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Original subtitles

* unheimliche Musik *

* hoher Ton *

* Stöhnen *

Filip!

Was ist passiert?

Äh ... ich bin gestolpert

und mit dem Kopf voll gegen das Geländer gekracht.

Wo ist die Novella?

* unruhige Musik *

Was machst du? - Ich ruf die Rettung.

Wegen mir? - Ja!

Nein, nein, nein.

Willst du mir erklären,

was du in der Nacht mit einem Messer im dunklen Treppenhaus machst?

Nein. Es schaut schlimmer aus, als es ist.

* Er atmet schwer. *

* zitterndes Atmen *

Filip?

* Schniefen *

* Musik: "Secret of Mine" von David Reichelt & Sophia Antonia *

Miriam Hintz

Doris Hauke

Christiane Boj

UT: ZDF Digital im Auftrag des ORF

Und warum ich?

Du bist Anwalt und wir vertrauen dir.

Du vertraust mir?

Aha.

Ich möchte mit ihm allein sprechen.

Hm?

Die Medien haben ihren Spaß.

Ich brauchte eine neue Nummer.

Social Media gesperrt, die Zeitungen sind happy.

Ich will mein Leben zurück. - Das kann ich dir nicht geben.

Das ist vorerst an den Pöbel verliehen.

Also das Verfahren wurde noch nicht eröffnet.

Es gibt offensichtlich

nur ein einziges Gespräch von der Nina Tanz mit der Kripo.

Joachim, was immer die gesagt hat, es ist alles gelogen.

Da war nichts.

(Joachim:) Wir gehen alle Situationen durch,

die du mit der Dame gehabt hast.

* Klopfen * (Sebastian:) Ja, bitte.

Ich hab die Dispo von morgen.

Danke dir.

Ich will mich weiter umziehen. Schließ bitte die Tür.

Ähm, von außen bitte.

* mysteriöse Musik *

Moritz, kommst du ... - Mann!

Alles okay? - (genervt) Ja. Ich bin ein Mann.

Was soll das heißen?

Und?

Hast du mit ihm geredet?

Nein.

Es ist nur eine Frage.

Nein, die Frage macht doch was.

Mit mir und mit den Kindern.

Ich hasse ihn dafür, mich in die Situation zu bringen.

Vielleicht wollte er das nicht. - Nur interessehalber:

Willst du mir den Mann zu erklären, mit dem ich verheiratet war?

Vermintes Gebiet. Ich halt die Klappe.

Es ist nicht von mir vermint.

Nein. Du bist die Mine.

Und ich bin gerade drauf gestiegen.

Entschuldige bitte.

Hey. Ich kann sie natürlich einfach fragen,

ob sie Zeit mit Papa verbringen wollen.

Aber sagen sie dann nur Ja, weil Joachim sie wieder bearbeitet?

Nein, weil sie glauben, ich wünsche mir das?

Es ist keine unschuldige Frage.

Sie kann keine unschuldige Antwort haben.

Das kann man Kindern nicht umhängen.

Besser, die sind sauer auf mich, als verunsichert von mir.

Und deswegen ...

... frage ich sie nicht.

Fakt ist, wir haben nichts weitergebracht.

Ich glaube, dass die uns den Fall bald wegnehmen.

Das wäre nicht das Tragische.

Sondern?

Der, der Emily umgebracht hat, läuft noch frei herum.

Das ist eine Gefahr.

Was haben wir übersehen?

* mysteriöse Musik *

(Sebastian:) Ich habe gerade nichts verstanden.

Es macht mich nervös, wenn du so rumstehst.

Setz dich doch bitte.

Das Lammfleisch ist abgelaufen.

(Sebastian:) Wir machen hier Fernsehen.

Das muss niemand essen.

Solange das Fleisch aussieht wie Fleisch ...

... und nicht wie etwas, was gleich aus dem Studio läuft,

bin ich happy.

Die hat jeden Vorwand genützt, um in meine Garderobe zu kommen.

Ich will die in Grund und Boden klagen.

Wenn die es noch einmal wagt,

den Namen Sebastian Hauke in den Mund zu nehmen,

dann muss das ihr Ruin sein.

Ja, das kann ich veranlassen.

Wenn du keinen Kontakt mehr mit ihr hast.

* spannende Musik *

Hi, Nina.

Was willst du hier?

Nein, hab ich nicht.

* Telefon klingelt. *

Doris, meine Liebe. Wie geht es dir denn?

Ach, du, kein Mitleid. Lass uns nicht über Sebastian reden.

Okay, ich verstehe.

Erzähl mir was.

Du, das mit dem Verlag, das wird was.

Ach, Quatsch. Das ist toll, freut mich.

Isabelle Boncoeur hat Interesse,

die Autorin der Edition Lemarchal zu werden.

Ach was, echt?

Komisch, Etienne ist mit dem Oldtimer in die Arbeit gefahren.

Und das Motorrad ist auch nicht da.

Du wirst nicht mehr Zeit mit den Kindern verbringen.

Keine Minute.

Wollen sie nicht?

Es gibt keinen einzigen Grund, dass du sie öfter siehst.

Außer, dass du willst.

Und die Kinder vielleicht wollen.

Wenn ich etwas will oder nicht will, bin ich was?

Mühsam? Kompliziert? Egoistisch?

Ich hab beschlossen,

dass zum ersten Mal meine Bedürfnisse wichtig sein dürfen.

Die sind nicht weniger wert.

Nicht weniger als die von den Kindern?

Auch das, ja.

Wir müssen ein Ende finden, Joachim.

* Seufzen *

* düstere Musik *

(Filip:) So.

Kappe haben wir, ich hol mir schnell meine Kappe.

*

Ich hab wirklich wenig Zeit.

Ich nehme an, Sie wissen, was das ist.

Sagen Sie es mir.

Schicken Sie Polizisten aus Wien, um Zeugnisse zu prüfen?

Die Zeugnisse sind gefälscht.

Ihr Sohn hätte nie am Sophianum zugelassen werden dürfen.

Er ist volljährig, sprechen Sie bitte mit ihm.

Damals war er es nicht.

Er wollte nicht dahin, Sie haben die Anträge unterschrieben.

Emily Wagenthein wusste es.

Sie hat beim Lycée Thérèse Le Brasseur in Paris nachgefragt.

Sie war an dem Tag hier.

Wollen Sie eine Anwältin beim Gespräch dabeihaben?

Entschuldigung, aber Adele Branco, Ihre Sekretärin, wissend,

dass ihr nur wenig Zeit bleibt.

Läuft herum und erzählt, dass sie ein Geheimnis hat,

das sie verraten möchte, sonst würde sie es nicht erzählen.

Irgendwie findet sie nicht den richtigen Adressaten dafür.

Ich frage mich, könnten das die Zeugnisse gewesen sein?

Was hat sie noch gewusst?

Was hat sie mitgekriegt, das vertuscht werden sollte?

Sie sagen, die hier...

Die Zeugnisse von Olivier Lemarchal sind gefälscht.

Das ist nicht gut.

Hat Ihre frühere Sekretärin davon gewusst?

Nein, definitiv nicht.

Wir können sie nicht mehr fragen,

aber ich bin mir sicher, sie hätte mir das gesagt.

Sie wäre wütend gewesen.

Außerdem, ich kann dir nicht vertrauen.

Du saßt in der Auswahlkommission für die Oberstaatsanwaltschaft,

wo ich, deine Ex, mich beworben habe.

Du hast dir angemaßt, in meine Karriere einzugreifen.

Du weißt, dass ich darüber nicht sprechen darf.

Nur wenn es so gewesen ist, kannst du nicht darüber sprechen.

Ich werde dagegen klagen, das war dir klar.

Darum frage ich mich, wozu das alles?

Hm?

Danke schön. - Danke dir.

Du redest nie von deinem Ex.

Und inwiefern betrifft dich das?

Ich... ich wollte nicht...

Neugierig, distanzlos. Geht dich nichts an.

Was wolltest du nicht? - Sorry...

Ich meine, die Kinder reden normal über ihn...

Du verbringst mehr Zeit mit den Kindern als mit mir.

Und ich weiß, dass sie dich mögen.

Du kennst ihn nicht.

Das stimmt.

Dienstag?

(Elfriede:) Gemeinsam, allein.

Das ist ein Buch, das ich verlegen werde.

Also, sofern die Finanzierung steht.

Warum wollten Sie den Olivier unbedingt ans Sophianum kriegen?

Sie haben keine Kinder, oder?

Er war nicht gut genug. Er wollte überhaupt nicht hin.

Ich nehme an, dass Emily es an die Öffentlichkeit bringen wollte.

Ich gehe davon aus, dass Sie sie an dem Tag getroffen haben.

Ich glaube nicht, dass Sie sie deswegen umgebracht haben.

Nicht im Haus ihrer besten Freundin.

Aber Sie könnten mir helfen, wenn Sie mir sagen,

wo Emily nach diesem Gespräch hingegangen ist.

Ich weiß es nicht. - Okay.

Danke.

Ich möchte doch beim Bonner Wettbewerb mitmachen.

Dazu brauche ich aber was Unveröffentlichtes.

(Filip:) Ich möchte dich was fragen. - Hm?

Was ist das?

Eine Kappe. - Ah.

Das ist die von der Emily.

Die hat sie am Tag ihres Todes getragen.

Ich würde gern wissen, wie diese Kappe in unsere Wohnung kommt.

Kannst du mir das erklären? - Ich muss nachdenken.

* Novella weint. *

Lass dir Zeit.

* ruhige Gitarrenmusik *

Danke.

(flüsternd:) Schläft sie schon lang?

Nein.

Du hast ungefähr 100 Gitarren und spielst immer auf dieser einen.

Das ist meine erste.

Die hatt ich schon in der Schule.

Wir sind eins.

* kühle Klavierklänge *

* Seufzen *

Du schaust so unschlüssig aus.

Ich würd gern wissen, was ich will.

(Emily:) Ich dachte, das kommt mit dem Alter.

Nein.

Ich glaub, du weißt eh, was du willst.

Nur nicht, was du dich traust.

Vielleicht.

Macht das einen Unterschied?

Wahrscheinlich nicht.

* verträumte Klavierklänge *

Aber ...

Vielleicht sollten wir's uns nicht so schwer machen.

Wie meinst du das?

Keine Ahnung.

Ich ...

würd dich gern ...

Vergiss, was ich grad g'sagt hab.

Es ist sowieso völlig daneben.

Ich bin zwar oft daneben, aber so daneben auch wieder ned.

Tun ma einfach so, als wär nix passiert.

Es ist nix passiert.

Ja.

Ich bin nach "Ich würde gerne" ausgestiegen.

* sanfte Klavierklänge *

*

* Gitarrenmusik *

Was is?

Als wir auf der Polizei waren,

wollte die Polizistin unbedingt von mir wissen,

wo du an dem Abend warst, als die Emily gestorben ist.

Sie ist nicht gestorben, sie wurde ermordet.

Ja, ich weiß.

Ich hab gesagt, dass du den ganzen Abend hier warst.

(Filip:) Ich weiß.

Aber das stimmt nicht.

Filip, das warst du nicht.

Nein?

Ja, ich wollte nur, dass du das weißt.

Ich hab mich nicht geirrt.

Ich weiß, dass du nicht hier warst.

Es is nur:

Du sagst es so, als hättest du mir 'n großen Gefallen getan.

Ich hab dir einen Gefallen getan.

Und? Wie is die Kappe in unsere Wohnung g'kommen?

Ich hab dich gesehen, Filip. Mit der Emily.

Ich stell dir keine Fragen.

Und nicht, weil ich Angst hab vor den Antworten.

Mit dem Alibi für mich hast du praktischerweise auch eins für dich.

(Inès:) Etienne, wo ist der Oldtimer?

Inès, ich habe dich was gefragt.

Ja, die Polizei weiß von den Zeugnissen.

Aber dich betrifft das doch gar nicht.

Du warst nicht dabei.

Ich hab versucht, das wegzuschieben. Irgendwie darüber hinwegzusehen.

Mir ist das nicht gelungen.

Warum hast du mir das damals nicht erzählt?

Was hätt ich sagen sollen? Ich habe die Zeugnisse gefälscht?

Ja.

Urkundenfälschung, damit unser Sohn auf eine Schule kann,

auf die er nicht will? Wie hätte das ablaufen sollen?

Du willst, dass ich's mit dir bespreche.

Exactement. - Ja, exactement.

Du hättest Nein gesagt.

Ja, und es wär das Richtige gewesen.

Findest du nicht,

dass du aus einer Mücke einen Elefanten machst?

Das mag sein.

Aber dieser Elefant steht nun mal hier im Raum.

(Inès:) Ich weiß nicht, wem das was bringt,

wenn das rauskommt, außer dir.

(Emily:) Du verstehst das nicht.

Du tust so, als würdest du helfen.

Ich hab's getan und niemand kommt zu Schaden.

Er nimmt jemandem den Platz weg.

Reiche Menschen können sich nicht alles kaufen.

Ich hab das für Olivier getan, deinen Freund.

Du wirfst mir das vor?

Du hast das für dich getan.

Wenn du das veröffentlichst, bringt das niemandem irgendetwas.

Außer eine kleine Befriedigung

für meinen Sohn und seinen kindischen Hass auf mich.

Er macht dich zum Werkzeug, um sich an mir zu rächen.

Er weiß nichts von den Zeugnissen und dass ich hier bin.

Mir geht's um die Wahrheit.

Mit wie viel Anmaßung und Überheblichkeit

kann man durchs Leben laufen?

Die Wahrheit ist die Freundin, die keiner möchte, merk dir das!

* melancholische Klänge *

Ich hab geglaubt, es ist deine Kappe.

Was?

Ich hab geglaubt, es ist deine Kappe.

Du weißt, was ich für Kappen hab.

Ja, da hab ich jetzt drüber nachgedacht.

Das hat mich ja nicht interessiert.

Vielleicht hast du dir eine neue Kappe gekauft.

Lassen wir's einfach. Ist nicht wichtig.

Du hast sie mitgebracht, Filip.

Nach deinem Spaziergang ist sie im Vorzimmer gelegen.

Ich habe sie dann irgendwann in die Wäsche getan.

Hallo!

* spannungsvolle Klavierklänge *

Ich hab die mitg'bracht?

Ja.

Ich kann mich nicht daran erinnern.

An die Kappe?

Oder an deinen Spaziergang mit der Emily?

Beides nicht.

Findest du es nicht komisch,

dass du dich an etwas nicht erinnern kannst,

was gerade erst passiert ist?

Und was ein so einschneidender Tag gewesen ist,

weil etwas Schreckliches passiert ist?

Ich würd mich an so einen Tag erinnern.

Ich würd mich an alles erinnern, was ich gemacht hab.

Ich hab immer g'wusst, dass ich dich niemals betrügen würd.

Fehlt ein Aber.

Was?

Ich hab immer gewusst, dass ich dich nicht betrügen würde.

Aber ...

Da ist kein Aber.

Es ist ja sehr einfach.

Hast du?

* spannungsvolle Klänge *

Hast du dich in sie verliebt?

Hast du mit ihr geschlafen?

Ja.

Auf welche Frage?

Auf beide.

Es war nur einmal.

Du weißt nicht, was und ob's passiert ist,

aber dass es nur einmal passiert ist?

Ich weiß, das klingt absurd.

Nein, Filip, das klingt nicht absurd.

Das klingt, als ob du mich für sehr dumm hältst.

Und ich find, das hab ich nicht verdient.

Ich hab mich geniert, weil ich ein 40-jähriger Mann bin,

der sich in eine 18-Jährige verliebt hat.

Ja.

Unser Leben wird seit sechs Jahren vom Tod begleitet.

Und mit ihr ...

... einfach leben.

Ohne Nachdenken, ohne Vergangenheit.

Sollen wir zum Punkt vorspulen,

wo du mir erzählst, dass es meine Schuld ist?

Es geht nicht um Schuld.

Stimmt.

Bis später.

Ciao.

Wer war das?

Das ist die Emily.

Eine Freundin von mir.

Okay.

* mysteriöse Klaviermusik *

* Klopfen * (Sebastian) Bitte wer?

Die Nina. - Klar, komm rein.

Oh, Tschuldigung.

Macht doch nichts, komm einfach rein.

Komm.

Was gibt's denn?

(Sarah:) Hi.

Was ist mit den anderen? - Die haben eine eigene Abholung.

Die wollen nicht mit mir gesehen werden?

Ja. - Findest du das gerecht?

Nein.

Ich will mit ihnen sprechen.

Papa nicht, das ist daneben. Lass es gut sein.

Ich kenne viele Männer, die Arschlöcher zu Frauen sind.

Ich trage Frauen auf Händen und soll es gut sein lassen?

Was hast du denn eigentlich gegen die Männer unternommen?

Was hätt ich denn machen sollen?

Wenn du es nicht weißt, wie sollen es diese Frauen wissen?

(Etienne:) Inès. - Hm?

Du hattest gefragt, wo der Oldtimer ist.

Ich habe ihn zurückgegeben.

(Inès:) Du hast zwei Jahre danach gesucht. Warum?

Hatte er einen Schaden? - Nein, er ist perfekt.

Ja, warum dann?

Ich hab darüber nachgedacht und ich bin darauf gekommen,

dass ich die 140.000 Euro

lieber in deinen Verlag investieren möchte.

Was? - Ja.

Bist du dir sicher?

* Schnauben *

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Das ist doch nur ein Auto.

Ja, aber es ist ... Es ist auch sehr viel Geld.

Inès, ich glaub an dich.

Ich glaub, dass du einen großartigen Verlag aufbauen wirst.

Dass der Name Lemarchal

der Geheimtipp auf der Buchmesse wird.

Bis dich alle kennen und ich dich

mit der Literaturwelt teilen muss.

Du hättest das gleiche für mich getan.

Ja. Ja, natürlich hätt ich das ...

Natürlich hätt ich das gleiche für dich getan.

Es ist nur, ich ...

Was ist, wenn das alles nicht klappt?

Wenn ich das Geld in den Sand setze, hm?

Etienne?

Etienne?

Sie können den Mund wieder zumachen.

Es ist freundlich von Ihnen, dass Sie vorbeikommen.

Bin nicht freiwillig hier.

Könnte Emily Wagentheins ungeborenes Kind von Ihnen sein?

Ja.

Brauchen Sie jetzt den Test noch?

Es könnte sein,

dass sie noch mit einer weiteren Person Sex gehabt hat.

Herr Dupitsch wird mit Ihnen ein Protokoll anfertigen.

Wir müssen wissen, wann und wo Sie Emily getroffen haben.

So genau wie möglich. Ab dem ersten Treffen.

* melancholische Musik *

*

Hey, Olivier. Hey.

Woher weißt du, wo ich bin?

Etienne.

Etienne?

Du hast mich noch nie Etienne genannt.

Aber so heißt du ...

Vater, scheint mir unpassend.

Was ist mit Papa, wie früher?

Es ist nicht mehr wie früher.

Können wir kurz rausgehen?

Wozu?

Damit wir in Ruhe sprechen können.

* Olivier lacht. *

Nein, ich glaube nicht.

Es tut mir leid.

Seit wir hier sind, ist alles schiefgelaufen.

Du hast recht. Sophiano war falsch für dich.

Wir hätten dich nicht verstoßen dürfen.

Das stimmt. Wir hätten's noch mal probieren müssen.

Einmal noch, oder wie?

Weiß doch auch nicht, Olivier.

S'il te plaît. Du musst mir helfen.

Es ist nicht so, dass du ganz unschuldig an der Situation bist.

Ich weiß nicht mal, wobei ich dir helfen soll.

Ich weiß nicht, was ich jemandem sagen soll,

der im Klo ist, wenn's darum geht, seinen Mann zu stehen.

Du warst dabei. Du bist kein Opfer.

Du hast zugelassen, dass sie uns aus Paris holt

und mich an diese verfickte Schule schickt

und dass ich aus dem Haus fliege.

Jetzt, wo du nicht mehr in den Spiegel schauen kannst,

willst du mich retten und dass ich dein Spiegel bin?

Ich bin nicht zu retten, und du bist es auch nicht.

Me touche pas! - Olivier, hey.

* Er macht einen energischen Laut. *

Hey, hey, hey! Arrête, arrête.

* Olivier redet auf Französisch. *

Arrête. Reg dich ab.

Reg dich ab. Gib mir ... Hey, wo gehst du hin?

* Er redet Französisch. *

* Französisch *

Windeln hast du gekauft, oder?

Ja.

* sentimentale Musik *

Die da.

Die ist von mir.

Ich bin ihr Vater.

Ich treffe mich mit den Mädels.

Okay.

Christiane? - Ja.

Ich hätte eine Frage, die ich ...

Nächste ...

Schönen Abend.

Ja.

Ciao, Mausilein.

Bis später.

(Emily) Ja, ich kann das.

Einfach so tun, als wäre nichts gewesen?

Nö, man muss ja nicht so tun, als wäre nichts gewesen, aber ...

Deshalb ändert sich unsere Freundschaft nicht.

Sex ... Das ist doch nicht irgendwas.

Ich weiß nicht, was irgendwas bedeuten soll.

Ich auch nicht.

(Emily:) Tut mir leid.

Wenn ich 'nen falschen Eindruck gemacht ...

Ich hab das doch nicht falsch verstanden, oder?

Für mich ist Sex ...

Kommunikation.

* langsame Musik *

*

Ist das Heroin?

Calme-toi, Etienne.

Sag, dass das kein Heroin ist. - Doch, ist es.

Ich dachte, du bist drogenfrei. - War ich.

Und jetzt? Heroin?

Jetzt gibt es niemanden mehr, für den es sich lohnt, clean zu sein.

Für Emily warst du clean. - Ich rauche es nur.

Das ist nicht so gefährlich. - Olivier, das ist Heroin!

Hörst du dir zu? Ich dachte, du bist stabil.

Wie kannst du eine Meinung zu mir haben, wenn du mich nie siehst?

Ich habe es im Griff.

Ah ja? Du hast es im Griff? - Ja.

Dann sehr gut.

Na, na, na!

* Olivier schreit. *

Mama und ich haben immer versucht,

dich von den scheiß Drogen wegzukriegen.

Wie gut findest du, hat das geklappt?

* Etienne schreit. *

Danke.

Wofür?

Na, dass du mir glaubst.

Tue ich das?

* Mysteriöse Musik *

* Sie atmet laut aus. *

Ach, du auch immer noch hier?

Kinder sind heute Abend bei Jochen.

Das tut mir leid,

dass es nicht geklappt hat mit der Oberstaatsanwaltschaft.

Ja.

Überraschend, dass du nicht als Erster nominiert wurdest.

Du...

Auch nicht als Zweiter oder Dritter.

Mein Ex, der neuerdings auf einfühlsam, verständnisvoll,

hilfsbereit tut - Worte, die er nicht buchstabieren kann -

hat das verhindert.

Ich werde anfechten.

Er hätte sich befangen erklären müssen.

Das hat er getan.

Was?

Ich war dabei.

Als Personalvertreterin.

Joachim hat erklärt, wenn du dich bewirbst,

muss er sich befangen erklären und ist gegangen.

Dann hat er bestimmt erklärt, was Sie von mir zu halten haben.

Ja, stimmt.

Eben.

Er hat gesagt, er kennt keine bessere Staatsanwältin als dich.

Also dann.

Hallo?

Miriam, wo bist du denn?

Wir haben doch heute unseren Jour fixe.

Aha. Ja...

Ich hab geglaubt... - Wann kommst du?

Gut. Wo seid ihr?

Im Freibad sind wir.

Wir warten hier auf dich. Okay?

Es ist geschlossen.

Wir wissen seit 30 Jahren, wie man hier reinkommt.

Bis gleich.

Juhu!

Er hat sich immer bei seinen Freunden entschuldigt.

Für alles.

Er muss seine Frau pflegen.

Er muss das Begräbnis seiner Frau organisieren.

Er muss seine Tochter ganz alleine großziehen.

Mein Vater war eine wandelnde Entschuldigung.

Keiner hat gesehen, was ich mache.

Und er hat nichts gemacht.

Sich zurückgelehnt, zugeschaut.

Alles an dir hängeblieben.

Ja.

Wir waren 14 Mädchen in der Klasse.

Habt ihr euch mal gefragt, warum wir?

Wir was?

Warum wir vier es geworden sind? - Ja.

Was geworden sind?

Da gibt's nichts falsch dran zu verstehen.

Wir vier sind heute Nacht hier ins Freibad eingebrochen.

Wir vier verbringen jeden Tag miteinander.

Weil ihr mich seht.

Und du uns.

Störe ich?

Ähm... Nein.

Der Nenad hat heute Abendschicht.

Woher wissen Sie das?

Ich hab nachgeschaut.

Was verstecken Sie da?

Sie haben mich doch neulich gefragt, ob ich jemals eine Beziehung hatte.

Ja.

Haben Sie Lust auf die Antwort?

Ja.

Aber sind Sie sicher, dass eine Flasche Wein dafür reicht?

Nein.

Ich hab immer mehr das Gefühl,

ich verschwinde völlig hinter dem Menschen,

der immer nur funktioniert.

Der sich ein Haus baut aus den Unzulänglichkeiten der anderen

und hofft, dass niemandem auffällt, dass es ein Kartenhaus ist.

Es ist so anstrengend.

Wenn sie uns eins gelehrt haben am Sophianum, dann,

wie wir den emotionalen Dreck der anderen wegräumen.

Den sie in die Landschaft gepinkelt haben.

Ach, komm.

Wir haben gesagt, kein Penisneid mehr nach 22 Uhr.

Ich kann mich nicht erinnern,

wann ich das letzte Mal gefragt worden bin:

"Und? Wie geht's dir, Miriam?"

Es geht mir nicht um die Antwort, es geht mir um die Frage.

Und?

Wie geht's dir, Miriam?

Danke.

Und wie geht's dir, Christiane?

Danke.

Und wie geht's dir, Dolly?

Danke.

Und?

Wie geht's dir, Ines?

Echt seit 25 Jahren?

Seit 25 Jahren haben wir kein Wort mehr miteinander gesprochen.

Sie haben den doch so gerngehabt.

Ist es nicht irgendwie ein bisschen...

Schade?

Schade ...

Schade sind nur Dinge, auf die man keinen Einfluss hat.

Alles andere sind Entscheidungen.

Ja.

* träumerische Musik *

Ich kümmere mich drum, Adela.

Ohne diesen Brief hätten wir den Fall nicht gelöst.

Nun gibt es diesen Brief aber.

Ja.

Ja.

* Sie lachen ausgelassen. *

* Sie schreien und lachen. *

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