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♪ Ihr hoch fliegenden Vögel Ihr wisst, wie ich mich fühle ♪
[nervöses Atmen]
♪ Sonne am Himmel Du weißt, wie ich mich fühle ♪
[nervöses Atmen]
♪ Schilf, das du dahintreibst Du weißt, wie ich mich fühle ♪
♪ Es ist ein Neubeginn, ein neuer Tag ♪
[Schuss]
♪ Mein neues Leben beginnt ♪
♪ Und ich fühle mich gut ♪
♪ Fische im Meer Ihr wisst, wie ich mich fühle ♪
♪ Du frei laufender Fluss Du weißt, wie ich mich fühle ♪
♪ Ihr Blüten an den Bäumen Ihr wisst, wie ich mich fühle ♪
♪ Es ist ein Neubeginn, ein neuer Tag ♪
♪ Mein neues Leben beginnt ♪
♪ Und ich fühle mich gut ♪
♪ Du Libelle da draußen in der Sonne Du weißt, was ich meine, oder? ♪
[Männerstimme] Mein Name ist Frank Sporbert.
Ich bin Mitte 40. Halbzeit.
Alles, was ich je wollte, war das Leben, das ich jetzt habe.
Und jetzt, wo es da ist...
♪ Und diese alte Welt ist eine neue Welt Und eine kühne Welt ♪
♪ Für mich ♪
Luxusprobleme, sagen Sie jetzt.
Kopfgeburt.
-Pass auf! -Der hat doch mehr erreicht als ich.
-Schicke Bude, etwas verwohnt. -Du bist spät dran.
Zwei fast klimaneutrale Autos, wohlstandsverwahrloste Kinder.
Ist doch alles in Ordnung hier.
♪ Die Freiheit ist mein ♪
Mein Leben ist so flach. Ich kann meinen eigenen Grabstein sehen.
♪ Es ist ein neuer Tag, ein neues Leben ♪
♪ Für mich ♪
♪ Ich fühle mich gut ♪
[die Musik klingt aus]
Scheiße.
[Türklingel]
[Türklingel]
[Türklingel]
Mannomannomann.
-[Mädchen] Wohlsein. -[Husten]
Was wollen Sie? Und wer sind Sie?
Muskat. Von nebenan.
Das ist nicht mein Name.
Aha. Mhm.
Sie können hier warten.
[lustige Musik]
Muskat, Muskat, Muskat.
-Angst vor dem dritten Weltkrieg, hm? -Bitte?
Bei so viel Futter, was Sie da bunkern.
Sammelt sich halt an mit der Zeit.
Bist du hier zu Besuch? Oder warum kenne ich dich nicht?
Ich war bis letzte Woche noch auf einer guten Schule.
[Frank] Ah, Internat, ja?
Und jetzt? Ferien?
-Abi. -Die hier?
-Geiles Teil. -Gib das her!
Hab ich mich doch nicht geirrt.
Wollten Sie sich das Licht auspusten oder haben Sie irgendwen umgelegt?
-Sollen wir die Leiche entsorgen? -So ein Quatsch! Her damit!
Was für eine abartige Sauerei man mit dem Ding machen könnte.
Das Ding ist geladen!
Frustriert? Arbeitslos? Krebs?
Lass los jetzt!
Bum!
Bist du alt genug dafür?
Ich hab früh genug angefangen.
Wohlsein.
Und tschüss.
Sie sollten mir dankbar sein. Ich hab Ihnen das Leben gerettet.
-Hätte ich nicht geklingelt... -Ich wollte mich nicht umbringen.
Mhm.
Wer damit nicht trifft, will nicht sterben.
-Ich wollte nicht sterben. -Also ein Hilfeschrei, ja?
Hätt das der Postbote hören sollen?
Ach!
Du hast doch keine Ahnung.
Doch.
Ich wollt mir mal was Gutes tun.
[Frank] Wieder in Form kommen.
Mich auf den Halbmarathon vorbereiten vielleicht...
Sie waren im Dampfbad.
Ich hab sie gehört bei der Führung.
Aber warum erzähle ich dir das eigentlich alles?
Damit du dich drüber lustig machen kannst.
[Mädchen] Du hättest die Wumme auspacken müssen.
Und der Fitnessarsch verteilt in tausend Stücken auf dem Parkplatz.
Carmen und ich kennen uns seit 20 Jahren, haben zwei Kinder.
Gemeinsame Schulden.
Ich hätte gedacht, dass Sex bei uns einfach keine Rolle mehr spielt.
Frauen werden erst ab 40 wieder geil. Das ist Biologie.
Dann ist alles gut durchblutet, das Hirn setzt aus.
Wenn man da richtig reinhämmert... Selbst schuld, wenn du es ihr da nicht besorgst.
Danke.
Wegen der Frau den Stecker ziehen?
Wenn du sie nicht fickst, hast du sie auch nicht vermisst.
[Frank] An dem Nachmittag war ein wichtiges Meeting in meiner Firma.
Sporbert Drehtechnik, vielleicht kennst du's ja.
Jedenfalls... Neukunde. Riesenauftrag.
[Handyvibration]
[Hupen]
Spor...
[Frank] Vier Stunden zu spät.
Wir haben den Auftrag geholt, ohne dass mich jemand vermisst hat.
Dass ich nicht da war, hat gar keiner gemerkt.
Dabei bin ich der Chef.
[Mädchen] Andere wünschen sich das, unsichtbar sein.
Da kann man machen, was man will.
[Frank] Neulich setzt mich mein Sohn auf dem Sofa auf mich drauf,
weil er mich nicht gesehen hat.
Für die bin ich doch nur ein Geldautomat.
Bevor Carmen nach Hause kommt, schaff ich's vielleicht noch zum Baumarkt.
[Mädchen] Ruf sie doch an. Wenn sie für den Scheiß mitverantwortlich ist,
kann sie wenigstens Dachpappe mitbringen.
[Frank] Reich mir die Jacke an.
Wie lange gammelst du jetzt schon hier rum?
[Frank] Dienstag.
Seit einer Woche?
Und das hat niemand gemerkt?
[Mann] Oh Gott, du bist so gut durchblutet.
[sie lacht]
[lustvolles Stöhnen]
[Mann] Tempolauf!
[der Mann lacht]
Läufer haben so geile Bauchmuskeln.
Von mir aus können wir noch mal in die Büsche gehen.
-[Mann] Bin ich ein Sexobjekt für dich? - Nein, natürlich nicht.
Schau mal, ich reiße mir seit fünf Jahren den Arsch auf.
Ich mach Doppelschichten im Studio.
Ich mach die Ausbildung zum Heilpraktiker. Warum?
Weil nichts hängen bleibt.
Nein. Weil ich an was glaube. An eine Zukunft mit dir.
Ich hab einen Mann und alle Probleme, die ein Mann mit sich bringt.
Du bist meine Affäre, und das ist gut so.
Wir können nach Ibiza gehen zu meinem Bruder.
Ich hab mit ihm geredet. Wir lassen alles hier zurück.
Ein für allemal, man geht nicht nach Ibiza, man fliegt.
Oh!
Ich liebe dich!
[leise] Ich liebe dich... so krass.
[Mädchen] Na sieh mal an. Tipptopp. An dir ist ja doch ein richtiger Kerl
verloren gegangen. Hm?
Deine Mutter ruft dich grad zum Essen.
Abgesehen davon, dass meine Mutter höchstens mal den Kellner
wegen des Essens ruft, meine Eltern sind in Frankreich.
Mit deinem Vater hab ich in den drei Jahren, die die hier wohnen,
vielleicht zwei Sätze gewechselt.
Die Hütte ist ja auch nur zum Abschreiben.
Hast du schon mal von Decker Unternehmensberatung gehört?
Dein Vater ist der Decker?
Je veux, tu veux, il, elle veut, nous voulons.
[Frau] Entschuldigung.
-[das Baby weint] -Vous voulez? Ils veulent.
Et vous maintenant?
Allez!
Allez! Allez! Je veux...
[die Frauen wiederholen die Verbformen]
[das Baby weint weiter]
Hallo, Frank.
Schade, dass du nicht rangehst.
Wir haben noch gar nicht über den Urlaub gesprochen.
Ich dachte, wir könnten einfach mal wieder zusammen Essen gehen.
Ich lass die letzte Stunde ausfallen.
Drei Hausfrauen das kleine Einmaleins beizubringen, ist...
[die Frauen verstummen, eine Frau räuspert sich]
[das Baby weint]
Nach dem Abi studiere ich Jura, und dann bekommt Decker
noch einen Partner, der falsche Hoffnungen an die armen Schweine verkauft,
die meine Eltern noch nicht zu Tode beraten haben.
Sei doch froh. Andere müssen sich abstrampeln,
um solche Aussichten zu haben.
Ja. Ich packe am besten gleich meine Koffer für Südfrankreich.
Und im Herbst geht's nach Harvard.
Komm schon. Sich mit 13 ein Pony wünschen und sich jetzt über Harvard beschweren...
Weißt du was? Mach den Scheiß doch alleine.
Oder knall dich endlich ab. Ich bin weg.
Sag mal, spinnst du?
Frank, wo steckst du? Meld dich mal!
Entschuldigung. Haben Sie meinen Mann gesehen?
Frau Sporbert.
In der Fertigung, wahrscheinlich.
In der Fertigung sagen sie, er ist im Büro, und hier das Umgekehrte.
Ist knifflig.
[Frank] Entschuldigung.
-Ich sagte "Entschuldigung". -Ich hab Wasser im Ohr. Ich hör nichts.
Entschuldigung. Das war nicht so gemeint. Ich heiße übrigens Frank.
Deine Drehfabrik, Frank, das ist doch hundertprozentig
auch so eine Nummer von wegen: Sohnemann, übernimm, was ich aufgebaut habe. Hm?
Das hab ich gern gemacht.
Deswegen hat dein Haus jetzt auch einen neuen Kamin. Ich verstehe das.
Aber ich will nicht so werden wie du oder meine Eltern.
Meine Mutter ist so stoned von Beruhigungsmitteln.
Die ist am 11. September auf dem Sofa eingepennt.
Und mein Vater ist ein wandelnder Taschenrechner.
Wenn ich tue, was meine Alten wollen, schau ich bald auch
im Bademantel in ein Gewehr.
-Oder du wirst Mutter und Alkoholikerin. -Bin ich ja schon.
Ich bin Sascha.
Hallo, Sascha.
Willst du wissen, was mich glücklich macht?
Das wird aber nicht so eine Sadomaso-Nummer, oder?
[Sascha] Also doch Sadomaso.
Welche soll ich spielen? Die Strat?
Die Strat?
-Die Teli? -Die da.
Gute Wahl.
-Weißt du, wer auf so einer spielte? -Die Toten Hosen passen zu dir.
[er spielt "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana]
[Schlagzeug]
[gedämpfter Gitarren- und Schlagzeugklang]
[Frank] ♪ Schnapp dir einen Haufen Waffen Und bring deine Freunde ♪
♪ Es macht Spaß zu verlieren Und so zu tun, als ob ♪
♪ Sie ist überaus gelangweilt Und selbstsicher ♪
♪ Oh nein, ich kenne ein Schimpfwort ♪
[Frank und Sascha] ♪ Hallo, hallo Hallo, wie tief unten? ♪
♪ Hallo, hallo, hallo, wie tief unten? ♪
♪ Hallo, hallo, hallo, wie tief unten? ♪
♪ Hallo, hallo, hallo... ♪
♪ Wenn das Licht aus ist Ist es weniger gefährlich ♪
♪ Hier sind wir nun, unterhalte uns ♪
♪ Ich fühle mich dumm und ansteckend ♪
♪ Hier sind wir nun, unterhalte uns ♪
♪ Ein Mulatte, ein Albino ♪
♪ Ein Moskito, meine Libido ♪
♪ Yeah! ♪
♪ Yay ♪
♪ Wenn das Licht aus ist Ist es weniger gefährlich ♪
♪ Hier sind wir nun, unterhalte uns ♪
♪ Eine Ablehnung, eine Ablehnung ♪
♪ Eine Ablehnung ♪
Und jetzt?
Wenn ich das Chaos beseitigen will, bevor...
Ja.
Verstehe.
Ich hab einfach nicht die Kraft, Carmen oder den Kindern
reinen Wein einzuschenken.
Aber Punkt 18 Uhr hier auflaufen und gute Miene zum blöden Spiel machen geht?
Was glaubst du, wie lange es dauert, bis die checken, was hier los ist?
Und was sagst du denen dann?
Was sagst du deinen Eltern, dass du nicht mehr mitspielen willst?
Ich würd die Löcher an der Decke so lassen.
Stellt mal jemand eine dumme Frage, ist die Katze eh aus dem Sack.
Hm. Wetten, die merken's nicht.
Danke.
War knapp heute, hm?
Ja.
Bei mir auch.
Was heißt das?
Was meinst du damit?
Könnte ich noch mal eins?
-Danke schön. -Okay.
Meine Süße! Haben Sie ein Glück, dass jemand abgesprungen ist.
Was kann ich Gutes für Sie tun?
Ich will die Frisur einer 20-Jährigen.
Ach Gottchen!
Das haben Sie doch gar nicht nötig.
Ich sage immer, man muss zu dem stehen, was man mitbringt
und das Beste daraus machen.
Hm. Wenn sich Ihr Mann im Keller mit so was Ähnlichem
wie der Klassenkameradin Ihrer Tochter rumtriebe,
würden Sie auch wollen, dass Ihr Friseur still ist
und Sie schnell auf Vordermann bringt.
Bitte.
Okay.
Kapiert.
[er pfeift den Refrain von "Smells Like Teen Spirit"]
[er pfeift weiter]
[melancholische klassische Musik]
[Tür]
Na, wie geht's?
Gut.
Was gibt's?
Fällt dir nichts auf?
Doch. Das Ratatouille brennt an. Sieht aber trotzdem lecker aus.
-Kinder auch da? -Ja.
Du hast angerufen heute.
Nichts Wichtiges. Bloß so.
Na dann.
[Grunzlaut]
[Mädchen] Papa?
Ja, was gibt's denn? Neue Hiobsbotschaften aus der Schule?
Ein Amoklauf?
-Es geht um Max. -Was ist mit deinem Bruder?
Er hat eine Fahne und ein blaues Auge.
Und eine Fünf in Mathe, verdammte Petze.
[Carmen] Wie bitte?
Jetzt regt euch halt auf.
Wie sieht denn dein Auge aus?
Mama, der hat eine Fahne.
-Er stinkt nach Alkohol. -Du bist eine Lesbe.
-Was soll das? -Wie ist das passiert?
Ach, halt Unfall.
Was denn für ein Unfall?
-Deine Geburt war schon ein Unfall. -[Max] Und wie.
[Carmen] Warum lässt du dich immer verkloppen? Hau doch mal zurück!
[Mädchen] Ich kann mich wehren.
[Carmen] Hör auf, alles immer besser zu wissen. Ist doch wahr.
[Streitgespräch tritt in den Hintergrund]
[melancholische Musik]
[fernes Hundegebell]
[Frank] Sascha!
-Ich hab gar nichts bestellt. -Du brauchst was auf die Rippen.
Und, haben Sie's kapiert?
Die sind mit sich selbst beschäftigt.
Mach es warm.
Sieht lecker aus. Danke.
Was meintest du mit bei dir war's heute auch knapp?
[melancholische Musik]
-[Frank] Ist nicht wahr. -[Schuss]
Doppelselbstmord. Was meinen Sie, wie viele Hits wir damit gehabt hätten?
Und warum?
Ist eine lange Geschichte. So lange braucht deine Frau nicht im Bad.
Kannst du das bitte abbauen?
Was meinen Sie, wie lange ich für den Knoten gebraucht hab?
Sascha.
Sehen wir uns morgen?
Nur, damit keiner von uns auf dumme Gedanken kommt.
["Come As You Are" von Nirvana]
Untertitel von: Tobias Pur
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