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Zulu
.
Personen und ihre Farben:
Gelb für Kriminalkommissarin Olga Lenski (Maria Simon).
Blau für Kriminalkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz).
Weiß für alle anderen Personen.
*Sirene im Hintergrund*
Hallo. Hallo.
Wer sind Sie denn?
Ich liebe dich! Ich dich auch.
Danke.
(Durchsage) Dr. Schneider, bitte in die Notaufnahme.
Elina, wo ist Leon?
In seinem Zimmer.
Nein.
Doch. - Nein. Der ist ...
Maik?
Wo ist Leon?
Ist er nicht da? - Nein.
Hat ihn jemand zum Röntgen gebracht? - Nein.
Robert, hallo, ich bin es. Ich bin im Krankenhaus.
Warst du hier? Hast du Leon geholt? (weint auf)
Ich war fünf Minuten weg. - Ich rufe die Security.
(aufgeregt) Fünf Minuten.
*Klänge*
*Ein Baby weint.*
Ich kann nach den Sommerferien anfangen. Okay?
In einer Grundschule in Frankfurt. Susanne hat gerade angerufen.
Wirklich?
Willst du mich jetzt verarschen?
Nein, ich will nur nicht jetzt darüber reden. Okay?
Verstehe. Was verstehst du?
Guck nicht so! Jetzt bin ich wieder der blöde polnische Macho.
*Ein Telefon vibriert.*
Wir reden jetzt darüber. Wann sonst?
Chef, was gibt es?
Ich habe frei.
Kann das Frau Lenski nicht machen?
Verstehe.
Ja, ja, ich fahre gleich los.
Ja.
Bis gleich.
Schon klar!
Lydia.
Okay.
Ah, Frau Lenski.
Leon Hallmann, sechs Monate,
wurde gegen 18 Uhr aus seinem Zimmer entführt.
Die Mutter war kurz in der Cafeteria.
Plötzlich war das Baby weg. Warum war der Kleine hier?
Nichts Schlimmes. Magen-Darm, sollte morgen früh entlassen werden.
Entschuldigung, sind Sie Frau Lenski?
Das ist der Vater, Robert Hallmann.
Wissen Sie schon etwas?
Ich bin gleich bei Ihnen.
Was machen die Eltern?
Der Vater ist Unternehmensberater, die Mutter Architektin.
Jetzt ist sie aber Hausfrau.
Wo ist das Zimmer?
Das hier.
Die Mutter verlässt mal kurz das Zimmer
und genau dann schlägt der Entführer zu.
Hat sie irgendetwas beobachtet? Nein.
Gibt es sonst irgendwelche Zeugen? Die Befragungen laufen noch.
Was macht denn der hier? Der hat doch heute frei.
Keine Ahnung.
Da. Ja.
Entweder er hat nichts gewusst von den Kameras, oder es war ihm egal.
Hat die Fahndung nach dem Wagen was gebracht? Noch nichts.
Wenn es ein Profi war, hat er das Auto längst entsorgt.
Kann man das Nummernschild erkennen? Wir wissen nur, dass es polnisch ist
In 80 % solcher Fälle geht es um Geld.
(Mann) Was können wir tun?
Unsere Fragen beantworten und warten,
bis der Entführer sich meldet. Und dann machen wir einen Plan.
Okay. Gut.
Herr Hallmann, haben Sie diesen Mann schon mal gesehen?
Nein. Nie gesehen?
Was ist mit den anderen 20 %? Wie bitte?
Was ist mit den anderen 20 % der Entführungen?
Da machen Sie sich keine Gedanken.
Und ob ich mir darüber Gedanken mache.
Wie viele Kindesentführungen haben Sie bis jetzt gelöst?
Ich? Ja, Sie. Wie viele?
Glauben Sie mir, Frau Hallmann, wir tun, was wir können.
Tun Sie das? Das tun wir, ja.
*Lachen*
*Das Baby brabbelt.*
Es ist meine erste Kindesentführung.
Sind Sie Mutter?
Ja.
Am besten Sie fahren nach Hause.
Nein. Ich bleibe hier.
Gibt es schon was Neues? Frau Lenski, der gesuchte Wagen
wurde vor 20 Minuten an einer Tankstelle gesehen.
An der E22 bei Slonsk.
E22 bei Slonsk.
Überprüfung der vorbestraften Intensivtäter
mit pädophiler Neigung läuft.
Hat die Befragung der Eltern etwas ergeben?
Nein. Warum holst du mich aus dem Wochenende?
Das ist ganz normal. Sie beide sind Partner.
Frau Lenski und Wiktor haben alles im Griff.
Ich habe Sorge, dass Frau Lenski die Sache zu nahe geht. Als Mutter.
Weil es meine erste Kindesentführung ist, oder warum?
Ja, genau deswegen.
Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Chef, hier.
*Klingeln*
Frau Lenski, Adam. Wir haben wahrscheinlich das Kind.
Es wurde vor einem Krankenhaus in Gorzow-Wielkopolski abgelegt.
Es ist nicht ausdiskutiert. Ich weiß doch, ....
Lydia, ich kann jetzt nicht darüber sprechen.
Ja. Ja. Bis später.
Ich möchte bitte zu meinem Sohn. Ich bin Sabine Hallmann.
Olga Lenski, deutsch, polnisches Kommissariat Swiecko.
Das ist die Mutter, Matka, von dem kleinen Jungen da drin.
*Polnisch, Kinderschreien im Hintergrund*
Was sagt der da?
Adam Raczek.
Wie geht es Leon?
Eine Sekunde bitte. Mit Leon ist alles in Ordnung.
*Polnisch* Wir brauchen den Pass und die Geburtsurkunde von Leon.
Ich bin seine Mama und das wissen Sie. Ich weiß das, Frau Hallmann.
Wo ist Leon? - Ich verstehe die nicht.
Die brauchen seinen Pass.
Hier sind die Papiere.
*Polnisch*
*Polnisch*
Das dauert mir hier zu lange. Das ist eine Formalität.
Die Polen sind vorsichtiger,
es gab in letzter Zeit Sorgerechtsstreitereien.
*Polnisch*
Sie können rein.
Herr Hallmann?
Einen Moment.
Vielleicht können Sie mir helfen, ich habe nachgedacht.
Wer entführt ein Kind und bringt es vier Stunden später wieder zurück?
Keine Ahnung.
Sie haben Geld bezahlt, oder? Das ist Blödsinn.
Das ist völlig in Ordnung, ich hätte es auch getan.
Aber jetzt ist es wieder gut. Leon ist da, er ist gesund.
Vielleicht können wir helfen, wenn Sie mir die Wahrheit sagen.
Vielleicht erwischen wir den Typen und Sie bekommen Ihr Geld.
Wir haben kein Geld bezahlt. Okay.
Herr Hallmann, ich muss Sie nur darauf hinweisen,
dass Lösegeld zu zahlen keine Straftat ist.
Eine Straftat zu decken hingegen schon.
Wir haben kein Geld bezahlt! Gut, gut. Alles klar.
Dürfen wir jetzt gehen? Ja, natürlich.
Wiedersehen.
(leise) Na du. Blödsinniger Polizist ...
Ich würde gern Ihre Frau kennenlernen,
ich finde, es ist Zeit.
Ich koche was, wir machen uns einen schönen Abend.
Ich rede mal mit ihr.
Gute Nacht.
Gute Nacht. *Motorrad wird gestartet.*
(leise) Lydia!
(lauter) Lydia!
Lydia!
Komm, mach keinen Scheiß, mach auf!
Lydia, Schatz, bitte!
*Rollläden werden heruntergelassen*
Was soll das, wo soll ich pennen?
*Polnisch*
Wolle, gibt es etwas Neues? Vom Kennzeichen.
Das Fahrzeug ist auf ein Kinderheim zugelassen.
Kinderheim? Ja.
Gute Nacht Wolle. Gute Nacht.
Wer bist du?
*Ein Telefon klingelt.*
(über Telefon) Pawel? Pawel?
Anna Kowalska?
Frau Lenski, guten Morgen.
Sabine Hallmann ist nicht Leons leibliche Mutter.
*Ein Hund bellt.*
(leise) Hey.
*Polnisch*
Anna? - Hallo.
Wie geht es ihm?
Ihm geht es gut.
Wie groß er schon ist.
Ja.
Ich muss schon gehen.
Anna.
Du kannst nicht einfach so vorbeikommen.
Es tut mir leid.
Guten Morgen.
Na mein kleiner Mann, kommst du zu mir? Alles gut bei dir?
Anna war hier.
Was wollte sie?
Warum haben die Hallmanns uns das nicht gesagt?
Würden Sie jedem erzählen, dass Sie ein Kuckuckskind großziehen?
Vielleicht ist das Kind gekauft. Ja?
Ja.
*Er klingelt.*
Herr Kowalski? Adam Raczek, Olga Lenski.
Kaffee? Tee?
Tee.
*Polnisch, Ansage Mailbox*
*Nachricht kommt an.*
*Eine Tür wird aufgeschlossen.*
*Polnisch* Anna Kowalska?
Olga Lenski, deutsch-polnisches Kommissariat Swiecko.
Sprechen Sie Deutsch? Ja.
Es geht um Ihren Sohn Leon.
Ania?
Wir können auch unter vier Augen sprechen, wenn Sie möchten.
Nein, nein. Mein Mann weiß alles.
Das ist Pawel Roschanski.
Sie kennen Pawel Roschanski?
Ja. Er ist ein Kollege im Kinderheim.
Er arbeitet mit Ihnen zusammen im selben Kinderheim?
Ja, er ist Koch bei uns. Seit drei Jahren. Warum?
Ihr Kollege, der Koch, hat Leon entführt.
Sie müssen sich keine Sorgen machen. Er ist wieder bei den Hallmanns.
Nur Herr Roschanski ist noch auf der Flucht.
Entschuldigung.
Ich habe Robert in einer Bar kennengelernt.
Es ist einfach passiert.
Als ich schwanger war, hat er sofort gesagt,
dass sie sich um das Baby kümmern.
Und warum haben Sie ihn nicht behalten?
Das ging nicht.
Warum?
Wir wollten immer nur ein Kind.
Wie ist der Kontakt zu Familie Hallmann?
Gut.
Sabine schickt mir Fotos. Regelmäßig.
Aha.
Es ist das Beste für Leon.
Haben Sie eine Idee, warum Herr Roschanski Leon entführt hat?
*Ein Telefon klingelt.*
Entschuldigen Sie.
Ja.
Okay.
Ja, danke.
Herr Raczek?
*Polnisch*
Besonders weit ist er nicht gekommen, oder?
Na ja.
Hey Marian. Adam.
Olga.
Ein Spaziergänger hat die Polizei alarmiert.
War die Stelle am Kanal so flach? Wenn Wasser eindringt,
dann bildet sich eine Luftblase und das Heck wird nach oben gedrückt.
Sollte man wissen, wenn man ein Auto versenkt.
Den Wagen bitte aufmachen!
Und, ist er das? Sieht so aus.
Mhmm.
Es sieht eher nach einem Schlag als nach einem Sturz aus.
Mit einem massiven scharfen Gegenstand, wahrscheinlich tödlich.
Können Sie etwas zum Todeszeitpunkt sagen?
Ich schätze, dass er mindestens die Nacht über im Wasser gelegen hat.
Kann das hier passiert sein, Marian? Schwer zu sagen.
War da ein Navi drin?
Hoffen wir mal, dass es überlebt hat. Guckt euch hier das mal an!
Hey. Frau Lenski.
25.000. Oh.
Haben Hallmanns doch bezahlt.
Ist doch ganz schick hier.
Finden Sie? Ja.
Wenn Sie einmal durchgehen möchten. Danke schön.
Setzen Sie sich, ich mache schnell Platz.
Bitte setzen Sie sich.
Die gute Nachricht ist, wir haben den Entführer gefunden.
Und wer war es? Er ist tot.
Wie, tot? Jemand hat ihn getötet.
Frau Hallmann, Sie haben gesagt,
Sie waren gestern den ganzen Tag im Krankenhaus.
Ja. Wie kommt es dann,
dass Sie vor uns in der Klinik in Gorzow-Wielkopolski angekommen sind?
*(über Babyfon) Weinen*
Ich muss nach Leon schauen. Natürlich.
*Frau Hallmann beruhigt leise Leon.*
Oh, oh, was hast du denn da gegessen?
Das mit der Affäre können Sie echt jemand anderem erzählen.
Sie haben sich ein Kind in Polen gekauft. Nicht nur Sie.
Das interessiert mich auch nicht. Da ist was schiefgelaufen, oder?
Hat der Entführer Sie deshalb erpresst?
Was wollen Sie eigentlich von uns?
Wir sind hier nicht die Täter.
Dann haben Sie bestimmt nichts gegen einen Vaterschaftstest.
Das ist lächerlich.
Das lassen Sie mal meine Sorge sein.
Sie wissen, dass ich das nicht muss. Sie müssen nicht, nein.
Ich konnte nicht mehr im Krankenhaus sitzen und warten und nichts tun.
Ich bin planlos rumgefahren.
Warum sagen Sie nicht die Wahrheit? Ich war ehrlich zu Ihnen.
Hat es vielleicht damit zu tun, dass Sie nicht die leibliche Mutter sind?
Leon ist mein Sohn.
Seit er auf der Welt ist, ist er bei mir und ich kümmere mich um ihn.
Er ist mein Sohn und ich bin seine Mama.
Anna wollte ihn nicht.
Gleich, nachdem Anna mir gesagt hat, dass sie schwanger ist,
habe ich den Test machen lassen. So lange kannte ich sie noch nicht.
Da wollte ich schon die Gewissheit, dass ich wirklich Leons Vater bin.
War es das?
Ja.
Das war keine normale Lösegeld-Entführung.
Pawel Roschanski muss mitbekommen haben, dass Anna Kowalska
ihr Kind nach Deutschland verkauft hat.
Er hat geahnt, dass Hallmann nicht der Vater ist und wollte kassieren.
Und der Vaterschaftstest? Der kann gefälscht sein.
Guck mal, der Papa, guck mal da.
Hier. Der Hausmeister wartet vor Roschanskis Wohnung auf uns.
*Polnisch*
*Polnisch*
Sehen Sie mal!
Warum hat er das Kind entführt?
Wir sollten morgen mal in das Kinderheim fahren.
*Freiton*
Psychopharmaka.
Wiktor, hey.
Ich habe hier die Nummer von einer Familienanwaltskanzlei
und da war nur der AB dran. Kannst du es bitte noch mal versuchen?
Sie will wieder arbeiten, in Frankfurt.
Wer? Meine Frau.
Jetzt, wo die Kinder aus dem Gröbsten raus sind,
will meine Frau wieder arbeiten. Ich Depp streite mich mit ihr rum.
Das funktioniert bei uns anders. Hort und Kindergarten gibt es nicht.
Es gibt keinen Kindergarten? Nein, es geht nur bis mittags.
Und bei uns in Swiecko schon überhaupt. Wie soll das gehen?
Ich finde es gut, wie es ist.
Ja, es ist kompliziert. Ja.
Danke.
Schönen Gruß an Marian. *Sie lässt das Auto an.*
Prost.
Danke, dass du mich aufgenommen hast. So spontan.
*Polnisch*
Willst du wissen, was der Tote zuletzt gegessen hat? Nein.
Du kommst auf die Welt als kleiner Pole.
Mutter Polin, Vater wahrscheinlich auch.
Du meinst das entführte Baby? Ja.
Wir wissen nur, wer die Mutter ist. Ein paar Tricks, ein paar Umwege.
Die einzige Gewissheit im Leben ist die Mutter.
Scheiße.
Im Kühlschrank ist noch Bier. Okay.
Marian. Ja?
Kannst du morgen einen Vaterschaftstest machen
von Pawel Roschanski? Und dem Baby?
Ja. Kann ich machen.
Schlaf gut.
Hier ist die Mailbox von Lydia Raczek,
bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Ton.
*Polnisch*
*Polnisch*
*Mailbox-Nachricht, im Hintergrund ein weinendes Kind*
Er sagt, er hat was Dummes gemacht und bittet um Rückruf.
*Polnisch*
Pawel muss in irgendetwas reingeraten sein.
Er kennt ihn von Kind auf. Er ist hier aufgewachsen.
*Polnisch*
Er sagt, er hat ihn am Freitag das letzte Mal gesehen.
Pawel soll ein bisschen nervös gewirkt haben.
War er öfter nervös?
*Polnisch*
Hatte er psychische Probleme?
*Polnisch*
Er hatte wohl Stimmungsschwankungen, aber keine Probleme.
Keine psychischen Probleme.
Fragen Sie ihn nach Anna und Pawel.
*Polnisch*
*Polnisch*
Normal? Ja.
Das Kind, das Pawel entführt hat, war Annas Kind.
Halina? Leon.
Der ist jetzt ein halbes Jahr alt.
Leon? Leon.
Sie haben nicht gewusst, dass Anna Kowalska ein zweites Kind hat?
Nein.
*Polnisch*
Okay? Okay!
*Russisch*
Wann kann ich Pawel sehen?
Im Moment nicht, Herr Dziuba.
Und seine Beerdigung?
Wir melden uns.
*Polnisch*
*Polnisch*
Pawel Roschanski ist zu 99,9 % Leon Hallmanns Vater.
Polnische Mutter behauptet One-Night-Stand und
gibt den deutschen Mann als leiblichen Vater an.
Sie überträgt ihm das Sorgerecht. Seine Frau stellt
einen Adoptionsantrag und in wenigen Monaten
ist das polnische Baby ganz legal deren deutsches Kind.
Das ist bürokratisch viel einfacher als eine normale Adoption.
Pawel Roschanski muss das irgendwie erfahren haben.
Was meinen Sie, wie viel haben die Hallmanns bezahlt?
20.000 bis 30.000. Darum kümmern sich die Kollegen.
Wer von den vieren hat Pawel Roschanski getötet? Nicht einfach.
Die sind alle emotional wie ... ... unter Eis.
Wie unter Eis.
Oh.
Also ... wie soll ich es sagen?
Herr Hallmann, wir wissen, dass Sie nicht der Vater von Leon sind.
Und Herr Kowalski, Sie sind es auch nicht.
Pawel Roschanski ist der biologische Vater von Leon.
Also haben Sie einen Vaterschaftstest gefälscht.
Hatte jemand von Ihnen am Sonntag Kontakt zu Pawel Roschanski?
Nein?
Unsere Ermittlungen haben aber ergeben,
dass sein Handy unmittelbar nach der Entführung
in der gleichen Funkzelle eingeloggt war,
in der sich auch Ihr Haus befindet, Herr und Frau Kowalski.
Und auch Ihr Telefon, Frau Hallmann,
war im Bereich der gleichen Funkzelle.
Wir haben Pawel nicht gesehen.
Und Sie, Frau Hallmann?
Gut, okay. Ich würde Sie bitten, eine DNA-Probe abzugeben.
Alle. Einverstanden?
Danke schön.
Ich habe den Vaterschaftstest gefälscht.
Aber doch nur, damit Leon für immer bei uns bleiben kann.
Das hat ja super funktioniert.
Da sind nur die Kowalskis dran schuld.
Wenn wir gewusst hätten, dass Bartosz nicht der Vater ist,
dann hätten wir uns nie darauf eingelassen.
Das müssen Sie mir glauben. Ich muss Ihnen gar nichts glauben.
Also schön.
Dieser Pawel stand ein paar Tage vor der Entführung bei uns vor der Tür.
Er hat wirr geredet, auf Polnisch. Ich habe nur die Hälfte verstanden.
Habe ihn rausgeschmissen. Wann war das?
Mittwoch? Ja, ich denke Mittwoch.
Also vier Tage vor der Entführung.
Haben Sie das Ihrer Frau erzählt? Ich wollte sie nicht beunruhigen.
Ich wusste ja gar nicht, wer das ist.
Haben Sie versucht, Anna Kowalska zu kontaktieren? Nein.
Warum haben Sie uns das nicht schon im Krankenhaus erzählt?
Ich dachte, ich ...
Ich wollte Leon schützen.
Seit acht Jahren versuchen wir jetzt ein Kind zu bekommen.
Meine Frau hatte 10 künstliche Befruchtungen,
15 Hormonbehandlungen und 10 Abgänge. Verstehen Sie?
Ja.
Ja, das ist hart. Das glaube ich Ihnen.
Aber ... Sie können ein Kind nicht einfach so kaufen.
Wir haben Leon doch nicht gekauft. Was ist denn das für ein Blödsinn?
Wir haben den Klinikaufenthalt bezahlt,
Vitamine, Arztrechnungen. Kleinigkeiten.
Gekauft.
Warten wir mal die Untersuchung ab. Okay.
Ich danke Ihnen, Herr Hallmann.
Was mache ich denn jetzt?
Sagen Sie es mir?
Wenn wir Leon ...
Wenn wir Leon weggeben müssen, ...
... das überlebt meine Frau nicht.
Ich bin nach der Entführung zu Anna gefahren, ich war an ihrem Haus.
Ich musste wissen, ob sie da mit drinsteckt. Ob Leon bei ihr ist.
Und?
Nein. Ich habe nichts gesehen. Ich weiß es nicht.
Gar nichts?
Auch nicht Pawel Roschanski?
Ich kenne den Mann nicht.
Wissen Sie, man fühlt sich so machtlos.
Wenn man als Frau kein Kind bekommen kann, dann denkt man immer,
der Fehler ist bei einem selbst.
Ich will nur, dass es Leon gut geht.
Verstehen Sie das?
Ja, Frau Hallmann, das verstehe ich gut.
Ich habe die Hallmanns im Kinderheim kennengelernt.
Sie wollten ein Kind adoptieren. Einen kleinen Jungen, Filipek.
Ah. Wann war das?
Vor eineinhalb Jahren.
Sie haben mir sehr gefallen.
Gute Leute.
Warum haben Sie Leon nicht legal zur Adoption freigegeben?
Sie wissen nicht, wie es in Polen ist, oder? Nein.
Die Babys sind manchmal monatelang alleine, ohne Eltern, meine ich.
Ich musste wissen,
dass er vom ersten Moment bei guten Menschen ist.
Geliebt, das war das Wichtigste.
Frau Kowalska, ich habe das Gefühl,
Sie bereuen es, dass Sie Leon weggegeben haben.
Nein. Bei den Hallmanns ist es am besten für ihn. Nein.
Warum war Pawel nach der Entführung bei Ihnen?
Er war nicht bei uns. Ich habe das schon gesagt.
Warum hat Pawel Rosanski Leon aus dem Krankenhaus entführt?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht.
Sie sind doch vom Krankenhaus direkt zu den Kowalskis gefahren.
Ja.
Weil Sie das Gefühl hatten,
dass Anna Kowalska etwas mit der Entführung zu tun hat?
Hatten Sie Angst, dass Anna Leon zurückholen wollte?
Anna ist bei uns aufgetaucht, am Morgen nach der Entführung. Um 6 Uhr
Wer hat ihr Bescheid gesagt? Sie ist bei Ihnen aufgetaucht, einfach so?
Einfach so. Und was wollte sie?
Sie wollte wissen, wie es Leon geht.
Was passiert da?
Was sind das für Leute?
Entschuldigung.
*Leon weint.*
Was ist hier los? Mein Sohn, warum nehmen die meinen Sohn mit?
Sabine, Sabine!
Lass sie los!
Lass mich! Sie nehmen ihn mir weg.
*Leon weint.*
(Herr Hallmann leise) Wir kriegen ihn wieder, wir kriegen ihn wieder.
*Polnisch*
Was sollte das? Die Hallmanns sind nicht Leons Eltern.
Das weiß ich. Anna Kowalska ist in einen Mordfall verwickelt.
Leon musste in staatliche Obhut. Das ist das Beste für das Kind.
Das Beste für das Kind? Ja.
*Polnisch* Adam!
Der polnische Sozialdienst ...
... der hat was? Wo ist er?
Ich weiß es nicht.
Wo ist mein Sohn?
Hätten die Mütter sich nicht wenigstens verabschieden können?
Dass das so schnell passiert ist, hat mich auch überrascht.
Gehen wir ein Bier trinken? Was?
Gehen Sie mit mir ein Bier trinken?
Ja. Okay.
*Leon weint.*
*Leon weint.*
*Eine Tür wird aufgeschlossen.*
Halt.
Alma?
Komm jetzt, Alma!
Lass mich jetzt, ich will zu meinen Freunden.
Tschüss. Alma.
Guten Morgen, du Arschloch.
Morgen.
*Telefonklingeln, leise Gespräche*
*kurzer, leiser Laut*
Frau Lenski, Herr Raczek. Die KTU konnte das Navi retten.
Wir wissen jetzt, wohin Pawel Roschanski wollte.
Wohin wollte er denn? Nach Odessa.
Nach Odessa? Odessa.
Die Frau vom Seemann. Bitte?
Die Statur von der Frau vom Seemann,
die am Hafen von Odessa mit dem Kind auf ihrem Arm wartet,
dass der Mann unbeschadet wiederkommt.
Diese Bild hing bei Pawel am Kühlschrank.
Haben wir eigentlich das Konto von Pawel Roschanski überprüft?
Das hat er aufgelöst.
Darauf waren bei Auflösung 25.000 Euro.
Vielleicht waren die beiden ja wieder zusammen.
Für Pawel scheint Anna die große Liebe gewesen zu sein.
Und Anna leidet ganz offensichtlich darunter,
dass sie Leon weggeben musste.
So sind die beiden wieder zusammengekommen.
Als Eltern, quasi.
Vielleicht haben sie sogar die Entführung zusammen geplant.
Moment, Moment.
Also Pawel Roschanski wollte mit Anna nach Odessa
und dort ein neues Leben anfangen?
Das ist ein bisschen melodramatisch, oder?
Warum nicht?
Er ist nicht da, er ist in Stettin. Er kommt erst heute Abend wieder.
*Polnisch*
*Das Telefon klingelt.*
Hören Sie Frau Hallmann,
selbst wenn ich wüsste, wo Leon ist, ich dürfte es Ihnen nicht sagen.
Ich möchte ihn nicht abholen.
Ich möchte ihm sein Kuscheltuch bringen, verstehen Sie das?
Helfen Sie mir bitte, Frau Lenski! Finden Sie für mich raus, wo er ist.
Ich kann nicht, Frau Hallmann.
Hallo?
Hallo?
Pawel und Anna hatten vor eineinhalb Jahren eine Affäre. Heimlich.
Dann ist Anna für drei Monate weggefahren.
Offiziell, um ihre Mutter zu pflegen.
Aber. Frau Dziuba, sie hat schon geahnt, dass da was im Busch ist.
Und hat sie auch geahnt, dass Pawel der Vater von Leon ist?
Sie hat es sich gedacht, ja.
Die beiden sind sich etwas zu offensichtlich aus dem Weg gegangen.
Pawel war in den letzten Tagen glücklich, sagt sie.
Sehr glücklich! Euphorisch.
Warum ist mir das nicht vorher aufgefallen?
Um was geht es denn?
Der Mann, der das Kind zurückgebracht hat,
ist nicht Pawel Roschanski. Was?
Er trägt ein anders T-Shirt.
Das heißt, dass Pawel Roschanski zuletzt nicht lebend im Krankenhaus
gewesen ist, sondern im Haus der Kowalskis. Danke. Sehr gerne.
Ja und? Chef. Das Haus scheint der Tatort zu sein.
Wir brauchen dringend einen Durchsuchungsbeschluss. Okay?
Okay.
*Polnisch*
*Mailbox Anna Kowalska*
*Polnisch*
Ist alles okay? Ja, es ist gut. Okay.
Frau Lenski, Herr Raczek.
Ich zeige es Ihnen mal.
Wir haben den Boden jetzt mit Luminol behandelt. Ja.
Die haben sich viel Mühe gegeben, um die Schweinerei zu beseitigen.
Ist das Blut? Ja.
Wir haben in den Bodenritzen Metallsplitter gefunden.
Wahrscheinlich Silber. Okay.
Okay.
Kann ich einen Beutel haben, bitte? Ja.
Warum haben Sie das Geld nicht mitgenommen, das im Auto lag?
Sie wussten nichts von den 25.000 Euro in der Tasche? In Pawels Auto?
Das war ein Startkapital, für einen Neuanfang.
Pawel und Anna wollten ein neues Leben beginnen.
In Odessa. Ja, ein Leben ohne Sie!
Anna wollte nicht nach Odessa.
Sie waren kein Paar.
Mach dir nichts vor!
Sie wollte zusammen sein mit dem Vater des Kindes.
Mit dem Vater des Kindes, was du nicht wolltest.
Was ist an dem Abend passiert, Herr Kowalski?
Herr Kowalski?
Frau Lenski, kommen Sie bitte?
Wo ist Leon?
Kommen Sie, wir gehen in mein Büro.
Nein. Ich gehe nirgendwo hin. Wo ist Leon?
Ihr Sohn ist im Kinderheim. Nein!
Anna hat ihn entführt, ich war im Kinderheim, ich war in Slubice.
Ich wollte ihm sein Tuch bringen. Ganz ruhig. Frau Hallmann.
Ich bin ganz ruhig. Alles gut.
Wiktor wird im Kinderheim in Slubice anrufen. Ja.
Er hat meinen Sohn entführt. Frau Hallmann, es reicht!
Beruhigen Sie sich! Es ist gut!
Wir gehen jetzt eine rauchen.
Glauben Sie, ich kriege ihn wieder?
Soll ich jetzt ehrlich sein?
*Sie atmet tief durch.*
Ich habe jetzt endlich mit dem Familienanwalt gesprochen. Na und?
Pawel war vor zehn Tagen dort
und hat sich nach den Rechten von Vätern erkundigt,
die offiziell nicht in den Papieren auftauchen. Welche Rechte haben sie?
Im Prinzip haben solche Väter keine Rechte.
Der Anwalt meinte, dass Pawel nicht mal
auf einen Vaterschaftstest hätte bestehen können.
Anna Kowalska und Leon Hallmann, sechs Monate.
*Polnisch* - Mittelgroß, brünett, 34 Jahre alt.
Roter Kleinwagen, polnisches Kennzeichen, FG 45TZ
in Begleitung ihrer Tochter Halina.
Halina. Sechs Jahre alt, blond.
Und Leon Hallmann, sechs Monate.
Sie könnte eine Gefahr für sich und ihre Kinder darstellen.
Wo würden Sie hinfahren? Als Mutter?
Wo hat sie die letzten drei Monate vor der Entbindung verbracht?
Drei Monate. Weg von der Tochter. Weg von ihrem Mann.
Ganz alleine. Drei Monate, hochschwanger.
Um ein Kind auszutragen,
dass sie sofort nach der Geburt weggeben würde.
Überlegen Sie sich das mal. Krass.
Einen Moment bitte.
Ich habe da etwas gefunden, in Annas Schrank.
Hier, so ein Kästchen.
Hier, ist auf Polnisch.
*Polnisch*
Bitte? In Liebe für Leon.
Das ist wie ein Album für ihn.
Sie schreibt, warum sie ihn weggeben musste,
dass sie ihn immer lieben wird und dass sie hofft,
dass sie ihn eines Tages wiedersieht.
Hier ist eine Postkarte aus den Masuren.
Leon wurde in Olsztyn geboren, das ist die größte Stadt dort.
Und Anna stammt aus den Masuren.
Die Masuren sind riesengroß, oder? Sehr groß.
Ich weiß nicht, wo sie gewohnt hat.
Ich war nie dort.
Ich konnte sie so nicht sehen,
schwanger von einem anderen Mann.
Das war zu schwer.
*Auto fährt los.*
Jetzt, wo klar ist, dass Hallmann nicht der Vater ist,
müsste Anna den Kleinen doch zurückbekommen. Wahrscheinlich.
Warum entführt sie ihn dann?
Weil sie weiß, dass sie ihn nie wiederbekommen wird.
Ich glaube, er will ihr Zeit verschaffen.
So, Herr Kowalski.
Zeigen Sie mir bitte, was genau passiert ist. Stehen Sie auf!
So. Das ist der Flur.
Da ist die Tür. Wo standen Sie?
Ja, hier. Wo war Ihre Frau?
Da. Ihre Frau war hier?
Frau Lenski, Sie sind Pawel Roschanski.
Bitte zeigen Sie mir genau, wie Sie zugeschlagen haben.
Zeigen Sie uns, was passiert ist!
So haben Sie zugeschlagen? Ja.
Genau so haben Sie es gehalten? Ja, genau so.
Pawel Roschanski wurde mit der spitzen Seite erschlagen.
Es tut mir sehr leid.
Sie waren gar nicht da, als es passiert ist.
Als Sie nach Hause gekommen sind, lag er schon tot am Boden.
Sie können doch einen Tatverdächtigen
nicht mit in die Masuren nehmen.
Die Frau steht unter starkem emotionalen Stress,
sie hat die Kinder dabei. Es besteht die Gefahr,
dass sie sich oder den Kindern etwas antut.
Je nachdem, in welchem Zustand wir sie antreffen,
könnte es hilfreich sein, wenn wir den Mann dabei haben.
*Sie klingelt.*
(ruft) Frau Hallmann?
Herr Hallmann?
Geht es Ihnen gut?
Herr Hallmann?
Glauben Sie an Gott, Frau Lenski?
Ich nicht.
Ich bin Atheist.
Wo ist Ihre Frau?
Sabine ist nicht da.
Herr Hallmann, wo hat Anna Kowalska gewohnt,
in den letzten Monaten vor Leons Geburt?
Vielleicht sollten wir einfach kein Kind haben.
Was, wo? Das ist wichtig. Anna hat Leon entführt.
Masuren. Masuren? Haben Sie einen Ort?
Miki ... Walki. Mikowalky?
Mikowalky. Gut.
(Herr Kowalski) Ich konnte es nicht.
Ich wollte das Kind von dem Arschloch nicht.
Leon ist Annas Kind.
Und sie hat es wegen mir weggegeben.
Es hat sie kaputt gemacht.
Im Herz.
Und ich bin schuld.
Ich!
Ich muss dafür bezahlen.
(schreit) Versteht ihr!
Ich muss dafür bezahlen.
*leise Geräusche*
Bitte.
Bitte. Es ist doch egal, wer es getan hat.
Lassen Sie mich ins Gefängnis gehen. Bitte.
Das können wir nicht machen. Doch, Sie können.
Sie können, Sie haben mich.
Machen Sie meine Familie nicht kaputt!
Hey. Herr Raczek!
Herr Raczek! Ja.
Wo soll er denn hin?
Das ist doch Scheiße.
Wir machen die nächste Familie kaputt.
(zu sich) Er hat doch recht.
(laut) Er hat doch recht!
*Polnisch*
Ania! Ania!
Herr Kowalski.
Herr Kowalski.
Also.
Gehen wir?
Wir müssen.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
Menschen machen Fehler.
Ja, aber man hat immer eine Wahl.
Immer hat man die.
*Sie atmet tief.*
Untertitel: rbb 2017 Antje Wächtler
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