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* Plätschern, ernste Musik *
* Die Musik verklingt. *
* anschwellender, beklemmender Ton *
Ist das eigentlich komisch, wenn ich hier bin?
Im Zimmer von der Emily?
Vielleicht fühlst du dich wohler, wenn du am Sofa schläfst,
statt in ihrem Zimmer?
* angespannte Musik *
Ich glaube, irgendwie ...
.. bin ich lieber in ihrem Zimmer, in dem sie gelebt hat,
als in meinem Zimmer, in dem sie gestorben ist.
* leises Türschließen *
* beklemmende Klänge *
Sie war bei jedem dabei und in allem mittendrin.
So, als ob man keine Freunde finden kann, ohne sich Feinde zu machen.
* Grillenzirpen, angespannte Musik *
(Leodolter:) Also, was haben wir?
Unsere Tote heißt Emily Wagenthein.
Sie wohnt erst seit einem Jahr in Zollberg.
Hast du die anderen Fotos? - Mhm.
Die Spurensicherung hat die DNA von Olivier Lemarchal
an ihrem Körper gefunden.
Er hat kein Alibi, zumindest keins, an das er sich erinnern könnte.
Und seine Fingerabdrücke sind am Tatort gefunden worden.
(Nenad:) Seine Mutter hat angeblich keinen Kontakt zu ihm.
Bei den beiden hat die Emily gebabysittet
und bei ihr im Haus ist die Leiche gefunden worden.
Wir wissen noch nicht, was Doris Hauke
mit Emily Wagenthein zu tun gehabt haben könnte, aber vielleicht ...
Moment.
(Sprechchor im Video:) "Wasser für alle!"
(Video:) "Mehr artesische Brunnen gefährden den Grundwasserspiegel."
"Zollberg Water will das Wasser exportieren
und die Geschäftsführerin Doris Hauke verweigert Gespräche."
"Aber wir geben nicht auf, wir sind mehr."
* Sprechchöre im Video *
Also, auf jeden Fall hat die Emily die Doris Hauke gekannt.
Danke, Sie können gehen.
Äh, der Nenad wohnt hier.
Ach so, ich hab gedacht, Sie wohnen hier.
Ja, ich wohne auch hier.
* abwartende Musik *
Okay.
Wohne ich auch hier?
Ähm ...
.. nein.
Für Sie haben wir ein Hotel gebucht.
* Rollen *
Zwillinge!
Oh, schöne Schleife.
Mama, können wir Fahrrad fahren? Bitte.
Bitte! Bitte können wir Fahrrad fahren, bitte!
Bitte, Mama!
* flirrender Klang *
Ich bin fast ein bisschen aufgeregt.
Jetzt will ich das erste Mal jemanden mit nach Hause nehmen.
Wir sind auch sehr streng mit dir, Miriam.
Danke, das hilft. - Hey!
Hey. Arvid.
Hi! - Hallo, Ines!
Arvid, freut mich. - Freut mich.
Ebenso. - Doris.
Hi. - Christiane.
Hi, freut mich. Arvid.
Arvid betreibt das Sporthotel oben am Selfersee.
Mhm. - Ah, ja, das sieht man.
(leise lachend:) Prost! - Prost!
* verträumte Musik, tiefes Atmen *
Entschuldigung.
Nein, nein, das war hier irgendwie in Unordnung.
Okay.
Nein, ich ...
Ich hab mich befriedigt.
Soll ich ... dir helfen? - Nein.
Passt schon.
* Vogelzwitschern, Tippgeräusche *
* angespannte Musik *
* Atmen *
# So there are ...
* Er schreit auf Französisch. *
* hallendes Ächzen *
* angespannte Musik, Schluchzen *
(Ich bin auch Junkie ohne Drogen.)
* bibbernde Laute *
* eindringliche Musik *
* seufzendes Ausatmen *
Guten Morgen. - Ich hab Smoothie im Mund.
Ist mir doch egal. - Jetzt.
(Leodolter:) Ich rekonstruiere den Tag von Olivier Lemarchal.
Er sagt, er kann sich nicht erinnern.
Olivier kann sich oft nicht erinnern, wo er war.
Weshalb er jetzt auch kein Alibi hat.
Und Sie haben keine Ahnung, wo er war?
Nein. Bekanntlich war ich bei Wasser für Afrika.
Das stimmt. Na ja, wenn Ihnen noch was einfällt ...
* ruhige Musik, Vogelzwitschern *
* Türknarzen *
Nina?
Sie hatten recht, Frau Major. Die beiden sind gleich los'gangen.
In einen Club. Das Blauberg.
Ich würde mich da heut am Abend umschauen.
Probieren S', nicht ganz so nach Polizist auszusehen.
Ich werd's versuchen.
* Tastenton *
Dürfen Sie überhaupt allein hier im Büro sein?
* Telefonklingeln *
Nein.
* drängende Musik *
Und Sie?
Wir brauchen den Facelift von diesem Modell gar nicht bewerben.
Wir kriegen ihn nicht verkauft.
Wir kriegen den nicht verkauft,
solange ihr uns den nur mit dem kleinen Akku liefert.
Moment.
Die Kunden wollen kein Langstreckenfahrzeug kaufen
mit einem Akku, der nur 200 Kilometer Reichweite hat.
Nein, das können wir vergessen.
Ja, bitte, kümmert euch darum.
Ich muss eh los.
In Paris musste ich nicht mal darüber diskutieren.
Mhm.
Sag mal, können wir vielleicht endlich mal über Olivier sprechen?
Etienne, ich habe wirklich keine Lust,
jetzt allein zu einer Entscheidung zu stehen,
die wir gemeinsam getroffen haben.
Die Umstände sind andere.
Ja, und trotzdem habe ich bisher keinen einzigen Tag bereut, danke,
an dem wir ... - Ihn verstoßen haben.
Den Kontakt abgebrochen haben. - Moment.
Findest du nicht auch, dass unser Haus groß geworden ist?
Zu groß für uns vielleicht? - Non.
Aber ich finde, dass uns unser Leben zu klein geworden ist.
* Seufzen *
(seufzend:) Sag mal, ähm ...
.. diese Emily ...
Hast du die gekannt?
Non. Du?
Non.
* Türklingel *
* Türklingel *
Schatz, für dich. Christiane.
* Türklingel *
(* angespannte Musik *)
(Hallo, ich bin Emily.)
(Denken Sie einfach darüber nach.)
(* Angespannte Musik verklingt. *)
(* nachdenkliche Musik *)
(* Quietschen *)
(Hey.) - (Hey.)
(* Die Musik wird ruhiger. *)
(* Vogelzwitschern *)
(* verträumte Musik *)
(* Die Musik wird rhythmischer. *)
(* Die Musik verklingt, Motorsurren. *)
Dessert. - Danke dir.
Ich düs los, ja? Schönen Tag euch. - Ja! Salut!
Ciao. - Salut.
Ich frag mich, ob das mit der Emily so hat kommen müssen.
Ich weiß grad nicht, was diese Andeutung bedeuten soll.
Kannst du bitte mit mir so sprechen,
als könnte ich nicht zwischen den Zeilen lesen?
Habt ihr euch schon überlegt?
Wegen einem Anwalt? Für den Olivier.
Ich befasse mich nicht mit dieser Sache. Mit ihm.
Ihm.
Olivier.
Kannst du seinen Namen nicht sagen?
Doch, Christiane, ich kann seinen Namen sagen.
Aber was der Olivier jetzt gerade braucht, weiß ich nicht.
Und es interessiert mich auch nicht.
Das ist kein Pfeifen im Wald, keine Fassade.
Es interessiert mich einfach nicht. Wechseln wir wieder das Thema.
Möchtest du einen Kaffee? - Ja.
Wirst du ihn gar nicht besuchen?
Kannst du bitte meinen Wunsch respektieren?
* leises Surren *
* Türklingel *
Wer ist das?
* neugierige Musik *
Also, ich glaube, sie ist hier.
Was Sie nicht sagen.
Vielleicht will sie nicht mit uns reden.
Dabei sind wir so freundlich. - Ja.
* angespannte Musik *
Finden Sie? - Natürlich.
* abwartende Musik *
Ich könnte sie auch vorladen.
Sie muss ja nicht gegen ihr eigenes Kind aussagen.
* schnarrende Vogellaute *
Glauben Sie, wenn wir noch länger hier stehen und reden,
dass sie die Nerven verliert und doch die Tür öffnet?
Nein. * angespannte Musik *
* Schniefen *
Sollen wir dann vielleicht wieder gehen?
Das ist eine hervorragende Idee, Leodolter.
* angespannter Grundton *
* nachdenkliche Musik *
* Zischen *
(Komm!) - (Ja, ich kann nicht so schnell.)
* angespannte Musik *
* Vogellaute *
Hallo, ich komme zu Frau Hauke. - Ja.
Ja, doch, natürlich hat das Auswirkungen auf das Grundwasser
im südlichen Zollbergviertel.
Aber in erster Linie haben Sie nicht alle drei Jahre
100-jährliches Hochwasser.
Also, ich muss jetzt dann wirklich auf- ...
Ja, wünsche ich Ihnen auch. Wiederhören.
(stöhnt:) Hallo. - Na?
Oh, ich sag's dir, die Polizei hat auch gerade schon angerufen.
Wir können jetzt wieder zurück ins Haus ziehen,
aber das weißt du sicher längst. - Nein.
Deswegen bin ich auch da, ich habe den Fall abgegeben.
Wieso? - Ich kenne die.
Ich kenn den Verdächtigen, befangener geht's eigentlich nicht.
Das machen besser andere.
Ja, das ist vernünftig, aber untypisch für dich.
Ja, ich bin neuerdings untypisch für mich.
Miriam, müssen wir Angst haben? Das haben wir nämlich.
Nein. Es hat eine Verhaftung gegeben.
Olivier?
Doris, ich darf dir so was nicht sagen.
Ja, Olivier.
Ich verstehe das nicht.
Was hat er mit dieser Emily in unserem Haus gemacht?
Wie ist der da überhaupt reingekommen?
Und wo war der Sebastian diese halbe Stunde?
* Surren *
Ah, tut dir übrigens gut.
Der Kaffee? - Ja, der auch.
Aber ich meinte jetzt Arvid. - Ja.
Den Kindern auch.
Hast du gewusst, dass man eine Beziehung haben kann,
ohne dass immer alles kompliziert und nervig ist?
Ja.
Ich weiß, ich nicht.
Dafür hab ich nicht gewusst, dass man auch einen Job haben kann,
wo er nicht täglich die Mutter erklärt, wie unfähig man ist.
Ja, Isabella und ich,
wir glauben einfach an eine Fortsetzung von "Einmal im Leben".
Der erste Band hat sich hervorragend verkauft.
Es ist der nächste logische Schritt, den wir gehen müssen.
Eine Reihe, wo die Eltern ihren Kindern
dreimal im Jahr einen Band schenken können.
Das Beste, was uns passieren kann.
Sie scheinen eng befreundet mit Isabella Martinez zu sein.
Freundschaft ist keine Geschäftskategorie.
Genau. Ich als Ihre Chefin glaube, die Leute wollen etwas Neues lesen.
Hm.
* Tropfen *
Wir machen 30 Millionen Kubikmeter im Jahr.
Und wo du hinguckst, nur Widerstand.
Nach dieser Bürgerinitiative. - Emily Wagenthein.
Wie, das war Emily? - Das war ihre Initiative.
Ich weiß jetzt auch nicht, wie das weitergeht.
Das klingt vielleicht blöd, aber ... ich mein, sie ist nicht mehr da.
So tragisch das ist ...
Doris, bitte, steh zu deinen Gefühlen, aber sag sie nur mir.
Als du mich angerufen hast, hast du gesagt,
da liegt eine Leiche bei uns im Haus.
Du hast getan, als wüsstest du nicht, wer das ist.
(Schauen Sie, ich hab einen Job,
den versuche ich mit Verantwortung zu erfüllen.)
(Indem Sie jahrhundertealtes Grundwasser anzapfen?)
(Die Wasserprobleme in Zollberg liegen nicht an diesem Brunnen.)
(Es hat damit zu tun, dass der Korberg-Gletscher
im Sommer abschmilzt und kein Wasser mehr speichert.)
(Eben. Das kommt dazu.)
(Ich werde weiter dagegen kämpfen, dass Zollberg Water Erfolg hat.)
(Die Zollberger haben ein Recht auf ihr Wasser.)
(Schauen Sie mal, ob wir uns auf kleine Anpassungen im Förderplan
einigen oder nicht - wassertechnisch macht das keinen Unterschied.)
(Wenn Sie nicht glauben, einen Unter- schied zu machen, warum leben Sie?)
Doris?
Was? Äh, nichts.
Ich ... das ist einfach nur schrecklich.
Und hier ist alles zu dieser Bürgerinitiative und Zollberg Water.
Doris Hauke hat ein Alibi, oder? - Ja.
Der Obduktionsbericht.
Ich würde mal zu den besonderen Befunden vorblättern.
Könnten Sie Ihre rätselhaften Andeutungen lassen
und ganz einfach sagen, was Sache ist?
Äh ...
* rhythmisch-angespannte Musik *
Seite 7.
Oje, schlechte Stimmung heute Abend. - Ich fürchte ja.
Ich habe Sie nicht gezwungen, eine Beziehung zu beginnen.
Hatten Sie jemals eine? - Sehe ich so aus?
* angespannte Musik *
Ich kann jetzt mit jeder Antwort nur verlieren.
Sehr gut erkannt.
Also, besonderer Befund?
* spannungsvolle Musik *
* metallisches Klirren, Quietschen *
Stört es Sie, wenn Frau Major Grünberger auch hier ist?
Schaffst du es nicht alleine?
Emily Wagenthein ist schwanger gewesen.
Haben Sie das gewusst?
(* genussvolles Seufzen *)
(Merci.)
((atemlos:) Wofür?)
(* sphärischer, anhaltender Klang, hörbares Atmen *)
(Für die gemeinsame Zeit.)
(Oui, merci.)
(Man nimmt das immer so hin.)
(Dass das alles selbstverständlich ist.)
(Aber das ist es nicht.)
(Es ist ein Geschenk.)
(So klug! Deine Eltern sind sicher stolz auf dich.)
((auflachend:) Ich hab keine Eltern.)
(Ich hab zwei Geldautomaten auf Beinen.)
(Das wirst du für deine Kinder auch mal sein.)
(Non.)
(Ich glaube, ich hätte zu viel Angst, ein Kind zu enttäuschen.)
* melancholisch-nachdenkliche Musik *
(Ich glaube ... du wirst in deinem Leben draufkommen,
dass du zu Dingen fähig bist, die du jetzt gar nicht für möglich hältst.)
* nachdenklich-verträumte Musik *
((leise, hallend:) Was machst du denn hier?)
(* Kusslaut, Kichern *)
* Die Musik wird eindringlicher. *
* Die Musik verklingt, leises Quietschen. *
Was machst du denn hier?
Lunch, wir waren verabredet.
Oh Gott, das hab ich völlig vergessen.
Ich, äh ... Also, ich kann jetzt hier nicht weg.
Können wir das verschieben? Morgen vielleicht?
Ja, das können wir machen. - Okay, super.
Und dann reden wir endlich über Olivier. Wie wir ihm helfen können.
Helfen müssen. - Oui.
* ernste Musik *
Olivier ist nicht zu helfen.
* angespannte Musik *
Okay, kurz gesagt: Sie finden, ich soll Olivier Lemarchal freilassen.
Er redet nicht. Er wird uns nicht entwischen.
Wir kriegen ihn, wenn wir ihn brauchen.
Ich kann das gar nicht.
Ich bin ja nicht die U-Richterin oder der Staatsanwalt.
Und weil es um Mord geht, kann U-Haft nur vermieden werden,
wenn weder Fluchtgefahr noch Verdunkelungsgefahr
oder Wiederholungsgefahr besteht.
In unserem Fall - kein Alibi, seine DNA.
Er ist der Partner des Opfers.
Ich glaub an Sie.
Ich glaub was anderes.
Nämlich, dass er diese Frau umgebracht hat
und das dringende Verdunkelungsgefahr besteht.
Ich finde Verdunkeln oft ungemein erhellend.
Kuchen?
Ja, bitte.
Sie haben in vielem recht.
Aber Sie werden den Fall nicht lösen, wenn Sie Olivier nicht freilassen.
Und schicken S' dem Gruppeninspektor Dubic eine SMS.
Weshalb?
Hab dich lieb, oder was man da halt so schreibt.
Kostet Sie zwei Sekunden.
* nachdenkliche Musik *
* Nachrichtenton *
* Die Musik verklingt. *
* Vogelgezwitscher *
Danke.
* Vogelgezwitscher, Tippgeräusche *
Hast du das Gefühl, wir haben zu wenig Sex?
Nein.
Okay.
Ich finde dich sexy. Ich finde dich schön.
Ich muss arbeiten.
* rasches Tippen *
Filip.
Dein Schwanz und meine Hand, das ist kein Wettbewerb.
Okay?
Manchmal hab ich Lust auf Sex mit dir.
Und manchmal hab ich Lust auf Sex mit mir.
Das kommt sich nicht in die Quere.
Du bist Schriftstellerin.
Wenn du das sagst, dann klingt das supernachvollziehbar und vernünftig.
Und man will einfach sagen, ja, eh.
Aber ich find's komisch.
Jeder meiner Freunde würde es seltsam finden,
wenn seine Frau Hand an sich legt und er verfügbar wäre.
Jeder von denen wichst regelmäßig und denkt dabei nicht an seine Frau.
* Vogelgezwitscher *
Hast du an mich gedacht?
* Schnaufen *
Das weiß ich nicht mehr.
Ich muss arbeiten.
* Tippen, nachdenkliche Musik *
Ihr hättet sein Gesicht sehen müssen.
Och, armer Filip, ey. Mir tut er leid.
Ach!
Ich hab überlegt, wir brauchen keine neue Babysitterin.
Die Novella ist alt genug für den Kindergarten, oder?
Vielleicht gefällt's ihr ja.
Muss schrecklich sein, wenn man immer die Eltern um sich herum hat.
Für mich schon. Für meine Tochter natürlich nicht.
Wo ist denn Ines? - Ich weiß es nicht.
Wolltest du ihr nicht sagen, dass wir heute hier sind?
Ja. Ich hab's ihr nicht gesagt.
Oh. Ich schreib ihr mal. - Mh ...
Nein. Ich hab's nicht vergessen.
Ich hab's ihr nicht gesagt. Absichtlich.
* Türklingel *
Ich ... Ich find das irgendwie nicht richtig.
Die Ines hat sich doch verändert, findest du nicht?
Wir haben uns doch alle verändert, Christiane.
* klackendes Türöffnen *
Ich bräuchte Ihre Hilfe.
Wieder einmal?
Das letzte Mal haben Sie mir nicht geholfen, sondern nur getan, als ob.
Dann schauen wir, ob ich das wieder so gut hinkriege.
Sie haben doch sicher ein gutes Verhältnis
zu dem Kollegen, der den Fall jetzt von Ihnen übernommen hat.
Ja, professionell halt. - Wir sind alle Mütter.
Kannst du dir irgendetwas vorstellen, Doris, irgendwas,
dass du den Kontakt zu Sarah abbrichst?
Gerade dann, wenn sie dich ganz dringend braucht?
Nee, natürlich nicht. - Eben.
Der Olivier braucht Ines. Jetzt.
* angespannte Musik, Vogelzwitschern *
Verstehe. Ich werde schauen, was ich tun kann.
Danke. Das ist alles, was ich wollte.
Ja, aber wir haben doch alle unsere Kämpfe zu meistern.
Ich meine, meine Mutter würde mich den Geiern zum Fraß vorwerfen.
Da kennt die nix.
Nee. Die würde für dich in die Schlacht ziehen.
Sie würde gewinnen.
Und dann würde sie dich täglich daran erinnern,
was sie für dich getan hat.
Oder so.
Die Damen, ich bin gleich wieder bei euch. Ich muss nur was klären.
Okay.
Sie war bei uns zu Hause.
Wer? - Ines.
Wie meinst du das?
* angespannte Musik *
An dem Abend, an dem Emily gestorben ist.
(* Türklingel *)
(Hi.) (- Hallo.)
(Komm rein.)
(Wow.) - (Hallo, Ines.)
(Hallo. Ach, ihr habt ja diese Afrika-Sache heute.)
(Sarah, kommst du bitte?)
(Entschuldige bitte. Das habe ich völlig vergessen.)
(Kein Problem. Ist was Dringendes?)
(Ähm, nee, nee. Ich wollte nur kurz mit dir quatschen.)
(Ich habe keine Lust, dahin ... Wenn du einen Grund hast ...)
(Hätte ich die putzen sollen?) - (Darauf ist die Antwort ja.)
(Du, vergiss es einfach. Das ist das Übliche.)
(Etienne, Olivier, es ist nicht so wichtig. Das hat Zeit.)
(Tschüss. Schönen Abend euch.) - (Tschüss.)
(Ciao.)
Und du weißt nicht, warum sie zu dir gekommen ist?
* nachdenkliche Musik *
Nein. - Hast du sie gefragt?
Nein.
(Ciao.)
* eindringliche Musik *
* ernste Musik *
* langsame, abwartende Musik *
(Hast du deine Notizen dabei?)
* leises Gesprächsfetzen *
((alle:) Ciao!)
Weiß man inzwischen, wie der Täter ins Haus gekommen ist?
Das war ja klar, dass ihr Nachschub braucht.
Olivier. Der Olivier soll's gewesen sein.
Stimmt das, Miriam?
Ist das jetzt bewiesen?
* dumpfes Dröhnen *
* fernes Telefonklingeln *
Es ist was Erstaunliches passiert. - Was denn?
Der Staatsanwalt hat keinen Antrag auf U-Haft beim Gericht eingebracht.
Erstaunlich. - Ja, erstaunlich.
Und ich kann nicht beweisen, dass Sie dahinter stecken.
Dann werde ich jetzt Olivier Lemarchal einmal nach Hause schicken.
Ich hab' endlich die Familie von Emily Wagenthein erreicht.
Also, dein Vater. Die Mutter ist vor zwei Jahren gestorben.
Danach ist Emily hierhergezogen.
Mhm. - Wo sind die her?
Aus Göttingen. Vater aus Aachen, also weiter weg.
Er kommt her.
Dann lassen wir jetzt unseren einzigen und Hauptverdächtigen frei.
* angespannte Musik *
Sind das seine persönlichen Gegenstände?
Ja.
Ich nehme an, Hose, Jacke und Schuhe sind noch bei der Kriminaltechnik.
Genau. Die haben sich das Handy kopiert.
Ich mach das.
* belebte Musik *
* abwartende, rhythmische Musik *
* eindringlicher Klang, drängende Musik *
* Klacken, Quietschen *
Herr Lemarchal, Sie dürfen nach Hause gehen.
Echt jetzt? - Ja.
Alter. - Soll Ihnen jemand Kleidung bringen?
Ich bleib nicht freiwillig länger hier.
* angespannte Musik *
Bitte.
* angespannte Musik *
* Schlüsselklimpern *
* eindringliche Musik *
* Motorstarten *
* Die Musik verklingt. * So.
Er ist gegangen.
Und jetzt?
* fernes Telefonklingeln *
Ich hab keinen weiteren Ermittlungsansatz.
Jetzt warten wir. - Worauf?
Wenn man keinen Ansatz hat, muss man manchmal eine Bombe werfen,
damit alles hochfliegt, runterfällt und sich neu ordnet.
Ich hab auch keine Bombe, Frau Major.
Oh ja, Spurensicherung hat grad angerufen.
Auf dem Schlüssel zum Haus der Haukes,
wo Emily Wagenthein gestorben ist ...
Der, den man bei ihr gefunden hat?
Ja, da sind nur die Fingerabdrücke von ihr und Olivier Lemarchal drauf.
Und die sind auch auf der Codeeingabe für die Alarmanlage.
Waaaaaaah! Wir haben grad Olivier Lemarchal nach Hause geschickt,
der mit Emily Wagenthein zusammen gewesen ist,
dessen Fingerabdrücke am Tatort gewesen sind
und der einen Schlüssel für das Haus gehabt hat, für den Tatort.
Und der offensichtlich den Code für die Alarmanlage kennt.
Sie machen mich wahnsinnig!
Das hör ich öfters.
Hm.
* nachdenklich-geheimnisvolle Musik *
Und wohin willst du jetzt?
* abwartende Musik *
* Schlüsselklimpern *
* Handyklingeln *
- Olivier?
- Ich bin raus. Die haben mich grade gehen lassen.
- Und wissen die, wer es gewesen ist?
- Sie haben gesagt, es wird weiter gegen mich ermittelt,
aber es gibt keinen Grund für eine U-Haft.
Die haben wohl keinen anderen.
Whatever, ich muss los. - Nee, warte mal!
* angespannt-abwartende Musik *
(Wir müssen reden.)
Was machst du hier?
Ich wollte fragen, wo du bist.
Hier. Und jetzt?
Wieso bist du nicht bei der Polizei?
Was willst du? - Olivier, wie geht's dir denn?
Meine Freundin ist tot! So geht's mir!
Ich hab' echt keine Lust, dir Gefühle erklären!
* angespannte Musik *
Christiane hat gesagt, dass du vermutlich einen Anwalt brauchst.
Sagt sie das? Bin ich Gesprächsthema zwischen euch?
Das ist ja jetzt gerade kein Wunder.
Dann hab ich gewonnen. Weißt du, warum?
Weil in den letzten, ich weiß gar nicht, 36 Stunden oder so,
da war's wirklich richtig scheiße.
Aber nicht einmal, keine einzige Scheißsekunde lang,
hab ich an dich denken müssen. - Es geht ja nicht darum ...
So sehen Sieger aus.
Laufen ohne Klamotten und Schuhe durch die Stadt, ja?
Sieger!
Was ist das mit dir?
Warum hast du so eine Lust, alles zu zerstören?
(Alles!) - (Ich ...)
* angespannte Musik *
Ich freue mich, wenn sie dich verurteilen. Das werden sie.
Und ich bin mir sicher, dass diese Jahre im Gefängnis das Einzige sind,
was dich noch retten kann.
* beklemmende Musik *
* düstere, eindringliche Musik *
* verstörende Musik, heftiges Atmen *
Viel Spaß. - Ciao.
Na? Hallo.
War's okay mit dem Papa? - Ja, schon.
Er möchte eventuell nächsten Samstag mit uns zu den Nathanshöhlen.
Ah.
Das hat er jetzt gar nicht gesagt.
Tschüss, Papa. - Ciao.
(Wann kommst du wieder, Papa?)
(Wenn es deine Mutter erlaubt.) - (Okay.)
(Wir werden das schon durchstehen.)
(Du bist mein Sohn, bist mir ähnlich. Mein Erstgeborener.)
(Wir müssen zusammenhalten.)
(Ja?)
Geht das jetzt klar am Samstag oder nicht, Mama?
Ja, vielleicht.
* fernes Motorbrummen, Vogelzwitschern *
* angespannte Musik *
* Türschlagen, Schlüsselklimpern *
* Seufzen, angespannte Musik *
* Tippgeräusche *
* Die Musik verklingt, Grillenzirpen *
* Zahnputzgeräusche *
Ich hab mir was überlegt.
Wir machen das nicht selber. Wir müssen das Zimmer nicht betreten.
Erst recht nicht so, wie es gerade aussieht. Wir lassen es renovieren.
Vergiss es, ich krieg's nicht hin.
Ich weiß, aber wir können uns nicht unser Haus nehmen lassen.
Lass uns einfach nicht mehr drüber reden, okay?
Es ist unser Haus. - Ja.
* Wasserrauschen *
Okay. Komm mal mit.
Ich möchte dir diese Frage nicht noch ein einziges Mal stellen.
Was?
Wo warst du in der halben Stunde,
bevor wir die Leiche von Emily gefunden haben?
Das hab ich dir doch gesagt, ich bin über den Müllersteig gefahren.
Aber du lügst mich an! - Nein. Aber du glaubst mir nicht.
Okay, Sebastian, dann machen wir das so.
Du möchtest ja ohnehin hier nicht sein,
das trifft sich ganz gut, dann ziehst du jetzt aus
und kommst zurück, wenn du eine neue Antwort auf die Frage hast.
Wirfst du mich jetzt raus? - Ja.
Okay. - Ja.
Gut. - Ja.
Dann geh ich jetzt, okay. Okay.
* Türknallen *
* Stimmengewirr, leise Musik von drinnen *
* Lachen *
* Lachen *
* angespannte Musik *
* Gespräch nicht hörbar *
* eindringliche Klänge *
* angespannte Musik *
* nachdenkliche Musik *
* Die Musik hält inne. *
* bewegte Musik *
* nachdenkliche Musik *
Bist du allein?
Filip ist nicht da.
* angespannte Musik *
* ruhige Musik *
* Die Musik verklingt. *
* angespannte Musik *
* anschwellende, verstörende Klänge *
* Die Musik wird ruhiger. *
* Klappern *
* Die Musik wird eindringlicher. *
* Klappern, Kichern *
Jetzt du mit dem?
Zusammen. - Zusammen, zusammen, zusammen.
* Lachen *
Zeig mal wie du ...
Da, schau mal, ob dir das passt.
Da, da, da, da, schnell, schnell, schnell.
* Lachen, Quietschen *
Ich hab ... Schau, ich hab auch.
* Lachen *
* ernste Musik *
Ich bin müde, ich geh schon ins Bett.
Komm mal noch ganz kurz. Bitte, setz dich mal.
Was gibt's? - Ich hab mir was überlegt.
Was hast du dir überlegt?
Was hältst du davon, wenn wir ein Flüchtlingskind bei uns aufnehmen?
Wir haben den Platz.
Und du hast heute erst gesagt,
dass das Haus für uns alleine viel zu groß ist.
Und ich glaube, wir können gute Eltern sein.
Hm?
Ich muss jetzt erst mal schlafen. Ich ...
Ich, ich, ich denk darüber nach, ja? - Okay.
Dann sprechen wir in einer Woche oder so darüber, ja?
In einer Woche?
Ja.
Was musst du denn da so lange drüber nachdenken?
Woher soll ich das wissen, bevor ich es tue?
Dann sag doch gleich, dass du es nicht willst.
Du hast gerade gesagt, dass wir gute Eltern sein können.
Ich meine, dass wir gute Betreuungs- ...
Wir können nicht wirklich glauben, dass wir gute Eltern sind.
Ist auch egal, wir wären ja gar nicht die Eltern von diesem Flüchtling.
Der hat seine noch irgendwo. Und wir ... wir haben einen Sohn.
Ja, aber den haben wir verloren.
Und ich weiß auch, dass er nicht zurückkommt,
wenn wir jemanden aufnehmen.
Aber ich habe einfach so sehr das Gefühl, versagt zu haben.
Und da ist so viel Kümmern in mir drin,
aber nichts, das bekümmert werden will.
Niemand braucht mich mehr.
Ich brauche dich.
* Seufzen *
Ich hab Olivier heute gesehen.
* ernste Musik *
Was hast du?
Du hast ...
Ich bin zur Polizei gegangen, weil ich wissen wollte,
wie wir ihn sehen können, und er kam raus.
Du bist einfach hingegangen, ohne mir das zu sagen?
Sie haben ihn gehen lassen. - Ohne mich mitzunehmen?
Das war spontan. - Es ist mein Sohn auch!
Ich hab's spontan entschieden.
Und er wollte auch gar nicht mit mir reden.
Wo ist er denn jetzt?
Er hat diese Frau umgebracht.
Ich bin mir ganz sicher. Du hättest ihn sehen sollen.
Ich bin mir sicher, dass er das getan hat!
* schicksalhafte Musik *
* zittriges Atmen *
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