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* dumpfe Schritte *
Ich bin's.
* unheimliche, metallische Klänge *
* scharfes Einatmen *
Es war jemand im Haus.
Wann?
Zwei Stunden, drei Stunden, keine Ahnung.
Hast du die ganze Zeit in der dunklen Küche gesessen?
Ja.
* Es klingelt. *
(Mädchen:) "Ja, Mama?" - Der Papa hat Angst gehabt.
"Der war nicht zu Hause." - Er hat in der Küche gesessen.
"Warum?" - Ja, warum?
Das ist ... Sebastian, warum?
Ich weiß es nicht.
Er weiß es nicht.
"Ich kam über den Garten, ich wollte ihn nicht erschrecken."
"Ihr habt neue Schlösser, ich brauche Klamotten."
Sie braucht Klamotten. - Ich höre sie.
"War es das?" - Ja.
Nein. - Der Papa sagt nein.
"Ich kann ihn hören."
Sarah, mein Schatz, hör bitte ganz kurz zu.
Ich möchte, dass du das weißt.
All das, was die Nina da behauptet, das hab ich nicht gemacht.
Das stimmt nicht, ist nicht wahr.
Okay.
Ich lege jetzt auf.
Okay.
Wir können hier nicht bleiben.
(Mädchen:) Hallo?
* unheimliche Musik *
* Musik: "Secret of Mine" von David Reichelt & Sophia Antonia *
Miriam Hintz
Doris Hauke
Christiane Boj
* Die Musik klingt ab. *
* geheimnisvolle Musik *
* Eine Frau spricht Französisch. *
*
* dumpfer Schlag *
Sagen Sie mal, mein lieber Olivier, die Entzugsklinik,
die ich auf Drängen meiner weltverbessernden Enkelin
für Sie bezahlt habe,
war wohl kein nachhaltiger Erfolg, oder?
Non. - Ah.
Danke trotzdem.
Wenigstens kann er kochen.
Als Franzose lernt man das im Kindergarten.
Das war ein Witz. - Ja.
Ich habe eine Ratte unter der Mütze,
die mir sagt, wie es geht.
Ist so.
* Es klingelt. *
* Es klingelt. *
Komm rein.
Du hast wirklich Glück,
dass nur ich von den gefälschten Zeugnissen weiß.
Und die Schule. - Die Schule?
Die wird schweigen.
Die geben nicht zu, reingefallen zu sein.
Irgendwann holt einen alles ein.
Ja ...
Aber sag, wie hätte ich es sonst machen sollen?
Es ist nicht deine Aufgabe, immer alles in Ordnung zu bringen.
Und warum fühlt es sich dann immer so an?
Ich glaube, er hat dieses Mädchen umgebracht.
Dieses Mädchen?
Wir kennen sie.
Ihr Name war Emily Wagenthein.
Und hat er nicht, er hat kein Motiv.
Junkies brauchen kein Motiv.
Er hat ein Alibi.
Er war es einfach nicht.
Meinst du wirklich?
Ja.
Dein Sohn hat Emily nicht umgebracht.
Er kann es einfach nicht gewesen sein.
* tiefes Atmen *
Ich versteh dich nicht, du wirkst fast enttäuscht.
Ja.
Wenn er es getan hat, hättet ihr mir wenigstens geglaubt.
Was geglaubt?
Dass er dazu fähig ist.
* unheilvolle Musik *
* Die Musik klingt ab. *
* zitterndes Atmen *
Ich möchte nur, dass das ein Ende hat.
Ich wollte nicht, dass der Artikel erscheint.
Wollen Sie nicht, dass der bestraft wird,
der Ihnen das angetan hat?
Doch, aber ...
... wird er ja nicht.
Sebastian Hauke ist ein Promikoch.
Sie glauben nicht,
dass ich das erste Opfer bin, oder?
(Elfriede:) Emily Wagenthein ist ermordet worden.
Sie hat den Artikel geschrieben, nachdem sie Sie interviewt hat.
Denken Sie, dass diese Dinge zusammenhängen?
Nein.
Hauke hat für ca. eine Stunde, bevor Emily gefunden wurde, kein Alibi.
Haben Sie eine Ahnung, wo er sich befunden haben könnte?
Ja.
Und zwar wo?
Bei mir.
Zu Hause?
Wasser für Afrika.
Wir haben dort das Catering gemacht.
Und obwohl man ihn da gesehen haben muss,
hat er uns das nicht erzählt, weil er nicht wollte,
dass wir eine Verbindung zwischen ihm und ihr herstellen.
Was haben Sie besprochen?
Emily wollte einen Kommentar von ihm.
Er hat am Telefon immer aufgelegt.
Er ist zu mir in die Küche gekommen und hat sich entschuldigt.
Sebastian, der hat Emily nicht umgebracht.
Wann hast du Emily das letzte Mal gesehen?
Keine Ahnung.
Ich hatte mit der nichts zu tun.
* leicht aufwühlende Musik *
Hast du mit ihr über die Zeugnisse gesprochen?
Mit der rede ich doch nicht über die Zeugnisse.
Niemals.
* Donner *
Dein Problem ist, dass du glaubst, was Olivier über mich erzählt.
Wir sprechen nicht über dich.
Er weiß nicht, dass ich es weiß.
Du würdest ihm schaden.
Er ist nicht mehr an der Schule und hat nichts gefälscht.
Ich würde dir schaden.
Das bringt niemandem was, wenn es rauskommt.
Außer dir.
Du verstehst es echt nicht, oder?
* sanfte Musik *
Danke, dass du gekommen bist.
Das ist lieb von dir.
* sanfte Musik *
Ist die Kleine jetzt alleine?
Was willst du?
Hast du dich mal gefragt, ob dein Kind von Filip ist?
Ich weiß, dass sie Filips Tochter ist.
Aber ist sie von ihm?
Was hast du vor?
Gar nichts.
Du musst keine Angst haben.
Wovor genau soll ich Angst haben?
Ich weiß, ich bin toxisch für alle um mich herum.
Ja, Olivier, das bist du.
Du machst alle unglücklich.
Dich nicht.
Das stimmt.
Ich hab dir geholfen, ein Kind zu kriegen.
Du bist meine Freundin. - Die Freundin deiner Mutter.
Ich hab keine Mutter.
Was willst du eigentlich?
* angespannte Klänge *
Ich brauche 1.000 Euro.
(amüsiert:) Nein.
* Er spricht Französisch. *
Was heißt das?
Ich habe Angst vor der Nacht.
* düstere Klänge *
Da.
Mehr habe ich nicht.
* sanfte, düstere Musik *
Emily ist schwanger gewesen.
Das weiß die Nina Danz. - Ja.
Aber nicht von Olivier Lemarchal.
Das hat Olivier doch gesagt, dass das Kind nicht von ihm ist.
Wissen Sie, von wem es sonst sein könnte?
* düsteres Geräusch im Hintergrund *
Mit wem sie noch ein Verhältnis gehabt haben könnte?
Von wem dieses Kind ist, mit dem Emily schwanger war?
Komm!
Jetzt los!
* Lachen *
* liebliche Musik *
Von wem?
Filip Boj.
* dynamische, verheißungsvolle Musik *
Ich wollte ...
Mir war es wichtig,
mich auf dieses Gespräch vorzubereiten,
damit wir keine Zeit vergeuden.
Ich finde es keine Zeitvergeudung, mit dir zu reden.
Deiner Zeit eh nicht.
Ich muss doch zum Gericht und die Kinder holen.
Heute gar kein Homeoffice?
Man hört, dass du inzwischen größtenteils von zu Hause arbeitest.
Was man so hört?
Ja.
Wieso klingt das nach Vorwurf?
Wahrscheinlich, weil du es so verstehen möchtest.
Du bist nicht mehr am Gericht.
Du weißt nicht, wie oft ich dort bin.
Aber falls es dich interessiert:
Heute schlägt die Kommission die Oberstaatsanwaltschaft vor.
Ich habe mich beworben.
Ich weiß zwar nicht, ob ich's werde,
aber im Vorschlag, man kann ausrechnen, wer sich bewirbt,
sollte ich sein.
Da möchte ich mich sehen lassen.
Beginnen wir damit,
dass du nicht jede Frage von mir als Angriff interpretierst.
Du hast um das Treffen gebeten, finde ich gut.
Ich freue mich ja.
Bin mir nur nicht sicher, was du besprechen möchtest.
Deinen Wunsch, die Kinder öfter zu sehen.
Ja.
Das ist gut, ja,
dass wir da endlich drüber sprechen.
Danke.
Kurzgehalten: Ich finde es keine gute Idee.
Es gibt gute Gründe dafür, warum nur ich das Sorgerecht habe.
* angespannte Musik *
Wasser?
(Elfriede:) Wo habe ich es denn?
Ah, da.
Bitte.
Sie sind mir schon das erste Mal auf die Nerven gegangen.
Emily hatte kein Stipendium für das Sophianum.
Sie hatte kein Geld, ihr Vater zahlte es nicht,
sie war mit einem Junkie zusammen.
Wie ging das?
Kennen Sie die Antwort?
Ich stelle oft Fragen mit bekannter Antwort,
aber in dem Fall nicht.
Deswegen frage ich Sie,
weil Sie den Aufsichtsrat der Schule leiten.
Ich habe für sie bezahlt.
Okay, warum?
Weil sie mich im Bewerbungsgespräch beeindruckte,
ihre Zielstrebigkeit.
Sie wusste, wohin sie wollte.
Alle zollten ihr Respekt und man hat sie gemocht.
Hinter dieses Geheimnis wollte ich kommen.
Wie man hinkommt, wo man hinwill,
und von allen respektiert und gemocht wird?
Ja.
Weil Sie zielstrebig und respektiert sind,
aber nicht gemocht werden?
Ihre Frage ist sehr unverblümt.
Verblümung liegt mir nicht.
Jedenfalls habe ich mir keine bessere Tochter gekauft.
Das habe ich nicht unterstellt.
Aber gedacht.
Sie haben die Spedition verkaufen müssen,
weil Ihre Tochter sie nicht übernommen hat.
So in etwa oder auch nicht.
Aber es geht mir gut damit.
Wollen wir jetzt zum Grund Ihres Besuches kommen
oder möchten Sie noch länger eine Therapiestunde abhalten?
Die Ex-Sekretärin des Sophianums wollt Ihnen etwas sagen.
Dazu kam es nicht, weil sie verstorben ist.
Und Sie haben nicht versucht, herauszufinden was?
Doch, aber es ist mir nicht gelungen.
Der wohnt jetzt hier.
Fragen Sie mich bitte nicht warum.
Ich will nur mehr Zeit mit ihnen, wenn sie das auch so wollen.
Den Eindruck habe ich.
Es ist schrecklich, was du ihnen angetan hast.
Ihnen mit Selbstmord zu drohen, weil du erfindest, dass ich krank bin.
Ich kann es nicht zurücknehmen,
aber wiedergutmachen, indem ich der Vater bin, den sie verdienen.
Du interessierst ich erst wieder, seit ich einen neuen Mann habe.
Aber das hat nichts damit zu tun.
Der ist auch ganz anders als ich.
Ja, absolut,
z. B. setzt er uns keinen Qualen aus.
Was redest du denn mit dem?
Er soll sich ja nur für Sport interessieren.
Das ist jetzt auch keine Spitze, sondern eine interessierte Frage.
Ja.
Du, wir reden viel.
Über alles.
Er weiß nicht alles besser, aber...
... er kann gut zuhören.
Gibt es irgendwas an mir, das du vermisst?
An unsere Beziehung?
Da müsste ich jetzt nachdenken.
Aber ...
... nicht im Großen und Ganzen,
nein.
Die Samuels sind geschieden.
(seufzend:) Ja, das ist was anderes.
Sie sind jetzt beste Freunde.
Es ist schön zu sehen, wie harmonisch das abläuft.
Die neuen Partner waren auch mit dabei.
Sowas hättest du gerne mit mir?
Ist das zu viel verlangt?
Ja, eindeutig.
Auch zu viel gewünscht?
* Es klingelt dumpf. *
Sag mal, hast du die ganzen Postings gelesen?
Nein, Sebastian, das habe ich nicht.
Ich weiß, dass dich alle für ein Monster halten,
das sich an Praktikantinnen vergeht.
Die Leute, die das schreiben, schockieren mich nicht mal.
Ich habe Angst vor den Verteidigern. - Wieso?
Unbekannte können dich nicht verteidigen.
Das ist Unterstützung aus gruseligen Internetsphären.
Ich verstehe nur nicht, wie schnell das geht.
Everybody's Darling am Dienstag, Vergewaltiger am Mittwoch?
Spüren die Leute sich nicht?
Wir treffen heute zwei Profis und dann entscheiden wir, okay?
Es geht natürlich um die Emily.
Und warum glaubst du, ist das so?
Weil sie dich nicht nach einem Autodiebstahl
im Pongau befragen werden.
* Eine Tür geht auf. *
Ich soll mich melden bei Bezirksinspektor Leodolter.
Ich heiße Boj.
Vorname?
Filip, mit F.
Filip?
Warten Sie da.
Filip?
Sag was.
Ich weiß auch nicht, wie wir hier wieder rauskommen.
* angespannte Klänge *
Herr Boj?
Frau Boj? Sie habe ich nicht hergebeten.
Er hat Anspruch auf eine Begleitperson.
Aber nicht eine Person, über deren Position wir in dem Verfahren
noch nichts wissen.
Salut!
Salut!
Du bist ja schon da.
Der Oldtimer wird heute Nachmittag geliefert.
Ich dachte, der kommt nächste Woche.
Sie haben angerufen, er kommt schon heute.
* Seufzen *
Das war mein Lieblingsbuch als kleiner Junge.
"Wer sagt nein, sagt ja."
Ich wollte immer so eine "pilule opposée" haben.
Diese Gegenteilpille ist eine geniale Idee.
Man nimmt sie und sagt das Gegenteil von dem, was man sagen will.
Es spielt mit Lüge und Wahrheit und doppelter Verneinung,
bis man nicht mehr weiß, wer was sagen wollte.
Ich fand das faszinierend.
Ich konnte nicht mehr aufhören, zu lesen.
Ich lieb's.
Ja.
Das wollte ich wirklich sagen.
Nicht das Gegenteil.
Es könnte auch das Gegenteil sein von dem, was du meinst.
Was ist denn mit dem da?
Darf ich das schon sehen?
Ich habe es noch nicht gelesen, aber ...
... das ist das einzige Buch von ihr, das kein Kinderbuch ist.
Aha, und ...
... ist das schon übersetzt worden?
Non.
Ich habe mit ein paar Freunden in Paris telefoniert.
Es scheint, sie hat keinen Verlag mehr.
Ich habe dir ihre E-Mail-Adresse gemailt,
wenn du sie mal kontaktieren magst.
Für den Verlag, von dem ich träume, den ich aber nie machen werde?
Natürlich wirst du.
"Édition Lemarchal".
* aufgeweckte Klänge *
Wir haben eine Aussage, die behauptet,
sie hätten eine Beziehung mit Emily Wagenthein gehabt.
Wer sagt das?
Ich stelle hier die Fragen.
Sie werfen mir Absurdes vor.
Ich kann sie auch hierbehalten.
Ich glaube nicht, dass sie das können ...
Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau.
Aber Sie haben sie gekannt?
Natürlich, sie war unsere Babysitterin.
Ich würde sogar sagen, wir sind uns freundschaftlich verbunden gewesen.
Fragen Sie meine Frau.
Wie lange sitzen Sie schon hier?
So lange, bis Sie sich fragen, ob Ihr Mann Sie mit Emily betrogen hat.
Seit Monaten. - Und, hat er?
Nein.
Er ist zu feig.
Alles muss man für ihn erledigen.
Was haben Sie denn für ihn erledigt?
Wir haben unser Haus verkauft,
ein Buch geschrieben.
Von mir ist jeder Cent, von dem wir leben.
Haben Sie ihn jemals gefragt?
* angespannte Klänge *
Ah.
Danke.
Ich frage dich einmal und dann nie wieder.
Hast du was mit der Emily?
Nein.
Ich habe aus dem Fenster geschaut.
Du hast sie geküsst.
Das war ein Verabschiedungsbussi.
M-m.
Nein ... ich habe ihn niemals gefragt.
Und was hat er gesagt?
Ich habe ihn ja nie gefragt.
Achso, natürlich.
Sie ist 18.
Das weiß ich.
Ich will dir nichts vormachen.
Es gab Momente, da hatte ich das Gefühl,
sie fühlt sich zu mir hingezogen.
Mich hat das irritiert,
weil ... ich eben 40 bin.
Was findet die an mir?
Ja.
Was findest du an mir?
Hm.
Du warst der erste, der sich auf mein Tempo eingelassen hat.
Der dir erlaubt hat, das Sagen in der Beziehung zu haben?
Vielleicht auch das.
Hm.
Und, was macht das mit dir?
Ich finde es praktisch,
glaube ich.
Aber ich hasse ich mich dafür, dass mir das wichtig ist.
Du bist wundervoll, Filip.
Aber du kehrst meine schlimmsten Seiten hervor.
Ich habe jedenfalls nichts mit ihr gehabt.
Obwohl es ...
... Momente gab, wo ich mich gefragt habe, wie das wäre.
* tiefes Einatmen *
Hast du mal beim Runterholen an sie gedacht?
Ja.
* angespannte Klänge *
Ich mir zum Awid auch.
Dem Freund von der Miriam? - Ja.
Aha.
Finde ich gut,
dass wir an einem Punkt sind, wo wir über sowas reden können.
Ich glaube, ich nicht.
* nervenaufreibende Musik *
* Seufzen *
Wie lange dauert das noch da drin?
Wären Sie dazu bereit, sich einem DNA-Test zu unterziehen?
Wozu?
Wir haben DNA-Spuren gefunden am Tatort.
Ich war zuhause bei meiner Frau. - Ja, ja.
Natürlich.
Und ...
... Emily Wagenthein war schwanger.
* nervenaufreibende Musik *
Sie hatte einen Freund.
Ja.
Von dem haben wir einen Test, der ist aber nicht der Kindesvater.
* nervenaufreibende Musik *
Sind Sie es?
Nein.
Glauben Sie die Sache mit dem Fernsehkoch?
Dass er die Praktikantin missbraucht hat?
Sie hat sich das sicher nicht ausgedacht.
Aber er hat es auch nicht gemacht.
Manchmal gibt es zwei Wahrheiten.
Nein, gibt es nicht.
Ich habe mir noch keine Meinung gebildet.
Sebastian Hauke hat nicht gesagt, wo er eine Stunde vor dem Mord war.
Er war alleine, sagt er.
Das muss doch nichts heißen.
Ich war auch allein.
Ich dachte, Sie waren mit Ihrem Mann.
Ja.
* angespannte Klänge *
Hi.
Er wollte keinen DNA-Test machen.
Natürlich nicht, das ist ja kein Idiot.
* nervenaufreibende Musik *
* lautes Ausatmen *
Ich muss dir was sagen.
Ich dir auch.
* nervenaufreibende Musik *
Die Spurensicherung hat das in Emilys WG gefunden.
Die französischen Zeugnisse von Olivier Lemarchal.
Seltsam, oder?
Wieso hat sie seine Zeugnisse, die Kopien davon?
Das Sophianum gibt keine Auskunft,
aber das Lycée Thérèse Levasseur in Paris.
Im Schuljahr 21/22 war Olivier nicht mehr an der Schule,
hat aber seltsamerweise noch ein Zeugnis gekriegt.
Olivier hätte nie am Sophianum aufgenommen werden dürfen.
Bei der Aufnahme hat er Emily noch nicht gekannt.
Nein, Emily hat die Zeugnisse nicht gefälscht.
Und Olivier, nein.
Etienne auch nicht.
Es kann nur Inès Lemarchal gewesen sein, die Mutter.
Und Emily hat es gewusst.
(PR-Berater:) Also, Herr Hauke,
das wäre meine Strategie:
Tauchstation.
Insta-Pics zu, Postings zu,
auf der Webseite nur Rezepte.
Dann machen Sie beide mal Urlaub,
dann streuen wir ein paar Fotos von einer glücklichen Ehe
und alles war ein dummes Missverständnis.
Jede Erklärung nur durch mich.
Dann ein Jahr Sendepause.
Dann treiben die längst eine andere Sau durchs Dorf.
Danke.
* sanfte Musik *
* Schnaufen *
Was?
Der hat wenigstens einen Plan.
Das ist unser Mann.
Es kann kein Mann für dich sprechen,
der so wirkt, als ob er mit einer Frau nur spricht,
wenn er sie fuckable findet.
Hat er das?
Der hat mich nicht einmal angesehen.
Also, ich finde dich sehr fuckable.
Der geht gar nicht, Frauen hassen den.
Ich nenne es die 3T-Strategie.
Erstens Transparenz, zweitens Transparenz, drittens ...
* aufwühlende Musik *
... Transparenz.
Sebastian hat nichts zu verbergen.
Er nimmt diese Vorwürfe sehr ernst.
Sie zerstören mein Leben, sind aber nicht wahr.
Wir reden auf genereller Ebene und über die ganze Branche.
Sie haben auch Fehler gemacht, die tun Ihnen leid
und das Missverständnis nehmen Sie auf sich.
Wir gründen eine Kommission,
unterstützen Vereine, wollen aufklären,
geben ein zerknirschtes Interview, suchen Aussöhnung.
Wir sollen uns aussöhnen mit einer Frau,
die uns durch den Dreck zieht?
Ja.
Sehr gut, dass Sie "wir" sagen.
Nina Danz hat auch Sie gemeint.
Wiedersehen. - Wiedersehen.
Wir kriegen das hin.
* Die Musik klingt ab. *
Ich finde die gut.
Ich mache da nicht mit.
Wobei?
Ich stelle mich nicht zerknirscht vor eine Kamera,
während die Meute sich an meinem Privatleben aufgeilt.
Entschuldigen beinhaltet Schuld.
Die habe ich nicht.
Was ist dein Plan? - Ein anderer.
* Verheißungsvolle Musik beginnt. *
Kämpfen.
* Rattern *
* Es klingelt. *
* Es klingelt. *
Hey. - Sorry, mein Drucker.
Kein Problem, gib her.
Danke.
Ist der Etienne nicht da?
Sein Motorrad steht vor der Tür.
Doch.
Der ist in der Garage und macht Platz für seinen neuen Oldtimer.
Midlife-Crisis?
Es ist eher ein Abschluss.
Weil Olivier seinen alten zerstört hat.
Hm.
So, läuft.
Ich habe das Gefühl, zwischen uns ist es nicht mehr so wie früher.
Das tut mir leid.
Ich glaube ...
Nein, ich weiß, das ist größtenteils meine Schuld.
Das Morgen kann nicht zum Gestern werden,
weil das Heute dazwischen liegt.
* Prusten *
Hast du einen Glückskeks gefrühstückt?
Das ist ein Zitat aus einem Buch von Etienne.
Auf Französisch klang es besser.
Wie viele Seiten sind das eigentlich?
Ich habe geglaubt, ich muss mich zwischen euch entscheiden.
Aber weißt du was?
Das habe ich getan.
Nicht erst heute, schon vor Jahrzehnten
habe ich mich entschieden ... für dich.
Und für die Miriam und für die Doris.
Es ist nicht so, dass ich dir nicht geglaubt habe,
was den Olivier betrifft.
Aber er tut mir leid.
Er hat Angst vor der Nacht, hat er gesagt.
Was bedeutet das?
Er erreicht damit, dass du über ihn nachdenkst.
Er will in deinem Kopf wohnen.
Das ist alles.
Ist sie das?
Etienne hat mir jetzt den Kontakt gemacht.
Dein Verlag.
Ja.
* sanfte Musik *
Ich bin richtig stolz auf dich.
Wie viele Seiten sind das?
Ein paar.
Aha.
Toll, dass dir Etienne den Kontakt verschafft hat.
Ich beneide dich um deinen Mann.
Du mich um ihn? - Hm.
Deiner hat dich durch Verlust getragen.
Sagen wir, beide Männer haben uns geholfen.
Warum fühlt es sich dann nicht so an?
Egal, ich weiß nicht, was ich sage.
Klingt aber wichtig.
* emotionale Klänge *
Manchmal habe ich das Gefühl, wir leben kein gemeinsames Leben,
sondern er lebt mein Leben mit mir.
* Lachen *
* Wasserplatschen *
* Seufzen *
Revanche?
Ich mache was für die Schule.
Für die Schule?
Klar kannst du ins Internet, da musst du nicht fragen.
Beim Papa gibt es kein Tablet-Limit.
Aber hier doch auch nicht.
Screen-Time-Limit 3 Stunden.
Und mit der Mama?
Was macht ihr am liebsten mit ihr?
Sie will dauernd was.
Also, was wir machen sollen.
Das ist ja in eurem Interesse.
Ja, eh, aber ...
Dass sie da ist, ist gut.
Aber?
Nichts machen wir am liebsten mit ihr.
Sie macht immer Stress.
Halt lang!
* traurige Klänge *
* laute Fußstapfen *
* angespannte Klänge *
Sie schon wieder?
Können Sie ein Geheimnis bewahren? - Wenn ich will.
Und ich will fast immer.
Aber Sie würden nicht fragen, wenn Sie nicht wollen,
dass ich Ihr sogenanntes Geheimnis möglichst schnell weiterverbreite.
Das ungeborene Kind von Emily Wagenthein ...
... stammt von Filip Boj.
Ich habe verstanden.
* angespannte Klänge *
Miriam?
* Schluchzen *
Was ist?
Ich bin die, die immer was will von ihnen?
Echt jetzt?
Ich wäre lieber in der Luxusposition
der Guten-Laune-Tante für die schönen Tage.
Aber schauen, dass die was tun für die Schule,
bleibt an mir hängen,
dass die was zum Anziehen haben, mache ich.
Sich kümmern, wenn sie krank sind: mein Job.
Schauen, dass sie gar nicht krank werden, das mache ich.
Und er?
Der gemütliche Daddy, der alles erlaubt
und der sie im Keller gequält hat?
Du, der coole Kumpel, mit dem man Abenteuer erlebt?
Und ich, die hysterische Kuh, die immer einfach nur nervt?
Diese Aufgabenteilung ist nichts mehr für mich.
* traurige Klänge *
Ich fühle mich gerade ehrlich gesagt ...
... etwas ungerecht behandelt.
* traurige Klänge *
Danke, dass das so kurzfristig geklappt hat.
* Seufzen *
Sie hat mein Leben zerstört.
Jetzt möchte ich ihres zerstören.
Sie in Grund und Boden klagen
und alle Zeitungen, die darüber berichtet haben.
Hm.
* düstere Klänge *
* Rauschen von Autos *
Hey. - Hi.
Du bist Nina, oder?
Du bist Emily, oder?
Ich komme zur WG-Besichtigung.
* sanfte Musik *
Hi.
* Stimmengewirr *
* Lachen *
* sanfte Musik *
Sarah?
Ich habe nachgedacht und ...
Ich glaube nicht, dass mein Vater gemacht hat, was du ihm vorwirfst.
Ich kenne ihn.
Ich kenne ihn länger.
Das ist nicht er.
Emily ist nach Zollberg gekommen, hat sich in dein Leben gesetzt,
in mein Leben, in Oliviers Leben und in das von meinem Vater.
Sie hat einen Plan gehabt.
Sie hat uns benutzt.
* eigenartige Klänge *
Ah, ich hab was.
Passt.
Komm schon.
Hi.
Hi. - Hey.
Der auch.
Du bist dran.
Ja, genau.
Danke, dass Sie angerufen haben.
Hey.
Hey.
Wiederhören.
Was ist denn los?
Miriam?
Was hat sie denn?
Ich habe mich für die Oberstaatsanwaltschaft beworben.
Ich bin nicht mal in den Dreiervorschlag gekommen.
Haben das die Männer unter sich ausgemacht?
Überhaupt nicht.
Da sind zwei Frauen im Vorschlag, aber ich kenne die nicht mal.
Ich muss unbedingt wissen, wer in der Kommission war.
Ich verstehe das nicht, du bist doch die logische Wahl.
Erinnern Sie sich noch an Emily?
Sie haben sie nie getroffen, aber ich habe Ihnen von ihr erzählt.
Ja, Emily.
Jedenfalls habe ich heute erfahren, dass sie schwanger war.
Nein, nicht von ihrem Freund,
sondern jetzt halten Sie sich fest ...
... von Filip Boj.
Das ist der Mann von Christiane Boj.
Das ist eine der Freundinnen meiner Tochter.
Ja.
Gut, machen Sie das.
Bis morgen.
* leise, emotionale Musik *
Schon zurück?
Ja.
Jetzt finden Sie nicht mehr auf Ihr Zimmer?
Doch, doch, ich ...
Ich weiß schon, wo das ist.
Ich wollte nur ...
Aber Sie haben ja telefoniert ... - Ja.
Haben Sie gelauscht?
Ich habe nichts verstanden,
nur gehört, dass Sie reden.
Mit wem eigentlich?
Das geht Sie gar nichts an.
Was wollten Sie?
Ich wollte fragen, ob ich was kochen soll,
aber wusste nicht was.
Boeuf Bourguignon.
* schweres Atmen *
Ich weiß nicht, wie das geht.
Das ist einfach: Sie lassen alles weg
bis auf den Burgunderwein.
Ich glaube, ich muss noch einmal los.
* leise, bedrohliche Klänge *
Hallo?
Kann ich helfen?
Ich nehme an, Sie sind der Neue der Staatsanwältin.
Ja ... und Sie sind?
* aufwühlende Musik *
Praktikantinnen oder so.
Woher kommen die?
Ich weiß es nicht.
Ihnen allen ist Emily Wagenthein im Weg gestanden.
Das wird Ihnen nicht gelingen,
dass Sie uns vier gegeneinander aufbringen.
Das habe ich nicht angenommen.
Sie stecken seit über 30 Jahren unter einer Decke,
aber die wärmt nicht mehr so gut.
Sag mal, möchtet ihr, dass sie geht?
* Seufzen *
Aber das haben wir im Griff. - Sicher?
Danke, Awid.
Sag Sie, Frau Major, haben Sie auch getrunken?
Nicht genug.
Eine von Ihnen weiß, wer Emily umgebracht hat.
Ich bin mir nicht sicher, ob sie selbst weiß, dass sie das weiß.
* düstere Musik *
* Rauschen der Wassermassen *
* Er spricht Französisch. *
* düstere, klassische Musik *
*
* Es klingelt. *
Die Christiane ist nicht da.
Ich habe dir gesagt, dass ich dich hier nicht will.
Ich finde gut, wenn du weißt ...
... die da ...
... die ist von mir.
Ich bin ihr Vater.
* dramatische Klänge *
Du fucking Loser.
Was, wenn sie Recht hat?
Wir wollten uns nicht ausspielen lassen.
Das ...
Das hindert uns nicht daran, selbst zu denken.
Ich hasse sie so.
Jetzt ist sie tot und mischt sich noch immer ein.
Das ist jetzt so auch echt nicht in Ordnung.
Ich gehe jetzt nach Hause.
Vergessen wir den heutigen Tag und reden nicht mehr drüber, okay?
* Ein Handy vibriert. *
Ah, das ... ähm ...
Ich bin gleich wieder da.
Ja, danke für den raschen Rückruf, super.
Mhm, genau.
Okay.
* leise, düstere Klänge *
Ich weiß, warum ich nicht im Dreiervorschlag bin.
Warum?
Joachim war in der Kommission.
* Schnauben *
Dein Ex kann dich doch nicht beurteilen.
Natürlich nicht, das ist unvereinbar.
* emotionale Musik *
*
* bedrohlicher Ton *
Hi, Nina.
* düstere, verheißungsvolle Klänge *
Was willst du hier?
* düstere, verheißungsvolle Klänge *
*
Wann reparieren sie den Scheiß endlich?
* düstere, verheißungsvolle Klänge *
* gruseliger Ton *
Filip?
Filip?
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