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Guten Tag.
Hallo, Yuli... - Komm!
Los geht's, Alter!
Komm, Yuli!
Du musst gewinnen! Los! Los!
Wir sind so weit.
Und du?
Ja... ich komm schon.
Alles okay? - Ja, ja.
Na dann, los. Planänderung. Wir fangen mit der Straße an.
Auf! Auf! Bewegung!
Yuli!
Tina! - Was ist?
Hast du Yuli gesehen? - Nein, hab ich nicht.
Männer, hat einer meinen Sohn gesehen?
Verdammt noch mal!
Cundo, ich hab dich mit Yuli gesehen. Weißt du, wo er steckt?
Nein.
Los! - Komm schon!
Los, Yuli!
Er gewinnt!
Miguelito! Miguelito!
Verdammt, lasst mich durch! Hey, weg da!
Hey, steh auf! Verdammt!
Komm jetzt! Wie oft soll ich dir das noch sagen?
Häng nicht mit diesen Kriminellen rum!
Das tut weh!
Du willst mit dem Arsch wackeln? - Aua, Papa!
Dann warte mal ab, du wirst mit dem Arsch wackeln...
Bis morgen.
Yuli, mach das Licht aus.
Mama, wo gehen wir hin?
Frag deinen Vater...
Guten Morgen. - Wir sind zum Vortanzen da.
Warten Sie kurz hier.
Jungs, ich sehe lauter krumme Beine.
Total krumm! Los, richtig strecken!
Strecken, bis es wehtut! Jungs!
Schaut euch die krummen Beine an!
Strecken!
Beug dich vor und bring den Kopf zu den Knien.
Schön runter.
Und hoch damit.
Hoch, Julia, noch höher.
So ist's gut.
Du willst also Tänzer werden, Carlos? - Nein, will ich nicht.
Doch, er will. - Nein.
Doch, du willst.
Was willst du werden? - Fußballer, wir Pele.
Ich will Turnschuhe tragen, nicht so Strumpfhosen
wie die schwulen Vogelscheuchen da draußen.
Nur noch ein letzter Test.
Tanz uns etwas vor, was du magst. - Nein.
Tanz! - Nein.
Wenn du nicht tanzt, tanzen wir zwei später zu Hause.
Hören Sie...
Das ist eine der weltbesten Ballettschulen.
Es braucht jahrelange Disziplin und Hingabe,
es ist eine Lebensweise.
Es ist kein Beruf, sondern eine Berufung.
Wissen Sie, wir leben sehr weit weg.
Man muss drei verschiedene Busse nehmen,
zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück.
Er ist noch so klein. - Ja. Und morgens bin ich immer todmüde.
Ich habe mit neun angefangen zu arbeiten. Und hier steh ich.
Du stehst einfach jeden Morgen um fünf mit mir auf. Und fertig!
Hören Sie. Die ganze Familie muss sich einig sein und mitziehen.
Aber sie sind geschieden. - Wir leben noch zusammen.
Wie Hund und Katze.
Carlos,
die meisten Kinder würden alles geben, um diese Schule zu besuchen.
Nirgends anders in der Welt kriegst du Ballettunterricht,
Schulunterricht und sogar Essen umsonst.
Das ist ein Luxus.
Du hast etwas, was den meisten fehlt.
Etwas Besonderes.
Du sprudelst über vor Talent. Das sieht ein Blinder.
Wir machen das so: Du fährst nach Hause, besprichst es mit deinen Eltern,
dann reden wir weiter.
Machst du das für mich? - Nein.
Mach das Licht aus, Yuli!
Papa, ich will nicht Tänzer werden.
Ich will normal sein.
Pech gehabt, Partner.
Meine Freunde werden mich meiden und Schwuchtel nennen.
Okay-
Aber pass auf, was ich dir sage.
Der Sohn eines Tigers hat auch Streifen.
Wenn dich einer Schwuchtel nennt, zeig ihm deinen dicken Schwanz
und sag ihm, er kann dich mal am Arsch lecken.
Du bist Yuli,
Sohn Ogün Areres, Gott des Krieges.
Den Spitznamen hat er von mir!
Blödsinn, Berta! Du warst nicht mal dabei.
Ich habe dir den Namen eines mutigen Kriegers gegeben. Yuli!
Du wirst der beste Tänzer der Welt.
Und basta!
Und jetzt alle ins Bett, verdammt!
Carlos, hier, das ist deiner.
Danke.
Darf ich? - Ja, nur zu.
Dein Alter hat dich sehr geliebt, hm? - Auf seine Art.
Nach seinen Regeln.
Eins, zwei, in den Boden drücken, drei,
vier und strecken!
Sechs, sieben,
acht... Und eins,
zwei,
drei... Kinn hoch!
Vier,
fünf,
sechs, sieben...
Carlos, bitte!
Und eins, zwei, drei, vier,
fünf, sechs, sieben, acht. Bauch rein!
Mama, wann kommen sie?
Ach, Gott, seid ihr alle ungeduldig! Sie wird schon kommen.
Das sagst du schon seit einer halben Stunde!
Passen wir alle rein?
Immer darf Berta mit. - Du nervst!
Eure Tante tut, was sie kann. Es reicht.
Schaut, da kommt sie!
Kinder, nein, nein! Lass mal sehen. Carlos!
Steigt aus!
Aber warum?
Ich kann nur Berta mitnehmen.
Es ist zu eng.
Immer darf sie mit!
Tut mir echt leid.
Beim nächsten Strandausflug seid ihr zwei die Ersten.
Lügnefln!
Mimi, Mimi, komm mal her...
Meine Güte...
Liebes, wir müssen etwas sehr Wichtiges besprechen.
Was? - Keine Sorge, später mehr.
Mach nicht so ein Gesicht.
Mama, jetzt lass uns losfahren! - Fahren wir.
Ich war bei ihr.
Sie gehen alle.
Sie haben schon Tickets und Visa.
Nach Venezuela und von dort nach Miami.
Da passt sie hin.
Aber sie nimmt Mama mit, Pedro.
Sie...
Mireya möchte...
dass Berta und ich mitkommen
und Marilin und Carlitos hier bei dir bleiben.
Was?
Was sagst du da?
Pedro, wenn ich hierbleibe, werde ich Mama nie wiedersehen.
Was hast du vor? Yuli und Marilin sind auch deine Kinder!
Papa, verlässt Mama uns?
Schlaf jetzt, Yuli, Schlaf.
Es ist schon sehr spät.
Sag, wird sie uns verlassen?
Jetzt etwas mehr Gas!
Hörst du? Hörst du?
Fahr geradeaus!
Fahr geradeaus, Junge!
Bist du betrunken? - Papa! Wir bauen ein Unfall!
Acosta.
Ist es unser Nachname?
Siehst du die Glocke da?
Sie gab auf der ganzen Plantage den Ton an.
Die Zuckerrohrplantage Acosta.
Wenn ein Sklave geflohen ist, fingen sie ihn mit Hunden ein.
Sie zahlten eine Unze Gold
für jeden Sklaven, der eingefangen und zurückgebracht wurde.
Starke, muskulöse Sklaven wie dein Großvater standen hoch im Kurs.
Man zwang sie zum Sex mit gesunden schwarzen Frauen.
Ein neugeborener Schwarzer war so viel wert wie ein Kalb.
Sie lebten in Baracken und wurden von Flöhen aufgefressen.
Mit einer Tür, um sie einzuschließen,
und nur einem Fenster, damit Luft reinkam...
Sie peitschten selbst Schwangere aus.
Sie legten sie überein Loch im Boden, damit der Bauch keinen Schaden nahm.
Aber die grausamste Strafe war der Block.
Man machte ihren Kopf, ihre Füße und Hände
zwischen riesigen Holzplanken fest
und ließ sie monatelang so.
Papa, woher weißt du das?
Meine Mutter, deine Großmutter, ist hier geboren.
In unserer Adern fließt das Blut von 350 Jahren Sklaverei.
Das hinterlässt Spuren.
Im Kopf, im Herz...
bis hin zum Namen.
Acosta.
Spuren, die immer noch Trennlinien sind.
Wie bei mir und Berta.
Sie soll mit nach Miami, weil sie weiß ist.
Aber wir haben überlebt, mein Sohn. Selbst an Orten wie diesem.
Wir haben gesungen, getanzt, uns gewehrt und sind unseren Göttern treu geblieben.
Die Erinnerung macht uns entschlossener und hart wie Stahl...
Wir waren und sind Krieger.
Söhne Ogun Areres! Yuli.
Krieger, das sind wir.
Du bist schön, mein Sohn, von innen und von außen.
Und nichts und niemand wird dich je zurückhalten können.
Jetzt chillt mal, ich bin keine Wissenschaft.
Carlos, wo ist diese Zuckerplantage Acosta?
In der Provinz Pinar del Rio, in San Juan y Martinez.
Aber weißt du, was? Mein Vater war nie mit mir dort.
Nein! - Das ist alles erfunden.
Das ist nicht passiert. Aber es ist wahr.
Meine Großmutter war Tochter einer Acosta-Sklavin.
Ich stellte mir meinen Uropa als von Hunden gejagten Sklaven vor,
der gegen Sklavenjäger kämpfte, gefoltert und ausgepeitscht wurde.
Mein Vater kannte seinen Vater nicht, und meine Großmutter schlug ihn,
sie war nahezu grausam.
All das vermischte sich im Kopf des Alten.
Aber auch wenn es nicht passiert ist, ist die Frage:
Ist es deshalb nicht wahr?
Aber Carlos, sagst du uns jetzt, was wahr ist und was nicht?
Genau. - Kennst du immer den Unterschied?
Wenn du deine Lebensgeschichte erzählen willst, musst du richtig reingehen.
Bis auf den Grund. Da schwimmen die richtig dicken Fische.
Beeilt euch, wir müssen los.
Das Flugzeug wartet nicht.
Du kannst dich immer noch entscheiden. - Nein.
Wir können in Venezuela auf dich und Bertica warten.
Ich kann nicht.
Jetzt komm schon, Maria. Es ist Zeit.
Vergiss mich nicht, Mama. - Pass auf dich auf, versprich's mir.
Pass gut auf dich auf. Ich werd dich nie vergessen, Liebes.
Spielen die scheiße! Schau dir die Schwuchtel an!
Ich hab gehört, du bist jetzt schwul! Stimmt das?
Na, du Vögelchen, du kleine Tunte!
Arme in Position, Beine gestreckt.
Kinn hoch.
Schultern runter.
Ganz langsam, drei...
Vier... So ist es richtig! Fünf.
Sieben, acht...
Und zur Stange drehen.
Vier... Nicht dranhängen.
Carlos Acosta! Komm sofort zurück!
Wo will der denn hin?
Halten Sie ihn auf!
Hey, geh da runter! Sonst fällst du noch.
Das wurde alles auf einem privaten Golfplatz errichtet.
Fidel und Che spielten die letzte Partie. Direkt nach dem Sieg der Revolution.
Fidel wollte es zur spektakulärsten Kunsthochschule der Welt machen.
Eine Fakultät für jede Kunstform, Musik, Theater, bildende Kunst, Tanz...
Das hier sollte die Ballettschule werden.
Folgen Sie mir.
Garatti war inspiriert vom Zeitgeist,
von der Atmosphäre der Revolution.
Sehen Sie, viele Ein- und Ausgänge,
mit vielen Möglichkeiten,
fließend, offen und verbunden,
ein sehr kühner, aber einfallsreicher Entwurf.
Ich war als Volontär auf dem Bau,
bis er 1965 kurz vor Fertigstellung eingestellt wurde.
Die Zeiten änderten sich. Erst kam die Invasion der Schweinebucht,
dann die Blockade, das versuchte Attentat, das Embargo,
die Schwierigkeiten fingen an.
Mit den Sowjets schrumpfte der politische Spielraum.
All das hier wurde von den Russen als "nicht-produktiv" eingestuft
und ging nie in Betrieb.
Traurig, eines der inspirierendsten Gebäude der Welt zerfallen zu sehen.
Könnte man es fertigstellen?
Hey, Mann, du hast mich erschreckt!
Wer bist du?
Rambo.
Ich komme bald wieder raus. Macht euch keine Sorgen.
Es wird sich alles klären.
Wie geht's Mama? - Keine Sorge, wir kümmern uns um sie.
Stimmt's? - Ja.
Ich bin sehr stolz auf euch.
Und du, Berta, wie geht's dir?
Gut.
Und dir, Marilin? - Gut.
Gut, gut... Mehr habt ihr mir nicht zu erzählen?
Wir mussten den Kühlschrank verkaufen. - Was? Den Kühlschrank?
Heilige Mutter Gottes!
Schwuchtel!
Friss Scheiße! Verpiss dich, du Arsch!
Fick dich! - Carlos Acosta!
Die Vorstellung fängt in 40 Minuten an!
Schau dich mal an!
Komm jetzt.
Öffne die Tür!
Schau mal deine Hände an! Fass nichts an!
Das reinste Schlammbad... - Du Schmierfink!
Du hast versprochen zu kommen!
Schämst du dich denn nicht?
Uns alle so zu versetzen!
Zeig mal dein Gesicht.
Und dein Vater? Warte nur!
Du weißt, was los ist, wenn der das erfährt!
Wir haben in der Arbeit angerufen, niemand wusste was von ihm.
Weil er im Gefängnis ist. - Was?
Deine Lügen stehen mir bis hier!
Ständig fehlen und immer eine Ausrede. - Das ist keine Lüge.
Ein Motorradfahrer ist in Papas Auto gekracht.
Der Junge auf dem Moped ist gestorben.
Und sie geben Papa die Schuld.
Und deine Mutter?
Und deine Mutter, Carlos?
Sie ist krank.
Das tut mir leid, mein Junge. Wirklich.
Aber weißt du, was wir machen?
Wir machen ein Foto von dir, okay?
Das zeigst du deinen Eltern, das wird sie aufheitern.
Schau.
Was für ein schönes Kostüm.
Darin seh ich schwul aus.
Komm schon, renn!
Komm, Carlos, bitte, du bist zu spät!
Da ist er! Endlich!
Ruhe! Ruhe! Geh an deinen Platz.
Bereit?
Du bist eine Katastrophe. Und du stinkst!
Wahnsinn, mein Junge!
Sieh dir die Haltung an, den Nacken, das Lächeln...
Was für ein Talent, mein Gott!
Mein Sohn, du bist zum Tanzen geboren.
Ich hatte die Hauptrolle. - Gehst du auch zum Unterricht?
Ja. Ich stehe früh auf. Ich will dich ja nicht enttäuschen.
Und ich bin unter den fünf Besten der Schule.
Was du nicht sagst. Und bist du pünktlich?
Ja. Sie sagen, das sei der radikalste Wandel, den sie je erlebt haben.
Selbst die Lehrer glauben es kaum. - Yuli, ist das wahr?
Ja.
Komm mal her, mein Sohn.
Komm schon her, Mann... Komm!
Ich bin so stolz auf dich.
Du wirst mal ein ganz Großer sein.
Ein ganz Großer.
Die Götter haben mich erhört.
Was hast du da abgezogen?
Ich hab geredet und geredet und konnte nicht aufhören.
Ich wollte, dass er lächelt. -"Der radikalste Wandel"!
Wenn er die Wahrheit erfährt, bringt er dich um.
Warte nur, er bringt dich um.
Komm her!
Dahin!
Pedro!
Pedro, lass ihn!
Pedro, bitte! - Papa, lass ihn!
Pedro! Du bringst ihn noch um.
Lass ihn!
Pedro!
Du bringst mein Kind um...
Hör auf, Papa! - Mach auf!
Mach auf, verdammt!
Mach auf!
Mein Kind, mein Kind, komm herzu mir. Was hat er dir angetan, mein Schatz?
Ist ja gut.
Ich bin ja da.
Oh, mein Kleiner...
Ist ja gut, mein Schatz.
Du Arschloch, ich hasse dich!
Chery, das bringt doch nichts.
Weder für die Lehrer, die anderen Schüler oder ihn.
Sehen Sie, das Problem sind die Fehlzeiten und Suspendierungen.
Carlos will einfach nicht tanzen.
Doch! - Lassen Sie ihn antworten, bitte!
Der Junge ist zum Tanzen geboren! Er weiß es nur noch nicht!
Hören Sie Ihrem Sohn eigentlich mal zu?
Man muss wissen, die Familienverhältnisse sind recht schwierig.
Pedro kam gerade aus dem Gefängnis frei.
Carlos wurde von den Schwestern versorgt, die selbst praktisch noch Kinder sind.
Okay, aber ich glaube, wir verschwenden unsere Zeit.
So einen Jungen finden wir nie wieder.
Pedro, könnten Sie ein paar Minuten draußen warten?
Einem Mann wie mir fällt das, was ich jetzt tue, sehr schwer.
Ich werde zum ersten und letzten Mal in meinem Leben um etwas bitten.
Ich weiß, was in ihm steckt.
Daher bitte ich Sie inständig,
geben Sie ihm eine letzte Chance.
Komm!
Als ich 25 war,
schlich ich mal ins Kino.
Auf einer riesigen Leinwand wie aus Silber...
waren Figuren wie Schirmchen zu sehen.
Plötzlich hoben sie mit einem Sprung vom Boden ab,
voller Kraft...
Das hat mich tief berührt.
Ich wusste nicht, warum.
Es ließ mich die Arbeit und mein Scheißleben vergessen.
Ich spürte es hier, in meiner Brust, als wäre es ein Teil von mir.
Kurz darauf kam die Polizei.
Sie zerrten mich hinaus.
Schwarze waren im Kino nicht erlaubt.
Ich wehrte mich und bekam die Knüppel zu spüren.
Yuli,
lieber würde ich jeden Tag verprügelt...
als zuzusehen, wie du dein Talent vergeudest.
Hier hat es keinen Sinn.
Aber es gibt eine letzte Chance für ihn, weiter zu tanzen.
Eine ESBEC. - Was ist das?
Ein Internat auf dem Land. In Pinar del Rio.
Weg von zu Hause? Nein. Papa, sag Nein!
Mein Zuhause ist hier. Ich will hierbleiben.
Carlos, das ist deine letzte Chance. - Bitte nicht!
Nein, Papa! Sag Nein!
Hör mal, mein Sohn, die meisten von uns hängen fest.
Du nicht. - Sag Nein!
Du musst nach vorne schauen und deinem Stern folgen.
Dort werden sie dich gut behandeln, Carlos.
Papa, sag Nein! Bitte!
Chery, vielen Dank.
Ich werde nie vergessen, was Sie für meinen Sohn tun.
Bei diesem Teil...
Hier brauch ich noch mehr von dir, verstehst du?
Du musst richtig reingehen, bis es wirklich wehtut. Darum geht es.
Verstehst du? Der Schmerz des Lebens, der Einsamkeit...
Weißt du, wie ich das nannte?
"Das Mittwochs-Gefühl".
Nur mittwochs durfte man Besuch von der Familie bekommen.
Mein Vater war in seinem Lkw unterwegs, meine Mutter war krank...
Unvorstellbare Einsamkeit.
Etwas, was ich mein Leben lang gespürt habe,
selbst heute als Erwachsener ist sie noch da.
Die Einsamkeit verlässt dich nie.
Acosta! Acosta!
Das ist mein Spind!
Was schnüffelst du da drin rum?
Ruhe bitte, Ruhe!
Zuerst wird es um einen Vorfall gehen, der sich hier bei uns zugetragen hat.
Gut.
Einige Schüler haben den Vorfall beobachtet.
Aber hören wir erst mal den Pionier an. Okay?
Na los.
Los, Carlos Acosta, wir warten alle.
Sag es deinen Schulkameraden! Was bist du?
Du bist ein Dieb!
Er ist dreckig! - Und stinken tut er auch!
Er ist undiszipliniert! - Er macht keine Hausaufgaben.
Wie schön... Komm, komm, zeig's ihnen.
Schau dir das an, meine Güte! - Sieh dir sein Gesicht an!
Scheiße! Scheiße! Immer im wichtigsten Moment...
Immer im wichtigsten Moment!
So ein Drecksteil!
Wahnsinn!
Das Publikum irrt nicht.
Es ist nicht zu leugnen, das war großartig.
Da sind so viele...
Nein, er wird gewinnen, Mann... - Ja, ja.
Halt die Klappe! Guter Gott.
Schau!
Er hat gewonnen!
Hab ich's doch gesagt!
Das müssen wir feiern! Das müssen wir feiern!
Yuli ist Weltmeister!
Dein Sohn... hat gewagt und gewonnen.
Bertica, Yuli hat einen Preis in der Schweiz gewonnen.
Verstehst du mich?
Verstehst du mich?
Das ist wie der erste Schwarze auf dem Mond!
Hört mir mal zu! Es gab ungefähr 500 Konkurrenten!
Und als der Schwarze kam, war's vorbei!
Da war's vorbei. - Gut so. -Yuli!
Wie wunderbar, Mama.
Ab jetzt spielt sich sein Leben in der Ferne ab.
So wie Mamas.
Sehr gut, Carlos, viel besser.
Aber denk dran, in der zweiten Hälfte mit mehr Kraft.
Okay? Weiter zum Duo?
Isabella, komm.
Ich komme von hinten.
Los geht's.
DER GOLDENE MULATTE GEWINNT STIPENDIUM IN TURIN
Hey, Pedro, los, wir sind fertig.
Wie geht's euch?
Wie geht's?
Gehen wir?
Ich wünschte, Mama und Papa wären hier.
Meine Schwestern, meine Freunde, alle...
Wie ist das alles passiert, Maestra?
Das Publikum...
Ausverkauftes Haus.
Alle Augen auf dir...
Du wirst ihnen magische, unvergessliche Momente bescheren.
Die Musik, die Farben,
die Lichter,
die Jugend,
die Schönheit...
Dieses Leben ist ein Privileg, Carlos.
Und aus dir kann ein großer Tänzer werden.
Die Frage ist, ob du auch ein großer Künstler wirst?
Ich arbeite so hart, ich kann.
Das meine ich nicht.
Ich meine das, was du in dir trägst.
Wer bist du?
Bist du bereit, aus deinem Innersten zu schöpfen?
Hast du Mut?
Wir sehen uns morgen. - Wir sehen uns morgen.
Noch eine Sache, bevor wir gehen... London.
London? Was ist mit London?
Das English National Ballet hat dir einen Vertrag angeboten.
Wie bitte?
Ein Vertrag in London? - Ja.
Da sind die besten Schulen, die besten Tänzer
und die besten Lehrer. - Danke.
Nein, Maestra, das meine ich nicht.
Ich weiß nicht, ob ich das Niveau habe... - Carlos.
Talent, Intelligenz und Entschlossenheit
kann man nicht kaufen.
Sie sind gratis.
Komm, schnell. Yuli ist am Telefon. - Was ist passiert?
Ich weiß nicht. Komm!
Was soll ich in England ohne Englisch? - Tanzen, essen, vögeln.
Dafür braucht man keine Grammatik! - Was ist? Was sagt er?
Sie wollen ihn als ersten Tänzer im English National Ballet.
Und der Idiot will zurückkommen.
Papa, was wird das Kubanische Nationalballett sagen?
Hast du mal in den Spiegel geschaut?
Du bist schwarz! Das ist die Chance deines Lebens!
Ein Schwarzer nimmt so einen Preis und verteidigt ihn mit seinem Leben!
Ich vermisse euch alle... Nein, Papa.
Scheiße. Vergiss uns, vergiss alles, vergiss Kuba...
Papa, du weißt, das kann ich nicht.
Uns hilfst du am meisten, indem du weitermachst.
Pass auf, eines Tages wird Kuba den roten Teppich für dich ausrollen.
Wie geht's Berta? - Berta?
Berta geht's gut.
Uns geht's allen super. Mach dir um uns keine Sorgen.
Papa, du weißt, dass ich das nicht kann.
Tu einfach, was ich dir sage. Warte. Hier ist Mama.
Wann kommst du heim, mein Sohn?
Verdammte Scheiße, Mann!
Nimm den Vertrag und das Ticket an.
Haben Sie die Erlaubnis aus Kuba?
Du musst direkt von Turin nach London fliegen.
Haben Sie um Erlaubnis gebeten? - Ich kläre das, wenn ich zurück bin.
Wenn du fährst... - Maestra, die werden Sie kreuzigen.
Nein, nein, ich komme mit Ihnen zurück.
Andres Williams. Du weißt, von wem ich spreche, stimmt's?
Einer der besten Tänzer, die ich je gesehen habe.
Aber schwarz. Daher war der Romeo nichts für ihn.
Du kannst dein ganzes Leben auf deine Chance warten...
oder zum Wegbereiter werden. - Maestra, Sie könnten Ihren Job verlieren.
Oder schlimmer, für immer weggesperrt werden.
Lass das meine Sorge sein. - Nein, Maestra, nein!
Junge, das kann dein Durchbruch werden.
So eine Chance kommt vielleicht nie wieder, Carlos.
Wenn Ihnen was zustößt, werde ich mir das nie verzeihen.
Und wenn du dein Talent vergeudest, werde ich mir das nie verzeihen.
Maestra, ich habe auch Angst.
Carlos...
Tänzer tanzen.
Künstler riskieren was.
Ich spüre das Gewicht von ganz Kuba auf mir lasten.
Ich will es nicht enttäuschen. - Du hast das Recht zu scheitern.
Nur so lernt man.
Das Jobangebot ist ein Riesenerfolg, genieße es.
Willkommen, wie war die Reise?
Freue mich, Sie kennenzulernen.
Leute, das ist euer neuer Kollege.
He, lass mich. Lass mich!
Berta wurde nackt und schreiend auf der Straße gefunden.
Sie haben etwas von Schizophrenie gesagt.
Scheiße!
Havanna, über drei Jahrzehnte nach der Revolution.
Ein Inselstaat, 145 km vor der Küste Floridas.
Eine Nation am Rande des wirtschaftlichen Kollapses.
Wir müssen die Grenzpatrouillen anweisen,
Boote, die in die USA wollen, nicht daran zu hindern.
Die Lebensmittelregale sind leer.
Mahlzeiten müssen sorgsam geplant werden, je nachdem, was die Regierung ausgibt
und was auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist.
In diesem Land mangelt es den Menschen am Nötigsten.
Nirgends ist die Not sichtbarer, als in den armen Vierteln von Havanna.
Komm schon, setzt das Mädchen als Erstes rein.
Ich habe nichts, womit ich meine Kinder ernähren könnte.
Wie viele bei der Überfahrt umkommen, weiß keiner.
Danke.
Mein Freund, hast du ein bisschen Geld für mich?
Hey Kleiner, erinnerst du dich nicht?
Ich bin's, Yuli.
Yuli! - Genau der.
Leute, kommt her, Yuli ist da!
Oh, mein Sohn!
Oh, Mama. Wie geht's dir?
Oh, mein Sohn!
Ich hab dich so vermisst.
Lass dich anschauen... Gut siehst du aus!
Wie geht's Berta?
Berta geht's besser.
Morgen besuchen wir sie im Krankenhaus.
Mein Schatz!
Sieh ihn dir an!
Stimmt es, dass es da immer regnet?
Fast immer.
Das Schlimmste ist, dass es kalt und feucht ist.
Und was ist mit deinem Fuß, Yuli?
Du wurdest genäht? - Um einen Knochensplitter zu entfernen.
Sieben Stiche. - Wahnsinn.
Hat sauweh getan.
Ach, komm! Ich hab mir beim Militärdienst den Knöchel zertrümmert.
Hör mal.
Du bist aber kein Balletttänzer, oder?
Wie ist es passiert? - Eines Tages beim Trainieren.
Ich war ein bisschen traurig,
ein bisschen down...
Ich hab viel an euch gedacht... Da hab ich die Konzentration verloren.
"Ein bisschen down". - Papa...
Ganz toll. - Lass gut sein.
"Down". - Er ist gerade gelandet.
Diese Jammerei! "Das passt mir nicht, das fehlt mir."
Papa, was hast du?
Zu feucht, zu kalt, zu dunkel... Was für eine Scheiße, Kumpel!
Mensch, Pedro!
Wegen so einer Scheiße setzt du deine Karriere aufs Spiel!
Ich hab doch gesagt, du sollst uns vergessen!
Und du denkst nur an diese Bruchbude!
Manchmal frage ich mich, ob du dein Talent überhaupt verdienst!
Talent!
Das hat mich mit elf aus meinem Zuhause gerissen! Gegen meinen Willen.
Und dass du's weißt, ich scheiß drauf, ob ich je wieder tanzen kann.
Ich hasse es!
Ich hab mein Leben an das verfickte Ballett verloren!
Hast du dich je gefragt, was mich glücklich macht? Hm?
Hast du daran je gedacht? - Glück. Was zum Teufel ist Glück?
Glück ist, bei meiner Familie zu sein, bei Mama und dir.
Für meine Schwestern da zu sein, gebraucht zu werden.
Ein normales Leben.
Eine Familie, ein Zuhause. - Tanzen ist dein Zuhause.
Die Kunst ist dein Zuhause. - Du hast mir meine Kindheit gestohlen.
Wie süß! Was für ein Gewäsch für Weicheier!
Du hast nichts kapiert. Hörst du?
Papa, manchmal hasse ich dich.
Was? - Manchmal hasse ich dich echt.
Dann hör mir mal gut zu.
Lieber hasst du mich bis an dein Lebensende,
als dass ich mir so eine Scheiße anhöre, Idiot.
Fick dich! - Was?
Pass auf! Sonst schlag ich dich zu Brei.
Pass auf, Yuli! Pass auf!
Smedley, Smedley.
Ich heiße Smedley.
Smedley D. Butler.
Smedley D. Butler.
General Smedley D. Butler.
Niveauvoller Muskelprotz für Big Business.
Big Business für Wall Street, für Banker, für Wall Street.
Er hat Mexiko sicher gemacht für die US Standard Oil Company.
Sicher für US-Öl.
Sicher.
Hat aus Haiti, aus Kuba
einen vertrauenswürdigen Ort für die National City Bank gemacht.
Banker, Banker, National City Banker.
Betrüger.
Gangster.
Hat Mittelamerika für die Wall Street vergewaltigt.
Wall Street.
Hat Nicaragua für die Banken an sich gerissen.
Betrüger.
Bodyguard.
Schurke.
Gangster.
Hat Al Capone in den Schatten gestellt.
Drei Stadtteile für ihn, drei Kontinente für mich.
Betrüger.
Gangster.
Schurke. US-Militär-Schurke.
Meine Worte.
Mein Leben.
General Smedley D. Butler.
Ich hab ein paar Anmerkungen. - Was ist das, Carlos?
Eine von deinen Erfindungen? -"Erfindungen"?
Smedley gab es, und das hat er alles so gesagt.
Carlos, ich hab nachgedacht, was hat das mit deinem Leben zu tun?
Dann denk du mal weiter nach und ich probe weiter.
Los, machen wir weiter. Julio, dieses Mal war es genial.
Halt an, Polizei!
Hör auf mich, ignorier sie. - Halt an!
Wo sind die Papiere?
Opito, im Handschuhfach sind die Papiere.
Die kriegen keinen Pfenning. - Kein Geld, aber ein paar Seifenstücke.
Ich geb ihnen gar nichts. - Ich hab noch welche zu Hause. Gib her.
Guten Abend. - Guten Abend.
Gestatten, einen Moment bitte.
Einen Moment. - Guten Abend.
Kann ich jetzt rein?
Guten Abend.
Wir sind voll. - Und wo gehen die hin?
Voll für uns, aber nicht für die?
Wem gehört dieses Land? Den Kubanern oder den Scheißtouristen?
Pass auf, Junge...
Fass mich nicht an. - Pass auf... Bitte geh jetzt.
Wir gehen rein. - Was hab ich gesagt?
Ganz ruhig, Jungs. - Opito, einen Moment.
Was wollen Sie?
Hey, wir sind doch Brüder. - Sind wir. Und?
Hör mal, Kumpel, wir wollen hier nur ein bisschen Spaß haben.
Stress uns nicht, okay?
Vielleicht reicht das.
Was ist das?
Eine kleines Präsent... - Du bestichst einen Staatsangestellten?
Keine Bestechung, nur eine kleine Zuwendung.
Verpiss dich zurück nach Miami!
Was für ein Wichser! Und die dürfen rein, ja?
Diese Schnösel, die nur hier sind, um unsere Mädchen zu ficken?
Die behandelst du wie Gentlemen! Schleimscheißer!
Schleimscheißer! - Gehen wir.
Wenn man solang weg war, ist man weder hier noch dort zu Hause.
Und hier...
Wie lang bleibst du hier?
Weißt du, was mich am meisten schockt?
Dass die Kinder mich anbetteln, als wäre ich ein Ausländer.
Ich bin wohl der einzige Kubaner, der in Kuba bleiben will.
Alle, mit denen ich geredet habe, wollen weg.
Opito und Ramon bauen ein Floß, um abzuhauen.
Sind die verrückt?
Mann, das kannst du nicht riskieren.
Halt mir keine Predigt... - Scheiße, Mann, riskier das nicht!
Hey, halt mir keine Predigt. Du nicht.
Du hast leicht reden.
Mit deinen schicken Klamotten, dem Geld und den Reisen...
Was für ein Blödsinn! Bist du verrückt geworden?
Das Leben da draußen ist nicht so rosig. - Ach, nein?
Ohne Geld und Kontakte bist du ein Stück Scheiße. Ein Niemand.
Wenn du krank bist, kümmert's keinen. - Und hier?
Und hier, Yuli?
Das ist ein Drecksloch!
Du kannst von deiner Arbeit leben, so wie es sein sollte.
Ich nicht.
Ich strampel mir Tag und Nacht einen ab auf meiner Fahrradrikscha,
aber meine Familie hungert.
Ich geh jeden Tag los, ohne zu wissen, ob ich am Abend was zu essen heimbringe.
Es muss doch einen anderen Weg geben. - Einen anderen Weg? Welchen?
Wenn ich den Fernseher anschalte, sehe ich die Verwalter der Misere,
fett wie Säue,
und ich Idiot strampel mich ab. Jeden Tag.
Welchen anderen Weg?
Das Einzige was wirklich mir gehört...
Das Einzige, auf was ich zählen kann, was wirklich mir gehört,
ist mein Leben.
Gib mir etwas Zeit, ich helfe dir.
Vergiss es, Alter, vergiss es. - Ich werde dir helfen.
Wo ist das weiße Mädchen? Sie ist süß.
Verdammte Scheiße!
Kann man hier nicht mal mehr Spaß haben?
Stromausfall. Schon wieder!
Du gehst nicht ans Telefon.
Du bist fett.
Danke.
Dein Vater hat mich angerufen. Du hast ihm das Herz gebrochen.
Er hat ein Herz?
Maestra, ich habe mein Leben zurück.
Mir geht's gut.
Ja, das sehe ich.
Schämst du dich denn nicht, alles hinzuschmeißen?
Die letzten Wochen hatte ich mehr Spaß als in meinem ganzen Leben! ist so.
Und wenn das Geld alle ist?
Schauen Sie, selbst wenn ich wollte,
weiß ich nicht,
ob der Knöchel mitmacht.
Dann musst du es probieren. - Maestra, es ist vorbei!
Ich habe dem Ballett alles gegeben. Das war's!
Und das Houston Ballet?
In den USA?
Sie werden mir nicht erlauben, dort zu arbeiten.
Vielleicht hast du recht.
Maestra, wer möchte mich dort?
Ich dachte, dein Knöchel will nicht. - Sagen Sie schon.
Jemand Großartiges. Ein exzellenter Choreograf und Regisseur.
Morgen will ich dich im Studio sehen.
Und... es geht hier nicht nur um dich.
Ah, da haben wir's wieder, ganz Kuba auf meinen Schultern.
Hör mal, Junge, ab und zu musst du auch mal an uns denken,
nach allem, was wir für dich getan haben!
Mann! Manchmal möchte ich dir den Schädel einschlagen!
Du bist so ein Idiot!
Und wenn ich nicht kann?
Wenn ich nicht gut genug bin?
Hör mal, Carlos...
Manchmal läuft es nicht so, wie man will.
Du musst einfach nur hart arbeiten, so wie du es immer gemacht hast.
Ich erwarte dich morgen im Studio.
Die Leiterin empfängt Sie gleich.
Hey, Kleiner, komm mal her.
Bist du Carlos Acosta? - Ja.
Ich hab dich im Fernsehen gesehen. Darum bin ich hier.
Unterichtest du hier? - Nein, mein Kleiner.
Er spielt bald in der ersten Liga.
Los, geh wieder rein!
Nicht schwänzen!
Schau ihn dir an. Mein Gott!
Wären Sie bitte leise?
Papa, wenn sie es nicht genehmigt, gehe ich nicht.
Yuli... - Nein, Papa.
Sonst kann ich nie mehr wiederkommen.
Das würde mich umbringen, Mann.
EIN SCHWARZER GOTT
HOUSTON BALLET PRÄSENTIERT STOLZ CARLOS ACOSTA
CARLOS ACOSTA, DER SCHILLERNDE NEUZUGANG AM ROYAL BALLET
DAS ROYAI: BALLET PRÄSENTIERT DEN SOLOTANZER CARLOS ACOSTA
DIE WELT LIEGT IHM ZU FÜSSEN
DER ERSTE SCHWARZE ROMEO AM ROYAL BALLET, MEIN SOHN YULI
Maestra...
Danke, dass Sie hier sind.
Ich bin gekommen, um dir Glück zu wünschen.
Wir immer, Maestra, wie immer.
Die Tickets sind schon ausverkauft. Halb Havanna wird da sein.
Ich wünschte, dein Vater könnte dabei sein.
Weißt du noch in Soho?
Er war so stolz auf dich.
Tschüss. - Vielen Dank. Es war wunderbar.
Wiedersehen.
Hallo, Genosse!
Meine Herrschaften, es gibt drei Gründe, warum wir heute hier in London sind.
Der erste ist diese Dame
und der Reis und die Bohnen, die sie ihm gefüttert hat.
Der zweite...
sein Talent,
das er von mir hat.
Und der dritte ist diese Dame.
Chery und die Kubanische Ballettschule.
Ein schwarzer Junge wie er,
Sohn eines schwarzen Lkw-Fahrers und Enkel eines Sklaven,
hätte woanders eher die Flammen der Hölle überlebt,
als eine Ballettschule besucht.
Mein Sohn,
ich muss dir was beichten.
Ich weiß, dass ich dich gequält habe.
Nach all den Jahren voller Opfer,
bist du heute ein Künstler.
Du bist deinem Stern gefolgt.
Deine Freunde möchten, dass du für immer hierbleibst.
London wird dein Zuhause.
Von hier aus eroberst du die Welt.
Der Tag deiner Geburt, war der glücklichste meines Lebens.
Lasst uns anstoßen.
Danke euch allen, ganz besonders meinem Sohn Yuli,
benannt nach einem Krieger und Sohn des Ogün.
Prost!
DEINE KINDER WERDEN DICH NICHT VERGESSEN
Danke, Papa.
Aber du hast dich getäuscht.
London ist nicht mein Zuhause.
Ich bin von hier.
Ich habe hier ein Ensemble gegründet
und eröffne irgendwann die alte Schule neu.
Ich kann nur das geben, was ich bin.
Und ich bin dein Sohn,
Sohn von Pedro Acosta, dem Lkw-Fahrer Pedro Acosta.
Sohn des Ogün,
Das...
Das bin ich.
BABELFISCH TRANSLATIONS Henrike Bauer
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