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Tatort: Das Böse in dir; SD: 08.02.2026
* Dynamische Intromusik *
Leo Hölzer Adam Schürk
Esther Baumann Pia Heinrich
* Choralgesang *
Jeder Fluss hat eine Quelle.
Und jede Geschichte einen Anfang.
Als wir Kinder waren, hat man uns erzählt,
dass ein Mann den Geliebten seiner Frau erstochen hat.
(Off, Frau) Ja, geh weg! Nie wieder!
Dass die Frau Rache nahm
und dieser Kreis nie wieder gebrochen wurde.
(Off, Frau) Ich hasse dich.
Doch so ganz genau weiß niemand mehr,
wie das Böse in unser Dorf kam.
* Choralgesang wird lauter. *
* Raben krächzen. *
* Unheilvolle Musik *
* Telefonklingeln *
Sag mal, übernehmen wir zwei das?
Kleine Landpartie?
Nee, hab noch Hausarrest. - Immer noch?
Ach so, übrigens, Pia: 1999 hat angerufen.
Er hätte gern sein Abspielmedium zurück.
Ist das dein Ernst, ein MP3-Player?
Privatsphäre, schon von gehört?
Nee, sagt mir gar nichts.
Morgen, Esther. - Morgen.
Hey.
Was?
* Telefonklingeln *
Es ist fünf nach acht.
So viel können wir noch nicht falsch gemacht haben.
Fuck, das ist heute? Shit.
Warum sagst du nichts? Du hast ihn dauernd besucht.
Ja, sorry, vergessen.
(nachäffend) Ja, sorry, vergessen.
Guten Morgen.
Schön zu sehen, wie sehr ihr mich vermisst habt.
Willkommen zurück.
Hi.
Hey.
* Stöhnen *
Oh Gott. Mann. Entschuldigung, Entschuldigung.
Es tut mir leid. Es tut mir leid.
Du Arsch!
Gut. Also, was steht an?
Ja, du kommst genau richtig.
Genau. Pass auf.
Ein Toter an der französischen Grenze.
Und zwar ... in Hohenweiler, heißt das Kaff.
Scheiße.
Was? Kennst du das oder wie?
Da bin ich aufgewachsen.
Ich dachte, in Frankreich.
Ich ...
Gut, dann mal los. - Ich komm mit.
Esther, du bitte auch.
Du weißt ja, wie es da läuft.
Ihr seid halbwegs schlaue Männer. Ich traue euch das zu.
It takes a Hohenweiler to know a Hohenweiler.
Echt jetzt?
Sorry.
* Spannungsvolle Klänge *
* Vogelgezwitscher *
Ich kann wirklich auch fahren.
Warum das denn?
Was ist denn mit deinem Tinnitus?
So gut wie weg.
So gut wie?
Ja. Es ist alles gut, okay?
Abgesehen davon fahr ich auch mit Tinnitus
wesentlich besser als du.
Du fährst wie meine Oma.
Wer ist der Tote?
Emil Feidt heißt der.
Das ist wohl Familienvater,
hat 'ne kleine IT-Firma, die da im Ort ansässig ist.
Kennst du den? Emil Feidt?
War ein paar Klassen über mir.
Was war das so für 'n Typ?
Keine Ahnung, was das für 'n Typ war.
Ich war 30 Jahre nicht mehr hier.
30 Jahre?
Gut, man verändert sich dann natürlich.
Hoff ich zumindest.
* Spannungsvolle Klänge *
Puh, das nennt man dann wohl strukturschwach.
* Düstere Klänge *
* Wasserrauschen *
Was für 'ne Luft.
Was ist mit der? Hey ...
Hallo, Henny.
Leo, Mensch, endlich wieder da.
Ja, lang genug rumgelegen.
Herrliche Luft hier, oder? - Ja, das kann man wohl sagen.
Morgen, Henny. - Hallo, Adam.
Hey.
Gehört der dem Toten?
Ja.
Muss um Mitternacht rum gewesen sein.
Habt ihr die Tatwaffe?
Ein Messer, bis jetzt nicht aufgetaucht.
Schmale Klinge. Butterfly oder so was in die Richtung.
Okay.
Und hier:
leichte Schnittverletzung.
Mhm.
(Henny) Als hätte er versucht, den Angriff abzuwehren.
Der Stich ging direkt ins Herz.
Er war ziemlich sofort tot.
* Düstere Klänge *
* Der Motor startet nicht. *
Ist der gerade noch gelaufen? - (Polizist) Ja.
Leo.
Der Motor lief die ganze Nacht.
Das war maximal ein Zwischenstopp.
Ganz was Spontanes.
Hat jemand ihn gesehen? Angehalten?
Hm.
Lecker.
Ja.
Megalecker.
* Spannungsvolle Streich-Klänge *
Das ist aber kein frisches Blut. - (Henny) Vorsicht, Leo.
Adam, machst du die Nachbarn?
Ja. Irgendwelche Tipps?
Schau, dass du immer 'ne Wand im Rücken hast.
So schlimm können die nicht sein. - Wenn die abweisend sind:
Nicht auf dich beziehen. Die sind hier so.
Jetzt wird mir einiges klar.
Haha.
* Hund bellt. *
* Melancholische Klänge *
* Schluchzen *
* Überdrehtes Lachen *
Vielleicht geben Sie Ihrer Mutter ein Glas Wasser.
Oder Sie sagen mir, wo die Gläser sind.
Frau Feidt?
Meine Mutter braucht kein Wasser.
Was meine Mutter braucht, ist Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit?
Wofür?
Ich schau mich mal um.
So klar, dass ihr wieder völlig ahnungslos reinlatscht.
* Klingel *
* Hund bellt. *
Kommst du mal?
Schau dir das mal an.
Das Arbeitszimmer von Emil Feidt.
Er sammelt alles zum Tod seiner Tochter Rebecca.
Also, Becky.
Hier.
Es gibt hier im Wald 'n Fluss.
Becky Feidt wurde tot im Wasser gefunden,
Schädel-Hirn-Trauma.
Claire L., Claire L., Claire Louis.
Der taucht immer wieder auf.
Wie lang ist das her?
August 2020.
Fünf Jahre.
Wer hat damals ermittelt?
Kadelmeier und Kienast.
Na ja.
Ja. Ich hab Pia angerufen. Sie kümmert sich um die Unterlagen.
Die Ermittlungen wurden eingestellt.
Die Kollegen meinten, es war ein Unfall.
Ihr Vater war wohl nicht der Meinung,
dass sie einfach unglücklich auf einen Felsen geknallt ist.
Hier ist ein Anwaltsschreiben.
Emil Feidt soll sich von Claire Louis fernhalten,
sonst droht ihm eine Unterlassungsklage.
Beauftragt wurde der Anwalt von Claires Onkel, Michel Louis.
Passwortgesichert.
Nehmen wir mit.
Ja.
* Klopfen *
Frau Feidt?
Ich muss Ihnen leider ein paar Fragen stellen,
wenn ich darf.
Wie lange waren Sie verheiratet?
Frau Feidt.
22 Jahre.
Können Sie mir sagen, ob dieses T-Shirt Ihrem Vater gehört?
Das haben wir in seinem Auto gefunden.
Ja.
Die Person, die Ihren Mann getötet hat.
Wir wollen verstehen,
ob das eine Verabredung war oder eine Zufallsbegegnung.
Zufallsbegegnung? Seid ihr blöd?
Das war doch keine Zufallsbegegnung!
Das war das Zimmer meiner kleinen Schwester.
Sie wurde auch umgebracht. Von Claire Louis.
Ja, Mann, schreib auf!
L-O-U-I-S!
Ich verstehe Ihre Wut.
Sie war 13, Mann! 13!
Ich sag euch Versagern, wer meinen Vater auf dem Gewissen hat.
Einer von denen. - Von denen?
Von den Louis'!
Wissen Sie, wo Ihr Vater gestern Abend war?
Herr Feidt?
Hier.
Es lief Fußball.
Wir wollten es eigentlich zusammen gucken.
Kam hochgerannt und ist an uns vorbei aus dem Haus.
Mitten in der Nacht?
Und war er aufgebracht?
Wissen Sie warum?
Keine Ahnung.
War er aggressiv?
Weil ihm nicht scheißegal war, wer Becky umgebracht hat?
Sie wollte Comic-Zeichnerin werden.
Sie wollte nach Japan fliegen.
Sie wollte ...
Herr Feidt.
Es tut uns wirklich sehr leid.
Wir wären dann so weit fertig.
Und das hier stellen wir sicher, okay?
Danke.
Hey.
Wenn ihr es dieses Mal wieder nicht auf die Reihe kriegt,
dann nehmen wir das selber in die Hand.
* Unheilvolle Musik *
Das Dorf ist halb katholisch, halb hugenottisch.
Deutsch, Französisch.
Es gibt die Familie Feidt und die Familie Louis.
Sie hassen sich bis aufs Blut.
Seit ...
Das weiß eigentlich niemand mehr so richtig.
Immer schon.
Wenn ein Feidt einen Unfall baut,
hat ihm ein Louis die Vorfahrt genommen.
Fällt einem Louis ein Baum auf den Kopf,
hat ein Feidt ihn vorher angesägt.
Dann gibt's Rache.
Der Hass hält die Leute hier am Laufen,
besser als jedes Kohlekraftwerk.
Deshalb wird er weitergegeben.
Als stolze Tradition.
Auge um Auge.
Zahn um Zahn.
Zu welcher der beiden Familien gehörst du?
Zu keiner mehr.
* Handy klingelt. *
Pia.
Pia, was gibt's?
Pass auf, ich hab mit den Kollegen gesprochen,
die 2020 den Tod von Becky Feidt bearbeitet haben.
Es hieß ja Todesursache:
"Kopfverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung."
Sie sei mit dem Kopf auf einen Stein aufgeschlagen
und dann in den Fluss gefallen.
Ja? Und?
Pass auf, kein Wasser in der Lunge.
Okay ...
Da muss sie ja sehr schnell gestorben sein.
"Praktisch während sie gefallen ist."
"Oder ..."
Oder der Fundort ist nicht der Tatort.
Exakt. Es wurden keine Fremdspuren am Fluss gefunden.
Tatort im Freien, immer eine Katastrophe.
Was Neues zu Claire Louis?
"Es wurden Anschuldigungen gegen sie erhoben."
Die Stelle am Fluss, wo man Becky Feidt fand,
war ihr Treffpunkt.
"Die Mädchen hingen da ab." - Aber?
Am Tag, an dem Becky gestorben ist, war Claire nicht dabei am Fluss,
sagt sie.
Claire macht eine Lehre.
Hier, bei mir im Betrieb.
Ist bald fertig, macht gerade ihr Gesellenstück.
Sagen Sie, kennen wir uns?
Nein.
Sie kommen mir bekannt vor.
Wissen Sie, wo Claire ist? - Die ist gerade ...
Hey, Leute, verdammt!
Sie ist noch nicht fertig!
Zurück!
Mitdenken!
Scheiße!
Einmal mit Profis arbeiten!
Fahren Sie immer so schnell aus der Haut?
Zum Beispiel auch bei Emil Feidt?
Ich zeig Ihnen, was mich aus der Haut fahren lässt.
Kommen Sie.
* Mysteriöse Musik *
Mehr hat er nicht geschafft.
"Mörderin" ...
... sollte da stehen.
Ich hab Emil nur gesagt, er soll sich verpissen.
Ich halte nichts von Gewalt.
Warum wollte er das an ihr Tor sprühen?
Er hatte sich darauf eingeschossen, dass Claire Becky umgebracht hat.
Völliger Schwachsinn.
Claire und Becky waren unzertrennlich.
Was ist mit den Montagues und Capulets?
Was?
Alter Streit zwischen Familien.
Was macht das mit den jungen Leuten?
Wenn sie eingetrichtert kriegen: Die anderen sind böse.
Becky und Claire, die waren klüger als alle Feidts und Louis zusammen.
Und warum das Schreiben vom Anwalt?
Das Kontaktverbot gegen Emil Feidt.
Emil war besessen.
Ist Claire gefolgt.
Hat sie angeschrien.
Oft war er besoffen.
Claire hat sich schon gar nicht mehr aus dem Haus getraut.
Ich musste ihr Pfefferspray kaufen.
Und dann auch noch das hier.
Mein armes Mädchen. - Ihr Mädchen?
Claire lebt bei mir, seit sie zehn ist.
Mein Bruder und seine Frau sind gestorben, Autounfall.
Bei Rot über die Ampel.
Sekundenschlaf.
Du bist die Kleine von Marie und Vincent.
Stimmt's?
Du bist ...
Ah, Emily, oder? - Nein, ich heiße Baumann.
Einmal 'ne Louis, immer 'ne Louis. - Wo waren Sie gestern Nacht?
Fußballtraining.
Dann Vereinsheim.
Ein paar Bierchen.
Was man hier so macht, ne?
* Motorengeräusche *
Esther.
Du bist Esther.
Esther, du Aas!
Das hat doch immer ...
Immer noch keinen Humor.
Aber gut gehalten hat ...
Hey, Sie sprechen hier über unsere Kollegin.
Fuß vom Gas, okay?
Claire Louis?
Kripo Saarbrücken, Baumann.
Ich hab einige Fragen zum Tod von Emil Feidt.
Mein Onkel hat alles gesagt.
Er meinte, Sie hatten Angst vor ihm.
Er war halt bekloppt.
Die Trauer hat ihn kaputt gemacht.
Und Sie?
Seh ich kaputt aus?
Keine Ahnung, ob's da einen bestimmten ...
Ich war letzte Nacht hier, falls Sie das wissen wollen.
Wie war die Beziehung von Ihnen und Becky?
Beste Freundin?
Ich hab sie geliebt.
Okay?
Und sie hat mich geliebt.
Sagen Sie bloß nicht, dass wir dumme Kinder waren.
Nein.
Emil wollte das nicht, hat ihr Scheiße eingeredet.
Aber mein Onkel wollte, dass wir glücklich sind.
Klar.
* Leise Klänge einer Spieluhr *
(Mädchen) Voll schön irgendwie.
Mhm.
Warte.
* Kichern *
Das ist schön.
Hier.
Pass gut auf auf mein Herz.
Was denkst du denn?
* Kichern *
* Knacken *
Da ist nichts.
* Bedrohliche Musik *
Angsthase.
Oh Gott.
Esther, wegen dem T-Shirt aus dem Auto ...
Ähm ...
Henny sagt, das ist Hühnerblut.
Hühnerblut?
"Ja, von einem Huhn."
Und warum hat er Hühnerblut auf seinem T-Shirt?
Frag mich was Leichteres.
"Ich bin gleich bei Henny in der Pathologie,
dann weiß ich mehr."
Woah!
"Esther? Hallo?" - Sorry.
Danke, Pia.
Der Sportwart hat Michel Louis' Alibi bestätigt.
Das sind Cousins, die decken sich untereinander.
Ja.
Esther? Hast du ein Gespenst gesehen?
Wenn wir wissen wollen, was hier los ist,
gibt es nur einen Ort.
Weit weg ist es nicht ...
... vom Vereinsheim zum Tatort.
Nichts ist weit weg hier.
Nur diese eine Straße.
Ins Dorf rein ... aus dem Dorf wieder raus.
Das ist wie eine Geisterbahn.
Das Schlimme an der Geisterbahn sind nicht die Geister ...
... sondern dass es so eng da drin ist
und man denen nicht aus dem Weg gehen kann.
Deep.
Ich wusste nicht, dass du Philosophie studiert hast.
Aber das stimmt doch, oder?
Esther?
* Unheilvolle Musik *
Ist das nicht der Sticker auf Emil Feidts Laptop?
Ja.
Es geht darum, was mit den alten Schächten passiert, oder?
"Stiftung Ewigkeit."
Der alte Bergbau-Betreiber müsste ständig das Wasser abpumpen,
vom Regen und so.
Stattdessen fluten sie die Gruben.
Weil es billiger ist. - Es gibt Risiken:
Giftstoffe im Trinkwasser, oder es gibt Erdbeben.
Was sagt deine Familie dazu?
Oh, sehr subtil, Adam.
Ja, sag halt mal.
Mein Vater war Bergmann, aber der ist lange tot.
Hast du noch wen hier?
Es gibt viele Gegner der Flutung hier in der Region.
Scheinbar aber auch Gegner der Gegner, oder?
Ist ja alles zerrissen oder beschmiert.
Die Leute sind so paranoid hier.
Da hat jeder eine Überwachungskamera.
Ist auch irgendwie gruselig.
Aber ist das ...
Ist das Blut?
Hühnerblut.
Hä? - Was?
Guten Abend.
* Leise Radiomusik *
* "The House of the Rising Sun" von The Animals *
So, bei wem kriegt man denn hier so eine Wurst?
Esther.
Hast du doch die Kneipe deines Vater übernommen?
Ja, der Apfel und so.
Das Zeug habe ich immer noch nicht angerührt.
Mit Weck?
Ja, ihr auch? - Nein.
Nee. - Dreimal.
Ach so, Adam Schürk, übrigens.
Kriminalpolizei Saarbrücken.
Mhm.
Also ... - Ich bin Clem ...
Das ist Clemmie, Clemens Scherf.
Wir sind zusammen zur Schule gegangen.
Zu welcher Familie gehören Sie? - Zu keiner.
Das hier ...
... ist die Schweiz.
Ah ja.
Und was sagt die Schweiz zum Tod von Emil Feidt?
Hohenweiler hat einen engagierten Mitbürger verloren
und trauert und ist in Gedanken bei seiner Frau und seinem Sohn.
Oh ja, das klingt nach Schweiz.
Wollt ihr wissen, wer den Emil umgebracht hat?
Dann sprecht mit denen.
Halt den Rand.
Reiß du dein Maul nicht so weit auf,
sonst erzähl ich denen von dem Apfelbaum.
Das war Sachbeschädigung.
Da kannst du aber latzen.
Wissen Sie, wer etwas gegen ihn gehabt haben könnte?
War ein streitbarer Kerl.
Gerade sagten Sie noch engagiert.
Ja, damit meinte ich die Sache mit den Gruben.
Die Bürgerinitiative hat Emil ins Leben gerufen.
Da kämpften wir mal Seite an Seite, alle zusammen.
Und der Emil ... ganz weit vorne.
Wenn sich alle so einig sind, wer hat dann die Plakate beschmiert?
Keine Ahnung.
Ich war es nicht, aber verdient hat er es.
Er hat Claire terrorisiert. - Er wollte Gerechtigkeit!
Geht das nicht in deinen scheiß Louis-Schädel?
Die Polizei hat 'n Dreck ermittelt. - Hör auf.
Becky hatte einen Lattenschuss. - Was, Becky?
* Aggressives Stimmengewirr *
Rede nie wieder über meine Schwester!
Scheißblut!
Wer schlägt, fliegt. - Hinsetzen.
Bekomm deine Familie in den Griff.
Halt deine Schnauze!
Ist gut jetzt.
Nächstes Mal poliere ich der halben Portion die Fresse.
Scheiß Louis.
Alles in Ordnung?
Ist das immer so gemütlich hier?
Danke für die Unterstützung.
Sicher.
Melden Sie sich jederzeit, ja?
Mach ich.
Hier, ciao.
* Leise Radiomusik *
Weißt du, was aus Katja geworden ist?
Äh, ja.
Die wohnt im Haus ihrer Eltern.
Hat einen Sohn.
Mit wem?
Mit mir.
Wir haben geheiratet.
Freut mich für euch.
Ciao. - Ciao.
Mann, Mann, Leute ...
* Wasser plätschert. *
* Raben krächzen. *
* Sie atmet tief durch. *
* Mystische Klänge *
(Mädchen) Bis mittags schlafen.
* Musik einer Spieluhr *
Tanzen.
Oh ja.
Tanzen.
Und das.
Und das.
Hör auf, das kitzelt.
Komm!
Das ist der Beweis, dass wir mutig genug sind, wegzugehen.
Pass auf.
Und jetzt Augen zu.
(Mann) Das glaub ich nicht, was ich hier sehe.
Eine Schande, wenn eine Feidt eine Louis küsst.
Dumme Lesben.
Du wirst uns nie wieder so nennen!
Nie wieder!
Nie wieder!
Verpiss dich!
Hau ab!
* Unruhige Musik *
Wo ist denn Mama?
Weiß sie, dass du noch wach bist?
Ist ihr egal.
Na komm, Abmarsch ins Bett jetzt, ja?
Hey, Max, komm bitte.
Komm, ist schon spät, ja?
* Seufzer *
Cool.
Sieht super aus.
Ist das ein Tempel?
Eine Burg. - Aha.
Hammer.
Sollen wir die morgen zusammen zu Ende bauen?
Okay. - Ja?
Na lauf.
* Vögel krächzen. *
* Unheilvolle Musik *
(Clemens) Na? - Na?
Ich glaub, Tilly verträgt das neue Futter nicht richtig.
Mhm.
Hey, alles okay?
Na ja ...
Bisschen Kopfschmerzen.
(Clemens) Esther ist wieder da.
(leise) Mhm.
Ich hab sie heute beim Rennrad fahren gesehen.
Hmm.
* Clemens atmet aus. *
(Clemens) Ich schau, ob Max schläft. - Okay.
* Beunruhigende Musik *
(Mann) Gehen Sie noch mal rein in den Moment.
(im Off) "Okay.
Also da in dem Haus waren megahohe Brennnesseln.
Die waren fast so groß wie ich.
Und dahinter bin ich durch so einen Pfad
und der führte Richtung Wald.
Wenn ich da bis zu den Bäumen renne,
dann hab ich's geschafft und es ist alles gut.
Und dann bin ich einfach gerannt.
Ich bin so schnell gerannt, wie ich konnte,
und auf einmal hat's geknallt.
Ich hab's überhaupt nicht gecheckt.
Dass das zusammengehört.
Also dieser Schuss und dann der Schmerz.
Es hat so krass wehgetan.
Ich bin gefallen
und danach war's wie so, als wär ich wie in so tiefem Wasser.
Dann hab ich da oben irgendwas gesehen.
Und ich dachte, es ist die Sonne, aber ...
Und ich dachte, es kann so schön sein,
wenn man einfach hier bleibt, also wenn man aufgibt."
* Düstere Musik *
* Ein Telefon klingelt leise im Hintergrund. *
Ach, was für eine Scheiße.
Warum haben die Überwachungskameras?
Ist doch scheißöde in dem Kaff.
Vom drauf glotzen wird man bekloppt.
Den Laptop hat das Programm der IT auch noch nicht geknackt.
Das kotzt mich an.
Pia, warst du beim Therapeuten?
Was soll der Scheiß denn jetzt?
Wir hatten eine Abmachung.
Geh hin, dann kannst du hier ohne Pause weitermachen.
Wenn nicht, dann fährst du gegen eine Wand.
Guten Morgen.
Morgen.
Morgen.
Hey.
Wie geht's dir?
Das ist jetzt das neue Ding. - Genau.
Ich frag, ob meine Kollegen okay sind.
Ich bin okay, danke. - Schön.
Bist du okay? - Ja.
Er ist okay, danke. - Schön.
Morgen. - Morgen.
Also, was hat Henny zu unserem Toten?
Ähm ... Ja, der war rotzevoll. 2,8 Promille.
Boah, stabil, dass der noch fahren konnte.
Die Cholesterinwerte waren astronomisch.
Dazu ein Mix aus Schlafmitteln, Aufputschmitteln.
Sein Herz hat's kaum noch gemacht.
Und die Hämatome? Von einem Kampf?
Wahrscheinlich.
Henny hat gefundene Fremd-DNA zur Analyse gesendet.
Und das T-Shirt?
Keine Fremd-DNA, außer die von dem Huhn natürlich.
Ich hab ...
... das hier gefunden.
Autsch!
Da hatte aber jemand schlechte Laune.
Das ist ein Cousin von Emil Feidt.
Er musste operiert werden, nachdem Michel Louis fertig war.
Von wegen, er mag keine Gewalt.
Hat eine Vorstrafe dafür kassiert.
Wir haben die DNA in der Datenbank.
Wir gleichen das ab, wenn Henny die Ergebnisse hat.
Ich hab letzte Nacht
noch mal die Akte von Becky Feidt von 2020 gewälzt.
Also, Becky hängt angeblich alleine am Fluss rum.
Stolpert unglücklich, knallt auf den Kopf.
Aber schaut mal.
Becky hat sich beim Sturz einen Schneidezahn ausgeschlagen.
Er ist nie gefunden worden.
Nimmst du es bitte weg, Esther?
Ich träume von dem Scheiß, ausgeschlagene Zähne, das ist ...
Leute, Leute, schaut euch das mal bitte an.
Hier.
Das war zwei Tage vor Emil Feidts Tod.
2. Juni.
Hä? Was hat der Typ da?
Mal 'ne Idee, wer das sein könnte, Esther?
Äh, Esther?
Esther!
Okay ...
Leute, ey ...
Esther, wer war der Typ im Video? Du hast ihn doch erkannt!
Wer ist das?
* "Come To Me" von ÄTNA *
♪ Come to me when the sun goes down I don't, I don't wanna be. ♪
Du hast Becky umgebracht!
* Unverständliche Drohungen *
Hey, das reicht jetzt, hey.
* Musik übertönt ihn. *
Mach mal auf, bitte.
* Musik verstummt. *
Claire, es ist alles gut. Hey, es ist alles in Ordnung.
Es ist alles gut.
* Sie schreit. *
Sch, sch, sch.
(Clemens) Ist schon gut.
Ich kann nicht, ich kann nicht ...
Claire, alles gut. - Ich ...
Ich ... Ich kann das nicht mehr.
Doch, natürlich. Natürlich kannst du noch.
Pscht, hey, du bist doch stark, hm?
Becky war stark.
Ich glaub, dir entkommt da gerade was.
Oh, Shit.
Ist aus der Schule.
Haben die Kids gebastelt für das Fest morgen, weißt du?
Die stehen für Frieden.
* Bedrohliche Musik *
Esther?
Esther, wer wohnt hier?
Hey!
Esther, ich bin dein Chef, rede gefälligst mit mir.
Das größte Arschloch von ganz Hohenweiler.
Sven Louis, mein Bruder.
Dein Bruder?
* Türklingel *
Mach auf!
Wir haben das letzte Mal telefoniert,
als mein Vater gestorben ist.
Ja und Baumann?
Mädchenname meiner Mutter.
Hab ich angenommen, als ich mit ihr nach Frankreich bin.
Du bleibst draußen. Es geht nicht, das weißt du.
Die einzige Chance, dass er mit uns redet, bin ich.
Der hält nicht so viel vom Polizeistaat.
Esther, nein, du kannst da nicht einfach rein!
Das ist auch mein Haus.
Sven übernahm es, als mein Vater starb.
Du bist hier aufgewachsen? - Ja.
Der Pfahl mit dem Fuchsfell beschützt die Hühner
und war damals auch schon da.
Der ganze andere Scheiß nicht.
(leise) Scheiße.
* Unheimliche Klänge *
* Mann singt etwas Unverständliches. *
Ich geh alleine hoch.
Esther!
Ich kenne meinen Bruder.
* Leo seufzt. *
(Mann) ♪ Eures Psalters Saiten
Müssen froh begleiten
Euren Lobgesang
Ihm muss ein neues Lied erheben
Sein Ruhm wird sichtbar überall
* Esther singt auf Französisch mit. *
Qu'avec justesse ou psalmodie. ♪
Was zum Teufel, Esther ...
(Sven) ♪ Mit Saiten- und Posaunenschall
Was er spricht und lehret
Que Dieu demande
(Sven) Ist wahrhaft bewähret
(Sven) Sein Wort ist wie er
Er hält sein Versprechen
Tout ce qu'il pro...
Wird sein Wort nie brechen. ♪
Bist alt geworden.
Und noch bekloppter.
Die Welt ist bekloppter geworden.
Nicht ich.
Du kannst nicht so leben.
Und immer noch im Bett von Mama und Papa.
Ist ein gutes Bett.
* Boden knarzt. *
Wer schickt dir denn so viele Geburtstagswünsche?
Die Stiftung Ewigkeit, ja?
Sind die einzigen, die sich um mich gekümmert haben.
Mir die Rente pünktlich überwiesen.
Mir zum Geburtstag gratuliert.
Und deshalb legst du dich mit Emil Feidt an?
Emil Feidt ...
... hat dem ganzen Dorf eine Gehirnwäsche verpasst.
Von wegen, die vergiften uns.
Die Leute sind zu dumm, um das zu kapieren.
Es gibt Gutachten, die bele ...
Gutachten? Und wer hat die in Auftrag gegeben?
Ihr macht es euch leicht mit euren Feindbildern.
Die Stiftung ist nicht schuld, dass wir Jobs verloren haben.
Nee, klar. Die Öko-Diktatur.
Ich schick dir mal ein paar Videos.
Singst immer noch wie ein kleiner Engel.
Aber in dir wohnt der ... (scharf) Teufel!
Esther, kommst du bitte.
(leise) Teufel, Teufel.
Schau dir das mal an.
Wo war das?
Küche.
* Spannende Musik *
Und schmale Klinge.
Ganz genau.
Scheiße ...
Fuck!
Ah!
* Gepolter *
* Unruhige Musik *
* Leo keucht. *
* Esther keucht. *
* Sie atmet schwer. *
* Spieluhr *
* Esther atmet schwer. *
* Unruhige Musik *
(undeutlich) Esther! Esther! Ich hab ihn!
* Spieluhr *
Das hätte wirklich nicht sein müssen.
Was denn? - Du hattest 'ne Lungenembolie!
Was du nicht sagst. Glaubst du, ich weiß das nicht?
(sanft) Leo.
Ich hab das im Griff.
Okay?
* Autotür *
* Düstere Musik *
* Telefon * * Tiefes Schnaufen *
Also so 'ne gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen, oder?
* Pia summt zweifelnd. *
Vielleicht die Augenpartie. - Oder die Frisur.
Dass beide euch aufs Maul hauen wollen.
Wollen wir?
Vergiss es. Du bist raus.
Leo ...
Keine Diskussion.
Das ist dein Bruder. Du bist befangen.
Ich bin nicht befangen.
Baumann, komm.
Ich will von dir nie wieder den Moralischen kriegen.
Komm!
* Videoübertragung läuft. *
(über den Computer) "Also, dann fangen wir mal an.
Sie sind sicher, dass sie keinen Anwalt möchten?"
"Der Einzige, der über mich richten kann, ist der da oben."
* Genervtes Schnauben *
Zuschauen werde ich ja wohl noch dürfen.
Das Messer, das wir bei Ihnen gefunden haben,
passt zur Beschreibung der Tatwaffe und befindet sich in der KTU.
Waren Sie schon mal in Hohenweiler?
Der Ort ist böse.
Hat es Sie böse gemacht?
Geben Sie es zu.
Sie haben's auch gespürt.
Wo waren Sie denn vorgestern Abend, Herr Louis?
Haben Sie meinen Kollegen nicht gehört?
Na, Sie müssten nur mal kosten.
Dann wüssten Sie, es ist Hühnerblut.
Aber Messer soll man nicht ablecken, hab ich gelernt.
Du bist ein guter Junge, hm?
Oh ja, der allerbeste.
Wo waren Sie vorgestern Abend?
Zu Hause.
Gibt's dafür Zeugen?
Oder doch vielleicht der da unten?
Sie glauben also an das Böse?
Nein.
Ich glaube bloß an schlechte Witze.
Das hier haben wir bei Ihnen im Wohnzimmer gefunden.
Die Stiftung Ewigkeit
hat Ihnen eine beachtliche Summe gezahlt
nach dem Erdbeben und dem Schaden an Ihrem Haus.
* Düstere Streicher *
So ein Haus, das frisst.
Oh ja.
Und Sie?
Was verdienen Sie so als Beamter? Was bekommt meine Schwester?
Ich hab noch nie einen Cent gesehen von unseren Steuergeldern.
Sie dachten, die Stiftung kümmert sich weiter um Sie,
wenn die Bürgerinitiative scheitert.
Wenn Sie Emil Feidt aus dem Weg räumen.
Die Stiftung waren die einzigsten, die im Ort was Gutes getan haben.
Ich habe sie nur beschützt. Beschützt vor dem Bösen.
Aber wegen denen sind Sie doch überhaupt Frührentner geworden.
A4-2208-23-4.
Das sind Sie für die.
Eine Vorgangsnummer.
Mehr nicht.
Genau da sitzt es. Das Böse.
Hat er dich also auch gekriegt?
* Adam schnaubt leise. *
Ich dachte, bei den Protestanten gibt's keinen Teufel.
Dem Teufel ist es egal, in welcher Kirche man betet.
* Unheimliche Klänge *
Ich hätte es gemacht. Ich war es aber nicht.
Wenn Sie unschuldig sind,
warum sind Sie dann vor uns abgehauen?
Ich hatte keinen Bock, mit ihr zu reden.
Warum hatten Sie keinen Bock, mit Esther zu reden?
Esther.
"Weil sie böse ist."
Sie denkt ... weil sie jetzt eine von euch ist,
hat sich alles geändert.
Hat's aber nicht.
Sie war nicht mal bei der Beerdigung unseres Vaters.
Wissen Sie, warum sie wegging? - Halt die Klappe!
Ich hab genug von deinen Märchen! - Esther, das Böse steckt in uns!
* Gedämpfter Laut *
* Er stöhnt leise. *
* Schniefen *
Wir machen 'ne kurze Pause.
Respekt.
* Pia lacht ungläubig. *
Sorry, aber das hätte ich ihr niemals zugetraut.
So einen Bruder auch nicht.
Der ist 'n verspulter Kiffer, ein Spinner,
aber garantiert kein Mörder. - Da bin ich mir nicht so sicher.
* Telefon *
Wo ist Esther eigentlich?
Die wollte kurz frische Luft schnappen,
um sich zu beruhigen.
(Computerstimme) "Der gewünschte Gesprächspartner ..."
Ihr Handy ist aus.
Fuck.
Langsam geht sie mir 'n bisschen auf den Sack.
Ja, dann wisst ihr ja mal, wie es uns sonst mit euch so geht.
* Seichtes Plätschern *
* Tiefes Atmen * * Angespannte Klänge *
* Tür öffnet sich. *
* Langsame Schritte *
* Gurtschloss klickt. *
* Unruhige Klänge *
* Schritte *
* Esther schluchzt. *
* Er imitiert einen Schuss. *
Nichts.
Ist doch scheiße, oder?
Wenn jetzt auch noch die Vernünftigen durchdrehen.
* Er stöhnt. *
Sag mal, glaubst du das?
Dass ein Ort böse sein kann?
* Er seufzt. *
* Dramatisches Sausen *
* Musik im Hintergrund *
So, bitte schön.
Machst du noch 'ne Runde?
Geh lieber nach Hause, Peter, ja?
Reicht für heute, glaub ich.
Er will aber noch nicht, Clemens.
Ihr wollt doch fit sein morgen. Fürs Fest, oder?
Gehst ja selber nicht heim. Zu deiner vertrockneten Alten.
Das Einzige, was die reitet, ist ihr Gravelbike.
Wo er recht hat.
Siehst du, du könntest jede hier haben.
Komm, eins.
Geht aufs Haus.
Spielverderber.
* Eine Tür quietscht. *
Hallo, Herr Scherf. - Hallo.
Haben Sie zufällig Esther gesehen? - Nein, wieso? Ist sie verschwunden?
Das hat niemand gesagt, nein.
Äh, nee, tut mir leid.
Lass mal 'ne Runde spielen.
Piano, ja?
Könnte ich 'n Bier bekommen? - Ja, klar.
Okay, ich spiel mit. Zeig mal deinen Fuß.
Deinen Fuß, zeig mal her.
Äh ... ja, der ist kleiner. Du darfst anfangen.
(Mann) Ihr habt Sven verhaftet, hört man.
Ja, da hört man richtig.
Keine Überraschung. Für keinen hier.
Dem sind schon vor Jahren die Sicherungen durchgebrannt.
Er glaubt ja auch, Clemmie ist 'ne Eidechse.
Reptil-Mann.
Die heißen Reptilioden.
Sven wird nichts passieren, auch wenn er's war.
Warum denken Sie das? - Fick dich. Warum?
Weil er ein Louis ist, so wie Ihre Kollegin.
Sieht so aus, als hätten Sie
das Temperament von Ihrem Vater geerbt, hm?
War er manchmal auch temperamentvoll zu Ihnen?
Was willst du damit sagen, huh?
Na ja. Hat er dich provoziert?
Ist er dich angegangen?
Hat er dich misshandelt?
(genervt) Nee.
Dich oder was?
Würde 'ne Menge erklären.
Jetzt reicht's aber! Ab nach Hause.
Deine Mutter wartet bestimmt schon. - Hör auf, über sie zu reden.
Hey, hey! * Raunen *
Kleiner Fuß, er will nur helfen. - Arschloch.
Hey, hey, hey!
Alle aufstellen. Taschenkontrolle.
Braucht ihr 'ne extra Einladung oder was?
Euer ewiges Gekeife!
So, das gibt schon mal 'ne Anzeige.
Oh. Warte mal. Ah!
Hoppla.
War Papa doch nicht so lieb, wie alle sagen?
Hat sich da einer gewehrt?
* Peter zieht Schleim in den Mund. *
Bist immer noch verdammt schnell.
Soll ich dir mal was sagen? (flüsternd) Bin schneller.
* Leises Lachen *
Und Clemmie?
Das mach ich am liebsten allein.
* Reißverschluss *
Es hat sich ja voll verändert hier.
Na ja.
War ja auch nötig.
Komm, ich zeig dir den Garten.
* Entferntes Vogelzwitschern *
Whoa.
Ganz schön was geschafft hier.
* Wirres Vogelschnattern *
Willst du was trinken?
(entschieden) Wasser.
Sind das noch die, die ...?
Das sind die Urenkel von denen,
die meine Eltern damals mitgebracht haben.
Haben sich richtig gut eingefügt.
Angepasst.
Tja. Ist manchmal besser.
Du versteckst das?
Ich hab kein Problem mit Alkohol,
aber es gibt einfach Tage, da brauche ich 'n Schnaps.
Nach der Arbeit. Mein Chef ... - Boah, meiner auch.
* Beide summen belustigt. *
Ich arbeite bei so einem Mittelständler in Frankreich.
Teilzeit als Buchhalterin.
Ich sag dir, der Typ ist ein Erbsenzähler,
es geht wirklich gar nicht.
Aber hey, sicherer Job, festes Gehalt.
Keine Überstunden.
Guck nicht so, es kann sich nicht jede selbst verwirklichen.
Nicht wahr?
Und Clemens?
Was?
Wie ist es zwischen euch?
* Sanfte Musik *
Gut.
So, wie es halt ist, wenn man seit 20 Jahren zusammen ist.
Keine Ahnung, wie das ist.
Tja, selbst Schuld.
Clemens ist super.
Er ist einfach immer da.
War auch damals da, als du weggegangen bist.
Du hättest mitkommen können.
Puh.
* Räuspern *
Bist du glücklich?
Bist du glücklich?
Ich meine, was willst du denn jetzt hören, Esther?
Dass es richtig war, wegzugehen?
Dass du trotzdem ein guter Mensch bist?
* Unheilvolle Musik *
* Die Musik steigert sich. *
* Gedämpfte Geräusche *
* Unruhige Musik *
* Die Musik klingt aus. *
Esther?
Noch nichts.
Oh Mann, ey.
Hast du es heute schon angehört?
* Pia atmet tief durch. *
Ich bin dran.
Ich mache es jeden Tag. Ich ...
Ich versuche es jeden Tag, wirklich.
Es braucht einfach Zeit.
Danke.
(im Off) "Also der Tag,
an dem das passiert ist, ähm ...
Der Tag, an dem ich entführt wurde ...
Ähm, der Tag, der mein Leben verändert hat."
* Leises Schluchzen *
* Angespannte Musik *
* Sie weint bitterlich. *
* Unheilvolle Musik *
* Die Musik steigert sich. *
* Musik verstummt abrupt. *
(leise) Fuck.
* Leises Quietschen *
* Nachrichtenton *
* Mysteriöse Musik *
* Rascheln *
* Sie keucht. *
* Bedrohliche Musik *
Der nennt uns nie wieder dumme Lesben.
Bist du dir sicher, dass da wirklich niemand drin ist?
Mann, heul nicht rum.
Der hat diese Strafe verdient.
Außerdem sind wir doch eh übermorgen weg.
Wie machen wir das jetzt eigentlich?
Also, wo gehen wir hin?
Ich hab doch diese Tante in Saarbrücken.
Die ist voll okay.
Wir können bestimmt bei der pennen.
* Unheilvolle Musik *
* Klirren *
Krass.
* Feuer knistert. *
Scheiße.
* Sie kichert. *
* Unheilvolle Musik *
Ey, warte!
Blöde Kuh!
* Sie kichert erneut. *
* Erschöpftes Stöhnen *
Ach, Scheiße.
Na.
Danke.
Katja ist schon auf dem Rad.
Morgenrunde.
Entschuldige.
Ich wollte hier nicht so reinschneien.
Hab sie lang nicht mehr so ...
... lebendig erlebt.
Kommst du mit zum Fest später?
Ich glaub, ich fahr lieber.
Okay.
Sehen wir uns später, vielleicht.
Kannst einfach zuziehen hinter dir, ja?
* Tür fällt ins Schloss. *
Oh, putain.
* Handy klingelt. *
Verdammt, Esther, wo steckst du?
"Wir haben uns Sorgen gemacht."
Tut mir leid, es war ... was Privates.
Das Blut am Messer von deinem Bruder
ist wirklich Tierblut, wie er gesagt hat.
DNA?
Dauert. Die anderen waren auch kein Match.
Wir dürfen ihn noch nicht entlassen, nicht heute.
Kannst ihn echt nicht leiden, hm?
"Heute gibt's hier Dorffest."
Sven sehen alle als Täter. Wenn der hier aufkreuzt ...
Das ist eh ein Pulverfass.
"Wir probieren das."
"Aber du bist ja jetzt raus."
"Komm."
"Hallo?"
(zögernd) Hi.
Hi.
* Tür fällt ins Schloss. *
* Leise, mysteriöse Klänge *
* Handy klingelt. *
Baumann?
(Michel) "Die Feidts haben Claire."
Entführt, umgebracht, vergewaltigt, was weiß ich.
Beruhigen Sie sich. - Ich hole sie mir zurück.
Diese Verbrecher.
Diese Wichser.
Ich ... - "Wo sind Sie?"
Zu Hause. - "Bleiben Sie da, hören Sie?"
Hören Sie?
Ich fahre da jetzt hin.
Ich bin in fünf Minuten bei Ihnen.
* Spannende Musik *
* Aggressiver Schrei *
Komm, komm!
Komm!
* Unheilvolle Musik *
* Musik klingt aus. *
Ich bin heute Morgen in ihr Zimmer. Sie war nicht da.
Ihr Handy ist aus.
(panisch) Ihr Handy ist nie aus.
Fehlen Sachen von Claire?
Ja, das weiß ich nicht.
Vielleicht ist sie aus freien Stücken gegangen.
* Lautes Atmen *
(ungläubig) Aber sie hat doch morgen ihre Gesellenprüfung ...
Sie ist doch wie meine Tochter.
Nein.
Claire würde das nicht tun.
Darf ich mal ihr Zimmer sehen?
Ja, bitte.
Ich ... ich hab nichts angerührt.
Ich weiß nicht, wo die wichtigen Dinge sind.
Ich hab keine Ahnung.
* Rauschen und Lachen *
(Mädchen) "Denkst du, sie ist offen?"
(Mädchen 2) "Ja, mach mal."
"Hier sitzt dann ... meine Familie."
"Und da sitzt dann deine Familie."
"Und ..." - "Hinten unsere Freunde."
"Ja, und dann ... Warte kurz."
"Lauf rein, als würden wir heiraten."
* Sie singt den Hochzeitsmarsch von Richard Wagner. *
"Komm, du auch." - "Okay, warte."
"Und dann winke ich den Leuten."
"Hallo." * Lachen *
"Wow."
"Du siehst so schön aus."
"Danke. Du auch."
"Wollen Sie, Claire Louis,
die hier anwesende Becky, bla, bla, bla."
"Ja, wir wollen."
(flüsternd) "Deine Hand."
"Der sieht so schön aus."
"Okay. Sie dürfen sich jetzt küssen."
"Und wenn wir 18 sind ...
dann heiraten wir halt for real."
"Dann kann dein Vater nichts mehr dagegen sagen,
oder irgendwer anders."
* Vögel zwitschern. *
"Oder?"
"Ja, klar, machen wir."
"Weil ich dich liebe. Forever."
Das Video ist vom 4. Juni 2020.
Das war vorgestern vor fünf Jahren.
Todesdatum von Emil Feidt.
* Beklemmende Musik *
(Michel) Was ist?
Wa ...
* Unheilvolle Töne *
Was ist das?
Ich glaube, Claire war dabei, als Becky gestorben ist.
Woher weißt du das?
Ich habe bei ihr Beckys Zahn gefunden.
Was zum Teufel machst du da? Du bist so kurz vorm Diszi.
Ihr Onkel hat angerufen. Claire ist verschwunden.
Gebt 'ne Fahndung nach ihr raus.
Und ich habe noch was rausgefunden.
Sie hatten so 'ne Art Hochzeit.
'ne Hochzeit?
Ja, was Symbolisches. Teenager halt.
Aber ich glaube, Becky war da schon nicht so into it.
Und auf den Tag genau fünf Jahre später
stirbt Emil Feidt.
Wenn das ein Zufall ist, dann ...
Eben, das kann keiner sein.
Emils Tod und Beckys Tod hängen zusammen.
"Jetzt übernehmen wir. Esther, komm sofort zurück!"
Und ...
Esther, wir kommen grad von deinem Bruder.
"DNA war kein Match, wir müssen ihn gehen lassen."
Fuck! Haltet ihn auf!
Das geht nicht, Esther.
Esther?
Och, Scheiße!
* Spannungsvolle Musik *
(Mann über Funk) "Wir haben Leute am Bahnhof."
"Bisher kein Erfolg."
Claire hat eine dunkle Sporttasche mit türkisen Streifen dabei.
Ihr Onkel hat bestätigt, dass sie fehlt.
(Mann) "Verstanden."
* Signalton *
* Spannende Musik *
Yes!
Yes, yes, yes.
So, Herr Feidt. Jetzt zeigen Sie mal her.
(Clemens) Denn das ist doch das Wichtigste,
was wir haben. Einander.
Ja, und deshalb feiern wir dieses kleine Fest.
Und das jetzt schon seit über einem Jahrzehnt.
Und ich finde,
das kann man schon eine kleine Tradition nennen.
Und ich persönlich bin da sehr stolz drauf.
Gerade weil es in den letzten Jahren ja doch
sehr viele Umbrüche gab für alle von uns.
Dass er immer einen auf Ersatzpfarrer machen muss.
Wenigstens versucht er, was zu ändern.
Wie viel Erfolg er damit hat ...
(Clemens) Die einen daran erinnern, warum ...
Ist das der?
Mhm.
(Clemens) Ich finde immer, wenn man sich mal fragt ...
(Michel) Was habt ihr mit ihr gemacht!?
(Michel) Claire ist weg.
Was habt ihr mit ihr gemacht?
Hoffentlich hat sie sich umgebracht.
Weil sie 'ne Mörderin ist und es nicht ausgehalten hat.
Hey, hey, hey, das reicht jetzt.
Das reicht.
Die Ermittlungen laufen.
Sowohl zum Tod von Emil Feidt als auch von Becky Feidt.
Die sind doch eh alle auf denen ihrer Seite.
Ich bin ganz sicher auf keiner Seite.
Gehen Sie nach Hause.
Ich war's.
(Mann) Da ist sie.
Ich war's. - Hör auf!
Ich hab sie geschubst.
Ich war so sauer.
Und ich hab sie geliebt.
Und sie hat Schluss gemacht.
Dann hab ich sie gehasst.
Hör auf!
Holt sie euch.
* Unruhige Musik *
* Aufgebrachtes Stimmengewirr *
(Clemens) Hört auf, beruhigt euch!
* Stimmengewirr *
* Clemens stöhnt. *
* Unheilvolle Musik *
Das Schloss ist kaputt.
Macht den fest.
Wo bleibt ihr?
Beeilt euch, die drehen hier durch.
Wir sind fast da.
Wir haben uns in der Kneipe verbarrikadiert.
Und ich bin unbewaffnet.
* Klirren *
* Unheilvolle Musik *
Esther, wir brauchen einen Krankenwagen!
Und einen RTW, dringend.
Ist halb so wild, nur ein Kratzer.
Kannst du gehen? - Ja.
* Unruhiger Choralgesang *
Alter.
Das ist ein junges Mädchen und du zeckst dich in ihr Handy.
(Katja) Wo hast du das Verbandszeug?
Mann, warum musst du überall Chaos haben?
Ey, immer musst du zu allen so nett sein.
Immer musst du versuchen, alle zu retten.
Weil's sonst keiner macht.
Ja, und das ist der Dank.
Hier. Mein Gott.
Der RTW soll sich mal beeilen.
(Clemens) Es wird schon alles gut.
Es wird alles gut.
Was alles, Clemens?
Was hast du denn gemacht?
Warum war Emil bei uns?
Wo warst du denn in der Nacht?
* Unruhige Musik *
* Handy brummt. *
"Hey, du, ich hab was auf Emil Feidts Laptop gefunden."
Warte.
Hört ihr mich? - "Ja."
Ja.
Mann, das darf doch nicht wahr sein.
Emil Feidt hat eine Stalkerware auf Claires Handy installiert
und über Jahre sämtliche Kommunikation von ihr mitgelesen.
Passt auf. - "Wir passen ja auf."
Ja, pass auf. Also hier.
4.6., vorgestern, am frühen Abend,
wenige Stunden vor Emil Feidts Tod.
Claire an Unbekannt: "Ich kann nicht mehr.
Heute ist unser Tag. Ich will zur Polizei gehen."
Kurz später dann die Antwort.
Unbekannt an Claire:
"Macht das nicht. Dann fliegen wir beide auf und alles war umsonst."
"Drei Ausrufezeichen."
Unser Tag?
Moment mal, das war der Hochzeitstag von Becky und Claire.
Hat sie das damit gemeint?
"Den fünften Jahrestag."
"Keine Ahnung."
Weißt du schon, wer Unbekannt ist?
"Ich hab die Nummer überprüft."
* Hupe *
Es ist Clemens Scherf.
* Unheilvolle Musik *
Fahr zur Seite, Mann!
Hier, er blinkt, er blinkt, er blinkt.
Gib Gas.
Sascha!
Wir können hier Hilfe brauchen. Komm!
Scheiße.
Clemens.
Wir müssen reden.
* Geschrei *
Komm, komm!
Halt! Zurücktreten!
Keinen Schritt weiter!
Noch einen Schritt weiter und ihr leistet Widerstand
und geht mindestens ein Jahr in den Knast.
Das ist der Preis der Gerechtigkeit.
(Clemens) Ich war im Wald an dem Tag.
Ich war joggen.
Da hab ich den Schrei gehört.
Ihr wollt nicht sie.
Ihr wollt mich.
Claire war ein Kind.
Kapiert ihr das eigentlich?
Sie war ein Kind.
Claire hat sie geschubst. Ja.
Aber das war ein Unfall.
Sie wollte doch nicht, dass Becky stirbt.
Ich hab ihr eingeschärft, dass sie nichts sagen darf.
Dass sie nie da gewesen ist.
Wir hatten doch endlich Frieden, oder?
Der Hass wäre sofort wieder da gewesen.
Ich verstehe einfach nicht, woher Emil wusste ...
Wie hat er das ... - Die Nachrichten.
Du und Claire, ihr habt euch geschrieben vor drei Tagen.
Claire wollte zur Polizei gehen.
Ich hab ihr gesagt, wir dürfen keinen Kontakt haben.
Emil Feidt hatte eine Stalkerware bei dir installiert.
Das ist gelogen. - Er hat alles mitgelesen.
(Clemens) Er hat mich gesucht.
Er kam mir entgegen. Auf der Landstraße.
Er hatte ein Messer.
Ich hab mich nur gewehrt.
Ich hab ihn ... - Nein!
Lass mich!
Das Schwein hat meinen Vater umgebracht!
Wollt ihr wissen, warum das passiert ist?
Wegen uns.
Wegen uns allen.
Wegen diesem ewigen Hass.
* Clemens stöhnt. *
Becky und Claire ...
... waren Kinder.
Die Schuldigen ...
... das sind wir.
* Unruhige Musik *
* Melancholische Musik *
(Sven) Ein Kreis hat keinen Anfang.
Kein Ende, Estherchen.
* Esther summt eine Melodie. *
* Sven stimmt mit ein. *
Ich hab sie geliebt.
Ich weiß.
Ich ...
Ich muss zu Max.
Klar.
Ich wollt doch nur ...
Sehen wir uns bald?
Bestimmt.
Mann, Katja, verarsch mich nicht! Wo ist dein Gepäck?
Ich muss jetzt nach Hause.
Nein!
Guck mich an, wenn du mit mir redest!
Esther, nicht! - Guck mich jetzt an!
Ich hasse dich!
Ich hasse dich!
* Spieluhr *
Ich liebe dich doch.
* Spieluhr *
* Melancholische Musik *
(Mann) Wie geht es Ihnen?
Ich ...
Ja, ich hab das nur einmal angehört.
Ich weiß, ich sollte jeden Tag machen,
aber mehr habe ich nicht geschafft.
(Mann) Und wie ging es Ihnen damit, bei diesem einen Mal?
Es war schwer.
(Mann) Es wird besser werden.
Sie sind noch ganz am Anfang.
* "The Suburbs" von Arcade Fire *
Untertitel 2025: ZDF Digital
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