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Original subtitles

DIE SPIONIN

Du denkst sicher: "Krieg das geht mich nichts an."

Das dachte Bill auch.

Aber das entspricht nicht der Natur des Krieges.

Er zwingt dich, eine Seite zu wählen.

Du hast vermutlich nie von Bill gehört, und das ist nicht verwunderlich,

denn alles, was sie getan hat, wurde als geheim eingestuft.

Aber vielleicht kennst du sie als Sonja Wigert. Nein?

Es ist teilweise meine Schuld, dass ihr Name in Vergessenheit geriet.

Es ist an der Zeit, dass Bills Geschichte ans Licht kommt.

Ob sie wahr ist oder nicht, mögen andere beurteilen.

Dies ist zumindest meine Version davon.

Was immer das nun bringen mag.

Meine Damen und Herren, begrüßen Sie Sonja Wigert!

Vielen Dank an alle, die heute mit uns hier sind. Es ist ein großer Tag.

Ich hoffe, Sie können sich durch diesen Film eine Weile hinfort träumen,

etwas lachen und das Leben feiern.

Das haben Sie verdient. Ich wünsche Ihnen eine wundervolle Vorführung!

Danke. Wieso sind so wenige Kollegen hier? Es ist auch niemand vom Theater hier.

Ich bin hier.

Es hat mich gefreut, dich hier gehabt zu haben.

Ich sage es geradeheraus, wie du hörst. Skål, und danke für gute Kameradschaft.

Herr Reichskommissar.

Sie ist gut, finden Sie nicht? Ja. Goebbels wird sie mögen.

Ich wusste ja nicht, dass sie so eine Erscheinung ist … Blond.

Und die richtige Art von Blond. Strahlend.

Eine wirkliche Entdeckung, Sinding.

Goebbels kommt am Wochenende zu einem Essen auf Skaugum.

Sorgen Sie dafür, dass sie kommt. Selbstverständlich.

Du kannst meine Karriere starten. Wir könnten für immer zusammen sein.

Uns gegenseitig inspirieren und beseelen. Zusammen? Du und ich?

Es war wirklich eine Ehre, Herr Reichskommissar.

Ich werde den Prozess beschleunigen, so gut ich kann. Vielen Dank.

Sie lieben dich, alle! Ganz Norwegen liebt dich, Sonja.

Da ist jemand, mit dem du dich bei einem Essen treffen sollst.

Unser großer Traum scheint bald Realität zu werden.

Ich habe sehr positive Signale bekommen, dass "Else" verfilmt wird.

Mit dir in der Hauptrolle und mir als Regisseur.

Ist das wahr? Sagst du gerade die Wahrheit?

Du gehst am Sonnabend zu diesem Essen auf Skaugum.

Ich spiele aber am Freitag in Stockholm. Nimm den Nachtzug nach der Vorstellung.

Und das Visum?

Es ist alles vorbereitet. Visum, Fahrkarten …

Du sollst dein schönes Köpfchen nicht … Vipsen? Warte!

Ich verstehe. Das ist fantastisch, Leif. Vielen, vielen Dank. Danke.

Wieso gehst du? Willst du dir kein Glas nehmen und feiern?

Sieh dich um. Willst du dich von diesen Menschen feiern lassen?

Es ist nur Publikum. Sonja …

Ich möchte, dass die Leute sich ausruhen, frei nehmen, amüsieren. Ist das falsch?

Nein. Bleib ruhig, aber ich gehe nach Hause.

Wenn ich mit diesem Pack gesehen werde, bin ich morgen arbeitslos.

Bericht, basierend auf norwegischen Tageszeitungen.

Am Tag nach der deutschen Invasion wurde Quisling zum Ministerpräsidenten ernannt.

Zwei Wochen später ersetzte Hitler ihn mit Josef Terboven

den er als Reichskommissar für Norwegen einsetzte.

Er verbot alle anderen Parteien und unterstellte die freie Presse der Zensur.

Er zog in das Gut Skaugum ein, der Residenz des Kronprinzenpaares.

Die Folgen dessen für die schwedische Sicherheitspolitik

werde ich in weiteren Berichten erläutern.

Heil Hitler.

Wir brauchen einen Informanten in Terbovens Nähe. Leutnant Akrell.

Es kursieren zudem Gerüchte, dass die Deutschen uns angreifen wollen.

Aber das schrieb ich bereits in einem für geheim erklärten Bericht.

GUTE BEWERTUNGEN FÜR NEUES NORWEGISCHES LUSTSPIEL

Das Gepäck wurde heruntergetragen, und der Wagen ist eingetroffen.

Vielen Dank, Rudolf. Der kam mit einem Boten.

Mit einem deutschen Boten.

Wichtige Dinge?

Nicht doch. Danke für den angenehmen Aufenthalt.

Es war uns eine Freude, Sie bei uns zu haben, Frau Wigert.

Kiellands "Else" …

Laut Statistik haben sich die Einbrüche innerhalb der letzten Jahre verdoppelt.

Daher enthält unsere neue Hausratsversicherung einen Schutz dagegen.

Wir wurden CBüro genannt. Nach außen eine Versicherung,

in Wirklichkeit ein Netzwerk von Spionen, die für mich arbeiteten.

Auch wenn keine feindlichen Kräfte bei uns einmarschiert waren,

so waren die Geheimdienste aller kriegsführenden Länder vor Ort.

Stockholm wimmelte nur so vor Spionen, die uns und sich gegenseitig ausspionierten.

Niemand traute niemandem.

Hallo! Bist du nicht auf dem Rückweg nach Stockholm?

Doch, aber ich habe gestern so viel an euch gedacht. Ich habe euch vermisst.

Hast du unsere Nachricht gestern erhalten?

Wir nehmen nicht an diesem deutschen PRUnsinn teil.

Ich koche etwas für dich. Das ist nicht nötig.

Du hast abgenommen. Ich koche etwas.

Aha?

Sonja …

Komm.

Ziemlich armselig, dass ein erwachsener Mann sich zum Rauchen versteckt, oder?

Das ist Medizin, Papa.

Zeig mal.

Sonja, dieser Filmmensch, Leif Sinding …

Ich möchte nicht, dass unser Name mit ihm in Verbindung gerät.

Er ist ein verurteilter Verräter.

Wie kannst du nur mit ihm zusammenarbeiten?

Du scheinst den Ernst der Lage nicht zu verstehen.

Soll ich etwa mein Leben und meine Karriere unterbrechen,

nur weil all das hier passiert?

Wie oft hast du mir gesagt, ich solle "die Gelegenheit ergreifen"?

Glaubst du, das tust du gerade? Ich bin nur eine Schauspielerin.

Du kannst dich nicht dahinter verstecken.

Du musst dich für eine Seite entscheiden.

Es ist völlig belanglos, was du dafür unterbrechen musst.

Sonja? Sigvald?

Natürlich will ich nicht als nazifreundlich gesehen werden.

"Else" ist aber ein Klassiker, und Leif ist ein guter Freund.

Beruhige dich, Sigvald.

Wir können doch nicht aufhören, Filme zu drehen, Theater zu spielen

und Bücher zu schreiben, nur weil Krieg ist!

Wollen wir etwas Süßes essen?

Sonja Wigert. Geboren am 11. November 1913 auf Notodden.

Tochter von Sigvald Hansen und Carmen Kirsebom.

Ausgebildet an der staatlichen Kunst und Handwerksschule.

Arbeitet aber seit ihrem Debüt am Theater 1934 als Schauspielerin.

Bekannt und beliebt in Norwegen durch mehrere Rollen in Film und Theater.

Kennst große Teile der norwegischen Kulturelite. Norweger und Deutsche.

Es gibt Pläne für einen Film, in dem sie eine große Rolle spielen soll.

Der Vater und ihr Bruder Knut haben Verbindungen zur Widerstandsbewegung.

Sonja hingegen scheint nicht ganz überzeugt zu sein.

Was haben Sie in Norwegen getan? Verstehen Sie mich?

Stehen Sie auf. Stehen Sie auf!

Sie verstehen kein Deutsch. Setzen Sie sich hin.

Setzen Sie sich sofort hin! Verstanden? Sonst werfe ich Sie heraus!

Verwöhntes Bürgerkind!

Aufstehen. Geben Sie mir Ihren Reisepass und Ihren Koffer.

Aufstehen!

Verheiratet mit Torsten Flodén, schwedischer Dramatiker.

Aber die Ehe scheint sich mehr oder weniger in Auflösung zu befinden.

Laura Jonsson verließ ihre Wohnung direkt nach dem Mittagessen. Im Affekt.

Laura Jonsson? Sonjas Garderobiere am Theater.

Nicht gut.

Das hast du vergessen!

Keineswegs.

Jetzt ist es also meine Schuld? Ich bin der Schurke?

Die arme Sonja. Hast du dir keine neuen Rollen ervögelt?

Verschwinde!

Ist sie den Aufwand wert? Ich glaube schon.

Sie spricht fließend Deutsch und Englisch und kann sich auf Französisch ausdrücken.

Ihr Status, ihre Kontakte und ihr Talent machen Sonja Wigert für mich einzigartig.

Die Regierung muss doch aufwachen.

Für Norwegen brauchten die Deutschen nur ein paar Tage.

Eine Invasion Schwedens zur Verhinderung einer Intervention der Alliierten

ist nicht nur wahrscheinlich, sondern auch naheliegend.

Ich teile Ihre Sorge. Der Außenminister ebenfalls.

Diese Frage ist politisch sehr heikel. Sollen wir etwa einen Krieg beginnen?

Verdammt nochmal, sehen Sie sich um. Es läuft bereits ein Krieg.

Längengrade. Breitengrade.

Sie kartografieren unseren Schärengarten. Und zwar in diesem Moment.

Inseln, Tiefen, Brückenhöhen, militärische Einrichtungen.

Und irgendjemand schickt dieses Material aus Schweden heraus.

Eine unserer Schwalben, Fräulein C, hält das hier für einen Code.

Dass "Maria" ein Spion ist, der direkt an Berlin berichtet.

Haben Sie eine Theorie? Jemand mit Sympathie für Deutschland.

Verwandte in Deutschland, militärischer Hintergrund …

Ein Handelsreisender oder Journalist.

Dann warten wir ab, bis Ihre Schwalbe konkrete Beweise liefert.

Verdammt.

♫ Das ist das wachsende Pferd von Troja ♫

♫ Modernisiert zur Fünften Kolonne ♫

♫ Major Quisling ist ein Papagei ♫

♫ Der imitiert, so gut er es vermag ♫

♫ Wir scheinen bloß friedliche Jungen zu sein ♫

So ein Dreck! Du bist eine Schande für Schweden, Karl Gerhard!

♫ Denn was Europa lautstark verkündet ♫

♫ Dass Macht Recht ist, hat jetzt ein Symbol erhalten ♫

Oh mein Gott! Wer sind Sie? Ganz ruhig, Frau Wigert. Keine Sorge.

Ich bin vom schwedischen Militär.

Ich möchte nur mit ihnen reden. Was wollen Sie von mir?

Es tut mir leid, falls ich Sie erschreckt haben sollte.

Oh mein Gott … Das schwedische Militär?

Ihre enorme Beliebtheit verschafft Ihnen Zutritt in viele Milieus.

Das ist in meiner Branche sehr wertvoll. Daher will ich gleich zur Sache kommen.

Ich möchte, dass Sie heute Abend den Nachtzug nach Oslo nehmen

und zu diesem Essen gehen.

Woher wissen Sie von dem Essen?

Ich weiß ja nicht, wie Sie mit ihrer Popularität umgehen wollen, aber …

Wollen Sie, dass das, was in Norwegen passiert ist, auch hier passiert?

Wollen Sie nicht, dass Schweden weiterhin frei sein wird?

Die Deutschen kartografieren die schwedische Küste,

um herauszufinden, wie sie auch bei uns einmarschieren können.

Es arbeiten gerade Spione daran.

Die gesamte Aktion wird von Josef Terboven geleitet.

Was …?

Waren Sie im Zug? Haben Sie mich beschattet?

Ich bitte Sie. Gehen Sie zu diesem Essen.

Ich möchte, dass Sie Augen und Ohren offen halten.

Und dass ich jede Verbindung zu meiner Familie in Norwegen zerstöre?

Es geht hier um die Zukunft einer ganzen Nation.

Was glauben Sie, wird passieren, wenn die hier einmarschieren?

Was wird aus diesem Theater?

Glauben Sie nicht, dass Ihre geliebten Theaterkollegen große Gefahr laufen,

vor eine Wand gestellt und hingerichtet zu werden?

Ich brauche Sie bei diesem Essen. Schweden braucht Sie.

Aber ich brauche Sie nicht. Fahren Sie nach Oslo. Ich bitte Sie.

Danke für die Blumen.

Das ist schade, Frau Wigert. Für Sie und für uns.

Falls Sie es sich anders überlegen sollten:

Café Blom. Bitten Sie um einem Fensterplatz.

Sie waren gut heute Abend. Sie haben wirklich ein Talent, jemand anders zu sein.

Ich darf dir den Regisseur dieses Filmes vorstellen.

Ich möchte diese Schauspielerin treffen. Ich habe Sie direkt neben dich platziert.

Das ist Leif Sinding. Leif, das ist der Propagandaminister.

Es ist eine Ehre, Herr Propagandaminister. Gleichfalls.

Wo ist sie? Sie kommt. Keine Sorge, sie kommt.

Kommen Sie, kommen Sie.

Frau Wigert. Patrik.

Gut siehst du aus. Danke. Ich hab mir nur was übergeworfen.

Wo ist Flodén?

Das wirst du bald in der Klatschpresse lesen.

Ich habe ihn diesmal rausgeworfen. Die Welt ist voll von besseren Männern.

So eine Lüge! Ich werde einsam und vergessen sterben.

Ich habe das Negativ von der Fotografie für Hemmet dabei.

Du wolltest es doch haben. Ja, ja. Danke, danke.

Komm auf einen Drink mit rein. Das kann ich nicht.

Ich muss fotografieren. Wir machen so … und dann so …

Perfekt. Mensch, komm. Bitte.

Vielen Dank! Ihr seid wundervoll!

Aber jetzt muss der Singvogel etwas trinken. Vielleicht bis später.

Danke!

Frau Wigert! Herr Baron …!

Nein, oh, nein …

Was für ein herrlicher Auftritt! Wie immer. Ich möchte Ihnen Albert Finke vorstellen.

Unser Touristikchef. Sie kennen sich vielleicht schon?

Nein. Sonja Wigert. Albert Finke. Es ist mir eine Ehre.

Ich bin ein großer Bewunderer Ihrer Filme

und Ihrer Arbeit auf der Bühne.

Wie viel Sie über mich wissen! Ich bin ja Touristikchef.

Ich möchte Ihnen außerdem Andor Gellert vorstellen.

Attaché bei der ungarischen Botschaft. Herr Botschafter!

Wollen wir tanzen?

Wahrscheinlich hat ihr Zug Verspätung.

Das norwegische Verkehrswesen … Da müssen wir Zug reinbringen.

Ich ziehe mich jetzt zurück. Gute Nacht.

Geben Sie mir Fehlis, Befehlshaber Sicherheitspolizei.

Heinrich. Es geht um eine Verhaftung.

Herr Sigvald Hansen? Verhaften Sie diesen Mann!

Erklären Sie mir, wieso.

Lasst sie in Ruhe! Sigvald!

Ja!

Ja?

Sigvald Wigert? Ja.

Ja.

Hallo. Hallo. Könnte ich auch so einen bekommen?

Haben Sie einen Fensterplatz?

Oh mein Gott.

Frau Wigert? Mein Vater wurde in Grini interniert.

Es war verdammt dumm von Ihnen, nicht zu diesem Essen zu gehen.

Setzen Sie sich. Ich bin überzeugt davon, dass die nicht hinter Ihrem Vater her sind.

Die wollen Sie, Frau Wigert. Einen Star in ihrer PropagandaMaschinerie.

Mein Vater hat Lungenbeschwerden. Kann ich irgendetwas tun?

Ja, das hoffe ich.

"Maria". Das ist ein Deckname.

Wir glauben, Maria ist ein Zahnrad in einem Spiel um Schweden,

das wir nicht verlieren dürfen.

Ich will Marias Name und Gesicht haben. Was hat das mit meinem Vater zu tun?

Eine Person kann Ihren Vater entlassen und uns außerdem zu Maria führen:

Josef Terboven.

Aber wir müssen jetzt von vorn anfangen.

Sie müssen einen Weg finden, wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen,

Finden Sie eine Entschuldigung, weshalb Sie nicht bei dem Essen waren.

Wie soll das gehen?

Wir helfen einander.

Haben wir eine Abmachung?

Es ist eine Veranstaltung in der ungarischen Botschaft.

Da kommen alle Deutschen Stockholms und Leute von den anderen Achsenmächten.

Und an diesem Abend auch ein Herr Hartmann.

Er ist ein alter Freund von Terboven. Sie haben zusammen studiert.

Wenn Sie ihn dazu bringen, Terboven eine glaubwürdige Entschuldigung zu übermitteln …

Woher weiß ich, wer er ist?

Ziemlich kleiner Kerl, blauäugig und vermutlich ziemlich beliebt.

Sorgen Sie dafür, dass er Sie mit Terboven in Kontakt bringt.

Ich hatte Todesangst! Ich hatte ja diese Augenbinde.

Man führte mich in den Keller.

Kann ich Ihnen helfen? Guten Abend.

Sie erkennen mich nicht, oder? Sollte ich?

Wir wurden neulich in Berns Salon nicht offiziell einander vorgestellt.

Ich wusste nicht, dass Sie eingeladen waren.

Das war ich aber. Man hätte mich zumindest einladen sollen.

Wieso?

Haben Sie wirklich noch nie von Sonja Wigert gehört?

Vielleicht sind Sie neu hier.

Sie sollten sich mit den wichtigsten Informationen …

Sie sind ganz schön dreist.

Sie lassen mich also rein? Dies ist eine private Feier.

Schönen Abend noch.

Ich wünschte, ich könnte Ihnen das Gleiche wünschen.

Frau Wigert! Ach! Hallo.

Meine kleine Nachtigall. Mein Ritter.

Herr Gellert. Herr von Gossler.

Sie wollen doch nicht etwa gehen? Es gab ein Missverständnis.

Dieser Mann möchte mich hinauswerfen.

Wollten Sie nicht nachher für uns singen?

Ganz genau!

Ich singe heute hier.

Wollten Sie uns den Abend vermiesen? Auf keinen Fall, Herr Finke.

Wollen wir?

Au revoir. Jetzt trinken wir etwas richtig Gutes.

Ich war neulich zu einem Abendessen

bei einem in Norwegen sehr bekannten Deutschen eingeladen.

Sie entschuldigen uns? Natürlich, Herr Hartmann.

Ich wurde jedoch gehindert, hinzugehen.

Und ich konnte nicht absagen.

Das hat mich so verzweifeln lassen. Ich denke die ganze Zeit daran.

Ich weiß nicht, ob Sie verstehen … Natürlich. Kommen Sie.

Wer war denn dieser sehr bekannte Deutsche?

Sie können es mir ruhig sagen.

Das war ein gewisser Herr Terboven.

Ich wünschte, jemand könnte meine Entschuldigung weitergeben.

Das kann ich für Sie erledigen, wenn ich Terboven morgen treffe.

Kennen Sie ihn? Würden Sie das tun?

Oder … vielleicht jetzt gleich? Jetzt gleich?

Wäre das möglich? Dann muss ich das nicht länger mit mir herumtragen.

Kommen Sie mit.

Entschuldige die Störung. Hier ist ein süßes Ding, das mit dir sprechen möchte.

Ja. Gut.

Herr Terboven? Hier ist Sonja Wigert.

Ihre Einladung war so nett und persönlich.

Daher wollte ich mich persönlich entschuldigen, dass ich nicht kommen konnte.

Ich hatte Eheprobleme und …

Ich wollte nur sagen, dass ich die Rolle der Else in …

Ja, ich verstehe, dass es Alternativen gibt, aber …

Ja, ich verstehe. Selbstverständlich, Herr Reichskommissar.

Ja. Auf Wiedersehen.

Ach so. Gut.

Komm her! Nein! Bitte.

Ich sage Nein! Frau Wigert.

Möchten Sie nicht für uns singen?

Alle warten auf Sie und Ihr wunderschönes Talent.

Frau Wigert? Dieser Mann gehört nicht zur ungarischen Delegation.

Wir haben ihn in sein Hotel geschickt. Sie können also gern bleiben.

Danke, aber es ist spät. Ich muss nach Hause.

Ihr Gesang heute Abend war wundervoll. Danke.

Darf ich Ihnen etwas zeigen?

Es wird Ihnen gefallen. Was?

Es ist eine Überraschung. Ich werde sie nicht enttäuschen.

Ich weiß zu schätzen, was Sie da drin getan haben.

Aber ich bin sooo müde, und Sie müssen sich um die Gäste kümmern.

Na gut. Vielleicht ein andermal. Gute Nacht.

Was für eine Überraschung?

Überraschen Sie mich.

Hier wird nur Bier ausgeschenkt. Dann überraschen Sie mich mit Bier.

Hallo. Hallo, Andor.

Hallo. Sonja.

Okay. Wenn die Dame und ich ein Bier bekommen.

Hast du mal vom Blue Note gehört? Das ist ein Jazzclub in New York.

Klein wie ein Wohnzimmer, aber immer voll.

Voller Menschen, die Jazz lieben. Klingt fantastisch.

Dort will ich hin. Wenn dieser verdammte Krieg vorbei ist.

Sie hat seit dem frühen Morgen auf die Nahaufnahmen gewartet.

Und wir drehen vor einem großen Wasserfall.

Sinding? Nein, nicht jetzt.

Ich drehe mich zum Kameramann … Telefon für Sie.

Da stürzt sie in den Wasserfall, und die Kamera läuft gar nicht.

Es ist der Reichskommissar. Was hast du gesagt?

Es ist der Reichskommissar.

Ja, Herr Reichskommissar?

Probeaufnahmen?

Ja, das lässt sich machen. Kein Problem.

Vielen Dank.

Ja!

Ich muss zurück nach Norwegen.

Zu meinem Eltern. In einer Familienangelegenheit.

Nein. Andor, ich muss wirklich los.

Also … Seien Sie interessiert, hören Sie ihm zu.

Merken Sie sich alles, notiere Sie alles und berichten dann an mich.

Berichte schreiben und das alles lesen? Ich muss mich auf Probeaufnahmen …

Die Lunge Ihre Vaters ist nicht ganz gesund, oder?

Ab sofort tun Sie genau das, was ich sage. Sonst vergessen wir das.

Was soll ich machen?

Ich brauche Details über Maria.

Was genau soll ich machen?

Das wissen Sie sicher viel besser als ich.

Wer ist Bill?

Das sind Sie.

Unterschätzen Sie ihn nicht. Josef Terboven ist belesen und intelligent.

Er wirkt charmant und sogar menschlich.

Aber vergessen Sie nicht, dass er von seiner nazistischen Ideologie getrieben ist.

Vielen Dank. Geh hier rüber.

Stell dir die Kamera als deinen Gegenspieler vor.

Die Kamera ist der Gefängniswärter.

Ruhe, Aufnahme! Ton! Kamera!

Und … bitte.

Was mache ich hier? An diesem verlassenen Ort?

Ich habe vielleicht viele Fehler gemacht, aber hier zu landen, im Gefängnis?

Nein, Leif, können wir …? Nicht abbrechen. Weitermachen.

Ich fühle mich unpässlich. Und bitte.

Was mache ich hier? An diesem verlassenen Ort?

Ich habe vielleicht viele Fehler gemacht, aber hier zu landen, im Gefängnis?

Wenn die Leute mich sehen, sehen sie dieses Äußere.

Einen armen Floh. Aber das war nicht immer so.

Meine Familie ist reich.

Mein Vater ist mächtig.

Und ich bleibe nicht länger hier.

Ich bin hier, weil ich dazu gezwungen wurde.

Wie immer im Leben eines Flohs. Ich wurde gezwungen.

Wagen Sie es nicht, jetzt zu gehen. Das lasse ich nicht zu.

Wenn Sie Gerechtigkeit fordern, wenn Sie wollen, dass diese Welt eine bessere wird,

dann müssen Sie mich auch entsprechend behandeln.

Ich bin nicht so abgerissen, wie ich aussehe.

Und Sie sind nicht so erbärmlich, dass Sie mich hier sitzen lassen.

Sie Mistkerl.

Es gibt keine Gerechtigkeit, kleiner Floh.

Da ist keine einfache Antwort, nur die Frage nach richtig und falsch.

Bravo! Kielland hätte das sehr gefallen, sehr gefallen.

Josef Terboven. Sonja Wigert.

Sehr erfreut. Kennen Sie seine anderen Werke?

"Gift" ist mein Lieblingsbuch. "Gift"?

"Gift", ja. Ich lese es gerade.

Vielleicht können wir das bei einem Abendessen weiter besprechen?

Ich darf Ihnen einen Wagen schicken heute Abend?

Ja.

Auf Wiedersehen … Herr Reichskommissar.

Hallo, Sigrid. Bist du wieder da?

Herr Gleditsch. Bist du wieder da?

Und du hast mich nicht vorgewarnt? Möchtest du dich zu uns setzen?

Ja, das …

Herr Gleditsch. Glückwunsch zu allem, was Sie beim Trøndelag Theater machen.

Ich habe so viel Gutes gehört. Wie läuft es dort oben?

Es geht. Es geht aber nicht,

dass Sie Vipsen neulich mit auf dieses Nazifest genommen haben.

Und Sie sehen nicht so aus, als würden Sie sich dafür schämen.

Sie laufen mit diesem verfluchten Sinding herum.

Bist du mit ihm hier? Er schleimt sich beim Nazipack ein.

Das wird an Ihrem Namen kleben, wenn sich der Wind dreht.

Falls Sie denn, wenn das geschieht, überhaupt noch einen Namen haben.

Es hat mich gefreut, euch wiederzusehen. Henry.

Was treibst du hier? Vibeke.

Das ist MüllerScheld, der deutsche Kulturattaché in Norwegen.

Das wird eine enormer Aufwand.

Der größte in der Geschichte Norwegens. Aber, Frau Wigert …

Nun ist es ja so, dass Ihnen eine große Verantwortung zuteil wird,

falls Sie die Else spielen sollten.

Wir werden nicht irgendeine Schauspielerin beauftragen.

Nein, wer die Rolle bekommt, wird uns nach außen repräsentieren.

Wird für Zusammenarbeit stehen zwischen dem norwegischem Volk und dem Dritten Reich.

Sie sollen die Front der national sozialistischen Bewegung verkörpern.

Sind Sie genauso begeistert wie ich? Natürlich ist sie das.

Teilt sie unsere Ideologie? Teilt sie unsere Vision von der Zukunft?

Selbstverständlich.

Ich möchte das doch so gern von Frau Wigert persönlich hören.

Sagen Sie, Herr MüllerScheld …

Sind Sie Christ? Christ? Ja.

Glauben Sie an Gott? Was hat das mit der Sache zu tun?

Beweisen Sie es, dass Sie an Gott glauben.

Das kann ich nicht. Eben.

Genauso wenig wie ich beweisen kann, woran ich glaube.

Ich bin auf Ihrer Seite. Sie müssen meinen Worten glauben.

Darauf trinken wir.

Heil Hitler. Heil Hitler!

"Die Alliierten klagen wegen der Küste."

"Sie beklagen sich die ganze Zeit."

"Die Küste, die Deutschland eingenommen hat."

"Frankreich, Spanien."

"Die Alliierten beklagen sich die ganze Zeit."

Frau Wigert! Reichskommissar Terboven …

Waren Sie schon mal hier? Noch nie.

Es war sicher eine gewisse Eleganz vorhanden, als ich übernahm.

Jetzt ist es ein wenig … kultivierter, finden Sie nicht?

Ja.

Guten Abend. Guten Abend.

Setzen wir uns doch, Frau Wigert. Kann ich Sie bitten, mich Sonja zu nennen?

Sie können. Sonja. Josef.

Bitte. Danke.

Auf Kielland. Kielland.

Glauben Sie, dass wir beide gut miteinander auskommen werden?

Vielleicht.

Vielleicht auch nicht.

Haben Sie Hunger? Kommen Sie.

Aber die Alliierten, die ich kenne, sie beklagen sich die ganze Zeit.

"Was machen wir mit Frankreich? Was machen wir mit Spanien?"

Darf ich Sie auch um etwas bitten?

Der heutige Abend soll sich nicht um Politik drehen. Das ist meine Arbeit.

Jetzt hab ich Feierabend.

Worum soll es heute Abend Ihrer Meinung nach gehen?

Ich bin immer ehrlich, und ich möchte, dass wir ehrlich zueinander sind.

Ich habe nichts gegen Ehrlichkeit.

Warum sind Sie hier?

Weil ich beim letzten Mal keine Gelegenheit dazu hatte.

Und ich möchte sehr gern, dass "Else" Realität wird.

Und ich würde gern diese Rolle spielen. Fangen Sie von vorne an.

Warum sind Sie wirklich hier?

Ich möchte Sie dazu bringen, meinen Vater freizulassen.

Es geht ihm nicht gut, und ich weiß nicht, ob er das Leben im Gefängnis übersteht.

Er ist ein alter Mann.

Es ist spät geworden. Ja …

Es wurde ein Zimmer für Sie hergerichtet.

Fühlen Sie sich ganz wie zuhause. Danke.

Es ist sehr schön.

Ach, ja … Wenn Sie mögen.

Ich glaube, ich werde ihn dazu bringen, dass er mir vertraut.

Terboven weiß, dass es in Schweden viele deutsche Sympathisanten gibt.

Aber er nannte keine Namen.

Er glaubte, Schweden würde Norwegen verteidigen.

Wieso habt ihr das nicht getan? Das dürfen Sie mich nicht fragen.

Ich habe immer noch nichts von einer Besetzung Schwedens gehört.

Aber sie werden wohl kaum

unbegrenzte antideutsche Propaganda in den hiesigen Zeitungen tolerieren.

Terboven ist erbost, wie die Deutschen in der Dagens Nyheter dargestellt werden.

Gut. Wir sollten ihm etwas geben.

Sagen Sie ihm, dass Schweden mobilisiert.

Tut ihr das? Ja, ich denke mir etwas aus.

Falsche Informationen? Bringt mich das nicht in Gefahr?

Holt das meinen Vater aus dem Gefängnis? Das ist ein Befehl, Frau Wigert.

Auf Wiedersehen.

Was machst du nach dem Krieg, wenn er denn je endet?

Ziehst du zurück nach Hause? Ich weiß es nicht.

Du bist Diplomat. Glaubst du, dass du viel reisen wirst?

Und du? Ich habe zuerst gefragt.

Vielleicht sollten wir zusammen wegziehen.

Sicher … Ich meine das ernst.

Wohin? New York.

New York …? Die beste Stadt der Welt.

Die Stadt, die nie schläft.

Der Central Park, die Avenues, die Jazzclubs … Du wirst es lieben.

Du kannst auch dort Filme machen.

Und ein Star am Broadway werden.

Scheiße! Nein!

Ein fantastischer Schuss!

Hier sind sie.

Apfel.

Wir wissen nicht, wie Berlin die Lage hier genau einschätzt.

Wir erscheinen nur schwach und feige, wenn wir hier nur herumsitzen,

abwarten und zusehen, wie in Schweden mobil gemacht wird.

Es gibt überhaupt keine Mobilisierung in Schweden. Das sind alles nur Gerüchte.

Ich bin sehr gut über den Stand der Dinge dort informiert.

Schweden wird sich nicht bewegen. Vielleicht haben Sie recht.

Schatz, was weißt du denn schon davon?

Ein Verwandter von mir in Värmland wurde einberufen.

Na bitte! Was hab ich gesagt? Sie mobilisieren!

Ja, aber sie nennen es "organisieren".

Aber er hat mir gesagt, dass er seinen Helm und Gewehr bekam.

Ist dem so? Ja.

Also doch nicht nur Gerüchte.

Und er hat es dir persönlich gesagt? Wann hat er sein Gewehr bekommen?

Ich kann nur das sagen, was er mir gesagt hat.

Ich wollte keinen Streit anfangen. Das hast du gerade getan.

Von wem sprechen wir?

Die Frage ist doch: Wie lange sollen wir das noch zulassen,

jetzt, wo wir wissen, dass es direkt vor unserer Nase passiert?

Was weiß denn eine Schauspielerin schon vom Krieg?

Niemand zweifelt an Ihnen. Meine Herren, es ist Zeit zu gehen.

Sonja. Dein Wagen wartet draußen.

Ich bin … Sonja, das hab ich nicht so gemeint.

Natürlich kannst du deine eigene Meinung haben.

Es tut mir leid.

Entschuldige bitte.

Kannst du bleiben?

Gut!

Stopp, stopp! Runter.

Pass auf.

Nein! Du blutest. Soll ich einen Arzt holen?

Nein, keinen Arzt. Ist nur ein kleiner Kratzer.

Aiaiaiai … Du meine Güte.

Das war dumm. Ja.

T möchte, dass wir uns öfter sehen.

Er besorgt mir ein Visum und will mich sehen, sobald meine Drehtage vorbei sind.

Die Dreharbeiten verlaufen schleppend.

Ich bin unzufrieden mit den Änderungen, die die Deutschen vorgeschrieben haben.

Aber ich will Sindings Situation nicht verschlimmern.

T besucht hin und wieder das Studio.

Leif, wir können Elses Schicksal nicht ändern.

24. Juli.

T sorgt sich darum, dass die Schweden sich nicht gegen England verteidigen würden.

Er will das mit Berlin besprechen.

Acht deutsche Offiziere zu Besuch.

Sie prahlten mit neuen Eroberungen und ihrer Überlegenheit.

T ist davon überzeugt, dass der Krieg in acht Monaten vorbei ist.

T ist stinksauer über die Sabotage in Trondheim.

Er befürchtet eine Ausbreitung des Widerstands

und hat die Polizeipräsenz verdoppelt.

Gestern glaubte er, jemand hätte Besteck gestohlen.

Zur Strafe schickte er eine Haushälterin an die Front.

Solche Dinge tut er, wenn er wütend ist.

31. Juli. Ich glaube, ich kann meine besondere Beziehung zu T aufrechterhalten.

Sobald sich eine Möglichkeit ergibt, werde ich Vaters Situation ansprechen.

Das ist riskant, aber ich kann nicht länger warten,

wegen seiner schlechten Gesundheit und meinetwegen.

Ich bin jemand anderes geworden.

Ich hoffe, ich finde wieder zurück zu mir selbst, wenn das hier vorbei ist.

Weiterhin nichts Neues über Maria. Bill.

Entschuldige, Josef. Hast du Zeit? Ja. Schön, dass du da bist. Komm rein.

Ich möchte mich gerne mal mit dir unterhalten.

Komm, komm. Setz dich.

Ich hab mich mit Fehlis und mit den SipoKommandanten unterhalten.

Sie stimmen mit mir überein, aber ich würde gern deine Meinung hören.

Diese verfluchten Saboteure da oben in Trøndelag.

Ich weigere mich einfach, sie zu Kriegshelden zu machen.

Und das werden sie, wenn ich sie jetzt bestrafe.

Ich verstehe dein Problem.

Morgen wird das norwegische Volk Prinzipien kennenlernen, die jetzt erforderlich sind.

Welche Prinzipien sind das? Hinrichtungen.

Wenn sie die ihnen gereichte Hand anspucken,

bleibt uns nichts anderes übrig, als sie in die Knie zu zwingen.

Besteht denn kein Risiko, dass dies den entgegengesetzten Effekt haben wird?

Dass es den Widerstandsgeist stärkt? Ja!

Das ist genau der Punkt. Dann sind sie gefallene Helden im Widerstand.

Das nützt mir gar nichts. Ich muss also den Kern des Problems angreifen.

Die geistigen Urheber. Die Intellektuellen. Die Journalisten.

Die Scharfmacher der Kommunisten. All jene, die das Feuer erneut anfachen.

An den Anführern muss ein Exempel statuiert werden.

Ich werde Folgendes tun:

Ich nehme einige zentrale Figuren aus dem Spiel.

Aber ich werde alle wissen lassen, was der eigentliche Grund dafür ist:

Sabotage.

Das wird dir niemals verziehen werden. Ich weiß.

Es muss doch einen anderen Weg geben.

Ich bekomme solche Kopfschmerzen von dieser Sache hier.

Entschuldige. Was hattest du auf dem Herzen, Liebling?

Nichts.

Nichts.

Sonja?

Was hast du? Nur einen Traum.

Alles gut. Alles gut.

Wir …

Wir lassen deinen Vater frei.

Kannst du mir einen kleinen Gefallen tun?

Ja.

Kannst du für mich in Schweden spionieren?

Meine kleine Spionin.

Vipsen?

Sie haben Gleditsch geschnappt. Er ist tot.

Was sagst du da?

Sie haben ihn hingerichtet, zusammen mit neun anderen, in Trondheim.

Unschuldige Menschen. Ohne jeden Anlass.

Heinrich Fehlis, Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Norwegen.

Wo ist Josef?

Er hat sich um einen Krieg zu kümmern, oben im Norden Norwegens.

Sie aber können sich anziehen und mit mir mitkommen.

Fräulein Wigert, es wird mir eine große Freude sein, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Da wartet ein Wagen. Fünf Minuten.

Nicht alle haben das Privileg, einen solchen Einfluss auf den Reichskommissar auszuüben.

Wollen Sie gar nicht rausgehen und ihn begrüßen?

Wenn Sie sich beeilen, schaffen sie es noch, bevor er im Zug ist.

Na los, raus jetzt. Damit ich zusehen kann.

Ich liebe Happy Endings.

Gehen Sie zurück nach Stockholm. Dort wird Sie unser Kontakt aufsuchen.

Er wird Sie fragen, ob Sie zum Spazieren gehen mit dem Hund mitkommen wollen.

Er wird Ihnen nähere Informationen zum Auftrag geben.

Mehr müssen Sie im Moment gar nicht wissen.

Liebe Mutter. Ich hoffe, dass Vater sich erholt hat

und dass seine Lunge sich auf dem Weg der Besserung befindet.

Ich vermisse euch so sehr.

Ich wünschte, ich könnte euch mehr erklären, aber das kann ich jetzt nicht.

Aber glaube mir: Es gibt eine Erklärung für alles.

Bitte sag Vater, er soll keine Treffen organisieren oder im Widerstand mitwirken.

Das ist wichtig.

Ich weiß, wie er reagieren wird, aber derzeit ist die Lage besonders sensibel.

Es tut mir leid, wenn meine Worte kryptisch wirken.

Es ist aber etwas geschehen, das eure Sicherheit gefährdet.

Der Krieg ist jetzt in eine neue Phase eingetreten.

Das brutale Regime von Reichskommissar Josef Terboven

zeigte vor knapp zwei Monaten sein wahres Gesicht,

als er Kriegslager einführte und einer Massenhinrichtung beiwohnte,

bei der 72 Männer getötet wurden.

Die Verfolgung von Juden wird nun immer nachdrücklicher betrieben.

Die norwegische Polizei wurde gezwungen,

alle jüdischen Männer über 15 Jahren festzunehmen.

Hallo? Frau Wigert?

Wie geht es Ihrem kleinen Hund?

Müsste er nicht mal einen Spaziergang machen?

Ja, das könnte sein. Hervorragend.

Ich denke, wir könnten uns im Hagapark treffen.

Gut. Dann sehen wir uns dort.

Vorsicht!

Frau Wigert? Baron von Gossler?

Sehr erfreut. Wo ist denn heute Ihr kleiner Hund?

Ich sehe unserer Zusammenarbeit sehr positiv entgegen.

Es ist mir eine große Ehre, dieses Spiel mit der Besten spielen zu dürfen.

Wofür brauchen Sie mich?

Sehen Sie das große Bild in den kleinen Dingen.

Die Orte, die Sie frequentieren, sind ja voller kleiner, kaum wahrnehmbarer Dinge,

die vielleicht gar nicht so klein sind, wenn man darüber nachdenkt.

Sollte ich denn nicht wissen, nach welchen kleinen Dingen ich Ausschau halten soll?

Was denken Sie über eine Alliierte Invasion? Hier in Schweden?

Eine Alliierte Invasion? Das wäre ein Anblick!

Was denken Sie denn?

Sie sollten es wissen, wenn Sie ein Spion sind. Sind sie das?

Es hat mich gefreut, Sie zu sehen, Baron von Gossler.

Wir werden uns sich mal über den Weg laufen.

Aber wenn sonst nichts ist, muss ich jetzt los.

Wir haben Grund zur Annahme, dass jemand in unseren Reihen nicht ganz loyal ist.

Er lässt Informationen an die Alliierten durchsickern, die wir geheim halten wollen.

Infiltrieren Sie unsere Reihen und finden Sie das Leck.

Ich werde mein Bestes geben.

Bestmöglich Beobachtungen mit meinen Verbindungen anstellen …

Aber das sind nicht so viele.

Wieso benutzen Sie nicht Ihren ungarischen Liebhaber?

Keine Sorge. Ich werde dem Reichskommissar nicht von ihm berichten.

Terboven hat ja selbst Dreck am Stecken.

Aber es würde dennoch nicht glücklich enden, wenn er davon wüsste.

Der Ungar bleibt also unter uns. Auf Wiedersehen, Frau Wigert.

Komm. Komm, Eva.

Ich brauche diesmal ein richtiges Leck. Nicht nur Tratsch.

Observieren Sie mich? Werde ich abgehört? Das werde ich, oder?

Dann müssen Sie jetzt damit aufhören. Der geringste Verdacht,

dass ich mit Ihnen zusammenarbeite, wird meine Familie töten. Verstehen Sie?

Das hier steht in allen Zeitungen. Ich brauche etwas Greifbares, Namen.

Würde es Ihnen gefallen, wenn ich Sie auffliegen lasse?

Ich werde sehen, was ich tun kann.

Vielleicht lassen sich ein paar Quellen entbehren.

Der Kontakt mit von Gossler kann uns vielleicht zu Maria führen.

Bringen Sie meine Familie nach Schweden. Nicht jetzt. Wir müssen vorsichtig sein.

Das könnte Verdacht erregen. Es stehen Männer vor meiner Tür!

Wenn Sie uns helfen, Maria zu finden, bringe ich Ihre Familie in Sicherheit.

Gut. Andor Gellert.

Wie ist sein Verhältnis zu den Deutschen?

Er verlässt Stockholm in regelmäßigen Abständen. Wissen Sie, wohin er reist?

Wohin er reist? Wohin denn? Ja, das wüssten wir gern.

Nein! Ich kenne ihn.

Wirklich? Wie gut?

Wenn er seine Reisen geheim hält, hält er vielleicht noch mehr geheim.

Finden Sie mehr über ihn heraus. Akrell …

Das ist eine unserer Schwalben, die wir ertrunken unter einer Brücke fanden.

Ihr Bruder hatte sie verraten. Enge Beziehungen sind keine Garantie.

Wie geht es der Schauspielerin, die jedes Wetter aushält?

Kennst du ihn? Nur ein Inselbewohner.

Er hat auch eine Hütte hier draußen gemietet.

Was ist denn? Ist unser Verhältnis ein Geheimnis?

Nein.

Was tust du hier draußen? Es ist mein Sanatorium.

Es hält mich geistig gesund.

Ich möchte dir etwas zeigen.

Sag niemandem etwas davon.

Das bist du. Und das hier.

Ich könnte ewig so leben.

Sonja?

Möchtest du mich heiraten?

Entschuldigung. Ich wollte nicht … Antworte nicht. Das war völlig falsch.

Ich muss gehen.

Patrik? Patrik?

Können wir reden? Jetzt nicht.

Ich habe eine Frage. Es passt gerade nicht.

Das da … Was ist das?

Meine Güte! Das hier …

Was ist das hier? Was ist das hier?! Nur ein Auftrag. Ein paar Naturaufnahmen.

Für wen? Für die Deutschen?

Bist du verrückt? Für die Deutschen? Ich bitte dich …

Verdammt!

Es sind nur ein paar Fotos.

Wer bezahlt dich?

Ich weiß es nicht.

Ich bin nie jemandem begegnet.

Es war ein paar Tage nach Berns.

Da kam der erste Brief.

Ich sollte doppelt so viel bekommen,

wenn die Fotos aufgenommen und am vereinbarten Ort abgelegt wurden.

Ich machte Aufnahmen von der Küste, dem Schärengarten, ein paar Häfen.

Schon gut. Wem lieferst du sie?

Ich deponiere sie in einem Abfalleimer im Hagapark.

Du hast also jemanden gesehen? Nein, ich weiß nicht, wer sie sind.

Vielleicht habe ich einmal jemanden gesehen, aber das hätte jeder sein können.

Sollst du die abliefern?

Wann? Heute Nachmittag. Um vier Uhr.

Was willst du damit?

Das ist eine verdammt schlechte Idee.

Was zur Hölle hast du …? Sonja! Vertrau mir.

Wann geht es los? Sie sind spät dran.

Maria wird den hier um vier Uhr im Hagapark abholen.

Gegen meine Familie. Es ist nicht nur …

Dann viel Spaß im Krieg!

Wir haben das doch besprochen. Natürlich werde ich Ihre Familie herholen.

Geben Sie ihn mir.

Das hier ist nicht seine Identität. Aber wenn er uns zu Maria führt …

Dann ist Ihr Auftrag ausgeführt.

Ich hole Ihre Familie her, so schnell es geht.

Was soll ich sonst noch sagen? Ich verspreche es? Ich schwöre es?

Woher haben Sie diese Fotos? Von einem Freund.

Sie sollen in einem Abfalleimer unterhalb des Pavillons "Gustav III" deponiert werden.

Und wie sind Sie an die Fotos gelangt?

Sorgen Sie einfach dafür, dass er geschnappt wird.

Um 17 Uhr im Café Blom.

Es kam niemand? Sonst hätte ich sie jetzt nicht.

Jemand muss mich gesehen haben. Wie bitte?

Patrik! Sonja? Sonja, warte!

Sonja …

Patrik …?

Patrik?

Oh mein Gott!

Patrik? Patrik?

Patrik? Patrik?

Patrik!

Sonja. Wir können hier nicht bleiben. Ich muss dringend telefonieren.

Wir sind ziemlich überzeugt. Er heißt Andor Gellert. Ungarischer Diplomat.

Sie fand Bildbeweise in seinem Haus. Woher haben Sie diese Fotos?

Die hier sind von dem toten Fotografen. Sie fand die gleichen Fotos bei ihm.

Ich brauche mehr als … Major Petersén, bei allem Respekt …

Ich komme ganz ausgezeichnet ohne Ihren Respekt zurecht.

Tun Sie die Arbeit, für die sie bezahlt werden, und schnappen Sie ihn lebend.

Ich bin so froh, dich zu sehen.

Ich dachte, ich hätte mit meinen Worten alles zerstört.

Ich war einfach nicht vorbereitet und war überwältigt.

Ich fühle mich geschmeichelt, aber ich bin noch nicht geschieden.

Ich weiß.

Wir haben es doch nicht eilig, oder? Ich kann warten.

So lange ich weiß, dass du … dass wir …

Dann kann ich ewig warten.

Ich möchte dir etwas zeigen.

Die habe ich bei Patrik gefunden.

Vielleicht helfen sie dir. Oder uns. Du solltest die nicht haben.

Sie sind den Deutschen sehr viel wert.

Weißt du, was für Fotos das sind? Ja.

Für wen arbeitest du? Wer bist du?

Andor, ich weiß, dass du Maria bist. Es ist in Ordnung.

Er konnte entkommen. Aber wir werden ihn schnappen.

Jetzt wissen die Deutschen, dass ich mit Ihnen zusammengearbeitet habe.

Ganz ruhig. Ja, Sie haben gut reden.

Was soll ich jetzt tun?

Meine Familie und ich sind so gut wie tot.

Ich sagte doch, dass wir ihn schnappen werden.

Verbinden Sie mich mit Akrell.

Ich habe von Gossler gesagt, ich wisse, wer das Leck bei Ihnen ist.

Nein, ich weiß es ja nicht, aber ich habe es trotzdem gesagt.

Ich sagte ihm, ich werde es nur ihrer Maria sagen.

Von Angesicht zu Angesicht. Morgen, Bellmansro, 12 Uhr.

Akrell? Schicken Sie das gesamte Polizeikorps, wenn es nötig sein sollte.

Sie hatten etwas für uns … Nicht hier und nicht jetzt.

Was kann morgen gesagt werden, was heute nicht gesagt werden kann?

Der Ort ist ausgezeichnet. Wir werden wohl kaum abgehört.

Denn Sie hatten doch keinen Kontakt zum schwedischen Geheimdienst?

Natürlich haben die sich bei mir gemeldet.

Sie haben mich nach allem und jedem gefragt.

Das sind keine Idioten.

Gute Nacht.

Wir sind hier noch nicht ganz fertig, Frau Wigert.

Wo ist eigentlich ihr junger, ungarischer Liebhaber abgeblieben?

Ich weiß es nicht.

Erschießen Sie mich. Dann nehme ich mein Wissen mit ins Grab.

Und Sie können mit einer Auseinandersetzung mit Reichskommissar Josef Terboven rechnen.

Tidholm! Der Wagen.

Frau Wigert!

Maria.

Herr Finke? Frau Wigert!

Kommen Sie, kommen Sie!

Ein wahres Vergnügen. Wie immer.

Ich will gleich zur Sache kommen: Wir haben seit einer Weile den Verdacht,

dass dieser junge, stilvolle Ungar das Leck ist.

Er hatte einen fast unbegrenzten Zugang zu unserer Botschaft.

Und jetzt hat er sich in Ihrem kleinen Liebesnest versteckt.

Ich schlage vor, dass Sie uns den Weg zeigen.

Frau Wigert! Ich sehe kein Boot.

Keiner hier.

Herr Finke! Sehen Sie.

Das sind ja unsere Bilder.

Er hat alle kopiert. Verdammter Verräter.

Jetzt mach schon!

Vielleicht hat er das Boot versteckt. Wo denn?

Dort!

Bleiben Sie stehen.

Agent Bill identifizierte "Maria" als Albert Finke,

den deutschen Touristikchef.

Er und von Gossler hatten umfangreiche Spionage entlang unserer Küste betrieben.

Sie wurden bei der deutschen Botschaft verhaftet, als sie Beweise vernichteten.

Ich hielt mein Versprechen, und es gelang mir mit einiger Mühe,

sie über die Grenze zu ihrem Sommerhaus in Falkenberg zu schmuggeln.

War Bills Einsatz entscheidend für den Ausgang des Krieges?

Vermutlich nicht.

Aber ihr Umgang mit den Deutschen schadete ihrer Karriere gewaltig.

Es ist nicht leicht, Misstrauen abzuschütteln.

Und noch schwerer, wenn man als Doppelspion arbeitet.

ZURÜCK AN ABSENDER

Das meiste deutet darauf hin, dass er in den Untergrung gegangen ist.

Keine Adressen, keine Spur von irgendwelchen Verwandten. Nichts.

Wenn er für die Amerikaner gearbeitet hat,

ist er jetzt vielleicht in England oder den USA.

Ja, es tut mir leid.

"Für den Einsatz für König und Nation"?

Sie haben einen heldenmütigen Einsatz für unsere Nation und unsere Freiheit geleistet.

Leider wird niemand davon erfahren, zumindest nicht in der nächsten Zeit.

Erwarten Sie also keinen Applaus. So etwas gibt es in unserer Branche nicht.

Akrell?

Falls Sie jemals erfahren, wo er ist …. Können Sie ihm den hier geben?

Sonja, Sonja …

Behalten Sie ihn.

Ich verspreche, ich werde alles in meiner Macht Stehende tun,

um herauszufinden, wo er sich befindet.

Danke.

Sonja Wigert traf Andor Gellert nur noch ein Mal, 1961 in New York. Er wies sie zurück.

Die Schweden versuchten nach dem Krieg, Sonjas Ruf wiederherzustellen.

Das taten die Amerikaner auch, aber es gelang ihnen nur zum Teil.

Sie starb 1980, und die Information über ihre Arbeit als Doppelagentin

wurde erst in den 2000er Jahren von den schwedischen Behörden herausgegeben.

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