All language subtitles for In Her Car-Der s├╝ndhafte Sohn (S01_E07).deu

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Original subtitles

(Radio) Die Befragungen der Bewohner der Halbinsel

führten alle zu einem ähnlichen Ergebnis.

Informationen über Opfer und Verletzte des Bombenanschlages...

Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als 70 Prozent der Russen

Putins Krieg befürworten.

(Erzählerin) Es war einmal ein Vater, der hatte nur einen Sohn.

Er setzte all seine Hoffnung in ihn.

Wir machen das aus demselben Grund.

(Radio) Dem zweitmächtigsten Befehlshaber

unseres militärischen Geheimdienstes.

Eine Gruppe von unabhängigen Soziologen hat die Umfragen...

(Erzählerin) Doch der Sohn wurde zum Dieb.

Ihre Dokumente, bitte.

(Erzählerin) Er ging in die Welt hinaus, um zu stehlen.

Doch schon bald wurde er auch zum Mörder.

(Soldat) Haben Sie eine Versicherung? Was haben Sie geladen?

(Erzählerin) Einmal brach er betrunken in ein Haus ein

und raubte es aus.

Doch als er wieder nüchtern war, erkannte er,

dass es das Haus seines Vaters war.

Und so tötete der Sohn seinen Vater.

Lydia Taras

Ich muss mich nützlich machen.

Ich kann euch hinfahren, wo immer ihr hin müsst.

Schickt mir eine DM, wenn ihr meine Hilfe braucht.

Was brachte Sie dazu, das aufzuzeichnen?

Wieso sind Sie freiwillig beim Militär?

Ihre Streams waren großartig. Wieso haben Sie damit aufgehört?

Weil ich niemanden mit meinen Augenringen erschrecken wollte.

Übertreiben Sie nicht. Sie sind eine wunderschöne Frau.

Selbst nach fünf Wochen im Krieg.

Ihr Profil ist beeindruckend. Im Gegensatz zu Ihrem Profil.

Eigentlich nehme ich Leute nicht mit,

wenn sie in ihren Profilen nicht mal einen Namen und ein Foto haben.

Sie sind also beim Militär? Ja, aus diesem Grund.

So ist es sicherer. Kann ich nachvollziehen.

Da Sie in meinem Auto sitzen, würde ich gerne mehr erfahren.

Würden Sie bitte halten? Wie bitte?

Stopp! Anhalten.

Ja.

Wer bist du denn, du kleines Fellknäuel?

Na, du?

Lernen wir uns kennen.

Dobryi dien. Ich bin der Verrückte aus Luhansk.

Ich folge Ihnen schon seit einem Jahr auf Insta.

Wir sind also Nachbarn? Mhm.

Stellen Sie sich darauf ein, dass ich Sie töten, vergewaltigen

und dann noch zu Tode erschrecken muss.

Kommen noch mehr Geständnisse, oder war es das?

Ich füttere ihn schnell, dann können wir weiter.

Noch ein bisschen.

Hm? Na los, friss.

Wie soll er heißen?

Ich schenk ihn meinem Sohn. Das darf er sich überlegen.

Ich hoffe, dass ihn das wieder ein bisschen aufbaut,

ihn zurück ins Leben holt.

Sie sprechen jetzt nicht vom Krieg, oder?

In einer Woche werden meine Kameraden

an die Front nach Charkiw geschickt.

Für mich war nach dem Ausbildungslager

offenbar schon alles vorbei.

Wieso?

Letzte Woche ging es meinem Sohn plötzlich schlecht.

Er fing an zu husten, hat keine Luft gekriegt.

Er war im Krankenhaus.

Erst hieß es Bronchitis, vielleicht Asthma.

Und was war es? Beschissener Schilddrüsenkrebs.

Verzeihen Sie die Ausdrucksweise.

Wer passt jetzt auf ihn auf?

Mein Vater, aber der kann sich kaum um sich selbst kümmern.

Er ist auch schwer krank. Dank Tschernobyl.

Hlibs Mutter ist gestorben, falls das Ihre Frage ist.

Wissen Sie, in welche Klinik Sie gehen?

Klar. Ich hab’s gestern gegoogelt:

Krebs, Kind, Pro und kontra, Warnsignale.

Taras, ich mein es ernst. Nein.

Ich weiß einen guten Arzt.

Er hat meine Tochter gerettet.

Auch Onkologie?

Hirntumor.

2014 diagnostiziert.

Wurde sie in Luhansk behandelt, oder wo?

Nein. Meine Tochter und ich sind nach Charkiw umgezogen.

Da war seine Praxis.

Jetzt praktiziert er wohl in Dnipro.

Und war die Behandlung teuer?

Eine gemeinnützige Stiftung hat das bezahlt.

Ich hab gesehen, dass Sie eine Stiftung haben.

Ja, aber die kann gemäß der Satzung da nichts machen.

Eine andere Organisation hat uns geholfen.

Die hat sich um Kinder mit schweren Krankheiten gekümmert.

Können Sie mir die Kontaktdaten geben?

Die hatte mein Mann gefunden. Mein Ex.

Die ganze Kommunikation lief über ihn.

Können Sie ihn trotzdem fragen?

Als ich ihn das letzte Mal was Wichtiges gefragt hab,

ist er abgehauen.

Mhm.

Für immer?

Das werden wir gleich rausfinden.

* Freizeichen *

Hallo?

Ich hab nicht damit gerechnet, dass du rangehst.

Ich war gespannt, wie du reagierst. Was meinst du?

Hast du dich denn nicht mit Nadja getroffen?

Entschuldigung. Woher weißt du von dem Treffen?

Ah, dann habt ihr euch also noch nicht getroffen.

Ich brauche die Kontaktdaten der Organisation,

die die Kosten für Daschas Behandlung übernommen hat.

Hatte sie einen Rückfall?

Hat sie dich angerufen? Ein anderes Kind ist krank.

Aber erst musst du mir verraten, wo Inha ist.

Sie will nichts mehr mit dir zu tun haben.

Was sie will, interessiert mich nicht.

Du verdammter Mistkerl, der Junge ist neun Jahre alt.

Tut mir leid. Familiäre Probleme. Hier.

Ich trete von dem Geschäft zurück.

Ein anderer Betreuer wird sich an Sie wenden.

Keine Sorge. Es gibt noch andere Wege.

Ich starte eine Spendenaktion in den sozialen Medien.

Was ist jetzt schon wieder? Ich würde kurz warten.

Ich hab ihn gerade erst reparieren lassen.

Lassen Sie das lieber mit dem Starten.

Das ist normal. Das passiert manchmal.

Hn. Sag ich doch.

* Motor geht wieder aus. *

Scheiße.

Nehmen Sie mal den Hund.

Gehen Sie doch ein bisschen an die frische Luft

und atmen Sie durch.

Dann kann der Kleine auch was machen.

Ich seh mir mal an, was mit dem Wagen ist. Okay?

Was ist? Ach, nichts.

Bist du schon in Kiew?

Bin bald da. Soll ich losfahren, oder nicht?

Wieso hast du dich mit Dima getroffen?

Lydia, ich erklärs dir, wenn wir uns sehen, ja?

Ich will es jetzt hören.

Ich hab als deine Anwältin und Freundin mit Dima gesprochen.

Ich wollte eine Lösung finden, ohne dass die Gemüter hochkochen.

Tatsächlich?

Vertraust du mir nicht?

Du bist die Einzige, der ich in all den Jahren vertraut hab.

Dann sei nicht so misstrauisch. Hab ich dich je hängen lassen?

Nein.

Dann warte ich auf dich.

Ist wirklich schön, oder?

Mhm.

Als lebten wir nicht im Krieg.

Immerhin konnten Sie ihn für einen kurzen Moment vergessen.

Was ist mit dem Wagen?

Ich bastle noch etwas. Morgen ist er wie neu.

Wo wollen Sie das Zelt aufbauen? Am Wasser wäre schön.

Welches Zelt bitte?

Ich hab einen Schlafsack und ein Zelt dabei.

Natürlich nur für Sie. Ich kann mich ins Auto legen.

Furchtbare Idee. Tut mir leid.

Es ist nun mal, wie es ist.

Sie können auch den Abschleppdienst rufen.

Der ist sicher in zehn Stunden hier.

(Radio) Um die Städte zu infiltrieren,

tarnen sich Saboteure und Kundschafter

als Lebensmittellieferanten.

Es kommt vor, dass sie ukrainische Militäruniformen tragen.

Im Falle eines Verdachts wenden Sie sich bitte umgehend

an den Inlandsgeheimdienst oder das Verteidigungsministerium

unter der Nummer 0800-300-502-79.

Die machen aus jeder Großmutter am Zebrastreifen eine Saboteurin.

Misstrauen Sie den Nachrichten?

So weit würde ich nicht gehen. Aber ich filtere sie.

Ich hatte ein, na ja, Sie würden es...

...ein traumatisches Erlebnis nennen.

Was für ein Erlebnis?

Ich habe beim Fernsehen gearbeitet. Für welchen Sender?

Für verschiedene.

Zuletzt hab ich die Reaktionen von Zuschauern

bei einer Talkshow gefilmt.

Es ging um Missbrauch. Ein Großvater, seine Enkelin.

Reden wir nicht über so deprimierende Dinge.

Viele sind von den Dramen anderer fasziniert.

Damit lenken sie sich von ihren eigenen ab.

Deswegen bin ich Ihnen auf Insta gefolgt.

Ich hab sogar über eine Sitzung bei Ihnen nachgedacht.

Was hat Sie abgehalten?

Eine Frau so nah an mich ranzulassen? Davor hatte ich Angst.

Oh, Sie sind Sexist?

Ich meine was Anderes.

* Radioberichte im Hintergrund. *

Schlafenszeit.

* Ein Hund bellt. *

* Lautes Brummen. *

Von oben ist es noch schöner. Möchten Sie mal sehen?

Woher haben Sie die Drohne?

Ich hab immer eine Kamera da, falls sich ein gutes Motiv bietet.

Darf man jetzt überhaupt fliegen? Sie verraten mich doch nicht, oder?

Kommen Sie, wir versuchen, den Wagen zu starten.

Machen Sie aus.

Helfen Sie mir, alles wieder in den Wagen zu packen?

Ich muss was nachjustieren.

Könnten Sie mir bitte das Isolierband

aus meinem Rucksack geben?

Mhm.

Ach, das Isolierband ist hier.

Haben Sie den Wagen schon lange?

Sie wissen sicher, dass der Wagen nicht mehr lange hält.

Wer sind Sie?

Stehen bleiben! Dafür gibt es eine Erklärung.

Sie sollen stehen bleiben! Wir müssen aufbrechen.

Verschwinden Sie! Lydia, denken Sie doch mal nach.

Wofür halten Sie mich?

Ich habe die ganze Nacht nichts getan.

Aber Sie haben einen russischen Pass.

Weil sie mir keinen ukrainischen geben, verdammt!

Und die Armee hat Sie

trotz russischer Staatsbürgerschaft genommen?

Ich verpflichte mich schon so lange, dass man mich kennt.

Freunde haben für mich bei der Armee gebürgt.

Und die Drohne?

Ich hab doch gesagt, dass ich Kameramann bin.

Ich hab sie schon seit fünf Jahren.

Jetzt hilft sie uns gegen die russische Armee, hoffe ich.

Und das mit Ihrem Sohn?

Mein Sohn ist wirklich krank.

Bringen Sie mich zu ihm, bitte.

Tut mir leid, dass ich es Ihnen nicht gesagt hab.

Ich wollte Sie nicht erschrecken. Haben Sie aber.

Was kann ich tun, damit Sie mir glauben?

Nicht mehr lügen.

Ich hab nicht gelogen. Ich bin Ukrainer aus Luhansk.

Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich klein war

und meine Mutter hat mich nach Russland mitgenommen.

Ich war da verheiratet. Ich hab nur bei einer Sache gelogen.

Die Mutter meines Sohnes,

sie lebt noch.

Sehen Sie sich dieses wilde Durcheinander an.

Und das nennen sie die Revolution der Würde.

Sie stimmen mir sicher zu, wenn ich sage:

Das sieht für mich mehr nach einem Hexensabbat aus.

Eine vom Westen inszenierte Show.

Aber das haben sie drauf.

Das war’s für heute.

Wir werden die Lage in der Ukraine weiterhin verfolgen.

Wir können gespannt sein, was der morgige Tag

für unsere kleinen Brüder und Schwestern bringen mag.

Das war "Russkaja Prawda".

(Frau) Nicht weggehen, Teambriefing!

(Mann) Kommen Sie in mein Büro. Anweisung von oben.

(Frau) Alina? Gut gemacht.

* Freizeichen *

Wie sieht’s aus? 38,5.

Es geht nicht runter.

Bitte, kommen Sie schnell.

Gut gemacht.

Das Wichtigste ist jetzt,

die Einschaltquoten auf diesem Niveau zu halten.

Varja, dem Kleinen geht’s nicht gut.

Die Anweisungen aus dem Kreml sind da.

Sein Fieber steigt weiter.

Alina, ich brauche alle Reden des Präsidenten zur Krim

für einen Zusammenschnitt.

Entschuldigt kurz, ja? Was wird das?

Unser Kind ist krank.

Du übertreibst. Das wird schon wieder.

Er ist erst ein Jahr alt.

Dann ruf einen Arzt. Ich muss arbeiten.

Das nennst du Arbeit? Wir betreiben hier Gehirnwäsche.

Das sind Lügen.

Taras.

Begreifst du’s nicht?

Morgen ist ein historischer Tag.

Glaubst du das jetzt etwa selbst?

Ich hab’s immer geglaubt.

Machen wir weiter. Also, gehen wir die Anweisungen durch.

Ähm, fangen wir mit Punkt eins an.

(Nachrichten) Russland musste 60 Jahre auf diesen Tag warten.

Nach dem grauenvollen Wahnsinn in Kiew

und dem Sturz der legitimen Regierung kehrt die Krim

nun endlich in den Schoß des Mutterlandes zurück.

Bald wird dort ein legales Referendum abgehalten.

Jedoch kann man jetzt schon eins mit Sicherheit sagen:

Die Wahrheit ist auf unserer Seite.

Alle Meinungsumfragen,

die unter den Bewohnern der Halbinsel durchgeführt wurden,

belegen zweifellos, dass sie es leid sind, zu warten.

Brüder, ihr könnt euch sicher sein, wir lassen euch nicht im Stich.

Sie ist jetzt eine der wichtigsten Propagandistinnen des Kremls,

Sprachrohr für all ihre Lügen.

Und ich bin jetzt seit acht Jahren hier.

Und sie hat auf ihren Sohn verzichtet?

Ohne zu zögern. Ihre Arbeit war für sie immer das Allerwichtigste.

Ich bin fassungslos.

Sie wollte einfach nie Mutter werden.

Aus medizinischen Gründen war eine Abtreibung aber nicht möglich.

Wieso haben Sie gesagt, sie wäre tot?

Schämen Sie sich für sie?

Für sie nicht. Nein. Aber für mich.

(Radio) Die Ergebnisse der Umfragen zeigen,

dass mehr als 70 Prozent der Russen

Putins Krieg gegen die Ukraine befürworten.

Derartige Ergebnisse...

Verstehen Sie?

...und beruft sich auf ein Interview mit Vadym Skibitsky.

Am Anfang haben Sie mich gefragt,

wieso ich mich freiwillig zum Militär gemeldet hab.

Erinnern Sie sich an meine Antwort?

Es kam keine.

Das ist bei mir fast ein Reflex. Was heißt das?

Ich habe geschwiegen, als ich dort gearbeitet habe.

Das ist ein stillschweigendes Einverständnis zu Mord.

An deinen Freunden, Heimatland, deinem Vater, deiner Mutter.

Für diesen Kampf braucht man keine Schusswaffen.

Denn das Wort ist viel gefährlicher.

Sie haben Ihre Wahl doch getroffen.

Aber ich muss ihr auch gerecht werden.

Deswegen hab ich mich freiwillig gemeldet.

Und wenn mein Sohn nicht gesund wird,

wenn ich nicht zurückkomme, weiß ich nicht, wie ich weiterleben soll

mit diesem verdammten Mist.

* Radiomeldungen gehen weiter. *

Als ich Luhansk 2014 mit meiner Tochter verlassen hab,

ist meine Schwester dageblieben.

Ich hätte sie holen müssen.

Und jetzt ist sie tot.

Es gab einen Grund dafür. Ihr Kind war krank.

Eine Rechtfertigung zu finden, ist nicht schwer.

Aber Schuld ist ein Gefühl, für das es keine Heilung gibt.

Ihr Wunsch, für dieses Land zu kämpfen, meine Fahrten.

Wir machen das aus demselben Grund.

* Angespannte Musik *

Los, raus. Schnell!

Kopf runter!

Unten bleiben.

* Schüsse *

Ukrainisches Militär. Stehen Sie auf.

Ihrer? Ja.

Hier, bitte.

Einen Krankenwagen, bitte.

Der ist schon unterwegs. Drücken Sie auf die Wunde.

Sht.

Ich muss mich kümmern, dass mein Sohn...

Ja, ich weiß.

Ich kümmere mich um dein Kind.

Du...

Du bist eine wunderschöne Frau.

Nach fünf Wochen Krieg? Bist du sicher?

Bleib liegen. Du darfst dich nicht bewegen.

(Erzählerin) Der sündhafte Sohn

wandelte durch die Welt wie ein Gespenst.

Er hatte Angst zu sterben, konnte aber auch nicht in Frieden leben.

Bis er eines Tages auf einen weisen alten Mann traf, der zu ihm sagte:

Wenn du jemandem das Leben genommen hast,

musst du deins einem anderen schenken.

Hey. Na, wie sieht’s aus? Nadja, ähm...

Ich wurde aufgehalten. Wir müssen uns ein andermal treffen.

Lyd, das ist dringend. Wir müssen uns schnell treffen.

Ich brauche ein paar Tage.

Um es kurz zu machen, Dmytro hat in die Scheidung eingewilligt.

Ich konnte ihn überreden.

Hallo?

Hallo? Bist du noch da?

Hallo? Lyd? Hallo, Lydia?

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024

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