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AMAZONAS REGENWALD BRASILIEN
Mann!
Ein Meisterwerk.
Schau, wo der hingefallen ist.
-Ja, super. -Sehr schön.
Leicht zu fällen. Kein dünner Baum.
Ist der älter als 500 Jahre?
Wahrscheinlich.
Das Benzin der Holzfäller.
War klar.
'ne Menge Müll.
Sie haben getötet. Das ist traurig.
Ich heiße Marçal.
Ich bin der Leiter der Forest Guardians im indigenen Territorium Araribóia.
Ich bin 32 Jahre alt, habe zwei Kinder und bin im Krieg.
Die Forest Guardians kämpfen für die Wälder, die heute noch stehen.
Wir sind Beschützer.
Wir beschützen die Flüsse,
den Wald und die Tiere.
Irgendwann wurde ein Häuptling von Holzfällern getötet.
Die Stammesältesten haben die Forest Guardians gegründet,
weil die Holzfäller ständig in unser Land eingedrungen sind.
In der Stadt gibt es die Polizei und die Armee.
Wir haben uns gedacht:
"Warum haben die Weißen einen solchen Schutz und wir nicht?
Gründen wir unsere eigene Armee, um unser Territorium zu schützen."
Stellt euch auf.
Großer Geist, alles wurde von dir erschaffen.
Du willst keine Zerstörung.
Hilf uns und schütze unsere Krieger.
Halte die Eindringlinge von unseren Wäldern fern.
Indigene in der Gegend.
Seid wachsam.
Meine Stiefel sind kaputt.
Es ist die Hölle, arm zu sein.
Ich heiße Valdir Duarte.
Ich habe keinen Beruf,
denn dieser Job ist kein Beruf.
Ich fälle seit 30 Jahren Holz. Ich habe es von meinen Eltern gelernt.
Es ist sehr, sehr riskant, im indigenen Territorium Holz zu fällen.
Aber wenn ich aufhöre, muss ich hungern.
Und meine Familie auch.
Wir wissen, dass wir hier illegal arbeiten,
aber wir sind dazu gezwungen.
Hallo!
Für wen arbeitest du? Oder ist das Holz für dich?
Ja.
Okay. Wie heißt du?
-Elder. -Wo wohnst du?
In Candeias. Mein Sohn ist sehr krank.
-Du weißt, dass das falsch ist. -Ja.
Wer hat den Zaun da gemacht? Du?
-Ja. -Für wen?
Für einen Mann in der Stadt.
Wer?
-Marcio. -Marcio wer?
Weiß ich nicht.
Jemand hat dir auf der Straße eine Kettensäge gegeben,
und jetzt fällst du auf Privatgelände Bäume?
Wegen Umweltverbrechen kann man ins Gefängnis kommen!
-Willst du das? -Nein.
Wo ist dieser Marcio?
In der Gegend.
Verarsch mich nicht. Wo kommt er her?
-Ich verarsche Sie nicht, Boss. -Wo arbeitet er?
Marcio aus Candeias.
Und wo ist sein Haus?
In der Nähe der neuen Kaserne der Militärpolizei.
-Er hat dich angeheuert? -Ja.
Ich lass dich gehen, weil dein Sohn krank ist.
Aber die Welt ist klein, Vorsicht.
Mein Sohn heißt Pedro Henrique.
Ich hoffe, Pedro Henrique bringt dich auf den richtigen Weg.
Wissen Sie, wie alt dieser Baum ist? 150 bis 200 Jahre.
Wenn ich ihn Montag anzeige, wissen Sie, was passiert?
Nichts.
Vor 20 Jahren hätte man den Typen einfach mit seiner Kettensäge zerlegt.
Es war leichter, diese Probleme zu lösen.
Ich heiße Tadeu Fernandes.
Ich bin hier 1967 hergekommen.
Ich stamme aus Rio.
Ich habe das Land 1974 gekauft.
Es war alles Dschungel.
Wir haben die 28.000 Hektar Land in ein Naturschutzgebiet verwandelt.
Wir haben ein Ökohotel eröffnet.
Wir hatten viele Träume in unserem Leben,
und das war unser größter Traum.
Aber nach und nach ist aus dem Traum ein Albtraum geworden.
Das ist ein Satellitenfoto von 1997.
Das ist unser Schutzgebiet.
100 Prozent grün.
Daneben liegt der Jacundá-Nationalpark.
Auch völlig grün.
Und das ist ein Foto derselben Gegend von 2008.
Die illegal abgeholzten Bereiche sind rot dargestellt.
Bis 2020 wurde noch mal zweimal so viel abgeholzt.
Es existiert eine Stadt auf unserem Land.
Sie hat ungefähr 3200 Einwohner,
VILLA SAMUEL AUF TADEUS LAND
320 illegal besetzte Grundstücke, acht illegale Sägewerke.
Das größte Verbrechen gegen die Umwelt in Brasilien.
Man könnte meinen, dass nur Einzelpersonen
oder kleine Gruppen für die Zerstörung des Regenwaldes verantwortlich sind.
Aber das stimmt nicht,
denn es gibt viele Anreize, in unser Land einzudringen.
Sägewerke, die illegal geschlagenes Holz verarbeiten,
Firmen in Brasilien, die gestohlenes Holz exportieren,
und Importeure in den USA und Europa, die wissen, dass es gestohlen ist.
Das ist Korruption. Warum verbietet die Kommune das nicht?
Warum unterbindet die Polizei das nicht?
Es ist klar, dass Leute bestochen werden.
Die Politiker befehlen den Behörden, ein Auge zuzudrücken,
um sich Wählerstimmen zu sichern.
Das läuft nicht nur hier so, sondern im gesamten Amazonasgebiet.
BELÉM - AMAZONASGEBIET, BRASILIEN
Ich heiße Puyr Tembé.
Ich bin eine Tembé aus dem indigenen Territorium Alto Rio Guamá.
Als indigener Mensch hat man Widerstand im Blut.
Ich habe meine Heimat verlassen und lebe jetzt hier,
um für unser Land zu kämpfen.
In Belém, einer Stadt mitten im Amazonasgebiet,
leben zwei Millionen Menschen.
Es war schwierig für mich, mich an die Stadt zu gewöhnen.
Ich habe Rassismus und Vorurteile erlebt.
Ich vermisse meine Familie sehr.
Aber ich bin geblieben,
weil ich hier für die indigenen Völker kämpfen kann.
Es ist sehr wichtig,
dass wir Indigenen uns politisch engagieren.
Nehmen wir unseren Platz ein, auf Stadt-,
Landes- und Bundesebene,
um eine bessere Zukunft zu erschaffen,
nicht nur für uns, sondern für die gesamte Menschheit.
Wir Indigenen wissen, dass es ein David-gegen-Goliath-Kampf ist.
Präsident Bolsonaro forciert den Kalium-Abbau auf indigenen Territorien,
verteidigte die Ausbeutung der Indigenen für die Gewinnung von Kalium.
Die Landwirtschaft braucht Kalium. Wir sind völlig abhängig von Russland.
Wir haben ein ernsthaftes Problem.
Die Regierung Bolsonaro ist eine Bedrohung für die indigenen Völker.
Es wird aus mehreren Gründen nicht erforscht.
Es wird keinen keinen einzigen Zentimeter Land
für indigene oder oder Quilombola-Reservate.
Ich habe es Ihnen gezeigt. Quilombola, indigene Reservate, Umweltschutz...
Unser Agribusiness wird einfach nicht mehr lebensfähig sein.
Sie sprechen unsere Sprache nicht. Arme Seelen, die integriert werden müssen.
Bolsonaro hat das Budget der Polizei gekürzt.
Eine weitere Maßnahme,
die die Umwelt in Brasilien in Gefahr bringt.
Weniger Polizeipräsenz hat zu einem Anstieg von Waldbränden,
Abholzung des Waldes und Gewalt geführt.
Das illegale Eindringen in indigene Territorien
PRÄSIDENT NAHM AN EINER MOTORRAD-KUNDGEBUNG IN UBERABA (MG) TEIL
hat sich seit Bolsonaros Machtübernahme verdreifacht.
Seit 15 Jahren wurde nicht so viel Wald abgeholzt.
Vom Präsidenten ermutigt,
dringen Fleisch- und Sojabauern immer weiter in das Amazonasgebiet vor.
Wir produzieren Lebensmittel für den gesamten Planeten.
Viele Länder kaufen brasilianische Sojabohnen.
BAYER - RURAL - BRASILIEN
Louis Dreyfus, Cargill und Cofco sind hier präsent.
Wir verkaufen alles an sie.
Bevor die großen Firmen sich hier engagiert haben,
wurde hier nur wenig produziert.
Aber in den letzten fünf Jahren wurde in der Region viel investiert.
Wir profitieren davon.
Meine Mission ist es,
das Bruttosozialprodukt meines Bundesstaates
und meines Landes zu erhöhen,
denn ich will, dass wir eine große Nation werden.
Wir holzen den Wald ab, weil wir es müssen.
Wir müssen überleben und für unsere Familien sorgen.
Der Wald muss weichen.
Es ist der einzige Weg für Wirtschaftswachstum.
Es ist nicht fair, dass die Indigenen so viel Land haben.
Sie nutzen es ja gar nicht.
Bleib hier.
-Was? -Bleib hier.
MARÇAL GUAJAJARA WALDHÜTER
Ich hab einen! Komm.
Er ist weg.
Er ist mir aus der Hand gefallen, und jetzt ist er weg.
Okay.
Der Wald bietet uns so viel. Wir brauchen kaum Geld.
Wir brauchen den Wald, den Fluss, Fische, Tiere, die wir jagen.
Forest, river, fish, hunting.
Manchmal fange ich einen Fisch, manchmal nicht.
Und bei der Jagd ist das auch so.
So ist das Leben.
So leben wir.
Manchmal haben wir etwas zu essen und manchmal nicht.
So ist das.
Gott hat Menschen wie uns, glaube ich, erschaffen,
um den Wald zu schützen.
Wie wäre es ohne den Wald, ohne Wasser?
Ich werde emotional, wenn ich darüber spreche.
Es macht mich traurig.
Man spürt die Veränderung.
Früher hat es viel geregnet, aber jetzt...
Das Klima stimmt nicht mehr.
Die Bäume bringen den Regen.
Das Amazonasgebiet ist sehr wichtig für den Regen.
Es ist der größte Schatz, den Brasilien hat.
LUCIANA GATTI KLIMAFORSCHERIN
Toll, was wir für technische Möglichkeiten haben.
Das ist Luft,
die wir in verschiedenen Höhen mit einem Flugzeug gesammelt haben.
Wir analysieren die Proben im Labor, um besser zu verstehen,
wie das Amazonasgebiet funktioniert.
Produziert es CO2, oder ist es eine Kohlenstoffsenke?
Das Amazonasgebiet absorbiert gewaltige Mengen CO2.
Außerdem sorgen Bäume auf einer Fläche von sieben Millionen Quadratkilometern
für Evapotranspiration, das heißt, sie produzieren Regen
und senken die Temperatur.
Dieser Prozess ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Klimas.
Nicht nur in Südamerika,
sondern auf der ganzen Welt.
Wir alle brauchen einen intakten Regenwald,
oder der gesamte Planet gerät aus dem Gleichgewicht.
UNGENANNTER ORT EINGEBORENENGEBIET
Hier ist noch eine Markierung.
So navigieren wir im Wald.
Wenn man einen Baum findet, markiert man ihn.
Wo es Bäume gibt, muss eine Straße gebaut werden.
Das ist hier nicht leicht. Aber ohne Straße geht gar nichts.
Das Abholzen wäre sinnlos.
Aber ich habe eine mögliche Straße für die Maschinen markiert.
TADEU PRIVATER LANDBESITZER
Ich bin hier auf meinem Land.
Hier sieht man, wie der Landdiebstahl anfängt.
Wenn man sich nicht wehrt,
zerstören sie die Zäune und zerschneiden die Drähte.
Wenn man sich immer noch nicht wehrt,
nehmen sie sich das Land und zerstören den unberührten Regenwald.
Da liegt ein Stamm.
Ein gestohlener Baum,
der auch noch neben einem Fluss geschlagen wurde.
Und so läuft die Masche.
Laut dieser Marke wurde das Holz legal geschlagen.
Das ist eine gefälschte Marke.
Die Umweltschutzbehörden schließen die Augen,
und die Holzfäller tun so, als wüssten sie nichts,
und stehlen das Holz.
Es gibt schon Käufer dafür. Es bleibt nicht in Brasilien,
es wird ins Ausland exportiert.
Hauptsächlich in die USA und nach China.
Es wird hübsch verpackt und markiert,
und dann wird es "legal" exportiert.
Wir haben fast 500 Anzeigen erstattet,
aber sie wurden nie wirklich bearbeitet.
Seit 20 Jahren zeigen wir die Leute an.
Beim Umweltschutzministerium, beim Verteidigungsministerium,
bei der Polizei, bei der Staatsanwaltschaft,
bei der Militärpolizei, beim Geheimdienst.
Ich habe mich direkt an den Gouverneur gewendet,
aber niemand interessiert sich dafür.
Wenn es so weitergeht,
wird es unseren Wald in fünf Jahren nicht mehr geben.
BELÉM AMAZONASGEBIET, BRASILIEN
Mein Team und ich verfolgen,
wie stark der Wald in den letzten Jahren abgeholzt wurde.
Auf dieser Karte sieht man einen Bereich, der noch fast unberührt war.
Die pinken Punkte zeigen,
wie der Wald im gesamten Südteil von Alto Rio Guamá
mehr und mehr abgeholzt wird.
BRUNO BASSI INVESTIGATIVJOURNALIST
-All das? -Ja.
Es sind nicht nur Holzfirmen,
sondern Fleischbauern und Bergbauunternehmen.
Alle haben Beziehungen zu Politikern.
Der ehemalige Bürgermeister von Paragominas hat eine Firma,
die Holz exportiert.
Wir haben die Exporte getrackt.
Das Holz wurde über die Karibik an eine Firma in Georgia geliefert,
die es in den gesamten USA und Kanada weiterverkauft hat.
Mehr als die Hälfte der Kongressmitglieder werden von der Landwirtschaftslobby
und Firmen in dem Sektor geschmiert.
Und diese Leute sorgen dafür,
dass die Rechte der indigenen Bevölkerung missachtet werden.
Es handelt sich hauptsächlich um multinationale Firmen
wie Cargill,
CARGILL - VERHILFT DER WELT ZU EINEM BESSEREN LEBEN
Bunge und JBS.
DER WELTMARKTFÜHRERI N DER PROTEINVERARBEITUNG
WIE JBS NOCH IMMER DEN AMAZONAS MASSAKRIERT
WALMART VERKAUFT RINDFLEISCH AUS DEM EHEMALIGEN REGENWALD
Die Geldflüsse stehen in direkter Verbindung zu internationalen Märkten.
Diese Informationen sind sehr beunruhigend.
Es ist meine Pflicht, darüber zu sprechen.
Es ist sehr wichtig,
dass wir an der Weltklimakonferenz COP 26 teilnehmen.
Die Stimme der indigenen Völker muss gehört werden.
GLASGOW, SCHOTTLAND
Politiker und Wissenschaftler sind für 12 Tage
in Glasgow zusammengekommen, mit dem Ziel,
den CO2-Ausstoß zu verringern und eine Klimakatastrophe zu verhindern.
KAPITALISMUS HAT DEN KLIMAWANDEL VERURSACHT
Vertreter von indigenen Völkern auf der ganzen Welt verlangen,
dass ihr Land geschützt und ihre Stimme gehört wird.
Wir verteidigen das Klima, unser Land und das Leben!
...gemeinsam, vereint, werden wir niemals geschlagen.
RECHTE INDIGENER VÖLKER = KLIMAGERECHTIGKEIT
WIR SCHAFFEN DAS, WENN WIR JETZT HANDELN
SÔNIA GUAJAJARA INDIGENE ANFÜHRERIN & AKTIVISTIN
Ich heiße Anja Weisgerber, aber Sie können mich Anja nennen.
Danke, dass wir mit Ihnen sprechen können. Ich bin Sonia Guajajara.
Ich leite eine große Delegation von indigenen Frauen.
Denn es ist Zeit, dass wir etwas tun.
Wir machen uns große Sorgen wegen der Bolsonaro-Regierung.
Er erkennt die indigenen Territorien nicht an.
Das ist eine Bedrohung für uns und für das Klima.
Wir denken, dass wir kämpfen müssen.
Aber es reicht nicht aus,
auf unserem Land und in unserem Wald zu kämpfen,
und die Invasoren,
die Holzfäller und Minenarbeiter rauszuwerfen.
Wir müssen auch unseren Platz im Parlament erobern, wie Joze.
Sie ist in der Gesetzgebung auf kommunaler Ebene involviert.
Uns geht es nicht nur darum,
den Wald zu retten und wieder aufzuforsten,
sondern auch darum, die Köpfe,
Gedanken und Herzen der Menschen auf der ganzen Welt zu gewinnen.
Wir brauchen Solidarität.
Sonia tritt bei den Wahlen an.
Ich rede zu viel, die Arme.
Das soll indigene Frauen ermutigen, ihre Rechte,
die ihnen laut der Verfassung zustehen, durchzusetzen.
Die indigenen Völker waren am Schreiben der Verfassung beteiligt.
Sie versteht Portugiesisch ein bisschen.
Sie sagt, Deutschland ist bereit, Länder, die ihren Wald schützen,
finanziell zu unterstützen.
Deutschland ist bereit,
Emissionszertifikate von Brasilien zu kaufen.
Was hat die Bolsonaro-Regierung für den Umweltschutz in unserem Land getan?
Nichts.
Diese Gelder würden niemals bei uns ankommen.
Es wird Zeit, dass Länder wie Deutschland,
die mit industrialisierter Landwirtschaft und großen Maschinen angefangen haben,
endlich Verantwortung übernehmen.
Wir schützen den Wald seit Tausenden von Jahren.
Wir tun das ohne Bezahlung. Wir tun das für die Menschheit.
Helfen wir uns gegenseitig,
bevor Bolsonaro die indigenen Menschen umbringt.
Wie viel Zeit hat sie für uns? Wir sind nicht wegen Fotos hier.
Wir machen gern ein Foto, aber wir wollen auch den Dialog.
Für Greta Thunberg ist die COP-26-Weltklimakonferenz gescheitert.
Laut ihr ist der Gipfel zu einem Greenwashing-Festival verkommen,
zu einem Werbegag.
Die Geisteshaltung, die uns die Misere beschert hat,
wird uns nicht retten.
Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit
hat es in den 1970er Jahren nicht gegeben.
Ich bin 1967 hier angekommen. Ich bin 3.000 Kilometer geflogen.
Wir sind über einen Wald geflogen, in dem nicht ein Baumstamm umgefallen war.
Es wird nie wieder so sein.
Die Regierung hat den Leuten das Land quasi geschenkt,
um das Amazonasgebiet zugänglich zu machen.
Für Leute ohne Land gibt es Land ohne Leute im Amazonasgebiet.
Im Amazonasgebiet sind ungeheure Reichtümer zu holen.
Die Regierung hat Werkzeuge und Maschinen finanziert,
damit die Brasilianer das Amazonasgebiet besetzen können.
Das Land wurde zu sehr niedrigen Preisen verkauft,
mit der Bedingung, es fit für die Landwirtschaft zu machen.
Wenn man es innerhalb von zwei Jahren nicht zu 50 Prozent gerodet hatte,
musste man es zurückgeben.
Das war sehr effektiv.
Landdiebstahl wurde in Brasilien zu einer Industrie.
Die Betreiber der Sägewerke unterstützen diese Invasion,
damit sie an die Bäume kommen.
Wenn die Bäume weg sind, wird der Rest einfach angezündet.
Die Leute nehmen sich das Land einfach, in der Hoffnung,
Landwirtschaft betreiben zu können.
Der Amazonas brennt.
Feuer fressen sich durch den Amazonas.
Die Lunge der Welt steht in Flammen.
Wenn wir den Amazonas-Regenwald zerstören, zerstören wir uns selbst.
LUCIANA GATTI KLIMAFORSCHERIN
Wir haben in einem Zeitraum von neun Jahren 8.000 Luftproben genommen.
Heute setzt das Amazonasgebiet
leider eine große Menge CO2 frei.
„Die Waldbrände produzieren dreimal mehr CO2, als der Wald absorbiert.
Wir brauchen ein internationales Abkommen, um den Amazonas zu retten.“ - Luciana Gatt
Wissenschaftler befürchten, dass der Amazonas zu einer Grassavanne wird
- mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das weltweite Klima.
Ein schrecklicher Rückschlag hat begonnen. Können wir den Wendepunkt jemals umkehren?
Der Wald stirbt mehr, als er wächst.
Wenn wir den Wald an den schlimmsten Stellen nicht aufforsten,
wird er einen Kipppunkt erreichen.
Er ist am Limit.
Eine Katastrophe für das Klima und für die Menschheit.
EXTREME HITZE SCHÜRT BRÄNDE WÜTENDE WALDBRÄNDE IN KALIFORNIEN
WÜTENDE BUSCHFEUER IN AUSTRALIEN
TÖTLICHE FEUER IN GRIECHENLAND
EILMELDUNG DRINGENDER KLIMAREPORT: "ALARMSTUFE ROT FÜR DIE MENSCHHEIT"
Wir haben nicht das Recht,
das Leben von zukünftigen Generationen zu zerstören.
Wir haben nicht das Recht,
das Leben der indigenen Völker in den Wäldern zu zerstören.
Freunde von uns, die Awá Guajá, leben mitten im Regenwald.
Wir schützen auch ihr Territorium.
Sie leben hier.
Sie haben keinen Kontakt zur Außenwelt,
nicht einmal zu uns.
ARARIBOIA INDIGENES TERRITORIUM
Wenn ich auf der Jagd bin, sehe ich manchmal ihre Fußspuren.
Sie haben große Füße.
Sie müssen sehr groß gewachsen sein.
Es müssen sehr viele sein. 200 oder 300.
Ich will nicht, dass sie so werden wie wir.
Ich will, dass sie isoliert bleiben.
Wenn wir jagen, sehen sie uns. Aber wir können sie nicht sehen.
Einmal waren wir so nah dran, dass wir ihre Stimmen hören konnten.
Wir sind dem Pfad gefolgt.
Wir wussten nicht, dass er uns zum Dorf der Awá führen würde.
Der Bereich war heruntergetrampelt, so als hätten sie gesungen und getanzt.
Ich hab gesagt: "Kehren wir besser um, bevor sie mit Pfeilen auf uns schießen."
Sie hätten ganz sicher getroffen.
Vielleicht sind sie später sogar zurückgekommen.
Ein Freund hat sie mit einer Videokamera gefilmt.
Das Leben der Awá muss schwierig sein.
Ich werde sehr emotional, wenn ich über sie spreche.
Sie sind nicht gegen Krankheiten immun
und haben keinen Zugang zu anderen Lebensmitteln.
Ich weiß nicht, ob es ihnen gut geht. Wir wissen nicht, wie es ihnen geht.
Aber das Wichtigste ist,
dass keine Holzfäller in ihr Land eindringen.
VALDIR ILLEGALER FÖRDERER
Hast du gehört?
-Ein Jaguar. -Er sucht nach Daddy.
Daddy ist hier.
Schau mal, wer da kommt.
Das gibt's doch nicht!
Unglaublich. Das wird gut schmecken.
Wenn es euch beißt, will ich euch sehen.
Nehmen wir es aus.
Der Cuiabano. Er wird bereits ausgebeutet.
Meine Eltern haben immer gesagt: "Studiere etwas, damit aus dir was wird."
Es gibt nicht genug Jobs.
Man kann nicht studieren, wenn man arm ist. Man hat Hunger.
Ich habe nur die Grundschule gemacht.
Wir konnten uns die Schulgebühren nicht leisten.
In welchem Alter hast du angefangen zu arbeiten?
Mit acht hat mir mein Vater eine Hacke in die Hand gedrückt.
Aber konntest du später zur Schule gehen?
Mit 12 musste ich mir einen Job suchen.
Und später?
Nein.
Wenn du arbeitest, kannst du nicht zur Schule gehen.
Ich habe mit 13 angefangen zu arbeiten.
Wir hatten nichts.
Die meisten Leute hier in der Stadt machen irgendwas mit Holz.
Die Stadt lebt davon.
In der Regenzeit machen die Sägewerke dicht, und dann geht hier nichts mehr.
Es kommt kein Geld rein.
Leute wie wir finden keine andere Arbeit.
Sie ist alles, was wir haben.
Heute fahre ich heim, Leute. Endlich sehe ich meine Frau wieder.
PUYR TEMBÉ INDIGENEE ANFÜHRERIN & AKTIVISTIN
Wann immer es geht,
fahre ich nach Hause zu meiner Familie und meinen Leuten.
Aber auch, um Zeit mit den Forest Guardians zu verbringen.
Sobald ich die Stadt verlasse, sehe ich, wie kritisch die Situation ist.
ALTO RIO GUAMÁ INDIGENES TERRITORIUM
Komm zu Oma.
Hallo, meine süße Enkelin.
Ich habe dich vermisst.
-Geht's dir gut? -Ja, Gott sei Dank...
Mir geht's nicht besser wegen meinen Augen.
Und sonst alles gut?
Ich habe dir gesagt, wieso es nicht besser wird.
Die Tembé sind seit Jahrzehnten Guardians.
Sie leiten die Schutzmissionen und kämpfen gegen Invasionen
und das Abholzen des Regenwaldes auf unserem Territorium.
SCHUTZGEBIET ZUTRITT GESETZLICH VERBOTEN
Schon als Kind wusste ich, dass irgendwas nicht stimmt.
Morgens haben wir den Lärm der Kettensägen und der Trucks gehört.
Wir wussten, dass sich irgendwas im Wald abspielt.
Die Schutzmissionen sind gefährlich.
Aber ohne sie wäre unser Land schon so öde wie außerhalb der Grenzen.
Mit 12 habe ich zum ersten Mal an einer solchen Mission teilgenommen.
Unser Volk verteidigt sich seit über 400 Jahren gegen Kolonialherren und Invasoren.
Und nicht nur wir. Fünf Prozent der Weltbevölkerung sind indigen.
Und wir verteidigen 80 Prozent der Biodiversität auf dem Planeten.
Mindestens 600 Guardians wurden seit 2014 ermordet.
Isaac Tembé wurde ermordet.
Paulo Guajajara wurde ermordet.
Sie waren beide mit mir verwandt.
Wir werden jeden Tag bedroht.
Stammesälteste und Krieger werden bedroht, nur, weil wir unser Land verteidigen.
Fünfzig Prozent unseres Waldes sind noch übrig.
Wir leben für ihn.
Wir sterben für den noch übrigen Teil des Waldes.
Betinho und sein Bruder.
Seid vorsichtig.
Sie sind gefährlich.
-Leben Sie hier? -Ja.
-Wie heißen Sie? -Henrique.
-Und Sie? -Betinho.
Wer gibt Ihnen das Recht, hier Açai zu ernten?
Machen Sie das öfter?
Manchmal. Wir tun das, weil wir Kaffee und Zucker kaufen müssen.
Es ist verboten.
Ja, aber wir müssen das machen.
Sie müssen unsere Rechte in unserem Territorium respektieren.
Wir nehmen jetzt die Säcke mit Açai.
Sie wollen unser Açai?
Wir haben die Beeren seit gestern gesammelt.
Was sollen wir ohne sie machen?
Ich habe eine Familie.
Wir nehmen das nicht mehr hin. Das passiert schon sehr lange.
Okay, ab heute lassen wir es.
Sie haben hier drüben nichts verloren.
Sie dürfen hier nicht jagen, fischen oder etwas anpflanzen,
verstanden?
Und niemand darf sich hier was nehmen.
Von mir aus sind Sie seit 30 Jahren hier. Wir sind seit mehr als 400 Jahren hier.
Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren in diesem Gebiet.
Und deswegen meinen Sie,
dass Sie ein Anrecht auf dieses Land haben?
Nein, das meine ich nicht.
Wem gehört das Land?
Ihnen. Es ist indigenes Land.
Nehmen Sie uns die Açais nicht weg.
Bitte.
Diesmal überlassen wir Ihnen die Açais.
Aber wenn wir Sie hier noch mal sehen, dann sind Sie dran.
Sie sehen mich hier nicht wieder.
Und was ist mit der Waffe?
Ich habe die Waffe nicht mal angeschaut.
Die habe ich wirklich nur als Schutz vor den Jaguaren dabei.
Wenn ich auf Indigene stoße, habe ich nichts gegen sie.
Sie sollten die Farmer bekämpfen und nicht die armen Siedler!
Die Indigenen gehen auf die Farmer los und die Farmer auf die Indigenen.
Die kleinen Farmer sind immer die Schuldigen.
Aber die Großen richten mehr Schaden an.
Ja, wir leben vom Land und tun daher das Richtige.
Die großen Produzenten denken nicht so.
Die großen Sojaproduzenten sind rücksichtslos.
Sie spritzen Pestizide.
Es ist ihnen egal,
weil sie nicht selbst auf den Feldern sind.
Los!
Bring es deiner Mama!
Papas kleiner Helfer!
Super, mein Sohn.
Glückwunsch.
Die Kuh da drüben gehört dir.
-Echt? -Ja.
Die kleinen Farmer sind ehrlich.
Ich habe Angst, Wald abzuholzen.
Die großen machen es einfach, und nichts passiert.
Wenn ich es mache, muss ich Strafe zahlen.
Die Großen haben ihre Anwälte und gehen so lange in Revision,
bis sie recht bekommen.
Aber die kleinen Leute werden abgezockt.
VALDIRS HEIMATSTADT
Liebling, komm mal, ich hab was für dich.
-Ein Geschenk? -Ja, genau.
-Wo ist es? -Zum Geburtstag.
Wo ist es?
-Erst einen Kuss? -Ganz ruhig.
Hier ist dein Geschenk.
Beruhig dich.
Happy Birthday.
Was ist das?
Sind die indigen?
Toll. Wo hast du die gekauft?
Irgendwo. Lass mich mal.
Nein.
Danke für das Geschenk.
Später kannst du mir noch eins machen.
Sieht super aus. Schau mich mal an.
Nimm deine Hände runter.
Nimm deine Hände runter.
Senk die Arme.
-Benimm dich wie eine Frau. -Was?
-Rodrigo! -Was?
-Willst du einen? -Einen was?
Hier. Leg mal das Handy weg.
Du machst dir die Augen kaputt.
Quatsch.
Doch, natürlich machst du dir die Augen kaputt.
Aber spiel nur mit deinem Handy rum, dann bist du wenigstens still.
Neunundzwanzig Tage in der Wildnis.
Neunundzwanzig Tage war ich im Wald.
Jetzt bin ich fünf, sechs Tage hier.
Am Montag fahre ich wieder in den Wald.
Fünfundzwanzig Tage, so Gott will.
Möge Gott uns erlauben zu arbeiten.
Das ist die schlimmste Stelle.
Einhundert Prozent des Auwaldes wurden zerstört.
All das wurde zerstört und ist jetzt Weidefläche.
Und das Irrste daran,
diese Farm gehört einem Offizier der Militärpolizei aus der Gegend.
Er ist hier eingedrungen und hat die Farm aufgebaut.
Das Haus wurde illegal von einem Umweltschutzbeamten gebaut.
Wenn leitende Polizeibeamte selbst Land stehlen
und andere ermutigen, Land zu stehlen,
was kann man dann von den Gesetzeshütern erwarten?
Nichts.
Die Zahl der Delfine ist ungefähr zwei Prozent von der vor 30 Jahren.
Was hier stattfindet, ist ein gewaltiges Umweltverbrechen.
Wir sprechen nicht von ein, zwei Bäumen. Da liegen mindestens 400 Bäume.
Man kann die Kettensägen hören.
Wo auf der Welt existiert keine Korruption?
Wir stehlen nicht. Wir kaufen das Holz von den Indigenen.
Wir unterstützen die Indigenen,
die Dinge brauchen wie Lebensmittel.
Wo gibt es keine Korruption? Das Land möchte ich mal sehen.
Wer Geld hat, schafft an...
...zerstört alles.
Die Schwachen sind aufgeschmissen.
Ich hör sie.
Sind alle da?
Ich hör sie nicht mehr.
Jemand muss sie gewarnt haben.
Wir haben die Forest Guardians gegründet, um zu kämpfen.
Nicht nur um unser Land, sondern um unser Leben.
Mein Onkel wurde von einem Holzfäller getötet.
Sie verkaufen unser Land und unseren Wald.
Selbst unsere Verwandten verkaufen unsere Bäume.
Es gibt Indigene,
die mit den Invasoren zusammenarbeiten.
Es sind nicht viele,
aber einige verkaufen unseren Wald.
In der Nähe des Dorfes gibt es keine Ipés mehr,
keine Jatobas, keine Zedern.
Mein Herz ist schwer.
Mit Geld kann man heute alles kaufen.
Man kann jemanden mit 20 oder 40 Dollar kaufen,
oder sogar mit einem Päckchen Reis.
Das ist falsch.
Es ist Verrat.
Ich habe Angst, getötet zu werden.
Früher war ich frei. Jetzt werde ich von allen Seiten bedroht.
Von Jägern, Räubern, Farmern und anderen.
Am Anfang habe ich gedacht,
dass ich es nur mit Holzfällern zu tun haben werde.
Aber dann bin ich von anderen Indigenen angegriffen worden.
Es gibt Verräter unter uns.
Räuber und Holzfäller würden mich gern töten.
Sie haben Fotos von mir.
Warum? Wegen unserem Land.
Wegen unserem Wald.
Das ist schlimm,
denn ohne unseren Wald sind wir nichts.
Ich mache mir große Sorgen.
INNERHALB DES GEBIETS VON PUYR UND NAHEGELEGENE INDIGENE GEBIETE
ARARIBOIA MARCALS TERRITORIUM
ALTO RIO GUAMÁ PUYRS TERRITORIUM
SETE DE SETEMBRO
SORORÓ
PARAKANÃ
XIKRIN DO RIO CATETE
URU EU WAU WAU
KARIPUNA
Alles, was wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen können,
ist das Land.
Du hast mich ausgetrickst.
Du musst lernen.
-Mache ich. -Was willst du später mal studieren?
Was willst du machen?
Ich möchte gern Ärztin werden.
-Ärztin? -Ja.
Deswegen musst du lernen.
Kannst du den Abwasch machen? Ja?
Kannst du was anpflanzen?
Mama lässt mich nicht.
Du musst was anpflanzen, damit der Wald wachsen kann
und der Bach nicht austrocknet.
Denn wenn der Bach austrocknet...
...kann man hier nicht mehr baden.
Genau.
Niemand kann hier baden, wenn der Bach austrocknet.
Deswegen ist es notwendig zu pflanzen. Um den Wald zu schützen.
Ja.
Indigene schützen den Wald.
Bist du nicht indigen?
-Doch. -Genau.
Oma liebt dich.
Wann fliegst du nach Brasilia?
Am 20., glaube ich.
Und wann kommst du zurück?
Sicher nicht vor dem 11. September.
Bitte melde dich von dort.
Sonst machen wir uns Sorgen.
Es kann alles passieren.
Beim letzten Protest in Brasilia
hat die Polizei Tränengas eingesetzt.
Freunde von uns waren dort.
Die Polizei ist mit Pfefferspray auf sie losgegangen.
Aber als deine Tochter wünsche ich dir einen guten Trip.
Es wird nicht leicht, besonders mit dieser Regierung.
Ich weiß, du machst das für uns, damit wir eine bessere Zukunft haben.
Für unsere Kinder und für Oma und Opa, die nicht mehr kämpfen können.
Du bist die Einzige an der Front.
Möge Gott mit dir sein. Das ist alles, was ich mir wünsche.
Tschüss, Papa. Pass auf dich auf, ja?
-Tschüss. -Tschüss, Schatz. Mach's gut.
Süße, bist du gerade aufgewacht?
-Ja. -Gib Oma einen Kuss.
Du wirst mir fehlen, okay?
Ich werde dich vermissen.
Ex-Präsident Lula tritt vielleicht bei den Wahlen 2022 an.
Das Land ist tief gespalten, und Bolsonaro führt viele Meinungsumfragen an.
Was bedeutet es für das Amazonasgebiet, falls Bolsonaro wiedergewählt wird?
Falls Bolsonaro weitere vier Jahre an der Macht bleibt,
verlieren wir den Amazonas.
Die Wahlen sind sehr wichtig, nicht nur für die Brasilianer,
sondern für den Planeten Erde.
BRASILIA HAUPTSTADT BRASILIENS
Tausende von Indigenen und ihre Verbündeten protestieren in Brasilia
gegen die massiven Verletzungen ihrer Rechte
durch Rancher, Minenarbeiter
und die rechte Regierung von Jair Bolsonaro.
Es sollen neue Gesetze erlassen werden,
die das Land der indigenen Völker für Landwirtschaft und Bergbau öffnen.
Dafür setzen sich Präsident Bolsonaro und mächtige Unterstützer der Agrarlobby ein.
An alle Territorien!
An alle indigenen Menschen Brasiliens!
Dieser Kampf kann nicht enden,
und dieser Kampf wird nicht enden.
Wir sind hier, um „Nein“ zur Abholzung unserer Territorien zu sagen.
„Nein“ sagen zur Legalisierung von von Landraub.
Wir werden nicht akzeptieren, dass sie die Eindringlinge in indigenes Land belohnen.
-Bewahrt die Territorien! -Jetzt!
-Bewahrt die Territorien! -Jetzt!
-Bewahrt die Territorien! -Jetzt!
Heute protestieren die Unterstützer von Bolsonaro.
Es wird Chaos und Gewalt befürchtet.
Heute wird Blut fließen.
Wer de-indianisieren Brasilia heute.
Diese Leute repräsentieren die indigene Bevölkerung nicht.
Einige sind indigen, aber nur wenige.
Die anderen sind Brasilianer, die sich wie Indianer anziehen.
Sie haben es auf das Land von anderen Leuten abgesehen und sagen,
dass es ihnen gehört.
Der Schutz der indigenen Territorien ist wichtig,
aber nicht wichtiger als die Landwirtschaft,
die die Basis unserer Wirtschaft ist.
Die Leute brauchen was zu essen.
Es ist leider notwendig, den Wald ein bisschen abzuholzen.
Freiheit! Freiheit! Freiheit! Freiheit!
Sie alle haben einen wichtigen Eid geleistet,
Ihr Leben für Ihre Freiheit zu geben.
Von nun an wird hier in Brasilien eine neue Geschichte geschrieben.
Raus with Bolsonaro!
Es ist das totale Chaos in Brasilia.
Es gehen auch viele Bolsonaro-Unterstützer auf die Straße.
Die Situation ist extrem angespannt.
Bitte unterstützen Sie unsere Mission.
Wir wollen indigene Frauen in ganz Brasilien dazu ermutigen,
sich politisch zu engagieren.
Es ist sehr wichtig,
dass wir es in den Kongress schaffen,
als vereinigte indigene Partei.
Das ist unser Ziel.
Applaus für Puyr! Wir haben alle das gleiche Ziel,
Frauen und die indigene Bewegung zu stärken.
Ob in der Legislative oder in der Exekutive,
wo immer Entscheidungen getroffen werden, müssen wir präsent sein!
Ich werde emotional, weil wir in so vielen Territorien waren.
Wir müssen in die Ministerien!
Indigene Menschen sind in der Lage,
.politische Ämter in diesem Land zu übernehmen!
Die Präsidentschaftswahlen laufen.
Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Kandidaten.
Am 30. Oktober wird es eine Stichwahl zwischen Lula und Bolsonaro geben.
Sonst übernimmt niemand die Führung.
Es gibt niemanden außer mir.
Deswegen muss ich es machen.
Wir lassen uns jetzt ausbilden.
Wir lernen, wie wir unsere Arbeit verbessern können.
Unsere Unterstützer geben uns viel,
und wir saugen alles auf.
Wir haben jetzt das Training.
Wir wissen jetzt, wie wir mit der Arbeit weitermachen.
Unsere Unterstützer bringen uns gute Dinge,
und wir nehmen sie gerne an.
Neun...
Zehn!
Sehen wir einfach zu, wie unser Land zerstört wird?
Nein, wir wehren uns. Wir unternehmen etwas dagegen.
Die Jungen müssen diesen Job machen.
Wir riskieren unser Leben, weil das Land alles ist, was wir haben.
Hey! Alle auf den Boden!
Stopp! Auf den Boden!
Nicht laufen! Runter auf den Boden!
Wo sind die anderen? Auf den Boden! Hinlegen!
30. OKTOBER 2022
Die Wahlen 2022 gehen zu Ende.
Und jetzt das Wahlergebnis live aus Sao Paulo.
Luiz Inácio Lula da Silva wurde für eine dritte Amtszeit
zum Präsidenten der Republik Brasilien gewählt.
Bye Bolsonaro! Auf geht's, Lula!
Brasilien wird den Kampf gegen den Klimawandel wieder aufnehmen.
Mit uns wird kein Baum mehr abgeholzt im Amazonas.
Beweisen wir, dass es möglich ist, Wohlstand zu generieren,
ohne die Umwelt zu zerstören.
-Guten Morgen. -Guten Morgen.
Heute ist ein besonderer Tag. Unser Vater ist da!
Lula ist Präsident,
aber das heißt nicht, dass der Kampf vorbei ist.
Der Kampf geht für immer weiter.
Wir werden weiter für unsere Rechte und soziale Gerechtigkeit kämpfen.
Ich rufe alle Menschen auf der Welt, die globale Gemeinschaft, auf,
sich den indigenen Völkern anzuschließen.
Kämpfen wir alle zusammen für unseren Planeten.
Forsten wir den Wald und unsere Einstellung wieder auf.
Präsident Lula wurde mit dem Versprechen,
die Gesetze zum Schutz des Amazonasgebiets wiederherzustellen
BRUNO BASSI INVESTIGATIVJOURNALIST
und den Schutz auch durchzusetzen, gewählt.
Aber die Agrarlobby in Brasilien ist sehr stark.
Am 8. Januar 2023 wurde das Kapitol in Brasilien attackiert.
Ähnlich wie am 6. Januar 2021 in den USA.
Dieser Terrorangriff wurde von Leuten im Agrarbusiness geplant und finanziert.
Die Gesellschaft muss auf die Konzerne Druck ausüben,
die weiter den Regenwald abholzen.
Und auch auf die Banken, die diese Konzerne finanzieren.
Wir müssen in Branchen investieren,
die mit Produkten aus dem stehenden Wald ihr Geld verdienen.
Niemand muss in den Amazonas eindringen.
Es gibt genug Land.
Wir müssen keinen Baum fällen, um die Produktion von Soja,
Mais und anderen Feldfrüchten in Brasilien zu verdoppeln.
Im Moment ist der Wald abgeholzt mehr wert als stehend.
Wenn der Regenwald die Rettung des Planeten bedeutet,
dann ist die Lösung einfach.
Wir müssen ihn in etwas Aktives, in einen Wirtschaftszweig verwandeln,
damit die Leute ihr Geld verdienen können.
Sobald der stehende Wald etwas wert ist, werden wir ihn schützen.
Wissen Sie, wer hier mit dem Traktor war?
Ich weiß nicht, wem das Land hier gehört.
Ich wollte nur ein bisschen Açai holen, aber hier wächst nicht viel davon.
Verstehe.
Vielleicht kommt es auf unserem Land
zu einem Regenerationsprojekt mit der Forstwirtschaft.
Das Aufforsten dauert viele Jahre,
aber man könnte zwischen den Bäumen Pupunhas,
Kakao, Cupauçus, Açai und Nüsse pflanzen.
Die Rinder könnten im Schatten der Bäume leben.
Die Invasoren hätten ihr Auskommen,
und unser Land würde wieder aufblühen.
Wir wissen, dass die Leute uns benutzen, um Profit zu machen.
Es ist ein System, eine Kette,
und diese Kette ist sehr stark.
Mit Gottes Hilfe ist das mein letztes Jahr im Wald.
Ich will nicht mehr in den Wald zurückkehren.
Ich hör auf damit.
Ich bin müde. Ich bin 52 Jahre alt.
Das Leben eines Holzfällers ist mühsam und schmerzhaft.
Deswegen ist Bildung so wichtig.
Es ist die eine Sache, die wir am dringendsten brauchen.
Wir haben immer noch Zeit, es anders zu machen.
Wir haben immer noch Zeit, eine andere Geschichte zu erzählen.
Aber das ist nur möglich, wenn wir alle zusammenhalten.
Zusammen können wir es schaffen.
Es ist mein Kampf, Ihr Kampf, unser Kampf.
Ich mache diese Arbeit nicht nur für mich,
sondern für meine Kinder.
Da drüben ist eins. Und auch für andere.
Für die noch nicht kontaktierten Völker.
Sogar für die Invasoren.
Ich mache sie für die Welt.
Wir sind Regen.
Wir sind Wasser.
Wir sind Wind...
...Flüsse...
...Tiere...
...Wald...
Wir sind all das.
Wir sind Guardians.
In Brasilien kandidieren indigene Völker in Rekordzahl für Ämter - und gewinnen.
Im Oktober 2022 wurden Célia Xakriabá und Sônia Guajajara in den Kongress gewählt.
Präsident Lula ernannte Sônia Guajajara zur Ministerin für indigene Völker.
Puy Tembé wurde zum ersten Minister für indigene Völker in Pará ernannt.
Die indigenen Gebiete sind einige der letzten Wälder des Amazonasgebiets.
Diese Gebiete sind entscheidend für das gesunde Gleichgewicht des Waldes und die
indigenen Waldhüter sind die wichtigste Verteidigungslinie gegen die Abholzung.
WIR SIND ALLE GUARDIANS
Unterstützen Sie die Arbeit der Guardians und helfen Sie mit, den Wandel
zu einer regenerativen Wirtschaft im Amazonasgebiet anzuführen.
SCHLIESSEN SIE SICH DER BEWEGUNG AN
„We Are Guardians“ online und in den sozialen Medien
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