All language subtitles for Ruslan.und.Ljudmila.1972.German.AC3D.DL.1080p.WEBRip.x264-Jakopo

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Original subtitles

MOSFILM

Filmproduktionsvereinigung "Junost"

RUSLAN UND LUDMILLA

Nach dem Poem von A.PUSCHKIN

Drehbuch A.PTUSCHKO und S.BOLOTIN

Regie A.PTUSCHKO

Kamera I.GELEIN, W.SACHAROW

Szenengestaltung E.SERGANOW

Kostüme O.KRUTSCHININA

Musik T.CHRENNIKOW

Ton I.URWANTSEW

Deutsche Untertitel A.KOSLOW Redakteur J.KOSLOW

In den Hauptrollen:

Ruslan - Valeri KOSINETS Ludmilla - Natalja PETROWA

Tschernomor - Wladimir FJODOROW Naina - Maria KAPNIST-SERKO

Fürst Wladimir - A.ABRIKOSSOW Finne - I.JASSULOWITSCH

Farlaf - W.NEWINNY

Rogdai - O.MOKSCHANTSEW Ratmir - R.ACHMETOW

Ausländische Boten - S.MARTINSON, N.NIKOLAJEW,

N.KUTUSOW, S.GASIJEW

Kopf - W.SCHULGIN Fischerin - E.KIWI-ANTSON

Junge Naina - N.CHRENNIKOWA

Hofnarr - A.KRYTSCHENKOW

Petschenegenführer - O.CHABALOW Russischer Feldherr - J.KIREJEW

Die Taten längst verschollener Zeit,

die Sagen tiefen Altertumes...

Ich lass' euch los, Petschenegen.

Aber vergesst nicht,

dass ihr ab jetzt Russland

nicht überfallen werdet!

Du hast gewonnen! Hoch zu fliegen

ist wohl dein Los!

Flieg nach Kiew, tapf'rer Falke!

Dein Täubchen wartet auf dich.

Fürst! Wir haben gewonnen!

Die Menschen sind zurückgekehrt.

Ruslan hat den Feind zerschlagen.

Er kommt gleich selber her!

Ruft alle zu einem großen Fest!

Russland ist endlich frei!

Ich trinke auf das Wohl

des Volkes und des Landes!

Lang lebe Wladimir!

Herrscher und Vater Russlands!

Dein Staat ist der stärkste.

Du siegst in allen Kämpfen!

Man wird uns sicher absagen. Ludmilla wird dem anderen gehören.

Es gibt keine Hoffnung mehr. Wir müssen nach Hause.

Na, warte! Ich komm' noch dran!

Wir schließen die Allianz mit dem Khan.

Wir werden den Sieg feiern und mit Ruslan abrechnen!

Ah, Recke! Ich bin so froh!

Dein Sieg ist die Belohnung für mein endloses Warten.

Tagelang schaute ich ins Fenster und träumte davon,

dass du die Feinde besiegen würdest.

Meine höchste Belohnung für den Sieg

war die Möglichkeit zurückzukehren.

Zu dir, meine Liebe!

Nun bist du da, mit mir.

Mein lieber Freund!

Chasarenreich ist zerschlagen!

Wir können es besitzen,

wenn du Ludmilla heiratest.

Lass sie dir nicht entkommen!

Keine Angst, alle Mädchen sind verrückt auf mich!

Ich werde mich nicht blamieren. Du kannst sicher sein!

Damit du guten Eindruck machst,

bin ich bereit alles loszugeben!

Ich schenke dem Fürsten mein bestes Pferd!

Mein Sohn, du musst den Fürsten

überzeugen, dass du der beste bist.

Er ist alt, er braucht treue Männer.

Er schätzt dein Schwert sehr hoch.

Die Braut wird mir gehören. Ich will da nicht mehr warten!

Und wenn sie dich nicht mag?

Ihr Schicksal bestimmt der Vater!

Farlaf! Wo willst du hin?

Nach Kiew! Ich bin eingeladen.

Warte!

Ein großes Fest ist vorbereitet. Da werden viele Gäste sein!

Willst du wohl um Ludmilla freien? Möchtest du sie heiraten?

Jung gefreit, hat niemand gereut!

Bin ich kein guter Schwiegersohn?

Die Geschenke sind sehr teuer.

Ihr Freier ist ein Schlaufuchs!

Der Fürst darf den Brautwerber nicht beleidigen.

Er wird der Hochzeit zustimmen!

Trinkt! Feiert! Leute, beeilt euch

zum Wladimirs großen Fest!

Er verheiratet seine jüngste Tochter

an den tapferen Fürsten Ruslan!

Tanzt alle, die Lust haben!

Einen Sauftag haben wir heute!

Schenkt eure Becher voll ein.

Der Fürst hat genug Wein für alle!

Der Brautwerber aus Byzanz.

Er ist so aufgeblasen!

Man schmeichelt sich ihm an! Das ist ja ekelhaft!

Jubelt, liebe Gäste.

Das Fürstenhaus platzt vor Freude!

Eure goldene Becher

müssen stets voll sein.

Die Fürstin ist nett und zart.

Slawentochter sind sehr schön!

Was für Zöpfe! Was für Statur!

Sie ist schöner als fränkische Mädel.

Ja, die Braut haben wir verloren.

Nun ist es sinnlos zu jammern.

Und was ist er, dieser Fürst?

Ruslan? Ein Alptraum der Petschenegen.

Er schützt Kiew vor deren ständigen Überfällen.

Und diese drei, die so betrübt da sitzen?

Das sind Ruslans Rivalen. Sie sind nun eifersüchtig.

Da ist Rogdai, der ruhmeswerte,

der viel erwarb mit seinem Schwerte für Kiews Reichtum neues Land.

- Und der da? - Farlaf, ein stolzer Schreier,

noch nie besiegt bei Mahl und Feier,

doch demütig im Schlachtenbrand.

Und der dritte da?

Ratmir, der junge Chasaren-Khan.

So bleich und finster sind die dreie.

Ja, selbst das Fest kann sie nicht trösten.

Ich segne euch, Kinder. Ich trinke auf ihr Wohl!

Die, die ich am liebsten habe,

gebe ich dir, Ruslan.

Liebe sie vom ganzen Herzen. Sei glücklich mit ihr.

Und behüte sie sorgsam

vor jedem Unheil!

Das werd' ich tun, solang' ich lebe. Das schwöre ich, der große Fürst.

Ich bin bereit für sie zu sterben.

Niemand kann sie mir entführen!

Nun muss ich das Vaterhaus für immer verlassen.

Die Welt sei öde ohne dich.

Du bleibst in meiner Erinnerung!

Rogdai! Ratmir! Farlaf!

Vergebt mir, dass ich euch abgesagt habe.

Sucht euch andere Bräute.

Ihr Bräutigam ist Ruslan!

Ruslan?

Ist er denn besser als ich?

Schade! Ich muss allein zurück...

Viel Glück, Fürst Ruslan der Mächtige!

Sei verflucht, mein Rivale!

Lasset die Harfen klingen.

Ich sing' euch ein Lied

über die schöne Fürstin Ludmilla,

über den tapferen Helden Ruslan.

Lasset für das Brautpaar

das Ehebett machen.

Mögen sie nach alter Sitte

mit Hopfen bestreut werden.

Und möge der Liebesgott

sein Lämpchen anzünden.

Möchten Sie mit mir spielen?

Der Fürst ist kampfbereit!

Ich fürchte keinen Gegner.

Doch diesmal wird es schwer sein!

Ich knie vor deinen Füssen!

Du bist mein bestes Los.

Ich bin deine, mein Liebster.

Mein Falke...

Mein Ruslan!

Ludmilla!

Ludmilla!

- Fürst hat gesiegt! - Wie immer!

Vater! Ein großes Unglück!

Ein Unglück? Mit Ludmilla?

Sie ist von fremder Macht gestohlen!

Du bist nicht mehr mein Sohn!

Du solltest sie beschützen!

Du hast ja mir geschworen...

Gäste! Ihr müsst mir raten. Ich denk an eure großen Taten:

Habt Mitleid denn mit mir, dem Greis!

Wer ist bereit, es aufzunehmen

Ludmilla wieder zu befreien?

Der, dem dies kühne Unternehmen

gelingt, der - Bösewicht, nun wein!

Du solltest ja ihr Hüter sein! -

der soll zum Weibe sie erhalten

zusamt mit meinem halben Reich.

Ich fahre!

Der armselige Bräutigam!

Ich fahre!

Und ich!

Farlaf mit Rogdai?

Und ich!

Khan Ratmir auch?

Sogleich gesattelt sind die Rosse.

Die ganze Welt durchstreifen wir:

Nicht lange soll die Trennung währen.

Das Fürstenkind ist noch nicht weit!

Seid unerschrocken. Ich hoffe auf euren Sieg.

Man ließ mich fast nicht gehn. Gewaltsam ließ ich alle stehn!

Von mir aus kommt es bald zum Streite!

Dann gibt es Mord, dann gibt es Blut, Opfer der Eifersucht unleidlich!...

Mein wackres Ross, nun freu dich gut. Mein Schwert, nun freu dich weidlich!

Wollen wir uns nicht trennen?

Vertraun wir uns dem Schicksal an.

Lasst jedes Pferd ohne Zügel

seinen eigenen Weg finden!

Sei schön gegrüßt,

Ruslan, mein Sohn!

Hier leb ich zwanzig Jahre schon,

in altem Leben welk begraben.

Heut endlich kam der Tag heran,

den ich vorhersah, den ich spürte:

Das Schicksal uns zusammenführte.

So setz dich nun und hör mich an.

Der sie geraubt ist kein Geringer,

der böse Zauberer Tschernomor,

der Frauen-Entführer und -Erringer durch mitternächtiger Berge Tor.

Ich brauche dir nichts mehr zu sagen,

denn deiner Zukunft Unterpfand

liegt nun in deinem eigenen Wagen.

Vergib die dreiste Frage, sprich,

enthüll dich, des Geschicks Vertrauter,

du Gütiger, so klar und lauter,

was trug in diese Wüste dich?

Sohn, wie lang schon schwand

die Heimat mir,

die düstre, kalte.

Ich stamme aus dem Finnen Land.

Ich ließ auf den verborgenen Heiden

der Nachbardörfer Herden weiden;

und meine Jugend, sorgenlos, kannt nur im Frost die dunklen Bäume,

die Klippenhölen, Bachgetos,

der rauen Armut scheue Träume.

Doch Leben in zufriedner Ruh

fiel nur auf kurze Zeit mir zu.

Mich zog mein Los, mein unsichtbares...

Ach, Ritter, hör, Naina war es!

Ich bin ihr erbebend gestand.

Naina! Du bist mir am liebsten!

Liebend schenke ich dir mein Leben!

Mein Hirt, ich lieb dich nicht!

Bis endlich mir ein Traum erschien: Aus Finnlands Tälern fortzuziehen,

hinziehn zu ungetreuen Meeren mit einer Mannschaft kühn und jung,

Nainas stolze Würdigung verdienen einst durch Ruhm und Ehren.

Doch nur Naina stets im Herzen, -

hab ich beim Mahl und in der Schlacht in des verborgenen Loses Schmerzen

stets nur an Finnlands Strand gedacht.

Ich kam zurück

und brachte der Geliebten

Korallen, Gold und Perlgeschmeid.

Ich war der Held, der alle Feind' besiegte.

Ich liebe dich, Naina!

Mein Held, ich lieb dich nicht!

Ich, der ich Liebe suchte, wähnte,

da Zeit mein Leiden nur verzehnte,

Nainas Herz - wie kalt's auch sei -

zu schmelzen durch das so ersehnte

Gefühl, erweckt durch Zauberei.

Alsbald so eilt ich, zu genesen

in freier Wälder öder Nacht,

ein Lehrling jener Zaubermacht,

wie lange Zeit bin ich's gewesen.

Mein Held, ich lieb' dich nicht!

Ich lieb' dich nicht!

Und endlich kam der Augenblick, da der

Natur vernichtend Wesen ich ganz ergriff.

Im Feuereifer der Betörung beeil ich mich mit der Beschwörung.

Mein, mein wirst du Naina, doch!

Den Sieg erring zum Schluss ich noch.

Ist's möglich?

Sind wir nicht die alten?

Und wo ist deine Schönheit, wo?

Sag, konnten so die Himmel, so fürchterlich dich umgestalten?

Wie lang ward dein ich nicht gewahr,

von Lieb und Leben vortgetrieben?

Wie lang ist's her?

Just vierzig Jahr.

Heut zähl ich der Jahrzehnte sieben.

Doch das ist just kein Unglück, schau, dass Jugend treulos uns entschwunden.

Natürlich werd ich heute grau

und wohl auch höckerig befunden.

Wie einst ich war, ich nicht verblieb,

nicht so lebendig nicht so lieb.

Dafür doch (schwätzte das Gewächse)

hör mein Geheimnis: ich bin Hexe!

Benimm deswegen keinen Schmerz!

Ich weiß, wozu ich hab' das Herz!

Mein Treuester, ich weiß, es ward für Leidenschaft erkoren zart.

Ich fühle, brenne ich verderbe,

Der Liebe Wunsch in mir entglomm...

O, komm in meine Arme, komm...

O, Liebster, Liebster, ich ersterbe...

Du bist gemein!

Du hast mein ruhig Sein zerbrochen.

Du hast Nainas Lieb erstritten und fliehst sie jetzt -

O, Männersitten!

Ihr Atem noch muss treulos sein!

Doch muss ich selbst der Schuld mich zeihn.

Doch einst, Verführer, tut's dir leid.

Ich werde meine Schande rächen!

Und da nur Böses ihr im Sinn,

wirst wohl auch du betroffen werden vom Hass der alten Zauberin.

Doch ewig währt kein Leid auf Erden.

Leb wohl, Ruslan, ein Mann der Tat!

Schlage nicht aus des Alten Rat!

Ruslan!

Wo ist mein Liebster, mein Gatte?

Ruslan!

Ruslan!

Tröste dich, liebe Fürstin!

Du musst nicht weinen!

Hier ist es schön im Garten.

Vergiss den Kummer.

Getrennt von Liebsten und gefangen,

Was soll ich noch am Leben hangen?

O du, des blinde Leidenschaft

mir schmeicheln will und mich verderben!

Nicht fürchte ich des Schurken Kraft:

Ludmilla, sie versteht zu sterben!

Beim Anblick solcher Schönheit

musst du singen und dich vergnügen.

Die Springbrunnen singen wie Vögel.

Es blühen Diamantenblumen...

Dein Seidenzelt tut mir nicht not,

dein dummes Lied, dein Wein und Brot -

ich werde alles von mir weisen,

im Garten finden meinen Tod!

Sie dacht es - und began zu speisen.

Komm nicht näher!

Verdammter Unhold! Ziegenbart!

Meine Bart! Vorsicht! Nicht zerreißen!

Verdammter Ziegenbart...

Bärtige Missgeburt!

Selig ist der, der Wein trinkt

und seinen Kummer im Wein ertränkt...

Selig ist der, der sich vergnügt in Ruhe, ohne Sorgen...

Ruslan?! Allein und ohne Pferd!

Na warte. Ich töte dich!

Ich vernicht' die Schranken...

Oh, Götter, rettet meine Seele!

Lass mich heran, ehrloser Tropf! Abreißen will ich dir den Kopf!

Nun, Feigling, stirb!

- Farlaf? - Ja! Ich bin's, Rogdai!

Wie kann man Farlaf und Ruslan verwechseln?!

Du bist betrunken!

Hast du dich getäuscht? Macht nichts! Reite weiter.

Dort findst du ihn, mein Knabe!

Im Feld ist's still, du kannst dich regen.

Kein Gegner tritt dir mehr entgegen.

Folg meinem Rat.

Gefährlich ist's, die Welt durchreisen.

Wo sich in menschenleeren Weiten vor Kiew deine Länder breiten,

dort bleib und lass dir's wohlergehn:

Ludmilla wird uns nicht entgehen.

Na, du, verwegener Reiter!

Ich hab' dich trotzdem eingeholt!

Das Treffen hab' ich lang erwartet.

Nun stirb!

Das hier ist deine Ruhestätte.

Du bist kein Bräutigam mehr!

Stirb, Gegner, den ich überwand!

Verloren hast du mir den Kampf!

Farlaf! Was ist mit dir?

Ein Wunder, dass ich zurück bin!

Du bist ja todmüde...

Ich hab' zwei Tage nichts gegessen.

Ich musste mit dem Riesen kämpfen.

Er verzauberte mein Schwert.

Es gelang mir, mit diesem Topf seinen Kopf zu zerhacken!

Oh, mein Lieber! Du bist ein Held!

Du verteidigst stets die Wahrheit!

- Naina, bist du es? Ich bin froh. - Grüß dich, mein Nächster.

Ich habe böse Nachrichten.

Dein Feind ist nah.

Es kommt durch Berge, Schnee und Eis

Ruslan, wütend vor Rache!

Ich danke dir, Naina! Doch ich empfinde keine Angst.

Ich hab' ja nicht umsonst den Bart.

Solang ich bärtig bin,

wird nichts gescheh'n.

Da bin ich unbesiegbar!

- Aber Ruslan? - Er ist geweiht.

- Stirbt er? - Ja, er wird sterben.

Dreht wieder um - ist wieder fort!

Setzt ab - steht da!

Das will ich loben!

Gut, Zauberer, gut!

Hier bin ich sicher!

Ich greif' zur List. Vorbei, vorbei ist die Gefahr!

Nun muss ich die Tarnkappe umdrehen!

Ihr Sklaven, eilt euch füglich, auf die ich mein Vertraun gesetzt!

Sucht mir Ludmilla unverzüglich! Los! Hört ihr nicht? Gleich jetzt!

Ihr müsst für die Gefangene bürgen.

Wenn nicht, soll euch mein Bart erwürgen!

Bald da, bald bin ich wieder fort. Na, fasst mich, Tölpel!

Könnt ihr das nicht?

Ich werde dich erschöpfen!

Ludmilla ist nirgendwo!

Die Kappe hat mir nur geschadet!

Die Gartenecken sind nun alle: Rings um den Teich, am Wasserfalle,

da in der Laube, hier im Flur

verschwunden ist auch ihre Spur!

Im Felde dunkelt's immerzu.

Ein kalter Wind steigt von den Wogen.

Schon spät ist's, junger Wandrer, du!

O, komm ins heitre Schloss gezogen!

Nachts herrscht hier die willkommne Ruh,

doch tags der frohsten Feste Runde.

Komm schnell zum freundschaftlichen Bunde,

O, komm, du junger Wandrer, du!

Die schönste Maid findst du im Nu,

Liebkosungen von holdem Munde.

Komm schnell zu dem verschwiegnen Bunde,

O komm, du junger Wandrer, du!

Wer hat dich nur, o Feld, besät mit soviel toten Knochen?

Heda! Ich seh', du bist am Leben!

Erwache, hörst du mich, du Kopf?

Doch hör mal zu: flink fortgemacht!

Ich will jetzt schlafen, es ist Nacht!

Was willst du denn?

Sag mir, wenn du's weißt!

Wie komme ich zum Schloss von Tschernomor?

Willst du gegen ihn kämpfen?

Da bist du verloren!

Tschernomor ist doch unbesiegbar.

Er zerquetscht dich wie eine Fliege.

Du hältst dich kaum im Sattel.

Willst du jetzt schweigen, blödes Haupt!

Ich reit und reite, wie sich's tut, doch wenn ich pack, den pack ich gut!

Oh, du flammst vor Zorn.

Versuch mich zu berühren.

Du wagst umsonst, mein Held, den Kragen.

Sei nett, wenn du kein Feigling bist. Versuch's, mich einmal nur zu schlagen,

bis noch dein Pferd am Leben ist.

Genug, Recke! Deine Kraft hat mich überzeugt.

Ich habe dich geprüft. Du bist derjenige, den ich erwartet habe.

Hör zu, der Held!

Mein Rittertum war bald dahin!

Das Schicksal gab mir den Rivalen,

Den kleinen Bruder.

Das war Tschernomor, der böse Zwerg

mit einem Bart geboren.

Er hasste mich noch in der Kindheit,

denn ich war groß von Wuchs.

Einmal in der Nacht

schlich er sich heran

und enthauptete mich.

Er ließ den Kopf leben

und das Zauberschwert überwachen.

Ich will mich rächen!

Du bist vom Gott behütet.

Hier, nimm mein Schwert.

Vergiss doch nicht, dass die Kraft des Zwerges in seinem Bart ist!

Hackst du den Bart ab, verliert er sofort seine Macht.

Hoffentlich wird dein Rat helfen,

um den Bösewicht zu vernichten!

Ende Teil I

MOSFILM

Filmproduktionsvereinigung "Junost"

RUSLAN UND LUDMILLA

Nach A.PUSCHKIN

Teil II

Schon wieder böse Nachrichten.

Ruslan hat nun das Zauberschwert.

Er kocht vor Rache. Er kann dir den Bart abschlagen!

Du musst ihn töten! Sonst wirst du auch sterben.

Jawohl, mein Herrscher. Ich werde deinen Befehl ausführen.

Liebt mich - liebt mich nicht.

Liebt mich - liebt mich nicht.

Liebt mich - liebt mich nicht...

Ruf die Nixen auf die Wiese. Lass sie im Reigen tanzen.

Wir müssen Ruslan vom Wege abbringen

und in die Falle locken.

Du kümmerst dich ums Pferd,

damit es einschläft.

Das wirst du mit dem Leben büßen.

Der Bösewicht bläst schon das Horn!

Wir segeln im Morgengrauen.

Die stille Bucht ist schön.

Wir singen und locken die Wanderer

hierher, wo's frisch und kühl ist.

In der Tiefe tanzen wir im Reigen.

Komm zu uns, der junge Fremde.

Zaubergewässer der Seligkeit

schließen sich für ewig über dich.

Komm zu mir runter, mein Ruslan!

Du bist mein Schicksal.

Du lügst, Bösewicht! Weg mit dir!

Los, mein Pferd, vorwärts!

Ich hab' Durst!

Durst!

Durst!

Komm schnell zu mir, mein Freund.

Da ist Ruslan, töte ihn!

Hilfe! Hilfe!

Hilfe, Hilfe!

Hilfe!

Töte ihn!

Töte!

Seid fröhlich, tanzt! Heult lauter, Schneestürme!

Wirbelt leichter, steiler auf. Über Wälder, über Wolken!

Unsere Zaubertänze, unsere Zärtlichkeiten

sind heiß wie Flamme! Bleib mit uns, Wanderer!

Vergiss deine Gattin. Wir finden dir ein Mädchen,

das vielmals schöner als deine Ludmilla ist!

Weg mit dir, Bösewicht. Vorwärts, mein Pferd. Vorwärts.

Auch in vollem Galopp entfliehst du mich nicht.

Na warte, lieber Freund. Gleich kriegst du was noch!

Hier bin ich, Ruslan! Komm her!

Du rufst ihn vergebens.

Dem Tschernomor entgehst du nicht!

Ludmilla! Lass dich sehen!

Wo bist du, meine Liebe?

Ist es denn mein Ruslan?

Sein Abriss, Gang, seine Gestalt...

Er ist aber so blass.

O weh, er ist verwundet!

Ruslan!

Nun gehört sie mir! O, Glück!

Ich hab mein Ziel erreicht!

He, Tschernomor!

Ich bin da vor dem Tor! Ich fordere dich heraus!

Na, Recke, hüte dich vor Schande.

Du kennst nicht meine Kraft!

Was zögerst du?

Töte ihn, töte ihn!

Ritter, hör mich an! Ich werde dir nicht ferner schaden:

Ich liebe solchen jungen Mut und will verzeihn, und bin dir gut.

Ich flieg hinab - nur musst du schwören...

- O, schweige, listiger Bösewicht! - Hör mal, Ritter!

Ich will nichts hören! Es macht Ruslan ein Bündnis nicht

mit dem, der ihm sein Weib entrissen!

Dies Schwert bestraft dich, sollst du wissen.

Geht auch zum Mittnachtstern die Fahrt,

du kommst zum Schluss um deinen Bart!

Erbarm dich, Held, ich kann nicht mehr.

Ich mag nicht länger oben schweben.

Dein bin ich, lässt du mich am Leben.

Ich steig herab, wo du's verlangst...

Nun hab ich dich. Ah, du hast Angst!

Gehorch, von Russenkraft geschlagen!

Du sollst mich zu Ludmilla tragen!

Da siehst du, Dieb, was aus dir ward!

Ich schmück' den Helm mit deinem Bart!

Hilfe!

Hilfe!

Hilfe!

Hilfe!

Ludmilla, wo bist du, meine Liebe?

Ich bin's! Sag mir was!

Es gibt keine Spur von Ludmilla.

Mir wird's schwarz vor den Augen.

Doch mein Schwert ist noch da!

Und ich bin noch am Leben!

Ludmilla, wo bist du?

Du findest sie in der Gartenlaube.

Sie schläft dort im Zaubernetz.

Ludmilla, hier bin ich!

Mut, Fürst! Besteig dein Ross aufs neu. Zieh mit Ludmilla auf die Reise.

Dein Herz mit neuer Hoffnung speise,

doch bleib der Lieb und Ehre treu.

Na, jubelst du, Unhold?

Aber ich kenne keine Gnade!

Mein Sohn, mach dich auf den Weg.

Du musst ins Petschenegenlager.

Der Angriff soll beginnen.

Sonst erscheint Ruslan!

Halt!

- Wohin eilt der Bote? - Er ist wohl betrunken.

Was hat er vor?

Ist es kein Spion?

Ich bin der Bote, allmächtiger Khan!

Ich komme aus Kiew.

Lass meinen Rock aufschneiden Da ist die Meldung.

Das ist eine gute Nachricht!

Nun Schluss mit dem Bedenken.

Wir greifen an! Sattelt die Pferde!

Ich zeig' den Russen meine Kraft!

Du bist also der Gefangene!

Na warte, Schuft, Verräter!

Das wirst du mit dem Leben büßen.

Der Narr erschien hier nicht umsonst!

Verbrennt ihn!

Die Asche bringt uns keinen Ärger.

Schnappt den Narren!

Zwölf Mädchen haben mich geliebt.

Ich hab' sie für dich verlassen.

Man hat mir Glück versprochen.

Doch vergebens.

Ich bin fortgegangen

und habe unter einer Eiche

mein Schwert begraben.

Ich brauch' weder Ruhm, noch Feinde.

Nun lebe ich friedlich

in dieser Fischerhütte

mit dir, mein Schatz.

Du bist mein Traum.

Ratmir?

Bist du das? Hier? Mit einer Freundin?

Was seh ich?

Warum? Wo ist dein ruhmreiches Schwert?

Nun bin ich nur ein Fischer.

Der Ruhm hat ein verderbliches Gesicht. Glaub mir, die reinen Vergnügen,

wie Liebe und Natur sie fügen,

befriedigen mein Herz viel mehr.

Gut, dass du glücklich bist, Ratmir!

Vergaß ich alles das jetzunder,

Ludmilla selbst, das schöne Wunder.

Ludmilla? Sie ist doch mit mir!

Ist's möglich und wie ist's geschehen?

Ist's wahr? Die Russenfürstin... O!

Sie ist mit dir, doch wo denn, wo? Erlaub...

Doch nein! Vorschnell gehandelt!

Die Freundin hier verrat ich nie!

Dass ich mich wunderbar gewandelt, die Schuld daran trägt einzig sie.

Denn sie allein gab mir zurück reiner Liebe stilles Glück.

Selig ist der, der Wein trinkt

und seinen Kummer im Wein ertränkt...

Selig ist der, der sich ohne Sorgen vergnügt,

mit dem die Mädchen zärtlich sind, der sorglos isst und trinkt.

Ich habe eine Freundin, bin satt und zufrieden.

Das Leben ist kurz, darum muss man sich vergnügen.

Nun, Recke, diesen Tag habe ich dir seit langem versprochen.

Nimm dein Schwert.

Aufgesessen!

Wir werden deine Fürstin holen.

Wir werden deine Fürstin holen.

Farlaf, mein lieber Freund!

Er ist so jung und unerfahren...

Du folgst ja der Hexe!

Rette ihn, Perun!

Das ist nun die, die du so liebst.

Du kannst jubeln.

Was zögerst du? Töte Ruslan!

Er schläft da, töte ihn!

Töte ihn!

Das ist nun die, die du so liebst.

Fürst! Hörst du, wie das Volk tobt?

Ein reitender Recke steht vor dem Goldenen Tor!

Ruft ihn sofort zu mir!

Ludmilla ist hier!

Hast du den Feind getötet, Farlaf?

Welche Kräfte haben sie beherrscht?

- Was ist mit ihr? - Ludmilla schläft.

Schon lange, Farlaf?

Als ich sie vor nicht sehr viel Tagen

im wilden Wald von Murom fand in eines schlimmen Waldschratts Hand,

begann alsbald ein ruhmvoll Schlagen.

Drei Tage kämpften wir: es traf dreimal der Mond uns ohne Pause.

Dann viel der Schratt, doch sie - in Schlaf, und fallend bracht ich sie nach Hause.

Wer weckt sie aus dem Schlummer bloß?

Dem Zauberschlaf, der sie betroffen?

Verborgen hält's vor uns das Los!

Und uns bleibt nichts, als stetig hoffen. Einst stünden ihre Augen offen.

- Ludmilla schläft! - Drei Tage kämpfte er.

Niemand kann sie wecken.

Was soll der Lärm?

- Hörner und Trompeten? - Pauken und Tamburine?

Der Fürst hat so befohlen, damit die Fürstin erwacht.

Die Petschenegen greifen an!

Alarm! Die Petschenegen kommen!

Sie haben uns überfallen!

Die sind unzählig! Die Staubwolken ziehen hoch!

- Da ist ihr Lager, in den Hügeln! - Schilder glänzen in der Sonne!

- Da sind die Reiter! - Die Zelte schimmern weiß!

Der Feind kommt näher!

Bereitet euch zum Kampf vor!

Ist was mit Ruslan?

Ist er tot?

Na warte, Naina.

Die Nacht ist noch nicht da.

Ich kann Ruslan retten!

Quellwasser bringt das Leben.

Das tote Wasser heilt die Wunden.

Khan Tschargomysch, wir erleiden Verluste.

Wir werden geschlagen!

Treib die Stiere zusammen! Das wird unser Sturmbock!

Mit beiden Wässern bespritze ich dich,

damit du zum Leben erwachst, die Fürstin findest

und die Feinde vernichtest.

Wo ist Ludmilla bloß?

Wieder allein?

Mein Sohn, erfüllt hat sich das Los!

Dir winkt im Feld die blutige Schlacht.

Vor deinem Schwert wird Schrecken wehen.

Erst wenn du Kiew frei gemacht,

wirst du Ludmilla wiedersehen.

Mit diesem Schicksalsringe hier

berühr Ludmillas klare Stirne.

Der Zauber weicht der Feindeshirne.

Es weicht der Feind zurück von dir.

Der Frieden kommt nach langem Leide.

Des Glückes würdig seid ihr beide.

Leb wohl, mein Fürst, zieh in dein Land!

Wir treffen uns nicht bald wieder.

Was tun die Treiber? Die Stiere stehen wie erstarrt!

Der große Khan, sei gnädig!

Wir sind dir bis zum Tode treu.

Ich kann dir das erklären. Stiere haben Angst vor Pfeilen!

Treibt alle Russen zusammen!

Das wird ein lebender Schild sein.

Halt, schießt nicht auf die Herde!

Da sind unsere Frauen, Brüder, Kinder!

Seht, Freunde, da ist unser Ruslan! Er fiel dem Feind in den Rücken!

Aha,da bist du, Feindesseele! Aus einem habe ich zwei gemacht!

Ringt Ruslan mit Stieren um!

Zertrampelt ihn! Vernichtet ihn!

Stoßt ihn mit den Hörnern!

Brülle wie ein Tiger, wie wildes Tier!

Fürchterlicher, noch fürchterlicher!

Bemühe dich, Gemeinkerl! Sonst treibe ich dich an!

Ruslan ist wirklich ein großer Kämpfer!

Er ist Ludmillas Hand würdig!

Sie lebt...

Sie hat die Augen geöffnet...

Ruslan!

Meine Tochter ist wiederbelebt!

Ruslan, Ludmilla gehört nun dir!

Aber wer hat mich getötet?

Ich bin's. Ich bitte um die Gnade!

Verzeih mir, Fürst Wladimir!

Ich war verzaubert

und beging den Mord,

weil ich Ludmilla liebte.

Geh weg. Du bist verachtungswürdig!

Na gut, ich verzeih dir,

aber lass dich bei Hofe nicht mehr sehen!

Beeil dich, sonst kann der Fürst es anders überlegen.

Du bist sogar der Verachtung nicht würdig!

Und wo ist denn der Tschernomor?

Ohne seinen Bart ist er harmlos.

Lasst ihn die Narrenkappe aufstülpen!

Wir feiern das Ende der Not,

Und rufen alle zum Festmahl.

Zu Tisch im hohen Saal des Ruhmes

in ungetrübter Heitigkeit.

Die Taten längst verschollener Zeit,

die Sagen tiefen Altertumes.

Drehbuch A.PTUSCHKO und S.BOLOTIN

Regie Alexander PTUSCHKO

Kamera I.GELEIN, W.SACHAROW

Szenengestaltung E.SERGANOW

Kostüme O.KRUTSCHININA

Musik T.CHRENNIKOW

Ton I.URWANTSEW

In den Hauptrollen:

Ruslan - Valeri KOSINETS Ludmilla - Natalja PETROWA

Tschernomor - W.FJODOROW

Naina - M.KAPNIST-SERKO Junge Naina - N.CHRENNIKOWA

Fürst Wladimir - A.ABRIKOSSOW Finne - I.JASSULOWITSCH

Farlaf - W.NEWINNY Ratmir - R.ACHMETOW

Fischerin - E.KIWI-ANTSON

Ausländische Boten - S.MARTINSON, N.NIKOLAJEW, S.GASIJEW

Hofnarr - A.KRYTSCHENKOW Eilbote - W. NOSSIK

Petschenegenführer O.CHABALOW

Russischer Feldherr J.KIREJEW

Ende

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