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[hallende, gespenstische Musik]
Was haben wir getan?
[Musik verebbt]
[Meret] Etwas Unverzeihliches.
Wir haben vor 16 Jahren ein Kind geklaut.
[er seufzt]
Um es zu behalten, werden wir wohl noch sehr viel Schlimmeres tun mĂĽssen.
[er schnauft leise]
Du wusstest, du wĂĽrdest Katya zurĂĽcklassen.
Schau uns an.
Wir sind alt.
Das muss aufhören.
Du bist das schwache Glied.
Nicht ich.
[er schnauft]
[TĂĽr klappert im Hintergrund]
[gespenstische Musik]
[Nina] Mama?
[dĂĽstere Musik]
-Geh schlafen, wir reden morgen. -Wenn dein Kopf noch nicht explodiert ist.
Die Frau drauĂźen, wer ist das?
Ins Bett. Komm her.
Papa, ich bin kein kleines Kind mehr.
Dann benimm dich auch nicht so.
[Nina geht die Treppe hoch]
[TĂĽr knallt oben zu]
[atmet nervös]
[keucht] Ihr…
Huh!
[Katya, keucht] Ihr…
-[keucht] -[stimmlos] Ihr habt…
Ihr habt…
…mein Baby geklaut.
[schreit unterdrückt] Ihr habt mein…
[Katya stöhnt]
[traurige Musik]
[wimmert]
[Meret] Bring sie ins Safehouse. Ich rede mit Nina.
-[Klopfen an der Tür] -[Popmusik klingt aus Kopfhörer]
[Meret schlieĂźt TĂĽr]
Ich verstehe, dass du sauer auf uns bist.
Vielleicht…
-Ich versuche es nur, dir zu erklären. -Papa hat ein Aneurysma im Kopf.
Aber er ist ein Vollidiot und will die OP nicht.
Was willst du mir da noch großartig erklären?
[lacht seufzend]
Natürlich lässt er sich operieren.
Er hat nur ein bisschen Zeit gebraucht, weil er darĂĽber nachdenken musste.
Und er wird auch wieder vollkommen gesund.
Wirklich?
[sanft] Schatz.
Ihr müsst langsam mal aufhören, mich wie ein kleines Kind zu behandeln.
Ich halte die Wahrheit aus.
Was?
Ich hatte einen Bruder. [räuspert sich]
Er war sieben Jahre älter als ich.
FĂĽr ihn war ich immer nur das Baby.
Aber…
…ich fand ihn toll.
Und als ich 15 war, ist er ertrunken.
Im See.
Zwei oder drei Jahre vor seinem Tod, da…
…kam ich nachts in die Küche und er saß dort im Dunkeln…
…und weinte.
Und ich stand nur da und starrte ihn an.
Und plötzlich sagte er:
"Ich habe Angst.
Ich habe so Angst vor dem Leben."
[ruhige, triste Musik]
Ich habe seinen Abschiedsbrief gefunden und meinen Eltern gezeigt.
Aber sie haben behauptet, es wäre ein Unfall gewesen.
Obwohl wir es alle wussten, haben sie immer wieder gesagt:
"Es war ein Unfall."
Was ich am meisten an dir liebe…
…ist, dass du nie eine Lüge akzeptierst.
Keine Ahnung, woher du das hast. Von mir jedenfalls nicht.
Manchmal glaube ich, dass ich nur aus LĂĽgen bestehe.
[flĂĽstert] Wie meinst du das?
[melancholische Musik]
[muslimischer Gebetsruf in der Ferne]
-[Meret] Ich bin unterwegs zum Hotel. -[Gregor] Gut.
Aber wie kannst du sicher sein, dass der Scheich alleine ist?
Er zieht morgens um acht seine Bahnen.
Der einzige Ort, wo seine Leibwächter keinen Zutritt haben
und er ganz allein ist.
Scheinbar haben auch Reiche Body Issues.
-[er lacht zynisch] -[Meret, Französisch] Guten Morgen.
Guten Morgen.
[kĂĽhle, spannungsgeladene Musik]
-Morgen, Zayd. -Guten Morgen, Madame.
-Guten Morgen, die Damen. Bitte schön. -Danke.
-Danke, wie nett. -Gerne.
[Deutsch] Wenn mein Job erledigt ist, hab ich eine Bitte.
[Gregor] Aha?
-Zwei Wochen. -Wo?
Hier.
Ich muss was klären.
Hm.
WeiĂź dein Ehemann Bescheid?
Pst.
-Ich bin jetzt drin. -Pass gut auf dich auf.
[Meret] Wir sehen uns auf der anderen Seite.
[Piepen, Klicken]
[ruhige, spannungsgeladene Musik]
[Benachrichtigungston]
SICHERHEITSVERSTOSS ZIELPERSON FESTNEHMEN
[Meret] Oh, fuck.
[Musik wird pulsierend]
[Gebäude-Alarm]
[Meret] Come on.
[Musik steigert sich]
[weiter Alarm]
[Englisch] Aufs Dach!
Fuck!
[Musik verstummt]
Wir haben sie.
[helle Violinenklänge]
[sie seufzt]
[sie seufzt]
[Meret, Deutsch] Oh, Morgen.
Morgen.
Du hattest recht.
Wir mĂĽssen Koleev finden und ausschalten, ein fĂĽr alle Mal.
Genial. Du kĂĽmmerst dich?
Wo gehst du hin?
Infos einsammeln von Jonas Auken.
Warum wĂĽrde er dir Informationen geben?
-Meret? -[Tür fällt zu]
-[seufzt] -[leise] Du kennst ihn also doch.
[Simon] Sie sollte Sonntag zurĂĽck sein.
[Gregor stöhnt]
Zwei Wochen mehr. Das ist doch nichts.
Kann man sich nicht aussuchen.
Ja, wenn du aussuchst.
Ja.
Sie ist eine brillante Agentin.
Eine der besten, die ich je hatte.
Ihre einzige Schwäche bist du.
[seufzt]
Kapier's doch mal endlich.
Eure Ehe ist tot.
Gregor, du bist so ein Arschloch.
Vorsicht.
Herr… Stabsarzt.
Wir alle haben unsere Geheimnisse.
Warum hast du sie weggeschickt?
Habe ich nicht.
Sie hat mich drum gebeten.
[Gebäude-Alarm]
[ruhiges Gemurmel]
[Englisch] Ich rufe zurĂĽck.
[Deutsch] Ich wollte mal in Ruhe mit dir sprechen.
Ohne dass du mich vielleicht umbringst.
Ich wusste nicht, dass du der Job bist.
Wirklich.
Ich hätte dich gestern ausschalten können.
Aber?
Ich habe mich dagegen entschieden.
Ich habe versucht, den Job loszuwerden.
Sie lassen mich nicht.
Es tut mir leid.
Wirklich.
[weiter Alarm]
Du lässt sie gehen?
[Sirenen nähern sich]
[spannungsgeladene Musik mit Cello-Klängen]
[Radio-Sprecher] Radio Spree 99.9. Berlin-Update.
Guten Morgen. Riesiger Polizeieinsatz gestern Nacht im alten Flughafen Tegel.
Anwohner riefen die Polizei…
Die Behörden wollten keine Stellung nehmen dazu.
Wir bleiben aber weiter dran.
[seufzt] Vielleicht hat's Gregor doch irgendwie rausgeschafft.
Er ist fast 70.
Wie ist der Stand mit Helena Kohn und Karl Brehme?
[Alice] Was?
-Mit den neuen Identitäten. -Wir sind dran.
Gut. Haltet mich auf dem Laufenden.
[seufzt] Wir werden jetzt eine Menge Anrufe kriegen.
LieĂź sich nicht vermeiden nach all dem hier.
Ich weiĂź, er hat dir viel bedeutet.
Also, er bedeutet dir viel.
Mir auch.
Wenn er noch lebt, dann finden wir ihn.
[sie seufzt]
[ruhige, triste Musik]
[seufzt]
[Ächzen]
[ächzt angestrengt]
-Morgen. -Morgen, Chef.
Ich wollte nur sagen, ich find's gut, dass du's Nina erzählt hast.
-Ich hätte es ihr längst sagen müssen. -[Yul] Hm.
Ich dachte, du wärst…
Aber du hättest mir sofort Bescheid geben müssen,
dass sie zurĂĽck in Berlin ist.
Sorry, Chef.
Ja.
[Simon] Na?
[lacht leise]
Guck mal.
Die magst du doch so gern, hm?
Als du die zuletzt gemacht hast, kamst du nicht zu meiner SchulauffĂĽhrung.
Ăśber seine Krankheit zu lĂĽgen, ist etwas komplett anderes.
Ich habe dich nicht angelogen.
Ich habe deiner Mutter auch nichts gesagt. Ich…
…musste einfach herausfinden, wie's mir damit geht.
Ja? Und?
Ich mache die OP, wenn du das meinst.
-Muss ich mir Sorgen machen? -Nein. Auf keinen Fall.
Ich habe keine Angst. Das ist eine Routine-OP.
So was machen die Ärzte ständig.
Die gehen auch nicht direkt an den Kopf, sondern ĂĽbers Bein, mit 'nem Katheter.
-Okay. -Hm?
Umarmung?
[lacht leise] Naturellement.
[er seufzt]
Ach, du.
[er atmet tief ein]
[Handy vibriert]
[Simon, lacht sanft] Hm.
Du, ich muss los.
Sagst du Yul, dass er die Abendkarte fertig machen soll?
Wo willst du hin?
Probier mal.
Mmh! Perfekt.
[Tür wird geöffnet]
[TĂĽr wird geschlossen]
[Simon] Fuck.
[spannungsgeladene Musik]
[keucht]
[leises Quietschen]
[Klappern]
-Katya… -[sie ächzt wütend]
-Warte. -[beide ächzen]
-[sie ächzt] -[Simon] Es tut mir leid.
[sie schluchzt wĂĽtend]
Es tut mir leid.
[schluchzt]
[er keucht]
[sie keucht wimmernd]
[sanft] Es tut mir leid.
[ruhige, triste Musik]
-[Tür wird geöffnet] -[Schritte auf der Treppe]
[Metin, Englisch] Du weiĂźt, dass sie eine Spionin ist. Oder nicht?
Ich bringe sie zum Reden, wenn du einen Beweis brauchst.
[ihr stockt der Atem]
[pulsierende Musik]
[ruhige, nachdenkliche Musik]
[Deutsch] Wie bist du da weggekommen?
Als deine Frau weggefahren ist und ihr mich zurĂĽckgelassen habt?
Die Polizei ist aufgetaucht, Koleev ist abgehauen, und…
…ich bin weggerannt.
Ich bin froh, dass du's geschafft hast.
[leiser Nasenatmer]
-Dein Kopf. -Hm?
Was ist mit deinem Kopf?
Aneurysma.
Brauche dringend 'ne OP, könnte sonst platzen.
Karma? [lacht verlegen]
Spar dir die Mitleidstour.
[lacht leise]
So guckt mich Nina auch immer an.
[sie schnieft]
Das Gift…
Das Gift, das hat sie nicht krank gemacht?
[er stöhnt]
Ja, zuerst dachten wir nein, und dann…
…ist sie plötzlich sehr krank geworden. Hörte gar nicht auf.
Chronisches Nierenversagen.
Wir beantragten eine Spender-Niere, standen auf der Warteliste ganz unten.
Ich konnte selbst als Arzt nichts tun. Dann endlich…
…kam der Tag, die OP.
Ihr Körper nahm alles wunderbar an. Wir hatten die beste Behandlung, alles…
Alles getan, damit sie ein normales Leben fĂĽhren kann.
Die letzten Jahre könnte man meinen, sie wäre nie krank gewesen.
"Die letzten Jahre."
Die letzten 16 Jahre hab ich mir selbst die Schuld gegeben.
Mich gefragt, was ich hätte anders tun können.
Katya…
Leben auf der Flucht, Organversagen, wie hätte das funktioniert?
Das ist eure Rechtfertigung, ja? Dass ich ihr das nicht hätte bieten können?
-Du musst verstehen… -Ich muss nichts. Halt die Klappe.
-Meret ist eine wunderbare Mutter. -Hör auf! Sie ist nicht ihre Mutter.
Es ist mein Kind, und ihr habt sie mir geklaut.
[sie keucht]
[Handy vibriert]
[Gregor am Telefon, keucht] Meret? Hallo, Meret.
Gregor?
[stockend] Ich brauche Hilfe.
Ja, was ist los?
Ich will ihn sprechen.
[Gregor] Keine Polizei.
[atmet schwer, faselt unverständlich]
[seufzt, Handy fällt hin]
Gregor?
Gib ihn mir.
[Simon] Hallo? Gregor?
Ich glaube, der ist tot.
Okay, dann schick mir den Standort. Sofort.
Ich will ihn sehen.
Du schuldest mir was.
Du bist beim BND.
Du hast mich benutzt, um an den Scheich ranzukommen.
Du musst weg aus Marokko.
Lass uns zusammen gehen.
Geh zurĂĽck zu deinem Mann.
Deinem echten Leben.
Das hier ist echt.
[schnauft leise]
Ich kenne nicht mal deinen echten Namen.
Helena.
Mein Name ist Helena.
Du bist zu deinem Mann zurĂĽck, oder?
Habt ihr Kinder?
M-m.
Doch, habt ihr.
Du sagst es nicht, weil du sie beschĂĽtzen willst.
Ich hab drei.
Hat Koleev sie bedroht?
Du…
…dein Mann…
…und Gregor Klein.
Für jeden von euch, der lebt, tötet er eins meiner Kinder.
Und du denkst, das zieht er durch?
Hilf mir, ihn zu kriegen.
Wenn er stirbt, sind deine Kinder sicher.
Du kriegst vielleicht Koleev.
Aber seinen Schwiegervater, Sasha, niemals.
Unterschätz mich nicht.
Ich bin deine beste Chance.
Meine beste Chance…
…wär's, dich zu töten. Einer von euch für einen von mir.
[ruhige, melancholische Musik]
[spannungsgeladene Musik]
-[Simon] Gregor? -[Gregor] Ich brauche Hilfe.
Keine Polizei.
[Simon] Schick mir den Standort. Sofort.
[Alice] Alles klar.
Wir haben Gregor gefunden.
[er atmet nervös]
[Simon] Hey! Gregor!
Hey, kannst du mich hören? Gregor.
Du brauchst Blut. [ächzt]
[Simon stöhnt]
[Gregor murmelt schwach]
Maulwurf.
-Was? -[Gregor] Koleev…
…im BND…
-Bist du dir sicher? -[Gregor] Ja, Maulwurf.
[Simon] Maulwurf im BND?
Gregor?
Hey!
Hörst du mich?
ScheiĂźe.
[Simon ächzt]
Siehst du mich?
[Gregor atmet schwer]
Katya…
[Russisch] Du…
[Gregor seufzt]
[Deutsch] Ich hätte alles für dich getan.
[Russisch] Ich habe es versucht.
[Simon ächzt]
[Russisch] Aber es hat nicht gereicht.
[Simon, Deutsch] Ach, das ist zu viel Blut.
[Gregor röchelt]
[Simon] ScheiĂźe. ScheiĂźe.
ScheiĂźe.
[schwach] Ist okay.
[Russisch] Mein Kind ist am Leben.
-[Gregor ächzt] -[sie schluchzt]
[röchelndes Seufzen]
[helle, klagende Violinenmusik]
[Deutsch] Du wirst mir meine Tochter nicht noch mal wegnehmen.
[räuspert sich leise]
Das ist Karl Brehme.
Fuck.
[Auto beschleunigt]
[spannungsgeladene Musik]
[Reifen quietschen]
[Musik verstummt]
Das Auto ist auf die Privatadresse zugelassen.
Wenn es im BND einen Maulwurf gibt, weiĂź Koleev jetzt, wo wir wohnen.
Und auch, wo Nina wohnt.
[sanft] Bis gleich.
[Tür wird geöffnet]
[TĂĽr wird geschlossen]
[Dusche läuft]
[triste, unbehagliche Musik]
[Poltern]
[ruhige, pulsierende Musik]
Setz dich.
[Musik wird gespenstisch]
Wo ist dein Mann?
[wehmütige Klänge]
[Handy vibriert]
[Simon, Voicemail] Meret, wo bist du? Wir sind aufgeflogen.
Die kennen die Adresse von The Garden. Ich fahre dahin.
Meld dich endlich, verdammt! Meld dich!
[Freiton]
[Koleev] Wo sind Sie? Metin wollte mir nichts sagen.
[Jonas] Hotel Schöner Blick. Ich hab Helena Kohn.
Ich behalte sie hier.
Sie mĂĽssen zu einem Restaurant, The Garden.
Karl Brehme ist dort.
[Koleev] Verarschst du mich?
[Jonas] Nein. Schnappen Sie ihn sich, dann kommen Sie her.
Du Wichser.
Meine Tochter ist dort.
Koleev hat kein Interesse an ihr. Nur an dir und Karl.
Du glaubst, er lässt eine Zeugin zurück?
[spannungsvolle Musik steigert sich]
-[Katya, Deutsch] Was ist der Plan? -Ich hab keinen Plan.
Nina rausholen.
[leise] Du wartest hier.
[Auto nähert sich]
[AutotĂĽren klappern]
[Nina] Papa?
Okay. Wir mĂĽssen weg.
[spannungsvolle Musik]
Okay, kommt. Hier lang. Kommt.
Kommt!
[Klappern]
Papa!
Pst.
[kaum hörbar] Da lang.
[leise] Geh du da lang. Ich checke hier.
[Mann] Los geht's. Komm.
-Der BND ist drin. -Was macht sie hier?
Koleev ist gerade angekommen mit seinen Leuten.
Okay, kommt.
Steigt ein, los. Steigt ein!
Ihr werdet's ihr sagen mĂĽssen.
Ich versprech dir, ich sag nichts, bevor ihr nicht so weit seid, okay?
Okay.
[pulsierende Musik]
[Julika] ScheiĂźe!
[Julika keucht]
Was hat er dir gesagt?
Was hat er dir gesagt?
Du weiĂźt doch, wie schlecht man Russisch ist.
Hallo?
Danke, das… Mhm.
Das weiß ich sehr zu schätzen.
Gregor ist…
Die Sanitäter haben ihn noch vor Ort für…
[erstickt] …tot erklärt.
ScheiĂźe.
Tut mir leid.
Komm her. Komm her. Komm her.
[Julika schluchzt]
[Meret] Was?
[spannungsgeladene Musik]
Meret?
Papa, wo ist Mama?
[bedrohliche Musik]
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