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Darf ich dich was fragen?
Es ist etwas persönlich, aber... denkst du je über den Tod nach?
Hilfe!
Hallo!
Hilfe!
Hallo!
Bitte!
Ich bin hier! Hört mich jemand? Bitte!
Hilfe!
Nach neuesten Meldungen
wird eine junge, international bekannte Eiskunstläuferin
auf einem nördlichen Gletscher vermisst.
Die Athletin, deren Name bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde,
war im Rahmen einer Werbetour mit ihrem Team unterwegs.
Neben einem Fotoshooting war auch eine Übernachtungsexpedition
auf dem Gletscher unter Survival-Bedingungen vorgesehen.
Sektor Charlie visuell geprüft. Keine Sichtbestätigung.
Beginne Anflug auf Zone Delta.
Verstanden. Rasterflug beibehalten.
Melde jede Auffälligkeit, egal wie klein.
Gute Sichtverhältnisse, klarer Horizont.
Wenn die Zielperson abgetrieben ist,
könnte die Strömung sie 20 bis 30 Meilen getragen haben.
Verstanden. Bleib systematisch. Jeder Sektor muss überprüft werden.
Roger. Kurskorrektur auf 085. Rasterflug wird fortgesetzt.
Keine Signalraketen, kein Blinksignal, keine Wärmequelle, nur Eisbewegung.
Verstanden. Halte den Kurs. Peilung beibehalten.
Bleib wachsam. Jede Minute zählt.
Wenn jemand hier draußen ist, dann macht er es uns nicht leicht.
Nach verschiedenen Quellen verschwand die Athletin am späten Vormittag.
Es ist weiterhin unklar, ob sich die Eiskunstläuferin verlaufen hatte.
Starker Wind und dichter Schneefall haben sämtliche Spuren verwischt.
Auch ein Unglück am Gletscherrand wird derzeit nicht ausgeschlossen.
Möglich ist, dass sie dort ins eiskalte Wasser gestürzt ist.
Eine ihrer Teamkolleginnen hat sich vorhin dazu geäußert.
Ich kann es immer noch nicht glauben.
Sie hat heute Morgen gesagt, dass sie kurz allein sein will.
Die Behörden weisen darauf hin, dass es auf jede Minute ankommt.
Roger. Das Rettungsschiff ist in zehn Minuten am Gletscherrand.
-Irgendwelche Sichtungen? -Negativ. Ich wiederhole, negativ.
Ausschließlich Lichtreflexe.
Eisstücke, die den Suchscheinwerfer spiegeln. Rückkehr ins Suchraster.
Noch ein letzter Durchgang, danach Rückflug zur Basis.
-Bestätige Treibstoffstatus. -Treibstoff reicht noch für 30 Minuten.
-Suche weiter. -Verstanden.
Wir prüfen Sektor Alpha Neun.
Es muss doch hier sein.
Wo ist es?
Bitte, komm schon...
Komm!
Ja!
Tanz ich hoch mit Bienen fein...
Wiese, Wiese...
weich und grün...
der schönste Ort sich wohlzufühlen.
Wir haben die Raster Alpha bis Foxtrot zweimal abgeflogen.
Wenn eine Person da draußen war, hätte der Sturm letzte Nacht sie erwischt.
Die Überlebenschancen liegen bei null.
-Verstanden. -Bitte um Anweisung:
-Sollen wir ausweiten oder umkehren? -Warte.
Einsatzleitung prüft Abbruch der Suche.
Okay...
So...
Ach, verdammt!
Mist!
Komm schon!
Hallo?
Bitte, bitte, bitte!
Hallo?
Äh, ist da jemand? Hallo?
Hi!
Hi, ja, hallo! Ich brauche Hilfe, hi!
Ja, ich helfe gern! Und ich versüße dir den Tag.
-Spreche ich mit Emily? -Ja!
Ja, bitte schick jemanden, der mir hilft.
Ich heiße Harry. Ich rufe wegen der Klimaanlagen von "Cool Breeze" an.
Der Sommer naht mit tollen Angeboten für unsere neuesten Modelle.
Nein. Nein, bitte hör mal.
Ich brauche keine Klimaanlage, sondern Hilfe.
Ich bin irgendwo mitten im Arktischen Ozean
auf einer Eisscholle und ich brauche...
Auf einer Eisscholle, wirklich? Wow.
Ja, wirklich, auf einer Eisscholle.
Ich schicke meine Koordinaten, okay?
-Ich weiß gar nicht, wo genau ich bin. -Wenn das Angebot nicht in Frage kommt,
-sag's ruhig, ich will niemanden drängen. -Nein, ich mache keine Witze.
Ich auch nicht.
Ich war mit meinem Team hier,
dann ist der Gletscherrand abgebrochen, ich bin aufgewacht und ich bin...
Unsere umweltfreundlichen Klimaanlagen sind wirklich energieeffizient.
Nein, nein, nein! Bitte, bitte hör auf, über Klimaanlagen zu reden!
Bitte schick jemanden, der mir hilft! Ich flehe dich an!
Gut, schon verstanden. Es warten noch andere Kunden auf mich.
Nein, nein, nein! Nicht auflegen, bitte!
-Einen schönen Tag noch. -Nein, bitte!
Hallo?
Hallo?
Fuck! Hallo?
Hallo? Fuck!
Komm schon.
Komm schon, na los, bitte, bitte, bitte.
Scheiße!
Komm schon...
Rettung 8-8-4-2.
Keine Sicht, Treibstoff bei 35, südlicher Sektor erneut abgesucht.
Gletscherkante bricht auf. Strömung zieht nach Westen.
Rettung 8-8, bestätigen Empfang, kein Ziel gefunden im südlichen Sektor.
Suche läuft weiter.
Rettung 8-8-4-2, Wetterlage zunehmend schlechter.
Rettung 8-8-4-2, bestätige Status.
ICH HABE HUNGER!
Hey!
Hallo!
Komm her, na los, komm!
Komm schon.
Bitte. Bitte lass es funktionieren.
Ja...
Anna, guck mal.
Jetzt geht es nach Hause, Anna.
Endlich.
Nein! Wo fahrt ihr hin?
Nein!
Nein! Nein! Nein!
Nein! Nein!
Hallo!
Nein!
Nein, ich bin hier! Ich bin hier!
Nein!
Na, wie kommst du denn hierher?
Ich weiß nicht, ob...
Eisbären Nüsse mögen, aber...
dank ihnen lebe ich noch, von daher...
Magst du sie?
Das ist gut.
Ich, ich...
Ich weiß, es heißt ja,
man soll keine Tiere füttern, aber, äh...
wir sind ja nicht im Zoo. Also...
Deine Mama?
Hallo...
Jetzt mache ich mein Versprechen wahr, Anna.
Was willst du heute Abend machen, kleine Schwester?
Jetzt, wo du endlich frei bist.
Der schönste Ort der Welt.
Willst du vielleicht picknicken?
In den Freizeitpark?
Oder wir fragen Mama und Papa, ob wir schwimmen gehen können.
Nein?
Du hast recht, es ist viel zu kalt zum Schwimmen.
Glaub mir, ich weiß das.
Erzählst du mir eine Gute-Nacht-Geschichte?
Okay, ich höre zu.
Allerdings bitte nichts Gruseliges.
Erzähl mir eine Geschichte, die glücklich macht
und wärmt.
Ja.
Das ist schön, erzähl mir davon.
Es tut mir leid, Anna.
Bitte verzeih mir.
Hallo!
Hallo!
Emily?
Hi, ja, ich bin es!
Bitte ruf jemanden an, der mir hilft! Die 112 oder...
oder 911, keine Ahnung,
aber bitte, bitte ruf irgendwen an, der mich abholt!
Ich bin es.
Du kannst dir überhaupt nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass...
Der Klimaanlagen-Typ.
-Hä? -Ja.
Leider.
Okay, aber du musst irgendwen anrufen, der mir hilft.
Du musst jetzt jemanden anrufen, bitte.
-Das ist mein letzter Anruf. -Letzter was?
-Anruf. -Was, ich...
Okay, ich weiß nicht, was...
Was meinst du damit? Hilf mir, bitte!
Ich meine damit, dass ich dich nicht mehr anrufen kann.
-Mich? -Niemanden.
Wieso?
Ist das wichtig?
Ist doch egal, ich weiß nur, dass du verdammt noch mal
mein einziger Kontakt hier draußen bist! Mein Handy funktioniert nicht mal!
Ruf jetzt jemanden an, der mir hilft!
Ist alles egal.
So habe ich es nicht gemeint.
Ich weiß, was du meinst.
Deswegen rufe ich an.
Ich glaube, du verstehst nicht, was ich meine.
Wenn das ein blöder Scherz sein soll, lass es,
und ruf jemanden an, der...
Wenn du glaubst, das ist ein blöder Scherz, dann leg doch einfach auf.
Nein.
Beim letzten Telefonat hast du auch aufgelegt.
Das lag sicher am Netz, ich hab hier keine gute Verbindung.
Wo? Wo denn?
Auf...
Auf einer Eisscholle...
irgendwo mitten im Ozean.
-Du musst mir glauben. -Das schon wieder...
Ruf jemanden, der mir hilft!
Hallo?
Hallo?
Hallo?!
Hallo?
Hallo?
Hallo?
Fuck!
Bitte, bitte, bitte!
Bitte sei nicht weg!
Bitte sag doch was!
Ja?
Okay...
Du bist noch da. Gott sei Dank!
Warum spielst du mit mir?
Was? Ich?
Ich spiele mit dir?
Ja.
Ähm...
Okay, aber du rufst doch mich an.
Nun...
weißt du, ich wollte eigentlich Basketballspieler werden.
Bist du noch da?
Ja, ich bin da.
Ja, na ja, es war nur ein Traum.
Ich bin dafür gar nicht groß genug oder schnell genug.
Ich war schon gut, aber nicht gut genug.
Okay, ähm, tut mir leid.
Das muss es nicht. So ist das Leben.
Ja.
Ich wollte auch mal Arzt werden,
aber ich habe zu wenig für die Aufnahmeprüfung gelernt.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Ich musste mich um meine...
meine drei kleinen Geschwister kümmern.
Mein Vater ist gestorben, als ich noch klein war, und meine Mutter...
Na ja, sie ist krank.
Deshalb hab ich meine Studienpläne aufgegeben.
Das tut mir wirklich leid.
Oder vielleicht war ich auch einfach nicht schlau genug.
Und es muss dir nicht leid tun. Jeder will irgendwas
und jeder hat Träume, so wie ich.
Ich wollte wer sein, verstehst du? Ganz egal wer, nur nicht ich.
Ich wollte kein Televerkäufer werden, aber für mehr hat es nicht gereicht.
Mehr war nicht drin für mich.
Tut mir leid.
Was hast du eben gesagt?
Ich wollte sagen, dass es mir...
Ich brauche kein Mitleid.
Die meisten kriegen nicht das, was sie wollen.
Ich wollte kein blöder Telefonverkäufer werden, aber genau das bin ich geworden:
der Abschaum der Welt.
Warum sagst du sowas?
Weil ich ehrlich bin. Es ist das, was alle denken.
Ich nicht.
Die meisten Leute legen einfach auf.
Manche sind richtig fies und dann gibt es die, die nur nett tun,
um zu gefallen, weil sie einen guten Eindruck hinterlassen wollen.
Also, wenn du denkst, dass ich... Ich wollte nicht...
Doch, wolltest du.
Was willst du von mir?
Ich weiß nicht, was ich von dir will.
Ich wünsche mir jemanden, der mich hört. Jemanden...
Als ich dich das erste Mal angerufen habe, hättest du einfach auflegen können,
als du gehört hast, dass ich Klimaanlagen verkaufe.
Aber anstatt aufzulegen, hast du mit mir gesprochen
und dir diese absurde Geschichte ausgedacht.
Du verstehst das nicht.
Es fühlt sich an, als würden die Wände immer näher kommen.
Kennst du dieses Gefühl?
Also jetzt gerade kommen keine Wände näher, weil ich...
weil ich mich...
auf einem schmelzenden Stück Eis irgendwo im Meer befinde.
Ja. Stimmt, hatte ich fast vergessen.
Einen anderen Menschen kennenzulernen,
ein Wesen meiner Art,
ist der größte Trost in der Einsamkeit.
Auch wenn es nur eine Stimme ist.
Es spielt keine Rolle, ob die Stimme
seltsam, ermutigend, fröhlich, traurig,
angsteinflößend oder verwirrend ist.
Was zählt, ist, dass die Stimme nicht verschwindet.
Man kann sich vorstellen, wie sie neben einem steht.
Nichts ist wichtiger, als die Verbindung zu halten.
Vor allem, wenn man sich schon so gut wie aufgegeben hat.
Aber plötzlich möchte man das Leben doch nicht loslassen.
Dann fühlst du dich also nicht gefangen, so wie ich?
Du kannst machen, was du willst, und du kannst deinen Weg gehen, egal wohin.
Das sehe ich anders.
Emily, bitte. Versuch es gar nicht erst.
Du lebst in einer Welt, von der du immer geträumt hast,
und du tust genau das, was du immer tun wolltest.
Was? Das verstehe ich nicht.
Die Scheinwerfer, das Publikum, der Applaus,
der rote Teppich. Und das Allerwichtigste: Leidenschaft.
Das tolle Gefühl, das du jedes Mal bekommst, wenn du übers Eis gleitest.
-Woher weißt du das? -Easy.
Dein Name steht auf meiner Liste und schließlich gibt es ja Google.
So viele tolle und schöne Fotos und Videos von deiner Karriere.
Und dein Social-Media-Profil.
Sag mal, stalkst du mich etwa?
Nein, nicht so richtig.
Ich wollte nur mehr über dich rausfinden nach unserem Telefonat.
Wieso? Das ist total schräg.
Warum?
Weil es schräg ist,
wenn du nach jedem Anruf im Internet den Leuten hinterherspionierst.
Nein, nein, nein. Du bist die Einzige.
Okay, gut, das glaub ich dir nicht.
Ich meine, offenbar weißt du...
echt viel über mich, und ich weiß nicht mal...
und ich kenne nicht mal deinen Namen, also...
Ja, ich glaube dir, dass du mir nicht glaubst.
Ich heiße Harry.
Und du glaubst mir nicht, dass ich auf einer Eisscholle bin,
die mitten im Ozean schmilzt. Sehr erfreut, Harry.
Ich glaube, ich bin jetzt ein Stück weiter südlich.
Das Eis schmilzt und...
ich hab das Gefühl, es wird ein bisschen wärmer.
Also, was ich glaube, weil ich das weiß, ist,
dass du auf einem Gletscher in der Arktis bist.
Oder zumindest warst du dort.
Ja, ja, ich...
Warte...
Hier ist dein Selfie-Video auf dem Weg zum Flughafen mit deinem Team.
Hier bist du im Flugzeug.
Du erklärst deiner Freundin irgendwas
über das Ding aus Holz in deinem Arm. Was ist das eigentlich?
Das ist die Urne meiner Schwester.
Wirklich?
Das tut mir sehr leid.
Das muss es nicht.
Anna ist vor langer Zeit gestorben, sie war sieben, und ich war acht.
Harry?
Darf ich fragen, wie?
Sie wurde, ähm...
sie wurde von einem Blitz getroffen.
Wirklich? Wie ist das möglich?
Die Wiese war so wunderschön und...
die Zeit erstreckte sich ins Unendliche, wie das Meer.
An diesem Tag war der Himmel grau
und man konnte den Donner in der Ferne grollen hören.
Anna blieb am Rand der Wiese stehen und wollte nach Hause zurückgehen.
Komm, wir rennen!
-Ich sah die Angst in ihren Augen. -Mama hat es gesagt.
Du Feigling!
Annas angsterfüllte Augen weckten in mir den Kampfgeist.
Ich wollte über die Wiese rennen.
Ein Funke blitzte in Annas Augen auf und schon rannte sie los.
Ich überholte sie und war fast am anderen Ende der Wiese.
Es ging so schnell.
Und dann...
genau in diesem Moment,
wusste ich, dass das Leben, wie es einmal war, für immer vorbei war.
Ein einziger Blitz.
Du glaubst, es war deine Schuld, oder?
Laut Google bist du auch Schriftstellerin.
Du hast ein Buch veröffentlicht:
"Gute-Nacht-Geschichten von Anna und Emily".
Ja.
Meine Schwester und ich haben uns früher jede Nacht Geschichten erzählt
vor dem Schlafengehen und manche haben wir aufgeschrieben.
Und später hab ich sie fertiggeschrieben und veröffentlicht.
Mir ist aufgefallen, dass du gut Geschichten erzählen kannst.
-Kennst du mein Buch? -Nein.
Und wie...
Emily, vom Blitz erschlagen zu werden, ist eine Chance von eins zu einer Million.
Ja.
-Harry? -Warte kurz. Hier hab ich noch was.
Ich hab Fotos und Videos von deinen Freunden gefunden,
auf Instagram und Facebook, auf Alessandras Seite.
Du stalkst mich ja wirklich.
Da sind Fotos von einem Promo-Shooting auf einem Gletscher in der Arktis.
Da bist du und dein Team. Wow!
Sieht aus, als hättet ihr da eine richtige Party gefeiert.
Okay, was gibt es da noch zu sehen?
Ihr lacht und redet.
Oh! Du warst wohl ein bisschen betrunken auf der Party.
-War ich nicht. -Oh doch, definitiv.
Definitiv nicht!
Ich dachte, Sportler trinken nicht,
zumindest keine Eiskunstläuferinnen.
Das glauben alle, aber manchmal trinken wir natürlich auch was.
Du siehst so glücklich aus.
Harry?
Harry?
Harry?
Harry, bitte, bitte sag mir, dass du noch da bist.
Ich würde dir kein Wort glauben,
wenn ich nicht auf den Profilen deiner Freunde sehen könnte,
dass du eine Urne mit dir rumträgst.
Warte nochmal kurz. Hier erzählst du...
Moment.
Du erzählst in die Kamera,
dass das der richtige Morgen und der richtige Moment ist.
Und dass du es allein tun musst.
Jetzt läufst du auf Schlittschuhen los.
Deine Freunde unterhalten sich,
jemand sagt: "Emily geht zum Rand des Gletschers
um Annas Asche im Meer zu verstreuen."
Und jetzt bist du hinter einem Hügel aus dem Bild verschwunden.
Ja.
Es waren ungefähr zwei Kilometer bis zum Gletscherrand
und als ich an der eisigen Klippe angekommen war,
da wusste ich:
Hier ist es.
Ich war am wirklich wunderschönsten Ort der ganzen Welt
und ich wusste, hier würde ich nun endlich
Annas Asche verstreuen. Und dann...
Ja, dann...
dann ist die Gletscherkante abgebrochen und hier bin ich.
Wie lange sprechen wir schon?
Ist das wichtig?
Es ist Morgen.
Hast du zu tun? Musst du auflegen?
-Soll das ein Witz sein? -Nein, im Ernst.
Wo sollte ich denn hingehen? Ich bin auf...
...auf einer Eisscholle mitten im Ozean.
Ja, die Geschichte kenne ich schon.
Emily, jetzt mal ernsthaft, ich frage nur aus Neugier:
Wo bist du wirklich?
Wenn du mir nicht glaubst, wieso dann die Neugier?
Weil... Okay, hör zu.
Wenn du aus irgendeinem Grund wirklich Hilfe brauchst,
würdest du deine Zeit nicht mit mir verschwenden.
Du hast bestimmt gute Freunde, mit denen du deine Zeit verbringen kannst,
anstatt mit irgendeinem Fremden zu telefonieren.
So oder so läuft es darauf hinaus, dass du Probleme mit dir selbst hast,
wenn du die ganze Nacht mit einem Fremden am Telefon sprichst.
Na, dann sind wir aber zu zweit.
Du verschwendest deine Zeit mit mir und du kennst mich nicht mal, also...
Weil du irgendwie anders bist.
Ich wusste nichts über dich, bis ich dich das erste Mal angerufen habe.
Aber aus irgendeinem Grund...
Na ja, egal. Schwer zu erklären.
Okay, Harry...
Du hast gesagt, das ist dein letzter Anruf.
Für mich...
ist es vermutlich auch der letzte Anruf. Für immer.
Ich meine: für immer.
Und es ist mir egal, ob du mir glaubst,
oder nicht glaubst, denn...
es war sehr schön.
Und was mein Problem hier betrifft, ich...
Ich schaffe es wohl nicht, aber...
unser Telefonat hat mir viel bedeutet und...
wir sind wohl beide "irgendwie anders", also...
Warte.
Emily, ich habe was in den Nachrichten gefunden.
-Ja. -Was?
Hier ist ein Foto von deinem Team und eine hält einen roten Schal in der Hand.
Ja!
Ja!
Die Überschrift lautet:
"Eine letzte Erinnerung an eine gute Freundin und großartige Eiskunstläuferin."
Der Schal wurde aus dem Eiswasser geborgen.
Die Suche am Gletscher hatte bereits begonnen,
wurde jedoch eingestellt, nachdem der Schal gefunden wurde.
Nein, nein, nein. Okay, du musst...
Du musst sofort bei meinem Team anrufen!
Okay? Bitte, ruf sie an!
Sie sollen jemanden schicken und mich retten und...
-Warte. -Was?
Was?
Hi, Fisch...
Ich bin Emily...
Freut mich sehr.
Es tut mir echt leid, aber ich...
ich werde dich essen müssen.
Ist nichts Persönliches, ich schwöre.
Ich nenne dich Fisch.
Okay, so sieht es aus: Fisch.
Emily.
Emily, Fish.
Darf ich dich was fragen, Fisch?
Es ist etwas persönlich,
aber denkst du je über den Tod nach?
Ich bin sicher, das tust du, aber...
hast du Angst davor?
Ich glaube schon.
Ein bisschen vielleicht.
Fisch?
Fisch?
Fisch?
Es tut mir leid.
Du kannst es schaffen, Fisch, ich glaube an dich, bitte! Bitte!
Gib nicht auf, bitte, Fisch! Fisch!
Fisch! Nein, bitte!
Fisch?
Mach es gut, mein kleiner Fisch.
Sichtung bestätigt. Person im Wasser, Peilung eins-zwei-zwei.
Wir drehen ein, gehen in den Schwebeflug.
Akuter Notfall, Zimmer 305.
Damals, auf der Wiese,
verabschiedete ich mich von dem Leben, das wie ein Märchen war.
Es gibt viele Wege, loszulassen.
Damit man nicht ständig versucht, immer nur vorankommen zu müssen.
Sondern, dass man stattdessen lebt, im Hier und Jetzt.
Einfach sein.
Weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft.
Als ich mittendrin steckte,
war mein Kopf nie frei genug, um innezuhalten und nachzudenken.
Das Leben, das wie ein Märchen war,
wurde über die Jahre zur Last auf meinen Schultern,
unter all dem Glanz und den Scheinwerfern.
Siehst du?
Siehst du mich jetzt?
Ich bin befreit.
-Hallo. -Hi.
Hi.
Hi.
Ich rufe nur an, um zu fragen,
ob ihr Klimaanlagen verkauft?
Emily?
Und um dir zu danken.
Can't find what you're looking for?
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