All language subtitles for Tage_ die es nicht gab-Folge 1 (S01_E01).deu

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Original subtitles

*Entspannte Musik*

*Personen und ihre Farben:*

Miriam, Staatsanwältin

Doris

Christiane, Schriftstellerin

Inès

*Rauschen*

*Dumpfer Aufprall*

*Die Musik wird flotter.*

♪ Turn away, they are looking for a signal.

♪ Hide your eyes.

♪ I don't want them to catch up.

*Die Musik läuft im Autoradio leise weiter.*

*Krähenrufe*

Was ist passiert?

Hey, was machen Sie ...? - Das ist die Staatsanwältin.

Da ist jemand runtergefallen. - Gefallen?

Es scheint der Paulitz zu sein.

Sie, Entschuldigung:

Sie schauen, dass die da alle verschwinden.

Und Sie machen Fotos und sichern die Reifenspuren.

Auf einem öffentlichen Parkplatz? - Ja!

Der Herr mit dem Handy: Bitte drehen Sie das Handy ab!

Das ist ein Tatort, wir sperren gleich alles ab.

Sagen Sie, ich hab gehört, dass der Paulitz da runtergefallen ist.

Tot!

Aber das ist ja schrecklich.

Nein.

*Klospülung*

*Wasserhahn läuft.*

*Sie atmet tief durch.*

Weißt du, wann wir das letzte Mal miteinander geschlafen haben?

Ich führe nicht Buch darüber.

Vor einem Jahr.

*Er seufzt.*

*Er schnauft durch.*

So können wir nicht weitermachen.

Nein.

Aber wir müssen.

(Stimme von draußen) Langsam, langsam.

*Mechanisches Geräusch*

Ist doch perfekt, hm?

Oui, parfait.

(mit französischem Akzent) Das ist mein letztes Stück Heimat.

Mhm.

Aber jetzt sind wir komplett, hm? - Mhm.

Ich hab mir überlegt,

dass wir das Kabelverlegen für den Mähroboter 2 Wochen vorziehen.

Da wird es mit dem Pool nicht zu knapp.

Ich habe drei Angebote eingeholt. Alle noch unverhandelt.

Was sagst du? - Gut.

Und unser Dach würde 80 Quadratmeter für Photo ...

Chérie.

Entschuldigung.

Wollen wir nicht einfach mal ankommen?

Es ist einfach komisch, wieder hier zu sein.

Ich weiß. - Pardon!

Ähm, Olivier, schau mal! Welcher Pool würde dir ...

Au revoir!

Tu manges que ca? - Je mange que ca, Papa.

Ich muss los. - Ja.

Bis später. - Bis später!

*Musik*

Okay.

Olivier!

Morgen!

Wir sollten unsere Beziehung auf ein neues Level bringen, Mädchen.

Ja, sicher. Brauchst du einen Kindersitz?

Haha.

*Sie startet den Motor.*

*Sie verschaltet sich.*

*Hupen*

Sarah, Christiane ist da!

Sarah, hast du mich gehört?

Sarah, ich rede mit dir!

Sorge ich eben nicht mehr dafür, dass du pünktlich zur Schule kommst.

Du sagst das, als wär's eine Drohung. Aber es ist eine Verheißung.

Sebastian! - Steh direkt neben dir.

Unsere Tochter benutzt Wörter wie "Verheißung".

Hm?

Danke. - Bitte schön.

*Handyläuten*

Mami ruft an.

(am Telefon) Hallo!

Hallo, Mama! - Haallooo, Maamaa!

Hallo, Zwerg! Ich hole euch heute Nachmittag ab.

Super! - Danke!

Jaaa!

Wir sehen uns heute Abend. Christiane?

Ich freu mich! Doris und Inès kommen auch.

Top, ich freu mich! Bis später!

*Langsame, ruhige Klänge*

So, raus mit euch.

Habt ihr alles? - Ja.

Ciao! - Tschüs, danke.

Bitte!

*Ruhige Musik*

Wollen Sie auch was?

Da ist ein Geländer. Und er fällt trotzdem vom Paulsdamm.

Ein Unfall kann es nicht gewesen sein.

Urlustig.

Was?

Paul Paulitz fällt vom Paulsdamm ins Paulstal.

Ja.

So ist das.

Die Staatsanwaltschaft sagt Selbstmord

und hat keine Anklage erhoben.

Gegen wen auch? - Ja.

Die Polizei hat es als ungelöst zu den Akten gelegt.

Und trotzdem sind wir hier. Warum?

Weil es hier so schön ist.

Wann ist der Termin mit denen? - Jetzt gleich, in der Früh.

Gehört das Ihnen?

Fragen Sie mich wirklich, ob das mir gehört?

Geh bitte!

Wegen so einem Futzi-Papier!

Der soll sich nicht so anscheißen! Das regt mich wahnsinnig auf.

Ich sichere seine Arbeitsstelle!

Der kriegt gezahlt dafür, der Trottel!

Ich pack's nicht!

Das macht mich fertig!

Was machst du?

Bist du jetzt ganz deppert?

*Langsame Musik*

Selbst gebacken?

Meine Oma. - Ihre Oma?

Mhm.

Sie haben eine Oma?

Sie nicht?

*Schritte, Tropfgeräusche*

Frau Staatsanwältin? - Ja.

Wir haben einen Termin.

Ja, bitte.

Sie erinnern sich an den Fall Paul Paulitz?

Ja, war vor ... zwei Jahren?

Mehr als drei.

Wieso interessiert sich jetzt die Kriminalpolizei dafür?

Aus Wien?

Ich interessier mich nicht dafür, aber ich hab einen Auftrag.

Wir schauen uns ungelöste Todesfälle noch einmal an.

Der ist nicht ungelöst. Wir arbeiteten sorgfältig.

Spurensicherung, Rufdaten, Gerichtsmedizin.

Hier gibt es Spuren von Reifen, die nicht zugeordnet werden konnten.

Verletzungen am Rücken, die von einem Stoß herrühren könnten.

Oder von einem Aufprall. Und Reifenspuren gibt's unzählige.

Aber ich freu mich, wenn Sie neue Hinweise finden.

Ich hab noch eine Frage. - Das macht der immer.

Warum sind Sie so nass? - Ich bin nass?

Hat der Umstand, dass sich Wien für diesen Todesfall interessiert,

damit zu tun, dass der Mädchenname der Innenministerin Paulitz ist?

Ja, das könnte sein.

Wiederschauen.

Die Ministerin ist eine Paulitz?

Ja, das ist seine Schwester.

Gib's mir wieder! - Hol's dir!

Gib's mir wieder!

Gut, dass nächste Woche Sportwoche ist.

Du bist viel zu langsam! - Ich hasse Sport.

Du musst schneller werden!

Drei, zwei, eins, fang!

Oje.

*Glocke*

(Lehrer) Pause aus! In die Klasse!

In die Klasse, Pause aus!

Du auch, in die Klasse!

Die Matte da, die Stangen hier, die Ringe dort!

Tempo, Tempo, Tempo!

*Pfiff*

Was ist mit dir?

Herr Professor, bitte, ich hab mein Turnsackerl nicht mehr.

Was heißt "nicht mehr"?

Ich hab's vergessen.

Du vergisst doch sonst nie was. - Diesmal schon.

Gut, setz dich dort auf die Treppe und schau zu.

Alle anderen auf Position!

*Kinder lachen vergnügt.*

(Lehrer) Sehr gut.

Super!

Wie auch immer, ich will mehr vom Leben als ich hab.

Ich bin nicht glücklich. - Hast du einen anderen?

Du hast mich nicht verstanden.

Fürs Protokoll: Das ist keine Antwort.

Hier führt niemand Protokoll. - Ich schon.

Nein. - Was, "nein"?

Nein, ich hab keinen anderen.

Das Problem bist du.

Ja.

Können wir das vielleicht ein anderes Mal besprechen?

Ja, gern nach deiner Verhandlung.

Drei Familien-Rechtler, denen du traust?

Ist das nicht der 2. Schritt vor dem 1. Schritt?

Das ist keine Antwort auf meine Frage.

Königsbrunner, Binder, März.

Mit der März kann ich leben.

Es wird nichts vergessen! Aber ich sehe keine Sportsachen.

Gibt's dafür eine Erklärung?

Ich hab's vergessen. - Was hast du?

Ich hab's vergessen.

Ausziehen!

Zieh dich aus!

Und dann holst du alle Runden auf, die du bisher verpasst hast.

Denn wenn einer zu blöd ist, sich zu merken, was er mitnehmen muss:

Dann wird er ganz sicher nicht auch noch dafür belohnt,

dass er den Unterricht schwänzen darf.

Mit der Hose läufst du nicht und sitzt dann verschwitzt in der Klasse.

Wir sind keine Hauptschule. Ausziehen!

Seine Sachen bekommt er nach dem Unterricht wieder.

*Düstere Musik*

*Bedrückende Musik*

*Düstere Musik*

Wow! Ist auch keine schlechte Hütte.

Das ist Zollberg, die reichste Gemeinde des Landes.

Alter Reichtum, vermögende Familien, die seit ewig hier wohnen.

Die Polizei ist fast nie hier. Wenn, dann wegen Einbruch.

Aber das passiert nur bei den einfacheren Häusern.

Einfach für Zollberger Verhältnisse.

Wieso?

Würde es sich bei den großen Villen nicht eher auszahlen?

Erklären Sie's ihm!

Ja, ich bitte darum.

Die großen Villen sind durchgehend bewohnt.

Da ist immer Personal drin. - Hier gibt's keine Armut, oder?

Doch, aber die geht um 17 Uhr nach Hause,

wenn sie den Putzkittel ablegt.

Ich kann hier keine Verhandlung führen.

Ich kann euch nur beraten.

Ich zieh nicht aus! - Ich kann hier nicht ausziehen.

Ich kann keinen Grund erkennen, warum das nicht möglich sein sollte.

Magst du mich eigentlich noch?

Jetzt gerade nicht. - Und gestern um dieselbe Zeit?

Dachte ich mir.

Ich habe für emotionale Befindlichkeitsdiskussionen

keinen Nerv, Miriam.

Dir schmeckt's nie, egal, was ich tu. Ich kann nichts richtig machen.

Mich lieben hätte schon gereicht.

"Belarus" kennen wir noch unter einem anderen Namen.

Weiß jemand, wie Belarus noch heißt?

(Mädchen) Kevin?

*Gelächter*

*Tür knallt zu.*

Das ist ja schön, dass hier alle so viel Freude am Unterricht haben.

Setzen! Du nicht natürlich.

Ich wollte mich erkundigen,

was du heute im Sportunterricht gelernt hast?

Dass man seine Sportsachen nicht vergessen darf.

Warum?

Weil man sonst in Unterhose Sport machen muss.

Schade, schade.

Sehr schade, dass du nur das mitnimmst vom heutigen Tag.

Darf ich fragen ...

Kann ich mich in Ruhe unterhalten, ohne Unterbrechung?

Aber ... - Danke.

Der Ehrenkodex unserer Schule durch alle Generationen

seit 1587 lautet: "Quod volo, possum."

Herr Kollege?

"Ich kann es, weil ich es will."

Und das bedeutet:

Die Sportsachen vergisst man nur dann, wenn man sie vergessen will.

Und wenn sie nicht dabei sind, nimmt man sicher nicht

die faule Abkürzung auf die Ersatzbank.

Sondern man sagt erhobenen Hauptes: Quod volo, possum.

Und man wird ohne Sportsachen auch der Schnellste sein.

Denn wer nicht will, der kann nicht.

Und wer nicht kann, der ist ein Nichts.

Und du, junger Mann, warst heute ein Nichts.

Haben wir uns verstanden?

Kann ich eine Antwort haben?

Ja. - Also, was bist du?

Nichts. - In ganzen Sätzen!

Ich bin ein Nichts.

Schüler, die ein Nichts sind, haben die etwas an unserer Schule verloren?

Nein.

Und damit haken wir jetzt die Sache ab

und blicken nach vorne.

Glaubt ihr etwa, mir macht das Spaß?

Ja.

War das ein Ja?

Das ist eine sehr interessante These.

Du bist also der Ansicht, dass es mir Spaß macht,

wenn meine Schüler ihre Sachen zu Hause vergessen?

Nun, wir können offen darüber diskutieren.

Und das machen wir ...

... am Montag.

Da haben wir Sportwoche. - Hätten gehabt.

Du meldest dich nach dem Unterricht bei mir.

Du hast 2 Stunden Zeit, darüber nachzudenken,

wie du dich bei den anderen dafür entschuldigst,

dass du ihnen die Sportwoche gestohlen hast.

*Tür knallt zu.*

Danke, Balti, super gemacht!

*Lautes Stühlerücken*

Herr Direktor!

Die Sportwoche ...

Meine Klasse freut sich schon seit Monaten darauf, dorthin zu fahren.

Ich bin seit 41 Jahren an dieser Schule, und Sie?

Seit fünf Jahren. - Aha.

Also weniger? - Ja, das ist kürzer.

Aber ich wollte nur über die Sportwoche mit Ihnen reden.

Sie glauben also,

dass Sie in den 5 Jahren mehr Gefühl dafür bekamen:

Wie man Schüler an der ältesten Schule des Landes

richtiger ausbildet als ich?

Glauben Sie das?

Ich finde es einen Fehler, die Sportwoche abzusagen.

Und ich gehe jetzt in meine Klasse zurück.

Es ist seltsam, dass Leute wie Sie denken, dass das, was wir hier tun,

Mittelalterpädagogik ist.

Ich weiß nicht, wen Sie meinen, wenn Sie "Leute wie mich" sagen.

Aber es ist belegt, dass Angst kein guter Lehrer ist.

Das ist ein großer Irrtum.

Angst ist unerlässlich, wenn es darum geht, Eliten auszubilden.

Nicht, weil die Angst den Geist so weit öffnet,

dass wir das Wissen der Menschheit empfangen könnten.

Nein, sondern der Augenblick, wo wir die Angst überwinden.

Und uns der Schlüssel gegeben wird, die Türen der Welt zu öffnen.

Zum Wissen, zur Kultur, zur Macht.

Und auch zum Geld.

Und wissen Sie, warum Sie das alles nicht wissen?

Weil Sie in Ihrem erbärmlichen Leben noch nie den Augenblick erlebt haben,

wo Sie Ihre kleinliche Angst überwinden mussten.

Das meine ich, wenn ich sage: "Leute wie Sie".

Hier im Sophianum bilden wir keine Opfer aus.

Sondern die Täter.

Ihre Klasse wartet auf Sie.

Außerdem hat noch Ihre verehrte Frau Mutter angerufen.

Da hab ich jetzt gar keinen Nerv dafür, danke.

*Leise Musik*

Sie müssen sie anrufen.

*Telefon*

Ja? - Einen schönen guten Tag.

Mutter. - Genau.

Auch wenn du gerade keine Nerven für mich hast,

wir müssen über die Quartalszahlen reden.

Du wirst nicht müde, es zu betonen.

Willst du den Grund wissen? - Mutter, ich ruf dich zurück.

*Telefon*

Frau Ratzinger, Sie müssen anfangen zu begreifen,

dass Sie jetzt MEINE Sekretärin sind.

"Da würde ich mich gern" ...

Das glaub ich ja nicht!

*Freizeichen*

*Handy*

Schatzi, schnell, wir zeichnen in drei Minuten auf!

Sag mal, hat unsere Tochter Sex? - Jetzt gerade, keine Ahnung.

Generell, sie ist 14. - Frag sie doch!

Sie kommentiert ein Foto von Peter Kleinhartinger,

mit den Worten: "Da würde ich mich gern draufsetzen."

Wie die Mutter, so die ... - Sie ist 14!

Entschuldige, natürlich reden wir mit ihr.

Ja, danke!

Bitte.

(Ausruf) Alle auf Position!

* Handy *

Ich hab dich lieb. - Ich dich auch, tschüs.

Dankbarkeit. - Ein Wort mit zwölf Buchstaben.

Was, Joachim, willst du uns damit sagen?

Es gibt keine Möglichkeit, das zu erwähnen,

ohne dass es nicht überheblich klingt.

Aber ich habe dich gemacht, Miriam. Du warst 18, was warst du damals?

Vor 20 Jahren warst du auch noch nicht der Präsident am Gericht.

Zweitens sagst du das, als ob's eine besondere Aufopferung gewesen wäre.

Und drittens: Wie lange muss man dankbar sein?

Und auf welche Weise?

Ich weiß, was er jetzt sagen wird.

Erstens: Dankbarkeit hat elf Buchstaben.

Zweitens sollten wir die Kinder fragen, bei wem sie bleiben wollen.

Das geht nicht.

Du kannst kleine Kinder nicht in so einen Loyalitätskonflikt stürzen.

Ich werde weder hier ausziehen,

noch werde ich zulassen, dass die Kinder ausziehen.

*Die Tür fällt ins Schloss.*

Danke für deine Zeit.

Hast du Sex?

Das ist ein Hinterhalt.

Kannst du bitte die Frage deiner Mutter beantworten?

Hab ich Sex? Das ist so eine schöne Frage.

Durch eine Antwort würde sie völlig wertlos werden.

Würde ich mich strafbar machen? Nein.

Würde sich eine Person,

mit der ich allenfalls Sex hätte, strafbar machen?

Nein.

Dürften meine Eltern es mir verbieten?

Nein.

Haben sie ein Recht, es zu erfahren? Auch nein.

Jetzt sind wir alle in einem großen Dilemma.

Hattest du Sex mit Peter Kleinhartinger?

Auch eine schöne Frage.

Du schriebst, du würdest dich gern draufsetzen.

Worauf?

Du weißt schon.

Ja, aber es wäre so schön, wenn du das Wort in den Mund nimmst.

Auf seinen Riesendödel.

Das habe ich so nicht geschrieben. Was ist das Problem?

Dass ich das geschrieben habe, oder dass ich eventuell Sex habe?

Ersteres. - Zweiteres.

Ihr solltet euch auf Gespräche besser vorbereiten.

War ein Anfang, na?

Ist super gelaufen.

Wir wissen immer noch nicht, ob sie Sex hat.

Kein Mann erträgt dieses altkluge Gelaber.

Das war frauenfeindlich. - Ja.

Entschuldigung. - In Ordnung.

Danke!

Wenn ihr es schafft, in diesem Haus eine Woche lang keinen Sex zu haben,

sage ich euch, ob ich welchen habe.

Wir werden es nie erfahren. - Nein.

Sie haben noch zirka eine Stunde bis zu Ihrem Termin mit dem Direktor.

Wie wird man hier eigentlich aufgenommen?

Das Vorrecht haben hier Kinder der ehemaligen Schülerinnen und Schüler.

Die Plätze sind eine Art Erbpacht für reiche Familien.

Reich an Geld, reich an Einfluss. - Arm an Skrupeln.

Das auch.

Die wachsen sowieso schlecht bei diesem Klima.

Die restlichen Plätze

werden nach einem strengen Auswahlverfahren vergeben.

Entweder man ist ein Wunderkind,

oder man hat Eltern, die großzügig an das Sophianum spenden.

Ist es nicht ein bisschen früh? - Bei mir ist es halb Sekt.

(lachend) Ich liebe dich.

Inès, schön, dass du wieder da bist! - Ach, ja.

Ja, schön, dass du da bist. - Auf Inès!

Auf dich! - Auf dich, mein Schatz!

Leute, meine Tochter ist ein Monster.

Wie die spricht, könnt ihr euch nicht vorstellen.

Die sagt Worte wie "Verheißung" und "Dilemma".

Die ist 14 und so intelligent.

Von dir kann sie das nicht haben, Doris.

Was mache ich, wenn sie ein Wunderkind ist?

Dich wundern?

Der Joachim und ich werden uns trennen.

Was?

Nein!

Doch.

Echt jetzt?

Ja.

Scheiße!

Was ist das hier?

Jetzt ist er ein alter Mann, der im Bett schnarcht.

Ich bin zu jung, um mich damit abzufinden.

Gut, dass du nicht zugestimmt hast, dass man die Kleinen fragt.

Ja, ich kenn meine Kinder.

Joachim hat ja gar keinen Bezug zu ihnen.

Trotzdem kam der Gedanke: Was, wenn sie zum Papa wollen?

Das geht nicht.

Nein. - Das lassen wir nicht zu!

Was genau würdest du da unternehmen, Doris?

Ich habe 56 Lkws.

Wenn einer davon mal nicht rechtzeitig bremst ...

Will wer noch was? Ines?

InÈs, mein Schatz.

Natürlich. Und ich heiße DorÍs, mein Schatz.

Danke dir. - Wie geht's denn Oliver, Olivier?

Ach, wie's dem geht, weiß kein Mensch.

Er vermisst Paris, klar, wie wir alle.

Aber er hat sich da einfach die falschen Freunde gesucht.

Und hier geht's ihm definitiv besser.

Glaubst du, das Sophianum ist das Richtige für ihn?

Du schickst doch Sarah auch hin? - Die ist ja auch ein Wunderkind.

Ah, und meiner ein Junkie, oder was?

Nee, entschuldige ... Natürlich nicht!

Ich habe ... Passt schon!

Er war ein Junkie, ja.

Aber wir haben das jetzt im Griff.

Als wir 13 waren, schworen wir uns,

dass wir unsere Kinder niemals ins Sophianum geben würden.

Und hiermit schwören wir,

dass wir unsere Kinder niemals ins Sophianum geben werden.

Und doch haben wir es gemacht.

Und wir wissen auch alle, warum.

Ihr habt ja auch alle Wunderkinder.

*Sie öffnet Schubladen.*

*Spannungsgeladene Musik*

Übrigens Paul Paulitz ...

Aus Wien schickte man die Kripo, um den Fall noch einmal aufzurollen.

Wie bitte, warum? Ich dachte, das war Selbstmord.

Ja, eh, wenn sie meinen.

Sag mal, schreibst du noch an deinem Buch?

Ja, es ist fast fertig.

Wow, worum geht's da?

Um eine Frau, die langsam verrückt wird,

es aber selber nicht merkt.

Und dann merkt sie's aber

und lässt sich darauf ein.

Macht's für sich selber zu einer Reise in ein neues Land.

Beschließt, keine Angst davor zu haben.

Aber hast du denn Angst, dass du verrückt wirst?

Nein.

Aber manchmal, da wünsch ich's mir.

*Langsame Musik*

Dort ist die Direktion. Wollen wir?

Wir haben ja noch eine halbe Stunde bis zu unserem Termin.

Lassen Sie uns mal um das Gelände herumgehen.

Dass die Paulitz-Sache noch mal hochkommt, hätte ich nicht gedacht.

Wenn man einflussreiche Geschwister in der Regierung hat,

die nicht wahrhaben wollen:

Dass ihr Bruder ein Arschloch war und sich umgebracht hat,

dann setzen die schon mal alle Hebel in Bewegung.

Was werden die finden? - Nichts.

Der Tag, an dem Paul Paulitz sich da runterstürzte,

war ein guter Tag für alle, die ihn gekannt haben.

Trotzdem ließ ich die Polizei wochenlang nach Hinweisen suchen.

Und was, wenn sich herausgestellt hätte, dass jemand da oben war

und ihn runtergestoßen hat?

Dann hätte ich den gefunden, umarmt, innig geküsst

und dann vor Gericht gestellt.

Doris, sag jetzt bitte nicht, dass das der letzte Sekt war.

Ja. - Och, nee.

Ah, wo ist denn der Filip eigentlich?

Wieso? Weiß der, wo der Sekt ist?

Das ist die am besten ausgestattete Schule im Land.

Das ist der Verdienst von Paul Paulitz?

Paulitz war lange Direktor, den Ruf hatte das Sophianum schon vorher.

*Bremsen quietschen.*

Ich habe Sie nicht gesehen. - Das hat man bemerkt.

Ist alles gut bei Ihnen? - Geht schon.

Wo wollten Sie hin? Die Straße führt nur zur Schule.

Ich fahr nur so rum. - Ist ja auch eine schöne Gegend.

Ja? Na ja.

Haben Sie was mit der Schule zu tun? - Nein, nicht mehr.

*Kamera-Auslöser des Tablets*

*Eine Uhr tickt.*

*Langsame, melancholische Musik*

Was bildet der sich ein?

♪ Seven flowers blooming at night.

♪ Rustling between the trees, searching for light.

♪ There's a shadow that you know.

♪ You let it get too close.

♪ It's a reason you start believing silly tales of ghosts.

Genau hier ist er damals gelegen.

Nur zwei Tage, nachdem der Bub vor Paulitz in den Tod gesprungen ist,

stürzt sich der selber in den Tod?

Gut, dann werden wir mal rausfinden, was damals passiert ist.

Versager!

Grüß Gott! Kommen Sie rein!

♪ Is it too late to turn around?

♪ There's a shadow that you know.

♪ You let it get too close.

♪ It's a reason you start believing silly tales of ghosts.

Copyright Untertitel: MDR 2022

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