All language subtitles for Tatort.S2024e17

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Original subtitles

.

(Spannungsvolle Musik)

Mit Untertiteln aus Deutschland

(Dynamische Musik)

(Unbehagliche Musik)

(Mann:) Kommt Ihre Begleitung wieder?

Nein, ich bezahle dann.

Kann ich das mitnehmen? - Jaja, nehmen Sie alles mit.

(Unbehagliche Musik)

(Ächzen)

(Ein Mann spricht im Schlaf.)

Hansi, träumst du?

Geh ins Bett, Kleiner.

(Unbehagliche Musik)

(Schweres Atmen)

Für den Vujicic. Er sagt, er kann nicht schlafen.

(Piepton)

(Hundebellen)

Hey.

(Unbehagliche Musik)

(Motor wird abgestellt.)

(Vogelzwitschern)

Scheiße! Ah!

Ha. Fuck.

(Er stöhnt.)

Morgen.

Guten Morgen. - Morgen, Christian.

Wir haben eine weibliche Leiche, 36 Jahre, Lisa Schieblon heißt sie.

Aber mit der Tatortarbeit sind wir noch nicht fertig.

(Angespannte Musik)

Ist das ihre Handtasche? - Ja.

Oha, Ton in Ton. - Mhm.

Keine Verletzungen der inneren oder äußeren Geschlechtsteile,

keine Spuren eines Kampfes, kein Sperma.

Kannst du was zum Todeszeitpunkt sagen?

Die Totenstarre war bereits aufgelöst, als sie gefunden wurde.

Die Leichenerscheinungen deuten darauf hin,

dass sie länger als 72 Stunden tot ist.

An was ist sie gestorben?

Das Abschneiden der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn hat den Tod herbeigeführt.

Sie wurde mit einem Kabel, einer Wäscheleine

oder etwas ähnlich Stabilem erdrosselt.

Aber sie hat sich nicht gewehrt?

Man würde eine Abwehrreaktion erwarten.

Zumindest den Versuch, das Kabel zu lösen.

Aber bei beidem würde man Spuren dieser Abwehr sehen.

Du meinst, sie war bewusstlos?

Ja, vielleicht war sie auch betäubt.

Aber bislang gibt es noch keine Auffälligkeiten in Blut und Urin.

Die Analysen laufen noch.

(Torquietschen)

(Angespannte Musik)

Also, sind Sie ganz sicher, dass es Lisa ist?

Ja.

(Fernes Bellen)

Ja. Wie geht's jetzt weiter? Ähm ...

Muss ich was tun? Ich möchte helfen.

Sie haben gesagt,

Sie hätten Ihre Frau am Donnerstag das letzte Mal gesehen.

Ja, aber nur kurz. Sie hat ihre Post geholt.

Weil ... sie war die ganze Woche bei einer Freundin.

(Verkehrslärm)

Ich glaube, sie war Freitagnacht schon nicht mehr hier.

Sie hatte beruflich ziemlich viel um die Ohren.

Ich hab sie immer nur kurz gesehen.

Sie war mit einem Gutachten beschäftigt

und hat sich da ziemlich reingehängt.

Sie hatte Freitagabend eine Verabredung.

Ich dachte, sie übernachtet dort. - Aha.

Der Ehemann hat gesagt, sie hätte eine Affäre gehabt.- Ja.

Wenn Sie einen Mann öfter sehen wollte,

ist sie zu ihrer Freundin gezogen.

Wenn ich eine Frau öfter sehen wollte,

bin ich für einige Tage ins Hotel.

Wissen Sie den Namen der derzeitigen Affäre?- Nein.

So eine offene Beziehung braucht Regeln, damit es funktioniert.

Ich wollte da keine Details, keine Namen.

Sie kam öfter nicht nach Hause, darum hab ich mir keine Sorgen gemacht.

Und was ist mit der Ehe der Schieblons? Gab's da Konflikte?

Na ja, gibt's die nicht überall?

Das wär interessant zu wissen,

wie so eine Ehe von zwei Psychologen funktioniert.

Therapieren die sich am Abend immer dann gegenseitig?

Ich war mal mit einem Psychotherapeuten aus.

Der hat mir einfach zu viel gequatscht.

Die beiden waren trotzdem eine Art Traumpaar.

Kann man auch im Internet nachlesen.

Im Internet? Wie meinen Sie das?

(Angespannte Musik)

Hier.

Naa, das hab ich schon gemacht.

Ja, das hab ich gemacht und die haben dann ...

Nee, die haben dann gesagt, ich soll's bei Ihnen probieren.

Genau, die E-Mail hab ich geschickt. Ja, das ist schon klar.

Ja, Sie können nichts dafür, aber ...

Na ja, gut. Ja, dann danke erst mal, ja? Tschüss.

Sorry für die Verspätung, ich hab Probleme auf dem Hof.

Was für Probleme?

Ich brauch spezielle Dachziegel,

aber da gibt's Lieferschwierigkeiten.

Dafür weiß ich jetzt, welches Buch ich als nächstes lesen werde.

Als nächstes? Hast du schon mal eins gelesen?

Die Schieblons haben einen Ratgeber für Paare geschrieben.

"Freiheit und Liebe - Von der Kunst der offenen Beziehung".

Das wär doch was für uns.

Ja, okay. Also, hör zu.

Ähm ... das Handy der Toten ist immer noch verschwunden,

aber ihr Mann sagt,

sie hätte ihm am Sonntag die letzte Nachricht geschrieben.- Mhm.

Die ZKT ...

hat im Auto Spuren von ihr und ihrem Mann sichergestellt.

Aber es gibt dort auch noch DNA von mindestens zwei weiteren Personen.

Und eine davon ist ein Treffer.

Wirklich? - Mhm.

So, schau.

Pagel Hans, verurteilt wegen Vergewaltigung,

ist seit drei Jahren in Behandlung in der Forensik.

Und Lisa Schieblon hat dort auch gearbeitet.- Aha.

(Vogelzwitschern, unheimliche Musik)

(Musik verklingt.)

(Ferne Stimmen)

Wissen Sie schon, was passiert ist? - Wir sind noch ganz am Anfang.

Guten Tag. - Guten Tag.

Ich hab's gerade gehört, das ist ja furchtbar.

Dr. Tausendleben, Sie betreut Herrn Pagels Behandlung.

Kripo Freiburg. - Guten Tag.

Und als was hat Frau Schieblon hier gearbeitet?

Angestellt war sie bei uns gar nicht.

Sie war externe Gutachterin für Hans Pagel.

Und das letzte Mal war sie wann hier?

Letzte Woche.

Ich muss nachschauen, damit ich nichts Falsches sage.

In Herrn Pergels Ermittlungsakte steht,

dass er seine Frau unter Alkoholeinfluss vergewaltigt hat.

Warum ist er als 63er eingestuft worden und nicht in der JVA?

Es gab aus der Familie Berichte über Demütigung und Terror.

Als die Frau sich trennen wollte, hat er sie vergewaltigt.

Er drohte mit Mord, falls sie sich trennen würde.

Im Prozess wurde die schwere seelische Abartigkeit festgestellt.

Eine Persönlichkeitsstörung? - Eine Cluster-B-Störung.

Schwerer Narzissmus. Wir behandeln ihn seit drei Jahren.

Wir haben im Auto von der Toten DNA-Spuren von Herrn Pagel gefunden.

Okay.

Nach seinem Behandlungsplan darf Herr Pagel das Gelände

nur in Begleitung einer Aufsichtsperson verlassen.

Etwa für Besorgungen.

Er meldet das bei der Pflegeleitung, bei mir oder Dr. Günnewig an.

Geht immer dieselbe Person mit ihm raus?

Meist ein Bezugspfleger oder ein anderer Pfleger seiner Station.

Bitte.

(Stimmen im Hintergrund)

Ha, heiß.

Mmh.

Mmh, das ist gut. Das ist gut.

Es gibt Ofenhuhn, selbst gemacht. Willst?

Ist da Knoblauch dran?

Ah, ohne Knoblauch geht hier gar nix. Probier mal.

(Piepton)

Ist gut, gell?

Ich hab gesagt, probieren, nicht aufessen.

Es sind Leute gekommen.

Was für Leute?

Ein Mann und eine Frau. Sind bei Tausendleben und Günnewig.

Wie oft war Frau Schieblon denn hier wegen Herrn Pagel?

Dreimal.

Sie hat angekündigt,

dass sie noch einen vierten Termin benötigen würde.

Ist das was Besonderes?

Anderen Gutachtern reichen für diese Arbeit ein, zwei Termine.

Sie hatte seine vollständige Patientenakte.

Wie schätzen Sie Herrn Pagel ein?

Er ist intelligent, keine kognitiven Einschränkungen,

aber er bagatellisiert seine Taten.

Kann mit Enttäuschung und Zurückweisung sehr schlecht umgehen,

mangelnde Impulskontrolle.

Das hat ein Patient für mich gebacken.

Frau Schieblon war am Dienstag hier für die Exploration von Herrn Pagel.

Und am Freitag war Herr Pagel mit seinem Bezugspfleger Matthias Bremer

auf einer Wanderung am Schauinsland.

In der Gegend haben wir Frau Schieblon gefunden.- Mhm.

(Nachdenkliche Musik)

Gut, ja, danke.

Und?

Der Oberstaatsanwalt sagt,

solange wir ihn als Zeugen befragen, geht es auch ohne Anwalt.

So, können wir ablegen? - Können Sie hier gerne deponieren.

(Tausendleben): Ah, Matthias. - Noch mal abscannen.

Kann ich dich kurz sprechen? - Klar.

Einmal bitte umdrehen. - Tag.

Hallo. - Das ist Matthias Bremer.

Frau Tobler und Herr Berg von der Polizei.

Ach, dann ist das Ihr Bericht vom Freitag.

Die Arme ausbreiten.

(Bremer:) Der Ausgang mit Herrn Pagel zum Schauinsland.

Die beiden möchten mit Herrn Pagel sprechen.

Moment. Mandy? - Ja?

Ist Herr Pagel noch im Freizeitzimmer?

Ja, der ist noch da.

Ich hole ihn.

(Türpiepser)

Das ist der Notfallknopf.

Würde ich Ihnen gerne geben, für alle Fälle.

Ah, danke.

(Türpiepser)

Heißt es "wegen der täglichen Ungerechtigkeit der Klinikleitung"

oder "wegen den täglichen Ungerechtigkeiten"?

Können Sie bitte mal kommen? Da ist Besuch für Sie.

Was ist los in dem Puff?

(Türpiepser)

Das ist der Herr Pagel. Frau Tobler, Herr Berg.

Hallo.

Die haben Ihnen schon Kaffee angedreht?

Schlechte Brühe, oder?

Lassen Sie mich raten.

Die Andrea hat schon wieder irgendein Problem mit mir.

Wer ist denn Andrea? - Meine Frau.

Ex-Frau.

Also ...

Welche Lügen hat sie schon wieder über mich erzählt?

Dass ich meine Tochter missbraucht habe?

Es geht nicht um Ihre Ex-Frau.

Solange die zuhört, sage ich sowieso nur das,

was mir später keine Probleme bereitet.

Es wäre sowieso besser, wenn wir alleine sprechen.- Natürlich.

Ich bin dann draußen.

Ja, das ist viel besser, Frau Dr. Tausendleben.

Welche Probleme bekommen Sie denn hier?

Sanktionen.

Rauchverbot, Isolation, Stubenarrest.

Wissen Sie, das hier ist nämlich ein Kindergarten für Erwachsene.

Und Sie sind vollkommen zu Unrecht in dem Kindergarten eingesperrt.

Frau Tausendleben war so nett, uns vorzubereiten,

dass Sie nicht gerade besonders kooperativ sind.

Warum lacht denn der?

Der lacht nicht.

Die Andrea erzählt die ganze Zeit schon Scheiße über mich.

Die Dr. Schieblon hat zu ihr gesagt, dass sie damit aufhören muss.

Es geht ja nicht um Ihre Ex-Frau.

Frau Dr. Schieblon, wann haben Sie die das letzte Mal gesehen?

Am Dienstag vor einer Woche war sie hier.

Und wo waren Sie da mit ihr?

In diesem Raum und draußen im Garten.

Frau Schieblon ist tot. - Was?

Das kann nicht sein.

Oh Gott, ich krieg da herin keine Luft. Ich ...

Können Sie sich bitte wieder hinsetzen?

Setzen Sie sich bitte wieder hin, ja?

Wir suchen Hinweise darauf, was passiert ...

Sie dürfen hier nicht rauchen.

Wir suchen jetzt Hinweise darauf, was passiert sein könnte, ja?

Sie waren doch am Freitag mit Ihrem Bezugspfleger

außerhalb der Klinik. - Ja, mit Matthias.

Ach, Sie duzen Ihren Bezugspfleger. - Ist das wichtig?

Ähm ...

Ja, manchmal duze ich ihn aus Versehen.

Waren Sie da die ganze Zeit mit Matthias zusammen?

Warum fragen Sie das?

Wir haben Haare von Ihnen in Schieblons Auto gefunden.

Was ist denn das für ein Schwachsinn?

Die Dr. Schieblon hat ein Gutachten für mich geschrieben!

Die hat gesagt, dass sie mich rausholen will!

Ich habe keinen Grund, die umzubringen!

Was wollt ihr mir schon wieder in die Schuhe schieben?

Die Finger weg!

(Sie rufen durcheinander.)

(Mann:) Auseinander!

Der hat angefangen. Der hat angefangen.

Hey, Mann, was wollt ihr? Ich will doch raus!

Alles gut, Mann, beruhig dich. Komm.

Fickt euch, ihr Wichser! Fickt euch! Fickt euch!

(Pagel schimpft vor sich hin.)

Ihr Drecksäcke! Du dumme Sau!

Fickt euch!

Mir reicht's!

(Angespannte Musik, Pagel schimpft weiter.)

Fickt euch! - (Mann:) Jetzt aber ...

Arsch!

(Türpiepser, ferne Stimmen)

Wir sollten den als Zeugen befragen. Wieso provozierst du den?

Weil er ein Arschloch ist.

Joa, aber auch nicht das erste Arschloch, das wir befragen.

Du hast recht, das war nicht besonders professionell,

aber diese Psychiatrienummer, die macht mich fertig.

Wegen deinem Bruder?

Mach dir keine Sorgen, ich hab das im Griff. Passiert nicht mehr.

Wie geht's denn deinem Bruder?

Mal besser, mal schlechter.

Aber so richtig los wird er seine Psychose nicht mehr werden.

Gut. Das nächste Mal wüsste ich gerne vorher,

wenn dein Nerv blank liegt.

Kann ja auch mit wem anders hierher.

Ja.

(Unbehagliche Musik)

So. Wir wissen nicht, an welchem Tag Lisa Schieblon gestorben ist.

Nein.

Laut Protokoll der Klinik haben Pagel und Schieblon

sich am Dienstag vor einer Woche zwei Stunden gesehen.

Pagel, Schieblon.

Ja, der Ehemann hat sie am Donnerstag das letzte Mal getroffen.

Ja, und am Samstag schreibt der Ehemann eine SMS:

"Warum meldest du dich nicht, wenn du sagst, dass du anrufst?"

Sie meldet sich den ganzen Samstag nicht

und schreibt dann aber am Sonntagnachmittag zurück:

"Ich brauche Zeit." - Mhm.

Warum wurde Pagels DNA in Schieblons Auto gefunden?

Es kann gut sein,

dass Pagels Haare durch Schieblons normalen Patientenkontakt

ins Auto gelangt sind.

Wär ja nicht das erste Mal.

Ja. Allerdings, Pagel hatte am Freitag Ausgang.

Ach, stimmt, genau.

Pagel, Pfleger ... - Waren wandern.

Genau in dem Gebiet, in dem später die Leiche gefunden wurde.

Das wäre schon ein Zufall. - Ja.

Also angenommen, sie ist am Freitag gestorben,

hieße das dann, dass das Auto fünf Tage lang auf dem Rastplatz stand.

Ja. Das würde es bedeuten.

Ich meine, es ist ja von diesem Rastplatz und der A5

gar nicht so weit zu dem Wanderweg hier am Schauinsland, ne?

Hatte die keinen Laptop?

Das Handy ist auch verschwunden.

Es könnte sein, dass jemand anderes die SMS geschrieben hat am Sonntag.

Ich muss jetzt aber leider los, weil bevor das Gewitter losgeht ...

Warum? - Na ja, ich hab ein Loch im Dach.

Und du steigst allein aufs Dach? - Was soll ich sonst machen?

Ich kenn einen Dachdecker. Sag was, wenn du Hilfe brauchst.

Pff!

Hallo, Milan. - Hey, Olli.

(Türpiepser)

Herr Vujicic. - Warum ist der Chef nicht hier?

Dr. Günnewig ist gerade beschäftigt. Aber ich habe Zeit für Sie.

Kommen Sie.

Frau Schieblon ist gestorben.

Ja.

Hat Ihnen das Herr Pagel gesagt?

In meinem Kopf sind wieder Sachen.

Wollen Sie darüber sprechen?

Es sind nur Gedanken, oder? Die tun niemandem was.

Der Drache ist wieder da. Im Garten hab ich ihn gesehen.

Wir haben Ihre Medikation geändert.

Da kann es sein, dass sich der Zustand noch mal verschlechtert.

Aber Sie können sicher sein, dass da kein Drache ist.

Sonst wären wir nicht so ruhig, wie wir sind.

Wollen Sie vielleicht was zur Beruhigung?

Ich sag dann auf der Station Bescheid.

Jetzt, wo Dr. Schieblon tot ist, muss Hansi doch hierbleiben.

Ja. Natürlich bleibt er hier.

Hansi erzählt mir immer alles.

(Vogelzwitschern)

(Schweres Atmen, nachdenkliche Musik)

(Schnarchen, nachdenkliche Musik)

Fick dich! Fick dich!

Fotze!

(Schniefen)

(Nachdenkliche Musik)

(Nachdenkliche Musik, Vogelzwitschern)

(Handynachrichtensignal)

(Handynachrichtensignal)

Dann geht's los hier.

Ja, genau solche bräuchte ich für meinen Hof,

aber die sind ständig ausverkauft.

Kannst ja dann gleich fragen, ob sie dir welche verkaufen.

(Hundebellen)

Na, du?

(Tür wird geöffnet.)

Hallo. - Hallo.

Mein Name ist Friedemann Berg, ich bin von der Kripo Freiburg.

Das ist meine Kollegin Tobler.

Wir würden ganz gerne kurz mit Ihnen sprechen. Ist das möglich?- Ja.

Können wir reinkommen? - Bitte.

Hallo.

Äh ... ist gerade ganz, ganz schlecht.

(Signalton)

So eins hatte ich auch mal. - Wollen Sie kaufen?

Nee, die sterben bei mir sofort.

Das ist meine Tochter Isabell.

Hallo. - Hallo.

(Berg räuspert sich.)

Ja, es geht um die Gutachterin Ihres Ex-Mannes.

Wollen Sie sich setzen?

Küche. - Gut.

(Geschirrklappern)

(Berg räuspert sich.)

Kennen Sie Frau Dr. Schieblon?

Ja, die war hier.

Wasser?

Und wann war das?

Wann war das?

Donnerstag, Vormittag.

Und was wollte sie?

Isi, musst du nicht los? - Ja, erst um zwölf.

Ist egal.

Diese Gutachterin will Hansi helfen.

Aber ich finde, da wo er ist, ist er gut aufgehoben.

Das ist besser für mich und meine Kinder.

Frau Schieblon ist tot.

Äh ... aha.

Okay.

Aha.

(Signalton)

(Berg räuspert sich.)

Und was heißt das jetzt?

Die hat behauptet, Hansis Diagnose ist falsch

und dass er sich geändert hat.

Also, ich hab die Ermittlungsakte über Ihren Mann gelesen.

Haben Sie schon mal erlebt,

dass sich so einer wie mein Mann wirklich ändert?

Ich kenn Ihren Mann jetzt nicht gut genug,

um das wirklich beurteilen zu können.

(Vogelzwitschern)

Hey.

Alles in Ordnung?

Warum ist die Psychologin gestorben?

Das wissen wir noch nicht.

Hast du mit ihr gesprochen?

(Bellen)

(Unbehagliche Musik)

Ich muss jetzt wirklich los.

Tschüss!

Die ist von der Polizei.

Die Gutachterin, die wegen Papa hier war, die Frau, die ist angeblich tot.

Nee, die ist wirklich tot.

Ja, kein Grund zur Freude. - Ja, für Sie vielleicht nicht.

(Unbehagliche Musik)

Ist die ermordet worden?

Ist okay.

(Unbehagliche Musik)

(Musik verklingt.)

Und? Wer war's?

Hat mein Vater sie umgelegt?

Nachdem sie sich so für ihn ins Zeug gelegt hat.

Das können wir im Moment nicht ausschließen.

Ja. Uns hat er ja auch gedroht.

Wann war das genau?

Als sie ihn damals verhaftet haben.

Er hat meine Mutter vergewaltigt.

Und mich und meine Schwester hat er bedroht.

Die dachten, er wär so ein Suffer, der mal ein bisschen Entzug braucht.

Den wollten sie in den Knast mit ihm machen.

Als sie gecheckt haben, dass der Psycho uns umbringen will,

da haben sie es sich ganz schnell anders überlegt.

Jetzt kommt er erst wieder raus,

wenn er nicht mehr plemplem ist in der Birne.

Wie ist das Gespräch zwischen Ihnen und Frau Schieblon gelaufen?

Die hat nur so dumm dahergefaselt.

Hat dann angefangen, uns unverschämte Fragen zu stellen.

Als ob wir uns das alles nur ausgedacht hätten

und mein Vater eigentlich das Opfer wäre.

Hat Sie das wütend gemacht?

Ja, schon ein bisschen.

Die hat gedacht, dass meine Mutter mich beeinflussen will.

Wollte noch einen Einzeltermin mit mir ausmachen.

Und, haben Sie sie getroffen? - Sicher nicht.

Ich hab die rausgeschmissen.

Das Gutachten, das diese Frau schreiben wollte, war absurd.

Keine Ahnung, was Hansi mit der gemacht hat,

dass sie ihn so verteidigt hat.

Was soll das heißen, "mit der gemacht hat"?

Hansi kann sehr charmant sein, wenn er will.

Es ist ja gar nicht die Erste, die auf ihn reinfällt.

Oh, oh.

(Sie lacht spöttisch.)

Die Dr. Schieblon, die hat dem Pagel gesagt, sie bringt ihn raus.

Da muss sie sich doch sicher gewesen sein,

dass sie die Argumente hat, das Gericht zu überzeugen.

Ja, und das hat denen Angst gemacht. - Jaja.

Vielleicht hat sie ihm zu viel Hoffnung gemacht.

Ich meine, so einfach wäre das gar nicht geworden.

Die Klinikleute kennen den Pagel in- und auswendig.

Ein Gericht wäre im Zweifel eher denen gefolgt

als einer externen Gutachterin.

Warum hast du die überhaupt reingelassen?

Das war die Polizei!

Äh ...

Ah, sag mal!

Hör ... - Hey!

Gib mir ... hör auf!

Hey!

Sag mal!

Manchmal erinnerst du mich sehr an deinen Vater.

Ach ja?

So, damit du nicht vergisst, wie er wirklich war, unser Va- ...

Hey!

Mama!

(Sie ruft etwas.)

Arsch. - Mama!

Hey.

(Vogelzwitschern)

Aua. - Hey.

Wir ziehen das durch.

(Beklemmende Musik)

Hast du verstanden? - Ja.

(Beklemmende Musik)

Morgen, Herr Pagel.

Wir werden Sie jetzt entfixieren, ja?

Langsam aufsetzen.

Kommen Sie, ich helfe Ihnen.

Beine runter.

(Pagel grunzt.)

Wach bleiben. Augen auf. Ja?

(Türpiepser)

(Beklemmende Musik)

(Unverständliches Gespräch)

(Türpiepser)

Pagel. - Alles klar.

Ja, ich muss Dr. Schieblon sprechen.

Das geht jetzt nicht.

Erinnerst du dich nicht, was passiert ist?

Komm, ich bring dich auf dein Zimmer.

(Türpiepser)

(Hundebellen)

(Rufaufbau)

(Mann:) "Forensische Klinik Südbaden."

(Vogelzwitschern)

"Hallo?"

(Hundebellen)

Thorsten.

(Sie seufzt.)

Das Problem ist nicht, dass du deine Mutter erschlagen hast,

sondern dass du einen Anwalt hast,

der sich nicht interessiert für Typen, die nicht bezahlen können.

So hast du keine Chance, jemals rauszukommen.

Das mit meiner Mutter war wegen dem Drachen.

Hast du die Tabletten aufgehoben von heute Morgen,

wie ich dir das gesagt habe?

Gut gemacht, Milan.

Die machen dich nur dumm und sorgen dafür, dass dir alles egal ist.

Los, gib her, ich schmeiße sie für dich weg.

Na los, gib her.

Gruppentherapie fängt gleich an.

Ist doch wurscht, ob wir pünktlich sind.

(Ferne Stimmen)

(Telefonklingeln)

Tausendleben am Apparat Günnewig.

"Hallo, hier ist Maier." - Ja.

"Ist Herr Günnewig zu sprechen?" - Nein, das geht grad nicht.

Er hat gesagt, er ist in zwei Stunden wieder da.

Kann ich aushelfen?

"Ja, wäre gut, wenn Sie vorbeikommen können."

Ja. Ich komm.

Thorsten.

Thorsten.

Wenn ich draußen bin, besorg ich dir einen guten Anwalt.

Dann nehmen wir zusammen eine Wohnung und scheißen auf den Puff hier.

(Stimmen im Hintergrund)

Ich sage, warum du nicht pünktlich kommst.

Ich habe schon genug Ärger, mein kleiner Freund.

(Unheilvolle Musik)

Hansi!

Guck mal, ich bin fast fertig.

Hansi?

(Er schreit laut.)

Was ist los?

Herr Pagel? Herr Pagel? Hallo, Herr Pagel?

(Unbehagliche Musik)

Alles klar.

(Klopfen)

(Gerätepiepsen)

Wie geht's ihm?

Er hat eine Stoffwechselentgleisung erlitten,

die sein Herz in Mitleidenschaft gezogen hat.

Aber die Arrhythmie macht uns das größte Kopfzerbrechen.

Vermutlich hat er seine eigenen Medikamente

über längere Zeit gesammelt, weil er den Suizid geplant hat.

Ja, das könnte sein.

Aber die Menge des Wirkstoffs, die wir im Blut gefunden haben,

die ist eigentlich zu gering, um derart heftige Symptome auszulösen.

Und warum geht's ihm dann so?

Ich würde mal auf eine unerwünschte Wechselwirkung tippen, ja?

Mit einem anderen Medikament.

Ich muss mir das mal kurz ...

(Beklemmende Musik)

Nach Ihrem Besuch war Herr Pagel sehr aufgewühlt.

Er wollte das Personal attackieren.

Wir hatten Angst, dass er sich was antut.

Die Fixierung war zu seiner eigenen Sicherheit.

Hat er von Suizid gesprochen? - Nicht in letzter Zeit.

Wie lange war er fixiert? - Nur ein paar Stunden.

Hat er Medikamente bekommen,

die nicht in seinem Behandlungsplan stehen?

Ja, was zur Beruhigung.

Könnte sein jetziger Zustand auch

eine medikamentöse Wechselwirkung sein?

Ein Unfall, meinen Sie?

Nein, da passen wir sehr auf, das wird kontrolliert.

(Unbehagliche Musik)

Hatte Frau Dr. Schieblon auch privaten Kontakt mit Herrn Pagel?

Das wäre unprofessionell, außerdem verboten.

Sie hätte ihre Lizenz aufs Spiel gesetzt.

Aber das wäre theoretisch schon möglich, ja?

Na ja, sie hat sich schon sehr für ihn eingesetzt. Findest du nicht?

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt,

aber ich kann mir das nicht vorstellen.

(Türpiepser, unbehagliche Musik)

(Berg räuspert sich.)

(Motor wird abgestellt.)

Hallo. Sie sind Milan, oder?

Ist es okay, wenn ich mit Ihnen spreche?

Hallo. Franziska Tobler.

Sie teilen sich das Zimmer mit Herrn Pagel.

Wo ist Hansi? - Im Krankenhaus.

Wir fragen uns, warum er die falsche Medizin genommen hat.

Weil er tot sein wollte.

Hat er das mal gesagt, dass er das will?

Hansi will hier weg.

War er in letzter Zeit anders als sonst?

Vielleicht mal traurig?

Vor ein paar Tagen.

Ja? Wissen Sie noch wann?

Er war mit Matthias wandern.

Danach hat er fast gar nicht gesprochen.

Und in der Nacht hat er dann so ... Geräusche gemacht.

(Beunruhigtes Summen)

Vielleicht hat er geweint.

Ich glaube, für Hansi ist das sehr schlimm.

Ich wollte das nicht.

Sie können ja nichts dafür.

Das sagt Dr. Tausendleben auch.

Sie sagt, niemand kann den Drachen sehen außer mir.

Den Drachen?

(Ferne Stimmen)

Ich muss jetzt weitermachen.

Sie sind sehr schön.

(Stimmengewirr)

Das ist der Bereich von Hansi Pagel und hier ist Milan Vujicic.

Was sind das für Tabletten?

Das müsste seine normale Medikation sein.

Als er zu uns kam, hatte er starke Depressionen.

Das ist bei Narzissten häufig.

Die kommen schlecht mit Ablehnung klar.

Das mit Dr. Schieblon hat ihn aus der Bahn geworfen.

Da hat er große Hoffnungen draufgesetzt.

Sind die beiden befreundet?

Welches ist der Schrank von Herrn Pagel?- Rechts.

Ja, die haben eine starke Bindung.

Für Milan wäre das vermutlich eine Katastrophe, wenn er weg wäre.

Könnte er sich Medikamente von außen besorgt haben?

Wüsste ich nicht wie.

Hätten Sie vielleicht noch einen Moment?

Ich würde gerne noch was mit Ihnen besprechen.- Klar.

Okay.

Wir gehen am besten ins Dienstzimmer.

Dr. Schieblon wollte Hansi außerhalb der Klinik treffen.

Da haben wir lange drüber diskutiert.

Am Ende hat Thorsten Nein gesagt.

Schieblon war ab dem Zeitpunkt nicht mehr gut auf sie zu sprechen.

Die hatte echt Haare auf den Zähnen. - Und dann?

Na ja, als ich dann am Freitag mit Pagel zum Schauinsland komme,

da taucht sie da plötzlich auf und fragt,

ob sie mit ihm in die Stadt fahren kann.

Das haben Sie eigenmächtig erlaubt?

Na ja, das ist doch eine Therapeutin.

Und ich fand, dass sie Pagel richtig beurteilt.

Wieso wollte sie denn alleine mit ihm in die Stadt?

Sie hätten mitfahren können.

Sie hat gesagt, es ist was anderes, wenn jemand aus der Klinik dabei ist.

Sie wollte seine Alltagskompetenzen besser einschätzen.

Sie war beharrlich.

Und Frau Schieblon hat ihn dann wieder zurückgebracht, ja?- Ja.

Mh.

Glauben Sie wirklich, er hat sie getötet?

Trauen Sie ihm das zu? - Eigentlich nicht.

Aber?

Ich war die meiste Zeit in dem Lokal.

Ich hab mir irgendwann die Füße vertreten.

Als ich rein bin, hat Hansi schon auf mich gewartet.

Er hat gesagt, Frau Schieblon hätte ihn zurückgebracht.

Sie haben Frau Schieblon nicht mehr gesehen?

Nee, er meinte, sie hätte noch eine Verabredung und konnte nicht warten.

Ich überlege jetzt die ganze Zeit, ob er mich angelogen hat.

Aber er wäre nicht zurückgekommen,

wenn er sie getötet hätte.

Haben Sie irgendjemandem von diesem geheimen Ausflug erzählt?

Ja, ich hab's ein paar Tage später Dr. Tausendleben gesagt.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen.

Warum hatte das keine Konsequenzen für Herrn Bremer?

Er hat einen Fehler gemacht.

Aber ich war sicher, dass er das nicht wiederholen wird.

Matthias ist ein wichtiger Bezugspunkt für viele Patienten.

Ihn rauszuwerfen würde mehr Schaden anrichten als nützen.

Aber da wusste ich noch nicht, was mit Frau Schieblon passiert ist.

Warum haben Sie uns nicht gesagt, dass Sie wissen,

dass Herr Pagel und Frau Schieblon

an dem Freitag alleine unterwegs waren?- Tut mir leid.

Ich wollte noch mal mit Matthias reden.

Er sollte Ihnen selbst von dem Vorfall erzählen soll,

damit es nicht so aussieht, als würde er absichtlich etwas verschweigen.

Ich wollte ihn nicht bloßstellen.

(Düstere Musik, Vogelzwitschern)

(Musik verklingt.)

Weiß man ...

Weiß man, ob er das überlebt?

Will sich im Moment noch keiner festlegen.

Also, ich hoffe, dass er verreckt.

Er ist eigentlich nicht so ...

Er hat nur ...

Er ...

(Sie seufzt.)

Ich mach mir echt Sorgen um ihn manchmal.

Machen Sie sich Sorgen oder haben Sie Angst vor ihm?

(Vogelzwitschern)

Vergessen Sie es. Sie müssen darauf nicht antworten.

Danke, nein. Ich rauch nicht.

(Hundebellen)

Ja ... Bin gleich wieder da.

Ja, ist okay.

Na, meine Süße? Willst ein bisschen geschmusert werden?

(Kusslaute)

(Schniefen)

Gehst du auf Wildschweinejagd? Nimmst du mich mit?

Ich war mal ein guter Treiber.

Haben Sie nichts Besseres zu tun bei der Polizei?

Nee, im Moment nicht.

Hat meine Mutter Sie auf mich angesetzt?

Muss sie sich denn Sorgen um dich machen?- Pff!

Okay, wie sieht's aus? Kann ich mit?

Nein.

(Motor startet.)

(Unheilvolle Musik)

(Nervöses Atmen)

(Telefonklingeln)

Ja, Mama? - "Leo?"

Der Polizist ist hinter dir. - Was will der denn noch?

"Ich wollt's dir nur sagen, falls ..." - Falls was?

"Wenn du was Dummes gemacht hast."

Mit der Schieblon.

Ich wollt dir nur sagen, ich würd das total verstehen.

"Aber du musst mit mir reden."

"Leo?"

(Stimme im Hintergrund)

(Sie räuspert sich.)

(Düstere Musik)

(Musik wird angespannter.)

Alter!

Pass doch auf, Mann!

(Musik verklingt.)

(Düstere Musik)

(Unbehagliche Musik, Vogelzwitschern)

(Musik verklingt.)

(Krähenkrächzen)

(Tiefes Ausatmen)

Warum fahren Sie mir nach?

Ich wollte sehen, wo du so jagen gehst.- Ach ja?

Und?

Wer hat denn jetzt die Gutachterin umgelegt?

Das wissen wir nicht.

Also, meine Mutter glaubt, dass ich's war.- Aha.

Für was ist denn das hier?

Ich hab meine eigene Jagdmethode entwickelt.

Verarschen kann ich mich selber.

(Ächzen)

Du musst mir keinen Quatsch erzählen.

Ich glaube, ich weiß ziemlich genau, wie es in dir aussieht.

Wegen deinem Vater. - Ah ja?

Mhm. - Das glaube ich kaum.

Ist die Grube, falls er zurückkommt?

Musst nicht antworten, aber glaub mir, ich kenne mich damit aus.

Man wird niemanden los, indem man ihn umbringt.

Nicht wirklich.

Mensch, da sind Sie aber brutal auf dem Holzweg, Herr Kommissar.

Gehen Sie besser aus der Schusslinie.

(Düstere Musik)

(Unbehagliche Musik, Vogelzwitschern)

(Trillerpfeife)

(Stimmengewirr)

Isabell?

Hallo.

Hallo. - Na, wie geht's?

Wie geht's meinem Vater?

Ehrlich gesagt, nicht sehr gut.

Ich hab was für dich.

Das kann ich ihm leider nicht geben. - Warum nicht?

Na ja, dein Vater ist Patient in der Forensik.

Ich weiß ja nicht, was da drin ist.

Sie haben nicht reingeschaut? - Nein, natürlich nicht.

Schauen Sie es sich mal an.

(Hundebellen)

Den lese ich jetzt aber nicht, oder?

Als er damals ins Gefängnis kam,

hat meine Mama ihn aus den Familienfotos rausgeschnitten,

die sie nicht abhängen wollte.

Und die Schnipsel hat sie dann weggeschmissen.

Ich fand das irgendwie falsch. Deswegen habe ich sie aufgehoben.

Frau Schieblon ist nicht die einzige Psychologin,

die ein Gutachten erstellen kann.

Sie sagen alle, dass er drinbleiben muss.

Willst du, dass er rauskommt, trotz allem, was passiert ist?

Was geht Sie das an? Sie kennen ihn nicht.

Na ja, das sind keine Kleinigkeiten, für die er verurteilt wurde.

Weißt du, das ist eine Krankheit.

Das ist alles total abgefuckt.

Die tun alles dafür, dass er drin bleibt.

Was tun die denn alles?

Die lügen. Mein Vater ist kein Psycho.

Ich muss jetzt nach Hause.

Vergessen Sie nicht, ihm die Schachtel zu geben.- Okay.

Und sagen Sie ihm, dass mir die kurzen Haare besser gefallen haben.

(Düstere Musik)

Wann hast du deinen Vater das letzte Mal gesehen?

Machen Sie das. Und dann schauen wir, wo wir stehen.

Gut.

Bitte.

Bis dann. Herr Vojicic, bitte.

Guten Tag, Herr Günnewig.

Nehmen Sie doch Platz.

Hallo, Herr Vojicic.

Wir unterhalten uns heute über Ihre jährliche Beurteilung.

Sie kennen das Prozedere ja schon. - Ja.

Wie lange sind Sie hier?

Acht Jahre, zwei Monate und 13 Tage. - Mhm.

Was sind denn Ihre Wünsche für die Zukunft?

Ich würde gern in einer Wohngruppe wohnen.

Und wie sehen Sie selbst Ihre Fortschritte,

die Sie im letzten Jahr gemacht haben? - Schlecht.

Okay. Wie kommen Sie darauf?

Ich bin schuld, dass die Frau Schieblon tot ist.

Wie könnten Sie daran schuld sein? - Ich wollte, dass sie stirbt.

Wegen Hansi.

Sie wollte, dass er weggeht.

Die Freundschaft zu Herrn Pagel ist Ihnen sehr wichtig.

Da sind extreme Gedanken nicht ungewöhnlich.

Aber das heißt nicht, dass Sie ...

(Er räuspert sich.)

Herr Dr. Günnewig?

(Unheilvolle Musik)

Hilfe! Hilfe!

Hilfe!

(Türpiepser)

Hilfe!

Ich hab damit nichts zu tun. - Was ist passiert?

Thorsten?

Thorsten?

Ist er ansprechbar? - Ich hab nichts gemacht.

Puls? - Puls ist da.

Thorsten? - Wahrscheinlich ein Krampfanfall.

Die haben die Bewegungsdaten von Frau Schieblons Handy ausgewertet.

Und das haben dann die Kollegen gefunden.

Ah ja. Das war am Freitag, ja?

Ja, da haben die gehalten auf dem Weg nach Freiburg.

Der flirtet doch mit ihr, ne?

Wie es aussieht, war das Beruhigungsmittel von Pagel

nicht der Grund für die Wechselwirkung.- Sondern?

Die wissen noch nicht, nach was sie suchen.

Wenn es nicht Pagels eigene Tabletten waren,

stellt sich die Frage: Was hat er dann genommen?

Und wie ist er drangekommen?

Ja gut, was immer er genommen hat, aber es könnte doch wirklich sein,

dass der Pagel und die Schieblon ein Verhältnis hatten, oder?

Und dann hat der Pagel am Freitag die Schieblon ermordet,

aus welchen Gründen auch immer, vielleicht im Affekt oder so,

und hat dann einen Selbstmordversuch unternommen,

weil er Angst vor den Konsequenzen hatte.

Glaub ich nicht. - Nee?

Isabell Pagel hat am Freitag ihren Vater getroffen

in Begleitung von Frau Schieblon. - Ach so.

(Tausendleben:) Es ist doch klar, woher diese Anfälle kommen.

Das sind bekannte Nebenwirkungen von Renabalin.

Wie viel nimmst du davon mittlerweile?

Du musst das endlich in den Griff kriegen, vor den Patienten.

Irgendwann kann ich dich nicht mehr decken und dann fliegt das auf.

Ja, du hast recht.

Was, wenn das gar kein Selbstmordversuch von Pagel war?

Also kein Schuldeingeständnis?

Wenn er dieses Medikament, ohne es zu wissen, eingenommen hat?

Du meinst ein Mordversuch?

(Fernes Telefonklingeln)

Mein Gott.

(Bedrückende Musik, Insektenzirpen)

Das sind die Dienstzimmer.

Sie räumen das dann aber schon wieder auf, oder? - Ja, natürlich.

Ich weiß, das ist total spannend,

aber ich glaub, wir gehen jetzt auf die Zimmer.

(Bedrückende Musik)

Dass Sie hier so reinplatzen, gefährdet unsere Arbeit.

Und unser Personal. Und das Wohl der Patienten.

Hätten Sie das nicht mit uns absprechen können?

Herr Pagel hat ein Medikament eingenommen,

das nicht auf seinem Behandlungsplan steht.

Es ist nicht sicher, dass er Suizid beginnen wollte.

Was heißt das? Können Sie mir sagen, was los ist?

Nein, das kann ich momentan leider nicht.

Vielleicht gehen wir besser erst mal raus.

(Türpiepser)

Wissen Sie, was ich mich frage?

Wie kann die eine Gutachterin sagen, der Mensch ist verrückt,

und die andere, der ist es nicht. - Verrückt sagt keiner.

Der Unterschied ist Ausbildung,

Erfahrung und Kompetenz des Gutachters.

Frau Schieblon hatte mit unserer Einrichtung keine Erfahrung.

Auch Therapeuten sind manchmal naiv.

Ist das ein Problem für Sie,

wenn externe Gutachter ein anderes Urteil fällen?

Nein, das passiert ab und zu.

Herr Pagel hat Ihnen hier das Leben schwer gemacht.

Der hat ein Problem mit Autoritäten.

Kann man so einen Unsympathen neutral beurteilen?

Ganz einfach. Er weigerte sich zuzugeben, was er getan hat.

Daher kam eine Entlassung für uns nicht infrage.

Die Vergewaltigung hat er zugegeben.

Ja, aber nicht, unter welchem Terror die ganze Familie leiden musste.

Die Drohungen, die Demütigungen, die Erpressungen.

Sind Sie sich sicher, dass das alles so stattgefunden hat?

Weder ich noch Dr. Günnewig haben entschieden,

dass er in die Forensik kommt, sondern ein Gericht.

Ist ein beliebter Vorwurf,

dass wir Patienten absichtlich lang einsperren.

Wenn einer in Freiheit ein Verbrechen begeht,

ist das auch unsere Schuld.

Haben Sie davor Angst? - Nein.

Ich gebe meine Empfehlung zur Entlassung, wenn ich sicher bin.

Wir würden jetzt gerne mit Herrn Dr. Günnewig sprechen, ja?

(Angespannte Musik)

Hallo. - Hallo.

Ja, hallo, hier ist Gisela. Weißt du, wo Thorsten ist?

Ja, danke.

Ich versuch's mobil.

(Angespannte Musik)

Ausgeschaltet.

Wir brauchen auf jeden Fall Herrn Pagels Patientenakte.

Ja, die ist in meinem Büro. - Mhm.

(Angespannte Musik)

Frau Tobler, haben Sie mal einen Moment?

Was denn?

Schauen Sie mal.

Können Sie es anschalten?

Akku leer.

(Angespannte Musik)

Und?

Es ist Lisa Schieblons Handy. Ihr Mann hat es wiedererkannt.

Dann lass uns mal zurückfahren.

Du, danke. Schickst mir dann alles zusammen?- Ja.

Tschüss. - Ciao.

(Unruhige Musik)

Gibt's noch Milch? - (Leo:) Musst nachschauen.

(Musik endet.)

(Vogelzwitschern)

Isi! Wo warst'n du?

Ist doch egal!

Willst du wirklich, dass der Papa wieder nach Hause kommt?

Du hast ein Problem mit ihm, nicht ich.

Jetzt lass sie mal.

Lass sie mal.

(Klirren)

(Unheimliche Musik)

Gibt's schon was Neues von Thorsten? - Nein.

Bis er zurückkommt, halten wir beide den Laden am Laufen.

Wir müssen uns nur sorgfältig absprechen. - Klar.

Du kannst den anderen sagen, dass sie reinkommen sollen.

Könnt ihr bitte kommen?

(Stimmengewirr)

Wie ihr vielleicht gehört habt,

ist Thorsten im Moment nicht in der Lage,

seine Aufgaben wahrzunehmen.

Bis er wieder hier ist,

übernehme ich als seine Stellvertreterin die Klinikleitung.

Die Ungewissheit ist für uns alle belastend.

Ich stehe euch jederzeit für Fragen oder Gespräche zur Verfügung.

Lasst uns auf das konzentrieren, was für die Patienten wichtig ist.

(mehrere:) Danke schön.

(Stimmengewirr)

(Tür wird geschlossen.)

(Bedrückte Musik)

(Autotür wird geschlossen.)

Männliche Person.

Die Türen sind zu.

(Verkehrslärm, bedrückte Musik)

Scheiße.

Hallo, guten Abend.

Das sind die Sachen, die wir bei der Leiche gefunden haben.

Das hier ist eine Art Abschiedsbrief.

(Bedrückte Musik)

Dr. Günnewig schreibt, er hat keine Kraft, von vorne anzufangen.

Wissen Sie, was er damit meint?

Ich hätte verhindern können, dass das passiert.

Wie hätten Sie das verhindern können?

Es gab Phasen, da hätte er ohne das hier nicht arbeiten können.

Das? - Was?

Ich hab seine Sucht gedeckt.

Er war ein guter Chef.

Ich hab seine Arbeit respektiert.

Ich hab gedacht, er bekommt das in den Griff.

(Sie schluchzt.)

(Gerätepiepsen)

"Renabalin".

Das muss ich erst mal recherchieren.

Das hat man früher

bei generalisierter Angststörung eingesetzt.

Dann hat man festgestellt,

dass das mit einigen Antidepressiva zu Wechselwirkungen führt.

Das gilt auch für das Medikament, das Pagel nimmt.

Deswegen gibt man mittlerweile lieber andere Wirkstoffe.

Ja, komm, dann lass uns doch das bitte jetzt noch mal rekonstruieren.

Also, Lisa Schieblons Handy ...

war ab Freitagabend für 36 Stunden im Flugmodus

und wurde dann am Sonntag wieder angemacht.

Wo?

Das war hier in der Innenstadt von Freiburg.

Anschließend wurde es wieder ausgeschaltet

und war seitdem nicht mehr in Betrieb.

Christian Schieblon bekommt am Sonntag

noch eine Nachricht vom Handy seiner Frau.

Die ist da vermutlich schon tot, also kommt die von Günnewig.

Warum hat er danach das Handy nicht weggeworfen?

Vielleicht wollte er mehr Nachrichten schreiben,

um den Todeszeitpunkt zu verschleiern.

Er hat übrigens hier in seinem Kalender ...

hat er das Abendessen am Freitag eingeschrieben.

20.30 Uhr Abendessen im Waldhorn. Nur steht da nicht, mit wem.

Na gut, aber die Beschreibung vom Kellner

passt schon sehr gut auf Lisa Schieblon.

Das stimmt. Und dieses Treffen ist dann wohl schiefgegangen.

Um was ging es da?

Ich denke mal, um seine Medikamentenabhängigkeit.

Die Schieblon hat gedroht, es der Geschäftsleitung zu melden.

Dann ist er durchgedreht, ist ihr gefolgt,

hat sie betäubt und erdrosselt.

Er muss das vorbereitet haben. - Könnte man meinen.

(Angespannte Musik)

Hat Ihre Frau mit Ihnen über Herrn Dr. Günnewig gesprochen?

Dem Leiter der Klinik? - Ja.

Ja, hat sie. - Was hat sie da gesagt?

Dass sie sich viel mehr einmischen müsse.

In was? - In die Arbeit der Oberärztin.

Frau Dr. Tausendleben? - Ja.

Lisa wollte da ein konstruktives und offenes Gespräch,

aber sie ist an die Frau nicht rangekommen.

Und das ... das hat sie sehr aufgeregt.

Ähm, könnt ich vielleicht die Sachen von Lisa zurückbekommen?

Ach so, ja, natürlich.

Die richte ich Ihnen. - Danke.

Tschüss. - Auf Wiedersehen.

(Angespannte Musik)

(Unbehagliche Musik)

Ups.

(Unbehagliche Musik)

(Rufaufbau)

"Ärztekammer Nordrhein. Leider sind zurzeit alle Mitarbeiter ..."

(Rufaufbau)

"Landesärztekammer Baden-Württemberg. Sie sprechen mit Sabine Aschborn."

Guten Tag, Franziska Tobler, Kriminalpolizei Freiburg.

Ich rufe an wegen einer Anfrage vom 12.05.2023.

Und die kam von einer Frau Schieblon.

(Unbehagliche Musik, Gerätepiepsen)

(Alarm)

Frieder, wir haben uns wohl geirrt.

(Alarm)

Ein und aus. Prima.

Es ist alles in Ordnung. Sie sind im Krankenhaus.

Okay. Hat die die Tausendleben gestalkt?

Nee, die hat rausgefunden,

dass die Tausendleben in keiner Ärztekammer registriert ist.

Frau Dr. Tausendleben hat keine Approbation.

Was?

Na komm, das kann ich fast nicht glauben.

Ich auch nicht.

Aber die an der Uni Düsseldorf kennen sie nicht.

Ihre angebliche Doktormutter hat noch nie von ihr gehört.

(Entsetzter Laut)

(Er seufzt.)

Meinst du, der Günnewig wusste davon?

Sie deckt seine Medikamentensucht, er die falsche Ärztin.

Leider kommt eine Schieblon daher, ärgert sich über die Tausendleben

und fängt an, sich über sie zu informieren.

(Seufzen)

Die sind alle gefälscht. Wir haben das nachgeprüft.

Die ist sogar auf dem Originalpapier der Universität gedruckt.

Wie haben Sie das geschafft?

Sie haben rechtswidrig Medikamente verschrieben, Gutachten erstellt.

Aufgrund Ihrer Diagnose

sind Straftäter freigelassen worden oder nicht.

Ich hab mich damals gegen 105 Bewerber durchgesetzt

und die Stelle bekommen.

Ich bin also nicht schlechter als die anderen Bewerber.

So haben Sie über zehn Jahre zu Unrecht ein Gehalt bezogen.

Da kommt ein Rattenschwanz auf Sie zu.

Sind Sie sich sicher,

dass Sie keinen Anwalt oder Anwältin nehmen wollen?

Gut, aber Sie können jederzeit noch einen Anwalt dazurufen, ja?

Falls Sie Ihre Meinung ändern.

Ich steh für das, was ich getan habe, alleine gerade.- Mhm.

Wie hat es denn Herr Dr. Günnewig herausgefunden?

Wir hatten mal einen Bewerber, der auch in Düsseldorf studiert hat.

Den hätte ich kennen müssen.

Aber da brauchte er Sie schon, um seine Sucht zu decken.

Es war anstrengend mit Thorsten.

Ich musste den Klinikalltag oft ganz alleine managen.

Fragen Sie nach, ob es Kritik an mir gab. Sie werden keinen finden.

Es gab doch sicher Situationen, wo Sie aufgeflogen wären.

Ich hab ein Talent für Lösungen, wenn andere nur Probleme sehen.

Das Geheimnis ist, Verantwortung zu übernehmen.

Die meisten Menschen sind froh, wenn das jemand anderes für sie macht.

Haben Sie dann auch die Verantwortung

für die Leiche von Lisa Schieblon übernommen?

Was soll das denn heißen?

Sie wussten, dass Frau Schieblon und Herr Pagel

sich am Schauinsland getroffen haben.

Es ist kein Zufall, wo sie gefunden wurde.

Haben Sie geholfen, den Mord an Schieblon Herrn Pagel anzuhängen?

Nein.

Ich möcht es anders formulieren.

Sind Sie zu einer Zeit mal im Auto von Frau Schieblon gesessen?

Ich versteh die Frage nicht.

Wir haben ja Spuren von Herrn Pagel in dem Auto gefunden.

Es gab aber noch mehr Spuren, die wir bisher nicht zuordnen konnten.

Deshalb möchten wir Sie bitten, eine Speichelprobe abzugeben.

Dazu bin ich nicht verpflichtet, oder?

Wir könnten Sie dazu verpflichten lassen.

Also?

(Fernes Telefonklingeln)

Ich war ... ich hab einen Fehler gemacht.

Nicht nur einen.

Das weiß ich und ... ich bereue das.

Ich hab Dr. Günnewig vor zehn Jahren kennengelernt.

Ich hab ihn bewundert. Er war eine Koryphäe.

Und dann ist er ein Freund geworden.

Ich war stolz, dass er mir vertraut hat.

Er konnte sich immer auf mich verlassen.

Er ... er hat mich am Freitagabend angerufen.

Hat gesagt, er hätte die Kontrolle verloren und Frau Schieblon getötet.

(Beklemmende Musik)

Er war völlig verzweifelt.

Ich hab gedacht, er tut sich irgendwas an.

Ich hab ihm gesagt, dass es für alles eine Lösung gibt.

Sie wollen damit also sagen, dass Frau Schieblon schon tot war,

als Sie bei Herrn Günnewig ankamen?

(Angespannte Musik)

Ja.

(Unruhige Musik)

(Klopfen)

'N Abend, Frau Schieblon. Ich war kurz unsicher, ob Sie's sind.

Ich hab schon mit Herrn Günnewig gesprochen.

Er ist informiert.

Ich hab vor Ihrer Dreistigkeit echt schon Respekt.

(Unruhige Musik)

(Angespannte Musik, Vogelzwitschern)

(Unruhige Musik)

(Keuchen)

(Tür wird zugeschlagen.)

(Angespannte Musik)

Du musst mir helfen.

(Autosignal)

Hast du mit Dr. Schieblon geredet?

Wer war das?

Die muss in den Kofferraum. - Gisela?

Ich kann sie allein nicht tragen. - Und dann?

Ich stell das Auto in meine Garage. - Aber man wird sie suchen.

Viele Menschen verschwinden spurlos. - Die sperren uns ein.

Was war denn dein Plan?

Ich weiß nicht. Ich dachte, wir finden eine Lösung.

Wag's ja jetzt nicht, durchzudrehen. Ich hab alles für uns riskiert.

Wenn du nicht mitziehst, bereust du das.

So. Ich bring das jetzt in Ordnung. Wie immer.

Aber du musst mir helfen.

Mach.

Nachdem Thorsten mich angerufen hat, bin ich sofort zu ihm gefahren.

Ich hab ihn am Parkplatz getroffen. Er stand an Frau Schieblons Auto.

Sie saß im Wagen und war bereits tot.

Ich hab das Auto zu mir in die Garage gefahren und es dort aufbewahrt,

um ihm zu helfen.

(Grillenzirpen)

Sie kann nicht lange da drin bleiben. Es ist Sommer. Sie wird stinken.

Willst du sie in deine Kühltruhe stecken? Gern.

Mhm. Und dann?

Nachdem Matthias mir von diesem Treffen mit Frau Schieblon

erzählt hat, hab ich Thorsten informiert.

Er hat gesagt, dass wir die Leiche da hinbringen müssen.

Um Herrn Pagel den Mord anzuhängen und sich zu entlasten.

(Vogelzwitschern)

(Klopfen)

Ja?

Hast du einen Moment? - Komm rein.

Also, es geht um Dr. Schieblon.

Wieso?

Setz dich doch.

Wegen Freitag, als ich mit Pagel draußen war.

Herr Pagel hat Frau Schieblon vorher gesagt,

wo wir am Freitag sein werden.

Ich wusste nichts davon.

Aber sie kam dann dahin.

Und beide haben mich drum gebeten,

dass Pagel ein paar Stunden mit ihr in die Stadt fahren kann.

Okay.

Wohin? - Einkaufen, einen Kaffee trinken.

Sie wollte sehen, wie er sich in normalen Situationen verhält.

Sie waren beide wirklich sehr beharrlich.

Du hast sie gehen lassen? - Ja.

Warum hast du zugestimmt?

Auch wenn du und Thorsten anderer Meinung seid,

ich wünsch Pagel, dass sich für ihn was ändert.

Und was ist dann passiert? - Sie sind zusammen weggefahren.

In Schieblons Auto? - Ja.

Ich war dann alleine unterwegs.

Als ich wiederkam, waren sie schon wieder zurück.

Okay.

Sie hat gesagt, sie übernimmt die volle Verantwortung.

Ich find, sie hat einen guten Ansatz für ihre Beurteilung.

Ich wollte Hansi Pagel unterstützen. - Wer weiß denn noch davon?

Hansi Pagel, Schieblon und ich.

Wenn du mit niemandem darüber sprichst,

kriegen wir das hin, ohne dass du gehen musst. - Echt?

Jeder macht mal Fehler.

Aber du bist hier wichtig. Ich brauch dich hier.

Die Patienten brauchen dich.

Und ist ja nichts passiert, oder?

Nee.

Wer hat Herrn Pagel das Renabalin gespritzt?

Das weiß ich nicht. Ich war nicht dabei.

(Fernes Hupen)

Von Ihrer Tochter.

Isabell hat uns erzählt,

dass Sie sich am Freitagnachmittag getroffen haben.

Ja, das stimmt.

Warum hat sie Sie nicht einfach in der Klinik besucht?

Sie wollte mich nicht in der Klapse sehen.

Sie hat ein Problem damit. Ich hab das verstanden.

Ähm ... man hat Sie ja bewusstlos gefunden.

Können Sie sich erinnern, was davor passiert ist?

Das Letzte, an was ich mich erinnern kann, ist ...

dass ich ein neues Nähgarn eingelegt hab.

Und dann war alles schwarz.

Tabletten haben Sie keine genommen?

Ts.

Was seid ihr für Clowns, echt.

Ich hätt jetzt gern meine Ruhe, ja?

Gut.

Gut, wir sind weg.

(Tür wird geschlossen.)

Herr Oberstaatsanwalt, Frau Tausendleben hatte auch ein Motiv.

Ihre Spuren wurden genauso gefunden wie die von Dr. Günnewig.

Und sie war in alles eingeweiht.

"Sie gibt zu, das Auto der Geschädigten gefahren zu haben."

"Diese Spur sagt nichts über den Ablauf der Tat."

"Sind Sie noch dran?"

Man sollte sie noch eine Weile beobachten.

Zwei Wochen Telefon abhören, Observation.

Um die letzten Zweifel auszuräumen.

"Das ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre."

"Dr. Günnewig hat in seinem Brief

die Verantwortung für Frau Schieblons Tod übernommen."

"Frau Tausendleben ist kooperativ."

"Ihr Bericht über den Ablauf des Abends war lückenlos."

Warum hat Günnewig das Handy von Schieblon nicht weggeworfen?

"Vielleicht wollte er weitere Nachrichten schreiben."

Vielleicht. Oder er hat es selber nicht besessen.

Sondern dass Tausendleben es ihm nachträglich untergeschoben hat.

Es ist auffällig, dass Tausendleben genau in der Tatnacht

ihr Handy zu Hause gelassen hat.

Sie wollte keine digitalen Spuren hinterlassen.

"Menschen vergessen ihre Handys mal."

"Das reicht nicht, um ihr einen Mord zu unterstellen."

"Ich muss jetzt los." - Ja, okay, gut.

"Ciao."

Arschloch.

(Er seufzt.)

Kacke.

Fahren wir.

(Vogelzwitschern)

(Vogelzwitschern, Insektensummen)

(Unheilvolle Musik, Hundebellen, Vogelzwitschern)

Hallo Süße.

Ich hab dir's doch versprochen.

Es ist ja nur, bis er was Eigenes gefunden hat.

(Unbehagliche Musik)

(Seufzen)

Ofenhuhn ist fertig!

Los, setzt euch.

(Unbehagliche Musik)

(Musik verklingt.)

(Hans:) 'N Guten. - (Isabell, Andrea:) 'N Guten.

(Leises Dröhnen, Türquietschen)

(Vogelzwitschern)

Nicht so schnell.

Ah! - Ah!

Mann, hör mal auf mit dem Scheiß. - Ich wollt dich nur testen.

Das nächste Mal halt ich nicht mehr.

(Er lacht.)

Wie alt wart ihr da?

Ich glaub, ich war da 15 und mein Bruder zwölf.

Dann war das vor dem Unfall deiner Mutter.

Ja. Wenn du das einen Unfall nennen willst.- Wieso?

Ich glaub, meine Mutter hat meinen Vater nicht mehr ausgehalten.

Wie war denn dein Vater? Von dem erzählst du nie was.

Mehr gibt's von dem auch nicht zu erzählen.

(Vogelzwitschern)

Wir beide sind echt verschieden.

Wie meinst du das?

Na ja, wenn ein Ort für mich so belastet wäre

und nur traurige Erinnerungen hätte, würd ich da weggehen.

(Verwunderte Musik)

Wär vielleicht besser.

(Verwunderte Musik)

(Leises Gespräch)

Schmeiß das einfach nur rein.

Ja, cool.

Ist total toll, dass ich mitfahren kann.

(Verwunderte Musik)

("Tatort"-Titelmusik)

SWR 2023

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