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(schwungvoll-schleppende Musik)

(Mann dramatisch) Euer letztes Stündlein hat geschlagen!

Ihr bleibt jetzt schön alle mal am Boden!

Du, da hinten!

Noch so ein Ding und ich knall dich ab!

Sie befindet sich in einer gefährlichen Lage!

(brüllt) Ich puste euch alle

ins Jenseits!

Dich knall ich als Ersten ab!

Und dann sprenge ich uns alle in die Luft!

Zefix!

(Piepsen)

Kollegen, es liegt an jedem Einzelnen.

Ist der Barschl wieder der Amokläufer?

(Barschl) Memme oder Mann?

Oh mei...

Der Kollege Stopfer hat sich ganz In seine Opferrolle eingefunden.

Und was machen Sie? Schauen zu!

Waffe fallen lassen!

Eberhofer?

Was macht er denn jetzt, ha?

Wenn ich NICHT die Waffe fallen lasse?

Herr Barschl, wir spielen schon den ganzen Vormittag Amok. I mag nimmer.

Wir haben gleich 12, i möcht a Leberkassemmel.

Eine falsche Bewegung,

und ich spreng uns alle in die Luft!

Ah!

Amoklage beendet. Amokläufer tot.

Können wir jetzt hoam gehen?

(Rumms)

(behäbige Musik und Glockenläuten)

(leises Gurren)

(Gemeinde) # Segne all mein Denken,

# segne all mein Tun,

# lass in deinem Segen

# Tag und Nacht mich ruh'n.

(Pfarrer) Lieber Gott, wir bitten dich. Nimm die Verstorbene in dein Reich auf

und halte sie in deinen Händen.

Sie, die der ganzen Gemeinde und ihrer Familie allzeit gewesen ist

treusorgende Mutter und liebevolle Oma.

Schenke ihr Heimat bei dir,

wo jeder Schmerz in Freude verwandelt ist.

Komm ihr vor Liebe entgegen.

(Frau) Amen!

Pscht, Oma, er ist noch nicht fertig!

Was, ist der immer noch nicht fertig?

Und schenke der von uns allen geliebten Gemeinwieser Oma

das ewige Leben durch Christus unseren Herrn...

Jetzt.

Amen.

Jetzt kaufen wir der Oma langsam einmal ein Hörgerät.

Die Oma hört nur das, was sie hören mag. Da hilft ein Hörgerät auch nix.

(Tritt) Aua!

Mei, Franz!

Du und meine Oma, ihr seids mir die wichtigsten Menschen im Leben...

gewesen.

Du, Franz?

Ja, Susi?

Meinst ned, wir sollten jetzt wirklich bald einmal heiraten?

Das Leben kann so schnell vorbei sein.

Ja, aber so schnell jetzt auch wieder ned.

Deine Oma ist 94 geworden. Da haben wir schon noch ein bisserl hin.

(Hardrock-Klingelton)

Eberhofer?

Oh! Ja.

Komme sofort.

Unfall mit Todesfolge.

Mei, saublöd, dass ich ausgerechnet jetzt wegmuss.

Dass die Leute aber auch immer im ungünstigsten Moment verunglücken.

Servus! Susi...

Servus, Franz!

Lass dich nicht aufhalten.

Ja.

Ich habe einen Einsatz.

(schwungvoll-schleppende Musik)

Doktor Brunnermeier? Ich wäre jetzt da!

(Brunnermeier) Wer?

Der Eberhofer Franz.

Im Keller!

Oh.

Keine Angst, der beißt nimmer.

Wie wir riechen, liegt der Herr Hausladen schon seit ein paar Tagen da.

Anscheinend gestolpert und die Treppe runtergefallen,

als er sich frisches Bier holen wollte.

Und wer hat ihn gefunden? - Die Annemarie, seine Tochter.

Ist gerade heimgekommen aus Lourdes, Pilgerreise mit dem Bus.

Der hat's überstanden.

Schauens, wie friedlich der schaut.

Was es alles gibt, gell? Ein Wahnsinn.

(Fliegensummen und Putenschnattern)

Haben Sie eigentlich Verwandte?

Ich hab keinen mehr.

Die Mutti ist schon fast zehn Jahre tot.

Hm.

Jetzt bin nur noch ich da. Und die Puten.

Jessas, die Puten! Jemand muss sich um die Viecher kümmern.

Haben's denn wenigstens jemanden, den's anrufen können? Der Ihnen beisteht?

Ja.

(aufgeregtes Schnattern)

(Türklingel)

(Japsen)

Hat des gerad geklingelt?

Haben wir eine Klingel? Wer täte bei uns klingeln?

Bei uns klopft man an die Tür oder ans Fenster oder kommt einfach so rein.

(Türklingel)

Ach, Herrschaftszeiten, mitten unterm Essen!

(Knurren)

Da wäre einer draußen, der sucht nach einer Magdalena.

Die Oma heißt Magdalena. - Das weiß ich selber.

Dann wird er ja wahrscheinlich die Oma meinen, oder?

(verträumte Musik)

Lene?

Das wird Ihnen nix bringen, die Oma hört nix.

Paul.

Lene.

Die kennen sich anscheinend.

Ja,

das ist schon sehr, sehr lange her.

(Johlen und bayerische Polkamusik)

# Der Stopfer hat an Wunsch, Ja des wissen ma genau.

# Der tät jetzt gern stopfen dem Stopfer sei Frau.

(Die Gäste lachen.)

Andiıi, servus. Hast deinen Führerschein wieder?

Schon wieder weg.

Gruüß dich, Franz, magst a Bier? - Unbedingt.

# Holladihia, holladiho,

# holladihia, holladiho.

# Holladihia, holladiho...

Karli, warum in aller Welt hast du den Arschl eingeladen?

Was meinst denn, was los gewesen wär, wenn nicht?

Hakudampfu.

Da könnt ich ab morgen Verkehrsdienst schieben.

Der Barschl ist der schlimmste Korintenkacker, den wir je hatten.

Der macht nix anders, als dir den ganzen Tag hinterherzuspionieren.

Wie kommt jetzt der Barschl zu so einer Frau? - Eine Russin.

Ja, was man so hört.

So eine wie die kommt sicher aus einem Katalog.

# ...holladihia, holladiho.

(Johlen und Klatschen)

(leise) Scheiße.

Noch a Bier und a Schnaps, bitte.

Für mi auch, bitte. - Ja, mir auch, bittschön.

Drei Schnaps, drei Bier.

(Schneidegeräusch)

(Plätschern) Hochzeit Stopfer, Karl.

21.45 Uhr. Aschenbrenner: 5 Bier, 3 Schnaps,

Fux: 4 Bier, 5 Schnaps,

Hipp: 3 Bier, 3 Schnaps.

Der Riedl hat 5 Viertel Weißwein, also ein ganzer Liter.

Der Barschl. Tun wir wieder Kollegen ausspionieren, ha?

(Plätschern)

Oh mei! Hab ich jetzt wichtige Informationen zerstört?

Ah, das tut mir voll leid. "tschuldigung.

Für dich immer noch: Herr Barschl. Und das möchte ich jetzt hören.

Entschuldigung, Herr Barschl.

Jetzt leckst mich am Arschl, Barschl.

Ist schon recht, Eberhofer. Wir sehen uns...

(Ächzen)

(Ratschen)

(leise) Boah.

(langsame Polkamusik)

Irgendwann erwisch i di, Barschl, ja?

Und dann gehörst der Katz!

Und das dauert nimmer lang.

So eine blöde Sau!

(Schniefen)

Zefix, wer hat denn jetzt mein Messer?

Ach, leckts mi doch alle am Arsch.

(schnelle Polkamusik und Johlen)

(alle) Fünf,

vier, drei, zwei,

eins...

(Johlen)

(Hupen)

Allgemeine Führerschein- und Fahrzeugkontrolle.

Sind wir einverstanden mit einem Alkoholtest?

Spinnst du jetzt komplett, Barschl?

Bei einer Hochzeit im Kollegenkreis?

Führerschein und Fahrzeugpapiere.

Herr Barschl, es tut mir leid. Hätte ich gewusst...

So.

Und jetzt wird der Herr Barschl die Alkoholkontrolle unter Kollegen abbrechen.

Eberhofer, du weißt fei schon, was du da gerade machst, geh?

Das ist bye-bye Polizeikarriere.

Oder halt bye-bye Barschl.

Die Eier hast du gar ned.

Das werden wir dann schon sehen.

(Italowestern-Musik)

Kollegen?

Ich mach das hier fei nur zur Deeskalation, geh?

Jetzt fahrts den Wagen weg. Aber gleich.

Und das eine sag ich dir, Eberhofer.

Das hat Konsequenzen, du Zipfelklatscher.

Noch einmal drück ich die Augen nicht zu.

Hast mi?

(Hupen)

(Barschl) Wer hat da gehupt?

(behäbige Blasmusik)

(Klacken)

(Winseln)

Eberhofer! Aufwachen!

(Oma) Seids ihr alle narrisch geworden?

Lassts gefälligst meinen Buben in Ruh!

Lassen Sie das! Das ist ein Polizeieinsatz!

Sag einmal, müsst ihr da so 'n Zirkus veranstalten?

Franz Eberhofer,

Sie sind vorläufig festgenommen. - Echt?

Aha. (Winseln)

Ächzen.

(schwungvolle Musik)

Franz, jetzt reiß dich mal zusammen!

Thin Lizzy leitet die Ermittlungen.

Was?

Die Rockband aus den 70ern?

Was denn für eine Rockband?

Sag einmal, Kalli,

warum bin ich überhaupt da?

Ah.

Grüße Sie, Herr Eberhofer.

Elisabeth Maierhofer,

LKA München, interne Ermittlungen.

Ah, verstehe.

Sie sind die Thin Lizzy.

Und Sie riechen irgendwie streng. - 'tschuldigung, selber schuld.

Wer hat mi denn aus dem Bett verhaften lassen?

Kann es sein, dass wir ein Alkoholproblem haben?

Bei Ihnen weiß ich"s ned. I ned.

Kommt Ihnen das bekannt vor? - Super. Das hab ich schon vermisst.

Merci... - Das ist ein wichtiges Beweisstück.

Es geht um Mord.

Ha! Leckst du mich am Arsch! Da schaut der Barschl aber scheiße aus.

Das wäre eine treffende Formulierung für Ihre momentane Lage.

Ihr Name auf der Tatwaffe. Fehlt nur noch ein Schleifchen drumrum.

Immer noch lustig?

Sie glauben aber jetzt nicht ernsthaft, dass ich den Barschl umgebracht hab?

Irgendwann erwisch i di Barschl, ja? Und dann gehörst der Katz!

Und das dauert nimmer lang.

Das ist die Aussage vom Kollegen Fux.

Er bestätigt, dass Sie Barschl gestern

mit Ihrer Dienstwaffe bedroht haben. Stimmt das?

Ja... "bedroht". Wir waren halt unterschiedlicher Meinung.

Wo waren Sie zwischen drei und vier Uhr morgens? - Im Bett.

Allein? - Nein, mit dem Ludwig.

Ist das Ihr Lebensgefährte? - Na, mei Hund.

Ihren Ausweis und Ihre Dienstwaffe, bitte. - |war's ned.

Ihren Ausweis und Ihre Dienstwaffe.

(schleppende Musik)

Da hat er wieder sauber was angestellt, der Herr Verlobte.

Mord hätt ned einmal i ihm zugetraut.

Das darf doch nicht wahr sein.

Der Franz würde doch niemals jemanden umbringen.

Ja, ja. Die Hoffnung stirbt zuletzt, liebes Fräulein Susi.

Aber ich will Ihnen mal was sagen.

Sie sind doch noch einigermaßen jung.

Da geht noch was. Da finden Sie schon noch einmal einen.

Selbst bei uns lässt man sich mittlerweile scheiden.

Da wird doch immer mal wieder einer frei.

Wir haben erfahren, der Eberhofer sei schon früher als gewaltbereit aufgefallen?

Was heißt gewaltbereit?

Du darfst heute keinem mehr einen Maßkrug übern Kopf ziehen,

schon bist gewaltbereit. Bitte!

Haben Sie den Killercop Eberhofer auch als gewaltbereit erlebt?

Wenns ihr nicht aufhört, Lügen über meinen Franzl zu verbreiten,

dann könnts ihr was erleben, das sag I euch!

(Fliegensummen) Der Bua hat ein Herz aus Gold!

Ich kenn die Eberhofers, die tun keiner Fliege was zuleide.

Sauviecher!

Hm...

Des is a zerdatschter Schmetterling an der Windschutzscheibe.

Des ist leicht.

Des is a stark verbrannter Kaiserschmarrn mit einem Zwetschgenkompaott.

Ah nein, das sind Kirschen.

Wollen Sie sich nicht doch einen Anwalt nehmen?

Ich brauch keinen Anwalt, weil ich unschuldig bin.

Was habens denn da Schönes? - Ihre Personalakte.

Da wird einem ganz schwindlig, wenn man drin liest.

Kleiner Auszug aus Ihrem psychiatrischen Gutachten:

"Niedrige Frustrationstoleranz. Mangelnde Teamfähigkeit.

Störung der Impulskontrolle. Narzisstische Wut."

Hier der Höhepunkt Ihrer Karriere:

"Beihilfe zur Entmannung eines Kinderschänders.

Strafversetzung von der PI München nach Niederkaltenkirchen."

Auch dort: Anzeigen wegen Nötigung

und Abmahnungen wegen unkontrollierten Schusswaffengebrauch.

Jetzt hören Sie mal auf, ich hab den Barschl nicht umgebracht.

Wie wär's, wenn ihr den echten Mörder sucht?

Sie hatten 2,1 Promille. Sie waren in der Tatnacht derartig besoffen,

Sie hätten halb Niederkaltenkirchen auslöschen können, ohne es zu merken.

An Ihrer Stelle würde ich alles gestehen,

am besten möglichst reumütig.

Herrschaftszeiten, ich war's nicht!

Als ich den Barschl zuletzt gesehen hab, hat er noch gelebt.

Entschuldigung, Frau... äh... Dings. Neuigkeiten.

Ihr Vater versichert, Sie seien in der Tatnacht um Viertel vor drei heimgekommen.

Ich krieg Sie trotzdem dran, Eberhofer. Und wenn ich jeden Stein umdrehen muss.

Und Sie wegen Falschaussage!

Warum schlafen Sie nicht in der Nacht?

Senile Bettflucht.

Denken Sie ja nicht, dass Sie mir davonkommen. Sie bleiben suspendiert.

Wenn's der Wahrheitsfindung dient. - Ich hab Sie so was von am Arsch.

Ja, Sie mich auch. - Servus.

Polizeistaat.

Hat das jetzt wirklich sein müssen?

Dass du den gleich umbringst, den Barschl? Hat das wirklich sein müssen?

I war's aber ned.

In was du mich da wieder reinreitest! Verstehst? Falschaussage!

Eidesstattlich!

I reit niemanden nirgendswo rein. Weil ich's ned war. Verstanden?

Du hast bloß Glück, dass Blut dicker ist wie Wasser.

Aber eins möchte i mal wissen: Wo hast denn du diesen eklatanten Jähzorn her, ha?

Ja, woher hast du denn des?

Ich bin noch nicht fertig!

Eins sag i dir: Ab sofort rauchst du mit mir,

damit du a bissl! ruhiger wirst.

So, jetzt konzentrieren wir uns wieder darauf,

wer den Barschl umgebracht hat.

Und den überführen wir.

Dann ist es nämlich wurscht, ob dem Franz sein Alibi stimmt oder nicht.

Mein Vorschlag: Wir fühlen der Witwe Barschl mal auf den Zahn.

Bei Mord immer zuerst den Ehepartner überprüfen.

Was ist denn das für ein Mensch, die Frau Barschl?

Ivana, heißt sie. Ist wahrscheinlich Russin.

Und vom Typ und Alter her passt sie überhaupt nicht zum Barschl.

Interessant. Wenn ich sag "Russe", sagst du?

Wodka. - Andere?

Kriegsgefangenschaft.

Mafia! Russe ist gleich Mafia.

Franz, dein kriminalistischer Spürsinn verkümmert zusehends,

seit du Dorfsheriff in Hinterarsching bist.

Du machst dich nicht verdächtig und bist brav, und der Rudi kümmert sich um alles.

(Schlürfen)

Sag einmal, Paul. Woher kennst du die Oma eigentlich? Also, die Lene.

Das ist eine sehr lange Geschichte, Franz.

Und es ist auch eine sehr alte Geschichte.

Ich war sehr viel unterwegs und bin jetzt etwas müde.

Wo wohnst du denn überhaupt? - Er wohnt da bei uns.

Da vergeht dir ja gleich alles.

Aber schön, dass du wieder da bist, Franzl.

Weißt du, was auch schön wär? Ein gescheites Mittagessen.

Haben sie dir im Gefängnis nix zu essen geben?

Doch, aber nix Gescheites.

Äh, Frau Eberhofer. Ich hätte auch noch nicht gegessen.

Ich hab auch noch nix gegessen. Aber das interessiert ja keinen.

Mei, i hab keine Zeit. I muss mi doch um den Paul kümmern.

Bloß weil er mit seinen Zähnen nix mehr knatschen kann,

müssen wir dasselbe fressen. - Und das Suppenfleisch?

Das kann der Paul doch eh nicht mehr beißen.

Das hat keiner mehr beißen können, so zach war das. Hat der Hund gekriegt.

(Oma) Da schau her.

Kaufst dir jetzt beim Simmerl ! ein paar warme Leberkassemmeln, geh?

Schmeckt's dir, Paul?

Dann ist recht.

Also, soll ich dir auch was mitbringen oder machst du eine Rauschgiftdiät?

Geh weg mit der Wurscht.

(Rudi) Rauschgiftdiät. (Oma lacht.)

Ein Polo? Des ist doch kein Auto, Depp!

Glaubst du, ich kann meinem Sohn kein gescheites Auto kaufen?

Papa. Ich will halt einen Polo oder so. Akzeptier das bitte.

Ein Polo ist ein Weiberauto!

Und, bist du ein Weib? Nein.

Du kriegst einen 7er BMW. Schluss, aus, Amen. Ich lass mir doch nix nachsagen.

Servus.

Oh.

Franz. Servus.

Is was?

Nein! Na, na, nix.

Hams di wieder rauslassen? Du alter Kollegenmeuchler.

Hammer, Franz, echt. - Was?

Na ja, dein Vorgesetzter kommt dir blöd und du einfach:

Tsching!

Tsching! Tsching! Echt super!

Ich krieg vier warme Leberkassemmeln, bitte. - Freilich.

Viermal Leberkäse in der frischen Semmel. Kommt sofort.

Ich hab mir eh gedenkt, dass du es nicht warst.

Das wär ja auch zu deppert, mit dem eigenen Messer.

Obwohl, nach acht Halbe.

Simmerl.

"Tschuldigung.

Vier Warme to go. Sind auf dem Weg.

Tsching.

Kannst du dir vorstellen, dass ich mir Sorgen um dich gemacht hab?

Weißt, ich stand ja regelrecht unter Schock.

Aber jetzt bin i ja wieder da. Schneller ist es echt nicht gegangen.

Hast du den Barschl umgebracht? Du musst mir die Wahrheit sagen.

Nein, i hab den Barschl ned umgebracht.

Ehrlich?

Ehrlich.

Das wüsste ich.

Mei.

Du weißt ja, wie du manchmal sein kannst.

I weiß ned, ob i das ausgehalten hätt, wenns du ein Mörder bist.

Susi...

Komm, Susi, ned da.

Genierst du dich wegen mir?

Genieren wär zu viel gesagt.

Die ganze Gemeinde weiß seit 100 Jahren, dass wir zusammen sind.

Ja, ja, Eberhofer,

bald werden wir auf Sie verzichten müssen, was man so hört.

Das kimmt davon, wenn man die Waffe locker sitzen hat.

Und dann noch einen Kollegen! Kreizsackelzement!

Was fällt Ihnen ein, Herr Bürgermeister?

Der Franz hat nix gemacht! - Ist schon recht, Fräulein Susi.

Nur ned aufregen. Ach, bevor ich's vergess.

Der Fahrer vom Bus unserer gehandicapten Mitbürger

kann diese Woche ned. Der hat einen Darmverschluss.

Ja und?

Ja nix und. Die Frau Maierhofer vom LKA hat gemeint,

solang er keine Polizeiarbeit macht,

darf der Herr Eberhofer unbegrenzt und gern für Gemeindezwecke eingeteilt werden.

Also, 14 Uhr,

Monsignore-Meier-Werkstätten. Avanti, avanti.

Ich fahr doch keinen Behindertenbus. - Der Bus ist ja ned behindert.

(verspielte Blasmusik)

Fährst du jetzt immer?

Äh, ja, schaun mer mal. Eher nicht.

(Flüstern)

(laute Schlagermusik) Discobus!

(gedämpfte Schlagermusik und Gegröle)

Und gib ihm nun die ewige Ruh durch unsern Herrn Jesus Christus.

(alle) Amen.

Darf ich beisetzen? - Bitte.

(ruhige Musik)

Das wird dich aus den Latschen hauen, Eberhofer.

Hast du mich erschreckt!

Merke: Lautlosigkeit ist mein Geschäft. - Hm.

Also, diese Ivana Barschl, Mädchenname Ivana Schuk,

kommt tatsächlich aus Russland.

Bis zu ihrer Hochzeit hat sie illegal als Prostituierte gearbeitet.

Hammer, Rudi!

Bis vor sieben Jahren ein Polizeibeamter, der damals noch bei der Sitte war,

das Bordell hochgenommen hat.

Und jetzt rate mal, wie der geheißen hat?

Barschl. - Bingo.

Und einen Monat später hat sie auch Barschl geheißen.

Hat die noch Kontakte ins Milieu?

Scheißt der Bär in den Wald?

Ich werd unserer lustigen Witwe auf den Zahn fühlen.

Das mach ich lieber selber.

Du schaust, was du über den Barschl rauskriegst.

Und jetzt lautloser Abgang, ich kann mir keinen Ärger leisten. Deine Worte.

Ja. Äh, liebe Grüße, geh?

Ja.

Na, Eberhofer? Wollen Sie Ihr Opfer auf seinem allerletzten Weg begleiten?

Ja, äh...

Und Finger weg von der Witwe Barschl.

Das gilt auch für Ihren Freund. Sie stehen unter Beobachtung vom LKA.

Wenn das LKA rauskriegt, dass Sie selber ermitteln,

dann haben Sie noch ein größeres Problem.

Herr Dienststellenleiter, ich bin da rein privat.

Ja. Weil der Barschl so ein alter Freund von Ihnen war.

Sie haben ihn ja regelrecht geliebt.

Genau so kann man das sagen.

Und nicht vergessen: Ich kann nichts für Sie tun.

Interne Ermittlungen, das liegt in der Hand vom LKA. Da bin ich außen vor.

(düstere Musik)

Mein Beileid, Frau Barschl.

Dass Sie sich hierher trauen.

Ich will ja gar ned lang stören.

Ich hab nur eine Frage.

Hatte Ihr Mann auf der PI Landshut eigentlich Feinde?

Ja, hatte er. Und zwar Sie.

Ja, aber bei mir weiß ich"s aus erster Hand: Ich war's nicht.

Da sind sich Ihre Kollegen aber wohl nicht so ganz sicher.

Warum sind Sie denn noch vom Dienst suspendiert?

Ja, aber deswegen können wir zwei uns trotzdem unterhalten, oder?

Also: Wo waren denn Sie zur Tatzeit?

Ich war müde.

Ich bin nach Ihrer Aktion auf dem Parkplatz mit dem Taxi nach Hause.

Bin ich jetzt etwa verdächtig, oder was?

Als Ehefrau ist man praktisch immer verdächtig.

Eberhofer,

lass sofort die Frau in Ruh, ja?

Hast keinen Respekt vor 'ner Witwe? - Der Kollege Fux.

Du, sag einmal, Fuxi.

Was war das eigentlich mit dir und Barschl?

Du warst doch auch einer von seinen speziellen Freunden? - Ja. Und?

Was meinst du damit?

Wo warst denn du, als der Barschl umgebracht worden ist?

Was soll denn das heißen? - Na des, was ich damit sag.

Horch einmal genau zu, Eberhofer.

Weißt du, was dein Problem ist? Du hast ein richtig großes Maul.

Und an deiner Stelle tät ich gut aufpassen,

dass dir nicht mal wer richtig eine reinhaut.

Kannst mich jetzt bitte loslassen?

Ich hab im Gegensatz zu dir ein echtes Alibi.

Wir waren den ganzen Abend beim Sailer Michi in der Sauna.

Enzian-Aufguss.

Uns ist langweilig. Wir wollen heim.

Hast du Verstärkung geholt?

Sagts einmal, Kaffee war ausgemacht.

Wir dürfen doch keinen Kaffee. - Ja, aber Bier sicher auch ned.

Kommts!

Habts ihr mir wenigstens a Halbe mitgebracht? - Oh nein, vergessen.

(spannungsvolle Musik)

Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?

Die Frau Barschl hat gerade Ihren Mann verloren.

Durch ein Verbrechen, in dem Sie Hauptverdächtiger sind!

Unser einziger Verdächtiger, mit einem starken Motiv, einer Tatwaffe und...

Einem Alibi.

Ach! Ihr Alibi ist so was von dünn.

Jetzt passen Sie mal auf.

Die Barschl hat früher als Nutte... - Als Prostituierte gearbeitet. Aber ja.

Aber die Frau Barschl hat ein Alibi. Und zwar ein wasserdichtes.

Sie saß zur Tatzeit in einem Taxi nach Landshut.

Ähm...

Und die anderen Kollegen, die auf der Hochzeit waren?

Die Kollegen sind geschlossen zum Kollegen Sailer in dessen Kellersauna gegangen.

Ja, ich weiß schon. Enzianaufguss. Super Alibi.

Herr Eberhofer,

wenn Sie Verdächtigungen gegen Ihre Kollegen hegen,

können Sie mir gern Ihr Herz ausschütten.

Ganz unter vier Augen. - Ich schwärze keine Kollegen an.

Dann hören Sie gefälligst auf, in der Ermittlung herumzupfuschen,

sonst rede ich mit dem Haftrichter.

Und warum rennen Sie immer noch in Uniform rum?

Äh, meine anderen Sachen sind leider in der Wäsche.

(Schlagermusik)

Das ist lustig, das ist schön.

Fahren Sie noch eine Runde in unserem Todeskreisel.

Wollts ihr noch mal? - Jaaaa!

(laute Musik und Grölen)

(entferntes Bellen)

(ächzend) Leck mi am Arsch!

Zefix, glaubst du es!

(Stöhnen)

Ich sag's euch, den Quacksalber, den zeig ich an.

Diesen Kurpfuscher von einem Urologen, den zeig ich an!

Warum regt er sich denn so auf? - Ja, warum?

Wegen der Amy-Gertrud. - Ist die ned von dir?

Freilich ist die von mir. Von wem soll die denn sonst sein?

Aber genau das ist ja das Problem.

Für das Kind ist das Problem sicher später mal viel größer, dass die von dir ist.

Sehr witzig. Auf jeden Fall zeig ich ihn an, diesen Quacksalber.

Ja und warum jetzt?

Mei, der hat doch bei mir die Vasektomie gemacht.

Vaseko was?

Ja, schnipp, schnapp, weg, aus, Feierabend. Kastriert halt.

Pscht!

Aber statt Schicht im Schacht und freie Fahrt für freie Bürger,

hab ich weiter bemannte Raumfahrt betrieben.

Und Mary gibt mir die Schuld. Sie wollt ja kein drittes Kind.

Nicht um alles auf diesem Planeten.

Weil zwei sind ja schon eine Zumutung.

(Flötzinger) Ja, da schau her! Servus, Franzl!

Wie geht"s denn allerweil? Serienkiller!

Der Messerstecher von Niederkaltenkirchen, habe die Ehre!

Erstens: Beim nächsten Mörderspruch werd ich tatsächlich zu einem.

Zweitens: Bier.

Und drittens:

Bier.

Prost.

Wissts ihr, wie die Kollegin heißt, die gegen mich ermittelt?

Thin Lizzy. - Ned, oder?

Wie die Rockband aus den Siebziger?

Ja, wenn ich's dir sag.

Ach, geh weiter. Wissts noch? - Ja.

# Whack for my daddy-o!

# Whack for my daddy-o, there's whiskey in the jar-o.

(Musik: "Whiskey in the Jar" von Thin Lizzy)

# As | was goin' over

# the Cork and Kerry mountains

# | saw captain Farrell

# and his money he was countin'.

# I first produced my pistol,

# then produced my rapier.

# I said stand o"er and deliver

# or the devil he may take ya.

# Musha ring dum a do dum a da!

(gedämpft) # Whack for my daddy-o!

# Whack for my daddy-o!

# There's whiskey in the jar-o...

(Reifenquietschen, der Song läuft weiter)

(lautes Grölen und Johlen)

(unverständliche Schreie)

(Johlen)

# Musha ring dum a do dum a da!

# Musha ring dum a do dum a da!

# Musha ring dum a do dum a da!

# Musha ring dum a do dum a da!

# Oh yeah!

(Ächzen und Stöhnen)

Juhu! - Habts euch wehgetan?

Ja, geh leck!

Noch mal, Franz! Noch mal!

Flötzinger, wo ist denn dein Baby?

Die Amy-Gertrud!

(Brabbeln)

Scheiße!

(tonloses Lachen)

(ruhige Musik und Hahnenschrei)

Morgen.

Morgen.

(leises Stöhnen)

Gibt"s kein Frühstück?

Das musst scho dei Großmutter fragen. - Wo is"n die Oma?

Im Bett.

Im Bett?

Um die Zeit?

Ist was passiert?

Mei, nix Gwiss woaß ma ned.

Ja, Herrschaftszeiten, dann schaust halt mal nach!

Das Gästezimmer ist leer.

Ja, vielleicht ist er abgereist, der Paul.

Weil er di nicht mehr ertragen hat. - Schmarrn!

Die Schuhe von ihm stehen noch vor ihrem Zimmer.

Was, der Paul ist oben?

Bei der Oma im Zimmer?

Ja, wo soll er denn sonst sein?

Die Oma, die Oma!

Ja, so was von eifersüchtig auf mi!

Weswegen schauts ihr zwei denn so saublöd?

(Paul) Morgen.

Und? Gut geschlafen?

Magst a Frühstück, Paul?

Nein, danke, liebe Lene, für die Mühe.

Aber in der Früh hab ich immer keinen Appetit.

Dann können wir doch unseren kleinen Ausflug jetzt gleich machen, oder?

Ich zeig dir alles, was sich bei uns geändert hat. Magst?

Wunderbar. Allons-y!

Ja, also gut. Pfiad euch Gott, Buben. Bis später!

Und brav bleiben, gell.

(Oma und Paul lachen.)

(Er äfft das Lachen nach.)

Ich glaube, ich spinne! Was bildet die sich ein?

Die ist doch keine 17 mehr. Das ist ja peinlich!

(ruhige Musik)

(unverständlich)

Eberhofer!

Sagt Ihnen das Wort Verantwortung was?

Ich hab Ihnen unsere gehandicapten Mitbürger anvertraut. Und was machen Sie?

Liefern sie viel zu spät und betrunken daheim ab.

Sind Sie noch zu retten? - Servus, Susi.

Wohl wieder was eingeworfen.

Ein Christal Meth gelutscht oder irgendeinen anderen Duridari!

Wenn das die Presse erfährt, bin i so groß in der Zeitung!

Interessiert dich das einen Scheißdreck, was ich herausgefunden hab?

Immerhin geht es um DEINEN Kopf.

Magst auch eine?

Ich hab den E-Mail-Account vom Barschl geknackt.

So was kannst du?

Ja, also der Schwager. Egal.

Dein Freund Barschl hat regelmäßig im Internet Damen-Reizwäsche bestellt.

Und zwar Größe XXL, Körbchengröße Doppel D.

Für seine Ivana war das sicher nicht.

Hat der Barschl eine Freundin gehabt? - Ja.

Und so wie's ausschaut, eine recht stattliche.

(Telefon klingelt.)

(Ächzen)

Susi?

Ich hab hier eine Ivana Barschl am Telefon.

Ja und?

Sie lässt fragen, ob hier ein Franz Eberhofer arbeitet.

Was soll i machen?

Stell sie halt durch. Frag halt nicht so blöd!

Du blöder Arsch!

Der Herr Eberhofer ist jetzt am Platz, ich stell Sie durch.

Hallo? Herr Eberhofer?

Ich wollte Sie anrufen, weil unser letztes Treffen ein bisschen unglücklich war.

Wie komm ich zu der Ehre, dass Sie den Mörder Ihres Mannes anrufen?

Susi, pfiadi.

Oh! Hey!

Hast du einen Vogel, oder was?

Wieso lässt du dich von der Tussi zum Abendessen einladen?

Heute, an unserem Abend? Ich hab vorgekocht.

Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat und einen Obatzten.

Hörst du meine Telefongespräche ab?

Wieso du zu der zum Essen gehst.

Weil ich immer noch verdächtigt bin.

Und weil ich meine Unschuld beweisen muss, weil's sonst keiner tut.

Ausgerechnet bei einem Abendessen!

Zur Not, ja. Wenn's der Sache dient, dann auch bei einem Abendessen.

Susi, die Barschl hat mich schon zweimal abblitzen lassen.

Und auf einmal lädt sie mich zum Essen ein.

Die ist so was von verdächtig, mehr geht gar nicht.

Außerdem ist das die einzige Spur, die i hab.

(neckische Musik)

Hey, Eberhofer! Wo fahren Sie denn hin?

Herr Dienststellenleiter. Warten Sie auf den Servicewagen?

Ermitteln Sie vielleicht?

Nein, warum? - Warum fahren Sie mit dem Dienstwagen rum?

Der muss zur Carkosmetik. Nanowachs, Unterboden.

Keine eigenen Ermittlungen. Hände weg von der Witwe!

Sie spielen mit Ihrer Karriere und Ihrem Leben!

Sie wollen doch die Susi heiraten.

Familie, Kinder, das kostet doch alles!

Herr Dienststellenleiter, i muss. Termine, Termine.

Geh, leck mich doch am Arsch! Du blöder...

Ivana, Sie sind Russin, geh?

Sie sprechen aber akzentfreies Deutsch. Hut ab.

Was man von Ihnen nicht behaupten kann.

Wie jetzt?

Und wie sind Sie nach Deutschland gekommen?

Ich wollte das Land kennen lernen.

Als ich hierherkam, gab es dann natürlich keinen Job als Au-pair.

Ich bin auf billige Tricks reingefallen und in einem Bordell in Landshut gelandet.

Ich möchte hier in Frieden leben.

Darum möchte ich nicht, dass sich meine Vergangenheit herumspricht.

Sie schauen so, Herr Eberhofer?

Ich hab mich nur grad gefragt, was Sie für eine Körbchengröße haben.

Doppel D ja wohl eher nicht, oder?

Wie kommen Sie darauf?

Anscheinend hat Ihre große Liebe eine Geliebte gehabt.

Quasi eine andere große Liebe.

Eine sehr große sogar, wenn man es rein größenmäßig betrachtet.

Worauf wollen Sie hinaus?

Ihr Mann hat im Internet Reizwäsche bestellt.

Reizwäsche in Übergröße.

Haben Sie eine Ahnung, wer die Geliebte war?

Kommen Sie.

Ach,

i hab gar ned gewusst, dass Sie ein Kind haben.

Wir haben keins.

Aber mein Mann hat sich immer ein kleines Mädchen gewünscht. - Aha.

(verspielte Musik)

Die waren nicht für seine Geliebte.

Die Sachen hat mein Mann selber getragen. - Was?

Das war sein Fetisch.

Der Barschl war schwul?

Ganz im Gegenteil. Frauenkleider haben ihn erregt.

Echt?

Aha.

Aber für Sie war das sicher total unangenehm, oder?

Was?

Dass mein Mann zuhause gerne Frauenkleider trug,

oder dass er mich zum Sex mit ihm gezwungen hat?

Dann können Sie ja froh sein, dass Sie Ihren Mann los sind, oder?

Ich bin in meinem Leben schon zu ganz anderen Dingen gezwungen worden,

aber wenn Sie es so genau wissen wollen, ja,

irgendwie bin ich erleichtert, dass mein Mann tot ist.

Ist das so?

Ich war ihm erst dankbar, dass er mich geheiratet hat.

Aber warum heiratet ein Mann eine Prostituierte?

Jetzt hab ich Sie von meiner Schuld endgültig überzeugt, oder?

Wenn Sie mich so direkt fragen.

(Türklingel)

(mit Akzent) Hallo, Ivana.

Spasiba.

Hm.

Grüß Gott.

Darf ich vorstellen: Herr Eberhofer von der Polizei.

Victor Grablonski, ein Bekannter von früher.

Herr Eberhofer ermittelt im Mordfall an meinem Mann.

Äh... aha.

Und, weiß man schon, wer's war?

Ach, das ist eine laufende Ermittlung. Da darf ich nix sagen. - Hm.

Ja, dann... - Willst du auch ein Glas Sekt, Victor?

Spasiba.

Was wolltest du denn jetzt, Victor?

Das hat sich am Telefon so dringend angehört.

Nein, nicht so dringend.

Wir können über alles reden. Ich hab vor Herr Eberhofer keine Geheimnisse.

Wir reden morgen. Ich ruf dich an, ja?

Bitte komm, sag, was los ist.

(Russisch)

(vana antwortet auf Russisch.)

Auf Wiederschaun, Herr Kommissar. - Servus.

(Russisch)

(Russisch)

Wie heißt der? - Grablonski, Victor.

Der Typ schaut schwer nach Milieu aus.

(Rudi) ...lonski.

Gut, wird bis auf die Unterhose durchleuchtet, der Herr Grablonski.

Alles klar. Bis dann, pfiadi.

Servus.

(ruhige Musik)

Hmm.

Sau gut.

Fast so gut wie die von der Oma.

Du, Frage:

Was würdest du sagen, wenn ich Damen-Reizwäsche tragen tät?

Solang du nicht meine Sachen anziehst und ausleierst, ist mir das wurscht.

Mhm.

Susi.

Du hast einen super Arsch.

Findst du?

Ich hab überlegt, ob ich mir was absaugen lass.

I glaube, die Hälfte tät auch langen. - Mach das bloß ned.

Stell dir vor, wie das ausschauen tät, wenn du nur eine Arschbacke hättest.

Du, geh!

Magst fegen? Magst Ärger?

(entfernter Hahnenschrei)

(Franz) Guten Morgen. (Oma) Guten Morgen.

Wo ist denn der Paul?

Dem Herrn geht"s nicht so gut.

Wahrscheinlich vom zu vielen Turteln in seinem Alter.

Wahrscheinlich zu viel schlechte Gesellschaft da am Hof. - Ja, freilich.

Da brauchst du nicht lang rumsuchen.

Du kannst dir in Zukunft dein Kernsel ans Tischeck hauen. - Was?

Du kannst dir das Kinn an die Tischkante schlagen, wenn du was essen willst.

Weil die Oma hat jetzt einen Hausfreund.

Da hat sie keine Zeit mehr für uns.

Sapperlot! Hör auf, auf dem Paul rumzumhacken.

Ein Mannsbild, das Haferbrei zum Frühstück frisst.

Ist doch kein Kleinkind mehr.

Dann mach dir auch gleich deinen Kaffee selber. Bist groß genug.

Das kann i eben ned! - Weil du's noch nie probiert hast.

Weil du's mir nie erklärt hast.

Weil es an einer Kaffeemaschine nix zum Erklären gibt.

Ja, leckts mi doch am Arsch.

Geht das schon die ganze Zeit so? (leises Knurren)

(versöhnlich) Papa.

Jetzt gib halt zu, dass du eifersüchtig bist.

Sonst müsstest du dich ned so aufregen.

So ein Schmarrn!

Schau, Bua, es ist ja praktisch so:

Die Oma und ich...

Wir sind ja eigentlich wie ein Ehepaar.

Und irgendwie hat das auch gepasst.

Und außerdem haben wir immerhin zu zweit euch zwei Buben großgezogen.

Und des gar ned so schlecht, wie i mein.

Aber so umwerfend gut auch wieder nicht,

wenn ich mir den Leopold anschau.

Depp.

Und jetzt lass der Oma mal ihre Freud, ja?

(Hupen)

(Franz) Der Rudi.

Servus, Rudi.

Nur Grießnockerl?

Hat die Oma nur eine Grießnockerlisuppe gemacht? - Ja.

Und ist von gestern noch was übrig? Was hat's da Leckeres gegeben?

Grießnockerllsuppe.

Warum kocht die Oma nur mehr so geschissene Grießnockerlsuppen?

Wegen ihrem Paul. Der verträgt nix anderes.

Na ja. Hat die Frau Eberhofer auf ihre alten Tage noch eine Affäre.

Eine Grießnockerlaffäre.

(Kichern)

Was wollt ich?

Ach so.

Also, dieser Victor Grablonski ist der ehemalige Zuhälter von der Ivana Barschl.

Und der Barschl selbst hat ihn verhaftet,

wie er das Chanel hochgenommen hat, wo die Ivana angeschafft hat.

Seit er wieder draußen ist,

arbeitet er als Sicherheitsberater, aber immer noch in der Erotik-Branche.

Was man so hört, läuft das Geschäft nicht so gut.

Was i mi halt frag, ist:

Warum taucht dieser Grablonski ausgerechnet dann auf,

wenn ich bei der Barschl zum Essen eingeladen bin?

Und warum erzählt dir die Frau Barschl so mir nichts dir nichts,

dass sie froh ist, dass ihr Mann tot ist?

Und warum haben die ein voll eingerichtetes Kinderzimmer?

Aber kein Kind.

Franz, ich schlage vor:

Observierung.

Und zwar... großes Besteck.

Hm.

(Pfeifmelodie und Vogelzwitschern)

Ich find das total unprofessionell, dass du den Ludwig mitnimmst.

Das ist ja eine seriöse Personenobservierung

und nicht ein Familienausflug. - Wieso?

Der Ludwig ist ein 1A seriöser Wachhund, gell, Ludwig?

Ja.

(behäbige Blasmusik)

Turnergruß mit sieben Buchstaben, Rudi?

(leises Schnarchen)

Gicht in der Großzehe, auch... sieben Buchstaben.

(Rudi lustvoll) Oh ja.

Aber Lady Bellinda, ich war doch ganz brav.

Oh.

Ja!

(leises Stöhnen)

Zielperson.

(Räuspern)

14. 37 Uhr, Zielperson verlässt das Haus.

Also...

Du, Rudi, Frage:

Wer ist Lady Bellinda?

(Der Motor springt an.)

(schwungvolle Musik)

Auffälliger geht's nimmer, oder? - Ja, soll ich sie überholen?

(Franz) Machst du das zum ersten Mal?

Die hat 20 Mille abgehoben. Ich hab's ganz genau gesehen. Schnell!

Ist das der Grablonski? - Ja, genau.

Sie hat ein Alibi. Er den Auftrag.

Des ist der Lohn. Bingo.

Mhm.

(Franz) Das sind Sie. Das ist der Herr Grablonski.

Und des sind 20.000 Euro in bar.

Schauns, Ihr Mann wurde umgebracht.

Sie haben ein astreines Alibi.

Aber kaum eine Woche später überreichen Sie Ihrem Ex-Zuhälter 20.000 Euro.

Gibt's da einen Zusammenhang?

Ja, den gibt es.

Ja, dann raus damit.

Sie werden sehen, danach geht's Ihnen besser.

Victor hat gesagt, ich schulde ihm noch was.

Ich wäre seine Nutte, er hätte in mich investiert,

ich muss ihm eine angemessene Ablöse zahlen.

Ich glaub Ihnen kein Wort.

Der Grablonski hat Ihnen Ihren Mann für die 20.000 abgestochen.

Herr Eberhofer,

Sie haben eine blühende Fantasie.

Die Barschl hat dem Grablonski 20.000 für die Ermordung Ihres Gatten gegeben.

Das ist eine wirklich gute Theorie, meine Herren.

Ja, da hätte man auch selber drauf kommen können, geh?

Aber Madame war sich ja so sicher, dass ich den Barschl umgebracht hab.

Wie ich noch bei der Kripo war,

da haben wir in alle Richtungen ermittelt

und uns nicht in den ersten Verdächtigen verbissen,

nur weil wir drüber gestolpert sind.

Fertig?

Ah, Sie dürfen sich jetzt gerne bei mir entschuldigen.

Meine Herren. Ihre Theorie hat nur einen klitzekleinen Haken.

Der Grablonski saß zur Tatzeit in einer Münchner Ausnüchterungszelle,

weil er sich mit dem Türsteher einer In-Disco geprügelt hat.

Glauben Sie, das LKA ist auf der Brennsuppen dahergeschwommen?

Der Grablonski war der Erste, den wir durchleuchtet haben.

Wo haben Sie eigentlich das Ermitteln gelernt?

Kann es sein, dass Herr Rudolf Birkenberger,

der Detektiv des Jahres, the Godfather of Hinterherschnüffling,

Grablonskis Alibi nicht überprüft hat?

Natürlich hab ich das überprüft. Was denkst denn du?

Ich mach den Job Ja nicht seit gestern erst.

Ich hab sogar in einen Blumenstrauß investiert für die Informantin. Da!

6,95 Euro für einen Strauß von der Tankstelle.

Und da wunderst du dich, dass die nicht auspackt?

Momentan arbeite ich Tag und Nacht. Nur für dich. Kostenlos!

Und völlig umsonst, wie wir wissen,

weil du wieder zu geizig warst und 20 Euro sparen wolltest.

Fällt dir auf, dass bei uns einer immer nur gibt und der andere nur nimmt?

Nein. Echt? Wer?

Boah.

Ach komm, Rudi, du bist manchmal so eine Diva!

(Hardrock-Klingelton)

Eberhofer?

(laute Rockmusik aus dem Autoradio)

(ruhige Banjomusik)

(Gurren)

(laute Rockmusik)

(gedämpfte Rockmusik)

(Reifenquietschen, Musik und Motor gehen aus.)

(verhaltene Blasmusik)

(leises Platschen)

Sie wollte unbedingt, dass ich Sie anruf. - Danke schön.

Frau Hausladen?

Du sollst nicht töten. Das fünfte Gebot.

Ich habe schwere Schuld auf mich geladen.

Aber Sie waren doch in Lourdes, als Ihr Papa verunglückt ist.

Das Lourdeswasser haben Sie doch mitgebracht. Erinnern Sie sich?

Ich habe zur Mutter Gottes gebetet, und der Vater hat sterben müssen.

Sie sind nicht schuld am Tod von Ihrem Papa.

Das war ein Unfall.

Dein Verhalten und Tun haben dir das eingebracht.

Deine bösen Taten sind schuld, dass es so bitter steht,

dass es dich bis ins Herz trifft.

(leises Stöhnen)

Ähm...

Frau Hausladen?

Äh...

Frau Hausladen?

Frau Hausladen, können Sie mich hören?

Sagen Sie mal, haben Sie die alle genommen?

Du sollst nicht töten.

Für oder gegen was sind die?

Das sind die Schlaftabletten, die ich ihr verschrieben habe,

und das die Antidepressiva. Frau Hausladen!

Des ist gefährlich, wenn Sie alle auf einmal nehmen.

Damit kann man sich umbringen.

Servus, der Eberhofer Franz.

Wir haben eine Schlaftablettenvergiftung.

Schickst einen Notarzt nach Oed zum Hausladenhof.

Jeden geschissnen Tag Grießnockerlsuppen, verstehst?

Weil der feine Herr Paul nichts anderes vertragt.

Ich trau diesem Paul ja überhaupt nicht.

Ich hab auch noch nie irgendwas von einem Paul gehört. Nie!

Wo ist denn die Oma überhaupt?

Im Kino.

Die Oma?

Ja.

Madame ist im Kino. - Am helllichten Tag?

Und nicht alleine.

Was sagen denn da die Leut dazu?

Und das in ihrem Alter.

Von wegen Zucht und Ordnung. Sodom und Gomorrha, sag ich da, oder?

Vater, muss denn des sein. Das seh ich jetzt aber ned gern.

Ja, mei Gott...

Was meinst, wie mich das Ganze mitnimmt.

Hat die Annemarie eigentlich schon vor dem Tod ihres Vater Depressionen gehabt?

Na ja, es ist ihr nicht so gut gegangen. Sie hat sich halt Vorwürfe gemacht.

Vorwürfe. Warum?

Brunnermeier, ich muss das wissen.

Hat das mit dem Tod vom Vater zu tun?

Na, die Annemarie hat ein Kind erwartet.

Schwanger?

Und das Kind?

Das hat sie wegmachen lassen. - Abtreibung?

Des hat sie sich nicht verzeihen können.

Hat der Paul um halb drei seine Medizin gekriegt?

Nein... ich bin eingeschlafen.

So ein Rindviech, glaubst du es.

Kann man nicht mal kurz weg sein, ohne dass alles gleich den Bach runterrinnt.

Paul? Paul, wach auf, deine Medizin!

Wie kann man so was bloß vergessen!

(Simmer/l) Ist das ein BMW?

Und man sieht ihm keines seiner 14 Jahre an.

Für deinen Buben?

Natürlich. I lass mir da nix nachsagen.

Wissts ihr, wen i getroffen hab?

Die Hausladen Annemarie. Kennts ihr die?

Na. - Hausladen Annemarie?

Das ist doch die von dem Hof, die wo die Puten haben?

Mhm.

Da wo der Vater die Treppe runtergefallen ist? Oder?

Des muss a ganz a Katholische sein, was man so hört.

Stimmt das, dass der alte Hausladen von den Ratten total abgefieselt war,

wie sie ihn gefunden haben? - Schmarrn.

Angeblich hätt die eine Abtreibung gehabt. (lautes Prusten)

Hausladen? Ah geh!

Die hätt erst mal schwanger werden müssen.

Die hat doch niemals nie einen Freund gehabt.

Ned mal in der Schule. Die war schon immer ein wandelndes Gebetsbuch.

Oder würdest du mit der? - I hab die Gisela.

Aber jetzt mal rein hypothetisch. Du hättest die Gisela nicht.

Oder sagen wir, die Gisela hätte einen fiesen Hautausschlag.

Würdest du dann mit der Hausladen? - Flötzinger, das ist doch wurscht.

Moment einmal.

Oder nehmen wir mal an, du wärst ein Schiffbrüchiger.

Strandest auf einer einsamen Insel. Kein Weib weit und breit.

Nur die Hausladen. Würdest du dann mit der?

Jetzt halt einmal deinen Rand! - Würdest du dann mit der?

Und du hättest keine Hände.

Gar keine?

Ja, gar keine.

Siehste?

Schwanger...

(gedämpfte Reggae-Musik)

(laute Musik) # ...early in the morning.

Weißt du, wie spät es ist?

Sag einmal, spinnst du a bisserl? I wohn da.

Und i hör meine Musik wann, so oft und so laut, wie i mag.

Ich bin nicht schwerhörig wie deine Mutter.

Ich will jetzt schlafen. Wenn die Musik leiser ist.

Dann steckst du was in deine Ohren.

Was hast du für eine Kinderstube gehabt? Von der Leni hast du das nicht!

Die Musik bleibt leiser, sonst passiert was.

Du Rotzlöffel, du miserabliger!

Weißt du, wie spät das ist?

Sag einmal, Mama, geht"s noch?

Das ist meine Stereoanlage. Gib mir sofort das Kabel wieder!

Des kannst morgen wiederhaben. Frühestens.

Mama, du gibst mir sofort mein Kabel, weil sonst... - Was ist sonst?

Wennst mir das Kabel nicht gibst, dann... dann geh i jetzt.

Du bist alt genug. Du kannst machen, was du willst.

Wirst schon sehen, was du davon hast.

Geht"s in Urlaub?

Nein, mein Sohn, ich habe unser Zuhause verlassen.

Ich lass mich doch nicht behandeln wie so'n Rotzlöffel.

Wo willst du denn hin?

Ich habe Freunde.

Außerdem wüsste ich nicht, was dich das angeht.

Dann einen schönen Gruß an Moratschek. Pfiadi.

(Hupen)

In ganz Niederkaltenkirchen haben wir EINE einzige Telefonzelle.

Und wer trifft sie trotzdem? Mit seinem niegelnagelneuen BMW?

Mein Sohn, dieser Volldepp, der depperte.

(Aufschrei)

Ach du Scheiße.

Grüß di, Franz.

Und was fehlt dir alles?

Na ja, also links...

Ein ganzer Haufen fehlt dem. Vorneweg fehlt ihm ein Hirn!

Und ein Auto fehlt ihm jetzt auch.

Vielleicht ist das ja bei euch genetisch.

Du bist ja auch mal in eine Telefonzelle gerauscht.

Da war ich auch stockbesoffen. - Ich wollt ja von Anfang an einen Polo.

Wenn ich noch einmal dieses Wort höre, dann vergess i mi.

Oder einen Corsa.

Was habe ich bei diesem Buben falsch gemacht, ha?

Ein Twingo wär auch okay gewesen.

Kauf ihm doch einen Leopard II. Der macht was her und ist sicher.

Haha.

(Franz) Grüß Gott. (Mann) Servus.

Wo liegt denn die Frau Hausladen?

Station 3, Zimmer 8.

Das ist die Psychiatrische, oder?

(spannungsgeladene Musik und Durchsage)

Frau Hausladen, was wollten Sie mir eigentlich sagen

an dem Tag, wo Sie die Tabletten genommen haben?

Sie waren von Ihrem Vater schwanger, gell?

Frau Hausladen, Ihr Taxi wär jetzt da.

Danke.

Das Taxi wartet.

Wann genau sind Sie mit dem Bus aus Lourdes zurückgekommen?

Täten Sie dann bitte auch gehen.

Die Frau Hausladen hat was vergessen.

(Räuspern)

Selbst wenn den Hausladen irgendjemand die Treppe runtergeschubst hätte,

wo bitte soll da der Zusammenhang zum Barschl sein?

Das weiß i auch noch ned, aber feststeht:

Beide haben ein Motiv für einen Mord und ein Alibi für die Tatzeit.

(Schredder wird abgewürgt.)

So, i hab im Keller noch ein paar Akten aufgetrieben.

Schauens zu, dass Sie fertig werden.

Und bringens die Finger nicht in den Schredder.

Also, Eberhofer, auf geht's! Hophophop!

Sehen wir uns heute Abend?

Ich glaub, wir haben zu tun, Franz.

Was tät es zum Essen geben? - Ich wollt dich zum Essen einladen heute.

Auf was hast du denn Lust?

Cordon bleu mit Bratkartoffeln und Buttergemüse. - Mmh, Buttergemüse.

Dann bis heut Abend.

(beide) Mmmmmm!

Fällt dir eigentlich auf, dass dich die Susi behandelt wie einen Wauwau?

Ja, wo ist er denn, der Franzi? Such das Leckerli.

Ja, und du tapst hin zu ihr und zu ihrem Leckerli.

Du, Rudi, mein Bedarf an Eifersucht ist mit dem Papa momentan mehr als gedeckt.

Warum soll ich auf die Susi eifersüchtig sein? Das ist ja lächerlich.

Ich kenn die Susi ned einmal wirklich.

Kennen.

Ja, was ist, wenn die beiden sich kennen würden?

Die Barschl und die Hausladen?

Und die eine hätte den Mord für die jeweils andere begangen?

Großer Haken: Woher sollen die sich kennen?

Die haben nichts miteinander zu tun.

Immerhin war die Barschl Ivana im Krankenhaus.

Ich glaub, da verrennst du dich wieder in irgendwas.

Da, das könnte eine Verbindung sein.

Ich bin mir sicher, dass ich genau so eine Kette an der Ivana Barschl gesehen hab.

Und die hab i auf dem Nachtkästl von der Hausladen gefunden.

Ja, des ist jetzt wirklich interessant.

(Rudi imitierend) Gell? Ist er doch nicht eingerostet, der Dorfsheriff.

Aber woher kennen sich die? Was haben denn die gemeinsam?

Was machen so Frauen? Yoga?

Wie heißt das? Pilatus.

Oder irgendwas Kirchliches?

Immerhin ist da Mutter Gottes auf dem Medaillon.

Die Mutter Gottes.

Keine Kinder.

Keine Kinder?

Ja, keine Kinder. Die eine hat eine Abtreibung hinter sich,

die andere ein Kinderzimmer für ein Mädel.

Was der Barschl vielleicht immer wollte.

Aber die werte Gattin vielleicht nicht? - Hm.

Jetzt nehmen wir die Hausladen in die Zange, und zwar richtig.

Jetzt warte mal, Rudi, wir haben ja nix!

So ein geschissener Lourdes-Anhänger ist noch kein Beweis.

(Hardrock-Klingelton)

Oma, wie oft denn noch?

Du sollst mi ned anrufen, wenn i im Dienst bin.

Ja, gut, i komm.

Rudi, ich hab einen häuslichen Notfall.

Herr Eberhofer, was ist denn das, hm?

Aschenbecher? - Aschenbecher!

Das ist doch ein Nichtraucherhaushalt.

Gläser immer auf die Untersetzer.

(Türklingel)

Herr Dienststellenleiter.

Haben Sie eine Ahnung, WO sich mein Vater aufhalten könnte?

Ihr Vater? Nein.

Er hockt nicht zufälligerweise bei Ihnen auf der Couch?

Bei mir auf der Couch? Also Eberhofer!

Moratschek, verarschen kann ich mich selber.

Herrschaftszeiten!

So geht man doch nicht mit seinem Vater um! Der arme Mann!

Servus. - Ah! Der Herr Eberhofer Junior.

Wie schön, dass Sie auch einmal vorbeischauen.

Grüß Gott, Frau Moratschek. Ich wollte meinen Vater abholen.

Ach, jetzt haben wir es uns gerade so richtig gemütlich gemacht. - Genau.

Keine zehn Pferde kriegen mich hier raus. - Möchtens auch ein alkoholfreies Bier?

Bärli? Warum hast du dem Junior keine Hausschuhe gegeben?

Der war zu schnell.

Na, vielen Dank. Mir pressiert's. Also, packen wir's.

Ja, aber...

nur unter Protest.

Hm.

(ruhige Musik)

Ah geh, Papa, jetzt komm halt mit.

Hat"s dir so gut gefallen bei den Moratscheks?

Was genau hat denn die Oma gesagt, warum ich wieder heimkommen soll?

Weil's dem Paul gar ned gut geht.

Und sie möchte halt, dass du wieder heimkommst.

Mhm.

Weißt du, was er hat, der Paul?

Krebs, täte ich mal sagen.

Vermutlich im Endstadium.

Scheiße.

Ehrlich gesagt glaub i, der macht's nimmer lang.

Der ist Ja schon ganz durchsichtig.

Aber warum geht er dann ned heim?

Wenn i sterb, dann geh i doch heim oder in ein Krankenhaus.

Ned wohin, wo i vor 100 Jahren mal ein Gspusi gehabt hab.

Pass auf, was du sagst! Du redest immer noch von meiner Mama.

Schließlich hat die ja in der Zeit grad meinen Vater geheiratet.

Ist gar nicht möglich, dass er das Gspusi von der Mama ist. Verstanden?

Ja.

(überdeutlich) Sie müssen in ein Krankenhaus, dringend.

Oma, schau mal, wen i da mitgebracht hab.

Mein Gott, mein Gott, du dummer Bua, du!

(schwach) Nein, da geh ich nicht hin.

Aber Sie sind schwer krank.

Deswegen:

KRANKENHAUS!

GANZ SICHER NICHT!

Sie haben ein Nierenkarzinom. Das ist ein Krebs.

Und mit einem Krebs, da geht man in ein Krankenhaus.

Der Paul hat gesagt, er geht in kein Krankenhaus mehr.

Und darum geht er auch in kein Krankenhaus. Schluss.

Wie man so stur sein kann.

Ich wollt"s euch eigentlich schon eher sagen,

aber da hab i ja noch nicht gewusst, dass es jetzt so schnell zu Ende geht.

Der Paul ist nach dem Krieg

als Flüchtling nach Niederkaltenkirchen gekommen.

Und er war meine erste große Liebe.

17 waren wir.

Irgendwann war ich schwanger.

Der Paul hat Angst gekriegt vor der Verantwortung und ist abgehaut.

Aber der alte Eberhofer, der war ja schon immer in mich verliebt,

der hat mich schwanger geheiratet.

Und dann ist er wieder zurückgekommen, der Paul.

Er wollt zu seinem Kind stehen und mi heiraten.

Aber da war's zu spät.

Er hat uns beobachtet und hat gesehen, dass es uns gut geht, dem Buben und mir.

Er hat gemeint, ich bin glücklich mit dem Eberhofer.

Da wollt er ned stören.

Dann ist er wieder gegangen.

Und jetzt erst wiedergekommen.

(ruhige Xylophonmusik und leises Vogelzwitschern)

Passt schon.

(Rudi) Franz!

Franz!

Ich war gerade in Landshut.

Die Hausladen war tatsächlich

vor einem halben Jahr dort in einer Abtreibungsklinik.

Und wer war ihre Bettnachbarin? - Die Ilvana Barschl?

Bingo!

Die beiden Damen kennen sich. - Hammer, Rudi.

Jetzt haben wir die zwei. Ludwig, komm, wir gehen heim.

Du, was ist mit deinem Papa los? Der hat so traurig dreingeschaut.

Ah, mei. Der hat grad erfahren, dass der Papa ned der Papa ist.

(Rudi) So.

Also, wie früher: Du good Cop, ich bad Cop.

Du blöd Cop. - Hach.

Frau Hausladen?

Frau Hausladen, wir wissen, dass Sie da sind.

Es ist besser, wenn Sie aufmachen.

(Klappern und schnelle Polkamusik)

Ist sie das? - Ja, wer denn sonst?

Frau Hausladen!

Na, jetzt muss die da in die Batzen reinlaufen.

Frau Hausladen! Frau Hausladen!

Frau Hausladen, jetzt bleibens halt stehn!

Jetzt warten Sie!

Frau Hausladen!

(Rudi) Ja, das hat sich gelohnt. So, jetzt stehen wir auf!

Frau Hausladen, Sie waren vor einem halben Jahr

in derselben Abtreibungsklinik wie die Frau Barschl.

Und da haben Sie sich angefreundet und sich Ihr Herz ausgeschüttet.

Sie haben verzählt, was Ihr Vater Ihnen angetan hat,

und die Barschl, was ihr Mann ihr angetan hat.

Und nach der Stopferhochzeit war der Barschl tot.

Und die Frau Barschl war zur Tatzeit im Taxi.

So wie Sie in Lourdes waren, wie Ihr Vater die Treppe hinuntergefallen ist.

Das sind a bisserl arg viele Zufälle, findens nicht?

Oder hat da vielleicht jemand nachgeholfen und Ihren Vater geschubst?

Da, schauen Sie mal.

Das Medaillon mit der Mutter Gottes haben Sie doch aus Lourdes mitgebracht.

Eins für sich

und eins für die Ilvana Barschl.

Ein Schwein war er.

Eine dreckige Sau.

Ich hab das kleine Butzerl ja behalten wollen,

aber er hat mich gezwungen, dass ich's wegmache lass.

Damit nicht rauskommt, dass er das war.

Wie ein Viech hat er mich behandelt, der Vater.

Und die Ivana,

der ihr Mann war auch ein Schwein.

(Blasmusik)

Du sollst in dir kein Mitleid aufkommen lassen:

Leben für Leben,

Auge für Auge, Zahn für Zahn.

Ja, ich fürchte, das wird für die ewige Verdammnis reichen.

Rudi.

(schriller Kampfschrei)

Frau Hausladen!

(Ächzen und Stöhnen)

Rudi, geht's? - Knall sie ab!

Mach was!

(Ächzen)

Wir können doch in Ruhe darüber reden.

Wir würden auch ein gutes Wort für Sie und die Frau Hausladen einlegen.

Frau Barschl, ich weiß, Ihr Mann war ein brutales, kontrollsüchtiges Arschloch.

So, wissen Sie das?

Runter jetzt!

Nach dem, was Sie zwei mitgemacht haben, Sie würden eh nicht lang sitzen.

Wahrscheinlich eine Bewährungsstrafe.

Ich hab schon einmal einem Polizisten geglaubt,

und mein Leben wurde zur Hölle.

Alles hat er kontrolliert, jeden Tag.

Dass ich ja mit niemandem rede, dass ich nicht abhaue.

Ich wollte kein Kind. Nicht von ihm.

Ich hab ihn gehasst.

Und jetzt verlasse ich mich lieber auf mich selbst.

Da sind wir jetzt gleich wieder draußen.

Rudi Birkenberger, wie immer well equipped.

Kein Netz.

Gut, Plan B.

Fenster? Negativ.

Zugemauert.

Lüftungsschacht?

Negativ.

Abwasserkanal.

Gut, Plan C.

Hilfe!

(gedämpfter Hilfeschrei)

Wo ist eigentlich der Herr Verlobte? - Das weiß ich nicht.

Wahrscheinlich muss er noch mit seinem Rudi schmusen.

Ist der auch noch andersrum? Mei, sind das Zustände.

Wo ist denn eigentlich der Franzl?

Mei, wo soll er schon sein? Wahrscheinlich bei seiner Susi.

Sagts einmal, wo ist eigentlich der Franz?

Was weiß i.

Bei mir hat er heute auch keine Leberkassemmeln gekauft.

Ja, Simmerl, jeden Tag Leberkassemmeln, da graust"s dir irgendwann.

Vorsicht, Flötzinger.

Mein Leberkäse wird nicht mit dem Wort "grausen" in einem Satz verwendet.

Da hat die Gaudi ein Loch.

Hm. Prost.

(leises Gurren)

Meine gesamten Vermögenswerte gehen über in eine Stiftung.

Die Rudolf-Birkenberger-Stiftung.

Zweck der Rudolf-Birkenberger-Stiftung ist...

Wie kannst du bloß in so einer Situation andauernd fressen?

Glaub mir"s, Rudi. Ich hab in den letzten Tagen nur Hungererfahrungen gehabt.

Ich mag auf gar keinen Fall hungrig sterben.

Sterben?

Schaut so aus.

Franz?

Du warst der einzige echte Freund, den ich jemals hatte.

Eigentlich der beste.

Ja, das passt schon, Rudi.

Passt schon?

Das ist das Einzige, was dir einfällt?

(Sie räuspert sich.)

Stör ich?

Na bravo, Sie beide schon wieder.

Alles gut.

(Stöhnen)

Ein Wahnsinn, wozu Weiber fähig sind, ha?

Von den Männern brauchen wir erst gar ned reden.

Den Hausladen hätte ich auch über die Treppe entsorgt.

Ohne mit der Wimper zu zucken.

Seine eigene Tochter, was für eine Sau. Und der Barschl...

Vielen Dank, meine Herren.

Wir waren den Damen auch schon auf der Spur,

aber dank Ihnen konnten die entkommen.

Die Barschl hat sogar noch Zeit gehabt, ihr Konto leerzuräumen.

Die beiden hocken jetzt wahrscheinlich mit einem Cocktail in der Dom Rep. Super.

Danke, astreine Polizeiarbeit. - Gern geschehen.

Krieg i jetzt meine Waffen zurück?

Treiben Sie eigentlich jeden in den Wahnsinn, der mit Ihnen zu tun hat?

Frau ähm...

Dings, äh...

Ich glaub, wenn wir zwei uns früher kennen gelernt hätten,

dann hätt aus uns beiden echt was werden können.

Beruflich.

Rudi. - Franz.

Mercei.

Ja, jeder hat seinen Platz im Leben.

Lassts ihn bitte schön noch ein bisserl da bei mir.

(sanfte Musik)

(flüstert) Hallo!

Es ist ein Drama.

Ein furchtbares Drama.

Wo warst denn du eigentlich, Franz?

Wo warst du, als der liebe Opa gestorben ist?

Wiederbelebung und trara!

Du hast doch eine Erste-Hilfe-Ausbildung, wenn mich nicht alles täuscht.

Ich hab auch eine Schusswaffenausbildung.

Burschen!

Komm einmal her.

Das ist der Uropa.

Oma?

Ich hab mir schon mal Gedanken wegen der Beerdigung gemacht.

Du, schau.

Deutsche Eiche und dazu weiße Lilien.

Das ist doch herrlich.

Der Paul wollte in einem Pappkarton beerdigt werden.

In einem Pappkarton?

Oma, das ist doch jetzt nicht dein Ernst. Da kommt ein ganzer Haufen Leute!

Da muss ein astreiner Sarg her und Musiker und Blumen.

I lass mir doch ned nachsagen, dass ich meinen geliebten Großvater

in einer Schuhschachtel verscharre.

Wir haben einen Ruf zu verlieren.

Wenn der Paul in einer Schachtel beerdigt werden will,

dann wird der Paul in einer Schachtel beerdigt.

Herrschaft, Vater, jetzt sag doch du auch mal was. - Ja.

Lass einfach einmal gut sein, Leopold.

(Pfarrer) Hiermit übergeben wir den Leib Jesus Christus.

(schleppende Blasmusik)

Es riecht immer noch ein bisserl nach ihm.

Ich tue es wieder da rein, damit es Ja nur recht lang auch so bleibt.

(Pfarrer) Gut habt ihr das gemacht.

(Junge) Aber das war doch nur 'ne Schuhschachtel.

Dem lieben Gott ist das egal.

Und jetzt gehst du zu deiner Susi, Franzl, gell?

Und verplemperts nicht eure wertvollsten Jahre.

Die sind so unglaublich schnell vorbei, woaßt?

(Susi) Kinder, ihr sollts hier ned so rumrennen!

Mei... - Pfiadi Gott, Susi.

Servus, Oma.

Du, Susi?

Clara-Jane, Ignatz-Finn, das ist ein Friedhof!

(genervt) Ja, Franz?

Ist was?

Pass mal auf...

I hab ja in letzter Zeit a bisserl Zeit gehabt zum Nachdenken.

Und weil das Leben ja so schnell vorbei sein kann...

Clara-Jane, bleib von den offenen Gräbern weg!

Du hast ja gemeint... und die Oma meint das übrigens auch...

Also, deswegen wollt i di fragen...

ob mir zwoa...

(Kreischen)

Ignatz-Finn! - ...dann doch vielleicht...

...heiraten sollen.

(Susi) Herrschaftszeiten!

Clara-Jane! Mei!

Wenn i dich erwisch, du!

(Franz) Ignatz, komm her, du Saukrüppel!

Ich bin bewaffnet.

(Susi) Du kommst jetzt sofort her!

(Kussgeräusche)

Du, Susi? - Mhm?

Magst du da noch lang hocken bleiben? Du wirst langsam ganz schön schwer.

Du geh!

Drei Wochen muss i jetzt mit der Mary und dem kleinen Scheißer wegfahren.

Drei Wochen. Mutter-, Vater-, Babykur.

Damit beziehungstechnisch überhaupt noch was zu retten ist.

Sagt die Mary.

I hab mit der Mary ausgemacht, dass i auf Ignatz-Finn und Clara-Jane aufpass.

Auf den Flötzinger seine Schratzen? - Na!

Die freuen sich schon total. Dann können wir total viel unternehmen.

Super, Susi.

Wolfi, noch 'ne Halbe.

Logisch.

Bist du sicher? - Warum?

(leise) Gemma hoam, auf ein Schmusi mit der Susi.

Wolfi? Storno, zahlen!

Logisch.

(harmonische Popmusik)

# Die Party ist vorbei,

# es ist Zeit zu geh'n.

# Und leider sind wir zwei

# die Einzigen, die hier noch steh'n.

# (Frauenstimme) Und wenn wir auch nicht woll'n,

# das alles ist egal,

# denn wir haben heute Abend leider keine and're Wahl.

# Keine and're Wahl.

# Heute Nacht woll'n wir uns lieben,

# denn in der Not frisst der Teufel Fliegen.

# Doch du und ich,

# das geht eigentlich nicht.

# Lass uns heut Nacht miteinander schlafen

# und uns dafür auch ein wenig bestrafen,

# denn du und ich,

# das geht eigentlich nicht.

# Das geht eigentlich nicht.

# Wir machen auch das Licht aus,

# damit wir uns nicht seh'n.

# Und lang bevor du aufwachst,

# werde ich nach Hause geh'n.

# Heute Nacht woll'n wir uns lieben,

# denn in der Not frisst der Teufel Fliegen.

# Doch du und ich,

# das geht eigentlich nicht.

# Lass uns heut Nacht miteinander schlafen

# und uns dafür auch ein wenig bestrafen,

# denn du und ich,

# das geht eigentlich... das geht nicht, das geht nicht,

# das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht,

# das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht,

# das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht,

# das geht eigentlich nicht.

# Das geht eigentlich nicht.

(hohe Sopranstimme)

# Das geht, das geht, das geht eigentlich nicht.

# Das geht eigentlich nicht.

# Das geht, das geht, das geht eigentlich nicht!

(schwungvoll-schleppende Blasmusik)

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