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Original subtitles

Solo Sunny (1980) dTV - MDR - 7. Februar 2013

Meine Damen und Herren! Ich begr��e Sie in diesem sehr h�bschen Haus.

"Kunterbunt und immer rund": Ein Programm von ausgewogener Qualit�t!

Apropos Qualit�t. Ein Bekannter sagte zu mir:

"Man kann Schuhe aus unserer Produktion nicht tragen."

Das ist Quatsch. Man kann sie prima tragen. Im Karton. Hahaha!

Wie immer f�r Sie: die "Tornados"! Legt los, Jungs!

Tonanlage pfeift.

Denken Sie nicht, es pfeift von selbst.

Wir haben daf�r einen qualifizierten Mann.

Apropos Qualit�t: Monika Metz!

Ernesto Z., Tanzdarbietung der Extraklasse!

Sunny!

Lawrenz und Lu!

Schlie�lich in bescheidenem Tone: Ihr Benno Bohne!

Monika Metz singt auf der B�hne.

Ach, so weit! Ach so weit in die Welt hinaus will ich dann gehn ...

Langsame Musik begleitet die Darbietung.

Was mache ich jetzt? Hier ist kein Klo! Ich glaube, ich bin erk�ltet.

Rhythmische Klaviermusik

Monika pinkelt in einen Eimer.

Das ist alles biologisch.

Sunny singt in englischer Sprache.

(Nachbarin) Hallo, Fr�ulein! Hallo!

Ja?

Sch�n, dass Sie endlich da sind!

In Ihrer Wohnung nisten Tauben. R�umen Sie den Wandschrank aus.

Tauben sind Sch�dlinge!

Hier sind keine Tauben! Ich sehe sie rein- und rausfliegen.

Ich wei� nicht, was Sie sehen, Frau Pfeifer!

Sie wirft ihre W�sche in die M�lltonnen. Zu faul zum Waschen!

Hier gibt es kein Fr�hst�ck.

Wie bitte? Ich ging wegen dir nicht zur Arbeit!

Es gibt auch keine Diskussionen.

Das ist wirklich sehr unfreundlich.

Warum hast du mich dann mitgenommen?

Wo ist das Klo? Halbe Treppe tiefer.

Da h�ngt der Schl�ssel.

M�chtest du Kaffee? Was soll ich mit Kaffee?

Kessel pfeift.

Warum folgten Sie der ersten Vorladung nicht?

Ich bekam keine Vorladung. Die Briefk�sten im Haus sind kaputt.

Die Kinder nehmen manchmal die Post heraus.

Fr�ulein Sommer, wir bekamen eine Eingabe.

Sie bel�stigen die Mitbewohner Ihres Hauses durch Ihren Lebenswandel.

Ach!

Wollen Sie sich dazu �u�ern? Nein, ich will mich nicht �u�ern.

Laute Musik, M�nnerbekanntschaften, Tauben im Schrank.

Erz�hlt Frau Pfeifer diesen Quatsch? Wir m�ssen Beschwerden untersuchen.

Sehr seltsam. Haben Sie ein Blatt Papier f�r mich?

Wie bitte? Einfach ein leeres Blatt.

Bitte.

Danke.

Da ich gerade hier bin:

Mir gegen�ber wohnt ein Mann, der am Toilettenfenster onaniert.

Muss ich das hinnehmen?

Muss ich das Rollo herunterziehen, damit ich das nicht sehe?

Kann man das verlangen? Ist das eine Anzeige?

Nein, das ist keine Anzeige.

Vielleicht h�ren Sie k�nftig etwas leiser Radio, Fr�ulein Sommer.

Unterschreiben Sie das bitte?

Ich unterschreibe grunds�tzlich nichts.

"Ich best�tige mit meiner Unterschrift:"

"Ich f�hle mich durch Ingrid Sommers Lebenswandel nicht bel�stigt!"

Aua!

Vielleicht ein Versehen? - Bestimmt nicht!

Nicht den Sand im Hof verteilen!

Sunnys Lied beginnt. Klaviermusik, ohne Gesang.

Ein Saxophon setzt ein, �bernimmt die Melodief�hrung.

Sunnys Lied

T�rklingel

Guten Tag, Sunny. Ich sagte dir, dass ich weg muss.

Jetzt gleich? Sofort.

Musik verstummt.

Gefiel dir das, Harry? Die Musik?

Schreib dazu einen Text f�r mich! Das ist nicht ganz mein Fach.

Wann kommst du wieder? N�chste Woche.

Wann genau? Mittwoch.

Dann k�nnen wir sch�n weggehen und etwas trinken.

Ich will nicht mit dir weggehen.

Dann komme ich zu dir hoch. Ich will nicht, dass du hochkommst.

Du kannst mir jede Idee versauen.

Mein Taxi steht unten. Ich werde abgeholt.

Einen Moment! Nur eine Frage.

Traten Sie der Frau wirklich auf die Hand?

Ich w�rde das niemals wagen.

Ein Test: Wie gef�llt euch "Kuhbusen-Masseur"?

Ausdruck f�r Melker, bei l�ndlichem Publikum.

Das ist gut. Ehrlich. Gef�llt mir nicht.

Warum nicht? Ich wei� nicht. Gef�llt mir nicht.

Vier Beschwerden! Man versteht die S�nger nicht. Ihr spielt zu laut.

Herr Bohne! Sie reden �ber etwas, von dem Sie nichts verstehen: Musik.

Das alles �det mich an. Wir m�ssten eine ganz andere Musik machen. Jazz!

Genau! - Jazzer m�ssen Revolution machen.

Dann darf sich Hubert kein Haus bauen mit schwedischen Wasserh�hnen.

Ich dachte, wir reden �ber Musikstil.

Ich glaube, heute ist es so weit.

Was? Dass wir bumsen.

Kannst du auch etwas anderes sagen? Muss nicht schlau sein. Nur anders.

Aber warum nicht? Ich bin ein Typ, der m�chtig losgeht.

Ich gehe auch los. Schlafen.

Ich glaube, heute ist es so weit.

Kommst du kurz mit raus?

Ich bin gleich wieder da.

Sunnys Lied aus dem Kassettenrecorder

Schei�e! Du kannst damit nicht blasen.

Und jetzt? Was passiert jetzt? Ich muss jemand anderes finden.

Sunny ist schuld. (Monika) Wie bitte?

Weil sie nicht mit Norbert ...

Der Kerl war Leistungssportler! Er durfte nicht zuhauen!

(Wirt) Ihr k�nnt Essen bestellen.

Ich verstehe, dass du nicht mit Norbert schl�fst. Das ist korrekt.

Kannst du mir hundert Mark borgen? Ich kann.

Saxophonspiel von fern

Wer spielt da?

Wer ist der Junge?

Kein Profi. Er spielte fr�her in einem Studentenclub.

Er ist Philosoph. Von Beruf?

Jedenfalls studierte er das.

Ralph spielt Tonleitern und Sunnys Lied.

Wollen Sie Eier?

Eier? Alle essen gerade Eier.

Ich esse die ganze Woche Eier.

Soll ich sie wieder mitnehmen? Ich bin an Eier gew�hnt.

Sie spielten etwas, das ich singe. Hm.

Ich bin Sunny.

Ich hei�e Ralph.

Meine Damen und Herren! Ich begr��e Sie in diesem sehr h�bschen Haus.

"Kunterbunt und immer rund": Ein Programm von ausgewogener Qualit�t!

Apropos Qualit�t. Ein Bekannter sagte zu mir:

"Man kann Schuhe aus unserer Produktion nicht tragen."

Quatsch! Man kann sie prima tragen. Im Karton. Hahaha!

Wie immer f�r Sie: die "Tornados"! Legt los, Jungs!

Schnelle Rockmusik

Ich bin schon verliebt.

(beide singen) Da war Gold in deinen Augen, Gold auf deinem Haar.

Musst mir heut und immer glauben,dass noch nie ein Tag so herrlich war ...

Stimmungslied: "Waldeslust"

Da, Detlef hat eine!

(Singen) "Ihr lieben V�gelein, stimmt alle mit uns ein!"

"Und singt aus voller Brust die Waldeslust!"

Stimmungsmusik, G�ste singen

Ich verga� meinen Schl�ssel vielleicht im Hotel.

Bl�d, dass ich das nicht fr�her merkte.

Dann konnte ich zu Monika mitgehen.

Ich muss gleich morgen den Schlosser holen. Ja, muss ich machen.

Wirklich bescheuert.

Das ist ein Problem, das man l�sen kann.

Indische Sitarmusik

Ja, dort wohnte Rita. Eine Spur von Rita und ihren Telefongespr�chen.

Wer war Rita? Ich wei� nicht.

Sie leben hier allein. Richtig? Warum?

Kein Platz f�r noch jemanden.

Ich lese noch f�nf Minuten. Sie k�nnen sich schon hinlegen.

Da sind zwei Decken. Wir k�nnen v�llig getrennt schlafen.

Ich sehe es.

Was ist das f�r Musik? Altindisch.

Sch�n.

Irgendwie sanft.

Wollen Sie zur Wand? Nein, nein.

Verflucht, es wird schon hell.

Tats�chlich, es wird hell.

Schnell schlafen.

Irgendwie seltsam. Was?

Dass wir hier liegen und "Sie" sagen.

Okay. Du wei�t, ich bin Ralph. Ich bin Sunny.

Es geht auch ohne Kuss. Richtig?

Ich bin m�de. Das geht nicht gegen dich.

Nat�rlich geht es nicht gegen mich.

Ist dein Schl�ssel wirklich weg? Ich verstehe die Frage nicht.

Denkst du, ich bin die M�rchentante?

Denkst du, ich konnte mich nicht von dir trennen?

Leg dich wieder hin. Nein, ich gehe lieber!

Es ist sowieso zu schmal. Leg dich hin!

Wohin willst du ohne Schl�ssel?

Bringst du jetzt dich in Stimmung oder mich?

Nur so.

Falls ich schon weg bin, wenn du gehst: Zieh die T�r einfach zu.

Teppichklopfen auf dem Hof

T�rklingel

Guten Tag.

Ich erfuhr, dass Sie den Schl�ssel f�r die Wohnung gegen�ber haben.

Ich bin der Neffe der Verstorbenen.

Ich bin nur ... zu Besuch hier.

Sehr bedauerlich.

Was machst du hier?

Was hast du gemacht? Ich habe Ritas Spur nicht verwischt.

�berall Farbe.

Telefon klingelt.

Rufst du mich an? Komm einfach zu mir.

Montag bis Mittwoch bin ich da, sonst bin ich weg.

Telefon klingelt.

Das war ich fr�her, auf meiner Arbeitsstelle.

Welche bist du? Die ohne Kopf.

Telefon klingelt.

Neben mir steht Christine.

Sie sagte immer: "Wenn ich so gut singen k�nnte wie du ..."

B�h!

Ich verstehe eines nicht:

Wenn ich verliebt bin, warum geht es dem anderen nicht auch so?

Wenn ich jemanden liebe, warum liebt er mich nicht? Das geht mir oft so.

Eine bl�de Veranlagung. Oder nicht? Vielleicht.

Kr�nkt es dich, wenn ich das St�ck Wurst noch esse?

Das ist so eine Sehnsucht ...

Vielleicht keine Liebe, sondern Leidenschaft oder so etwas.

Dann habe ich diesen Einen ...

Und bekomme wieder die Sehnsucht, ihn nicht zu haben. Manchmal.

Ich vermute, du hast einen starken Willen.

Wie du das sagst ... Das kann aber sein.

Ich denke zum Beispiel manchmal, ich bin keine richtige S�ngerin.

Ich meine, im Sinne von richtig singen.

Ich kann nur so tun. Ich kann es ausstrahlen. Weil ich es will.

T�rklingel

Ich hab mehrmals angerufen. Wie geht es? Gut, Harry.

Wollen wir sch�n essen gehen? Aal gr�n?

Kannst du mich zu einer Freundin fahren?

Jetzt gleich? Ja.

Mache ich f�r dich, Sunny.

Wollen wir sch�n nach Leipzig fahren? Richtig fein ins Hotel? Nein, Harry.

Du kannst mir wirklich jede Idee versauen.

Warum fragst du immer wieder? Ich denke manchmal, du bist doof.

Das ist nicht dein Ernst!

Ich verdiene eine Menge Geld, ich kann nicht doof sein.

Sunny! Wenn du unterwegs bist, sollst du wissen:

In Berlin ist einer, der dich liebt.

Toll, Sunny!

Aber wohin jetzt mit den M�beln? So etwas war immer dein Wunsch.

F�r drei Monate? Es hat Zeit. Ich verdiene.

Der Betrieb machte das mit der Wohnung.

Wie ist die Arbeit? Immer dasselbe.

Ist Beate noch da? Sie verl�sst uns nicht.

Und Manfred? Das ist aus. Ich bin 34, ich kann nicht nur herumspielen.

Wir reden oft von dir. Was du so machst ...

Ist das sch�n, wenn die Leute klatschen und dich verehren?

Ich stelle mir das sch�n vor.

Ich bin manchmal gegen die Leute.

Ich bin gegen die Leute, weil ich Angst habe.

Dann muss ich einen Schluck trinken, vorher. Das macht locker.

Das ist wie mit der Pille: macht locker.

Feierabend, Herrschaften!

Man m�sste andere Musik machen. Dann kommen auch andere Leute.

Nur Keks-Esser und Cola-Trinker heute - Du wirst das auch noch.

Kollegen, macht jetzt Schluss.

Sunny, bist du wirklich mit dem mitgegangen?

Ist hier eine Beichte?

Ich h�rte, er war ein b�ser Bl�ser.

Schlie� wieder auf.

Ich will mit dir reden. Gib mir den Schl�ssel.

Ich verstehe dich nicht. Mir gef�llt ein Mann wie ich:

Gute Figur, kein Bauch, nettes glattes Gesicht ...

Nat�rlich. Falten kommen vom Denken.

Siehst du, darum gef�llst du mir: Du bist intelligent.

Hat das nicht Zeit bis morgen? Ich schlafe!

Wir w�rden auch Geld sparen. Wir m�ssten nicht immer im Lokal fressen.

Wir k�nnten im Zimmer fressen. So wie Hubert und Monika.

�berlege, Sunny!

Gut, ich �berlege es mir. �berlege wirklich!

(genervt) Ja! Gib mir jetzt den Schl�ssel und hau ab.

Zicke nicht herum mit mir!

Ich bin kaputt, ich brauche jemanden.

Stumme Szene

Wenn du mich schl�gst, musst du mich totschlagen!

Seid ihr verr�ckt?

Ich wollte dir schon immer sagen: Du singst wie eine Sau.

Wir m�ssen los, Leute. Der Mann wird nicht wach!

So, das bekam ich in der K�che. Und was jetzt?

Wei�kohlbl�tter auf die Stirn. Das zieht den Schnaps aus dem Kopf.

Quatsch. Doch, ich h�rte das!

Aus zuverl�ssiger Quelle.

Ein Russe sagte mir, dass die Eskimos das machen.

Die Kohlbl�tter werden dabei schwarz. Ich will das sehen.

Woher haben die Eskimos den Wei�kohl? - Von den Russen.

Wie kann ein gebildeter Mann so besoffen sein?

Er ist Kartenabrei�er. Er wurde im Selbststudium Conferencier.

Vom Kartenabrei�er zum Conferencier?

Sunny lacht.

Sie denken wohl, ich bin blau. Was? - Der Kohl hilft wirklich.

Aber er wird nicht schwarz.

Klaviermusik

Ja! Hossa!

Jetzt unsere n�chste K�nstlerin: eine Nachwuchss�ngerin!

Nicht mehr ganz jung, wie Sie selbst sehen.

Aber immer noch Nachwuchs. Das ist hoffnungsvoll. Oder nicht?

Entscheiden Sie selbst: Hier ist Sunny!

Beifall, Musik beginnt.

Pfiffe

Was jetzt? Spiel weiter.

Ich lasse mich nicht anp�beln!

Ich kann Sie nicht ansagen wie Liza Minelli.

Ich kann mich auf der B�hne nicht wehren!

Humor ist vielleicht Intelligenzsache.

Sunny hat den Titel verpfuscht. Die Leute pfiffen mit Recht.

Ihr bildet seltsame B�ndnisse. Ich bin seit 25 Jahren im Beruf.

Ich �berlebte Dutzende solcher Singv�gel. Dutzende!

Sie sind f�r mich ein Eckenpinkler.

Sie sind f�r mich eine besonders reizende Kollegin.

Sitar-Musik

Du musst viel lesen. Richtig?

Es geht.

Merkst du dir alles, was du liest? Das w�re schlimm.

Ich merke mir fast alles.

Ich las einmal zehn B�cher hintereinander, mit zw�lf Jahren.

Ich merke mir auch Telefonnummern gut.

Oder Tage, an denen etwas passierte. Mit mir selbst.

Ich klaute zum Beispiel mit sieben Jahren eine Rolle Drops.

Das war am 22. Mai 1959.

Aber ich irrte mich: Es waren keine Drops, sondern ein Kleinbildfilm.

Am 15. Juli 1961 sah ich zum ersten Mal die Ostsee.

Am 22. Dezember 1966 war ich in einem Heim f�r Schwererziehbare.

Ich n�hte mir mit der Steppmaschine durch den Daumen.

Ich wollte zu Weihnachten raus. Hier. Man sieht nichts mehr.

Am 4. April 1969 bin ich entjungfert worden. So merke ich mir Termine.

Du siehst mich an wie durch ein Fenster.

Hier l�ufst du herum? Manchmal.

Friedh�fe stimmen mich friedlich. Das soll auch so sein. Richtig?

Sunny summt ihr Lied.

So ungef�hr klingt es. Kannst du mir vielleicht einen Text dazu machen?

Zum Singen? (lacht) Nein.

Meine Nachbarin starb. Ich war der Einzige, der es bemerkte.

Aber man kann auch in gut versorgten Betten sterben.

Wo es genug Personal gibt.

Sterben in Verlassenheit. Wenn einer stirbt, dann st�rt er.

Er m�sste das wissen und R�cksicht nehmen. Nicht die �berlebenden.

Sie haben immer weniger Zeit, jemanden zu betrauern.

Wer stirbt, der ist pl�tzlich ein Au�enseiter. Aber jeder stirbt.

Was ist also die Ausnahme und was ist die Regel?

Fehlt uns der Sinn f�r Ausnahme und Regel?

Das sind so einige Fragen ...

Steht in deinem Ausweis wirklich "Philosoph"?

Diplom-Philosoph.

Ralph versucht einen englischen Text zu schreiben.

... and every ... you between ...

"She is Sunny", they will say some day ...

Das handelt von dir. "Das ist Sunny", wird man eines Tages sagen.

Vielleicht besser auf Deutsch? Auf Deutsch habe ich Hemmungen.

Du machst Quatsch.

Sag: "The salt of tears". Wie?

The salt of tears. The salt of tears.

Ja! Das Salz der Tr�nen. Tr�nen sind immer gut.

Diese altindische Musik wurde zur Trauer und zur Freude gemacht.

F�r beides die gleiche Musik.

Freust du dich, wenn ich komme? Ja.

Bestimmt? Ja, Sunny.

Kirchenglocken l�uten.

Sunny, mach bitte auf.

Wieder dieser Schei�-Sonntag.

Guten Morgen! - Guten Morgen, Detlef.

Er wartet schon auf Sie.

Stumme Szene

Sunnys Lied vom Tonband

Denkst du, ich kann das singen? Bestimmt.

Jemand macht mir daf�r einen Text. In Englisch. Ist noch nicht fertig.

Schreibst du mir die Noten? Mache ich.

Kann man auch Pers�nlichkeit haben, wenn man nicht ber�hmt ist?

Man muss es anstreben.

Du bist auch immer allein. Warum?

Du bist selten abends beim Trinken. Mein Magen vertr�gt es nicht.

Was ist deine Frau von Beruf? Lehrerin. Deutsch und Geschichte.

Klappt das? Mit dir als Musiker? Kein Problem.

Musik beginnt mit Fl�tensolo.

Jazzmusik, Fl�tensolo

Du schminkst dich wie eine Nutte.

Ich gehe vor die Leute, nicht aufs Klo.

Der Mann mit dem Taxi war wieder da! Meine Mutter sagte immer:

Untern Schoff�r ist schlimmer als unters Auto.

Signal meldet Ende der Sprengung.

Ich versuche mir vorzustellen, was du machst.

Meinst du, von was ich lebe? Ich schreibe f�r Zeitungen.

(erschrocken) Schreibst du das aus B�chern ab?

Das ist etwas anderes. Ist das geheim?

Du langweilst dich. Richtig?

Du denkst, ich bin bl�d. Gib es zu.

Was soll das? Doch, doch.

Pass auf: Ich sitze hier in dieser Bude.

Ich habe keine Neubauwohnung und keine Auto-Anmeldung.

Ich besitze freiwillig keinen Fernsehapparat.

Zu welchem Zweck studierte ich auf Kosten der Arbeiterklasse?

Wer bin ich? Ein Philosoph? Das ist nichts Besonderes.

In der Philosophie kann einer dir mit einem Satz dein Lebensfeld nehmen.

Ein mittlerer Arsch kann das tun.

Ich schlage vor: Sieh in mir einfach einen Wichtigtuer, der Musik liebt.

Zu eitel oder nicht stark genug f�r einen Lebenslauf von 500 Worten.

Ich erz�hlte dir, �ber was ich schreibe: �ber das Sterben.

Ein Thema, das keiner bestellt hat. Gesellschaft und Tod.

Willst du ein Kind? Wie bitte?

Ich w�rde es bekommen.

Aber es w�re nicht mein Kind, sondern deins. Wenn du willst.

Wirklich, ich w�rde das machen! Locker.

Wer ist das? Sagte dir das keiner?

Das ist nicht korrekt.

Wir m�ssen wir den Schei� hochschleppen!

Hubert!

Was l�uft hier mit dem M�dchen?

Die Boxen nach vorn!

Wie denkst du �ber eine Trennung? Warum Trennung?

Es gab Spannungen. Vielleicht Tournee-�berdruss.

Die Jungs wollen ein anderes Gesicht sehen, andere Titel spielen.

Ich mache einen anderen Titel! Die Absprache war:

Jeder kann aufh�ren,du oder die Band. Meine Unbeherrschtheit tut mir Leid.

Wir haben jetzt eine Neue. Amateur, aber sehr gut.

Prima Stimme. Alle sagen das.

Es w�re nett, wenn du heute noch singst.

Das Leben geht immer weiter.

Hallo!

Setz dich.

Ist die Dame im Programm besch�ftigt?

Hast du ein Problem? Das ist die Garderobe f�r Mitwirkende

Schei� dir nicht ein.

Ich bitte dich, den Vogel woanders zu f�ttern.

Was ist mit ihr? Das ist die, von der ich erz�hlte.

Ist das Eifersucht? M�glich.

Manche Frauen wissen nicht, wann Schluss ist.

Jetzt ist Schluss!

Ich fahre ab.

Freunde! Ist das n�tig?

Meine Damen und Herren! Jetzt eine Ansage mit einer Absage:

Wegen Krankheit ist unsere reizende S�ngerin Sunny nicht dabei.

F�r Sie: die "Tornados"! Legt los, Jungs!

F�r vorige Woche.

Ich habe sogar Arbeit f�r dich: eine Woche Bars�ngerin in Berlin.

Ich war gern mit dir zusammen, Sunny.

Klingel schrillt.

Hier bin ich.

Ich kam mit dem Zug.

Vielleicht nicht gut, wenn du hereinkommst.

Warum nicht? Ich wusste nicht, dass du kommst.

Vielleicht findest du ein Taxi.

Das ist eine dumme Lage.

Ralph!

Bist du verr�ckt?

Das ist meine Bettw�sche!

Kann ich dir helfen?

Mein Laken!

Klaviermusik. Traurige Melodie.

Telefon klingelt.

Hallo, Sunny! Hier ist Harry. Ach, Harry.

Ich sitze im Hotel Berolina. Willst du herkommen, sch�n fr�hst�cken?

Wei�t du, was ich gerade mache? Keine Ahnung.

Ich schlafe, du Idiot.

In die K�che oder ins Zimmer?

Ich will dir sagen: Ich machte eine Dummheit, gestern.

Es war nicht wichtig f�r mich.

Kann ich mich hinsetzen?

Wir stellten keine Regeln auf f�r unsere Beziehung. Richtig?

Wir taten das wirklich nicht. Also ist nichts Schlimmes passiert.

Aber die Situation war beschissen. Nat�rlich besonders f�r dich.

Es tut mir Leid. Das war nicht gegen dich gerichtet.

Du sagtest das schon einmal. Was?

Dass es nicht gegen mich geht. Ach, richtig. Du merkst dir alles.

Nichts vergessen hei�t nichts verarbeiten.

Also gut. Was jetzt?

Ich will mit dir nicht schlafen.

Aber es ist schon sp�t. Willst du hier bleiben?

Ich meine: trotzdem.

Ja, ich bleibe. Dann mache ich das Bett.

Leute wie du lutschen Leute wie mich aus.

Was sagst du?

Wurdest du als Kind geschlagen? Nein.

Warum fragst du mich so etwas?

Deine F��e sehen zufrieden aus. Wie k�nnen F��e zufrieden aussehen?

Sie sehen eben so aus.

Sunny.

Sunny!

Hm.

Hier liegt ein Messer.

Hast du das ins Bett gebracht? Warum ich?

Das ist nicht mein Messer. Muss es darum meins sein?

Hier gibt es nur dich und mich.

Du hast vielleicht gute Gr�nde, mit einem Messer ins Bett zu gehen.

Erkl�re es mir! Ich sah dieses Messer noch nie.

Ich wollte dich t�ten. Warum machtest du es nicht?

Ich bin eingeschlafen.

Also: Wenn ich vor dir eingeschlafen w�re, dann w�re ich jetzt tot?

So tot wie m�glich.

Musik zu Sunnys Lied beginnt.

Sunny singt in Englisch.

Blau, blau zieht der Tag herauf.

Ein Traum wird wahr, wenn du eines sch�nen Tages mir begegnest.

Rot, rot geht die Sonne auf.

Ich gebe dir all meine Liebe,

wenn du eines Tages kommst und bei mir bleibst.

Lasst mich das Lied singen, von sch�nen Frauen und starken M�nnern.

Dieses fr�hliche alte Lied.

Wenn alle schon gegangen sind, die sch�nen Frauen und starken M�nner.

Dieses alte Lied ...

Gr�n, gr�n w�chst das Gras heran.

In meinem Traum sah ich ein Nest hoch droben ... Eines sch�nen Tages.

Wei�, das Salz der Tr�nen ist wei�.

Und schwarz ist meine einsame Nacht, wenn du mich verl�sst eines Tages.

Lasst mich das Lied singen, von sch�nen Frauen und starken M�nnern.

Dieses traurige alte Lied.

Singt Melodie ohne Text.

Blau und rot und wei� und gr�n und du bist immer mittendrin.

"Das ist Sunny", wird man eines Tages sagen ...

Wenige G�ste klatschen.

Ich sah, wie dieser Arsch fra�. Da war es aus und vorbei mit mir.

Du warst gut.

Ich kann vorher nicht so viel saufen, dass ich die Typen nicht sehe!

Du warst richtig gut. Ich begl�ckw�nsche dir.

Ich glaube, es hei�t "dich". Nein. Hast du das nicht im Ohr?

Ich muss wissen, dass die Leute mich wollen. Ich kann sonst nicht!

Prost!

Ich rufe uns jetzt ein sch�nes Taxi.

Ist das Ihr Glas? Ja. Warum?

Prost!

Ich muss weiterfahren.

Ich werde erwartet. Ich habe es versprochen. Ich muss weiterfahren.

Was ist los mit dir, Sunny?

Ich gab mir alle M�he! Was ist nur wieder los mit dir?

Kann ich bei dir schlafen? Ich kann einen Bekannten nicht loswerden.

Erst einmal guten Morgen. Nimm dir, was du brauchst.

Wir redeten gestern von dir, was du so machst.

Ich hatte ein Solo. Du musst mir das alles erz�hlen.

Hast du eine Schlaftablette? Kann sein, Sunny.

Such sie dir heraus.

Bleibst du, bis ich komme? Wei� noch nicht.

Rieche ich nach Alkohol? Ein bisschen.

Tsch�s!

Tsch�s.

Offensichtlich auch Alkohol. - Wie immer.

Den Arsch voll Pr�gel, das h�tte vielleicht geholfen.

Gib den dicken Schlauch, das geht schneller.

Was f�r ein Beruf? - Schlagers�ngerin.

Na, Hilfe.

Sie d�rfen aufstehen, wenn Sie wollen.

Die Eltern sind geschieden. Schon lange.

Mit der Mutter verstand sie sich nicht. Sie wohnte allein.

Dann lernte sie singen und Noten lesen. Neben der Arbeit.

Das war eine Art Abendstudium.

Hatte sie in letzter Zeit eine feste Bindung?

Ich wei� nicht.

Ich wei� eigentlich wenig von ihr.

Was war los, Sunny? Ach, nichts. Alles kam zusammen.

Ich hatte auch getrunken. Tabletten und Schnaps sind sehr gef�hrlich.

Wei�t du, was hier ein Lieblingswort ist? "Partner".

Ich glaube, diese �rzte haben keine Ahnung.

Jemanden finden, das ist wie Lotto.

Ich bekomme nie die, die ich will! Das geht vielen so.

Das liegt an mir. Das muss an mir liegen!

Vielleicht erscheine ich wieder in eurem Laden. Ja, im Ernst!

Du bist nicht mehr daran gew�hnt. Fr�her ging es auch!

Sie haben oft Streit. Das ist mein Eindruck.

Das liegt an mir.

Ganz sicher ist das meine Schuld.

Ich musste mich immer �berall durchsetzen.

Hei�t das, Sie sind sehr ehrlich? Nein, das hei�t es nicht.

Ich bin eher wie eine Batterie, die sich aufl�dt.

Dann sagen Sie, was Sie denken.

Manchmal. Aber ich beleidige Leute auch gezielt.

Ich m�chte gern genauer wissen, was f�r Sie Erfolg ist.

Erfolg ...

Ich hatte nie besonderen Erfolg. Nur einmal ...

Die Leute blieben beim Tanzen stehen und h�rten mir zu.

Ich habe immer den gr��ten Erfolg, wenn ich jemandem die Meinung sage.

Ich glaube: Ich muss wissen, dass mich jemand haben will.

Ja, ich verstehe das. Darin verstehe ich Sie.

Du hast dich nicht sehr ver�ndert, Ingrid.

Daf�r gab es keinen Grund.

Hier ver�nderte sich auch nicht viel.

Hast du einen Moment Zeit?

Ich werde auch S�ngerin.

Wie gef�llt dir meine Stimme?

Sie singt eint�nig und falsch.

Wer verliebt ist, sucht den andern. Hab gesucht und fand zu dir.

Vom Verliebtsein bis zur Liebe, diese Stra�e gehen wir.

Und wir gehen miteinander wie der Fluss seinen Weg in das Meer.

Ich will lieben, ich will leben ...

Wecker klingelt.

Weckerklingeln endet.

Harry?

Hier ist Sunny.

Wei�t du, wie lange wir uns jetzt kennen? Fast eineinhalb Jahre!

Ich kam rein bei "Lolott" und du hast auf dem Hocker gesessen.

In deinem gr�nen Samtkleid.

Ich hab das vergessen, Harry.

Sunny, jeder will Geld verdienen. Seine Mark machen.

Du auch. So ist das im Leben.

Ich mache meine Mark. Mein Taxi l�uft Tag und Nacht: alles meins.

Das reicht f�r mehr als einen, Sunny.

Du musst nicht gleich etwas sagen.

Aber ich denke an so etwas �hnliches wie Heiraten.

Ich hatte bestellt. Appartement.

(Angestellte) Bitte f�llen Sie das aus.

Die "Molly-Sisters" singen.

"Erfolg wird uns ereilen. Der Siegeszug beginnt!"

"Weil wir zu gleichen Teilen naiv und sexy sind."

Beifall, Jubel, Bravorufe

Die Zuschauer sind begeistert.

Ich erz�hle dir nicht meinen ganzen Lebenslauf.

Das dauert zu lange, weil ich �lter bin als du.

Aber ich begann als Vollwaise.

Komisch. Ich bin auch Waise. Damit spa�t man nicht, Sunny.

Aber es stimmt! Meine Mutter ist tot, meinen Vater kannte ich nicht!

Dann passen wir zusammen. Ich meine das Verst�ndnis f�reinander.

Es geht nicht. Richtig, Sunny?

Nein, Harry. Es geht nicht.

Das ist nicht anst�ndig von mir. Ich habe dich angerufen.

Du hast das hier alles organisiert ...

Komm nur her.

Du kannst mir wirklich alles versauen.

Sunnys Lied

Sunny singt in englischer Sprache.

Blau und rot und wei� und gr�n und du bist immer mittendrin.

"Das ist Sunny", wird man eines Tages sagen ...

Sch�n. Wirklich?

"She's Sunny, some sweet day ..." Was hei�t das?

Das hat einer f�r mich geschrieben.

Was sagten sie bei euch, als ich wieder aufh�rte?

Niemand wunderte sich.

Ich kotze mich selbst an.

Ein Lehrer sagte mal zu mir:

"Du landest irgendwann ganz unten."

"Oder du wirst etwas wirklich Bedeutendes."

Ich habe das leider nicht vergessen.

Zu mir sagte nie einer so etwas.

�ber was weinst du, Ingrid?

(schluchzt) �ber alles.

Ingrid ... Du kannst so etwas Sch�nes.

Du kannst singen! Du darfst den Mut nicht verlieren.

(weint) Ich m�sste anders aussehen! Du bist sch�n, so wie du bist.

Ich m�sste andere Kleider haben! Ich n�he sie dir.

Ich hab die Maschine zu Hause. Ich n�he sie dir.

(schluchzt) Ich bin immer allein! Bist du nicht, Ingrid.

Du bist nicht allein.

Warum heulst denn du, Christine? Ach ... Ich heule nur mit.

Ich tr�umte heute Nacht. Ganz deutlich.

Jemand kommt hier in das Zimmer. Er sieht sich um und er sagt:

"Hier hat Sunny gewohnt. Hier sind Spuren von Sunny."

Aber ich bin schon weit weg.

Ich w�rde gern wiederkommen, aber es geht nicht.

(schluchzt) Es geht nicht ... Es geht nicht ...

Klaviermusik begleitet Sunnys Schritte.

Rockmusik schallt �ber den Hof.

Mitrei�ende Rockmusik

Musik verstummt.

Ich komme auf die Anzeige. Ich m�chte bei euch singen.

Suchen wir einen Torsteher?

Ich schlafe, mit wem ich will. Einen Eckenpinkler nenne ich Eckenpinkler.

Ich hei�e Sunny.

Morgen um zehn ist Probe.

Flotte Rockmusik geht �ber in Sunnys Lied.

Sunnys Lied, gespielt von Saxophon und Klavier

Untertitel: Rosemarie Streibig

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