All language subtitles for Die Rebellen vom Liang Shan Po - EP01 - DVD 1 Track 1

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Original subtitles

Es heißt in den Schriften der Weisen:

Ihr sollt die Schlange nicht gering achten, nur weil sie keine Hörner hat.

Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein Drachen wird,

wie auch aus einem einzelnen Mann eine ganze Armee werden kann.

Vor 1000 Jahren, zu Zeiten der Sung-Dynastie,

herrschte in China eine grausame und korrupte Regierung.

Diese Bewaffneten hier sind Ausgestoßene,

die den Kampf gegen die Tyrannei aufgenommen haben.

Auf die Köpfe dieser Helden steht ein Preis.

Sie leben in freiwilliger Verbannung und operieren von Liang Shan Po aus,

einem labyrinthisch verzweigten Flussdelta weit südlich der Hauptstadt.

Am Anfang unserer Geschichte steht eine Legende,

und die Legende besagt, dass in diesen Rebellen die Seelen

von Freiheitskämpfern aus alter Zeit wiedergeboren wurden.

Jetzt aber herrschten Pest und Hungersnot,

und in ganz China hielt der Tod reiche Ernte.

Nur für Aasgeier und Krähen war es eine gute Zeit.

Sie wurden fett und breiteten sich aus.

Da sandte der Kaiser seinen Günstling Kao Chiu auf den heiligen Berg,

weil er hoffte, so das Unglück bannen zu können.

Kao Chiu, ein verschlagener und von Macht besessener Höfling,

genoss es, wie ein hochrangiger Mandarin zu reisen.

Die heiligen Männer und Priester in den Tempeln auf dem heiligen Berg

beteten mit Kao Chiu und brachten Opfergaben dar.

Kao Chiu ließ sich nicht anmerken, wie er wirklich darüber dachte.

Bis er an einem der Tempelgebäude alte Siegel und eine Inschrift entdeckte.

Sitz der Dämonen? Was hat das zu bedeuten?

Ein Gewölbe, von einem früheren Kaiser auf alle Ewigkeit versiegelt.

Es ist das Gefängnis für die Seelen von neun Dutzend

aufrührerischen Rittern.

Zu Unrecht hat man sie dort hinein gebannt, ihre Rebellion war gerecht.

Denkst du?

Ich halte das für reinen Aberglauben. Löst die Siegel und öffnet das Tor!

- Es sind heilige Siegel! - Schweig, Priester!

- Ich rede für den Sohn des Himmels. - Missbrauche nicht seinen Namen!

Es sind die Siegel seines Vorfahren, ich dulde nicht, dass du sie schändest!

- Sein Fluch wird dich treffen! - Unsinn!

Und jetzt hör auf, dich meinem Befehl zu widersetzen.

Der Sohn des Himmels duldet keinen Aberglauben, löst die Siegel

- und brecht das Tor auf! - Ich warne euch!

"Kao Chiu wird einst hier eindringen und..."

Wie konnten die vor so vielen 100 Jahren deinen Namen wissen?

- Jetzt entfernt den Deckstein! - Ja, Exzellenz.

Hinein gebannte Seelen... Törichtes Priestergeschwätz!

Ein leeres Kellergewölbe, weiter nichts.

Aber sie waren dennoch da, die Seelen neun Dutzend rebellischer Ritter.

Und sie brachen hervor, endlich befreit,

zogen die Kometen und Sternschnuppen über ganz China

feurige Bahnen durch den Himmel und fuhren in neue Körper.

Neun Dutzend Helden waren wiedergeboren...

Zu Zeiten der Sung-Dynastie war die östliche Hauptstadt des Reiches

berühmt für ihre Schönheit.

Doch aller Luxus und Reichtum, den sie zur Schau stellte,

waren Luxus und Reichtum weniger.

Abseits der Märkte verhungerten die Menschen auf offener Straße,

mit dem vollen Wissen der harten, verantwortungslosen Regierung,

der es gleich war, ob ganze Familien ausgerottet wurden.

Selbst das lebensnotwendige Salz war rar und unerschwinglich geworden.

Der Salzhandel war ein staatliches Monopol, und die untreuen Beamten,

denen er unterstand, hatten den Preis auf das Zehnfache hochgetrieben.

Um ihre Posten zu behalten, mussten sie ihren Oberen Schmiergelder zahlen.

Und um selbst noch Profit zu machen, mischten sie oft Sand unter das Salz.

Dieser Betrüger, jetzt hat er noch mehr Sand unter das Salz gemischt!

Der verdient einen Denkzettel! Schlagt ihm den Schädel ein!

Du dreckiges Schwein!

Ruhe! Aufruhr und Meuterei werden bestraft!

- Geht jetzt, oder ihr werdet verhaftet! - Verhaftet lieber diesen Betrüger!

Ein Held tritt auf. Wu Sung, der Tigermensch.

Macht, dass ihr wegkommt, sonst kriegt ihr noch was ab!

Holt euch euer Salz! Habt keine Angst!

Das gibt es heute umsonst, und so billig wird es nie wieder!

Ja, ja!

Oder wollt ihr eine schriftliche Einladung?

Nicht so hastig, ihr habt viel Zeit. Es ist genug da für alle!

- Tretet euch nur nicht auf die Zehen! - Das ist Wu Sung, der Tigerjäger.

- Ein Volksheld! - Er foltert die Tiger mit bloßen Händen!

Holt euch euer Salz, habt keine Angst!

Solange ich euch schütze, tut euch keiner was.

Und sagt es allen Leuten in der ganzen Stadt!

Und hier nun, naht ein anderer Held.

Lin Chung, Offizier der kaiserlichen Garde.

Was hat dieser Volksauflauf hier zu bedeuten? Macht die Straße frei!

Der Tigerjäger hat sie angestiftet, sich das Salz zu holen.

- Ihr müsst das Salz zurückgeben! - Mit solchen Schoßhündchen

fängt man doch keine Tiger!

Halt!

Ihr rührt diesen Mann nicht an. Ich nehme ihn selbst fest.

- Lin Chung ist schnell wie ein Leopard. - Der Tiger kämpft mit dem Löwen.

Ich lass mich jetzt gleich von dir werfen, dann fliehst du, so schnell du kannst!

- Wieso denn? - Tu, was ich sage!

Lin Chungs Worte haben Wu Sung verwirrt.

Aber da selbst Götter bei verpassten Gelegenheiten nicht helfen können,

gibt der Held Fersengeld.

- Du reichst dein Abschiedsgesuch ein? - Ja.

Ich habe mein Gesicht verloren. Ein einfacher Jäger hat mich besiegt.

Schweig, Lin Chung!

Willst du mich veralbern, glaubst du, ich hätte keine zwei Augen im Kopf?!

Auch wenn dein Gegner der Tigerjäger war,

hättest du niemals so leicht besiegt werden können!

Du hast nur Theater gespielt!

Vielleicht hast du richtig gehandelt.

Aber versuch nicht, mich länger zu täuschen.

Lüg nicht, du hast dich absichtlich besiegen lassen!

Sei froh, dass dich sonst niemand so gut kennt

und alle darauf hereinfielen,

und ich finde, du kannst noch von Glück sagen

dass dich keiner durchschaut, sonst kämst du unter Anklage

wegen Hochverrats!

Und für einen Offizier der kaiserlichen Garde

bedeutet das kurzen Prozess. Nämlich: Kopf ab!

- Das habe ich riskiert. - Was?!

Du hast für diesen Waldschrat und ein paar Pfund Salz deinen Kopf riskiert?!

Der Mann war im Recht! Dieser Schwindel mit dem Salz

und die übrigen Betrügereien, die sich unsere korrupten Beamten leisten,

müssen ein Ende haben, Exzellenz.

So, findest du?

Du bist ein Soldat.

Wir sind beide Soldaten.

Wir müssen tun, was man uns sagt. Alles andere geht uns nichts an.

Aber auch als Soldaten dürfen wir doch eine Meinung zu den Dingen haben.

Selbst wenn du recht hättest:

Du bist kein Politiker, sondern nur ein Instrument der Politik.

Ich weiß.

Wenn du als Soldat politisch handelst, bringst du dich in Schwierigkeiten.

- Das geht auch mir so. - Wieso, mein General?

- Weil meine Versetzung bevorsteht. - Ihr werdet versetzt?

Ich werde als General der kaiserlichen Garde abgelöst,

- Kao Chiu tritt an meine Stelle. - Kao Chiu?

Dann liegt alle Gewalt in der Hand dieses Wüstlings?

Er ist der Günstling unseres Kaisers. Seid ihr immer noch verfeindet?

Dazu möchte ich mich nicht äußern.

Also wird er dir schaden wollen, du musst sehr vorsichtig sein.

Das Sprichwort sagt: Wo das Dach niedrig ist,

geht ein Weiser nicht anders als gebeugten Hauptes.

Es ist nicht auszudenken, selbst der Sohn des Himmels ist nicht sicher

- bei so viel Macht in seinen Händen! - Lin Chung.

- Gehst du da nicht zu weit? - Nein!

Ich befürchte das Schlimmste für die Zukunft unseres Volkes

- und des gesamten Reichs der Mitte. - Trotzdem müsstest du ihm gehorchen.

Das bringt dich in eine unerträgliche Lage.

Darum suspendiere ich dich vorläufig vom Dienst, mein Freund.

Danke.

Du gehst jetzt nach Hause und wartest die Entwicklung der Dinge ab,

Lin Chung.

Zu deiner eigenen Sicherheit!

Zu Befehl, ich bin Euch für immer verbunden!

Nun lagen politische und militärische Macht also in denselben Händen.

Aus ganz China trafen Geschenke und Bestechungsgelder für Kao Chiu ein,

als Gegenleistung für künftige oder schon erwiesene Gefälligkeiten.

Der Elfenbeinzahn da schickt der Gouverneur von Sin Kian,

ich weiß zwar nicht, was er will, aber davon haben wir schon einige.

Und diesen Schrank,

reich mit Elfenbein verkleidet, schickt der Statthalter von Hu.

Ich heiße Hu San-Niang.

Ich bin das Geschenk meines Vaters für die erwiesenen Freundlichkeiten.

Die Provinzen Hu und Shu schwören euch Treue.

- Eine hübsche Art, sich zu bedanken. - Dafür, dass er ein Provinzler ist,

- hat er ganz originelle Ideen. - Exzellenz.

Die Offiziere der kaiserlichen Garde stehen bereit, Euch zu begrüßen.

Wir unterhalten uns später noch.

Die feierliche Übergabe der Befehlsgewalt.

Ich übergebe Euch

auf ausdrückliche Anordnung unseres Kaisers und obersten Kriegsherren,

den Befehl über seine Garde.

Auf Befehl des Kaisers und obersten Kriegsherren

übernehme ich, Kao Chiu, ab sofort den Befehl über die Garde.

Kao Chiu, es heißt, dass selbst der Lahme

in die Spur des Tigers treten kann.

So heißt es, ja.

Euch unterstehen nunmehr 800.000 Offiziere und Mannschaften,

Ihr habt außerordentliche Vollmachten.

Alle Hoffnungen des Reiches auf Frieden und Gerechtigkeit, auf

das Ende von Willkür und Korruption beruhen darauf, dass Ihr loyal seid.

Bemüht Euch, alle Befürchtungen des Volkes zu zerstreuen.

Ihr dürft die Macht nicht missbrauchen,

und Ihr müsst die Liebe und das Vertrauen des Volkes gewinnen.

Ich danke für die freundliche Ermahnung.

- Ich bewahre sie in meinem Herzen. - Das will ich hoffen!

Offizierskorps bereit zur Musterung durch den Kommandeur.

Sind die Offiziere der Garde vollzählig angetreten oder fehlt einer?

- Die Offiziere sind vollzählig! - Nein, Lin Chung fehlt!

- Der tut zurzeit keinen Dienst. - Ach ja, Lin Chung?

- Wieso ist er nicht bei der Übergabe? - Er wurde vom Dienst suspendiert.

- Auf Anordnung des Kommandeurs. - Was?!

Ich lasse ihn hinrichten, wegen Missachtung meiner Person!

Für mich gilt diese Suspendierung nicht!

Ich glaube, jetzt wird er wohl schon außerhalb der Stadtmauern sein...

Ich meine den General.

Ja.

Ich hatte so viel mit ihm zu reden.

Wie kann der Sohn des Himmels einen so verdienten Mann

in die Provinz versetzen

- und einem wie Kao Chiu vertrauen? - So darfst du nicht reden.

Entschuldige.

Er ist kein Mensch, er ist ein wildes Tier in Menschengestalt.

Ich kann ihm nicht verzeihen, was er mit damals antun wollte...

Und er, er wird diese Erniedrigung bestimmt auch niemals vergessen.

Ich habe solche Angst, dass er sich irgendwann rächt!

Mach dir keine Sorgen, er ist zwar ein nachtragender Mensch,

aber er wird der kaiserlichen Garde ein ausgezeichneter Kommandeur sein.

Er wird es sich nicht anmerken lassen, was zwischen uns war.

Lin Chung soll sofort vor dem Kommandeur erscheinen!

Du hast deinen neuen Dienstherrn durch dein Fernbleiben beleidigt.

- Ein todeswürdiges Verbrechen. - Ich war beurlaubt.

- Widersprich mir nicht! - Lass das Geschrei.

Wie ich höre, seid Ihr vom Dienst suspendiert worden.

Und aus welchem Grund?

Lin Chung, hochdekorierter Offizier der kaiserlichen Garde,

sollte einen Volksauflauf zerstreuen.

Mit einem der Rädelsführer lässt er sich auf ein Handgemenge ein.

Es hätte ihm nicht schwerfallen dürfen, diesen zu besiegen und zu verhaften.

Aber stattdessen wird er überwältigt und der Mann sucht das Weite.

Du hast die Garde blamiert, ich erwarte eine Erklärung für diese Schande.

Es gibt nichts, was ich zu meiner Entschuldigung vortragen könnte.

Lin Chung,

der beste Schwertkämpfer der ganzen kaiserlichen Garde?

Es ist unmöglich, dass ein Meister wie du von einem Tigerjäger besiegt wird!

- Und doch ist es geschehen. - Findest du nicht,

dass diese Geschichte reichlich unglaubwürdig klingt?

Ich kann dir zwar nichts beweisen...

Aber wenn das wahr wäre, was ich vermute, wäre es ungeheuerlich.

Ein Verrat von einem Ausmaß,

dass der bloße Gedanke daran schon todeswürdig wäre.

Es ist wahr, ich bin geschlagen worden, aber ich bedaure es nicht.

- Ach nein? - Der Bessere von uns hat gesiegt, er

- kämpfte für Freiheit und Gerechtigkeit. - Na also!

- Damit hat er sein Urteil gesprochen! - Und ich bin stolz darauf,

dass er mich als Erster besiegt hat.

Wider Willen denkt Kao Chiu zurück an sein Erlebnis auf dem heiligen Berg.

Ob eine der von ihm befreiten Seelen in Lin Chung wiedergeboren wurde?

Erwarte meine Weisung. Ich werde über dich befinden.

Während Lin Chung auf sein Urteil wartet,

sucht Kao Chiu Entspannung bei den Damen seines Hofes.

Und noch ein Schicksal soll sich nun entscheiden.

Höre nun dein Urteil, wie es Kao Chiu gefällt hat.

Für dein schändliches Versagen, Lin Chung,

wirst du aus der kaiserlichen Garde unehrenhaft entlassen!

Ich ekele mich vor dir! Ich will nicht, dass du mich anrührst!

- Wieso bist du dann hier? - Weil man mich dazu gezwungen hat!

Mein eigener Vater und die schändliche Familie haben mich verschenkt,

als ob ich eine Sache wäre, aber hiermit sage ich mich von ihr los!

Du bist nicht der Mann, den ich mir wünsche.

- Ich gebe mich nicht jedem hin! - Du kennst mich doch noch gar nicht.

Dazu wird es nicht kommen, du kannst dir alle weiteren Bemühungen sparen.

- Ich mag dich nicht, find dich damit ab. - Ich mag dich aber. Was sagst du nun?

- Dass es mich kaltlässt! - Das lässt sich ändern,

dazu wüsste ich schon Mittel und Wege.

- Ich könnte dich zur Heirat zwingen. - Das wirst du nicht,

ein Edelmann tut keiner Frau Gewalt an!

Kein Mann wird mich je zu etwas zwingen können!

Ruf deine Wachen, ich weiß von klein auf, wie man mit dem Schwert umgeht!

Vergiss nicht, ich bin Hu San-Niang!

Wachen! Haltet sie fest!

Sie ist nur ein bisschen widerspenstig, also fangt sie mir lebend.

Tut ihr nicht weh, das besorge ich schon selbst.

Schämt ihr euch nicht, gegen ein Mädchen die Schwerter zu ziehen?

Er ist nicht mehr Hauptmann, er wurde unehrenhaft entlassen!

- Vorwärts, verhaftet diesen Mann! - Zu Befehl!

Ihr sollt ihn festnehmen, ihr Feiglinge!

Kao Chiu.

Euer Urteil ist gefällt, und ich bin aus der Garde ausgestoßen.

Als guter Soldat nehme ich das Urteil an und gehe, aber die Frau kommt mit.

Entweder Ihr lasst uns beide gehen, oder Ihr müsst mich töten, Exzellenz.

Sie hat Euch zurückgewiesen, Ihr könnt sie nicht gegen ihren Willen festhalten.

Gleich sind wir in Sicherheit, nur noch dieses Tor.

Vielen Dank, aber Euer Eingreifen war nicht nötig.

Ich hätte sie auch allein besiegt, ich werde mit jedem fertig.

Ist das wahr? Dann kann ich Kao Chiu verstehen.

Heißt das, auch Ihr würdet einer Frau Gewalt antun?!

Nein, das heißt nur, ich kann es verstehen, wenn Ihr ihm gefallt.

Ihr seid wie alle Männer!

Na bitte, wie Ihr wollt, so hübsch seid Ihr nun auch wieder nicht.

Ein gefährlicher Mann.

Gefährlich für mich...

Und eine Gefahr für das ganze Reich.

Man sollte sich beizeiten überlegen, was mit ihm zu tun ist.

Wir werden uns etwas einfallen lassen.

Inzwischen übt Lin Chung in ländlicher Stille mit Hsiao Lan Meditation

und genießt das Leben eines stellungslosen Helden.

Mein geliebter Herr...

Wenn wir doch für alle Zeiten so zusammen sein könnten...

Das wäre zu lange, die Erinnerung an meine Taten beginnt zu verblassen.

Dieser Zustand ist nur deshalb zu ertragen, weil du zu mir hältst

und in meiner Nähe bist.

Doch das Schicksal stöbert Lin Chung in Gestalt eines Schwerthändlers auf.

Dieses Schwert stammt aus uralter Zeit und verleiht magische Kräfte.

Euer Gnaden!

- Geht nicht an Eurem Schicksal vorbei! - Was willst du von mir?

Ich will überhaupt nichts von Euch. Aber dieses Schwert ruft nach Euch!

Habt Ihr keine Augen im Kopf? Dieses Schwert verlangt nach Euch!

Ich besitze schon sieben gute Schwerter, lass mich in Ruhe!

Aber bestimmt keins wie dieses, in Blut gehärtet und Jahrhunderte alt.

Ich kann spüren, wie es sich nach Euch sehnt.

Zieht!

Habe ich es nicht gesagt? Das Schwert will Euch gehören!

Leichtsinniger Dummkopf. Fast hätte ich dich töten müssen.

Ich muss doch prüfen, ob Ihr seiner würdig seid. Und das seid Ihr.

Ihr beide gehört zusammen! Zahlt mir, was es wert ist.

Ich kann es mir nicht leisten, ich bin ein Soldat ohne Stellung.

- Diese Waffe ist ein Vermögen wert. - Ist das Schwert denn wirklich so gut?

Ja. Unvergleichlich.

- Wären 500 Kuan angemessen, ja? - Was hast du da gesagt?

Es heißt wohl zu recht: Die sparsame Hausfrau ist die Mutter allen Reichtums.

Na, Lin Chung, hast du es denn nie satt, dieses Schwert anzustaunen?

Nein, es ist eine wunderbare Waffe.

- Und ich verdanke sie dir. - Du musst mir nicht dafür danken.

Ich bin schon glücklich, wenn ich sehe, wie sehr du dich freust.

Ich bin wirklich sehr glücklich, aber woher dieser Reichtum?

Wer mit einem Soldaten verheiratet ist,

sollte dafür sorgen, dass er einige Rücklagen hat.

Entschuldige bitte, ich habe vergessen, dass du keiner mehr bist.

Schon gut.

Das wird nicht ewig dauern, und es wird der Tag kommen,

wo sie mich brauchen werden.

Entschuldige, wenn ich dich störe. Ich überbringe dir eine Botschaft

des Oberkommandierenden Kao Chiu.

Er hat gehört, dass du ein exzellentes Schwert gekauft hast.

Dass du das getan hast, obwohl du nicht mehr Dienst tust,

würdigt er als beispielhaftes Verhalten.

Ich will dir keine falschen Hoffnungen machen,

aber Kao Chiu möchte dieses Wunderschwert selbst sehen.

Versprechen kann ich dir nichts, aber man hat dich vermisst.

Die Exzellenz sucht einen Vorwand, dich wieder einzustellen, vielleicht

solltest du ihm ein Geschenk machen. Begleite mich zum Palast.

Ich selbst darf diesen Bereich des Palastes nicht betreten,

aber du wirst auf der anderen Seite des Hofes erwartet.

Der heilige Bezirk des Kaiserpalastes,

wo auf das Tragen von Waffen die Todesstrafe steht.

Nehmt ihn fest, er ist ein Mörder!

Ich weiß, was er vorhat! Er war Offizier der Garde und wurde entlassen!

Wer innerhalb dieser Mauern Waffen trägt,

entweiht den geheiligten inneren Bezirk des Palastes!

- Hört, Kao Chiu... - Schweig still!

Die Gesetze des Palastes kennst du so gut wie ich.

Hier Waffen zu tragen,

ohne Dienst zu tun, ist Hochverrat, darauf steht die Todesstrafe.

Hört doch! Euer Herr hat nach mir geschickt!

Wieso sollte er so etwas tun?

Was kann er denn schon wollen von so einem ehrlosen Niemand?

- Es ist eine Falle, er wollte mich sehen! - Du bist ein Lügner! Verhaftet ihn!

Nein, glaubt mir doch! Er wollte dieses Schwert sehen!

Darum trage ich es bei mir!

Worauf wartet ihr noch? Verhaftet ihn!

Du hast das Schwert gezogen! Du hast getötet!

Du hast den heiligen Bezirk mit Blut besudelt und Hochverrat begangen!

Daran ist nichts zu deuteln, kein Mensch wird glauben

dass das keine Absicht war. Du wirst ohne Verhandlung hingerichtet!

Führt ihn zum Richtplatz und köpft ihn!

Vielleicht noch irgendwelche letzten Worte?

Bitte sagt Eurem Herrn:

Ein ganzes Volk kann sich erheben, weil einem Menschen Unrecht geschieht.

Tut man einem ganzen Volk Unrecht, verändert es die Welt!

Sonst noch was?

Richtet meiner Frau aus...

Ja, was?

Durch Euren Mund nicht.

Ein Segen für China, dass wir Leute wie dich ausrotten.

Walte deines Amtes, Scharfrichter.

Halt!

Halt! Sofort aufhören!

- Was wollt Ihr, wer seid Ihr?! - Mein Name ist Sung Chiang.

- Diese Hinrichtung ist illegal! - Ach, der redliche Richter!

Ich habe schon gehört, dass Ihr Euch gern einmischt.

Das geht Euch nichts an, redet mir nicht rein!

- Ein Soldat ist getötet worden! - Von dem Mann da!

Der Soldat starb also durch Lin Chungs Schwert,

- deshalb soll er den Kopf verlieren? - So ist es!

Nach welchem Recht? Nach Militärrecht?

Der Beschuldigte ist doch gar nicht mehr Soldat.

Er fällt nicht mehr unter Militärrecht, sondern unter Zivilrecht!

- Militärrecht, denn der Tote war Soldat! - Falsch!

Nur der Kaiser selbst kann ihm dem Militärgericht überstellen!

Hier gilt das Zivilrecht.

Veranlasst, dass der Beschuldigte meiner Obhut übergeben wird.

Ich leite ein ordentliches Verfahren gegen ihn ein,

und bis dahin wird er in meinem Gewahrsam bleiben!

Ich habe Euch die reine Wahrheit gesagt, Euer Ehren!

Es ist ein Abgesandter von Kao Chiu gekommen!

Zunächst müsst Ihr Euch davor hüten, Namen zu nennen.

Das, was Ihr erzählt, ist durch nichts zu beweisen.

Sicher deutet einiges darauf hin, dass von unbekannter Seite

ein Komplott gegen Euren Mann geschmiedet worden ist.

Dies macht aber nicht ungeschehen, dass er sich dem Kaiser

bewaffnet genähert hat.

Ein Soldat ist durch sein Schwert gestorben.

Bitte, verliert nicht die Fassung.

Er wird einen gerechten Prozess bekommen.

Bis dahin tue ich für ihn, was in meiner Macht steht.

Unserem Gerichtswesen kann man noch vertrauen.

Noch gibt es Menschen in unserem Land, die nicht korrupt sind.

Lin Chung.

Es muss nunmehr als erwiesen gelten, dass du schuldig bist.

Trotzdem ist zu viel in diesem Fall im Dunkeln geblieben.

Im Hinblick darauf kann ich das Urteil um einen Grad herabmildern.

Du bekommst nicht die Höchststrafe, sondern wirst in

- das Straflager von Sangshu verbannt. - Euer Ehren, ich nehme das Urteil an.

Dann legt ihm jetzt die Fesseln an.

Ein ganzes Volk kann sich erheben, weil einem Menschen Unrecht geschieht.

Tut man einem ganzen Volk Unrecht, verändert es die Welt.

Der Weg nach Sangshu wird schlimm werden für dich.

Das Straflager selbst noch schlimmer. Aber ein milderes Urteil ist unmöglich.

Ihr seid berühmt im ganzen Land für Eure unbestechliche Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit, wo die Wahrheit nicht zu beweisen war.

Diese Hände haben einen Menschen getötet, und es ist nur gerecht,

wenn ich nun dafür büßen muss. Ich bin und bleibe ein Soldat,

und habe geschworen, die Gesetze zu achten.

Also füge ich mich ins Unvermeidbare.

Denn ohne Gesetz gibt es kein Recht und keine Hoffnung fürs Volk.

Ich bewundere deine Redlichkeit, dazu gehört heutzutage viel Mut.

Für mich sind auch Redlichkeit und Achtung vor dem Gesetz

- die Grundpfeiler unseres Staates. - Wir erleben tagtäglich das Gegenteil.

Ich verachte und fürchte die Korruptheit,

mit der Kao Chiu das ganze Reich und uns alle vergiftet.

Hör zu.

Wo immer sich ein Tyrann auf diese Art an der Macht hält, gibt es Männer,

- die für die Wahrheit kämpfen. - Nachdem ich Euch getroffen habe,

habe ich wieder ein bisschen Hoffnung, dass die Wahrheit siegt.

Ich wünschte,

wir hätten uns unter günstigeren Umständen kennen gelernt.

Lin Chung, steh auf!

Abführen!

- Jetzt bringen sie ihn ins Straflager. - Wen denn? Wer ist das?

Lin Chung, der berühmte Schwertkämpfer!

Das... das ist doch mein Retter!

Schmählich gefesselt!

Wu Sung, jetzt musst du ihm helfen!

Der Mann mit dem magischen Schwert gehört mit zu dem Komplott.

Jetzt weiß ich, sie geben nicht eher Ruhe, bis ich tot bin.

- Wo führen sie dich hin? - Hey!

Was willst du? Verschwinde!

Geh weiter!

Bitte! Bitte, habt doch ein Herz und lasst mich mit meinem Mann sprechen!

Ach, verschwinde!

Los, weiter!

Mach schon!

Hier, nehmt das!

- Lin Chung! - Hey, du, mach nicht so lange.

- Wir haben keine Zeit zu verlieren. - Lin Chung, bitte verzeih mir!

Hätte ich nur das Schwert nicht gekauft! Wo bringen sie dich hin?

Lass mich in Ruhe.

Geh jetzt, bitte. Hiermit löse ich unsere Ehe auf.

Das Straflager ist weit entfernt, von dort kehrt niemand zurück.

Du wirst ein neues Leben beginnen, Hsiao Lan.

Du kannst machen, was du willst, du bist frei. Das ist ein Abschied für immer.

Nein, das darf nicht sein! Ich werde mein Leben lang auf dich warten.

Was sie uns auch immer antun, ich bleibe deine Frau!

Du musst an die Zukunft denken. Lass dich von mir scheiden.

Lin Chung!

Jetzt reicht es mir aber. Vorwärts!

Die Bevölkerung fordert die Freilassung von Lin Chung.

Täglich werden mehr Bittschriften eingereicht, Hunderte von ihnen.

Aus allen Schichten und dem ganzen Reich. Was soll ich tun, Exzellenz?

Lass sie verbrennen.

Natürlich ist das eigentliche Problem damit noch nicht gelöst.

Ich fürchte,

als Märtyrer wird Lin Chung uns noch gefährlicher.

Hier liegt die Wurzel künftiger Übel, und das dürfen wir nicht dulden.

Ich habe verstanden.

Und wie ist es mit dir? Hast du mich auch verstanden?

Ja.

Ich habe schon gewisse Maßnahmen getroffen.

- Lin Chung, wie geht's den Füßen? - Tun sie immer noch weh?

Hier, das wird ihnen gut tun. Kleines Fußbad gefällig?

Hatten einiges auszuhalten...

Wollt ihr mich verbrühen?!

Halt sie gut fest!

- Das hast du nicht umsonst getan! - Du Hund!

- Na warte! Kipp es ihm über den Kopf! - Schluss jetzt!

Was willst du denn hier?

Alles in Ordnung? Ich bin's, Wu Sung.

Du bist frei. Das war ich dir schuldig, weil du mich laufen gelassen hast.

Ich bin dir zu großem Dank verpflichtet, mein Bruder.

So, und jetzt machen wir, dass wir hier wegkommen!

- Was hast du vor, mein Freund? - Ich nehme dich mit, in die Wälder.

China ist ein großes Land, ich kenne Gegenden, wo kaum jemand hinkommt,

- wo wir frei leben können. - Ich bin dir dankbar, Tigerjäger,

- aber ich kann nicht mit dir gehen. - Was?

- Ja. - Aber warum denn?

Weil ich rechtmäßig verurteilt bin und das Urteil angenommen habe.

Das war doch ein Fehlurteil! Du bist in eine Falle gelockt worden.

- Ich schwor, nach Sangshu zu gehen. - Geschworen? Wem?

- Mir, und den Eid halte ich. - Was?

Meine Ehre gebietet mir, die Strafe anzunehmen.

Ach, was ist denn schon Ehre?

- Lässt du dich deswegen umbringen? - Ich überlebe, ich darf nicht sterben.

Danach werden sie dich in Sangshu nicht fragen!

- Keiner hat das Lager je überlebt! - Ich überlebe es!

Mir hat das Schicksal meine Strafe bestimmt.

So ein Dickschädel!

Aber ich muss sagen, dafür gefällst du mir umso besser!

Das könnte euch so passen!

Ihr fresst euch Bäuche an, und ihn lasst ihr fasten!

Und zu Hause macht ihr dann seine Ration zu Geld!

Dabei ist er zehnmal, tausendmal so viel wert wie ihr beiden Feiglinge!

Und jetzt hört mal zu, den ganzen Weg bis ins Sangshu-Lager

werde ich euch beide nicht aus den Augen lassen!

- Also, behandelt ihn bloß anständig! - Ja, bestimmt.

Bitte, Wasser... Einen Schluck Wasser!

Hast du gehört, er hat 'bitte' gesagt!

Hier, trink.

Los, nehmt ihm die Fesseln ab.

Erkennst du es? Das ist das Schwert,

das nach dir dürstet und das dir den Tod bringen wird!

- Warum willst du meinen Tod? - Weil ich dafür bezahlt werde.

Darum.

Hier.

- Nimm dieses Schwert. - Hat Kao Chiu dich dafür bezahlt?

Das ist mir gleich, ich bekomme einen Auftrag und führe ihn aus.

Ich töte immer auf den ersten Streich, und ich bin unfehlbar.

Also, mach dich bereit zum Sterben.

Jetzt kann dir auch der redliche Richter nicht mehr helfen.

Ich werde dein Scharfrichter sein!

Gut, Lin Chung. Du weißt, wie man ein Schwert führt!

- Ich danke Euch, Hu San-Niang. - Davon will ich nichts hören.

Euch verdanke ich, dass ich jetzt hier stehe.

Also.

Ihr nehmt jetzt ein Pferd und reitet in die Freiheit!

Legt mir die Fesseln wieder an.

Was tut Ihr da, habt Ihr den Verstand verloren?!

Nein, mein Verstand ist gleich, ich gehe nach Sangshu in die Gefangenschaft.

Ich verstehe.

Wegen Eurer Frau. Weil sonst sie und ihre Familie als Geiseln getötet würden.

Hab ich recht? Wegen Hsiao Lan, das hätte ich mir ja denken können!

Ich habe ihr ihre Freiheit zurückgegeben.

Ihr habt euch von Hsiao Lan scheiden lassen?

Legt ihn wieder in Ketten, wenn er es wünscht!

Dann geht doch in Gefangenschaft! Ist mir doch gleich, wir sind quitt!

Viel Vergnügen! Sterbt doch von mir aus!

Lin Chung!

Ich wollte das nicht sagen! Seid stark!

Ich will nicht, dass Ihr lebt!

Komm, vorwärts!

Vielfältig sind die Abenteuer,

die das Schicksal noch bereithält für Lin Chung

auf seiner Wanderschaft in die Verbannung und die Gefangenschaft.

Und wie die Seidenraupe tausende von Fäden spinnen muss,

bis ein Seidenkokon entsteht, so geht der Himmel 1000 Umwege,

bis er die neun Dutzend wiedergeborenen Helden

im Flussdelta von Liang Shan Po vereint.

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