiegersohn.

Ich würde gerne noch ein paar Tage mit euch allein verbringen.

Um noch einen Wutausbruch wie gestern zu erleben?

Um Energie zu tanken.

Genau.

Mama, du hast immer wie eine Nonne gelebt,

die immer bissige Bemerkungen

über "die Männer" gemacht hat, wie du sie nennst.

Für dich gab es immer nur einen Mann, meinen Vater.

Der leider sehr früh gestorben ist.

Du warst damals noch sehr jung.

Hattest du nie den Wunsch noch mal zu heiraten?

Nein, nie.

Warum?

Wegen dir.

Wirklich?

Stiefväter können auch nett sein.

Ich hätte nichts gegen einen Stiefvater gehabt.

Suchst du etwa nach einer Vaterfigur?

Einem Scheinvater?

Ich glaube nicht. Das ist nur Psychologie-Unsinn.

Psychologie ist immer etwas unsinnig.

Ihr habt beide recht.

Das ist die Stunde der Wahrheit.

Ja, ich habe mich nach seinem Tod nicht getraut,

einen Neuanfang zu wagen.

Ich hatte schon ein Leben.

Aber es lang in Trümmern.

Ein neuer Mann kam für mich nicht infrage.

Das war ein schwacher Trost,

ein Ersatz.

Ich habe deinen Vater abgöttisch geliebt.

Lacht nicht,

aber ich liebe ihn immer noch abgöttisch.

Ich beneide dich.

Ich habe niemanden so geliebt.

Weil deine Generation zögerlicher

und realistischer ist.

Und entschuldige…

aber auch bequemer.

Das stimmt.

Ich gebe mich, und entschuldige mich,

mit einer distanzierten Mutter,

einem geizigen Vater

und einem netten Freund zufrieden.

Ich beneide euch.

Ja, wirklich.

Ihr kennt euch mit Dingen aus, von denen ich nichts weiß.

Der Orientexpress,

der Reiz einer Affäre…

und andere, intimere Dinge…

wie den großzügigen Umgang mit seinem Hab und Gut,

und die Freude am Leid des Geliebten.

Ich weiß nicht.

Vielleicht gibt es da nichts…

aber man muss suchen…

immer weitersuchen.

Bis man stehenbleiben, sich umschauen

und sich zufriedengeben sollte.

Oder vielleicht auch nicht.

Aber du, Beatriz, bist noch zu jung dafür.

Nein.

Niemand soll zwischen den Bäumen auftauchen.

Ich wüsste nicht, wer.

Na ja…

ein Mann, der gerne in den Bergen wandert.

Oma kennt ihn.

Mama hat ihn wohl vergessen.

Tartarin von Tarascon.

Richtig.

"Als ich Tartarin von Tarascon zum ersten Mal traf,

brannte er sich in mein Gedächtnis wie ein unvergessliches Datum ein."

Nein, niemand.

Hier soll niemand auftauchen.

Nur das Taxi, das uns zurückbringt.

Aber erst später.

Später.

Schade, dass wir diesen Ort nicht früher entdeckt haben.

Die drei Schwestern, abgeschirmt von der Außenwelt,

tagelang ohne Freunde, Männer und Liebhaber.

So haben wir uns einander geöffnet…

und eine untrennbare Verbindung zwischen uns geschaffen.

-Geh. -Was?

Geh einfach, ohne zu zögern.

-Wohin? -Wohin du willst, tu es einfach.

Und was ist mir dir?

Ich brauche dich nicht.

-Du hast mir immer noch nicht verziehen. -Doch.

Meine kurzen Besuche.

Ich habe die Uhr nicht gestoppt.

Aber ja, sie kamen mir kurz vor.

Mama braucht mich…

und Papa vergöttert mich.

Ich will die Zeit mit dir nachholen.

Sonst nichts?

Na ja.

Und Felix, natürlich.

Natürlich.

Er will immer noch unbedingt ein Kind.

Geh,

nimm meinen Rat an.

Oma…

ist das ein Abschied?

-"Das Kind steht an erster Stelle." -Was?

Das hast du immer gesagt.

Als wir uns nach der Geburt organisieren mussten.

"Das Kind steht an erster Stelle", richtig.

Du bist eine tolle Oma.

Auch eine tolle Mutter?

Das auch, zugegeben.

Obwohl ich eine Gegenleistung wollte?

Ist schwer, sich nicht wie ein Schuldeintreiber zu fühlen.

Wie in dem Theaterstück.

In welchem?

Gläubiger von August Strindberg.

Kenne ich nicht.

Dein Leben ist wie ein Theaterstück.

Wirklich?

-Welches Genre? -Das ist offensichtlich, Vaudeville.

Mit Liebhabern im Schrank

und Ehemännern, die Manschettenknöpfe, Einstecktücher

und Feuerzeuge anderer Männer finden.

So ähnlich.

Ich werde langsam müde, obwohl ich es nicht eingestehen will.

Von Liebhabern im Schrank?

Mein Mann liebt mich noch immer.

Der Arme.

"Das Kind steht an erster Stelle."

Sag ihr, dass sie gehen soll.

Sie kann wiederkommen, aber sie soll gehen.

Ich kann mich auch allein um dich kümmern.

Das Taxi bringt uns ins echte Leben zurück.

Wann fährt der Bus nach Frankreich ab?

In einer halben Stunde.

Dann beeile dich.

Das Taxi wartet auf dich. Es ist schon bezahlt.

Danke.

Danke.

Felix? Wo bist du?

Hast du was geangelt?

Keine Sorge, mir geht's gut.

Ich wollte deine Stimme hören…

und mich entschuldigen.

Willst du das Testergebnis wissen?

Es war negativ.

Tschüs, Felix.

Das ist für Sie.

Elenita, mach dir keine Sorgen.

Wir hatten heute schon genug Abschiede.

Ich bin in den Bergen,

in der kleinen Pension.

Bis mein neues Zimmer fertig ist.

Außerdem muss ich all die Emotionen der letzten Tage verarbeiten.

Ich bin keine Frau der großen Worte,

deshalb wiederhole ich mich: Ich habe dich sehr lieb

und bin dir und Beatriz sehr dankbar für all eure Mühen.

Ich bin zutiefst glücklich, versprochen.

SPANIEN - FRANKREICH

Fernando?

Ich bin's.

Ich habe schon einen Mann.

"Pension Sonnenuntergang."

Ein gutes Zeichen.

Paco.

Felix.

Ich habe euch viel zu erzählen.

Wenn sich bei Sonnenuntergang

Die Flüsse rosa färben

Und ein leichter Windhauch Durch die Weizenfelder raschelt

Scheint eine Sehnsucht nach Glück

Über allen Dingen zu schweben

Und sie wandert

Zum leidenden Herz

Eine Sehnsucht danach Das Leben zu genießen

Während man noch jung ist

Und der Abend schön ist

Denn das Leben zieht vorbei

So wie der Fluss

Im Meer endet

Enden wir unter der Erde

Untertitel von: Kristina Horn

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