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Original subtitles

Monsieur Casanova, Monsieur Calzabigi.

Wollt Ihr mir bitte folgen?

Meine Herren, Giacomo Casanova

und Ranieri Simone Francesco Maria de Calzabigi.

Meine Herren, ich sage es Euch gleich:

Wir haben nicht viel Zeit.

Selbst wenn es darum ginge, Frankreich zu retten?

Zwei venezianische Abenteurer zur Rettung Frankreichs?

Seid nicht so verächtlich gegenüber Venedig, Herr Graf.

Da wir auf dem Wasser aufgewachsen sind, kennen wir uns gut mit Ertrinken aus.

Sehr gut.

Apropos Ertrinken, um die Staatsfinanzen steht es schlecht, nicht wahr?

Also, was habt Ihr vor?

Steuern eintreiben? Krieg? Pferderennen? Besitztümer verkaufen?

Der König empfängt Euch nicht, um sich Possen anzuhören, Casanova.

Wenn Ihr eine Wunderlösung habt, wie Ihr behauptet,

stellt sie vor und erspart uns den Rest.

Wie wir alle wissen, sind die Kassen des Königreichs leer,

durch Kriege und Verschwendung.

Das französische Volk leidet Qualen: Hunger, Not, Steuern.

Es gibt Pamphlete gegen Euch. Verhaftungen nehmen zu.

Die Unzufriedenheit wächst.

Und zu allem Überfluss, Majestät, habt Ihr beschlossen,

das Zentrum von Paris für eine Militärschule umzugestalten.

Wie soll das alles finanziert werden?

Mit unserer Wunderlösung schlagt Ihr zwei Fliegen mit einer Klappe.

Ihr saniert Eure Finanzen und gebt Eurem Volk neue Hoffnung.

Und durch welches Wunder?

Das Wunder einer Nationalen Lotterie.

Gebt Euren Untertanen eine Chance auf Reichtum,

erhebt Steuern auf jedes gekaufte Los,

zieht unsere Provision ab, wiederholt die Ziehung jede Woche,

macht die Menschen reich und glücklich, gebt ihnen Hoffnung,

füllt Eure Kassen und baut Eure Militärschule.

Das ist eine Abscheulichkeit. Wie konnten wir Euch nur empfangen?

Sie sprechen von einer Volkslotterie.

Aber das Volk will kein Geld, es will Brot.

Täuscht Euch nicht. Geld ist der höchste Wert.

Geld ist das Ergebnis all dessen, was geschaffen wurde,

um es neu zu erschaffen.

Natürlich wählt ein Hungriger Brot statt einer Goldmünze.

Aber stellt Ihr ihm in Aussicht, morgen mit Gold bedeckt zu sein,

gibt er Euch seinen letzten Krumen.

Diese Welt, Monsieur, Eure Welt, wollen wir nicht.

Choiseul, lasst ihn.

Sire, Ihr werdet sehen, es ist teuflisch einfach,

teuflisch erfreulich und teuflisch rentabel.

Für ein paar bescheidene Sous

hat jeder Einwohner dieses Landes die Chance auf Reichtum und Wohlstand.

Sie werden Euch für diese neue Steuer noch froh die Füße küssen.

Und das aus einem ganz einfachen Grund:

Weil die Lotterie die schlimmste Neigung in uns weckt.

Die Neigung, uns Geschichten auszudenken.

- Hat dich Geschichte nicht interessiert? - Das war nicht so mein Ding.

- Was war denn dein Ding? - Ich war gut in Mathe.

Du kannst also rechnen.

Aber es ist egal, ob du rechnen kannst.

Rechnen kann doch jeder.

Mein Telefon kann rechnen.

1,5 Milliarden Chinesen können besser rechnen als du.

Nein, was wirklich zählt, ist die Geschichte.

Denn Geschichte sind Menschen.

Geschichte sind Beziehungen.

Geschichte ist Politik.

Geschichte ist Zukunft.

Wenn du nicht weißt, was passiert ist,

kannst du nicht wissen, was passieren wird.

Alles dreht sich um dieselbe soziale Pyramide. Willst du auch?

- Nein. - Richtig so.

Oben steht der König. Der höchste Rang.

Der Hofadel verachtet den Niederadel.

Der Schwertadel verachtet den Amtsadel.

Der Landadel verachtet den Neuadel,

und wen verachtet der Neuadel?

Die Bourgeoisie.

Es gibt die hohe Schicht der Bourgeoisie:

Banken, Politik, Finanzen. Leute wie ich, wenn du so willst.

Aber wir arbeiten, also haben wir Geld. Und die Adligen tun nichts.

Die obere Bourgeoisie verachtet die mittlere,

also Kaufleute, Wissenschaftler, Anwälte.

Und die mittlere Bourgeoisie verachtet die niedere.

Die niedere Bourgeoisie, das sind Händler, Landärzte und so weiter.

Und so geht es weiter: Rang 16, Rang 17, Rang 18, Rang 19.

Da hast du die Gangster, die Huren, die Landstreicher und so weiter.

Das ist anrüchig, aber auch romantisch. Es hat einen gewissen Charme.

Fourier erklärt diese Pyramide.

Jeder beneidet den über ihm und verachtet den unter ihm.

Außer dem Kleinbürger. Denn der hat Angst.

Angst, aufzusteigen, und Angst, zu fallen.

Ich habe dich beobachtet und durchschaut.

Du stichst unter den anderen hervor. Weißt du, warum?

Weil du Angst hast. Du stinkst nach Angst!

Entschuldige. Los, komm.

Da ist die Kapelle.

Und das ist der Spiegelsaal mit all seinen Geistern.

Aber was uns interessiert, ist hier drüben.

Komm!

Weißt du, wo wir sind?

Ist das das Zimmer des Königs?

Hier geht die Sonne auf.

Ich glaube, wir dürfen nicht hier sein.

Ich bin doch nur Praktikant, und ich will nicht, dass ...

Stell dir vor, was der König denkt, um vier Uhr morgens nackt im Bett.

Er sagt sich, dass es eine Frage von Tagen ist.

Er hat es verstanden. Er weiß es.

Er hat zu lange vom Geld der Großbürger gelebt.

Sie werden jetzt eine Rendite verlangen. Sie sind ja nicht dumm.

Er weiß, dass die Pyramide, auf der er thront,

nur noch an einem Faden hängt.

Es ist ein starker Faden, denn niemand wagt sich an den Platz des Königs.

Aber genau das ist die Frage.

Wie wird das alles zusammenbrechen?

Sollten wir nicht lieber zurückgehen?

Ich sage es dir, es ist ganz einfach.

Irgendwann haben sie sich gesagt, dass das hier auch nur eine Bude ist.

Und der König nur ein armer Kerl auf seinem Bett.

Ab da konnte jeder seinen Platz einnehmen.

Jeder konnte König werden. Es gab keine Ränge mehr.

Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten geboren.

Aber nichts hat sich geändert. Die Pyramide ist immer noch da.

Die Ränge sind noch da. Manche sind oben, andere unten.

Heute bist du unten, und ich bin oben, aber in zwei Minuten?

Das wissen wir nicht.

Verstehst du, was ich meine?

Mach's dir bequem. Ich bin gleich wieder da.

Und, hast du Spaß?

Sag mal, willst du mich verarschen?

Hast du das Schloss gemietet oder nicht?

Monsieur, gehen Sie bitte.

- Du bist erbärmlich. - Es ist keiner gestorben.

Gehen Sie bitte.

Der Praktikant Yohann ist 22 und in Trappes aufgewachsen.

Ich wollte ihm das Bett von Ludwig XIV. zeigen.

Ist dir klar, was das für ihn bedeutet?

Du bist völlig zugekokst.

- Meine Herren, verlassen Sie den Raum. - Madame?

- Er hat wohl an die Tapete gepinkelt. - Nein!

Das war der Praktikant, nicht ich.

NO ONE WILL KNOW

Alter, das war verrückt. Es war ein Mädcheninternat.

Wir sind mit unserer Ausrüstung durch den Flur gerannt.

Überall standen ängstliche Mädchen in Pyjamas mit zerzausten Haaren.

Alle wussten, was passiert ist. Und ...

Wir kamen ins Zimmer. Sie lag auf dem Boden.

Ich habe bei der Herzdruckmassage alles gegeben.

Ich hörte ihre Rippen brechen. Es war schrecklich.

Der Arzt hat sie intubiert, ich habe gebetet und weiter massiert.

- Entschuldigung. - Ja?

Es gibt keinen Schinken mehr, tut mir leid.

Was gibt es noch?

Thunfisch mit Salat, sonst vielleicht Hühnchen.

- Thunfisch. - Okay, dann Thunfisch.

Danke.

Ein kleiner Internatsschreibtisch, ein Heft noch offen.

Das Geschichtsbuch, das Mathebuch und ein Foto von ihr mit ihrer Mutter,

die genauso aussah, nur älter, die gleichen lange Haare.

Sie waren beide wunderschön.

Und das Foto war aktuell. Im Sommer. Sie lachen und sehen aus wie Schwestern.

Und es hat mich erschüttert, dass irgendwo ein Telefon klingeln wird.

Es wird alle aufwecken, und ihre Mutter wird abnehmen.

Danach konnte niemand im Auto ein Gespräch führen.

Schatz, es tut mir leid. Antworte bitte. Wenn ich dich verliere, töte ich mich.

Ich bin im "Roi Soleil", einer Bar hinter der Klinik.

- Wo willst du hin? - Wir fahren, oder?

- Nico, noch eine Runde auf mich. - Verdammt.

Komm schon, nach dieser beschissenen Nacht!

Entspannen wir uns noch bei einem Glas.

Gib mir den Autoschlüssel.

Du hast dir nichts vorzuwerfen, Livio.

Ich will einfach nur nach Hause.

Monsieur!

Können Sie bitte den Fernseher leiser stellen?

- Ich habe Kopfschmerzen. - Ich komme.

- Alles in Ordnung, Monsieur? - Ja, ich habe Migräne.

- Einen doppelten Espresso, bitte. - Einen doppelten Espresso.

Weißt du, die hämmern uns ständig ein, dass wir Zielscheiben sind.

Als ob Polizisten immer in Gefahr wären. Das stimmt nicht.

Das ist eine Konditionierung, die dich runterzieht und stresst.

Alle sind gestresst und haben Angst, sagen es aber nicht.

Das vorhin war ein perfektes Beispiel. Du hattest Angst. Das war's.

Deshalb habe ich dich ins Auto gesetzt. Du hast dich beruhigt, und alles war gut.

- Wie konnte ich das nur tun, verdammt? - Du hast nichts getan, Livio.

Du hast nur in die Luft geschossen, um die Menge aufzulösen.

Du hast recht.

- Weißt du was? Zeig mir deine Waffe. - Was?

Zeig mir deine Waffe.

- Warum? - Los, zeig sie mir.

Wir tauschen die Magazine.

- Wir sagen, ich habe geschossen. - Hör auf.

Komm schon.

Leg sie weg.

Livio, verstehst du?

Hast du das Sandwich gemacht?

Der Schinken ist alle. Wir müssen neuen kaufen.

Sag das dem Kunden. Los.

Du arbeitest hier als Kellnerin, also mach nicht irgendwas anderes.

Warum lernst du Griechisch?

Für mein Philosophiestudium. Die ersten Philosophen waren Griechen.

Wusstest du das nicht?

Du hast doch keine Ahnung!

Die ersten Philosophen waren Chinesen.

Du Idiotin! Geh arbeiten!

Fass mich nicht an! Geht's noch?

- Entschuldigung. - Ja? Warte mal kurz.

- Der Schinken ist alle. - Was gibt es denn?

Keine Ahnung, vielleicht Thunfisch oder Hühnchen.

Thunfisch.

- Okay, dann Thunfisch. - Danke.

Nach einer Weile haben wir aufgegeben. Da war nichts zu machen.

Und ...

Und während die Jungs die Leiche auf die Trage legten,

konnte ich nicht anders,

als ihren kleinen Internatsschreibtisch anzuschauen.

Mann, das war schrecklich.

Noch offene Hefte, Geschichts- und Mathebücher.

Darüber stand ein Foto von ihr mit ihrer Mutter,

die genauso aussah, nur älter, lange Haare, beide wunderschön.

Und das Foto war aktuell, aus dem letzten Sommer.

Sie sahen aus wie Schwestern.

Und es hat mich erschüttert,

dass irgendwo ein Telefon klingeln wird.

Es wird alle aufwecken, und ihre Mutter wird abnehmen.

Ich nehme ein Bier.

Ich schenke vor Mittag keinen Alkohol aus.

Hast du wenigstens Wasser?

Warum Wasser? Bist du auf Drogen?

Sehe ich so aus?

Ja, auf jeden Fall.

Verbietest du mir, Wasser zu trinken? Was ist dein Problem?

Nein, ich bin im "Roi Soleil".

Guten Tag zusammen.

- Monsieur Kantz. - Guten Tag.

- Monsieur Kantz. Guten Tag. - Guten Tag.

Ich gehe aufs Klo.

- Wie geht es Ihnen? - Na ja ...

Hey, Schlitzauge! Ist das kein Alkohol vor Mittag?

- Nicht in diesem Ton, Kleiner. - Du Rassist.

Ihr Chinesen seid die Schlimmsten.

- Trink dein Wasser aus und hau ab. - Ich will noch eins.

- Sind das die Zahlen von gestern? - Nein, ich hab sie noch nicht aufgehängt.

Und? Sind das Ihre Zahlen, Monsieur Kantz?

- Ich gehe schlafen, ich bin kaputt. - Das ist unglaublich.

- Das ist unglaublich. - Haben Sie gewonnen?

- Haben Sie den Schein dabei? - Ja.

- Zeigen Sie mal. - Scannen Sie ihn. Wir überprüfen es.

- Warte, ich rufe dich zurück. - Er hat alle Zahlen.

Wirklich? Zeig mal her.

Stimmt doch, oder?

- Behalten Sie ihn nicht lange. - Lassen Sie es sich auszahlen.

- Ja, aber ... - Ja, machen Sie das.

- Dann gehe ich mal. - Ja, los.

- Ich bringe Sie zur Tür. - Ich gehe ja.

- Wie viel schulde ich Ihnen? - Das geht auf mich. Lassen Sie stecken.

- Also dann ... Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.

- Im Ernst? - Ja, das ist ...

- Er hat den Schein vergessen. - Echt?

- Ich bringe ihn ihm. - Nein, er kommt zurück. Warte. Zeig mal.

Lass mal sehen.

Prüfen wir es nach. Warte.

Ach du Scheiße.

Bekomme ich bitte noch einen doppelten Espresso?

Ja, ich bringe ihn gleich.

Na dann ...

- Ich bringe ihn ihm. - Keine Bewegung!

- Ganz ruhig! Du greifst Polizisten an! - Her mit dem Schein!

Ganz ruhig. Niemand tut dir was. Atme tief durch. Was hast du vor?

- Gib her, Hurensohn! - Beruhige dich!

Denkst du, du kannst abkassieren? Wir wissen, dass du nicht gewonnen hast.

- Sei still! - Leg die Waffe weg und geh nach Hause.

Wir rennen dir nicht nach. Wir haben Besseres zu tun.

Her mit dem Schein. Weg da! Und du, komm rein, los!

- Keine Angst, Monsieur Kantz. Hör auf! - Halt die Fresse!

Livio!

- Livio! - Lass mich los!

Atme tief durch! Hör auf!

Beruhige dich. Atme. Lass das los, verdammt!

Bist du verletzt? Livio, beruhige dich.

Sieh mich an. Es ist vorbei.

Und du bleibst, wo du bist.

Halt still.

Monsieur, geht es Ihnen gut?

Atme tief durch. Es ist vorbei. Alles ist gut. Atme ruhig.

Was ist? Du sollst stillhalten! Ist hinter der Bar jemand verletzt?

- Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen, Monsieur Kantz.

- Hallo, Opa. Alles in Ordnung? - Ja.

Sag mal, geht es dir gut?

Dein Anruf ist komisch, Opa. Geht es dir gut?

Ja, mach dir keine Sorgen. Mir geht es sehr gut.

Sag mal, Katell, kommst du heute Abend zum Essen?

Ja, klar.

Dann bis später, Katell.

Bis später.

Verdammt.

- Gib her, du Hurensohn! - Ganz ruhig. Das wird schon.

- Keine Angst, Monsieur Kantz. Hör auf! - Halt die Fresse!

Ist hinter der Bar jemand verletzt?

Komm her. Hoch mit dir!

- Wo wollen Sie hin? - Ich gehe.

- Lassen Sie mich. Ich rufe die Polizei. - Wir sind die Polizei.

Ich gehe trotzdem. Lass mich los, Arschloch!

- Lass mich los! - Ganz ruhig.

- Was ist das? - Nichts.

- Das sehen wir später. - Das ist nichts.

- Livio! Sieh mich an. - Du tust mir weh!

Livio, hilf mir. Es gibt einen Toten. Wach auf.

- Ich isoliere ihn. - Was soll das heißen?

- Komm! - Du isolierst mich nicht! Lass los!

- Lass mich los! - Du beruhigst dich jetzt.

- Lass mich los! - Komm wieder runter.

Okay. Nico, mach die Bar zu. Die Waffe.

Wo ist die Waffe?

Verdammt, er hat sich losgemacht.

Wo willst du hin?

Alles in Ordnung?

- Alles in Ordnung? - Ja.

- Was suchst du? - Das.

- Gib mir bitte den Gürtel. - Hier.

Hilf mir, ihn festzuziehen.

- Livio! Livio! - Ich bin hier.

Ich bin hier.

- Wo ist der andere? - Unten. Soll er zu ihm?

- Wo ist er? - Im Keller. Da sind richtige Zellen.

- Was? - Bei der Menge an Drogen ...

Ich rufe die Kollegen.

- Los! - Nein! Ich habe nicht geschossen!

Du hast abgedrückt! Ich habe nichts gemacht! Wo gehen wir hin?

Du tust mir weh!

- Wie steht's? - Nicht so toll.

- Hast du den Rollladen runtergelassen? - Das wolltest du doch.

Die Tür, Nico. Nicht den Rollladen, die Tür.

Ich rufe den Notarzt. Hältst du durch?

- Okay ... - Reda? Reda!

- Komm. - Ich komme.

- Ich stecke in der Scheiße. - Unsinn.

- Das war Notwehr. - Was?

Es war der Typ. Wir haben es alle gesehen.

Aber Monsieur Kantz ist tot, verdammt!

Ja. Ja, er ist tot.

Sieh mich an. Es wird alles gut.

- Hast du ihre Handys? - Ja.

Komm mit. Komm.

Hier.

Ich will nicht, dass Livio Ärger bekommt.

Es gibt ja auch keinen Grund dafür.

Wir sind uns einig, dass ich angegriffen wurde.

Livio hat eingegriffen, und leider ...

Was meinst du?

- Er ist ein Held. - Genau.

Gut. Ich gehe runter zu den beiden.

Bleibt hier. Ich bin gleich wieder da.

Und was machen wir mit dem Schein?

Er hat 60 Tage Zeit, um ihn einzulösen.

Was meinst du?

Keine Ahnung.

Alter, das war verrückt.

Es war ein Mädcheninternat.

Wir rannten durch den Flur,

und überall standen ängstliche Mädchen in Pyjamas mit zerzausten Haaren.

Alle wussten, was passiert ist, okay?

Wir kamen ins Zimmer. Da war nichts mehr. Keine Atmung, kein Puls.

Der Feuerwehrmann war seit zehn Minuten bei der Herzdruckmassage.

Sie war zu jung, um damit aufzuhören.

Also habe ich übernommen. Ich hörte ihre Rippen brechen. Es war schrecklich.

Der Arzt hat sie intubiert, ich habe gebetet und weiter massiert.

Ich konnte nicht mehr. Nach einer Weile haben wir aufgegeben.

Und während die Jungs die Leiche auf die Trage legten,

konnte ich nicht anders, als ihren kleinen Schreibtisch anzuschauen.

Mit den noch offenen Heften.

Darüber stand ein Foto von ihr mit ihrer Mutter,

die genauso aussah, nur älter, lange Haare, beide wunderschön.

Und das Foto war aktuell, das war seltsam. Es sah aus wie im Sommer.

Schönes Wetter. Sie lachen und sehen aus wie Schwestern.

Und es hat mich erschüttert, dass irgendwo ein Telefon klingeln wird.

Es wird alle aufwecken, und ihre Mutter wird abnehmen.

Ich nehme ein Bier.

Ich schenke vor Mittag keinen Alkohol aus.

- Und was ist das? - Das sind Freunde.

Scheiß-Rassist. Ihr Chinesen seid die Schlimmsten.

Bist du jetzt zufrieden?

Geh einfach woanders hin.

Gib mir ein Glas Wasser.

- Sind das die Zahlen von gestern? - Ich hab sie noch nicht aufgehängt.

Was ist los?

Was machst du?

- Warum antwortest du nicht? - Ich habe gewonnen.

Was gewonnen?

Du Arschloch.

- Ich habe gerade 294 Millionen gewonnen. - Zeig mal.

Zeig her!

Nico, alles okay?

Sie hat gesagt, sie hat 294 Millionen gewonnen.

- Was? Zeig mal. - 294 Millionen.

- Was soll das? Ganz ruhig. - Ich bin ruhig.

- Du greifst einen Polizisten an? - Sei still!

Ganz ruhig. Bleib cool. Keine Angst, Monsieur Kantz.

- Vorsicht, er ist alt. - Sei still!

Keine Sorge, Monsieur Kantz.

- Denk nach. Du raubst einen Lottoschein. - Na und?

- Die kann man nicht rauben! - Doch.

- Wie willst du ihn einlösen? - Das geht. Sei still.

- Leg die Waffe weg. - Nein. Opa, setz dich bitte hin.

Verdammt!

War Livio nicht bei dir?

Ich habe ihn zu Hause abgesetzt.

- Wir hatten eine beschissene Nacht. - Alles in Ordnung?

- Ja, danke. - Hier, nimm eine Zigarette.

Willst du zu Hause anrufen?

Nein, schon gut, ich fahre direkt zu Florence.

Auch wenn man daran gewöhnt ist, manchmal ist es heftig.

Das wird schon. Bis später.

Wissen Sie, wie viel dieser Lottoschein wert ist?

294 Millionen Euro, glaube ich.

- Wo haben Sie ihn gekauft? - Im "Roi Soleil", am Montag.

- Spielen Sie oft? - Manchmal.

Wie sah der Angreifer aus?

Er war groß,

jung und schwarz.

Er hatte eine Fleecejacke an.

In einer dunklen Khakifarbe.

Okay, könnten Sie ein Phantombild erstellen?

Ich kann es versuchen, ja.

Geht es Ihnen gut? Sollen wir einen Psychologen rufen?

Oder ein Familienmitglied?

Ich will nur schlafen.

Das ist der Schock, das ist normal.

Sie hatten einen schwierigen Tag.

Sie haben den Tod eines Menschen miterlebt und viel Geld gewonnen.

Das ist eine Menge.

Das wird wieder, Madame Wong.

- Wer gewöhnt sich nicht an Geld? - Das wolltest du doch immer.

- Und die Polizei? - Was? Willst du, dass ich aufhöre?

- Nein, ich weiß nicht. - Soll ich Livio allein lassen?

- Livio hört auf. - Nicht unbedingt.

- Doch, sicher. - Wie geht es dir?

- Gut. Und dir? - Alles in Ordnung? Super.

- Alles klar? - Hallo. Freut mich.

- Alles klar, Chef? - Super.

Nico, alles klar?

- Champagner! - Der Schönste.

Sorry, ich musste den Börsenschluss abwarten. Alles klar?

Geht es dir gut?

Dann mal los.

Schüttle sie!

- Auf die Chips. - Tut mir leid.

Schon gut.

Danke.

- Du kleckerst alles voll. - Ein Glas?

- Auch ein Glas? - Haben jetzt alle?

- Auf Monsieur Kantz? - Auf Monsieur Kantz.

Kannst du dir das vorstellen? Wenn das klappt?

300 Millionen, kannst du dir das vorstellen?

Was sind die Risiken? Los.

Falschaussage. Und unterlassene Anzeige.

Mehr fällt mir nicht ein. Nein, das ist nicht viel.

- Diebstahl. - Versuchter Diebstahl.

Es ist nur Diebstahl, wenn wir das Geld planmäßig bekommen.

Nein, es ist verrückt, aber so riskant ist es nicht.

- Wir könnten unseren Job verlieren. - Nur ich.

Ich gehe das Risiko ein. Du warst nicht dabei. Das hilft.

Je weniger Zeugen es gibt, desto besser.

Ich kann nicht nach Hause gehen und alles auf dich abwälzen.

Der Typ in Unterhosen.

- Was? - Glaubst du, er macht mit?

- Keine Ahnung. - Bei dem Angreifer ist es sicher.

Hey, ich mache keine Witze!

Meine Jungs schlagen euch die Fresse ein, ihr verdammten Arschlöcher!

Hurensöhne!

Fick deine Mutter!

- Okay, Abel. Alles klar? - Ja.

Wir erklären es den beiden, sie gehen mit Livio, und ich rufe die Kollegen.

- Nico? - Ja.

- Was ist? - Müssen wir sagen, dass er schwarz ist?

Ja, es ist traurig, aber einfacher.

Hast du die Kameravideos gelöscht?

Noch nicht, ich mache es gleich.

Okay, mach das. Ich verlasse mich auf dich.

- Alles in Ordnung? - Ja.

- Wo hast du sie hingebracht? - Komm.

Hier ist es.

Kannst du das bitte saubermachen?

- Wie denn? - Keine Ahnung.

Ich bedaure diese Umstände.

Das war mir nicht klar. Es tut mir leid.

Ihr steckt tief in der Scheiße.

Ja, dazu hattet ihr kein Recht.

Ich mache euch fertig. Ich zerstöre euch.

Ich erkläre dir, wie es läuft. Mein Kollege hat einen Überfall abgewehrt.

Du wolltest dich nicht ausweisen und hattest Drogen bei dir.

Das wird so protokolliert, verstehst du?

Erzählen wir eine andere Geschichte.

Nicht nötig. Ich weiß, worauf du hinauswillst.

Ich will auf nichts hinaus. Ich sage dir, wie es ist.

Ist der alte Mann tot?

- Ja. - Und ihr wollt ihm sein Geld abnehmen.

- So würde ich es nicht sagen. - Ich kann das verstehen.

Es ist viel Geld.

Ich bin daran gewöhnt. Ich arbeite im Finanzwesen.

- Dann verstehen wir uns. - Ich habe nie auf einen Mord spekuliert.

Mord ist hier ein relativer Begriff, oder?

Nein, das glaube ich nicht.

Weißt du, ich kannte ihn gut.

Monsieur Kantz.

Ich kannte ihn gut, ich habe ihn oft hier getroffen.

Was passiert ist, wollte nicht mal der Typ, der uns da reingeritten hat.

Der Lottoschein, das Geld ... An wen wird das gehen?

Keine Ahnung. An seine Familie.

Genau. Sie bekommen 36 Millionen Euro.

36 Millionen. Ist das nicht genug? Ganz ehrlich?

Wir teilen alles. Wir sind acht mit Monsieur Kantz.

Wir teilen es sogar mit dem Jungen, der uns überfallen hat.

Alle bekommen gleich viel. Was hältst du davon?

Ist das falsch?

Du musst nichts machen. Du warst nicht hier.

Nimm das Geld und vergiss alles.

Und was wollt ihr erzählen?

Dass er nicht gewonnen hat.

Wer dann?

Die Kellnerin.

Ihr habt da oben einen schönen Film gefahren.

Wenn wir alle dasselbe sagen, wird es Realität.

Nein, es bleibt ein Film.

Ich habe einen anderen Vorschlag.

Ihr seid Polizisten, ich hatte Drogen dabei. Machen wir einen Deal.

Ihr lasst mich gehen, und ich sage nichts.

Ich lebe weiter mit meinem Arschloch von Freund, ihr hört nie wieder von mir.

Warum willst du auf 36 Millionen verzichten?

Ich habe letztes Jahr 1,2 Millionen versteuert.

Ich kriege das in den nächsten 20 Jahren zusammen.

Entschuldigung, aber ...

Der Gewinn wäre steuerfrei.

Ihr zwei seid unglaublich.

Eure Story ist völlig unglaubwürdig.

Ach ja? Warum ist sie so unglaubwürdig?

Na, weil ...

Weil ...

Was, wenn er immer dieselben Zahlen hatte?

Ich habe ja keine Ahnung davon.

Aber ich glaube, viele tippen immer auf dieselben Zahlen.

Sie hat gesagt, dass sie es mit euch teilt?

- Mit allen, die heute Morgen dabei waren? - Ja.

Na ja, das sagt sie jetzt.

Ich glaube nicht wirklich daran. Mal sehen.

Das würde deine Finanzen aufbessern.

- Was du nicht sagst. - 36 Millionen Euro.

Du bekommst deinen Anteil.

Es ist alles erledigt, Reda. Du kannst dann gehen.

Ich habe die Frau von Monsieur Kantz im Flur getroffen.

Die Arme. Kanntest du sie?

Ich wusste, dass er verheiratet war.

Ich habe mit ihr geredet. Es gibt da etwas, das sie irritiert.

Und ganz ehrlich ...

Ich verstehe sie.

Anscheinend hat ihr Mann jede Woche Lotto gespielt.

Und er hat immer auf dieselben Zahlen getippt.

Das Alter seines ersten Hundes, als er starb, sein Geburtsdatum

und noch etwas, das ich nicht mehr weiß.

Und weißt du was, Reda?

Du wirst sehen ...

Es sind genau dieselben Zahlen wie die der Kellnerin.

- Ist nicht wahr. - Stell dir das mal vor!

Aber haben wir seinen Lottoschein gefunden?

Den Lottoschein von Monsieur Kantz? Nein.

Reda, was meinst du? Haben wir Chancen, ihn zu finden?

Verdammt, Leute, bitte.

Ihr habt tausend Dinge nicht bedacht. Euer Plan geht nicht auf!

- Was machen wir jetzt? - Ich brauche zwei Minuten zum Nachdenken.

Ich verrate nichts!

Lasst mich raus! Wir finden gemeinsam eine Lösung!

- Wir stecken in der Scheiße. - Warum?

- Reda will alles hinschmeißen. - Was?

Wir müssen erklären, warum wir erst jetzt Verstärkung rufen.

- Wie jetzt? - Es ist vorbei.

Aber warum?

Der Broker unten hat uns auf Details aufmerksam gemacht,

an die wir nicht gedacht haben.

Welche Details?

Wenn Kantz zum Beispiel immer auf dieselben Zahlen tippt, sind wir am Arsch.

Ja, stimmt.

Wir sind Marionetten auf einer Theaterbühne.

Wir können nicht mehr runter.

Hat Kantz eine Frau?

- Ja, ich glaube schon. - Dann frage ich sie.

Ich täusche eine Umfrage zum Thema Glücksspiel vor.

Ich frage nach ihren Spielgewohnheiten.

Wie oft sie spielt, ob sie gern spielt, was sie spielt.

Ihre familiäre Situation, ob sie verheiratet ist, ob ihr Mann spielt.

Ob er immer die gleichen Zahlen spielt, und ob sie diese kennt.

Nach zwei Sekunden wissen wir Bescheid.

Wahnsinn.

Nico? Hast du die Videos gelöscht?

- Ja. - Verdammte Scheiße.

- Warum? Hätte ich es nicht tun sollen? - Nein, vergiss es.

Reda?

- Wir haben eine Lösung. - Ich auch.

Um herauszufinden, ob Kantz dieselben Zahlen nimmt.

- Wir fragen seine Frau. - Was?

Wir tun so, als ob wir eine Umfrage zum Thema Glücksspiel machen.

Du weißt schon, so eine Telefonumfrage.

- Wo ist Esmé? - Sie besorgt ein Wegwerfhandy.

Du bist echt ein Vollidiot, verdammt.

Kantz' Frau würde als Erstes von dem Anruf zum Lottospiel erzählen.

- Wie? - Wenn sie das mit ihrem Mann erfährt.

Da denkt sie doch als Allererstes daran.

Du bist Polizist und denkst, ein Prepaid-Handy wäre sicher?

Wo wollte sie hin?

Zu Yes Mobile, direkt gegenüber vom Schloss.

Bleib hier, ich rufe sie an!

- Warte! - Wenn sie da anruft, sind wir am Arsch.

Verdammt, die Mailbox.

Was ist los?

Wir wollten wissen, ob Kantz immer dieselben Zahlen nimmt.

Nein, das macht er nie.

- Was? - Er nimmt nie dieselben Zahlen.

Er spielt immer bei mir.

- Machst du Witze? - Nein.

- Warum sagst du das nicht früher? - Ihr habt nicht gefragt.

Heißt das, der Schein könnte jedem gehören?

Ja. Ich habe ihn per Zufallstipp ausgefüllt.

Also ist alles okay.

Außer wenn Esmé Kantz' Frau anruft.

Verdammt.

Ja?

Wo sie ist? Ich hab doch gesagt, bei Yes Mobile am Schloss.

Yes Mobile in der Avenue Foch? Ich stehe davor, aber sie ist nicht da.

- Sie ist nicht da? - Nirgends auf der Strecke.

Verarsch mich nicht, Livio!

Ist er verrückt geworden oder was?

- Sie ist nicht da. Wo ist Esmé? - Ich habe keine Ahnung.

- Gib mir bitte ein Bier. - Nein.

- Er hat gesagt, ich soll nichts anfassen. - Verdammt!

Verdammt, was macht sie?

Diese Bastarde.

Diese Bastarde!

Verdammt.

- Wo kommst du denn her? - Halt die Fresse!

Wichser.

Lass es, da ist nichts! Denkst du, ich wäre hier, wenn es einen Ausgang gäbe?

Ich habe das hier gefunden.

Und was willst du damit machen?

Ich weiß nicht. Die Wand aufbrechen?

In den USA gibt es Leute, die über eine Milliarde im Lotto gewonnen haben.

Eine Milliarde!

Das kann man sich gar nicht vorstellen.

Kennst du den Unterschied zwischen einer Million und einer Milliarde?

Das ist eine ernsthafte Frage.

Eine Million Sekunden sind elfeinhalb Tage.

Eine Milliarde Sekunden sind 31 Jahre.

Es gibt keine Grenzen,

denn je mehr Leute mitmachen, desto höher sind die Beträge,

und je höher die Beträge, desto mehr Leute machen mit.

Nichts ist gerechter. Jeder kann gewinnen.

Aber es ist auch nichts ungerechter.

- Alles klar, Mann? Du bist ganz blass. - Es geht schon.

Ja?

Eigentlich ist es verrückt. Was zahlt man für einen Schein? Zwei Euro?

Und dann fängst du an zu träumen, stellst dir alle möglichen Fragen.

Was mache ich mit meinen Milliarden?

Soll ich es anderen sagen oder nicht?

Werdet ihr es sagen? Dass ihr reich seid?

Ich sage es nicht.

Ich haue ab, ohne noch jemanden zu treffen.

Okay ...

Geht's?

Ich lege mich hin.

Scheiße!

- Pass auf. Geht's? - Warte. Abel.

- Abel? - Es steigt ins Herz auf.

Was soll ich machen?

Wie kann ich dir helfen? Hey, schau mich an, Abel.

Los, das ist Reda. Mach ihm auf.

Geht's? Schau mich an, schau mich an.

Livio. Livio!

- Abel, hey! - Es ist Lafayette.

- Was? Wer ist da? - Lafayette.

- Wer ist das? - Die Besitzerin, Picon-Lafayette.

- Bist du nicht der Besitzer? - Nein.

- Was will sie hier? - Sie holt die Miete ab.

Moment. Sie hat aber keinen Schlüssel, oder?

- Doch. - Sie kann hier reinkommen?

- Ja. - Hilf mir!

Wir verstecken uns hier. Du wirst sie los. Los, verdammt!

Warte.

Yi-Nan?

Yi-Nan?

- Na so was. - Sie sind hier?

Ja, das siehst du doch.

Konntest du nicht antworten?

Ich wusste nicht, dass Sie es sind.

Was ist los mit dir? Was machst du so allein im Dunkeln?

Ich bin krank.

Bist du krank oder hast du Angst, zahlen zu müssen?

Ich bin wirklich krank.

Sie kommt! Halt still!

Du siehst wirklich nicht gut aus. Hast du Fieber?

Ein bisschen.

Ist deine Kellnerin nicht da?

- Du hast doch eine Kellnerin, oder? - Sie hat mich versetzt.

Und ich dachte, ihr seid zuverlässige Leute.

Also, es tut mir leid,

aber ich muss jetzt ins Bett.

Ja, natürlich.

Aber lässt du mich noch nachzählen?

Livio, dass du nicht drangehst, ist nicht okay.

Ich habe sie überall gesucht, aber ich finde sie nicht.

Ich weiß nicht, was sie macht, aber es gefällt mir nicht.

Geh bitte nach Hause, okay? Hau ab. Ich brauche dich da nicht.

Sobald ich zurück bin, rufe ich die Kollegen.

Ich denke mir was Glaubwürdiges aus. Hau ab.

Verdammt.

Was hast du gemacht? Ich habe dich gesucht. Komm mit.

Ich habe nachgedacht. Lass los!

- Ich will nichts hören. Los, steig ein! - Lass mich.

- Wir können sie nicht anrufen. - Los!

Weißt du, ich habe vor Kurzem was im Internet gesehen.

Warum haben wir Afrika nie kolonialisiert?

Also, haben wir schon.

Ich meine, warum haben wir uns nie dort niedergelassen,

so richtig, wie in Amerika?

Nun, es liegt an den Krankheiten.

- Sie müssen jetzt gehen. - Warte.

Die Krankheiten der Afrikaner töten die Europäer.

- Madame ... - Die der Europäer töten die Amerikaner.

Aber wie es in Asien gelaufen ist, weiß ich überhaupt nicht.

Dazu gab es keine Informationen.

Aber eigentlich ...

Vielleicht seid ihr Chinesen die Spitzenprädatoren?

Sie müssen nach Hause gehen, Madame.

Aber ich bin doch zu Hause.

Na gut. Ich habe Hunger.

- Liest du Aristoteles? - Ja.

Auf Griechisch?

Was unterscheidet das Wirkliche, Mögliche und Wahrscheinliche?

Ist jemand im Kühlschrank?

Madame!

Wer sind Sie?

Verdammt!

Madame? Verdammt.

Verdammt.

Livio!

Livio, verdammt!

Mach auf! Mach auf, verdammt!

Livio!

- Wo warst du? Warum antwortest du nicht? - Es ist alles im Arsch.

- Wir haben einen Schuss gehört. - Warum ist da Blut?

- Hast du geschossen? - Nein, ich war es nicht.

Du bist ein Genie.

Bleib hinter mir, Bruder.

Madame!

Wer sind Sie?

Verdammt, verdammt, verdammt!

- Wer ist das? - Das ist die Besitzerin.

Als sie kam, bin ich in Panik geraten. Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Ich habe mich mit Abel im Kühlschrank versteckt.

- Was machen wir, Reda? - "Was machen wir, Reda?"

Reda wird es dir sagen. Wir begrenzen den Schaden.

Wir denken nach, passen uns an und finden eine verdammte Lösung.

Ich rette dir zum tausendsten Mal den Arsch.

Zuerst öffnen wir den Rollladen und rufen die Kollegen!

Was willst du ihnen sagen?

Dass Kantz meinetwegen gestorben ist?

Dass Nico auf zwei eingesperrte Typen geschossen hat?

Dass wir Abel verrecken lassen haben?

Denk doch mal nach!

Keine Panik, okay?

Wenn man nicht weiß, was man tun soll, muss man nachdenken.

- Nachdenken. - Man hält sich an eine Richtung.

Halt die Klappe, verdammt!

Verdammt!

Meine Waffe.

Wo ist meine Waffe, verdammt?

Gib mir deine. Deine Waffe, gib sie mir.

Können Sie mir sagen, was los ist?

Wenn wir öffnen ...

müssen wir alle das Gleiche sagen.

Was sagen wir?

Ich weiß es nicht.

- Was ist los? - Wie geht's, Monsieur Kantz?

Gut, aber ist heute geschlossen?

Der Rollladen ist kaputt. Man kann hinten rein. Soll ich mitkommen?

Hier bin ich noch nie durchgegangen.

Das war verrückt. Es war ein Mädcheninternat.

Wir rannten mit unserer Ausrüstung durch den Flur,

und überall standen ängstliche Mädchen in Pyjamas mit zerzausten Haaren.

Alle wussten, was passiert ist. Wir kamen ins Zimmer.

Sie lag am Boden. Da war nichts mehr.

- Nach Ihnen, Monsieur Kantz. - Kein Puls.

- Guten Tag zusammen. - Guten Tag, Monsieur Kantz.

- Ein Gläschen Weißwein? - Ja.

- Ist Nico nicht da? - Nein, er ist krank.

Aus dem letzten Sommer. Sie sehen aus wie Schwestern.

Und es hat mich erschüttert,

dass irgendwo ein Telefon klingeln wird.

Es wird alle aufwecken, und ihre Mutter wird abnehmen.

- Hast du die Ziehung von gestern? - Ja, ich drucke sie aus.

Bekomme ich was zu trinken?

- Ich habe Licht gesehen. Störe ich? - Nein.

- Es ist offen. - Ein Bier.

Okay, wir sind jetzt also zu fünft in der Bar.

Der Angreifer, Livio, ich,

Monsieur Kantz und Abel.

Nur Livio und ich überleben. Wir sind die einzigen Zeugen.

Reda, du hast Livio hier abgesetzt und bist nach Hause gefahren. Okay?

Sie waren den ganzen Tag nicht hier. Und Nico, du warst krank.

Ich wollte den Rollladen öffnen, aber er hat geklemmt. Er ist im Arsch.

Das erklärt, warum er den ganzen Tag geschlossen war. Okay.

Jetzt ist gerade der Angreifer gekommen.

Und Livio erfährt, dass er gewonnen hat.

Darf ich mal die Ziehung sehen?

- Das gibt's doch nicht. - Warte.

- Ich habe gewonnen. - Sind das deine Zahlen?

- Ja. - Da nimmt er deine Waffe.

- Gib mir den Schein! - Spinnst du?

- Was willst du damit? - Halt's Maul!

Schuss, Monsieur Kantz.

Schuss in den Spiegel.

Wenn du dich bewegst, bist du tot!

Monsieur?

Ich gehe und hole Abel.

Verdammt.

Ich komme zurück und erledige den Angreifer.

Genau, perfekt.

Währenddessen verstecken wir uns im Kühlschrank.

Gib mir deinen Gürtel.

Ich brauche einen Druckverband. Gib mir den Gürtel.

Du sollst nicht mit mir reden!

Halt's Maul, hab ich gesagt!

- Halt die Fresse, okay? - Ich bin schon ruhig.

Bleib stehen. Bleib stehen!

- Das war's. - Gut so?

36 Millionen Euro pro Kopf?

Genau. 36 Millionen und 750.000 Euro.

Für jeden Lebenden und Toten, außer für den Angreifer.

Sie bekommen seinen Anteil, und wir einen echten Schuldigen.

Und wenn ich das Geld nicht bekomme, packe ich aus.

Genau. Reda?

- Das geht nicht auf. - Doch.

Alles bleibt so. Der Angreifer tötet Abel und Kantz.

Es ändert sich nur, dass ich ihn erschieße, nicht Nico.

- Darf ich den Lottoschein sehen? - Ich habe eine schöne Rolle.

- Das klappt nicht. - Doch, das ändert nicht viel.

- Weißt du, wo der Schein ist? - Denk nach!

- Vertraust du mir? So war es. - Nein, du kapierst nichts.

Genau so ist es passiert. Wo will er hin?

Zeig ihn mir, Yi-Nan.

- Wir müssen jetzt aufhören. - Was?

- Womit? - Wir müssen jetzt aufhören.

- Was macht er da? - Iss das nicht!

- Nico, was machst du da? - Gib her!

- Spinnst du? Hör auf! - Spuck ihn aus!

- Spuck es sofort aus! - Lasst ihn los!

Bring ihn dazu, ihn auszuspucken!

Zurück! Es ist vorbei! Schluss mit dem Scheiß.

- Lasst ihn los. Mach den Rollladen hoch. - Was machst du da?

- Komm nicht näher! Nico, beeil dich! - Reda, was machst du?

- Willst du mich überfallen? - Es ist vorbei.

- Hör auf. Gib her. - Zurück!

Mann, es gibt drei Tote. Bei Abel und dem Jungen sind wir mit schuld.

- Was machst du? Gib her. - Halt's Maul!

- Ich decke dich diesmal nicht. - Hör zu.

- Wir einigen uns auf eine Version. - Hörst du noch, was du sagst?

Welche Version? Wir haben Scheiße gebaut. Wach auf!

- Mach den verdammten Rollladen auf! - Ich schaffe es nicht!

Ich habe niemanden umgebracht. Aus dem Weg!

- Livio! - Was ist da los?

Stell den Strom ab!

Wir überstehen das, meine Liebe.

Das weißt du.

Livio.

Wir lassen den Schein hier. Er gehört Monsieur Kantz.

Den Rest machen wir wie besprochen.

Du und ich sind die einzigen Zeugen.

Niemand wird je erfahren, was hier passiert ist.

Nico. Du gehst nach Hause.

Ruf niemanden an. Mach niemandem auf.

- Du wartest auf meinen Anruf, okay? - Okay.

Das Gleiche gilt für Sie. Sie gehen nach Hause.

Sobald ich kann, komme ich zu Ihnen.

Und damit das alles klappt, müssen wir es dem Typen da unten erklären.

Dem Typen, den ihr eingesperrt habt.

Kommst du mit?

Verdammt, wo ist der Idiot?

Livio, hier ist sein Mantel.

Hast du da nachgeschaut?

- Wo führt das hin? - Keine Ahnung.

Das ist die einzige Wahrheit auf dieser Welt, Yi-Nan:

Von nichts kommt nichts.

Monsieur?

Kommen Sie. Niemand tut Ihnen was.

Wo führt das hin?

- Geht das noch weit? - Ich weiß es nicht. Ich war noch nie da.

Es ist eine Schande. Wenn jemand das nicht verdient hat, bist du es.

Wir brauchen einen Verantwortlichen.

Und es wird ganz sicher nicht die Kleine sein.

Ich werde es nicht sein, und der Polizist auch nicht.

Außerdem hast du auf den Jungen geschossen.

Du wirst für alle büßen müssen.

Aber wenn wir es schaffen, unsere Geschichte zu erzählen,

kommen alle davon.

Und wir beide waren nicht mal hier!

Und die beiden anderen nehmen alles auf sich.

Aber dafür müssen wir es bis zum Ende durchziehen.

Und wer macht das?

Du hast keine Kraft mehr, das ist klar.

Ich weiß nicht mal, wie man so ein Ding benutzt.

Die beiden Turteltauben kommen nicht infrage.

Eins ist sicher: Wenn niemand tut, was getan werden muss,

wird der Typ da seine Geschichte erzählen.

Und ich bin mir nicht sicher, ob er uns verteidigen wird.

Ich möchte, dass wir unsere Geschichte erzählen.

Ich möchte, dass wir nach Hause gehen.

Ich möchte glauben, dass du das für uns tun kannst, Yi-Nan.

Zeig mir, was du wert bist.

Ich dachte, ihr wärt zuverlässige Leute.

Hör auf! Hör auf! Hör auf!

Er hat sie beide getötet.

Was machst du da? Er muss erst sein Magazin leeren.

- Wie viele Kugeln sind drin? - 15.

- Wie viele hat er noch? - Nicht viele.

Und wie oft hast du damit geschossen?

- Einmal. - Wann?

- Letzte Nacht. - Warum?

Ich habe Mist gebaut und in die Luft geschossen.

Jugendliche kamen auf mich zu. Ich hatte Panik.

- Du hast also nicht geschossen. - Was?

Hier hast du nicht geschossen.

- Nein - Wir sind nur noch zu zweit.

Wir können einfach sofort gehen.

Nico bezahlt mich schwarz. Niemand weiß, wann ich hier bin.

Wenn ich jetzt gehe, kann niemand sagen, dass ich heute hier war.

Und dich hat Reda nach Hause gebracht.

- Ist jemand bei dir zu Hause? - Nein.

Dann weiß niemand, dass wir hier waren.

- Unsere Fingerabdrücke sind überall. - Wie von allen, die hierherkommen.

Wir nehmen unsere Sachen mit. Du warst nie hier, ich auch nicht.

Was hier passiert ist, geht uns nichts mehr an.

Ich habe nicht geschossen.

Nein, nein, nein. Du darfst nicht schießen.

Ich finde eine Lösung.

Behalte sie. Und beweg dich nicht.

Bleib in Deckung. Ich komme zurück.

Was machst du da?

Was ist das?

Verdammt! Verdammt!

Pass auf!

Komm nicht näher!

Wir nehmen unsere Sachen und hauen ab.

Okay.

- Ich gehe runter. - Okay.

Kommst du?

Was ist?

Untertitel: Dominika Berger und Nadja Wiederhold

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