All language subtitles for Blaumacher (2017) S01E02 Blasehase

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Original subtitles

[Frank] Alles, was ich je wollte, war das Leben, das ich jetzt habe.

Und jetzt, wo es da ist...

Carmen und ich kennen uns seit 20 Jahren.

-Fällt dir nichts auf? -Das Ratatouille brennt an.

[Frank] Ich dachte, Sex spielt bei uns keine Rolle mehr.

-Du bist nur meine Affäre. -Ich liebe dich!

[Schuss]

-Wer sind Sie? -Geiles Teil!

Wollten Sie sich umbringen?

-Oder haben Sie wen umgelegt? -So ein Quatsch!

Also ein Hilfeschrei.

[Frank] Ich hab nicht die Kraft, der Familie reinen Wein einzuschenken.

[Sascha] Du gammelst seit einer Woche hier rum?

-Ich heiße Frank. -Ich bin Sascha.

[Sascha] Ich will nicht so werden wie du oder meine Eltern.

-[Frank] Ist nicht wahr. -[Schuss]

Doppelselbstmord.

-Und warum? -Ist eine lange Geschichte.

War knapp heute, hm?

[Frank] Sehen wir uns morgen, damit keiner von uns auf dumme Gedanken kommt?

[melancholische Musik]

[Männerstimme] 31. Oktober 1984.

Mit 66 Jahren fällt Indiens Premierministerin, Indira Gandhi,

einem Anschlag der eigenen Leibwächter zum Opfer.

["Candle In The Wind" von Elton John]

Die Männerwelt wird dir zu Füßen liegen.

Wenn Sie mit dieser Lippenpumpe zur selbstbewussten, volllippigen,

wunderschönen Frau...

[melancholische Musik]

[Fiepen]

[Rascheln]

[Fiepen]

Sascha?

[Fiepen]

-Sascha, mach keinen Quatsch! -Sei leise!

-Und sag "bitte"! Sonst drehe ich durch. -Lass mich rein, bitte.

[Fiepen]

Wenn die sich ausbreiten...

Wo ist ihr Typ? Die managt das alles alleine.

[Frank] Bei sechs auf einmal? Hat sich erschossen.

Manche Frauen reißen sich für ihr Land den Arsch auf.

Dann werden sie aus Frust von irgendwelchen Deppen abgeknallt.

Oder sie rennen von einem Idiot zum nächsten,

und ihr Fahrer fährt sie tot.

Aber wenn euch ein Furz quer sitzt, sofort Schrotflinte.

Also wegen mir musste sich noch keine Frau beschweren.

Wir haben eine Quote in der Firma.

["Le destin t'a donné ta chance" von Dany Brillant]

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Hm. Ich mach das Abi. Und dann können die mich kreuzweise.

Dann ziehe ich aus. Nach Berlin oder gleich ins Ausland.

Dann erfinde ich mich für immer neu.

-[Frau] Wen meinen Sie mit "die"? -Ich schätze mal, sie meint mich.

Was glauben Sie, was Ihre Mutter möchte?

Dass ich so werde wie sie, dass ich denselben Scheiß mache.

Dabei hasse ich sie. Ich hasse sie.

Ich frage mich, warum ich so bin, wie ich bin.

Weil ich nicht so werden will wie sie.

So fitnessbesessen, als ob man irgendwas gegen Bindegewebe

und Schwerkraft machen kann.

Die hat keine Connection mehr zu ihrem Inneren.

Alles weggefastet und Pilates-gedehnt.

Wenn die mir noch einmal Hafermilch auf den Tisch stellt, hol ich mir eine Kuh.

[Frank] Halbtags arbeiten hast du doch gar nicht nötig.

[Carmen] Ich brauch auch was für mich.

[Frank] Na gut. Aber ich kann in der Firma nicht kürzer treten.

[abgehakt] Selbstständige Arbeit ist natürlich selbstverständlich.

Flexibilität für mich das Allerwichtigste.

Mehrwertschaffung, darum geht's.

Die Kunst ist eine Synergie aus Verkauf und Kaufen.

Kopf und Bauch.

Intelligenz und Herz.

Wenn das nicht da ist, ist es scheiße.

[Lachen]

[Frank] Wie lief die Bewerbung?

Ich war gar nicht. Du hast recht. Das ist nichts für mich.

So, es reicht.

Was? Introspektion macht hungrig.

Iss ruhig. Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit.

Kann ich kurz mit meiner Tochter alleine sprechen?

-Was wühlt Sie jetzt so auf? -Bitte.

-Es wäre schön, wenn... -Bitte! Raus.

Das war megapeinlich.

So bist du immer.

Du musst dich nicht rechtfertigen für was du willst.

Nicht bei mir.

Es ist nicht alles Wunschkonzert.

Es gibt Dinge...

Ich glaube nicht, dass ich mich immer frei entschieden habe.

Die Sprachschule.

Oder vielleicht sogar dein Vater.

-Soll das heißen, du wolltest mich nicht? -Du warst auf die Minute genau geplant.

Ich bin stolz auf dich.

Und ich mag dich genau so, wie du bist. Und deinen Bruder auch.

Du lügst.

Man kann nicht mich mögen und diese Missgeburt.

Habt ihr den im Müll gefunden oder was?

Ich habe keine Wahl. In meinem Alter ist der Teller so voll,

da ist nicht mehr viel Spielraum.

Ich muss unser Leben zusammenhalten und organisieren.

Aber ich möchte nicht, dass du so wirst wie ich.

Du musst dich abgrenzen. Das tut dir gut!

Mhm. Ich grenz mich dann mal ab und geh in die Schule, okay?

Was wird das?

Abends ist's kalt da unten. Sie brauchen ein Nest.

Warum geht's dir schlecht?

Schieb das Übel der Welt nicht nur allen Männern in die Schuhe.

-Was ich alles für Carmen gemacht habe. -Schieß los.

Rechtfertige dich.

Ich ließ das alte Schulungszentrum der Firma ausbauen.

-Ich scheute keine Kosten... -Schon kapiert. Ich fass das zusammen.

Deine Kinder kommen in die Schule, deine Frau mault unzufrieden rum.

Sie gründet in ihrer Panik etwas Debiles, was keinen Profit abwirft,

aber steuerlich für dich eine geile Abschreibung ist.

Emanzipatorisch gesehen: lebenslange Missionarsstellung. Danke.

So geil wie Prinz Charles.

-Sie hat das glücklich gemacht. -In deinem Patriarchat, ja!

Finanzier mir auch eine Sprachschule. Ich geh auch nach Harvard!

Und noch was. Courtney Love hat deinen scheiß Kurt Cobain nicht umgebracht!

Aber der hat wenigstens getroffen!

-[Frank] Ja, bring du dich halt auch um. -Bring du dich doch um!

[melancholische Klaviermusik]

-Hast du dich wieder eingekriegt? -Nein.

Ich sag nur nichts mehr dazu.

-Und jetzt? -Wir könnten was unternehmen.

Sagt man: "Wir machen was Aufregendes",

sind das immer die beschissensten Tage.

Der Wagen meiner Mutter muss zur Inspektion.

[Hupen, Geschrei auf der Straße]

[Mann] Thomas Müller, hallo?

Thomas, ich will Sex, und zwar sofort.

Carmen?

Wer denn sonst?

Okay, ich komm runter.

Und dann? Denk doch mal nach!

[Buzzer]

Wow!

[Sascha] Wie geil ist denn deine Mutter?

War.

Der Lack ist original.

Vorsichtig bitte.

Außer meiner Mutter und mir ist mit dem Wagen noch nie jemand gefahren.

Ausgleich fürs Patriarchat.

Rückwärtsgang, und langsam kommen lassen.

[der Motor springt nicht an]

[der Motor springt nicht an]

[Thomas] Das hat gemüllert.

Weißt du, warum?

Weil ich deinen Rectus femoris entgegen deines Adductor longus massiert hab.

Haha.

Willst du auch was?

Mein Bruder sagt, dass du zu alt für mich bist.

Aber ich sag immer: Man ist nur so alt, wie man im Kopf denkt.

Umberto Eco zum Beispiel, ja?

-Topfit der Mann, kopfmäßig. -Der ist ja tot.

Willst du noch Kinder?

Das ist Charlie.

Und Chaplin.

Charlie Chaplin, hm?

Ja weil sie so lustig sind.

Ich dachte, wegen Schwarzweiß.

Nee.

[Carmen] Tolle Aussichten.

Hier. Streichle ihn mal, dass er sich an dich gewöhnt.

[Schnurren]

-[Miauen] -Er hat Krebs.

Dreihundert zahl ich im Monat für die Medikamente.

Aber da fallen ihm die Haare von aus. Da hilft auch kein Umberto Eco vorlesen.

Der dreht da total am Rad.

Das ist total Kopfsache bei ihm.

Weißt du, was ich mache? Hier.

Hm?

Er stirbt. Das ist schlimm, ich weiß.

Aber weißt du, was dir passiert, das heißt nur, eine Sache endet.

Und eine neue fängt an.

Hier endet gar nichts. Und hier fängt auch nichts Neues an.

Aber Carmen, ich hab Perspektiven.

Weißt du? Bei mir rufen Leute aus, zum Beispiel aus Hamburg.

Die wollen mein Programm machen. Ich hab auch eine Internetseite.

Ab Montag hab ich eine. Das sind meine Visionen.

Frank und ich, wir haben uns eingerichtet.

Das ist nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht.

Aber das reicht doch nicht, Carmen.

Doch.

Weil...

...hier, wir...

Das funktioniert nicht.

Schluss!

Ist es wegen Chaplin, weil du denkst, ich bin nicht frei im Kopf für dich?

[die Tür kracht zu]

Frank?

[sie stößt Luft aus]

[sie atmet tief durch]

Frank?

[ein Automotor springt nicht an]

[der Motor springt an]

[Sascha jubelt]

[Sascha] Juhu! Geiler Schlitten!

[Sascha jubelt]

[Carmen] Oh Gott.

[Schreien]

[treibende, dröhnende Musik]

[sphärische Musik]

[melancholische Klaviermusik]

[Frank] Sie hatte eine Sonnenallergie.

Deshalb fuhren wir immer mit geschlossenem Verdeck.

[Sascha] Warst du in sie verknallt?

[Frank] Vielleicht. Vielleicht auch nur, weil mein Vater sie scheiße behandelt hat.

Er kaufte ihr gefühlt jedes zweite Jahr ein neues Cabriolet

oder einen Sportwagen.

Er muss ein schlechtes Gewissen gehabt haben.

Das ist so abgefuckt, ey.

Und? Durchlebst du es? Bist du jetzt therapiert?

-Meine Augen tränen. -Toll.

Worin unterscheidet sich der Sportwagen deiner Mutter

-von der Sprachschule deiner Frau? -Touché.

["Lonely Boy" von The Black Keys]

[sie singt eine Melodie]

[laute Musik]

Komm, gib mal her. Du versaust mir noch die Polster.

Hab dich nicht so. Ich pass auf. Ich versprech's.

Ein perfekter Moment. Nichts stört.

-[Reifen quietschen] -Im Ernst?

-Scheiße! -[Sascha seufzt]

[Polizeisirene]

-Oh, Scheiße! -Warum wirfst du das Teil auch raus?

-Spinnst du? -Was hätte ich denn machen sollen?

Glauben Sie ja nicht, dass ich nicht erkannt hätte, was das für eine Dose war.

Ich wurd darauf trainiert, Details blitzschnell zu erfassen.

Ach. Wenn das nicht der Blasehase ist.

Männer lassen dich für sie ihre Drecksarbeit erledigen.

Bild dir bloß nichts drauf ein.

-Äh... Könnten wir das so regeln? -Aussteigen!

Andere Seite, wegen des Verkehrs.

Na komm! Hoppeldihopp!

Komm, steig aus.

[Funkspruch]

Elf vierzehn für Zentrale. Es dauert noch mit der Pizza.

Ich sage nur: Blasehase wieder on the road.

[Mann, über Funk] Danke.

Alkohol am Steuer. Blasehase da.

-Na, willst du das auch durchfunken? -[Stöhnen]

-Opportunistische Sau! -Bist du irre?

Lass mich runter, Frank!

Carmen wird mich umbringen.

[Sache] Das ist gut, wenn man lebensmüde ist.

Du nervst jemanden so lange, bis er es dir besorgt.

Allein für die Sprachschule hat sie einen gut bei dir.

Dir ist klar, wie das hier aussieht?

Blasehase?

Willst du mich vielleicht mal aufklären?

Ich war an einem Unfall beteiligt und hab durch gewisse Umstände

zur allgemeinen Belustigung beigetragen.

Was für Umstände?

Das ist nicht lustig.

Ja, lache ich?

Der Airbag schießt raus, knallt gegen meinen Hinterkopf, Klappe zu.

Den Rest kannst du dir denken. Das war der Blowjob meines Lebens.

Jeder hat seine Autogeschichten.

Und... ist das der Grund, warum du so drauf bist?

Hey.

Komm mal her.

Komm schon. Ich beiß nicht.

Mach das nie wieder.

Ich wollt nur gucken, ob da was ist.

Ist es nicht.

[Zellentür]

[Frau] Da sind die beiden, Frau Sporbert.

-Wir gehen. -Und die Kleine?

-Keine Ahnung. Die kann hier verrotten. -Gute Idee.

Eine Sache noch.

Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen für alles.

Sie sind eine starke Frau. Selbstbewusst in diesem von Männern dominierten Beruf

zu agieren, das fordert meinen vollsten Respekt.

Mhm.

Sonst noch was?

Vor den Kollegen zugeben zu müssen, dass Sie von einem Mädchen verdroschen wurden,

wäre das nicht peinlich?

Also ich meine so richtig, mit der Nase und so.

Wäre ich da nicht ein viel würdigerer Gegner gewesen?

-Ich trainiere. -[Carmen] Frank.

Was sagen Sie? Ich nehme alles auf mich, dafür lassen Sie die Kleine aus der Zelle.

Rechnen Sie von mir aus noch einen Bestechungsversuch obendrauf.

Also nur, wenn Sie wollen.

-Die hab ich dir geschenkt! -Da gibt's nur ein Problem, Herr Sporbert.

Sie haben mich nicht geschlagen.

Wir gehen jetzt.

Sie hören vom Staatsanwalt.

Jetzt warte doch mal!

Was kommt jetzt noch, worauf ich warten soll?

Ich muss zur Werkstatt.

Du musst in die Klapsmühle. Was hast du da grade gemacht?

Ich war spontan.

-Du hast eine Polizistin geschlagen. -Ja.

Bist du auch noch stolz drauf?

Im Moment zumindest.

Und was mit dem Kind da läuft?

Hast du vor, heute Abend nach Hause zu kommen?

Natürlich.

Thüringer?

Tag der offenen Tür.

Richtig was los, hm?

Wunderschönes Auto.

-Wie viel haben Sie hier? -Thüringer?

Euro.

Vielleicht 15.000 im Tresor.

Für 15.000 können Sie ihn haben.

Aber der ist in einem 1A-Zustand.

Dann nehme ich noch Senf dazu.

[melancholische Klaviermusik]

Ich brauch noch einen Moment.

[melancholische Musik]

Das ist das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte.

Wenn ich so ausraste, ertrage ich mich selbst nicht.

Nach all den Jahren, wir können doch reden.

Oder?

Finde ich gut.

Danke.

Ich bin ein Arsch.

Eigentlich nur fair, du und die Kleine.

Ich weiß gar nicht, warum ich mich da so aufrege.

Das ist nichts.

Woran denkst du jetzt?

[schwungvolle, rhythmische Musik]

[Frank] Deine Locke, das war...

Das war wie bei Renate.

Du denkst an deine Mutter?

Ja.

Ja. Auf einmal ergibt das alles Sinn, warum das so gematcht hat, du und ich.

Wenn wir uns gefragt hätten damals, wie unsere nächsten 20 Jahre aussehen,

das alles hier, hättest du das gewollt?

Ich... Das...

Das ist doch egal.

Von einem Punkt an haben wir das Kreuzworträtsel nur noch ausgefüllt.

Und jetzt fange ich an, mich zu fragen, ob wir nicht vielleicht einfach nur...

...insgeheim... Rollenmuster erfüllen?

Und welche Rolle spiele ich dabei? Die Widergeburt deiner Mutter?

Das ist so erniedrigend.

Aber doch für uns beide.

Ich hab nur gemacht, was nötig war.

Das Haus, die Kinder.

Zurückgesteckt. Ich habe immer zurückgesteckt.

Und wenn du mich anfasst, dann denkst du an deine Mutter!

Ich dachte, du musst dir Luft verschaffen. Das hätte ich verstanden.

Aber du...

Du stellst alles, alles infrage!

Sag doch, dass du nur ein bisschen rumvögeln willst.

Das würd alles so viel einfacher machen.

["She's Long Gone" von The Black Keys]

Untertitel von: Tobias Pur

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