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(schnelles Uhrenticken)
(Uhr schlägt mehrmals)
(zweite Uhr setzt ein)
(Ticken und Schläge enden)
(geheimnisvolle Musik)
(Erzähler) Wie sind wir nur hier gelandet?
Die Menschen hatten ein gutes Leben. Sie hätten glücklich sein können.
Aber sie wollten immer mehr.
Und durch ihre Unzufriedenheit und ihre Gier
erweckten sie sie zum Leben.
Die Zeitdiebe.
(dramatische Musik)
(abenteuerliche Musik)
(Musik klingt ruhig aus)
(schwungvolle Musik)
Vor nicht allzu langer Zeit in einem fernen Land
lebte ein Mädchen namens Momo in den Ruinen einen Amphitheaters.
Einem Ort, der vor Jahrhunderten gebaut wurde,
um Menschen zusammenzubringen.
Fragt mich nicht, woher sie kam, das wusste niemand.
Nicht mal sie selbst.
Ihr bester Freund wurde Beppo, der Straßenkehrer.
Danke, Beppo.
Und schon bald sollte sie eine äußerst merkwürdige Schildkröte kennenlernen.
Aber ein Schritt nach dem anderen, nicht wahr?
-(Automat) Danke, dass Sie recyceln. -Gern geschehen.
Oh, sieht lecker aus.
-Bis morgen! Danke. -Bis morgen.
(sie lacht leise)
(Erzähler) Wir beginnen unsere Geschichte mit Gino,
dem Fremdenführer und Pizzalieferanten.
-(Frau) Hey, Gino! -Hey, Jenny.
-(Gino) Wow, du siehst toll aus. -Oh, danke, süß von dir.
Bis dann. Danke.
(sie quietscht) Pizza!
-(munteres Gelächter) -Hey, Mom.
-Hallo, Gino. -(Mann) Hattest du einen guten Tag?
Es gibt keine miesen Tage, Onkel Roman.
-(Roman) Hat jemand deine Tour gebucht? -Nö, heute war ich Pizzalieferant.
-(quietscht) Maria! -Hey, Gino.
Alles klar?
-Gino! -Paolo!
Couchbombe!
(er pfeift)
(Paolo) Tikki singt schon lang nicht mehr, das weißt du doch.
(getragene Musik)
(Glockenschläge)
(Gino) Fun Fact: Sie stehen genau da, wo einst die Löwen ihr Fressen verspeisten.
All die Steine, aus denen das Theater gebaut wurde,
stammen aus dem Steinbruch.
(interessiertes Murmeln)
(zarte, geheimnisvolle Musik)
(muntere, romantische Klaviermusik)
Hallo?
Hallo? Jemand zu Hause?
(Momo) Hallo.
Ich bin Gino.
-Momo. -Schöner Name.
-Wer hat dich so genannt? -Na, ich.
Echt, du dich selbst?
Isst du gern Pizza?
Und eine Geschichte über den Mond, der ein Spiegel ist,
der einer Prinzessin in einem Schloss Bilder von der Erde zeigt.
Weil sie festsitzt in dem Schloss. Ich habe Tausende Ideen.
Und irgendwann machen die mich berühmt.
Vielleicht baue ich mir mit einem Podcast mein Publikum auf.
Stell dir das vor, ein Dichter, der Geld verdient.
(Maria) Wer bist du?
Leute, das ist meine Freundin Momo.
-Oh, hallo. -Wo kommst du auf einmal her?
Soweit ich mich erinnere, war ich schon immer hier.
-(Paolo) Sie ist weird. -(Maria) Ich mag sie.
Das wird dir gefallen, Momo.
(Paolo) Ich gewinne gleich.
-(Rumpeln, Klirren) -Nicht schon wieder.
-Keine Sorge, ich repariere das. -Wird Zeit für einen neuen Kühlschrank.
-(Gino) Wir können es uns nicht leisten. -Wir müssen sehr viele Pizzas verkaufen.
(Gino) Vielleicht werde ich ja berühmt.
(munteres Zwitschern)
(Tikki zwitschert weiter)
(sanfte, harmonische Musik)
(Mutter) Was hast du gemacht?
Tikki hat seit Jahren nicht gesungen.
Ich habe einfach zugehört.
(Erzähler) Und das konnte sie gut.
Sie hörte mit Liebe und Verständnis zu.
Und weil sie das tat, brachte sie Menschen zusammen.
Es begann mit denen, die ihr am nächsten standen.
-Ich sorge hier für Ordnung. -Wie bei der Mafia?
Mit dem Besen.
Und bald hatte es sich herumgesprochen.
Immer wenn jemand ein Problem hatte, sagten die Leute: „Geh doch zu Momo.“
Hallo.
Sie hörte auf eine Weise zu, dass die Menschen sich öffneten.
Nicht nur ihr gegenüber. Sie öffneten sich einander.
Als immer mehr Menschen sie aufsuchten,
passierte etwas Außergewöhnliches.
Die Leute fingen wieder an, sich im Amphitheater zu versammeln.
(sanfte, harmonische Musik)
Sie hörte vergangenen Zeiten zu.
(Gelächter)
Den Geräuschen der Stadt.
Sie hörte dem Wind in den Bäumen zu.
Und sie hatte das Gefühl, dass das ganze Universum ein Konzert gab.
Nur für sie.
(imposante, zauberhafte Musik)
(Musik klingt ruhig aus)
(Mutter) Oh nein. Verdammt.
-Hey, Mama. -Hey, Gino.
-(kurzes Klirren) -Alles okay, Mama?
Alles gut, Gino.
Ach, nur ...
Ihr werdet so schnell erwachsen.
Und ich will so viel Zeit wie möglich mit euch verbringen.
Vielleicht machen wir eine coole Reise.
Nach dem Tod eures Papas hatten wir noch so viele Pläne.
Aber keine Chance, sie umzusetzen.
Ich will nicht irgendwann aufwachen und erkennen, dass die Zeit verflogen ist.
(Möwen schreien)
(ruhige, mysteriöse Musik)
Ich wollte damit aufhören, aber ohne kann ich nicht leben.
-Es gibt schlimmere Laster. -(lachend) Ja.
Wie eines Tages aufzuwachen und zu erkennen,
dass die Zeit einfach so verflogen ist.
Lust auf einen Kaffee?
Alle tun das, was sie tun müssen,
sodass sie nicht mehr tun, was sie gern tun.
-Als wären sie gefangen in einem ... -Hamsterrad.
Ich habe mal gerechnet. Einfache Mathematik.
Ich zeig's Ihnen. Eine Stunde hat 60 Minuten.
Das sind 3600 Sekunden. Multipliziert mit 24.
Ergibt 86.400 Sekunden pro Tag.
Das mal 365
ergibt 31.536.000 Sekunden pro Jahr.
Oh, wow, Sie sind gut in Mathe.
Sie sind 42, oder?
Na ja, alle sagen, ich sehe aus wie 35 oder so.
Also leben Sie seit etwa 1.324.512.000 Sekunden.
Also jetzt fühle ich mich alt.
-Sie schlafen acht Stunden pro Tag? -Mhm.
Das mal 42 ... ergibt 441.504.000.
Sie arbeiten acht Stunden, essen zwei Stunden,
macht in 42 Jahren 110.376.000.
Zwei Abende mit den Kindern, Gespräche mit den Kunden, der Schwiegermutter,
ergibt in der Summe 165.564.000.
Sie schwimmen jeden Morgen 15 Minuten, das lieben Sie,
aber das müssen wir dennoch abziehen, 13.797.000.
Und das haben Sie bisher verbraucht.
Es bleibt nichts übrig.
Oh.
Was wäre, wenn es möglich wäre, Zeit zu sparen?
Sie beiseitezulegen und später damit Dinge zu tun, die Sie tun möchten?
-Dinge, die Sie lieben. -Wenn Sie zaubern können, gern.
Kann ich nicht. Aber ich habe die Technik.
Das ist ein Greyclet.
Der Chip darin dient dazu,
Ihre Gewohnheiten und all das aufzuzeichnen
und Änderungen, die Sie vornehmen.
Wenn Sie effizienter werden und Zeit sparen, leuchtet es weiß.
Ihre Zeit können Sie dann mit Ihren Kindern verbringen.
Wenn Sie Zeit verschwenden
und an Ihre Ersparnisse müssen, leuchtet es rot.
Wer möchte nicht gern Zeit sparen?
Hier.
-Nein, das kann ich nicht annehmen. -Bitte.
Ich besorge mir auf dem Heimweg ein neues. Hier.
Vertrauen Sie mir.
Es verändert Ihr Leben.
(Maria, hallend) Jetzt pass auf. Ja! Ich komme raus.
(klar) Mama, du bist dran.
Was? Oh, entschuldigt.
Ähm ... Ja.
-Yeah! -Haha!
-Voll unfair. -Und ich bin drin.
-War's das? -Spielt weiter.
-Revanche! -Ich lasse euch allein.
Noch eine Runde. Aber ...
(Geschwister unterhalten sich im Hintergrund)
-Was habe ich gesagt? -Eine Sechs!
(Momo) Wer bestellt so viele Pizzas?
Die sind für den neuen Grey-Store.
(Momo) Eine Menge Pizza. Deine Mama wird sich freuen.
(Frauenstimme) Wir präsentieren Grey. Die Ära der Zeiteffizienz ist gekommen.
Sie können endlich das volle Potenzial Ihres Lebens ausschöpfen.
Grey wird Ihnen weltweit bereits in über 1000 Filialen angeboten.
Holen Sie sich Ihr Greyclet und beginnen Sie noch heute zu sparen.
-Für eine bessere Zukunft. -Meine Mama hat so eins.
Früher habe ich Zeit verschwendet.
Habe ein Spiel angesehen oder belanglose Bücher gelesen.
Seit ich mein Greyclet habe, nutze ich die Zeit effizient
und spare sie für die Zukunft, danke, Greyclet.
Ich bin ständig zu spät gekommen.
Seit ich mein Greyclet trage, bin ich immer vor allen anderen da.
Danke, Greyclet.
Dank der zurückgelegten Zeit
konnte ich mit meiner Familie einen fantastischen Urlaub antreten.
Die beste Art, seine Kinder kennenzulernen.
Danke, Greyclet.
(Frauenstimme) Sparen Sie Zeit, um sie später zu genießen.
(Möwen schreien)
-(Beppo) Wo bleiben denn alle? -(Gino) Echt krass.
Ich starte gerade durch, und niemand bucht eine Tour.
-(Momo) Es liegt an diesen Armbändern. -Kann sein. Oder alle sind zu busy.
Wir organisieren eine Party.
(sanfte, fröhliche Musik)
-Lust, auf unsere Party zu kommen? -Wir kommen.
-Hey. -Vielen Dank.
-Hey, komm zu unserer Party. -Danke.
-Heute Abend steigt eine Party. -Guck mal.
-Kommt zu unserer Party heute. -Oh, danke.
-Oh, hallo, Momo. -Hey.
-Die Kids sind unterwegs. -Ich besuche dich.
Ich habe mich ganz schön rargemacht. Es bleibt nicht viel Zeit für Privates.
Die Leute haben keine Geduld, auf einen Tisch zu warten.
Schön für mich, weil ich pro Stunde mehr Gäste reinquetsche.
-So gewinnen alle. -Was gewinnen alle?
Na ja, also ...
Ich bin ... Ich bin noch nicht so weit.
Ich muss mich besser organisieren. Daran muss ich arbeiten.
Warum trägst du das?
Oh, das. Es hilft mir.
Effizienter zu sein.
Und ... wieder Spaß zu haben, irgendwann.
Den kannst du heute schon haben.
-(schwungvolle Musik) -Hey. Hey.
Du hast es geschafft.
-Wie geht es dir? -Mir geht es hervorragend.
So viel los.
(weiter schwungvolle Musik)
(unheimliche Musik)
Hey, du. Ich bin deine neue Freundin.
Können wir kurz reden?
(Momo atmet erschrocken)
Mit mir wird dir nie langweilig werden.
Ich schimpfe nie, ich widerspreche nie,
ich werde immer an deiner Seite sein.
Ich helfe dir, dich zu organisieren. Auch bei den Hausaufgaben.
Du wirst supererfolgreich sein.
Glückwunsch. Ich wurde dir zugeteilt.
Ich bin jetzt deine beste Freundin.
Modernste Technik.
(unbehagliche Musik)
Meine Leute haben ihn erfunden.
Das ist Bibi-Bot,
der ultimative Buddy.
Designt, um dich rund um die Uhr zu unterhalten.
Du wirst nie wieder andere Freunde brauchen.
Wie soll ich mit einer Maschine befreundet sein?
Du willst mich nicht? Aber ich bin wirklich toll.
-Tut mir leid. -Schon okay.
Ich werde warten.
Was willst du mit deinem Leben anfangen?
Wie meinen Sie das?
Na ja, wenn du mit Freunden abhängst, wozu soll das gut sein?
Aber das ist der beste Teil des Tages.
-Triffst du dich nicht mit Freunden? -(lacht auf)
Nein.
Glaubst du, das macht ihr Leben besser?
Deine Freunde kommen auch ohne dich klar.
Was ...
Hat dich denn keiner lieb?
Lieb.
Liebe ist unwichtig. Freunde sind unwichtig.
Das Wertvollste auf diesem Planeten ist Zeit.
Aber die Leute verschwenden sie.
Vom Tag deiner Geburt an
läuft langsam deine Zeit ab, zwangsläufig.
Und eines Tages ist nichts mehr da.
Jeder hat eine letzte Stunde, eine letzte Minute,
eine letzte Sekunde.
Wir müssen nur darauf hinweisen,
dann ist es kinderleicht, die Leute zu überzeugen,
Zeit zu sparen und sie uns zu überlassen.
Ohne Fragen zu stellen. Aber die Wahrheit ist:
Wir nehmen sie ihnen und nutzen sie selbst.
Also seid ihr Diebe und stehlt uns die Zeit.
Ja.
So kann man es sagen.
Wa...
Was hast du getan?
Wieso habe ich dir das erzählt? Vergiss alles, was ich dir gesagt habe.
Das wirst du niemandem erzählen!
Wenn du es versuchst, halten dich alle für verrückt. Ich lösche dich aus!
(Beppo) Ich habe noch nie, nicht einmal,
irgendjemandem auch nur eine einzige Millisekunde weggenommen.
-Warum sollten die so was tun? -Ja.
Ich weiß es. Du verbringst Zeit bei der Arbeit und verdienst Geld.
Mit dem Geld kaufst du Kunst und Schmuck, den Diebe klauen wollen.
Stiehlst du jemandem Zeit, ist das der abgefahrenste Coup des Jahrhunderts.
Ich verstehe nicht, wie man Zeit stiehlt.
Die Schule macht das doch auch.
Diebe geben nie zurück, was sie stehlen. Wir müssen es allen sagen.
Aber wer weiß, was die dann mit uns anstellen?
Wer weiß, was die machen, wenn wir sie nicht stoppen.
Wenn die unsere Zeit klauen, Leute, vereint euch, wehrt euch noch heute!
Wenn man unsere Zeit klaut, Leute, was können wir tun?
(alle) Vereint euch und wehrt euch!
(Gino) Alle sollen euch hören!
Wenn man unsere Zeit klaut,
was können wir tun?
Vereint euch und wehrt euch noch heute!
(Gino) Wenn man unsere Zeit klaut, was können wir tun?
Beeilt euch und wehrt euch noch heute!
Sie nehmen uns wahr. Wir erregen Aufmerksamkeit.
Wenn man unsere Zeit klaut, Leute, was können wir tun?
(alle) Vereint euch und wehrt euch noch heute!
-(Gino) Wir legen ihnen das Handwerk! -(alle) Bis die Zeit zurückkehrt!
(Frau) Wow, ihr seid der Hammer, Leute.
Aber so was von. Ich bin voll der Fan von eurer Energie.
-Total cool. -Hallo, Kinder. Lasst uns Freunde sein.
-Wow, ein Freund, der schweben kann! -Wer hat Lust, zu spielen?
(Gino) Guck mal, Momo. Wir sind berühmt!
Wenn man unsere Zeit klaut, Leute, was können wir tun?
(alle) Vereint euch und wehrt euch!
Gino?
Voll die Megastar-Vibes.
(heldenhafte Musik)
Du arbeitest hier? - Sommerjob. Ist der „place to be“.
Ah.
Hör zu, ein Typ vom Team denkt, dass du echt cool rüberkommst.
Er kann dir große Reichweite verschaffen.
-Dir wichtige Leute vorstellen. -Was meinst du damit?
Unterhaltet euch, tauscht ein paar Ideen aus.
-(Gino) Ich will nicht unhöflich sein. -Sieh es dir mal an.
Wenn du hier arbeitest, verbringen wir viel Zeit miteinander.
-Ich habe dich immer schon bewundert. -Und was genau macht er dann da?
Momo, ich sehe mir das nur kurz an, ja?
Du hältst die Stellung. Du machst das super. Später bei dir?
Ich komme, versprochen.
(Frau) Leute, was ihr hier macht, ist richtig cool.
Deshalb bekommt jeder von euch einen Bibi-Bot umsonst!
(alle) Oh ja!
-Auch für meine Schwester einen. -Einen für meinen Bruder!
Aber sie stehlen euch die Zeit. Das ist ein Trick!
Leute, glaubt mir.
Ihr müsst mir glauben.
(traurige Streichmusik)
Was soll ich denn jetzt machen, Beppo? Es wird immer schlimmer.
Sieh dir dieses Chaos an.
Wie soll ich das denn je wieder sauber kriegen?
Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich.
So furchtbar lang, dass es dir unmöglich erscheint,
sie jemals sauber kehren zu können.
Also fängst du an, dich zu beeilen. Du kehrst weiter.
Schneller und schneller.
Aber jedes Mal, wenn du aufblickst, siehst du,
dass die Straße kein bisschen kürzer wird.
Also strengst du dich noch mehr an, und noch mehr.
(er keucht)
Du bekommst Angst.
Am Ende fehlt dir die Luft zum Atmen.
Es geht gar nichts mehr.
Und die Straße liegt immer noch in voller Länge vor dir.
Jetzt verrate ich dir ein Geheimnis.
Du darfst niemals an die ganze Straße denken.
Denke immer nur an den nächsten Schritt.
Den nächsten Atemzug.
Den nächsten Besenstrich.
Und immer wieder nur an den nächsten.
Ganz plötzlich merkst du, dass du Schritt für Schritt,
Stückchen für Stückchen,
die ganze Straße geschafft hast.
Und du weißt nicht mal mehr, wie.
-Ich muss zum anderen Job. -(Momo) Du arbeitest zu viel.
-Ich mache mir Sorgen. -(Beppo) Arbeit kennt keine Müdigkeit.
(Arbeiter*innen rufen einander zu)
(er ächzt)
(er stöhnt)
(er seufzt und pustet durch)
(er atmet schwer)
(Frauenstimme) Agentin BLW553C, treten Sie vor das Gericht.
(imposante, unheimliche Musik)
(ruhige, düstere Musik)
Sie endlich kennenzulernen, ist mir eine Ehre, Sir.
Glauben Sie mir, die Ehre ist ganz meinerseits.
Ich hörte, dass Sie
eine unserer erfolgreichsten Rekrutiererinnen sind.
-Kann schon sein. -Ah!
Ich bitte Sie, nicht so schüchtern. Sie sind ein Vorbild für jeden hier.
-Ich danke Ihnen. -Fühlen Sie sich nicht gut?
Doch. Alles bestens.
Wollen wir uns setzen?
Bitte.
Darf ich Sie um Ihren Rat bezüglich der Vorkommnisse heute bitten?
Kinderhorden marschieren durch die Straßen,
posaunen unsere Geheimnisse heraus,
als wäre es ein Spiel.
Ha! Das nenne ich mal ein Spektakel.
-Was können wir tun? -Vereint euch und wehrt euch!
Was können wir dagegen tun, Ihrer Meinung nach?
Bei Ihrem Erfahrungsschatz wäre ich froh, wenn Sie mir helfen könnten.
Ich nehme an, Sie sind ihnen schon begegnet?
Kann ich nicht sagen, ich habe heute den ganzen Tag lang nur rekrutiert.
(Frauenstimme) Wiedergabe auf Nummer Alpha 437.
(Momo) Also seid ihr Diebe und stehlt uns die Zeit?
Ja. So kann man es sagen.
Dieses Mädchen.
Momo, sie ... sie ist ...
gefährlich.
Sie bringt die Leute zum Reden, und man vergisst die Zeit.
Also wollten Sie dem entgegenwirken, nicht wahr?
Was gut ist. Schöne Idee. Gefällt uns. Sie ergreifen die Initiative.
Aber das Problem beim Improvisieren ist,
dass man nie weiß, was dabei herauskommt.
Und was haben wir hier deshalb?
Regeln.
Gesetze.
-Aber das Wichtigste ... -Diese Tagträumerin hat mich verhext.
Wir dürfen den wahren Grund unserer Existenz niemals enthüllen.
Sie ist nicht wie die normalen Kinder.
-Unsere Regeln gelten für sie nicht. -Doch, tun sie.
Und sie gelten auch für Sie.
Wie ich schon sagte, Sie sind ein Vorbild für alle von uns.
Sie lassen mir keine andere Wahl,
als dem Gericht Folgendes vorzuschlagen:
Agentin BLW553C
soll des Hochverrats für schuldig befunden werden.
-Einspruch! -Und die Strafe lautet:
Kompletter Entzug jeglicher verbleibender persönlicher Zeit.
Nein!
(sie wimmert)
Gib mir den Zeitinhalator.
Bitte nicht!
Nicht, ich besch...
Geben Sie mir nur eine ...
Nein. Nein!
(panisch schluchzend) Nein ... Nein ...
(dramatische Musik)
Dieses Mädchen ...
Ihr werdet verlieren!
Der Junge ...
Ich kümmere mich um ihn.
Das Mädchen, das muss eliminiert werden.
Laden Sie ihn in die Villa ein.
-Los! -(Beppo) Oh nein. Momo!
Oh nein, nein, nein. Momo!
Hey, Beppo, hier ist Gino.
Sagst du Momo, es tut mir leid, aber ich verspäte mich? Danke.
(Passantin) Es muss sofort raus, sofort.
(Passantin 2) So schnell es geht. Ich will das morgen haben.
(Frau) Viel Spaß.
Hi, willkommen.
-Mitglied oder Gast? -Gast.
-Sagst du mir, wie du heißt? -Ähm ... Gino.
Alles klar, Gino ...
Gino ...
Leider steht dein Name nicht auf der Liste.
Bist du sicher? Ich soll hier meine Freundin Jenny treffen.
-Sie hat gesagt ... -Er gehört zu mir.
John Richter.
Du musst Gino sein.
Freut mich, dich kennenzulernen.
Meine Leute haben mir von deinen Ideen erzählt.
Ich finde deine Geschichten grandios,
ebenso, wie du die Vorstellungskraft deiner Zuhörer entfesselst.
Die Welt ist eine riesige Geschichte, und wir sind nur Figuren darin.
Ganz genau.
Fremdenführer zu sein, ist so was wie das erste Level.
Man braucht ein größeres Publikum.
Gino. Wir werden um dich herum ein Imperium aufbauen.
-Ein Imperium? -Ein Imperium.
Denn du und ich gemeinsam erreichen eine Menge Leute.
Sieh hinein.
Winzige persönliche Assistenten,
die in die Kontaktlinsen eingebaut sind.
Mit Contacts bist du nicht mehr nur ein Tourguide,
sondern ein ... Lebensguide.
Und du gehst heute Abend an den Start.
Heute Abend?
Ich wollte heute Abend eine Freundin treffen.
Also ginge auch morgen?
Und ein Komiker ist er auch noch.
Entscheide dich klug.
(Jenny) Gino?
(sie schreckt auf)
Hallo.
Was suchst du denn hier?
Eine Schildkröte, die buchstabieren kann?
Bist du echt?
Ah!
„Echt genug“.
Ich kann nicht. Ich warte auf meinen Freund Gino.
Der kommt gleich.
„Kommt nicht“?
(geheimnisvolle Musik)
Wo gehen wir hin?
„Westen“. Hm.
Du scheinst einen guten Orientierungssinn zu haben.
(Agentin) Hier drüben! Wir haben was gefunden!
-Sie muss hier irgendwo sein. -(Agent) Hier ist sie nicht!
(dramatische Musik)
(Momo) Wie heißt du?
Kass. Das ist ein sehr schöner Name.
Kassiopeia. Ich glaube, du brauchst einen größeren Panzer.
Oder einen kürzeren Namen.
(Agent) Umstellt den Marktplatz.
-(Frauenstimme) Leer. -(Mann) Hier ist nichts!
„Duck dich“?
Verstecken wir uns?
(Agent) Los, weiter!
Stopp. Seid still.
(Momo) Weißt du überhaupt, wo wir hingehen?
(spannungsvolle Musik)
(Hupen)
Pass auf, Schildkröte!
(Agent) Sie kann nicht weit sein.
Da ist sie!
(abenteuerliche Musik)
„Zehn“, „neun“, „acht“ ...
(Agent) Wo ist sie? Findet sie!
(Rufe der Agent*innen)
(Agent) Da ist sie ja.
(spannungsgeladene Musik)
(Musik endet)
Verschwunden.
Sie ist einfach verschwunden.
Glaubst du, dass er ihr hilft?
(zarte Musik)
„Niemalsgasse“.
(magische, imposante Musik)
!aiepoissaK
!etraW
!hcim fua etraW
!efliH
(zarte Musik)
.nehegsträwkcür ssum naM (Man muss rückwärtsgehen.)
.sträwkcür tfuäl reih sellA (Alles hier läuft rückwärts.)
(sanfte Streichmusik)
(mannigfaches Ticken)
(Tür knarzt)
Bist du hier? Bist du hier? Ja, in der Tat.
(er lacht)
-Na endlich. -Hast du mich etwa erwartet?
Sicher. Ich habe Kassiopeia zu dir geschickt.
(stotternd) Toll, dass du es geschafft hast.
Es ist schwierig, aber notwendig. Es darf nicht jeder ins Nirgendhaus.
Gestatte, mein Name ist Hora. Meister Sekundus Minutius Hora.
-Ich bin Momo. -Das weiß ich.
-Und woher? -Weil ich es gemessen habe.
Momo, das ist eine Sternstundenuhr.
Sie ist in der Lage,
gewisse besondere Momente anzuzeigen.
Wenn alle Wesen und Dinge
bis zu den Sternen hinauf zusammenwirken,
nennen wir das eine Sternstunde.
Kommt jemand auf die Welt, der dem Kosmos zuhören kann,
dann passieren wichtige Dinge.
Du hast Hunger.
(Kreischen)
Hallo, ihr Mäuse.
Ich wollte euch kurz gute Nacht sagen.
-Warte, was? -Sonst deckst du uns doch zu.
-Hallo, Gino. -Hallo.
Was ist das?
Ein Roboter, der mich filmt und das an die Kontaktlinsen der Leute sendet.
Die sehen mir durch ihre Linsen zu,
ich verrate ihnen ein paar meiner Fun Facts,
und das verändert ihr Leben, tschüss.
-(Türklingel) -Äh ... Gute Nacht.
(mehrfaches Klingeln)
(Klopfen)
-Beppo. -Hallo. Ist Gino da?
-Es ist dringend. -Ja, er ist oben.
Beppo, Momo könnte auch spazieren gegangen sein.
Ein Unternehmen, das Lifestyle-Produkte verkauft, entführt keine Kinder.
20 Sekunden bis zur Show. Sie müssen gehen.
Weg mit dem Schlafanzug, Flaschen vom Tisch, zack, zack.
Ich gehe in 15 Sekunden auf Sendung. Meine Chance.
Alle kommen von der Arbeit nach Hause. Und zwar genau jetzt.
Gino, wir gehen in zehn Sekunden live.
-Wir müssen zur Polizei. -Raus.
-Sprachnachricht von Jenny. -(Jenny) Ich bin stolz auf dich.
Beppo, bitte, wir reden morgen.
-Bis dahin ist sie wieder da. -Nein, Gino.
-Gino ... -Gino, beeil dich.
-Gino ... -Wir sind live in drei, zwei, eins ...
Willkommen bei Ginos Fun Facts.
Wie bitte? Sie sagen, Ihre Freundin sei von Zeitdieben entführt worden?
-Ja. -(Polizist lacht)
Meine Freundin ist in großer Gefahr.
Sie haben unnatürlich graue Augen und können Menschen zerfallen lassen zu ...
rotem Staub.
-Ja. -(Polizistin) Sorry, ich übernehme.
Kommen Sie.
Also wem haben Sie noch davon erzählt?
-Niemandem. -Sicher?
(düsterer Klang)
Ich kann Sie nicht herumlaufen und Unsinn erzählen lassen.
Was haben Sie mit Momo gemacht?
-Wollen Sie sie wiedersehen? -Ja.
Tragen Sie das. Fangen Sie an zu sparen.
Für dich.
Wieso hast du mich hergeholt?
Um ... dich zu retten.
-Mich zu retten? -Hier.
Würdest du ...
(leises Ticken)
Du bist es, die sie suchen.
-Wieso? -Du hast die Wahrheit herausgefunden.
-Sie müssen dich eliminieren. -Mich eliminieren?
-Ich habe nichts gemacht. -Du hast es Freunden erzählt.
Du hast es sogar in der Stadt verkündet. Und jetzt fürchten sie dich.
(Hora) Oh nein, er.
Er ist der Anführer dieser grauen Kreaturen.
Kennt er dich?
Natürlich kennt er mich. Ich bin der Hüter der Zeit.
-Sind das Menschen? -Ihr Erscheinungsbild ist nur Tarnung.
Und genau genommen ... sind sie nichts.
Sie existieren nur, weil die Menschen zugelassen haben,
dass ihr wertvollstes Gut gestohlen wird.
Was bedeutet, dass auch alle Farbe aus ihrem Leben verschwindet.
Rastlos, sorgengeplagt.
Unfähig, etwas zu genießen.
Ständig gestresst, und doch irgendwie immer gelangweilt.
Die hätten mich ganz leicht in die Finger kriegen können.
Kassiopeia, ist das wahr?
(er lacht) Sie hat einen cleveren Trick drauf.
Sie kann in die Zukunft sehen. Nicht weit, eine halbe Stunde.
Aber es reicht, um zu wissen, wer wo wann sein wird.
Du warst die ganze Zeit meine Beschützerin.
(Hora) Sie ist eine ganz besondere Schildkröte.
Wenn die Grauen keine Zeit mehr stehlen, was passiert dann?
Sie würden sich in Luft auflösen. Von dort sind sie hergekommen.
Ich verrate dir ein Geheimnis.
Alle Zeit dieser Welt ...
kommt von hier, aus dem Nirgendhaus in der Niemalsgasse.
-Und du machst die Zeit? -Nein, ich bin nur ihr Verwalter.
Alle Menschen bekommen eine Zeitspanne zugewiesen.
Ich bin der, der dafür sorgt, dass sie auch jeden erreicht.
Was sie damit anfangen, ist ihre Sache.
Würdest du gerne sehen, wo die Zeit herkommt?
(Ginos Mutter) Und wieder Spaß zu haben, irgendwann.
(Maria) Ich verstehe nicht, wie man Zeit stiehlt.
-(Paolo) Die Schule macht das auch. -(alle) Vereint euch und wehrt euch!
(Hora) Das ist das Pendel der Zeit, Momo.
Dort, wo es hinschwingt, blüht eine neue Stundenblume auf.
(zarte Musik)
(Momo) Ich habe diese Blütenblätter schon mal gesehen.
(Hora) Ja. Sie tragen die Zeit von hier in die Welt hinaus.
(Momo) Das ist wunderschön.
(Hora) Bleib nicht zu lange. Die Zeit läuft hier anders.
(magische Streichmusik)
(düsterer Hall)
(unbehagliche Musik)
Beppo?
(unbehagliche Musik wird kraftvoller)
Beppo!
Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Reisen.
Verreisen Sie virtuell.
Mit Contacts. Lesen Sie Nachrichten, während Sie einen Film ansehen.
Schauen Sie eine Serie, während Sie warten.
Spielen Sie, während Sie Ihre Mutter besuchen.
Verschwenden Sie nie wieder eine Sekunde.
Arbeiten Sie überall zu jeder Zeit. Mit Contacts.
Wer braucht Freunde, wenn es Bibi-Bot gibt?
Ein Freund, der immer deiner Meinung ist.
-Falsche Seite. -(Mann) Geh weiter.
(Frau) Wieso ist hier kein Platz? Nie ist Platz.
(spannungsvolle Musik)
Arbeiten Sie überall zu jeder Zeit. Mit Contacts.
-(Frau) Schneller. -(Mann) Hinten anstellen.
Gino.
(Momo keucht)
-Liliana. -Momo.
-Geht es dir gut? -Wo sind Gino und die anderen?
-Bis dann, Onkel Roman! -Wie lange war ich weg?
Ein ganzes Jahr, Momo.
Die Kinder gehen auf ein Internat.
Ich kann so jede Menge Zeit sparen, damit wir uns eine Reise gönnen können.
Das hört sich vielleicht seltsam an,
aber spare Zeit, um sie auszugeben, verstehst du?
Und Gino?
Wo ist er?
Oh, wir sehen ihn kaum noch. Aber das ist nun mal so.
Wir sehen ihn auf dem Bildschirm, wann wir wollen. Er ist erfolgreich.
(sie atmet tief und zögerlich)
Momo, bitte, ich ...
Ich habe keine Zeit.
(sie atmet erschrocken)
(sie schluchzt leise)
Ähm, Contacts.
Ähm ... Kann ich mit dem Verwalter meines Zeitsparkontos sprechen?
-(Frau) Wie können wir behilflich sein? -Ähm ...
Ich möchte gern etwas Zeit abheben.
Ich würde gern mit meiner Familie verreisen.
Bitte warten Sie. Geschätzte Wartezeit:
4 Stunden und 36 Minuten.
Ihr Anruf ist uns sehr wichtig. Bitte bleiben Sie in der Leitung.
Geschätzte Wartezeit: 4 Stunden und 34 Minuten.
Contacts, sofort auflegen.
Seht ihr euch auch die Welt an und fragt euch, was passiert ist?
Wie kann ich mithalten?
Schaltet ein. Mit Grey Corporation Contacts.
Wer ist bereit für meine Fun Facts? Seid dabei.
Ich zeige euch, wie ihr aus eurem Leben das Beste rausholt.
(Frau) Sei einer von Ginos 150 Millionen Friends
und lass dir erklären, wie du dein Leben zu leben hast.
Schalte ein. Mit Contacts.
Maria! Paolo!
Maria! Paolo!
-Wo bist du gewesen? -Momo, ist das schön, dich zu sehen!
-Könnt ihr mal kurz da raus? -Dürfen wir nicht.
-Wir bereiten den Wettbewerb vor. -Algorithmen und Logarithmen.
Und wie du die Quadratwurzel von Pi ausrechnest.
-Wozu denn? -Ehrlich gesagt, keine Ahnung.
Wir wissen nicht, was wir hier machen. Wir sind nur Schafe. Mäh, mäh.
(Lehrerin) Wer bist du denn?
-Ich brauche Ginos Hilfe. -Warum bist du nicht in der Schule?
Hey, Contacts. Identifiziert dieses Mädchen.
Ich muss wissen, wo er ist.
-Sprecht nicht mit diesem Mädchen! -(Paolo) Nein, lassen Sie mich los!
Gino gehört der Ocean Front Club. Da findest du ihn.
-(Sirene heult) -(Reifen quietschen)
(turbulente Musik)
(Musik wird imposanter)
(Musik endet)
-(Surren) -(Frauenstimme) Willkommen, Gino.
Aktiviere autonomes Fahren zum Veranstaltungsort.
Denk daran, das Show-Intro durchzugehen.
Gino!
Momo?
(gefühlvolle Musik)
Du hast mir gefehlt.
Jetzt bin ich ja da.
Weißt du, dass ich jeden Tag nach dir gesucht habe, wochenlang?
-Deine Augen. -Oh ja, ich trage sie rund um die Uhr.
Ist einfacher für den Job.
„Fun Fact Tours. Optimiere dein Leben.“
Ich habe jetzt 150 Millionen Friends, Momo.
Ich denke mir die Geschichten nicht mehr aus.
Ein ganzes Autoren-Team macht das für mich.
Das Autorenteam möchte eine Leseprobe des Show-Intros hören.
Wie wär's, wenn du mir eine Pause gönnst?
Die Wahrheit ist,
mir fällt seit Ewigkeiten nichts mehr ... Eigenes ein.
Gino, weißt du noch, was du gesagt hast?
Das ist der abgefahrenste Coup des Jahrhunderts.
Sieh mich an.
Sag deinen Zuhörern, dass sie ihre Zeit nicht hergeben dürfen.
Die Zeit existiert nicht in ihren Uhren.
Sondern in ihren Herzen.
Du bist der Einzige, der das schaffen kann.
Momo, bleib bei mir.
Ich brauche dich. Du bist meine beste Freundin.
(Frau) Gino?
Du bist gleich dran.
Hallo, Momo. Hier bist du also.
Oh mein Gott. Hast du gesehen, was man dir anbietet?
Oh, okay. Oh, wow. Das ist next-level-gut.
-(Jenny) Das ist mega. -Gino, das wird dich umhauen.
Ich weiß nicht.
Ich denke, vielleicht sollte ich ...
lieber wieder ...
selbst Ideen entwickeln.
Du bist lustig.
Das ist doch das, was du immer wolltest.
Ich bin so stolz auf dich.
(Frauenstimme) Grey präsentiert, live on stage:
den Guide für dein Leben, Gino!
(Applaus, Jubel)
(lässige Musik)
(Gino) Ich habe heute
von einer alten Freundin etwas erfahren,
das euch alle angeht.
(Richter) Gino, sei jetzt vorsichtig.
Nicht nur dir, auch deiner Familie zuliebe.
Denk an die kleine Maria
und an Paolo.
Die Grey Corporation hat mir heute gesagt,
dass sie meinen Vertrag verlängern wird.
Denn das ist es, was beste Freunde füreinander tun!
(traurige Musik)
Meister Hora!
Kassiopeia!
Kassiopeia, wo bist du?
Meister Hora!
(Gino) Seht ihr euch auch die Welt an und fragt euch, was passiert ist?
Wie kann ich mithalten?
Zusammen mit meinen 150 Millionen Friends weltweit
und mir.
Schalte ein mit Grey Corporation Contacts.
(Frau) Der Freund, der immer zustimmt.
(traurige Musik)
Bibi-Bot. Der einzige Freund, den Sie brauchen.
Das könnt ihr uns nicht antun. Das lasse ich nicht zu!
Die Ära der Zeiteffizienz ...
Wenn man unsere Zeit klaut, Leute, was können wir tun?
(Frau) Schneller.
Vereint euch und wehrt euch noch heute!
Wenn man unsere Zeit klaut ...
(tragische Musik)
Hallo, hier bin ich!
Ich habe keine Angst mehr vor euch!
Ihr wisst, wo ihr mich findet!
(düstere Musik)
Na los, zeigt euch!
(Musik endet)
Wie geht es dir?
Du siehst müde aus.
Setzen wir uns? Das machen wir.
Ich will meine Freunde zurück.
Witzig, wie ähnlich wir einander sind.
Sind wir uns nicht. Du machst die Menschen krank und einsam.
Ich mache nichts. Jeder darf für sich entscheiden.
Dein Freund Gino hat keine Sekunde gezögert,
für uns zu arbeiten.
Diese grausige Einsamkeit.
Hast niemanden zum Reden, niemanden, dem du zuhören kannst.
Muss wie Folter sein.
Was willst du von mir?
Schön, dass du fragst. Ich sag's dir.
Wir haben es satt, von diesen Undisziplinierten
die Stunden und Tage zusammenzuraffen.
Es wäre weitaus effizienter, die Zeit an ihrer Quelle zu ernten.
Und du,
du weißt genau, wo sie zu finden ist.
-Meister Hora. -Stell uns einander vor.
Und keiner deiner Freunde wird mehr Zeit für uns sparen müssen.
Du kannst sie alle wiederhaben.
Nein.
Ich hatte gehofft, ich könnte dich und deine Freunde wieder vereinen.
Bedauerlicherweise
siehst du sie jetzt wohl nie wieder.
Kassiopeia.
Wir müssen hier weg.
(düstere Musik)
(sie schreit)
(imposante, bedrohliche Musik)
-Meister Hora! -Momo.
-Sie haben sich aufgelöst. -Sie können dir hier nichts antun.
Sie kommen hier nicht rein.
Die Zeit läuft hier in der Niemalsgasse schlicht rückwärts.
Die Grauen ...
Sie bestehen ausnahmslos aus Zeit, Liebes, also ist es wie ...
Luft, die aus einem zerplatzten Ballon entweicht, brrr.
Würde die Zeit überall rückwärts laufen, würde das die Grauen zerstören.
Guter Gedanke, aber nein.
Der Rückwärtsfluss der Zeit funktioniert nur hier.
Meister Hora. Kannst du die Zeit einfach anhalten?
-Das wurde sie noch nie. -Ist es möglich?
Theoretisch schon. Die Zeit würde stillstehen, wenn ich ...
-... schlafe. -Du hast noch nie geschlafen?
Wenn du aufwachst, fließt die Zeit wieder?
Da liegt die Gefahr. Wenn die Zeit stillsteht, steht alles andere still.
Auch meine Uhren. Nichts könnte mich wecken.
Die Welt wäre für immer eingefroren.
-Es muss etwas geben. -Hm.
Natürlich.
Natürlich!
Die Blume! Das ist es.
Wenn die Zeit nicht mehr fließt,
wird trotzdem noch eine einzige Stundenblume erblühen.
Der, der sie in den Händen hält,
kann sich frei bewegen, jedoch nur exakt eine Stunde.
-Und in dieser Stunde ... -Können die Grauen keine Zeit stehlen.
Man muss sie hindern, an ihre Reserven zu gelangen.
-Und wie? -Weiß ich nicht.
Aber diese Person müsste ihnen folgen
und herausfinden, wo sie die Zeit aufbewahren.
Sobald du sie findest, berühr sie,
das setzt die Zeit wieder in Gang und weckt mich.
Damit bringe ich dich in sehr große Gefahr.
Es ist unsere einzige Chance.
Sobald die Zeit anhält,
ist das die einzige Stunde, die dir bleibt.
Es ist zwingend erforderlich, dass du die gestohlene Zeit
wieder an die Welt freigibst, und zwar bevor sie verwelkt.
Du hast 60 Minuten, bis die Blume verblüht ist.
Du musst sie immer an deinem Körper tragen.
Andernfalls wirst auch du, Momo,
für immer eingefroren sein.
Die Welt zählt auf dich. Nur Mut.
(Richter) Die Zeit fließt rückwärts. Das ist bedauerlich.
Gut.
Wollen wir doch mal sehen, ob dieses Schlafen
so ein Knüller ist, wie alle sagen.
(mannigfaches Ticken)
(spannungsvolle Musik)
(Musik und Ticken enden)
Scheint sicher.
Gehen wir rein.
(leise bedrohliche Musik)
Oh nein.
(Richter) Schwärmt aus und findet Hora. Und das Mädchen.
Meister Hora!
Sie können jetzt rauskommen.
Nur nicht so schüchtern.
(spannungsvolle Musik)
Er hat die Zeit angehalten.
Seht ihr?
-Nichts ist mehr in Bewegung. -Leer.
Dieser kapriziöse, lächerliche Mann hat den Nachschub gekappt.
Ich kann es nicht öffnen.
-Leer. -Sarge.
Wie viel Zeit ist noch in Ihrem Greyflow?
(Agentin) Sieben Minuten, wieso?
Kommen Sie her, Liebes, lassen Sie mal sehen.
Nur ganz kurz.
Wir müssen zu unserem Tresor. Schnell.
(leise) Okay.
(treibende Musik)
Aus dem Weg!
Leer.
(weiter treibende Musik)
Leer.
Hey! Die Blume. Gib mir die Blume!
Hey!
Hey!
Gib sie mir.
Bitte. Lass los.
Beppo.
(zarte, traurige Musik)
Tut mir so leid, Beppo.
Es war alles meine Idee. Verzeih mir.
Oh nein.
Ruhig bleiben.
Ein Schritt nach dem anderen.
Wir sehen uns, Beppo.
Oh nein.
(leise entfernte Stimmen)
Whoa!
(Richter) Ich möchte jedem Einzelnen von Ihnen
meine tiefe Dankbarkeit aussprechen.
Ihr Engagement und Ihre Arbeit waren die Grundpfeiler für unseren Erfolg.
-Dafür danke ich Ihnen. -Leer.
Was für ein Glück,
dass die Tresortür geöffnet war,
als Meister Hora die Zeit einfror, um uns auszuhungern.
Somit haben wir Zugang zu unseren Reserven.
Dennoch sind wir viele,
und unsere Ersparnisse sind begrenzt.
Um unser Überleben sicherzustellen, werden wir also ...
-Leer. -... ein Spiel spielen.
Die geraden Nummern
schnappen sich jetzt die verbleibende Zeit ihres Nachbarn.
-Leer. -Leer.
Leer.
Aufrücken.
Für die Übriggebliebenen werden die Vorräte für sehr lange Zeit reichen.
Sie kommen weiter an Blütenblätter ran und überleben mich.
-Leer. -„Tür zu“.
Aber ... die Tür ist eingefroren.
„Nimm Blume“.
-Leer. -Jetzt bekommen Sie Ihren Vorrat.
Leer.
-(Agent) Leute, jeder nur ein Blatt. -Leer.
Schön langsam.
-Leer. -Leer.
(spannungsvolle Musik)
Leer.
Jeder immer nur ein Blatt.
(Richter) Genug, das sollte reichen.
Hinterher!
Wir brauchen die Blume, um die Tür zu öffnen!
(Agentin) Lasst sie nicht entkommen! Wir brauchen die Blume.
Schnapp sie dir!
(treibende Musik)
Sie darf nicht entkommen!
Komm her.
(Momo ächzt)
(Agentin) Findet sie!
(treibende Musik)
(Agent ächzt)
-(sie schreit) -Das war's.
Komm schon. Gib sie mir.
-Nein, nein, nein, oh! -(Momo kreischt)
(sie kreischt)
(atmet röchelnd)
(imposante, bedrohliche Musik)
Leer.
Scheint, als hätten wir beide keine Zeit mehr.
Das letzte Blütenblatt.
Die letzte Minute dieser Welt.
Gib es mir.
Jeder Mensch, den du liebst,
also alle deine Freunde, keiner von ihnen wacht je wieder auf,
und du allein bist schuld daran.
-Gib es mir. -Leer.
Dummes Ding.
Nein, nein. Das ist zu früh.
Nein.
-Leer. -Nein.
Nein.
Du hast mich die Zeit vergessen lassen.
Gib das Blütenblatt her.
Bitte, gib es mir.
-Ich hab's verdient. -Nein, hast du nicht.
Bitte.
(imposante, hoffnungsvolle Musik)
(harmonische Musik)
(kraftvolle harmonische Musik)
(Musik wird sanfter)
(Erzähler) Und dank Momo kehrte die Zeit
zu allen und jedem zurück.
Ah!
Niemand hatte bemerkt, dass die Welt für eine Stunde stillgestanden hatte.
Für die Menschen passierte all das in nur einem Wimpernschlag.
Aber dennoch, etwas hatte sich verändert.
Die Menschen wussten plötzlich tief in ihren Herzen,
dass ihre Zeit auf unserer Erde schlicht und einfach
unermesslich kostbar ist.
Leb wohl.
Ich werde dich nie vergessen, Kassiopeia.
Ja.
Ich stehe ja schon auf, versprochen.
Oh, aber schlafen ...
(er kichert)
Das ist ja erstaunlich.
(kraftvolle freudige Musik)
-Momo! -Beppo!
-Liliana! -Momo!
-(Maria) Momo! -(Paolo) Momo!
Hey! Paolo.
Es tut mir so leid.
Ist schon okay.
Ganz schön was los.
Hier soll es einen guten Fremdenführer geben.
Vielleicht irgendwann.
Lass dir Zeit.
(Maria) Gino, hier bist du.
(zarte Musik)
(Erzähler) Wie du diese Zeit nutzt,
ob am nächsten Tag, in der nächsten Stunde
oder in den nächsten fünf Minuten,
nun, das ist ganz allein deine Entscheidung.
Aber bitte
genieße sie.
Wir haben nur jetzt.
(gefühlvolle Klaviermusik)
(„One More Day“ von Malou Lovis & Tokio Hotel)
(Frauengesang setzt ein)
(gefühlvoller Refrain mit Frauen- und Männergesang)
(Lied wird ruhiger)
(gefühlvolle Strophe mit Männergesang)
(gefühlvoller Refrain mit Frauen- und Männergesang)
(Lied wird ruhiger)
(Lied klingt aus)
(ruhiges Lied mit Männergesang)
(„Time Is All We Have“ von Sam Ryder)
(ruhiger Refrain)
(ruhige Strophe)
(ruhiger, kraftvoller Refrain)
(imposante Streichmusik mit kraftvollem Gesang)
(ruhiger Gesang)
(Lied klingt langsam aus)
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