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Ann Kathrin Klaasen Frank Weller
Ubbo Heide Rupert
* Sphärischer Ton *
Das wird schon, mein Mädchen.
Du musst dir nur anhören, was er zu sagen hat.
Wenn ich das mache, habe ich schon verloren.
* Geheimnisvolle Musik *
(Mann) Komm. Komm.
Hier ist es wie die Karibik, nur ohne die Scheißpalmen.
Hier ist so viel Nichts.
Deswegen ist es irgendwie schön, ne?
* Sie schreit. * Vorsicht.
* Sie lachen. *
Wir sollten gehen, damit wir nicht vom Nichts verschluckt werden.
Das passiert hier manchmal. - Echt?
Ja.
Aber keine Sorge.
Ich passe auf dich auf.
Komm.
Komm. Komm.
* Düstere Musik *
* Musik läuft weiter. *
* Klacken *
* Musik ebbt ab. *
* Melancholische Musik *
* Sportkommentar aus dem TV *
Hey. Na?
Wie war es beim Handball?
Gut.
Warum fragst du?
Wieso riechen dann deine Sportsachen frisch gewaschen?
Wieso kontrollierst du mein Sportzeug?
Weil du mich anlügst.
Gut, tut mir leid.
Ich war nicht da wegen des Spiels.
Kann ich jetzt weitergucken?
Der Fernseher ist lauwarm, der läuft erst Minuten.
Wo warst du, Hero?
* Unheilvolle Musik *
* Lied: "Can't Buy Me Love" von The Beatles"
* Fröhliche Popmusik *
Was mache ich jetzt damit?
Das ziehst du aus. Das steht dir nicht so gut.
* Bedrohliche Klänge *
Nur zu.
(Frau) Da ist jemand. - Was?
* Sie seufzt. *
Ich bin... Ich bin wahrscheinlich einfach nur nervös.
Auch wenn niemand mehr zugucken kann?
* Düstere Klänge *
Gut. Dann reden wir.
* Sportkommentar verstummt. *
Zum Beispiel, warum du in deinem Kontrollzwang
Beruf mit Privatem verwechselst.
Warum ist was Unbekanntes eine Gefahr?
Hör auf, mich zu analysieren. Ich bin keine Patientin.
Warum komme ich mir vor wie ein Verdächtiger?
Weil ich es weiß.
* Pulsierende Klänge schwellen an. *
* Klicken *
Willst du einen Schluck? - Gerne.
* Schuss *
* Schneidende Klänge *
Du rufst sie an und beendest das Ganze oder... Oder was?
Oder du kannst packen und gehen.
Was ist denn hier los?
Ach nichts. Außer dass dein Papa mit 'ner anderen Frau schläft.
* Seehundbellen *
Jetzt nicht.
Tschuldige, Eike. Tut mir leid, das...
* Seehundbellen * Weller, ich hoffe, es ist wichtig.
Ich komme. * Hero seufzt. *
Geh wieder schlafen, Großer.
Wir sprechen morgen früh weiter. Ich beeile mich.
Papa? Was ist denn hier los?
'N Abend, Dr. Bill.
Kannst dir bestimmt Bücher ausleihen.
Der da hinten wird nichts mehr dagegen haben.
Ulf Speicher,
wohnt hier, wurde von außen erschossen.
Der Ulf? Vom Regenbogenverein? Ja.
Wenn das an seinem Schwanz Lippenstift ist,
ist er mit 'nem Lächeln in den Himmel gekommen.
Alexa Guhl.
Stumm wie ein Fisch.
Sag mal, ist das Erde an deinem Hals?
Nee, Schlick. Danke.
Am besten, ich spreche mit ihr allein. Ja.
Los jetzt.
Frau Guhl?
Ich bin Ann Kathrin Klaasen von der Mordkommission Aurich.
Kann ich Ihnen Fragen stellen?
Ich bin eigentlich nicht so eine.
Wann haben Sie Ulf Speicher kennengelernt?
Heute erst.
Ich war mit meiner Schwester in Norddeich.
Ulf hat... * Sie seufzt. *
Er ... hat uns den Regenbogenverein gezeigt.
(mit brechender Stimme) Mein Sohn bekommt vielleicht einen Platz.
Er ist ... geistig beeinträchtigt.
Ist Ihnen denn irgendetwas aufgefallen?
Doch.
Da war jemand.
Draußen am Tor. Können Sie die Person beschreiben?
* Spannungsvolle Musik *
* Seehundbellen *
Hey. Alles klar?
Ich bin's, Frank Weller, dein Kollege.
Ja. Gut.
Ich war bei der Nachbarin.
Die hat zur Tatzeit einen Schüler vorbeiradeln sehen.
Kai Uphoff, 22, aus Lütetsburg.
Macht sein freiwilliges soziales Jahr bei Speicher.
Wissen wir was über ihn? Nicht viel.
Wurde paarmal beim Sprayen erwischt.
Wohnt noch bei seinen Eltern.
Was hattest du denn hier bloß zu suchen?
Ich?
Nein, Kai. Ja.
Kollegen haben das Handy geortet. Er ist an der Tankstelle.
Warum sagst du das nicht gleich? Habe ich doch.
* Sie seufzt. *
Ja, kommst du? Ja.
Danke.
* Spannende Musik *
Hallo?
Polizei!
* Glasflaschen scheppern. *
Kommst du mal raus, bitte!
Moin. Kripo Aurich.
Können Sie die Kopfhörer runternehmen?
Ja, Weller hier. Wir sind immer noch an der Tanke.
Nein. Den Verdächtigen haben wir nicht angetroffen.
Wir sind seit Monaten getrennt.
Aber Kai taucht hier immer wieder auf.
Der hat sein Handy hier liegen lassen, damit er vorbeikommen kann.
Warum hat es nicht geklappt? Habe mich in einen anderen verliebt.
Darf ich fragen, in wen?
Das geht Sie nichts an.
Wissen Sie denn, wie das Verhältnis zwischen Kai und Ulf Speicher war?
Kai vergöttert den, der ist eine Art Ersatzpapa.
Wissen Sie, ob er zu ihm wollte?
Er kam völlig aufgekratzt rein. Mhm.
Muss was Krasses passiert sein, was er Papa Ulf erzählen wollte.
Und wissen Sie, was? Keine Ahnung, habe ihn rausgeschmissen.
Aber um kurz vor zehn war er wieder hier und wollte reden.
Und dann? Dann hat sein Handy geklingelt, und er ist ran.
Und dann?
"Und dann" ...
hatte er es plötzlich total eilig
und ist abgehauen.
Die Technik braucht das Handy. Ja.
Danke.
Gut. Worum geht's denn eigentlich?
Speicher ist tot. Ermordet worden.
Kai war das nicht. Das habe ich nicht gesagt, Frau Sassmannshausen.
Haben Sie zufällig noch ein Foto von Kai, ein aktuelles?
* Seemannslied *
Weller? Ja.
Okay, sage ich ihr.
Können Sie behalten.
Danke. Wiedersehen.
Auf seinem Handy kam genau ein Anruf rein.
Und zwar ... von einer Telefonzelle.
Norden.
Alte Post. Warte mal...
Mann, was für eine Scheiße, wa? Ulf Speicher.
Das schlägt einem auf den Magen.
Bei der Weihnachtsfeier sammelten wir für den Verein.
35,40 Euro. Ich erinnere mich.
Gut, äh... Habt ihr schon was Neues?
Ann Kathrin und Anhang sind dran. Das hoff ich.
Okay. Okay, bis morgen.
Kai Uphoff ist weder im Verein noch zu Hause aufgetaucht.
Und er wurde angerufen, gegen 22.00 Uhr.
Von einer Telefonzelle an der alten Post.
Aber da war Speicher doch schon tot.
Könnte ein Mittäter sein.
Ringfahndung?
Ja, die sollen Bahnhöfe checken und vor Trampern warnen.
Ich muss nach Hause. Was?
Ruf an, wenn was ist. Mache ich.
Ja, Weller noch mal. Wir machen eine Ringfahndung. 35.
Kai Uphoff. 21 Jahre alt.
Schmächtig, Locken. Ja.
Hero?
* Pochende Musik schwillt an. *
* Klicken *
* Kai ächzt. *
* Möwen kreischen. *
* Schritte *
* Sie seufzt. *
Wird schon alles, mein Großer.
* Sanfte Klaviermusik *
Prost, Papa.
* Motorenbrummen *
Morgen. Habt ihr Lust auf Rührei mit Krabben?
Eike, setz dich doch schon mal.
(Hero) Geh mal deine Fußballsachen holen, ja?
Ich...
Ich dachte, wir reden noch mal.
Ich glaube echt, wir brauchen mal 'ne Pause.
Was soll denn das heißen?
Wo wollt ihr denn hin?
Das ist keine Affäre. Ich habe mich verliebt in Susanne.
Sag Eike, dass ich draußen auf ihn warte.
Sei nicht böse, Mama, aber...
Ist alles gut, mein Schatz. Alles gut.
* Traurige Klaviermusik *
Ist schon okay. Ist okay.
Du passt auf dich auf, ja? Okay?
Guck mich an. Guck mich an.
Tschüss, mein Schatz. Tschüss. Tschüss.
* Sie schluchzt. *
* Musik läuft weiter. *
(Frau) Hallo. - (2. Frau) Hallo.
(Mann) Wie ist denn so was möglich?
* Motor erstirbt. *
Moin.
Das mit dem offenen Feuer geht gar nicht.
* Stimmengewirr *
Moin.
(Frau) Komm. Setz dich. Setz dich.
* Weinen, Wehklagen *
Rupert.
Mit wem reden wir? Die sehen alle bescheuert aus.
Meister. Wo ist denn der Chef hier von dem Laden?
Moin. Wir sind von der Kripo Aurich.
Paul Winter, stellvertretender Leiter.
Wir möchten Ihre Mitarbeiter sprechen. Selbstverständlich.
Jutta ist da, Ludwig müsste hier auch irgendwo sein.
Schauen Sie sich um.
Was ist denn passiert?
War er alleine?
Es war noch jemand bei ihm.
Warum fragen Sie?
Nur so.
Ich muss Ihnen sagen,
dass Ulfs Tod mich nicht wirklich überrascht.
Wirklich?
Das war der Kohlhammer. Wer bitte?
Der Kohlhammer.
Den müssen Sie doch kennen.
Der war im Rotlichtmilieu unterwegs, ein ganz gefährlicher Typ.
Der Bruder von unserem Rainer.
Der Name Tim Gerlach sagt Ihnen was? Nein.
Der ist mit einer von unseren ... Klienten zusammen.
Behauptet er zumindest. Also mit der Sylvia Kleine.
Sylvia Kleine ist aber Vollwaise,
lebt alleine und ist äußerst wohlhabend.
Und das Problem ist...
Immer wieder nutzen Typen sie aus. Vor allem sexuell.
Ulf wollte sie ins betreute Wohnen zurückholen.
Das hat Gerlach gar nicht gepasst.
Er wurde sogar handgreiflich.
Hier bei uns im Heim haben wir alles im Griff.
Aber bei ihr zu Hause, wie soll man das kontrollieren?
* Sie keucht. * Hey, hey, hey, hey, hey.
Sylvia, komm her. Ganz ruhig.
Aber ich habe Angst. - Die brauchst du gar nicht haben.
Die werden mich holen. - Nein, nein. Niemand holt dich.
Aber Ulf ist tot.
Aber das ist nicht deine Schuld.
Wir haben nichts damit zu tun.
Das ist traurig ... aber das Leben geht weiter.
Wir müssen noch mehr aufeinander aufpassen.
Komm mal her.
Hoppa.
Sylvia.
Du gehst jetzt nach Hause,
ruhst dich ein bisschen aus,
und ich gehe rein, mit den Leuten sprechen, okay?
Aber wann sehen wir uns wieder? - Na morgen.
Ich muss jetzt wirklich rein, mich um die anderen kümmern.
Okay. - Okay.
Sind Sie Ludwig? Ja.
Ann Kathrin Klaasen. Kripo Aurich.
Gut, dass Sie da sind. Sind alle am Ende.
Ich würde gern etwas über Ihre Arbeit wissen.
Na klar, fragen Sie, was immer Sie wollen.
Können wir auch reingehen? Selbstverständlich.
Unsere gesammelten Werke.
Das sind alles Drohbriefe.
Und was sind da die Themen?
Von Anerkennung von Pflegestufen
über Ruhestörungen der Mongos ist alles dabei.
Manchmal geht es auch um Geld, Besitz, Erbe.
Der Verein kümmert sich auch um die finanziellen Belange?
Bei den wenigen, die was haben, schon, ja.
Aber Ulf war da ein Meister drin.
Natürlich nur zum Besten unserer Leute. Natürlich.
Wollen Sie unterstellen... Damit hat er sich sicher Feinde gemacht.
Also er war ein arroganter Wichser.
Ein Machtmensch, hat alle behandelt wie seine Sklaven.
Na ja, wenn man so einen Verein
trotz ständiger Etatkürzungen am Leben hält,
kann man natürlich nicht immer nett sein.
Mit wem hatte er Schwierigkeiten?
Mit irgend so ein paar Starrköpfen von den Ämtern.
Georg Kohlhammer.
Sein Bruder lebt bei uns. Mhm.
Eigentlich waren Georg und Ulf mal gute Freunde.
Und was ist dann passiert?
Weiß ich auch nicht. Irgendwas wegen einer Erbschaft.
Na ja, er hat Ulf seitdem die Hölle heißgemacht.
* Seehundbellen *
Wie war denn das Verhältnis ... von Ulf Speicher und Kai Uphoff?
Gut, soweit ich weiß. Warum?
Kai ist seit gestern spurlos verschwunden.
Oh, ist das alles eine Scheiße hier.
Uphoff wurde gefunden.
Am Strand.
Vielen Dank, wir melden uns. Wiedersehen.
* Düstere Musik *
Entschuldigung.
Moin. Hallo.
Moin. Moin.
Moin.
Gott.
Wo sind seine Augen?
Da.
Acht Millimeter.
Und er wurde erstochen, oder?
(seufzend) Zwei Tote in einer Nacht.
Kann ich das mal sehen?
Kann ich schon was an die Presse rausgeben?
"Leider noch nicht.
Habt ihr was über Tim Gerlach rausgefunden?"
Bei sich zu Hause war er nicht...
Jetzt bin ich bei Sylvia Kleine. Vielleicht ist er hier.
Arbeitslos, immer mal wieder kleinere Vergehen.
"Aber mit Gewaltdelikten ist er nicht aufgefallen."
Aha, danke. Gut.
Bis nachher.
So. Was hatten Sie? Wie ist der Ermittlungsstand?
Das sage ich Ihnen in einer halben Stunde. Wer ist da?
* Spannungsvolle Musik *
* Tür quietscht. *
(Sylvia) Das Haus gehört mir. Mein Opi hat es mir geschenkt.
Ich gehe hier nicht weg. Das kannst du dem Jugendamt sagen.
Entschuldigung, dass ich einfach reinplatze, Frau Kleine...
Ich bin gar nicht vom Jugendamt.
Mein Name ist Ann Kathrin Klaasen von der Kripo Aurich.
Wie im Fernsehen.
Na ja, so in etwa.
Und was wollen Sie von mir?
Zieh dir was an, du bist peinlich.
Bitte.
(Frau) Bettina, wir haben eine Lieferung im Lager.
Hey, die haben wir in der Tankstelle gesehen.
Herr Kohlhammer ist gerade in einem Kundengespräch da vorne.
Besser, Sie... Nein, wir machen das.
Wir warten in seinem Büro.
Das geht jetzt nicht. Doch.
Vielen Dank.
Du bist verhaftet.
* Sie brummt. * - (Mann) Okay, okay.
(Sylvia) Das ist Ann Kathrin.
(laut flüsternd) Von der Kripo.
Hallo, Herr Gerlach. Und das ist mein Tim.
Wir wollten eigentlich gerade Sex haben.
Okay, ich komme dann einfach später noch mal, okay?
Tim.
Verraten Sie mir noch, wo Sie gestern Abend waren?
Wieso sollte ich? - Tim war hier.
Und willst du wissen, was wir gemacht haben?
Nicht nötig, aber ich hätte noch Fragen.
Lass das jetzt, bitte.
Die muss ich beantworten, weil ich festgenommen bin?
Noch nicht. Na dann: Tschüss.
(weinerlich) Tim, warte.
Tim.
Warum willst du den denn festnehmen?
Ich will ihn gar nicht festnehmen.
Ich will einfach nur mit ihm reden.
Du weißt doch, was mit dem Kai und dem Ulf passiert ist, oder?
Sylvia?
* Sylvia schluchzt leise. *
Oh, kann ich Ihnen etwas bringen lassen?
Kaffee, oder so? Danke.
Herr Kohlhammer. Wir sind hier wegen Ulf Speicher.
Ich muss zugeben, dass sich meine Trauer in Grenzen hält.
Kennen Sie Kai Uphoff? Wer soll das sein?
Den haben wir gerade am Strand besucht.
Er wurde letzte Nacht ermordet. Oh.
Tja, also hier geht's ja zu wie im Wilden Westen.
Aber was wollen Sie denn jetzt von mir?
"Sie Wichser."
"Sie Sozialbaron. Sie Vollpfosten." Bla, bla, bla.
"Und wenn alle Instanzen versagen,
ich finde andere Wege, die werden Ihnen nicht gefallen."
Das sind keine Beschwerdebriefe, Sie haben Speicher bedroht.
* Er zieht Luft ein. * Ich, ähm...
Ich erzähle Ihnen jetzt mal was.
Früher habe ich mich hier nicht wohlgefühlt.
Und dann habe ich mein eignes Ding gemacht.
Alles aufgebaut in Hamburg.
Beim Schlaganfall meines Vaters war das eine kleine Halle voll Müll.
Ich habe meine Sachen gepackt und kam zurück wegen meiner Mutter.
Und heute ist das die größte Möbelkette in ganz Ostfriesland.
Ja. Wow, das...
Das ist 'ne tolle Geschichte. Ja.
Was hat die mit Speicher zu tun? Das kann ich Ihnen sagen.
Als mein Vater vor zwei Jahren gestorben ist,
hat sich Speicher an meine Mutter rangemacht.
Er verwaltet Rainers Hälfte.
Ja, weil er sich um Ihren Bruder gekümmert hat. Was ist falsch dran?
Meinen Bruder interessiert das Geld nicht.
Er ist glücklich, wenn er Teebeutel sortiert und fernsieht.
Aber wer hat Interesse daran, dass Behinderte ein Vermögen haben,
damit sie ihre Sachen bezahlen: Speicher.
Rainer ist mein Bruder. Und wer hat seine Fürsorge: Speicher.
Wer entscheidet über seine Finanzen und auch über den Laden: Speicher.
* Rumsen * Das, meine Herren, ist falsch daran.
Sie haben Ihren Bruder ab und zu verprügelt.
Es gibt eine Kontaktsperre.
Halten Sie doch Ihr blödes Maul!
Sie wissen doch gar nicht... Kommen Sie runter, ja!
Ist das klar? Ruhe jetzt.
Kann jemand bezeugen,
wo Sie gestern von neun bis Mitternacht waren?
Meine Mädels in meiner Filiale in Esens
und meine Mädels in Neuharlingersiel.
Ich habe die Umsätze einkassiert.
Wir überprüfen das. Tun Sie's, und jetzt raus hier.
Sie haben Spitzenmädels.
Spitzenmöbel.
* Nachdenkliche Musik *
Soll ich jemanden anrufen, damit du nicht so alleine bist?
Nein.
Bitte. Ja, äh...
Wenn ich sonst nichts mehr für dich tun kann,
fahre ich wieder zur Arbeit.
Ich will zu Fabella.
Wer ist denn das? Mein Pferd.
Kommst du mit?
Würde ich total gern, aber ... heute ist gerade ganz ungünstig.
Kannst du dir vorstellen,
wer so sauer auf Ulf war, dass er ihm das antat?
(Sylvia) Nee. Der Ulf hat sich immer um alles gekümmert.
Sag mal, der Tim, kommt der auch öfter mit zum Reiten?
Nee, Quatsch. Der mag Pferde nicht so.
Was mag er denn?
Los, du musst Fabella kennenlernen.
Ja, ich komme gleich, ja?
Gleich. Ja, gleich.
Moin. Moin. Moin.
* Telefonklingeln *
Ja? Sylvia Kleine wollte dem Gerlach ein Auto kaufen.
Das konnte Speicher gerade noch verhindern.
Passte zu ihm. "Und auch sonst lässt er sich von ihr beschenken."
Das ist ja nicht strafbar, nicht.
Aber es reicht für eine Vorladung, ich will ihn konfrontieren.
"Gut, ich kümmere mich drum." Bis später.
So, jetzt aber...
* Klopfen * Ja.
Sicher, dass ich dich alleine lassen kann?
Ich bin hier jeden Tag.
Tschuldige, natürlich.
Aber wenn du nicht willst, dass ich alleine bin, schlaf doch bei mir.
Das geht leider nicht.
Im Moment ist es grad leider total schwierig.
Dann eben morgen.
Okay, okay, ich versuche es.
Okay. Gut.
Bis morgen. Ja.
Los.
* Sanfte Klaviermusik *
(Paul) Wie geht's unserer kleinen Prinzessin heute?
Schön.
Kann ich später anrufen? Nein, es ist alles in Ordnung, Schatz.
Ich melde mich später noch mal. Tschüss.
Sag mal, Ulf hat das doch alles korrekt gemacht, oder?
Natürlich.
Mhm.
Und was, wenn nicht?
Wenn der sich das Geld von den falschen Leuten geliehen hat?
Oder Schlimmeres? - Ulf doch nicht.
Hast du keine Angst, dass du der Nächste sein könntest?
Was soll ich sagen? Unsere Leute haben die gleichen Bedürfnisse.
Aber wenn sie ausgenutzt werden? Ja...
Das ist unser Dilemma, aber...
Wir können versuchen, dass sie sich nicht schaden
und nichts gegen ihren Willen geschieht, aber ansonsten...
Sollen wir den Menschen verbieten, ihre Sexualität auszuleben?
Was ist mit Sylvias Familie?
* Mann ruft. * Ein bisschen ruhig.
Ihre Eltern sind gestorben, als sie sechs war,
dann war sie im Heim, was traumatisch war für sie.
Und dann hat ihr Großvater sie zu sich geholt.
Und Ulf hat ihm dabei geholfen, das alles zu organisieren.
Und, ähm... Seit drei Jahren ist ihr Großvater verstorben.
Und seitdem lebt sie alleine.
Ja, das Haus hat eine große Bedeutung für sie.
* Seehundbellen *
Ja? Moin.
Ja. Ich bin auf dem Weg. Mhm.
Kann ich dich kurz sprechen? - Klar.
Ich guck kurz, was die Leute machen. Ich komme gleich.
So, Leute. Fertig?
(Mann) Ja. Wir sind fertig. - Ja?
Das sieht doch super aus.
Moin.
Wir sind ein halbes Jahr zusammen. Ist das strafbar?
Natürlich nicht. Na also.
Was soll dann die Scheiße hier?
Wasser? Nein. Sylvia ist nun mal anders.
Darf man sich deswegen nicht lieben? Liebe also.
Interessant.
Na ja, ist ja für Sie nicht schlecht, ne?
Mal ein Hunderter hier, mal neue Sneaker da.
Wie weit würden Sie für die Liebe gehen, Herr Gerlach?
Sie glauben doch nicht,
dass ich für ein Paar Sneaker jemanden umbringe.
Manche töten aus Liebe. Ich habe niemanden getötet.
Oder aus verletztem Stolz.
Ich war im Mittelhaus an der Theke.
Also doch nicht bei Ihrer Freundin.
Nein.
Und wieso gibt Ihnen Sylvia dann ein Alibi?
Was weiß ich. Sie ist halt manchmal ein bisschen ... anders.
* Sphärische Musik *
* Telefonklingeln *
Also gut, Tim.
Wir prüfen das, und Sie bleiben so lange hier.
Und das ohne Haftbefehl? In dem Fall Gefahr in Verzug.
Nichts Persönliches, reine Vorsichtsmaßnahme.
Warum eigentlich immer ich?
Die Frage stelle ich mir auch oft.
Würde ich mir nicht den Kopf zerbrechen.
Es sagt Ihnen gleich jemand, wie es weitergeht.
Ist Ubbo hinten? Ja.
(Ludwig) Was soll das sein?
(Paul) Die Liste mit den fehlenden Wertsachen aus Sylvias Haus.
Weiß sonst jemand davon?
Nee, warum?
Na ja. Das sieht nicht gut aus für den Verein.
Die Bücher sind alle definitiv wasserdicht.
Ja, Paul, aber du weißt,
dass er bei Engpässen immer wieder gezaubert hat.
Die Polizei kommt mit 'ner Durchsuchung, wenn die das merken...
Daran habe ich noch nicht gedacht.
Was machen wir denn jetzt?
Komm, gib her.
Nee. Das kann ich nicht machen.
Ich muss das melden.
(seufzend) Ja.
Ist okay, Paul.
Dann rede ich morgen mit Frau Klaasen.
Nee, ich mache das.
Jutta? Noch hier? - Ich traue mich nicht nach Hause.
Wir können tauschen, wenn du willst.
Würdest du das machen? - Ja, klar.
So süß. - Dann kriege ich mehr Schlaf.
(Jutta) Was qualmt denn hier so?
Ach, 'ne Zigarette. Alles in Ordnung.
Komm, wir sagen den anderen noch Bescheid.
Ähm, das musst du ersticken, nicht löschen.
Danke.
Das ist das Projektil aus Speichers Kopf.
Laut KTU eine Pistolenkugel.
Konnte sich keiner erklären,
wie einer mit Knarre aus 50 Metern einen Kopfschuss hinkriegt.
Aber durch eine defekte Patrone, die vom zweiten Tatort stammt,
ließ sich die gleiche Tatwaffe für beide Morde ermitteln.
Es ist keine Pistole, sondern eine M1-Karabiner, kleines Kaliber.
Sturmgewehr aus dem Zweiten Weltkrieg.
Haben wir die registrierten Waffen abgeglichen?
Die wenigsten haben ihre Schätze registrieren lassen.
Um genau zu sein, drei in ganz Ostfriesland. Fehlanzeige.
Bei dem zweiten Opfer, Kai Uphoff, hatte das Dinge eine Ladehemmung.
Er wurde mit dem Bajonett abgemurkst.
Die defekte Patrone fiel beim Nachladen in den Sand.
Am ersten Tatort haben wir doch auch Radspuren gefunden.
Es könnte sein, dass der Täter das Rad so abgestellt hat,
dass Kai es sah.
Deshalb die Falle, um sicher zu gehen, dass es keine Zeugen gibt.
Deshalb der Anruf aus der Telefonzelle.
Auf jeden Fall kannte Kai den Täter.
Sonst hätte er Kira Sassmannshausen nicht im Streit stehen lassen.
Ja.
Gibt es einer Verbindung zwischen ihm und den Verdächtigen?
Mit Gerlach war er zusammen auf der Schule.
Ich habe noch was.
Vor ein paar Wochen hat Uphoff bei einem von Kohlhammers Läden
die gesamte Frontseite mit Graffitis verziert.
Dann läuft uns seine Ex aus der Tanke bei Kohlhammer über den Weg.
Meiner Ansicht gibt es da 'ne Verbindung.
Vielleicht war Kai eifersüchtig auf Kohlhammer.
Kohlhammer würde doch nie riskieren,
alles zu verlieren, was er aufgebaut hat.
Tim war zur Tatzeit hinter der Theke im Mittelhaus.
Der ist raus.
Außerdem fehlt ein Motiv. Na.
Neid scheidet aus, aber Rache und Gier würden auf Kohlhammer passen.
Aber sonst...
Liebe. * Er schnauft. *
Ich würde Jutta auch nicht ausschließen. "Ich finde auch..."
Ich habe das Gefühl, wir sollten uns Sylvia angucken.
Und auf welchen Fakten baut dieses Gefühl auf?
Intuition.
Sylvia Kleine hat Geld. Das weckt Begehrlichkeiten.
Gut: Kohlhammer überwachen, wir prüfen die Kleine.
Ich brauche belastbare Indizien, sonst läuft uns der Fall davon.
Kann ich dich kurz sprechen, bitte?
Ann?
Ist bei dir zu Hause alles in Ordnung?
Wenn... Wenn irgendwas ist...
Weißt du ja, ne?
* Leise melancholische Klänge *
(Ludwig) Hast du? - Ja.
Da bin ich ja mal gespannt.
Okay, und aufmachen.
Ach, Ludwig. - Guck mal.
Da kannst du sogar den Sitz rausnehmen
und als Trage benutzen.
Den wollten uns doch meine Eltern schenken.
Kannst du ihn nicht zurückbringen?
Wieso das denn?
Darf ich nicht für meine Familie sorgen?
Doch, ich find's ja auch total toll,
auch unser neues Zuhause.
Ich habe einfach nur Angst, dass wir uns übernommen haben.
Vertrau mir.
Schaffst du das? * Sie lacht. *
Ich habe ja keine andere Wahl.
* Sphärische Musik *
(Paul) "Hi, Schatz, ich musste noch mal in den Verein.
Jutta ist total durch den Wind.
Ich schwinge mich jetzt aufs Rad und bin gleich bei euch.
Tschüss."
* Schuss *
* Grausige Musik *
* Er ächzt. *
* Er ächzt. *
* Spannungsgeladene Klänge *
* Leise Gespräche *
Dir ist schlecht. Du musst brechen?
Eine Lampe. Lampenfieber.
* Sie lachen. * Schön.
Jetzt musst du was aussuchen.
* Traurige Musik *
* Sie schluchzt. *
* Grausige Klänge *
Hey!
* Sie erschrickt. *
Peter.
Moin. Ja, moin.
Geht's dir gut?
Ja. Sicher?
* Hunde bellen. *
Sag mal, hast du hier zufällig jemanden weglaufen sehen?
Nee.
Hm. Okay.
Dann bis morgen. Ja.
Nacht. Ja...
Nacht!
* Traurige Musik *
Ich hab keinen Schimmer, warum die Morde passiert sind.
Was mache ich jetzt bloß mit diesem Flickenteppich?
Hör mal einen Moment auf ... nach einer Logik zu suchen.
Finde heraus, was der Täter will.
Warum mordet der?
Woher kommt die Angst? Woher diese unglaubliche Wut?
Der Täter hängt wie 'ne Marionette
an unsichtbaren Fäden, die ihn leiten.
Nach diesen Fäden musst du fischen.
Fäden fischen...
* Schuss *
(Radio) "...liegen keine neuen Erkenntnisse vor.
Wie wir erfahren haben,
wurde auch gegen den Inhaber der Möbelkette,
Georg Kohlhammer, ermittelt.
Ein Anfangs..."
Mama geht es bestimmt nicht gut.
Du kennst sie doch. Die ist jetzt voll in ihrem Element.
Ich mache mir trotzdem Sorgen.
Ja, das verstehe ich. Das darfst du auch.
Wenn deine Mutter eins kann, dann auf sich aufpassen.
Weißt du doch. Ihr geht es immer am besten... Hey.
Tschüss. - Mach's gut.
(Eike) Moin. -(Mädchen) Hi.
* Leiser werdendes Motorenbrummen *
Danke schön.
* Handy piept. *
Eine gute Idee, sich hier zu treffen.
Diese Ruhe im Vergleich zu Aurich, ne?
Moin.
Ich hatte heute Morgen den Staatsanwalt am Telefon.
Er will uns Leute vom LKA schicken.
"Wenn Sie das nicht selber auf die Reihe kriegen." Zitat Ende.
Moin, entschuldigt bitte. Für mich?
Danke. Das auch. (schnell) Na...
Ich habe mir die Standorte von Kohlhammers Filialen angeschaut.
Die Fahrzeiten stimmen überein mit den Angaben der Mitarbeiter.
Normalerweise nimmt man die Bundesstraße.
Wenn er aber auf Landstraßen fuhr, liegt Speichers Haus in der Mitte.
Und? Und?
Theoretisch wäre es möglich, dass er auf seiner Tour
sowohl die Tatorte aufgesucht haben könnte
als auch Kai Uphoff aus der Telefonzelle anzurufen.
Was habt ihr denn gemacht im Auto?
Habt ihr den Hintereingang gecheckt?
Leute, seid ihr Anfänger?
Die Rothaarige sagt, Kira weiß wohl was.
Die ist an der Tankstelle.
Die Kollegen sahen ihn reingehen, aber seitdem ist er weg.
* Handy klingelt. * Weller.
Fahndung? Ja, klar.
Was? Jungs, wie lange bleibt ihr noch?
Feierabend jetzt. Wo denn?
Vielleicht findet ihr Kohlhammer. Holt euch 'nen Kaffee.
Gib eine Fahndung raus für Georg Kohlhammer.
Hallo? Ja? Was meinst du? Ab sofort.
Es geht um zweifachen Mord. Dreifachen Mord.
Jetzt geht's hier um dreifachen Mord.
* Spannende Musik *
Seine Frau hat die Leiche identifiziert.
Das dahinten ist sein Haus.
Die KTU sagt, es handelt sich um dasselbe Kaliber.
Danke.
Er wurde wohl mit dem ersten Schuss vom Rad geholt
und wollte sich nach Hause schleppen.
Na prima.
Wenn das so weitergeht, löst sich der Fall von allein.
Wissen wir, wo Kohlhammer ist?
Wir haben alles abgeklappert. Filialen, Lager, nichts.
Handy ist auch aus.
Wird auch immer seltsamer.
Vielleicht sollten wir die beim Verein anmelden.
Sind ja jetzt ein paar Plätze frei. Rupert.
Manchmal ist es echt gut, wenn du mal die Fresse hältst.
* Harmonische Musik *
(Mann im TV) "Im Fokus der Ermittlungen steht die Tatwaffe:
ein amerikanisches Sturmgewehr des Typs M1.
Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung..."
(Sylvia) Huhu!
Ich bin gleich wieder da.
(lachend) Tim.
Da bist du. * Küsse *
Okay, okay. Nicht jetzt, bitte. Reiß dich zusammen, okay?
Was ist?
Brauchst du Geld? Ich habe.
Ich habe.
Weißt du, wo ich nachts war?
In 'ner verfickten Zelle wegen dem Mist, den du erzählst.
(schrill) Hab ich gar nicht.
Hab ich gar nicht.
Hör auf mit dem Scheiß.
(kreischend) Nicht böse sein, nicht böse sein.
Nicht böse... * Sie schreit. *
Ich habe keinen Bock auf 'ne Behinderte.
Kriegst du das in dein Spatzenhirn?
* Sie weint. * (Tim faucht) Fass mich nicht an.
Tim... - Du bist für mich gestorben.
Verstehst du das?
* Sie weint. *
Tim!
(schluchzend) Tim...
Was sagt das...
(Kira) Ich muss jetzt Schluss machen. Ja.
Jetzt nicht.
Und, wissen Sie, wer es war?
Leider noch nicht. Was wollen Sie dann hier?
Ich möchte mit Ihnen über Ihren neuen Freund sprechen.
Ich habe gesagt, das geht Sie gar nichts an.
Jetzt schon. Aha, und warum, bitte schön?
Weil Kohlhammer unser Hauptverdächtiger ist.
Der Möbelfuzzi? Der ist viel zu alt für mich.
Wissen Sie, wo er ist? Haben Sie 'nen Kontrollzwang?
Was wollen Sie? Mein Exfreund wurde ermordet.
Denken Sie, das ist mir egal? Nein.
Lassen Sie mich in Ruhe, oder ich rufe meinen Vater an.
Na gut.
Haben Sie was zu schreiben? Nö.
Wenn es um Mord geht, ist nichts sagen auch strafbar.
Rufen Sie mich an, falls Ihnen das einleuchtet.
Hey, Sylvia, was ist denn los?
Alles gut?
Können wir wegfahren?
Sylvia, das geht jetzt nicht.
Wegen deiner doofen Freundin? - Nein, die ist egal.
Warum machst du dann nicht Schluss? - Sylvia.
(kreischt) Warum machst du nicht Schluss?
Wir müssen warten, bis wieder Ruhe eingekehrt ist.
Sh... Du weißt doch, was sonst passiert.
Du bist meine Familie, Ludwig.
Sch...
Bumm, bumm. Bumm...
Bamm, bamm. - Bumm, bumm.
Bumm, bumm.
Wenn du Schluss gemacht hast, gehen wir zusammen ins Bett.
Wenn du so direkt bist, werde ich ganz rot.
Mach dir keine Sorgen. Bullen zu verarschen ist kein Verbrechen.
(Kira) Ich finde es absurd, was die für 'n Stress machen.
Berufskrankheit.
Wenn ich nicht wüsste, dass du gefährlicher tust, als du bist,
hätte ich Angst bekommen.
Na komm...
Ich komme mir schon komisch vor wegen Kai, weißt du?
Wir hätten mit dem Treffen warten sollen.
Mit Kai das ist... Das ist furchtbar.
Aber das hat doch jetzt nichts mit uns zu tun.
Es ist so schön, dass du da bist.
Ich stehe einfach auf Gangster.
Hey, wo willst du hin? - Ich muss zur Fähre.
Jetzt schon?
Und wann sehe ich dich wieder?
Ich rufe dich an. - Ah, okay.
* Er seufzt. *
* Bedrohliche Klänge *
(Kohlhammer) Kira?
Kira.
Frau Klaasen? "Ja?"
Er hat ein Gewehr, Georg.
Ich bin auf seinem Ferienhaus auf Norderney.
Mit dem Reetdach. Können Sie kommen?
Was soll das? "Ich komme."
* Spannende Klänge *
* Spannende Musik läuft weiter. *
Hallo? Polizei!
Hallo, ist hier jemand? Kommen Sie raus, hier ist die Polizei!
Stehen bleiben!
Sie sollen stehen bleiben!
(Kohlhammer brüllt) Kira!
Kira. Schau mich an.
Schau mich an! Sag denen, dass ich es nicht war!
Was guckst du so bedrückt? Wir haben ihn doch.
Sieht so aus, ja.
Was? Ja. Sieht so aus.
Hat er gestanden? Seine Anwälte sind unterwegs.
Mehrere? Es scheint ernst zu sein.
Ich freue mich, den Experten absagen zu dürfen.
Vielleicht wartest du damit noch.
Ich habe so ein komisches Gefühl.
Hast du auch Indizien?
Ja, genau hier. Ganz deutlich.
Na klar,
der liebe Gott weiß alles, aber Ann Kathrin Klaasen weiß alles besser.
In 99 Prozent der Fälle ist der Fall gelöst,
wenn man dem Hauptverdächtigen die Tatwaffe zuordnen kann.
Sag das deinem Bauch.
Lassen wir die KTU ihre Arbeit machen.
Wir gehen essen, danach geht's weiter.
Was ist mit dir? Kommst du mit? Ich komme vielleicht später nach.
Komm, das tut dir gut. Ich habe noch was vor.
Okay...
Bis dann. Bis dann.
Glückwunsch.
(Eike) Ey, wartet mal kurz.
Hey, na? Hi.
Hallo, mein Schatz, na?
Na, mein Schatz. Mir geht's gut. Dir?
Ja, auch ganz gut. Habt ihr den Mörder gefasst?
Ja, vielleicht, könnte sein. Okay.
Ich will dich auch gar nicht länger quälen.
Nein, das machst du nicht.
Okay, hast du morgen nach der Schule Zeit,
dass wir Eis essen gehen?
Morgen treffe ich mich mit Kalle. Ach so, okay.
Aber morgen um zehn hätte ich Zeit. Hast du keine Schule?
Ja, aber unser Ethiklehrer ist krank.
Ach so. Na gut.
Dann werde ich da sein, versprochen.
Tschüss. Tschüss, Schatz, pass auf dich auf.
Ja. Tschüss. Tschüss.
* Bedrückende Musik *
* Vögel kreischen. *
* Spannende Musik *
* Lied setzt ein: "Can't Buy Me Love" von The Beatles *
* Spannungsvolle Klänge *
Was machst du denn da? Hat Kohlhammer gestanden?
Bisher nicht. Aber... Pass auf.
Ich hab eine Liste mit Wertgegenständen
von Sylvia Kleine.
Die fand ich bei Ulf Speicher. Sieh sie dir an.
Außerdem schicke ich dir Fotos von Bildern,
die früher bei Sylvia zu Hause hingen.
Guck bitte, ob irgendwas auf dem Schwarzmarkt ist.
Äh, kurz, ich kann dir gerade nicht folgen.
Ich hab das Motiv gefunden. Von? Kohlhammer.
Nein, es hat sich irgendwie alles im Verein abgespielt.
Es hängt mit den Bildern zusammen.
Wir treffen uns morgen um acht beim Verein und reden mit Ludwig.
Irgendwas stimmt da nicht. Was machst du jetzt?
Ich fahre zu Sylvia Kleine. Was? Was soll das denn jetzt?
Die Berichte der Ballistik sagen,
dass die Waffe, die bei Kohlhammer war, die Mordwaffe ist.
Das glaub ich einfach nicht.
An deine Alleingänge hab ich mich gewöhnt.
Aber das geht zu weit.
Du verlierst jede professionelle Distanz.
Es gibt Regeln. Ich will nur den Fall lösen.
Aber der Fall ist doch gelöst.
Und nur, weil du... Weil ich was?
Was hat das denn bitte mit mir zu tun?
Ich kenne das Gefühl,
wenn man nicht nach Hause will, weil da keiner ist.
Ich verspreche dir, ich bin vorsichtiger als sonst.
Okay.
Ich tu, was ich kann.
Tschüss. Tschüss.
* Sylvia summt. *
* Fetzige Popmusik läuft im Hintergrund. *
Mmh.
Ist gut. Da.
Wie jetzt, ich, oder was? Mhm.
* Sie lacht. * Da.
Da. Es geht nicht. Warte, oh weia.
Und den Tim hast du einfach rausgeschmissen?
Der war richtig verknallt in mich.
Aber ich nicht in den.
Soll ich die Teller rüberbringen? Mhm.
* Topf klappert. *
* Spannende Musik *
Tada. Riech mal.
Mhm, lecker.
* Spannende Musik *
Kommst du?
Ja.
Sag mal...
Die Bilder, die da früher mal an der Wand hingen,
was ist denn mit denen?
Um die hat sich Ulf gekümmert.
Aber ich find die neuen eh viel cooler.
Und wer hat dir die geschenkt?
Ludwig.
Du bist in Ludwig verliebt, stimmt's?
(haucht) Der Ludwig... Der will mit mir zusammen sein.
Aber wir warten noch.
(flüstert) Worauf wartet ihr denn?
Mein Vater hätte Fabella geliebt.
Der war toll mit Pferden. Und jetzt?
Ist er es nicht mehr?
Er ist tot. Er wurde umgebracht bei einem Banküberfall.
Er war auch Polizist.
Konntest du ihn nicht beschützen?
Nein, das konnte ich nicht.
Vermisst du ihn sehr?
Ja.
Jede Sekunde.
Er war mein bester Freund.
Ich konnte immer zu ihm.
Und dann war er plötzlich nicht mehr da.
Von einem Moment auf den anderen.
Ich konnte ihm nicht mal auf Wiedersehen sagen.
Hast du den Mörder geschnappt?
Nein, noch nicht.
Aber ich werde so lange suchen, bis ich ihn habe.
Sylvia? * Sie schluchzt. *
Bringst du mich ins Bett?
* Tür klackt. *
* Bedrohliche Musik *
* Tür knarrt. *
* Musik läuft weiter. *
Ach du Scheiße...
Hey. Hey warte.
Sylvia. Mach auf. Mach die Tür auf.
Ludwig hat recht, du willst nicht meine Freundin sein.
Glaub ihm nicht alles, was er sagt.
Ludwig beschützt mich. Nein, er beschützt nur sich selbst.
Hat er dir gesagt, dass du alle anderen erschießen sollst?
Sylvia, ich weiß, dass du Ludwig sehr lieb hast.
Aber ihr könnt gar nicht zusammen sein.
Ludwig bekommt mit seiner Freundin ein Baby.
Nein! Sylvia.
Du lügst! Sylvia.
Mach die Tür auf. Ludwig will mit mir zusammen sein!
Mit mir! Das stimmt nicht, Sylvia.
Sylvia, mach die Tür auf.
Mein Baby. Sylvia! Au... Sylvia.
Mach die Tür auf! Sylvia!
* Handy klingelt. *
* Handy klingelt. *
Hallo? Sylvia?
"Wo bist du denn?"
Bekommst du ein Baby?
(stottert) Was? Nee, wer erzählt denn so was?
(laut) "Bekommst du ein Baby?"
Sylvia, komm besser her. Die anderen sind fast fertig mit Frühstück.
Sylvia? Hallo?
* Bedrohliche Klänge *
Scheiße...
Hoppla.
Haben Sie es eilig? Tut mir leid, ich hab keine Zeit.
Ich muss leider los. Aha.
Meine Freundin ist kurz vor der Entbindung.
Ich lass sie ungern allein. Versteh ich.
Dauert nicht lange. Ich hab nur ein paar Fragen.
Meine Kollegin müsste gleich da sein.
Okay.
* Spannende Musik *
Meine Kollegin ist nicht so gerne erreichbar.
Kommt aber gleich.
* Fliege summt. *
* Fliege brummt. *
Sylvia Kleine, ist die schon da? Äh...
Ludwig? Kommst du, ich brauch dich da vorne.
Bitte. Bin gleich wieder da.
Ja, klar.
* Spannende Musik *
* Er räuspert sich. *
Mann, ey...
(Pia) Was hast du denn? Nix.
Lüg mich nicht an. Du hast Angst. Das sehe ich dir an.
(Ludwig) Entschuldige bitte.
Was ist los? Du kannst mir alles sagen.
Ja, du hast recht. Ich...
Ich hab Angst, aber nur, weil der Mörder noch rumläuft.
Wir fahren zu deinen Eltern.
Was macht die hier? - Fresse, Fotze!
Hey, hey, Sylvia, was wird das? - Nimm das Ding runter!
Du wolltest Schluss machen.
Ja, mach ich ja auch. - Aber die hat mein Baby.
Was?
Nein, das hast du falsch verstanden.
Wenn du Pia wehtust, kommen die und sperren dich ein.
Die verkaufen dein Haus.
Dein Pferd geben die an irgendjemanden. Willst du das?
Nein.
* Spannende Klänge *
(gedämpft) Ann?
Ann? Weller?
Weller, ich bin hier. Weller?
Ich bin in der Hütte! Weller!
Ich bin da. Ann? Ja?
Komm mal zum Fenster.
Kriegst du es auf? Ja.
Geh mal weg. Ja.
Geht's? Ja.
Danke. Geht's dir gut?
Alles gut? Ja.
Ja.
Alles gut.
Es ist Sylvia.
Wo ist Ludwig? Abgehauen.
Wieso gehst du nicht an dein Telefon?
Hab ich im Auto gelassen. Super.
Ich hab gesagt, dass ich vorsichtig bin.
Und jetzt? Wir müssen uns aufteilen.
Du fährst zu Bongart und ich zu Sylvia.
Aber wo denn? Ich weiß noch nicht, keine Ahnung.
(schreit) Scheiße, wie sollen wir da rauskommen?
Wir können fliehen. - Ach ja?
Und wohin? Hast du einen Plan? - Nicht schreien!
Du hast doch das Geld von den Bildern!
Du hast gesagt, es ist für uns. - Ja, das ist auch so.
Aber wir können nicht abhauen. Was sagen wir jetzt den anderen?
Du hast das Geld nicht.
Deine Freundin hat das! - So ein Quatsch.
Ich sag denen, dass du gesagt hast, dass ich Paul töten soll.
Sylvia, ich hab nie gesagt, dass du irgendjemanden töten sollst.
Doch, hast du! - Nein, hab ich nicht!
Du liebst mich nicht. - Ach ja?
Warum hab ich für dich gelogen?
Warum bin ich mitten in der Nacht nach Norderney,
um die Waffe verschwinden zu lassen, damit du keinen Ärger kriegst?
Für wen soll ich das sonst gemacht haben, wenn nicht für dich?
Stimmt.
Das hast du für mich gemacht. - Na siehste.
Das macht man nur für Menschen, die man lieb hat.
Genauso ist es.
Ich hab das Geld versteckt, wie einen Schatz.
Soll ich dir zeigen wo?
Hm? - Ja.
Ja.
Sie haben alles richtig gemacht.
Bongart hat immer ein Alibi, es sei denn, seine Freundin deckt ihn.
Ich glaube, es ist perfider. Er hat sie benutzt.
Indem er die Bilder mitnahm? "Nein.
Ulf hat mitbekommen, dass die Bilder fehlen.
Ludwig hatte Angst, Sylvie verrät ihn.
Er fing an, sie zu manipulieren."
Das konnte er. Er wusste, dass sie in ihn verliebt ist.
Warum sollte Sylvia so was machen? "Ludwig hat ihre Ängste geschürt?"
Sylvia hatte Panik, dass Ulf ihr das Haus wegnimmt
und ihre Beziehung zu Ludwig unterbindet.
* Ruhige Musik *
* Pferd schnaubt leise. *
Komm, Sylvia, wir müssen los.
(ungeduldig) Sylvia.
(gepresst) Kommst du jetzt, Sylvia?
Wenn wir fliehen, dann sehe ich Fabella nie wieder.
* Er stöhnt. *
Sylvia, wir müssen doch den Schatz finden.
Sylvia?
Sylvia?
Sylvia?
* Wiehern und Schnauben *
* Nervenaufreibende Klänge *
(Sylvia) Sind wir gleich da?
Wenn wir wegfahren, will ich ins Warme.
Oder nach Dänemark.
Da vorne ist es.
* Leises Donnergrollen *
Hier?
Hier?
Hier?
* Zarte Klaviertöne *
Hier gibt's kein Geld, stimmt's?
Einen Kuss?
Kriege ich den noch?
* Spannende Klänge *
Sylvia!
* Er keucht und ächzt. *
* Sie würgt. *
* Sie schreit. *
Los, stirb! * Er schreit. *
* Sie würgt und stöhnt. *
Komm, stirb.
* Er keucht. *
* Schluchzen *
* Er weint. *
* Düstere Musik *
Waffe runter!
Sylvia, leg das Ding weg. Hör auf. Waffe runter!
Ruhig, sie wird nicht schießen.
Sylvia, bitte. Leg das Ding weg.
Was hast du davon, wenn Ludwig tot ist?
Ihm soll's gehen wie den anderen.
Aber du liebst ihn doch.
Warum willst du jemandem wehtun, den du liebst?
Das machen nur dumme Menschen.
Ich bin nicht dumm. Das weiß ich doch.
Es ist viel klüger, wenn Ludwig nicht tot ist,
sondern richtig bestraft wird.
Du wolltest ihn beschützen, stimmt's?
Das, was du getan hast, ist schlimm.
Aber das, warum du es getan hast, nicht.
(schluchzend) Es tut mir so leid, Sylvia.
Ich bin nicht dumm.
Ja. Nein, die Lage ist geklärt.
SEK kann umkehren. Ja? Danke.
(Sylvia) Du bist meine Freundin, weiß ich doch.
* Melancholische Musik *
* Sie schnieft. *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017
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