All language subtitles for Ein Mann unter Verdacht-ein-mann-unter-verdacht-106.deu.vtt

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Original subtitles

Thomas Altmann Lavinia Bertok

Andreas Roth Rebecca Simon

(Richter) Den Angeklagten ist ein Doppelmord zur Last gelegt worden.

Sie sollen in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar

Hanna Sareiko und Elena Hettich

auf die Herrentoilette der Raststätte Hedstedt gebracht haben.

Dort sollen sie sie vergewaltigt und anschließend erdrosselt haben.

(Richter) Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

die Angeklagten werden in allen Punkten freigesprochen.

Die Sitzung ist damit geschlossen.

* Musik *

Frau Bertok... Frau Bertok? Eine Frage, Frau Bertok.

(Reporterin) Was ist das für ein Gefühl,

angeklagte Doppelmörder aus dem Rotlichtmilieu freibekommen zu haben?

Dem Freispruch nach sind sie keine Mörder!

Sie halten sie für unschuldig?

Ein Grundprinzip ist es, dass es dem Verteidiger egal sein muss,

ob sein Mandant schuldig ist.

(Reporterin) Auch wenn Schuldige freigesprochen werden?

Ein Angeklagter muss seine Unschuld nicht beweisen,

sondern der Kläger dessen Schuld.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen Moral und Gesetz.

Für die Öffentlichkeit schon...

(Frau) Hier bist du.

Was machst du?

Holst du den Wein? Ja.

Die Ersten kommen gleich.

Toll siehst du aus! (Anton) Und jetzt küssen.

Anton, hör mal auf zu filmen!

So, wir müssen, die Gäste kommen gleich.

Und, Anton, zieh bitte das Hemd an, das ich dir rausgelegt hab.

Ich will aber das anziehen. - Auf gar keinen Fall.

Komm, ist Mamas Geburtstag. Mach schon, Großer.

Ja, okay.

* spannende Musik *

Melanie! Ah, Tiramisu.

Das lass ich mir doch nicht nehmen. Herzlichen Glückwunsch! - Danke.

Hallo. Ich mach das mal in den Kühlschrank.

Das kann ich machen. - Musst du nicht.

Thomas, bis später, ja? Ja, klar.

Hey. Hey. Schön, dass du da bist.

Ich danke euch für die Einladung. Na klar.

Ganz kurz beruflich... Habt ihr Freitag die Baupläne fertig?

Das wird hart, aber, ja. Was willst du trinken?

Ich nehme Weißen.

Mach nur. - Ich hab im Winter Geburtstag.

Ich kann nie so schön...

Sag mal, geht's noch? Papa.

Kann doch wohl nicht wahr sein.

Haben wir drüber gesprochen, oder? Okay?

Da ist Opa.

Hey, Opa!

Kommst du mal mit? - Was denn?

Was machst du denn? - Wirst du gleich sehen.

(Conny) Eins, zwei... (Alle) "Happy birthday to you..."

"Happy birthday to you"

"Happy birthday, liebe Anja,"

"happy birthday to you".

* Jubel *

Das gibt's doch gar nicht!

Ich hab dich doch eben noch im Fernsehen gesehen.

Hi. Hi.

Herzlichen Glückwunsch! Was machst du denn hier?

Das gibt's doch gar nicht.

Wirst immer schöner.

"Hooverphonic - "Mad About You"

# Feel the vibe, feel the terror, feel the pain

# It's driving me insane

# I can't fake for God's sake, why am I driving in the wrong lane

# Trouble is my middle name

# But in the end I'm not too bad

# Can someone tell me if it's wrong to be...

Hey, Conny.

Wie macht ihr das nur?

So 'n Traumpaar.

# Are you the fishy wine who will give me a headache in the morning

# Or just a dark blue land mine

# that'll explode without a decent warning

# Give me all your true hate And I'll translate it in our bed

# Into never seen passion, never seen passion

# That's why I am so mad about you...

Hey. Ich geh hoch.

Mach nicht mehr so lang, ne? Macht ihr nicht mehr so lang.

Ciao.

* Lachen *

Hey, mein Herr und Meister. Was?

Erinnerst du dich noch, im Sommer '99 an der Ostsee?

Wir haben grad überlegt, warum wir geheiratet haben und nicht ihr.

Oder wir. Und?

Ey, ich hab Geburtstag, da kann ich so viel trinken wie ich will, oder?

Komm schon. Oh, bist du 'n Spielverderber!

War der schon immer 'n Spielverderber? 'N bisschen.

Ich verlass euch jetzt. Ich muss morgen nach Madrid. Ciao.

Was machst 'n du in Madrid?

'N Kongress. Ciao. Ciao.

Bis dahin.

Ciao.

Bringt euch nicht um vor Liebe.

* Musik *

Sie haben Ihre Frau als vermisst gemeldet?

Wann haben Sie sie das letzte Mal gesehen?

Das ist jetzt vier Tage her.

Am 15... 16. September,

gegen 0.30 Uhr. Wir hatten eine Party zu ihrem 40. Geburtstag.

Wieso haben Sie die Kollegen erst nach zwei Tagen verständigt?

Ihr Auto war nicht da, ich hab mir erst mal keine Sorgen gemacht.

Meine Frau ist öfter mal 'n paar Tage weg.

Zu unserm Bootshaus in der Uckermark fährt sie manchmal hin.

Meine Frau war früher Sängerin. Jetzt gibt sie eher Unterricht.

Wir haben gelernt, uns unsern Freiraum zu lassen.

Warum haben Sie sich dann doch gemeldet?

Sie sagte den Unterricht nicht ab, als sie sich auf meine Anrufe

und SMS nicht gemeldet hat... wusste ich, es ist was passiert.

Ich bin zum Bootshaus gefahren, und da war niemand.

Und ihr Auto war auch nicht da. Und bei 'ner Freundin oder Familie?

Ich hab überall schon angerufen. Hier...

das ist eine Liste mit Namen und Nummern.

Ist das ein aktuelles Foto? In etwa, ja.

Können wir's haben? Natürlich.

Und Ihre Frau ist in der Nacht der Party verschwunden?

Ich bin kurz nach zwei aufgewacht, und da lag sie nicht im Bett.

Sie sind also zusammen ins Bett gegangen?

Nein, ich bin alleine hoch.

Wie gesagt, so gegen 0.30 Uhr, meine Frau wollte noch aufräumen.

Ich bin schnell eingeschlafen.

Sie können nicht bestimmt sagen, ob sie hochgekommen ist? Nein.

Um was geht's hier? Ich versteh nicht den...

Sie sind von der Kriminalpolizei? Ja.

Ich hab sie nur vermisst gemeldet. Es gibt einen Anfangsverdacht.

Anfangsverdacht?

So ein Arschloch.

"Da ist Opa!"

Mein Schwiegervater, oder?

Dietmar Wendlandt, hat der Sie angerufen?

"Dietmar." "Hallo."

Ich mach mir ernsthaft Sorgen, ja?

Meine Frau ist in der letzten Zeit psychisch nicht so stabil gewesen.

Ich hab Sorgen, dass sie sich was angetan haben könnte.

Hat sie das schon mal versucht? Vor drei Jahren,

da war sie in einer Klinik, wir haben das geheim gehalten.

Auch unser Sohn weiß davon nichts.

Worum ging's? Alkohol.

"Hör auf zu trinken!"

"Ich trink, so viel ich will."

"Anja, das merkst du selber, das ist nicht gut für dich."

"Nicht gut für mich? Hast du grad gesagt, das ist nicht gut für mich?"

Jetzt noch der 40. Geburtstag.

Ich glaube, sie hat Probleme mit dem Alter.

Okay, Sie werden's eh erfahren:

Bevor ich hochgegangen bin, hat's deshalb einen Streit gegeben.

"Nie interessiert dich, was mir guttut!"

"Dir ist scheißegal, was mir guttut!"

"Du bist so verlogen. Du machst mich krank."

"Anja, du bist krank. Komm schon." "Ich weiß alles."

"Was denn? Was weißt du? Anja."

"Scheiße, du Arsch, du!"

Nichts Schlimmes. Nicht, was Sie denken.

Was denken wir denn?

Machen Sie sich mal keine Sorgen.

In 90 % der Fälle taucht der- oder diejenige wieder auf.

Wir melden uns, wenn wir mehr wissen.

Hallo.

Keine Ahnung, wie die das nennen, haben die eingerichtet,

und die sind die ganze Zeit mit nichts anderem beschäftigt.

Sie sind auch richtig gute Leute, ich hab da überhaupt keine Sorgen.

Ich bin auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen, immer... ähm...

dabei und, äh...

es, es ist... Gute Nacht.

Natürlich war ich bei der Polizei, ich bin mit denen in Kontakt.

* Musik *

Tschüss. Tschüss.

* Musik *

Haben Sie sie gefunden?

Würden Sie sich was anziehen und mitkommen? Was ist mit ihr?

Wir haben noch ein paar Fragen an Sie. Aha.

Kommen Sie rein.

Würden wir gerne im Kommissariat machen.

Okay.

Was wird das? Haben Sie ein Problem damit?

Nein. Natürlich nicht, nur... ich hab Ihnen schon alles gesagt.

Es gibt Unstimmigkeiten. Nichts Schlimmes.

Wir brauchen einfach noch Fakten. 21. September.

11.06 Uhr. Beginn der Befragung mit Thomas Altmann.

Also... Sie sind aufgewacht in der Nacht.

Und Ihre Frau lag nicht im Bett. Ja. Um kurz nach 2 Uhr.

Sie haben auf die Uhr geschaut? Nee, ich rate so was.

Entschuldigung. Ja, ich hab auf die Uhr geschaut.

Und warum?

Mein Handy hat geklingelt. Aha.

Wer war denn dran?

Meine Frau. Ach, Ihre Frau.

Ja, sie war zu unserem Ferienhaus gefahren.

In der Nacht? Was wollte sie da?

Keine Ahnung. Sie wollte, dass ich sofort komme. Also bin ich los.

Irgendwas hatte sie aufgeregt.

Sie wollte nicht sagen, was es war.

Ich nehme an, ein Gespräch mit ihrem Vater am Abend.

Das ist merkwürdig.

Es klang so, als wenn sie erst zwei Tage später zum Haus gefahren sind.

Ja, ich...

Mein Gott, ich war durcheinander.

Hat Ihre Frau ihr eigenes Auto genommen?

Ja, wir haben zwei. Ich fahre einen Volvo und sie einen BMW.

Wir haben die Anrufe Ihrer Frau überprüft.

Sie hat Sie tatsächlich angerufen. 2.14 Uhr.

Der Anruf dauerte eine Minute und 32 Sekunden.

Das habe ich Ihnen doch gesagt.

Wollen Sie auch wissen, von wo sie angerufen hat?

Aus Ihrer Küche.

Deshalb war sie nicht im Ferienhaus.

Und dann?

Sind Sie wieder nach Hause?

Ja.

Wann sind Sie angekommen? Gegen 6 Uhr.

Und zu Hause war Ihre Frau nicht? Nein. Nur mein Sohn.

Wir haben Zeugenaussagen, dass es an dem Abend diesen Streit gab.

"Ich sag ihnen, die Party ist vorbei."

Ja, das hab ich Ihnen doch gesagt.

"Es tut mir leid, aber wir würden gerne die Party beenden."

"Wenn ihr langsam gehen könntet..."

Nur nicht, was die Zeugen beschreiben.

Einen heftigen Streit.

* unverständlich *

"Ciao, Thomas." "Ciao."

"Kommt gut nach Hause, ja?"

"Okay, ich gehe hoch. Kommst du mit?"

"Gleich."

* flüstert unverständlich * Ja, ist okay.

Machst du weiter?

Sie müssen verstehen, dass wir im Moment

nur alle Möglichkeiten ausschließen müssen.

Ja.

Können Sie sie nicht übers Handy orten?

Es ist aus. Im Moment suchen wir ihr Auto.

In der Nacht...

In dem Streit. Worum ging es da?

Das bleibt unter uns. Um ihren Vater.

Ist er verhaftet? Worum genau?

Nein.

Er setzt sie ständig unter Druck.

Ich hab ihr gesagt, dass sie sich von ihm lösen soll.

Der hat mich nie akzeptiert.

Quatscht mir nur in die Firma rein, die hat früher mal ihm gehört.

Auch ihre Depressionen, das hat damit zu tun, also mit ihm.

Sie hat's nie direkt gesagt,

aber als sie klein war, da...

also, irgendwas muss da passiert sein. Definitiv.

Er hat meine Tochter umgebracht. Das sollten Sie wissen.

Haben Sie irgendwelche Beweise für so eine Anschuldigung?

Ich weiß es. Sie hat Angst vor ihm.

* Musik *

* Klingel *

Kann ich reinkommen?

Die Polizei geht davon aus, dass Anja tot ist. Wieso das?

Sie glauben, dass sie ermordet wurde. Dass ich sie ermordet habe.

Ist sie denn gefunden worden? Nein, aber die haben mich verhört.

Die ermitteln gegen mich. Könnte sie was dazu veranlassen?

Keine Ahnung. Wir hatten Streit, nachdem du gegangen warst.

Gibt es Zeugen? Ja.

Willst du, dass ich nachfrage?

Kannst du das? Ja.

Wir hatten 'ne gute Zeit damals. Ja.

Warum hast du eigentlich nie jemand anders gefunden?

Vielleicht, weil ich nie genug vertraut habe.

Kann ich hier übernachten?

Keine so gute Idee.

Ich sehe zu, was ich tun kann.

* Stimmen *

* Musik *

(Antons Video) "Mama, lächel mal. Es ist doch dein Geburtstag."

"Küsst euch mal in die Kamera." "Anton, hör auf."

"Bitte, Papa, küss sie noch mal." "Jetzt reicht's aber."

* Musik *

* unverständliche Gespräche *

(Anja) "Schatz, ich hab jetzt genug, ich will jetzt nicht mehr."

"Ich hab dich lieb, aber ich habe keine Lust mehr."

* Musik *

* Musik *

Scheiße.

Ja, ich hab euch was zu essen gemacht für die nächsten Tage.

Also, bis sie wieder da ist, ja? Ah. Danke.

Hier ist ein bisschen Hühnchen und Couscous.

Wie geht es Anton?

Und Nervennahrung. Donauwelle. Das ist wirklich nett von euch.

Er ist in der Schule.

Gibt's was Neues?

Die Beamten waren ja auch bei uns. Und...

ich meine, wir wollen schon helfen. Sie haben sie noch nicht gefunden.

Komm jetzt. In ein paar Tagen ist das alles vergessen.

Wie wär's denn, wenn wir die Aufgänge verschieben. Und zwar,

hierhin und hierhin, dann hätten wir mehr Raum für den Innenhof.

Statisch ist das möglich, oder?

Das klingt gut, aber du weißt, die Stadt will keine Mehrkosten.

Das können wir übernehmen. Und dafür 'n schnelleres Verfahren?

Da können wir drüber reden.

Machst du die neuen Pläne bis Montag fertig? Ja.

Okay. Sollen wir noch was essen gehen? * Handy vibriert *

Entschuldigung.

Ja? Die Polizei wird zu dir kommen.

Wann? Jetzt gleich.

Was?

Ich bin in 'ner Besprechung. Hör mir zu.

Sie haben 'n Durchsuchungsbeschluss für euer Haus, sei kooperativ

und sag nichts, bevor ich nicht da bin.

Ich sehe sie. Ich brauche 30 Minuten.

Okay. Das ist grad sehr ungü... Herr Altmann.

Wir haben 'n Durchsuchungsbeschluss für Ihr Haus.

Gehen wir.

Wollen Sie Ihren Aussagen nicht noch etwas hinzufügen?

Herr Altmann hat nichts hinzuzufügen.

Sie haben also schon einen Anwalt. Sie können mir sicherlich erklären,

weshalb Sie einen Durchsuchungsbeschluss haben.

Wir untersuchen das Verschwinden von Frau Altmann.

Und glauben, sie hier zu finden? Warten wir es ab.

(Mann) Roth, Simon, ich habe hier was.

Sieht nach Blut aus. Das wird von meiner Frau sein.

Sie hatte sich geschnitten, am Tag der Party.

Sicher. Sparen Sie sich Ihren Zynismus.

Wir brauchen eine DNA-Probe Ihrer Frau. Eine Haarbürste?

Oben im Bad. Roth, wir haben da was. Draußen.

Sie können doch nicht einfach... Doch. Können sie.

Sie kriegen ihn ja wieder.

* Handy *

Was ist denn los? Alles wird gut, Anton.

Alles wird gut. Herr Altmann.

Ist das Kennzeichen des Autos Ihrer Frau "Potsdam, Anton, Cäsar, 172"?

Ja.

Moin.

Er wurde laut Parkschein am 16. um 7.13 Uhr hier abgestellt.

Ist das der Wagen Ihrer Frau? Ja.

Wir brauchen jemanden, der den Kofferraum öffnet.

Warten Sie. Sag jetzt nichts.

Ich hab einen Schlüssel. Na dann.

Ja, machen Sie schon.

Lass ihn abholen. Gibt's hier 'ne Videoüberwachung?

Sind wir dran. Könnte es vielleicht sein,

dass sie hierher gefahren ist und ein Flugzeug bestiegen hat?

Sie haben gecheckt, ob sie ein Ticket gebucht hat, oder?

Bevor Sie weiter einen Mordverdacht konstruieren,

sollten Sie ein, zwei andere Theorien verfolgen. Komm.

Und, was denkst du? Du hast ein bisschen Ruhe.

Aber die werden nicht aufhören.

Hey. Hallo.

Na, komm her. Setz dich zu mir.

Hm?

Guck mal, ich hab was für uns.

Hier.

Willst du?

Gutes Zeug. Hast du mehr davon?

Was ist mit Mama?

Ich weiß es nicht, vielleicht will sie einfach alleine sein.

Ist sie tot?

Nein!

Aber Sie sagen, du hast was damit zu tun.

Lass dir das nicht einreden, Anton.

Opa sagt, ich soll erst mal bei ihm wohnen.

Was? Nee, oder?

So was sagt er, ja?

* Auto hupt. *

Das ist er. Scheiße!

Anton! Anton!

Hey! Warte mal!

Anton!

Anton, bleib hier!

Anton, bleib hier!

Anton, Mama ist bald wieder da!

Wir beide wissen, dass sie nie wieder da sein wird.

Was? Anton!

Steig ein! Lass dich nicht einschüchtern. Anton!

Bei mir kann dir nichts mehr passieren. Du Schwein!

Du wirst erleben, was ich für ein Schwein sein kann.

Anton! Nein!

Ich bin unschuldig!

Nein!

* dramatische Musik *

(Anton/Video) "Mama, lächel mal. Ist doch dein Geburtstag."

"Küsst euch mal in die Kamera."

"Bitte, Papa, küss sie noch mal!"

"Jetzt reicht's aber."

Es gibt Fragen. Wir wollten es nicht vor Ihren Angestellten tun.

Nee, Sie wollten es nur ohne meine Anwältin tun. Laden Sie mich vor!

Okay. So dumm ist er nicht.

Also, was wollen Sie?

Sie sagten, dass Sie in der Nacht vom 15. zum 16. im Bett waren.

Dass Sie kurz nach zwei aufgewacht sind und festgestellt haben,

dass Sie allein waren. Weil Ihre Frau Sie angerufen hatte.

Ich sag Ihnen, was wirklich passiert ist.

Sie bringen sie um. Sie stehen in der Küche.

Über Ihrer Frau. Die ist tot.

Blut, viel Blut.

Sie denken nach. Ihr Gehirn arbeitet.

Sie nehmen das Handy Ihrer Frau und rufen sich selber an.

Das war genau um... äh... 2.14 Uhr.

2.14 Uhr. Dann schalten Sie das Handy Ihrer Frau aus,

und danach ist es für uns nie mehr zu orten.

Hier.

145 auf einer 80er Strecke.

Und noch mal um 5.27 Uhr. Da hatte es jemand eilig.

Das wird teuer. Wir haben die Strecke gemessen.

Das sind 78 km von Ihrem Haus.

78 km in 45 Minuten. Na, ich weiß nicht.

Das ist ziemlich unscharf. Oder was meinst du?

Ist der Fahrer zu erkennen?

Aber nein, der liegt ja zu Hause im Bett.

Ich hab Ihnen gesagt, ich bin zum Ferienhaus gefahren.

Weil Ihre Frau Sie dahin bestellte.

Aus der Küche Ihres Hauses. Das konnte ich nicht wissen.

Vielleicht wollte sie das ja so. Wann sind Sie zurückgekommen?

So gegen 6 Uhr. Gibt es dafür Zeugen?

Mein Sohn.

Ja, er hat mich gesehen.

"Wo warst 'n du?" "Frische Luft schnappen."

Hören Sie. Sie hatten Streit mit Ihrer Frau.

Sie hat herausbekommen, dass Sie ein Verhältnis haben.

Sie wollte sich scheiden lassen, das hätte Sie Ihre Firma gekostet,

das Haus, alles, denn das alles gehört Ihrer Frau.

Oder gehörte. Sie erben alles.

Wie ist es passiert?

Da ist viel zu viel Blut.

Für so einen kleinen Schnitt, ist das viel zu viel Blut.

Ich nehme ja an, das war ein Messer?

War es ein Messer?

Sie stechen auf Ihre Frau ein.

Sie inszenieren einen Anruf bei sich selber.

Sie tragen die Leiche in die Garage.

Dann werden Sie um 2.59 Uhr mit 145 km/h geblitzt.

Sie entsorgen die Leiche. Wo auch immer. * lachen *

Und dann fahren Sie nach Hause.

Reinigen Ihren Wagen.

Und die Küche.

Kaufen online ein Flugticket auf den Namen Ihrer Frau,

packen ein paar Sachen von ihr ein,

die Sie irgendwo auf der Strecke zum Flughafen entsorgen.

Dann fahren Sie nach Hause

und spielen die nächsten zwei Tage den besorgten Ehemann.

Dann rufen Sie uns an.

Hören Sie. Noch ist es kein Mord.

Es kann alles Mögliche gewesen sein.

Ein Unfall, Totschlag im Affekt. Hat sie Sie angegriffen?

Wenn Sie ein Geständnis ablegen und uns zur Leiche führen,

dann versprech ich Ihnen, dass die Anklage nicht auf Mord lauten wird.

Das ist ein gutes Angebot.

Oder?

Sie haben sie doch nicht mehr alle.

(Frau) Baubehörde Berlin, Dezernat 7, hallo?

Kann ich den Baustadtrat sprechen?

Äh, der ist noch unterwegs. Das ist mein fünfter Anruf.

Wir haben alle Pläne überarbeitet, ich muss ihn sprechen. Ja.

Ich werde ihm Bescheid sagen, dann wird er Sie zurückrufen. Ja?

Gut, Danke. Auf Wiederhören.

* Telefon *

Gut, dass du endlich anrufst.

Ich habe eine Kopie des Gutachtens der Spurensicherung. Ja?

Sie werden dich wieder vorladen. Fuck.

Du wirst da nicht alleine hingehen. Okay.

Okay.

Die wollen dich nervös machen. Das gehört dazu.

Herr Altmann?

Zuerst möcht ich wissen, in welcher Obliegenheit wir hier sind.

Es ist ein Verhör. Auf der Basis hiervon?

Woher haben Sie das?

Das Blut stammt von Anja Altmann. Ja, das hab ich Ihnen gesagt.

Sie hat sich am Glas geschnitten, als wir Essen vorbereitet haben.

Tja, das ist wohl das Problem.

Niemand hat Ihre Frau den Abend mit Verband gesehen. Ich schon.

Sie waren da? Ja.

Wieso? Ich bin mit Anja befreundet.

Sie hat mich eingeladen.

Warum hat niemand den Verband gesehen?

Weil sie keinen hatte. Sie hatte ein Pflaster.

Ein kleines auf der Handfläche. Deshalb hat niemand drauf geachtet.

Was haben Sie noch?

Das.

"Ist Ihnen auf der Party irgendwas Besonderes aufgefallen?"

(Conny)"Sie haben sich gestritten." "An dem Abend?"

(Conny) "Nicht nur an dem Abend." "Wissen Sie auch, worum es ging?"

(Conny) "Anja hat rausgekriegt, dass er fremdgegangen ist."

"Sie wollte sich scheiden lassen." "Woher wollen Sie das wissen?"

"Ich bin ihre beste Freundin."

Beste Freundin. Erst hat sie versucht, was mit mir anzufangen

"und als ich es Anja erzählt hab, hat sie den Spieß rumgedreht."

Haben Sie ein Verhältnis? Herr Altmann hat schon geantwortet.

Hat er nicht.

Meine Frau will sich nicht scheiden lassen.

Das sind alles haltlose Spekulationen.

Wie ist denn der Zimmerservice im Hyatt?

Was? Woher soll ich das wissen?

Weil Sie sechs Mal dort übernachtet haben.

Ich war nie in dem Hotel.

Das sind Ihre Kontoauszüge aus den letzten zwölf Monaten.

6. Januar, 21. Februar, 2. und 28. März.

8. Juni, 6. September.

Insgesamt sechs Hotelrechnungen.

Hyatt, Doppelzimmer, Herr und Frau Altmann.

Privates geht nur ihn etwas an.

Nicht, wenn es ein Motiv ist.

Niemand muss seine Frau umbringen, wenn er eine Affäre hat.

Wir leben nicht mehr im Jahre 1950.

Das ist unser gemeinsames Konto. Meine Frau hat eine EC-Karte dafür.

Was ist eigentlich mit meinem Auto? Ah, der ist von der KTU zurück.

Und? Nichts.

Dann kann ich ihn wiederhaben? Nein. Gar nichts.

Nicht ein einziger Fingerabdruck im Kofferraum. Kein Haar.

Klinisch sauber. Nur Spuren von Desinfektionsmittel.

Der Kofferraum wurde gereinigt.

Dafür gibt es im BMW Ihrer Frau viele Ihrer Fingerabdrücke.

Wir teilen uns den Wagen manchmal.

Die Erde auf der Schaufel stammt nicht aus Ihrem Garten.

Wo haben Sie gegraben? Hören Sie auf.

Haben Sie die Flüge gecheckt?

Haben Sie? Die Fluggesellschaft hat bestätigt,

dass eine Anja Altmann nach Malaga eingecheckt hat. Malaga? Spanien?

Ja. Wieso, Herr Altmann?

Es ist nicht sicher, ob sie mitgeflogen ist.

Soll heißen?

Die Bordkarte wurde eingescannt, wir können aber Ihre Frau

auf den Kameras nicht eindeutig identifizieren.

Ich werde jetzt Herrn Altmann nach Hause fahren. Was dagegen?

Seit Wochen kein Lebenszeichen, keine Handyortung,

keine Kreditkartenbenutzung.

Was wäre Ihre Theorie?

Eine Frau, die ihre Ruhe braucht, das wäre meine Theorie.

Ich möchte Sie in Kenntnis setzen,

dass wir formal eine Mordermittlung gegen Herrn Altmann eröffnet haben.

* Musik *

* Musik *

Wo ist er? Er ist nicht zu sprechen.

Bitte, Herr Altmann, ich kann Ihnen nicht helfen.

* Handy * Ja?

(Sekretärin) Er ist da. - Was? Danke.

Roland!

Roland!

Sag mal... sag mal, das gibt's doch gar nicht.

Jetzt bleib doch mal stehen! Ich hab versucht, zurückzurufen.

Bitte. Lass es mich erklären. Was läuft hier?

Es gibt Einsparungen im Bau-Etat. Einiges kann nicht realisiert werden.

Blödsinn. Es sind in einer Woche drei Projekte geplatzt. Drei!

Die ermitteln gegen dich. Deine Tochter ist mein Patenkind!

Ich weiß, ich...

Glaub mir, lass uns einfach die Ermittlungen abwarten.

Wenn sich alles als ein großes Missverständnis herausstellt, dann...

Steckt mein Schwiegervater dahinter? Thomas, bitte.

Steckt er dahinter?

Es tut mir leid.

Du lässt deine Kontakte spielen? Wenn du mich ruinierst,

ruinierst du auch deine Tochter. Meine Tochter ist tot.

Woher willst du das wissen?

Wo ist Anton? Ihm geht es gut. Ich will mit ihm reden.

Er geht nicht an sein Handy. Er ist nicht da.

Er will nicht mit dir reden, kapierst du das endlich? Hau ab!

Er ist mein Sohn. Nicht mehr lange.

Anton. Muss ich's noch mal sagen?

Was ist 'n eigentlich mit dir? Wie war das denn damals?

Wenn du in ihr Zimmer kamst, dich auf ihr Bett gesetzt hast...

Deine Finger unter der Decke? Wahrscheinlich wollte sie zur...

Halt die Fresse! - Opa! Opa...

Wenn du dich noch einmal blicken... Dann bringst du mich auch um, oder?

Opa...

* Musik *

Ich hab etwas für dich. Komm mit.

Hier, die letzten Kontoauszüge. Drei Abhebungen.

Malaga, Granada, Gibraltar.

Anja lebt. Von unserm Konto sind mehrere Abhebungen getätigt worden.

Die erste in Malaga am 16. September.

Das ist der Tag, an dem sie verschwunden ist.

Warum erwähnte die Polizei nichts?

Ich überprüf das.

Wir haben uns noch mal Ihren nächtlichen Ausflug angesehen.

Hier werden Sie das erste Mal geblitzt. Gegen 3 Uhr.

Dann noch mal auf dem Rückweg. 5.27 Uhr.

Und da hat meine mathematisch begabte Kollegin hier

ein paar Berechnungen angestellt. Ich nahm Ihre Geschwindigkeit

und die Tatsache, dass Sie maximal 38 Min. hatten,

wenn Sie 2 Std. und 28 Min. später wieder am selben Ort sind.

Das ergibt einen Radius von 100 Kilometern.

In dem liegt nicht Ihr Ferienhaus. Das hätten Sie nie schaffen können.

Nehmen wir an, es war anders. Im Kofferraum liegt Ihre Frau.

Wir haben uns gefragt, wo würden Sie eine Leiche entsorgen können?

Hier gibt's Tümpel und Waldstücke. Kommen wir auch mal zu 'nem Punkt?

Ja. Wir haben uns dieses Gebiet näher angesehen.

Hier. Wissen Sie, was hier liegt?

Nein. Er weiß es nicht.

Das ist eine alte Industriemühle, in der Sie vor sechs Jahren

mit der Firma Ihres Schwiegervaters einen Auftrag durchgeführt haben.

Und die liegt nur 13 Minuten von Ihrem Blitzer entfernt.

Und der Boden hat die gleiche Beschaffenheit

wie die Erdspuren auf der Schaufel, die in Ihrer Garage stand.

Wollen Sie, dass mein Mandant einen Bagger hinschickt?

Nein, das haben wir schon selber gemacht.

Aus! Aus! Mach aus.

Können wir vorab reden? Nee. Dazu hatte er genügend Zeit.

Aufmachen!

Die andern Fässer auch überprüfen.

Und schauen Sie zu, ob da eine Leiche entsorgt wurde.

Wie geht's dir? Gut.

Du fehlst mir. Wollen wir nicht zusammen etwas machen?

Ich hab Englisch in 20 Minuten.

War die Polizei schon bei dir?

(Anton) Ja.

Was hast du gesagt?

Ich muss los.

Mann, warum hast du das getan?

Warum? Warum?

Warum?

Warum?

Komm rein.

Das Polizeilabor hat den Inhalt der Fässer analysiert.

Rate mal, was nicht drin war.

Anja?

Da hat jemand billig Industrie-Chemikalien entsorgt.

Willst du?

Guter Blick.

Finde ich jedes Mal.

Warum hast du mich zu Anjas Geburtstag eingeladen?

Hab ich nicht.

Ich hatte 'ne Karte in der Post. Ich dachte, die wäre von dir.

Warum hast du dich nie wieder gemeldet?

Ich hab geheiratet.

Du wolltest mich nicht.

So war das nicht.

Was ist das Wichtigste in einer Ehe?

Vertrauen.

Siehst du?

Und genau da liegt das Problem bei meinem Beruf.

Ich höre einfach zu viele Lügen.

* Musik *

* Musik *

* Klingel *

* Klingel *

Wir haben angerufen.

Ihre Sekretärin sagte, Sie seien hier.

Können wir reinkommen?

Sind Sie alleine?

Oder stören wir bei etwas?

Womit kann ich Ihnen helfen?

Sie sagten, dass Sie auf Anja Altmanns Geburtstag waren.

Damit haben Sie uns überrascht. Kennen Sie sich schon länger?

Vom Studium.

Wir haben Ihre ehemaligen Kommilitonen befragt.

Sie sagen, dass Sie damals Thomas Altmanns Freundin waren.

Bevor er sich für Anja entschied,

die Tochter eines reichen Bauunternehmers.

Und da gibt es noch die Theorie, dass Sie und Anja ein Paar waren.

Nicht alle Dinge finden nacheinander statt.

Sie sind hier, um meine sexuellen Präferenzen von früher zu erfragen?

Ehrlich gesagt, eher Ihre aktuellen.

Wir haben noch mal wegen dem Zimmer im Hyatt recherchiert,

wo Ihr Mandant angeblich nie war. Sechs Mal im letzten Jahr.

Eine Rezeptionistin erinnert sich an eine andere Frau.

"Ich verlasse euch jetzt. Ich muss morgen nach Madrid."

"Was machst du in Madrid?" "'n Kongress."

"Ciao."

"Ciao."

"Bringt euch nicht um vor Liebe."

Sie kommen zur Feier 'ner Freundin, mit der Sie ein Verhältnis hatten.

Einen Tag später ist sie verschwunden.

Dann übernehmen Sie die Verteidigung eines Mannes,

mit dem Sie ebenfalls ein Verhältnis hatten.

Und offenbar immer noch haben.

Ich werde neugierig.

Wenn Sie eine Gegenüberstellung machen mit Ihrer Rezeptionistin.

Ob sie mich identifizieren wird.

Was würde denn passieren, wenn ich durch diese Tür gehe?

Bitte. Nur zu.

Dann reichen Sie wohl eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein,

wodurch wir den Fall abgeben müssten.

Paragraf 13, Grundgesetz, Unverletzlichkeit der Wohnung.

Aber vielleicht ist ja Gefahr im Verzug. Paragraf 102.

Oder es wird 'ne Straftat vereitelt oder Beweismittel vernichtet.

Vielleicht liegt hinter dieser Tür die Leiche,

die Sie einfach nicht finden können.

Spannend, oder?

Wiedersehen, Frau Bertok.

Machst du dir keine Gedanken, dass wir falsch liegen? Nee.

Es kann auch genauso gut umgekehrt sein.

Was, wenn seine Frau das alles inszeniert hat?

Wir haben einen verheirateten Mann, der ein Verhältnis hat.

Die nimmt ihm übel, dass er sie nicht geheiratet hat.

Und seine Ehefrau, dass er sie geheiratet hat.

Im Ernst. Sie verabreden sich, den Mann ins Gefängnis zu bringen.

Sie inszenieren das Verschwinden, das Blut in der Küche, alles.

Ich hab gleich 'n Termin im Gericht.

Warte noch etwas, bevor du gehst.

Ist besser, wenn man uns nicht zusammen sieht.

Verhalt dich normal.

Vertrau mir.

Ich suche Frau Simon. - Erste Tür links.

Herr Wojcik?

Guten Tag. Guten Tag. Setzen Sie sich.

Danke.

Es ist nicht leicht

für mich und jetzt auch für euch.

Ich weiß nicht, wie's weitergeht.

Ich hoffe, dass sich das bald klären wird.

Bis zum Monatsende zahl ich euch, so viel steht fest.

Und ich werde versuchen, was das Weihnachtsgeld betrifft,

auch mit den Umständen...

Thomas Altmann, Sie werden des Mordes an Ihrer Frau beschuldigt.

Nicht schon wieder, ja? Umdrehen!

Was?

Sie haben das Recht,

die Aussage zu verweigern und Beweiserhebung zu beantragen.

Alter, das gibt's doch gar nicht.

Letzte Chance für ein freiwilliges Geständnis.

Sie haben mich abgeführt wie einen Verbrecher.

Ja, das hab ich gemacht. Denn das sind Sie auch.

Du sagst nichts mehr.

Haben sie dir deine Rechte verlesen? Was soll das?

Machen Sie ihm die Handschellen ab.

(Anja) "Hallo? Hallo?"

"Bitte, bitte..."

"Hilfe. Er ist oben."

"Er kommt. Ja, er kommt." * Schritte *

15. September, 2.09 Uhr.

Fünf Minuten, bevor der Anruf auf Ihrem Handy erfolgte.

Ebenfalls aus der Küche. Er ging an einen Adam Wojcik.

Kennen Sie ihn?

Unser Gärtner. Ich nehme an, es ist so gelaufen:

Ihre Frau hat Todesangst. Sie versucht, Hilfe zu rufen.

Drückt aufs Handy und kommt auf die gespeicherten Nummern.

Adam ist der erste Name. Das sind alles Unterstellungen.

Das könnte irgendjemand sein, der sie da angreift.

Wenn Ihr Mandant nicht einen Fehler gemacht hätte.

Sie haben es gerade gehört. Anja Altmann hatte Todesangst.

Nur fünf Minuten später wollen Sie einen Anruf von ihr erhalten haben,

wo sie Sie in Ihr Ferienhaus gebeten haben will?

Und dabei nichts von einem Mordversuch erwähnt hat?

Warum kommen Sie erst jetzt damit? Wojcik hatte einen Schlaganfall.

Sein Sohn Lukas hat ihn zu sich nach Warschau geholt.

Dort ist sein Vater gestorben. Lukas fährt nach Deutschland

und findet diesen Anruf auf dem Anrufbeantworter.

Er hat uns heute kontaktiert.

Der Anruf kann von Frau Altmann inszeniert worden sein.

Abführen!

Ich werde zusehen, einen schnellen Haftprüfungstermin zu bekommen.

Soll ich deinen Sohn anrufen? Nein.

Mein Mandant wird keine 48 Stunden in der U-Haft bleiben. Versprochen.

Glauben Sie immer noch, dass er sie nicht umgebracht hat?

Das ist keine Glaubensfrage.

* Musik *

Es gibt Blut am Tatort, den wahrscheinlichen Mordzeitpunkt,

kein Alibi des Beschuldigten, ein Mordmotiv

und den Anruf des Opfers unmittelbar vor der Tat.

Noch gibt es kein Opfer, weil es keine Leiche gibt.

Dann von einem Tatort zu sprechen, ist geradezu lächerlich, Herr Roth.

Wir werden jedes Indiz entkräften.

Wir werden die Leiche finden.

Auch ohne wird die Staatsanwaltschaft Mordanklage erheben.

Wir beantragen, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen

und meinen Mandanten aus der U-Haft zu entlassen bis zum Prozess.

Es besteht keine Wiederholungs- oder Verdunklungsgefahr.

Da noch kein Geständnis vorliegt, besteht sehr wohl... Kommen Sie.

und auch Fluchtgefahr aufgrund der Vermögensverhältnisse.

Mein Mandant hat einen Sohn in der 8. Klasse...

der bei seinem Großvater wohnt. Dietmar Wendlandt.

Ihr Vater? Schwiegervater.

Wir akzeptieren alle Auflagen. Wobei wir darum bitten möchten,

die Kaution in angemessenem Rahmen zu halten,

da durch rufschädigende Ermittlungen der Kollegen hier,

die Firma meines Mandanten stark geschädigt wurde.

Als klar war, dass sie deinen Schwiegervater kennt,

hatte ich keine Chance mehr. Das ist nicht wahr, oder?

Ich kann nur noch darauf drängen, dass der Prozess bald beginnt.

"Ein Fall, der Medien und Öffentlichkeit in Atem hält."

"Obwohl die Staatsanwaltschaft bisher keine Leiche präsentieren konnte..."

"scheint sie sicher zu sein, Herrn Altmann verurteilen zu können."

"Selten schien ein Mord ohne Leiche mehr Aufmerksamkeit..."

Der Prozess ist ein Vabanquespiel.

Beim Indizienprozess entscheidet, wie die Fakten bewertet werden.

Und da bin ich zuversichtlich.

Sie haben nichts.

Keine Leiche, keine Zeugen, nur ein paar Spuren.

Morgen geht's los. Der Staatsanwalt wird erst mal die Anklage verlesen.

Du musst nichts tun, außer betroffen auszusehen.

Aber egal, was er sagt, egal, wie er dich darstellt,

verlier nicht die Nerven.

Wir sind davon überzeugt, dass Thomas Altmann seine Frau umgebracht

und ihre Leiche an einem unbekannten Ort entsorgt hat.

Er inszenierte ihr Verschwinden als die pathologische Fluchtgeschichte

einer zerrissenen Frau und von sich selbst als betroffenen Ehemann.

Gut. Wir setzen den Prozess morgen um 10 Uhr mit weiteren Zeugen fort.

Morgen ist Anton gleich als Erster dran.

Er ist ein Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft.

Wie geht's dir? (Anton) Geht so.

Und dir? Ganz okay.

Mach dir keine Sorgen. Wie ist es bei Opa?

Ist gut. Er ist cool.

Hör mal,

du wirst doch morgen deine Aussage machen, richtig?

Ja. Ich wollt nur sagen,

du musst nichts sagen, was du nicht sagen willst.

Verstehst du?

Anton? Kommst du zum Essen?

Ja. - Mit wem telefonierst du da?

Ich komm gleich. Hey, du.

Ich will nur, dass du weißt, also, dass du verstehst,

was so eine Aussage für mich bedeuten kann.

Verstehst du? Okay.

Ja. Gut.

Ich liebe dich.

Wir sehen uns dann morgen im Gericht. Ciao.

In welchem Verhältnis stehst du zu dem Angeklagten, Anton?

Er ist, also, Thomas Altmann ist mein Vater.

Mich interessiert die Nacht vom 15. zum 16. September.

Der Abend, wo der 40. Geburtstag deiner Mutter gefeiert wurde.

Ist dir an dem Abend irgendwas aufgefallen, was ungewöhnlich war?

Mama war etwas unentspannt, und sie hatte zu viel getrunken.

Aber das macht sie immer, wenn sie nervös ist.

Ist dir an deinem Vater was aufgefallen? Oder zwischen beiden?

Nein. Außer, dass sie sich in der Küche gestritten haben, vielleicht.

Kam das öfters vor? - Ja, manchmal.

Ich hab hier eine Aussage von dir,

die du bei den bearbeitenden Beamten abgegeben hast.

Aber trotzdem noch mal die Frage, wie hast du die Nacht erlebt?

Ich bin um 23.30 Uhr hochgegangen in mein Zimmer.

Und ich bin schnell eingeschlafen.

Und dann bin ich aufgewacht, so um 6 Uhr morgens.

Weil ich ziemlichen Durst hatte. Ich kam die Treppe runter,

da ist er gerade zur Tür rein.

(Staatsanwalt) Und dann? Hat er was gesagt?

"Frische Luft schnappen."

"Frische Luft schnappen." - Ist dir noch was aufgefallen?

Anton?

Nein, nichts.

Also, bei der Polizei hast du gesagt,

dass dein Vater an dem Abend ziemlich schmutzige Schuhe hatte.

Die waren halt normal schmutzig. - Ich weiß, das ist schwierig,

gegen den Vater auszusagen, aber es geht auch um den Mord an deiner Mama.

Der Staatsanwalt versucht, den Zeugen zu beeinflussen.

Keine weiteren Fragen.

Danke.

Gute Nachrichten. Ja?

Nachdem du die Abbuchungen bemerkt hast,

hab ich eine Detektivin nach Spanien fliegen lassen. Echt?

Sie ist an die Überwachungskameras der Banken gekommen.

Das ist sie. Es ist immer dieselbe Frau.

Immer mit Sonnenbrille. Es könnte Anja sein.

Es würde beweisen, dass sie am Leben ist.

Am 16. September, 16.30 Uhr, Malaga.

Am 23. September, 11.01 Uhr, Granada.

Und am 12. Oktober, 21.22 Uhr, Gibraltar.

Jedes Mal Abhebungen mit EC-Karte vom gemeinsamen Konto der Altmanns.

Es ist immer dieselbe Frau, die, wie man sieht,

Anja Altmann sehr ähnlich ist.

Es sieht eher nach 'ner Reise aus,

als nach einer Frau, die unter der Erde liegt.

Da uns die Beweisstücke der Verteidigung neu sind,

beantragen wir eine Unterbrechung, damit wir das analysieren können.

Gut. Der Prozess wird morgen um 10 Uhr fortgeführt.

* Unverständliches Flüstern *

Hey! Bleiben Sie stehen!

Sie machen einen Fehler.

Wieso?

Er ist es.

(Staatsanwalt) Herr Tremmen, Sie arbeiten in der Computerbranche?

Ja. - Was genau? Biometrische Gesichtserkennung.

Kann man sagen, dass Sie auf dem Gebiet ein Spezialist sind? - Ja.

Und Sie haben die Fotos, die die Verteidigung vorgelegt hat, bekommen?

Ja. Wir haben uns auch die Videos der Überwachungskameras geben lassen,

daraus haben wir Bilder gezogen und dreidimensional bearbeitet.

Damit konnten wir dieses Phantombild erstellen.

Und das haben Sie dann mit einem Foto von Anja Altmann verglichen?

Ja. Wir arbeiten dann mit Vektoren.

Das sieht ziemlich identisch aus. - Auf den ersten Blick, ja.

Die rot markierten Stellen sind die Differenzen.

Wir haben hier eine Übereinstimmung von 68,8 %. - Das ist viel.

Nicht bei Gesichtern, der Abstand der Augen,

zwischen Mund und Nase, das Kinn... - Das heißt?

Das ist nicht ein und dieselbe Frau. - Danke.

Herr Tremmen, ich versteh richtig,

dass es eine Übereinstimmung von fast 70 % gibt? Ja, 68,8 %.

Das sind mehr als zwei Drittel. Die Abweichungen sind geringer.

Aber die sind ausschlaggebend. Sie würden mir doch zustimmen,

wenn ich sage, dass die Aufnahmen nicht sehr gut sind. Ja.

Können Sie mir aufgrund Ihrer Analyse eine Garantie geben,

dass die Frau auf den Bildern nicht Anja Altmann ist?

Herr Tremmen? Können Sie?

Nein, kann ich nicht. Danke.

* Musik *

Musst du nicht an deinem Plädoyer arbeiten?

Okay. Pass auf.

Das ist der Deal. Er bekennt sich und er führt uns zur Leiche,

dafür lasse ich die Mordanklage fallen und plädiere auf Totschlag.

Das sind fünf bis 15 Jahre.

Nein. Okay.

Ich gehe auf zehn. Und er kommt in sechs raus.

Genau. Freispruch.

Vergiss es.

Hallo. Hi.

Die dealen gerade.

So, bitte schön.

Ein Bier, bitte. Ich auch noch eins.

Wie viele hattest du schon? Nicht genug.

Mein letztes Angebot.

Paragraf 227, Körperverletzung mit Todesfolge,

sind ein bis 10 Jahre. Ich plädiere auf sechs, raus in vier.

Hört sich schon besser an.

Nein.

Fuck you, Lavinia.

Noch einen. Mach mal langsam.

Ich sag dir, die holt ihn raus.

Das ist unser Deal: Freispruch,

und wir verklagen die Stadt nicht auf Schadensersatz.

Lächerlich. Er kann doch immer noch wegen Mord verurteilt werden.

Das macht es doch nur umso spannender. Hm?

Kann ich dich einladen?

Nee, lass mal.

Man kann sich auch verschätzen.

Wir sehen uns Montag.

So ein Weichei.

Ah, noch im Einsatz? Ich hoffe, Sie beschatten mich nicht.

Feierabendbier. Schönen Abend noch.

Was ist das für 'n Gefühl, ständig Mörder freizukriegen?

Was ist das für 'n Gefühl, schlechte Arbeit zu leisten?

Der Wichser, mit dem du vögelst, hat seine Frau umgebracht. Hey!

Und das Beschissenste ist, es wird wohl nie 'ne Leiche geben,

die die Familie beerdigen kann, weil sie irgendwo verrottet!

Sind Sie fertig? Hör jetzt auf!

Entschuldigen Sie.

Sie können froh sein, dass Sie so eine nette Kollegin haben.

Idiot.

Wie stehen unsere Chancen?

Der Staatsanwalt hat einen Deal angeboten.

Du bekennst dich und führst sie zu Anjas Leiche.

Er lässt die Mordanklage fallen

und plädiert auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Er geht auf sechs Jahre, du wärst in vier wieder raus.

Ich hab abgelehnt. Vertrau mir.

Okay.

Selbst die Staatsanwaltschaft ist sich nicht mehr sicher,

dass du verurteilt wirst.

Wenn alles gut geht, bist du bald frei.

Gut. Ich muss mich vorbereiten.

Noch haben wir nicht gewonnen.

Wenn sie mich jetzt freisprechen

und irgendwann mal Anjas Leiche auftauchen würde...

Wie meinst du das?

Dann können sie mich nicht noch mal anklagen, oder?

Dann gilt "Ne bis in idem", nicht zweimal für dasselbe?

Wer rechtskräftig vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen wurde,

kann nicht noch mal wegen Mord an derselben Person verurteilt werden.

Nein. Verbot der Doppelbestrafung.

Ich wär frei.

Für immer.

* spannende Musik *

(Gäste) "Happy birthday to you"

"Happy birthday to you"

"Happy birthday, liebe Anja,"

"Happy birthday to you."

* spannende Musik *

(Conny) "Ich bin ihre beste Freundin."

* Tür wird aufgeschlossen. *

* spannende Musik *

"Hey, Conny."

* spannende Musik *

* Musik *

* Musik *

* Handy *

Ja? Lavinia?

Du holst mich hier raus, oder?

Das ist dein Job als meine Anwältin.

Kann ich dir vertrauen?

Ja.

Gut.

* Er summt. *

Wie's aussieht, können wir jetzt anfangen.

(Staatsanwalt) Der Angeklagte ist schuldig.

Es handelt sich um einen Täter mit einem klaren Motiv,

der sich in seinen Lügen verfangen hat.

Ohne jeden Zweifel hat Thomas Altmann seine Frau Anja

in der Nacht vom 15. zum 16. September,

zwischen 2.09 und 2.14 Uhr ermordet

und die Leiche an einem bislang unbekannten Ort entsorgt.

Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine lebenslange Haftstrafe.

(Richter) Frau Verteidigerin?

Ihr Plädoyer.

Es ist die Urangst eines jeden Menschen,

unschuldig bestraft und ins Gefängnis geschickt zu werden.

Es ist aber auch eine Urangst, dass Verbrechen ungesühnt bleiben.

Dass Verbrecher mit ihrer Tat davonkommen.

Wenn man rechtskräftig vom Vorwurf einer Tat freigesprochen wurde,

kann man nicht noch einmal für dasselbe verurteilt werden.

Selbst wenn die Leiche wieder auftauchen würde

und er eindeutig überführt wäre.

"Ne bis in idem". Nicht zweimal für dasselbe.

Ein Mörder wäre frei.

Für immer.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Fülle von Indizien ausgebreitet.

Eine nach außen hin makellose, aber im Innern zerrüttete Ehe.

Eine Ehefrau in permanenter Angst, die sich scheiden lassen wollte

und damit den Angeklagten ruiniert hätte.

Ein Streit in der Tatnacht, das Verschwinden der Ehefrau,

Blut in der Küche und ein Angeklagter ohne Alibi,

der in der Tatnacht 200 km fährt

und danach seinen Wagen gründlich reinigt.

Was soll das?

Jedes einzelne Indiz allein kann nicht beweisen,

dass Thomas Altmann der Mörder seiner Frau ist.

Aber ein Indizienprozess ist am Ende mehr als die einzelnen Teile.

Er zeigt ein Gesamtbild.

Ein eindeutiges.

Hör auf!

Das tue ich.

* Musik *

(Reporter) "...endete der Mordprozess mit einer dramatischen Wendung."

Sie haben zum ersten Mal einen Prozess verloren. Was fühlen Sie?

(Reporter) "Der Angeklagte wurde des Mordes für schuldig befunden"

"und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt."

* unverständlich *

(Reporter) "Die Leiche konnte bislang nicht geborgen werden,"

"da der Verurteilte hierzu immer noch schweigt."

* Musik *

* Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016

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