All language subtitles for Cyrano.de.Bergerac.1990.German.1080p.BluRay.x264-ROOR

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Original subtitles

- Eintrittsgeld! - Nein, Freiplatz!

- Wieso? - Königliche Garde.

- Sie! - Ich zahle nichts, ich bin Musketier.

Das ist das letzte Mal. Und bleiben Sie im Parterre!

Komm.

Heute Abend siehst du große Künstler.

- Montfleury, Bellerose... - Entzündet die Leuchter!

- Wie heißt das Stück? - "Clorise".

- Wer ist der Dichter? - Balthazar Baro.

Ein hochgeschätztes Werk!

Und in so einem Saale wird Rotrou gespielt!

Ja, und Corneille.

Sehen Sie, mein Platz bei der Premiere des "Cid" war dort.

Schaut nach echter Spitze, hier die Schere!

Ragueneau! Mein Freund!

Pastetenkoch der Poeten!

- Zu viel der Ehre. - Still, Mäzen. Nicht so bescheiden.

Die Herren bekommen bei ihm Kredit.

- Ich bin ja auch Poet. - Das habe ich gehört.

Ja, für ein Sonett oder eine Ode...

- ...verschenkt er Torten. - Nun, nur Törtchen.

Verraten Sie mir Ihren Eintrittspreis, es bleibt unter uns.

Vier Puddings, 15 Windbeutel.

- Cyrano fehlt. Das erstaunt mich. - Wieso?

- Montfleury spielt. - Diese Tonne spielt heute wieder?

- Die Rolle des Phädon. - Was kümmert's Cyrano?

Wissen Sie das nicht? Er hat doch Montfleury verboten, aufzutreten!

- So spielt er nicht? - Doch, er ist angekündigt.

- Wird Cyrano kommen? - Ich wette darauf.

- Lignière, Sie gehen? - Ich habe Durst.

Bleiben Sie, bitte! Sie wird kommen.

Ich bin Ihretwegen hier, doch wenn die Dame nicht bald kommt, verdurste ich.

Ich kenne Paris nicht und ich muss ihren Namen wissen.

Fragen Sie sie!

Mit ihr zu reden mangelt es mir an Geist. Sie wäre...

O Gott, da kommt sie.

Magdeleine Robin, genannt Roxane.

- Fragil, preziös... - O nein.

Preziös, verwaist und Base des berühmten Cyrano.

Eine Pfirsichblüte, ein Erdbeermund.

Und frisch wie Morgenwind, man holt sich einen Schnupfen im Gemüt!

Wer ist dieser Mann?

Graf Guiche.

- Liebt er sie? - Er ist entflammt,

aber eine Kleinigkeit stört ihn.

Die wäre?

Er ist verheiratet, mit Richelieus Nichte.

Er will Roxane mit diesem traurigen Herrn vermählen,

der Valvert heißt, Baron ist und ihm zu Gefallen.

Roxane sträubt sich, doch Guiche hat große Macht,

darum fürchtet ihn die Bürgerliche.

Ich habe seine niederträchtigen Schliche in Verse gebracht.

Schäumen wird er!

- Das Ende ist bösartig. - Wo gehen Sie hin?

Guten Abend.

Anfangen! Anfangen!

Die Académie, sieh sie dir an!

Porchères, Colomby, Bourzeys, Bourdon,

Arbaud! So viele unsterbliche Namen. Wie schön!

- Lass mich los, ich verrate dir etwas. - Sprich.

- Lignière, dein Freund... - Ja?

Sein letztes Stündlein hat geschlagen. Seine Verse erzürnten einen Mächtigen.

- 100 Mann lauern ihm auf. - 100 Mann?

- Gegen einen. - Ein hilfloser Poet!

Warn ihn!

- Wo lauern sie? - An der Porte-de-Nesle.

Cyrano ist nicht da. Meine Wette ist verloren.

Umso besser.

Montfleury! Montfleury!

"Beglückt,

wer fern dem Hof

in holder Einsamkeit

aus eigenem Entschluss sich der Verbannung weiht,

gelabt von Zephirs Hauch..."

Schurke!

Habe ich dir nicht verboten zu spielen?

- Was? - Wer ist das?

- Er ist es. - Ich habe gewonnen!

- Du Strauchdieb! Räum sofort die Bühne! - Mein Herr...

- Ohne Säumen! - Still! Genug!

- Spielen, Montfleury! - Keine Angst!

"Beglückt, wer fern dem Hof in holder Einsam..."

Nun,

du Halunke?

Soll ich dir erst die Knochen brechen?

- "Beglückt, wer fern..." - Hinaus!

"Beglückt, wer fern dem Hof..."

Nun werde ich wild!

- Erbitten Sie Hilfe, meine Herren. - So spielen Sie!

Du Dickwanst spielst heute nicht, sonst werde ich dir das Maul stopfen!

Wenn mir ein Marquis widerspricht, klopf ich den Staub aus seinem Mantel!

Das ist zu viel!

Montfleury, hinaus, ich reiße dir sonst Arme und Beine aus!

- Hinaus! - Aber...

Immer noch hier?

Gut! Die Bühne verwandele ich zum Büffet, und du bist die Mortadella!

Mein Herr, in mir beschimpft wird allein Thalia!

Montfleury! Montfleury! Hinaus, Cyrano!

Nehmt euch in Acht! Dies Futteral kann seine Klinge entsenden!

Hinaus, verlass die Bühne!

Gibt's was? Wer hat was einzuwenden?

- Genug! - Kikeriki!

"Clorise"! Spielen!

Das Stück von Baro!

Wenn ich das noch einmal höre, schlage ich euch alle tot!

Sie sind nicht Samson!

Schweigt still!

Ich fordere den ganzen Saal zum Duell! Eure Namen!

Kommt, ihr jungen Helden! Der Reihe nach.

Ich gebe euch Nummern. Los!

Wer will als Erster auf die Liste?

Sie, mein Herr? Nicht?

Und Sie?

Nicht?

Der erste tapfere Kämpfer wird ehrenvoll zum Himmel wandern.

Wer sterben will, der hebe seinen Finger.

Schämt ihr euch, meine Klinge nackt zu sehen?

Kein Name?

Kein Finger? Umso besser.

Dann mache ich weiter. Zurück!

Das Theater soll genesen von dieser Infektion.

Ich merze sie aus mit dem Skalpell!

Verehrte Herren!

Ehrenwerte Herren!

Teure Kälber!

Bravo! Sehr gut, bravo!

Nein, keine Bravos! Der dicke Künstler, dessen Bauch Sie lieben,

fühlt sich furchtbar schlecht!

- Er musste gehen. - Er komme selber!

- Nein! - Doch!

Darf man den Grund erfahren, warum Sie Montfleury so hassen?

Junger Mann, ich habe zwei Gründe.

Erstens hasse ich ihn als miserablen Mimen. Er hievt wie ein Wasserträger

die sanften, leichten Verse, denen Flügel ziemen.

Zweitens... Das geht Sie nichts an.

Skrupellos und mit Gewalt rauben Sie uns die "Clorise"!

Alter Esel,

die Verse des alten Baro sind ohne Wert, um sie ist es nicht schade.

Mein Gott! Unser Baro!

Wer ersetzt das Eintrittsgeld?

Bellerose, endlich ein kluges Wort!

Ich löchere nicht des Thespis' Mantel. Fangen Sie das auf und schweigen Sie!

Verrückt! Das gegen einen Montfleury!

Graf Candale beschützt ihn.

- Haben Sie auch einen Gönner? - Nein.

Keinen Beschützer, der für Sie einsteht?

Nein! Muss ich es drei Mal sagen?

Das hier ist mein einziger Beschützer.

Nun aber marsch!

- Aber... - Marsch!

- Warum bestaunen Sie meine Nase? - Sie irren sich!

- Schlenkert sie wie ein Rüssel? - Ich hüte mich...

- Sie hüten sich? Ekelt es Sie davor? - Mein Herr...

Weil die Farbe zu kränklich? Die Form abartig?

Gar nicht!

Warum blicken Sie dann missbilligend? Finden Sie sie vielleicht zu groß?

Ich finde sie klein, geradezu winzig.

Wie?

Ein lächerlicher Vorwurf! Klein, meine Nase?

- Holla! - Gott!

Sie ist riesig!

Sie nichtswürdige, dumme Stumpfnase,

stolz bin ich auf diesen Vorsprung! Die große Nase beweist Freundlichkeit,

Güte, Vornehmheit, Geist, Toleranz, Mut,

was ich besitze und Sie niemals besitzen werden, jämmerlicher Wicht.

Denn dem blöden Gesicht, das meine Hand oben am Kragen fasst,

mangelt es ebenso

an Stolz, Schwung, Poesie, Originalität,

Geisteslicht, Pracht,

an Nase eben, wie dem Gesicht hier unten, das jetzt mein Stiefel trifft!

Zu Hilfe!

Das merke sich ein jeder, den die Mitte meines Gesichts amüsiert.

Und ist der Spaßvogel von Adel,

so versetze ich ihm von vorn, und höher, einen Stoß von Stahl

- und nicht von Leder. - Er ist recht abgeschmackt.

- Er macht sich wichtig. - Antwortet niemand?

Niemand?

Ich werde ihm eins versetzen.

Sie!

Sie haben eine Nase...

eine... sehr große Nase!

Sehr.

Ist das alles?

Ja.

Das ist etwas mager.

Man könnte vieles sagen, auch der Ton lässt sich variieren.

Ausfallend: "Hätte ich so eine Nase, ich ließe sie mir sofort amputieren!"

Freundlich: "Trinkt sie nicht mit aus Ihrer Tasse? Nehmen Sie einen Humpen!"

Beschreibend: "Sie ist ein Fels,

ein Gipfel, ein Kap, nein, was sage ich, eine Halbinsel!"

Neugierig: "Wozu dient dieses lange Futteral?

Für Schreibzeug, oder für Scheren?"

Anmutig: "Sind Sie Vogelfreund

und gäben väterlich mit dieser Stange Halt

den kleinen Krallen?"

Zudringlich: "Wenn Sie Tabak rauchen

und der Rauch aus Ihrer Nase steigt, rufen die Nachbarn nicht: 'Es brennt'?"

Warnend: "Sehen Sie sich vor, sonst zieht das Schwergewicht Sie kopfüber!"

Zärtlich: "Spannen Sie ein Schutzdach, sonst bleicht die Sonne sie aus!"

Pedantisch: "Das aristophanische Tier Hippokampelephantokamelus

trug sicher auch so viel Fleisch auf so viel Knochen."

Dramatisch: "Blutet sie, ergießt sich das Rote Meer!"

Bewundernd: "Welch Reklame für einen Parfümeur!"

Lyrisch: "Ist das eine Muschel? Sind Sie ein Triton?"

Naiv:

"Wann wird dieses Denkmal besichtigt?"

Militärisch: "Richtet das Geschütz gegen die Kavallerie!"

Praktisch: "Wollen Sie sie verlosen? Sie ist gewiss das große Los!"

Zuletzt kläglich, im Stil des Pyramus:

"Sie zerstörte die Harmonie im Gesicht ihres Herrn,

drum errötet die Verräterische!"

Dergleichen hätten Sie zu mir gesagt, hätten Sie Gelehrsamkeit und Geist.

Doch von Geist, o jämmerliches Wesen, haben Sie nie eine Spur besessen,

und Ihr Kopf ist nicht gelehrt, nur leer.

Doch hätten Sie Erfindungskraft genug, um mir vor Zuhörern

solchen Spott zu servieren,

müssten Sie beim ersten Ton des ersten Wortes stoppen,

denn ich serviere ihn mir selbst,

kein anderer darf es!

Valvert, lassen Sie!

Großtun will so einer! Krautjunker, der ohne Handschuhe geht!

Ohne Schleifen, ohne Quasten,

- ohne Kordeln! - Im Innern bin ich umso feiner!

Ich ginge nicht aus mit einer noch nicht abgewaschenen Schmach,

mit einem ungepflegten, schlaftrunkenen Gewissen,

mit zerknitterter Ehre und trauerbehangenen Skrupeln! Ich gehe,

schmucklos, doch geschmückt mit Unabhängigkeit und Freimut.

- Genug! - Handschuhe? Wozu?

Ich hatte einen übrig von einem alten Paar, der war mir lästig,

drum flog er jemandem ins Gesicht.

Strolch, Tölpel, lächerlicher Flegel!

Und ich heiße Cyrano Savinien-Hercule de Bergerac!

Narr!

- Was sagt er da? - Ich muss sie bewegen,

ohne Beschäftigung schläft sie mir ein.

Was haben Sie?

Es kribbelt in meiner Klinge.

Gut!

Sie liebt dieses Geräusch fast leidenschaftlich!

- Poet! - Jawohl, Poet.

Beim Fechten werde ich Ihnen aus dem Stegreif eine Ballade dichten.

- Eine Ballade? - Und beim letzten Vers steche ich.

- Nein. - Nein?

"Ballade über das Duell vor dem Hôtel Bourguignon

zwischen Monsieur de Bergerac und einem Kretin".

Was ist das, bitte?

Der Titel!

Still! Hört zu! Seid ruhig!

Moment, ich suche noch den Reim...

So, ich bin bereit.

Ich werfe voller Anmut meinen Hut,

langsam entledige ich mich des großen Mantels, der mich umhüllt,

und ich ziehe mein Schwert.

Elegant wie Céladon,

wendig wie Scaramouche

warne ich Sie, werter Myrmidone: Beim letzten Vers...

steche ich!

Sie hätten sich besser herausgehalten.

Wo werde ich den Puter spicken?

An der Seite? Oder im Herzen, unter Ihrer blauen Kordel?

Die Schwerter klingeln:

bim, bam!

Meine Spitze wirbelt. Eine Fliege! Der Wanst wird es sein,

in den ich beim letzten Vers... steche!

Mir fehlt ein Reim...

Sie brechen ab, bleich um die Nase? Das Wort habe ich gesucht: Angsthase!

Ich pariere die Spitze, die Sie mir bieten,

ich öffne, dann schließe ich wieder.

Halt deinen Spieß fest, Laridon, denn beim letzten Vers... steche ich!

Jetzt!

Bitte Gott um Vergebung! Quart mit dem Fuß,

ich plänkele, ich schneide, ich täusche...

Beim letzten Vers steche ich.

Doch wohin führt dieses Leben?

- Überall Feinde! - Ja, das entzückt mich.

- Was du auf die Bühne warfst... - Die 100 Ecu?

Das war alles, was ich hatte.

- Was bleibt dir zum Leben? - Nichts.

Wie dumm, das Geld wegzuwerfen!

- Eine große Geste. - Worum geht es dir?

Ich drehte mich planlos im Kreis. Nun habe ich ein Prinzip...

- Welches? - Das einfachste von allen.

Ich will auf jede Weise erhaben sein.

Gut. Doch dein Hass auf Montfleury, sag ehrlich, was ist der Grund?

Dieser Silen...

Ich hasse ihn, seit er eines Abends einen Blick auf sie warf...

Wie eine Schnecke auf einer schönen Blüte!

Wie? Wäre es möglich...

...dass ich liebte?

Ich liebe.

Und darf man wissen... Du sprachst nie davon.

Wen ich liebe?

Überleg doch.

Selbst eine Hässliche würde mich niemals lieben

mit dieser Nase, die meilenweit herausragt. Also, wen liebe ich?

Das versteht sich von selbst.

Ich liebe natürlich die Schönste von allen.

Die Schönste?

Die Zierlichste, Strahlendste, Liebreizendste. Die Intelligenteste.

- Ich verstehe. - Es ist klar.

- Magdeleine, deine Cousine. - Ja.

Roxane.

Umso besser, sag es ihr! Sie war ja heute Zeugin deiner Tapferkeit.

Sieh mich an und sag mir, wie viel Hoffnung mir dieser Höcker lässt.

Ich bin nicht so verblendet.

In schwachen Stunden, wenn es dämmert,

beobachte ich manchmal aus der Ferne eine Frau am Arm ihres Kavaliers

und denke: Ach, könnte ich auch Arm in Arm zu zweit im Mondschein wandeln!

Ich bin verzückt, ich vergesse...

Doch plötzlich sehe ich den Schatten meines Profils auf der Mauer.

- Mein Freund... - Mein Freund,

bisweilen ist es schlimm.

Ich fühle mich so hässlich und allein.

Weinst du?

Nein, niemals. Das wäre zu hässlich, liefe eine Träne an dieser Nase herab.

Aber Roxane hat heute Abend dein Duell gesehen!

Sie war ganz bleich. Ihr Herz, ihr Geist waren beeindruckt.

- Wag es, sprich mit ihr, damit... - ...sie mich auslacht?

Nein, das ist das Einzige auf der Welt, das ich fürchte.

Sucht dich wer?

Ihre Begleiterin!

Ihre Cousine fragt, wo sie Sie morgen heimlich treffen könnte.

- Sie hat Ihnen etwas zu sagen. - Mir? Mein Gott!

Wo könnte man nach der Messe ein wenig plaudern?

Wo? Ich... aber... mein Gott!

- Sagen Sie schon! - Ich überlege.

- Wo? - Bei Ragueneau, dem Konditor.

- Die Adresse? - In der Rue... Saint-Honoré!

- Wir kommen. Seien Sie da, sieben Uhr. - Ich werde da sein!

Ein Stelldichein mit ihr!

- Macht dir das Mut? - Zumindest weiß sie, dass ich lebe.

- Bist du jetzt ruhig? - Jetzt?

Jetzt rase und tobe ich! Ich will eine ganze Armee niederschlagen!

Ich habe zehn Herzen und zwanzig Arme! Nicht Zwerge mehr durchbohre ich,

sondern Riesen!

- Was? - Wir schlafen, sprechen Sie leiser!

Wer murrt hier?

Was klagt dieser Haufen Drosseln?

Lignière!

Cyrano!

- Was hast du? - Er kann nicht nach Hause.

So? Warum nicht?

Jemand hat mich gewarnt. 100 Mann gegen mich wegen... Lied.

Große Gefahr... droht mir.

Porte-de-Nesle. Mein Heimweg führt dort vorbei.

Ich verstecke mich hier. Sie haben mich eingeladen.

100 Mann? Du schläfst zu Hause!

Auf, ihr kommt mit und werdet Zeugen!

- Aber 100 Mann... - Genau das brauche ich heute Abend.

- Warum hat er 100 Mann gegen sich? - Weil er mein Freund ist.

Erstick in dir den schwärmenden Poeten, Ragueneau.

Die Stunde der Laute wird kommen.

Dies ist die Stunde des Ofens.

Die Kerbe im Brot sitzt falsch,

denn die Zäsur gehört stets in die Mitte!

Auf diesem Teigpalast fehlt ein Dach!

Und du, lass an diesem nicht enden wollenden Spieß

das bescheidene Huhn abwechseln mit dem stolzen Truthahn,

wie der alte Malherbe abwechselnd lange und kurze Verse schrieb,

und dreh die Braten-Strophen am Feuer!

Meister, das habe ich heute Morgen für Sie gemacht. Ich hoffe, es gefällt.

Eine Leier!

Trink auf mein Wohl!

Meine Frau! Geh und versteck das Geld!

Hübsch, nicht?

Abgeschmackt!

Tüten? Gut.

Danke.

O Gott!

Meine geliebten Bücher!

Die Verse meiner Freunde! Zerrissen! Zerstückelt!

Diese erbärmlichen Kleckser!

Ameise! Schmähe nicht die göttlichen Zikaden!

So mit Versen umzugehen!

- Nicht anders! - Was tun Sie dann mit der Prosa?

Hallo, Kleiner.

- Was willst du? - Drei Pasteten.

Hier,

schön braun und heiß.

Packen Sie sie bitte ein.

- In eine Tüte? - Ja, natürlich!

Einpacken?

"An dem Tag, als Odysseus Penelope verließ..."

Das nicht.

"Der blonde Phöbus..." Das nicht.

- Entscheiden Sie sich! - Schon gut, schon gut!

Kleiner!

Gebt mir das "Lied an Phillis" zurück. Statt drei Pasteten bekommt ihr sechs!

"Phillis..."

Der holde Name fettbefleckt!

"Phillis..."

- Wie viel Uhr ist es? - O mein Gott!

Sieben Uhr.

- Was für ein Kampf gestern Abend! - Welcher?

- Am Hôtel de Bourgogne! - Das Duell.

- In Versen! - Er schwärmt.

- "Und beim letzten Vers..." - Schon wieder!

"Beim letzten Vers steche ich!" Wunderbar!

Wie viel Uhr?

Sieben Uhr zwei. Ach, könnte ich eine Ballade ersinnen!

- Was haben Sie an der Hand? - Nur eine Schnittwunde.

- Eine gefährliche Begegnung? - Nein.

Ich glaube, Sie lügen.

Ich erwarte jemanden. Lassen Sie uns allein?

Das... geht leider nicht. Meine Dichter kommen.

Zur Fütterung.

Hier...

haben Sie Ruhe.

Da sind sie!

Lieber Kollege!

Krone der Bäcker, hier riecht es wundervoll!

Phöbus am Herd!

Kochkundiger Apoll!

Man merkt doch gleich die feine Geistespflege!

Sagen kann ich nichts.

Ihr schreiben, vielleicht.

Ja, ich gehe und hinterlasse ihr einen Brief!

Lasst es euch schmecken!

- Essen tut gut! - Vor allem, wenn man Hunger hat!

Die Pasteten, bitte!

Erstmals macht mich die Leier satt!

Ein Rezept in Versen! Hört zu, Freunde.

Ja, wir hören zu.

- Isst du zu Mittag? - Zu Abend!

"Wie man Mandeltörtchen backt!

Schlagen Sie ein paar Eier schaumig.

Fügen Sie zu dem Schaum den Saft bester Zitronen hinzu,

gießen Sie süße Mandelmilch dazu,

kleiden Sie Törtchenformen mit Blätterteig aus,

glasieren Sie die Ränder mit Aprikosenmarmelade,

gießen Sie nun langsam die Mousse...

- Sind Sie naschhaft? - Und wie!

Hier, zwei Sonette von Benserade,

die ich mit Törtchen fülle.

- Mögen Sie Windbeutel? - Ja!

- Und frischen Kuchen? - Ich vergehe!

- Essen Sie das alles auf der Straße! - Aber...

Kommen Sie erst wieder, wenn alles aufgegessen ist.

Roxane...

Dieser Augenblick...

macht mich glücklich.

Bisweilen vergessen Sie, dass es mich gibt, dass ich atme,

aber das zählt heute nicht.

Worum geht es?

Zunächst, vielen Dank.

Wofür?

Diesen geckenhaften Grafen, den Sie im tapferen Schwertkampf besiegten,

- den will ein verliebter Herr... - Guiche?

- ...mir als Mann aufzwingen. - Als Strohmann!

Ich schlug mich also, Cousine, und das ist umso besser,

nicht meiner großen Nase wegen, sondern für Ihre schönen Augen.

Außerdem wollte ich...

Doch was ich jetzt bekennen werde,

bekenne ich dem Cousin, mit dem ich spielte,

im Park... am See.

Ja, Sie kamen jeden Sommer nach Bergerac.

Roxane im kurzen Rock hieß Magdeleine.

- War ich damals hübsch? - Nicht hässlich.

Manchmal stürzten Sie, die Hand blutete.

Da spielte ich Mama und sagte streng: "Was ist das für eine Schramme?"

Oh! Schon wieder eine? Nein!

Zeigen Sie her.

In Ihrem Alter noch! Wie ist dir das passiert?

Ich habe gespielt, an der Porte-de-Nesle.

- Ein Kampf? - Nur ein kleiner Streit.

Erzählen Sie, ich entferne das Blut. Wie viele?

Ach, kaum hundert.

- Erzählen Sie! - Nein, wozu?

Aber Sie, sagen Sie, was Sie vorhin nicht wagten.

Jetzt wage ich es.

Der Duft der Vergangenheit ermutigt mich.

Ja, jetzt wage ich es.

Ich liebe... jemanden.

Er weiß es nicht.

Noch nicht. Doch er wird es bald wissen.

Der Arme liebt mich aus der Ferne,

zu schüchtern, es zu gestehen.

Lassen Sie mir Ihre Hand, sie ist heiß vom Fieber.

Doch ich sah es in seinem Blick.

Und stellen Sie sich vor,

ja, Cousin, er dient ausgerechnet in Ihrem Regiment.

Als Kadett in Ihrer Kompanie.

Hinter seiner Stirn ist Geist, Talent,

er ist stolz, adlig, jung, kühn und schön!

- Schön? - Was haben Sie?

Ich? Nichts.

Es ist... es ist... dieses Wehweh.

- Sie sprachen ihn? - Nie.

- Er ist Kadett? - Im Gardekorps.

Sein Name?

Baron Christian de Neuvillette.

Kein Kadett!

Doch, seit heute Morgen.

- Ich habe alles aufgegessen. - Lesen Sie die Verse auf den Tüten!

Armes Kind, Sie sind doch ein Schöngeist, lieben die feine Rede.

Wie, wenn er ein Barbar wäre?

Nein, seine Rede ist feinsinnig, das ahne ich.

Die Worte fein, weil der Schnurrbart fein ist?

Doch wenn er ein Dummkopf wäre?

Dann werde ich sterben.

Sie ließen mich kommen, mir das zu sagen? Ich sehe nicht den Zweck.

Nein, hören Sie!

Zu meinem Schreck habe ich erfahren: In Ihrer Kompanie sind nur Gascogner.

Und die begegnen Grünschnäbeln hart.

- Ja, ich habe große Angst um ihn. - Nicht ohne Grund.

Doch als ich Sie gestern kämpfen sah,

unbesiegbar und groß wie immer,

da dachte ich, wenn Sie...

Schon gut, ich beschütze Ihren Baron.

Beschützen Sie ihn mir? Ich war Ihnen immer eine zärtliche Freundin.

Ja.

Sie sind sein Freund? Nie wird er sich schlagen?

Versprochen.

Ich habe Sie sehr lieb.

Ich muss gehen.

Wollten Sie mir nicht von diesem unerhörten Kampf erzählen?

Sagen Sie ihm, er soll mir schreiben. Ich liebe Sie!

Ja, ja.

100 Mann gegen Sie? Leben Sie wohl. Wir bleiben doch Freunde?

Er soll mir schreiben! 100 Mann... Das erzählen Sie mir ein andermal.

100 Mann, was für ein Mut!

Noch einen größeren kenne ich.

Da kommt er!

- Monsieur de Bergerac! - Was für ein Erfolg!

- Ein Wahnsinn! - 30 Verletzte!

Ein Kampf wie in der Antike!

- Unvergleichlich! - Homerisch!

Unser Held!

- Er ist verletzt! - Nur eine kleine Schürfwunde.

- Lass dich umarmen! - Erzähl von dem Kampf!

- Ja, erzähl! - Genug!

Was hast du denn?

Nichts.

- Hast du Roxane gesprochen? - Nein.

Ist das wahr?

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuesten Heldenstreich. Bravo!

Der Graf kennt sich aus!

Unglaublich, doch die Herren schwören, es gesehen zu haben.

Mit eigenen Augen.

100 gegen einen!

Sie dienen bei den verrückten Gascognern?

- Bei den Kadetten! - Bei uns!

Diese Hochnäsigen sind also die berühmten...

- Cyrano! - Herr Hauptmann?

Die Kompanie ist voll versammelt. Stellen Sie sie bitte dem Grafen vor.

Er ist übler Laune. Nun, was ist?

Nicht heute.

- Soll ich an seiner Stelle sprechen? - Nur zu!

"Das sind die Gascogner Kadetten, ihr Hauptmann ist Castel-Jaloux.

Sie sind schamlose Lügner...

Sie sind schamlose Lügner und Fechter, jeder von ihnen ist edler...

als Spitzbuben! Sie kennen..."

"Sie kennen sich mit Wappen aus.

Das sind die Gascogner Kadetten, ihr Hauptmann ist Castel-Jaloux.

Mit Adlerauge, Storchenbeinen, Katzenschnurrbart, Wolfszähnen

zerfetzen sie jeden Halunken. Sie tragen einen alten Hut,

dessen Feder die Löcher verdeckt. Ihre Seele ist trunken vor Ruhm.

Wanstpiekser und Backenknaller sind ihre sanftesten Spitznamen.

Wo immer man sich prügelt, kreuzen sie auf.

Das sind die Gascogner Kadetten, sie stören des Ehemanns Ruhe!"

Dichter sind heutzutage Mode.

Wollen Sie mir dienen?

Nein. Niemandem.

Sie könnten meinen Onkel Richelieu unterhalten. Ich führe Sie zu ihm.

Großer Gott!

Sie haben sicher schon fünf Akte gereimt?

Ja, eine Tragödie.

- Der Titel? - "Agrippina".

- Bringen Sie sie ihm. - Wirklich?

Er kennt sich aus und verbessert gern.

Unmöglich. Ich ertrüge nicht, dass auch nur ein Komma geändert würde.

- Sie sind stolz. - Wird Ihnen das nun klar?

Schau, Cyrano,

welch seltsames Federwild wir fanden!

- Die Hüte der Flüchtigen! - Die Reste der Opfer!

Ihr Auftraggeber rast nun sicherlich!

- Weiß man, wer es war? - Ich war es.

Denn einen trunkenen Reimschmied kann unsereins nicht eigenhändig strafen.

- Ein großer Lyriker! - Sie erlauben sich...

Wollen Sie sie zurück?

Sie durchkreuzen meine Pläne!

- Mordpläne? - Schamloser!

Degen zurück. Genug. Gehen wir!

Alle hinaus!

Haben Sie "Don Quijote" gelesen?

Ja, und ich ziehe den Hut vor dem Kauz.

Dann denken Sie an jene Mühlen...

Kapitel 13.

- Greift man sie an, so geschieht es... - Die, die sich nach dem Winde drehen?

...dass ihre Flügel uns in den Staub schleudern.

Oder zu den Sternen.

- Du wirst zugeben... - Ja, das ist mein Laster!

Ich will missfallen.

Dir winkten Reichtum und Ruhm...

Und was müsste ich dafür tun? Einen mächtigen Beschützer suchen?

Als gemeines Schlinggewächs dem Stamm, den ich erklimme, die Rinde lecken?

Durch List empor mich ranken, nicht durch Kraft? Nein, danke.

Mäzenen Verse widmen, wie es alle tun?

Zum Narr mich machen, in der Hoffnung,

eines Ministers Lächeln zu erhaschen, damit er mir nicht zürne? Nein, danke.

Jeden Tag Kröten schlucken, mir den Bauch auf den Stufen aufscheuern?

Die Knie mir schmutzig scheuern? Kreuzschmerzen leiden

durch beständiges Ducken? Nein, danke.

Nur Schmierer talentvoll nennen? Zweifelhafte Gazetten fürchten?

Ständig denken, ach, hoffentlich erwähnt mich der "Mercure François"!

Nein, danke.

Berechnen, Angst haben, erbleichen, lieber Besuche machen als Gedichte,

Bittschriften verfassen, mich vorführen lassen? Nein, danke!

Doch singen, träumen, lachen,

spazieren gehen, allein sein,

frei sein...

Einen klaren Blick bewahren, eine feste Stimme.

Den Hut verkehrt aufsetzen, wenn ich möchte, und für ein Ja, ein Nein...

kämpfen...

oder einen Vers schreiben.

Nicht achtend Geld und Ruhm

an der Reise... nach dem Mond arbeiten!

Durch Zufall siegen, die Früchte ernten, kurz:

das schmarotzende Unkraut verachten, auch wenn man

keine Eiche oder Linde ist.

Vielleicht nicht hoch wachsen,

aber aus eigener Kraft.

Du kannst laut den Stolzen, Verbitterten spielen,

aber sag mir leise einfach nur, dass sie dich nicht liebt.

Sei still.

- Erzähl! - Später.

Nein, jetzt!

Ich sage dir etwas, Neuer:

Von einem Ding hier reden wir so wenig wie vom Strick im Haus des Gehängten.

Sieh mich an. Verstehst du?

Ach so, die...

Dies Wort wird nie gesagt, sonst bekommt man es mit ihm zu tun.

Ein Wort genügt! Wer sein Schnupftuch zieht, der zieht sein Leichentuch.

Herr Hauptmann!

- Was tun gegen prahlende Südfranzosen? - Beweisen, dass der Norden mutig ist.

Nun erzähl endlich! Erzähl!

Also gut, gegen Mitternacht ging ich ihnen entgegen.

Der Mond glich einem Zifferblatt,

als plötzlich ein besorgter Uhrmacher

das runde Gehäuse der silbernen Uhr in ein Wolkenfutteral hüllte.

Pechschwarze Finsternis erfüllte die Nacht,

und da die Straßen nicht beleuchtet waren, sah man nur...

...bis zu seiner Nase.

Wer ist dieser Mann?

- Er kam heute Morgen an. - Heute Morgen?

Er heißt Baron Christian de Neuvil...

Gut.

Ich...

Sehr gut.

Wo war ich?

Mordio!

Man sah nichts.

Ich ging und dachte: Wegen eines Bettlers verärgere ich einen Fürsten,

- der mir sicher... - ...eins auf die Nase gibt!

Auf den Zahn! Der mir auf den Zahn fühlen wird!

- Unvorsichtig stecke ich... - Die Nase!

...meine Hand dazwischen, der Fürst wird mir eins auf die...

- ...auf die Nase geben. - ...auf die Finger geben!

Doch ich sage mir: Weiter, Gascogner! Ich gehe und sehe plötzlich...

- ...vor meiner Nase! - ...vor meinen Augen!

Ja, 100 zornige Schreihälse, die stanken...

- ...aus Mund und Nase! - ...nach Zwiebeln und Wein!

Ich springe...

- Der Nase nach! - ...und steche zu!

Zwei sind verblüfft, einen spieße ich auf, einem gebe ich etwas auf den...

Rüssel!

Donnerwetter!

Alle hinaus!

- Der Löwe erwacht! - Lasst mich allein mit dem Mann!

- Aus dem macht er Hackfleisch! - Hilfe!

- Zerfetzen wird er ihn! - O weh!

- In meine Arme! - Mein Herr...

Bravo. Sehr tapfer. Gefällt mir.

- Wie bitte? - Komm! Ich bin der Bruder.

- Von wem? - Von ihr!

Von Roxane!

- Sie sind ihr Bruder? - Beinahe. Ihr brüderlicher Cousin.

- Sie wissen... - Alles.

Liebt sie mich?

Vielleicht.

- Wie schön, Sie kennenzulernen! - Dies Gefühl kommt ja sehr plötzlich.

Verzeihen Sie...

Hübsch ist er wirklich... Roxane erwartet heute einen Brief!

- Nein! Das ist unmöglich. - Unmöglich? Warum?

Weil ich so dumm bin, dass ich mich dafür schäme.

Wer dumm ist, hält sich nicht dafür. Schlagfertigkeit hast du bewiesen.

Um den Feind zu treffen, reicht es.

Das ist banaler Geist eines Soldaten.

Aber...

vor Frauen kann ich nur verstummen.

Viel Huld sehe ich in ihrem Blick...

- Doch ihre Herzen erreichst du nicht? - Ich kann nicht über Liebe sprechen.

Ich schon, aber was nützt mir das? Wer hört zu, wenn er mich sieht?

Ach, den zarten Ausdruck beherrschen!

Ach, ein hübscher Musketier sein!

Roxane ist preziös, anspruchsvoll, kokett. Besäße ich Redekunst!

Ich leihe sie dir!

Leih du mir körperlichen Reiz! Zu zweit werden wir ein Liebesheld!

Was?

Kannst du nachsprechen, was ich dich täglich lehre?

- Du schlägst vor... - Allein lässt du ihr Herz erkalten.

- Aber Cyrano... - Christian! Willst du?

- Mir ist bang, dein Auge glänzt. - Willst du?

Was? Das würde dir Vergnügen machen?

Das...

Das...

würde mich erheitern.

Das ist ein verlockendes Spiel für einen Poeten.

Willst du mich ergänzen, so ergänze ich dich.

Ich gehe als dein Schatten, bin dein Geist, du meine Wohlgestalt.

- Aber der Brief, den sie heute will? - Hier ist er.

- Es fehlt nur deine Unterschrift. - Ich...

Schick ihn ab! Er hat den rechten Ton.

Nimm schon! Wir haben stets Briefchen an eine unserer Traumgestalten.

Nimm ihn und du wirst sehen! Redekunst hat ihn verfasst.

- Passt er zu Roxane? - Wie angegossen.

- Aber... - Leichtgläubig, wer liebt.

Roxane wird denken, er sei für sie.

Mein Freund!

Und?

Höchst erstaunlich.

Du duldest es, wenn man von deiner Nase spricht?

"Diesen Liebesbrief habe ich im Geist wieder und wieder aufgesetzt,

er ist so fertig in meinem Kopf und meinem Herzen,

dass ich ihn jetzt nur niederzuschreiben brauche."

"Ich befinde mich in Ihren Händen.

Dieses Papier ist meine Stimme.

Diese Tinte ist mein Blut.

Dieser Brief...

das bin ich."

"Mein ganzer Körper ist nur Fieber, nach Ihnen schreit mein Herz,

und wenn man Küsse als Brief verschicken könnte,

läsen Sie meine Zeilen mit den Lippen."

"Fern von dieser dunklen, schlimmen und verlogenen Welt

gibt es ein Land für empfindsame Herzen.

Fern von dieser bitteren, gewalttätigen und qualvollen Welt

gibt es ein Land für glücklich Liebende."

Wir müssen gehen! Wir können nicht mehr warten!

Ach, wir verpassen den Vortrag über die Minne!

- Guten Abend. - Nein, nicht eintreten!

- Ich komme, Abschied zu nehmen. - Sie reisen?

In den Krieg. Noch heute Abend.

- Ich habe Befehl, Arras zu belagern. - Aha, wir belagern?

Ja.

Meine Abreise lässt Sie wohl kalt.

- Aber nein! - Doch.

Leider.

Werde ich Sie wiedersehen? Wann?

- Man hat zum Oberst mich ernannt. - Bravo.

- Vom Gardekorps. - Vom Gardekorps?

Wo Ihr Cousin dient, der Aufschneider. Dort werde ich mich an ihm rächen.

- Die Garden sollen mit? - Es ist mein Regiment.

Christian!

Was ist denn?

Der Abschied. Mein Herz wird brechen, im Krieg zu wissen, wen es liebt.

Das erste holde Wort, am Tag meiner Abreise!

Sie rächen sich an Cyrano?

- Sind Sie für ihn? - Im Gegenteil.

- Treffen Sie ihn? - Selten.

Überall begegne ich ihm!

Ihn aus Rache in den Kampf schicken? Den liebt er doch.

Das ist banal. Ich weiß, was ihn verletzen würde.

Nämlich?

Wenn Ihr Regiment ihn und seine teuren Kadetten

während des ganzen Krieges in Paris zurücklassen würde.

Das ist der einzige Weg, ihn in Zorn zu versetzen.

Sie wollen ihn strafen? Nehmen Sie ihm die Gefahr.

Eine Frau!

Eine Frau! Nur eine Frau kann sich so etwas ausdenken!

Er wird kochen vor Wut, seine Freunde ballen die Fäuste

und Sie sind gerächt.

Sie lieben mich also ein wenig?

Dass Sie meinen Groll teilen, muss ein Liebesbeweis sein, Roxane.

Es ist einer.

Der Marschbefehl, den ich hier habe, gelangt sogleich an alle Kompanien,

nur der für die Kadetten bleibt zurück.

Cyrano und seine Kampfeslust!

Sie spielen wohl gern Streiche?

Bisweilen.

Sie machen mich toll!

Heute Abend soll ich reisen, doch wie kann ich, da Sie so ergriffen sind...

Hören Sie, hier in der Nähe ist ein Kloster, wo ich mich verstecken kann.

Man glaubt mich abgereist, und heute Abend

kehre ich maskiert zu Ihnen zurück, teure Exzentrikerin.

Wenn man es erfährt, Ihr Name... Die Belagerung von Arras!

Sei's drum! Bitte!

- Nein. - Bitte!

Ich muss es Ihnen untersagen. Gehen Sie. Christian bleibt...

Seien Sie ein Held, Antoine.

- Himmlisches Wort. Sie lieben also ihn? - ...für den ich zitterte.

Ich gehe.

- Zufrieden? - Ja, mein Freund.

Wir kommen zu spät!

Clomire ist meine Freundin, sie warten!

O nein!

- Cousine! - Ah, Cyrano!

- Wen suchen Sie? - Wie?

- Sie suchen doch jemanden. - Ja, ich suche... Christian.

Er schreibt mir, doch er flieht, wenn er mich sieht.

Bitte helfen Sie mir.

- Worüber schreibt er? - Über die Liebe.

Seine Worte sind Sonnen, die mich blenden. Ich denke nur noch an ihn.

Ich komme!

Ich liebe ihn so!

- Ist er so geistreich? - Mehr als Sie.

Weiß er von der Liebe zu sprechen?

Er spricht nicht darüber, er erörtert geradezu.

Ah, Lysimon!

Guten Abend, Félixérie! Barthénoïde! Oh, meine liebe Uranie!

Finden Sie ihn! Er soll heute Abend

meinen Wunsch erfüllen und mir die Schönheiten sagen, die er mir schrieb.

- Kommen Sie schnell! - Ich gehe.

Versäumen Sie nicht diese Affen!

Der Klopfer ist mit Stoff umwickelt!

Man hat dich geknebelt, damit du nicht die schönen Reden störst, Banause!

Heute oder nie! Schärf dein Gedächtnis, der Ruhm ist nah!

- Was schreibst du? - Was du sagen wirst.

- Was? - Ja! Sie will dich aus der Nähe sehen.

Verlieren wir keine Zeit. Hier ist der Anfang. Setz dich und lerne!

Nein.

- Lerne! - Nein, ich lerne nichts!

Ich mag nicht mehr deine Worte leihen. Da sie mich liebt, spreche ich selbst!

Ach ja?

Warum nicht? So dumm bin ich nicht!

Ich habe von dir gelernt.

In jedem Fall kann ich sie in meine Arme schließen!

- Sprechen Sie selbst, Monsieur. - Warte! Geh nicht fort!

"Mund, Wunder des sanften Lächelns,

Mund, anmutiges Rund,

Mund, der sagt, was zu sagen ist,

Mund, der weniger sagt als die Augen."

"Schöner Augen tiefe Verwundung, unablässig stört sie

die süße Ruhe unserer Herzen, und dies allein durch zarte Rundung."

"Mund, Wunder der Münder,

Mund, der so lieblich zu sprechen versteht,

Mund, der selbst dem Baumstumpf Seele verleiht..."

"Mund, der selbst dem Baumstumpf Seele verleiht,

Mund, einzig Göttern bloß geweiht!"

Christian!

Sind Sie da?

Ich bin es.

Nein, warten Sie.

Die Luft ist mild.

Es ist Nacht.

Wir sind allein.

Kommen Sie.

Setzen wir uns.

Sprechen Sie!

Ich höre zu.

- Ich liebe Sie. - Ja, sprechen Sie mir von Liebe.

- Ich liebe dich. - Das ist das Thema.

Verzieren Sie es, führen Sie es aus.

- Ich... - Führen Sie es aus!

Ich liebe dich so sehr.

Ja, schon, und weiter?

Weiter?

Ich wünsche mir, dass Sie mich lieben. Sag, dass du mich liebst!

Sie bieten saure Milch, wo ich Sahne erhofft hatte.

Sagen Sie, wie Sie mich lieben.

Also... sehr!

Führen Sie aus!

Dein Hals... Ich möchte ihn küssen!

- Christian! - Ich liebe dich.

- Noch einmal? - Nein...

- Ich liebe dich nicht. - Ein Glück.

- Ich bete dich an! - O nein...

- Verzeihung, mein Verstand... - Das missfällt mir,

- so als würden Sie hässlich. - Aber...

- Wo ist Ihr Geist? - Hören Sie...

- Sie lieben mich, ich weiß! - Moment...

- Ja, Sie beten mich an. Gehen Sie! - Aber ich...

Ein voller Erfolg.

Gute Nacht.

Wer ist da?

- Wer wirft Steinchen? - Ich!

- Wer, ich? - Christian.

- Ich möchte mit Ihnen sprechen! - Nein, Sie sprechen zu schlecht.

Bitte! Es wäre für unsere Liebe ein Verhängnis!

- Nein. Sie lieben mich nicht mehr. - Mich anklagen, nicht mehr zu lieben,

gerade da ich noch mehr liebe!

Schon besser.

Die Liebe wuchs, gewiegt in meiner unruhigen Seele,

die diese grausame Göre für eine...

- "Schaukel"! - ...Schaukel hielt.

Das ist besser.

Doch warum haben Sie diese grausame Liebe nicht in der Wiege erstickt?

Ich habe es versucht,

doch der Versuch schlug fehl.

Dieses Neugeborene, Madame, ist ein kleiner... Herkules.

Das ist besser!

So dass er ohne Weiteres die beiden Schlangen erwürgte,

Stolz und...

Zweifel.

Das ist sehr gut.

Doch warum sprechen Sie so langsam? Ihre Worte klingen zögernd. Warum?

- Weil es Nacht ist. - Was?

Im Dunkeln müssen meine Worte sich zu Ihren Ohren vortasten.

Meine finden leicht den Weg.

Sie finden ihn auf Anhieb? Natürlich,

da ich sie in meinem Herzen empfange.

Mein Herz ist groß, Ihr Ohr jedoch ist klein.

Auch steigen Ihre Worte zu mir nieder, das geht schnell.

- Meine steigen hoch, das dauert länger. - Aber sie steigen jetzt schneller.

Nun sind sie mit der Übung vertraut!

In der Tat, ich spreche aus ziemlicher Höhe zu Ihnen.

Sicher, und fiele ein hartes Wort aus der Höhe auf mein Herz,

es würde mich töten.

- Ich komme runter. - Nein!

Dann kommen Sie hoch!

- Nein! - Warum nicht?

Nutzen wir die Gelegenheit,

zärtlich miteinander zu sprechen, ohne uns zu sehen!

- Ohne uns zu sehen? - Aber ja, das ist wunderbar.

Wir erahnen uns kaum. Sie sehen einen dunklen Mantel,

ich sehe ein weißes Sommerkleid.

Ich bin nur ein Schatten, Sie nur ein Schimmer.

Mir ist, als sprächen wir zum ersten Mal.

- Ja, Ihre Stimme ist verändert. - Ja, denn im Schutze der Nacht...

wage ich endlich, ich selbst zu sein. Ich wage...

Wo war ich?

Ich weiß nicht. Das alles,

verzeihen Sie meine Erregung, das ist so köstlich, so neu für mich.

- So neu? - So neu, ja, aufrichtig zu sein.

Die Angst, verspottet zu werden, zerrt mir immer am Herzen.

- Verspottet, wofür? - Für... diesen Drang.

Ja, mein Herz versteckt sich immer hinter meinem Geist, aus Scham.

Ach, der Geist. Ich hasse ihn in der Liebe.

Es ist ein Verbrechen, in der Liebe diese Fechterei zu weit zu treiben.

Unvermeidlich kommt der Moment, und wem er nicht kommt, der tut mir leid,

in dem wir eine edle Liebe in uns fühlen,

die jedes hübsche Wort, das wir sagen, nur traurig macht.

Und wenn dieser Moment für uns beide kommt, was werden Sie mir sagen?

Alles, was mir einfällt, büschelweise, ohne die Worte zum Strauß zu binden.

Ich liebe Sie, ich ersticke, ich bin von Sinnen, ich kann nicht mehr!

Dein Name ist ein Schluchzer in meinem Herzen, ich liebe alles an dir.

Voriges Jahr am Morgen des 12. Mai

trugst du eine neue Frisur. Eine Sonne blendete mich,

das war dein Haar.

Begreifst du jetzt?

Spürst du im Dunkeln meine Seele aufsteigen?

Wirklich, heute Nacht, das ist zu schön,

zu süß.

Ich sage Ihnen dies alles und Sie hören mir zu. Das ist zu viel.

Selbst in meinen kühnsten Träumen habe ich so viel nie erhofft.

Könnte ich jetzt nur sterben!

Meine Worte lassen sie zwischen den blauen Zweigen zittern. Ich fühle,

wie das geliebte Zittern deiner Hand die Jasminzweige herabsteigt.

Ja, ich zittere, und ich weine.

Ich liebe dich.

- Ich bin dein, du hast mich berauscht. - Jetzt kann der Tod kommen.

Dass ich allein es war, der diesen Rausch bewirkt hat!

- Ich möchte nur noch eines... - Einen Kuss!

Was? Sie möchten...

Ja, ich...

- Hab Geduld! - Ich muss ihre Verwirrung nutzen!

Ja, ich erbat, das stimmt...

Himmel noch mal!

Ich weiß, das war zu gewagt.

Besser, Sie gewähren mir den Kuss nicht.

- Warum? - Schweig, Christian!

Was flüstern Sie?

Ich tadelte mich selbst, weil ich zu weit ging. Ich sagte mir:

"Schweig, Christian!" Moment!

- Erring mir diesen Kuss! - Warte!

- Wo sind Sie? - Wir sprachen von einem Kuss.

- Nein. - Doch! Das Wort ist süß.

- Schweigen Sie. - Ein Kuss, nun, was ist das denn?

Ein trauliches Gelübde,

ein Versprechen. Genauer,

ein Geständnis, das bezeugt werden soll.

Ein rosa Punkt auf dem "i" der Liebe,

ein Geheimnis, dem Mund verraten statt dem Ohr,

ein endloser Moment, wie Bienensummen,

ein Abendmahl, das nach Blumen schmeckt,

eine Art, dem Herzen Luft zu machen

und mit den Lippen ein wenig Seele zu kosten.

Schweigen Sie bitte.

Ja, ich schweige, Madame.

- Geh hoch! - Das scheint mir jetzt ungünstig.

Sind Sie noch da?

Nun geh doch hoch, du Tölpel!

- Monsieur! - Ja, was ist?

Pardon. Ist das hier das Haus von Magdeleine Robin?

Ja. Ich bin ihr Cousin. Was ist?

Ich habe ein Schreiben für sie.

- Was ist? - Ein Brief!

- Christian! - Cyrano!

Du hier?

- Wer schreibt mir um Mitternacht? - Sicher etwas Heiliges. Ein Herr...

- Guiche. - Er wagt es?

"Mein Regiment bricht auf, doch ich will bei Ihnen sein.

Ich komme heimlich, warten Sie.

Ich hoffe, dass Ihre Lippen, die mich hin und wieder anlächelten..." Pater!

Hören Sie, was in dem Brief steht.

"Sie müssen sich dem Kardinal fügen, mag es noch so hart für Sie sein.

Darum wählte ich, um diese Zeilen Ihren Händen zu übergeben,

einen sehr frommen, sehr intelligenten und diskreten Kapuziner.

Er soll Ihnen in Ihrem Haus den ehelichen Segen geben, sofort..."

- Heiraten? Wen? - "... und auf der Stelle."

- Wie? - Schweig! Sie erfindet!

"Christian wird heimlich Ihr Gemahl.

Ich schicke ihn. Missfällt er Ihnen, finden Sie sich drein."

Nur Mut, mein Kind.

Ich wusste ja, es konnte nur um etwas Heiliges gehen.

Schrecklich!

- Sie? - Nein, er.

Aber die Strafe ist nicht so schlimm. Ist er sicher...

"PS: Für das Kloster 120 Pistolen."

Welch würdiger Herr! Fügen Sie sich!

Ich füge mich.

Wir müssen uns widerstandslos vereinen lassen. War das Ihr Wunsch?

- Ja oder nein? - Ja, sicher! Schnell! Guiche kommt.

Ihnen gebe ich eine Viertelstunde, um sie zu segnen.

Du wirst meine Zeugin! Los!

- Zeugin? - Steh auf!

Zeugin wovon?

Schnell, Leuchter, Tischtuch!

Ein Kruzifix! Die Ringe!

Welche Ringe?

Und geweihten Lorbeer!

Wer ist dieser Mann? Wo kommt er her?

- Vom Mond! - Wie?

Erdling! Wie viel Uhr ist es?

Wer ist es? Ein Geistesschwacher?

Wie viel Uhr? Welches Land? Welche Jahreszeit?

Aber...

Ich bin betäubt! Wie eine Bombe falle ich vom Mond!

- Monsieur! - Ich falle!

Schon gut! Wohl ein Verrückter.

- Ich fiel nicht metaphorisch! - Gut!

Vor 100 Jahren oder einer Minute, ich weiß nicht, wie lange ich fiel,

war ich noch auf dieser safranfarbenen Kugel.

Welcher Kontinent? Wo bin ich? Seien Sie ehrlich!

Verbergen Sie mir nichts!

Großer Gott! In diesem Land hat man wohl ein schwarzes Gesicht.

Wie?

- Ist das Algier? Sind Sie Eingeborener? - Das ist eine Maske!

- Dann ist das Venedig oder Genua! - Eine Dame erwartet mich.

- Also bin ich in Paris. - Sehr komisch.

- Sie lachen! - Ja, aber ich will vorbei!

Nach Paris bin ich gefallen!

Die letzte Windhose hat mich gebracht!

Ich bin von der Reise noch etwas mit Äther bedeckt.

In den Augen habe ich Sternenstaub

und an den Sporen Planetenhaare.

Hier, am Wams, hängt ein Kometenhaar.

Ich streifte den Dreizack, mied seine Spitzen,

so fiel ich sitzend in die Waage, deren Nadel dort mein Gewicht anzeigt.

- Zur Hölle! - Zum Himmel! Zweifeln Sie an mir?

Ich werde ein Buch darüber schreiben

und die goldenen Sterne...

Er ist da!

- Schnell, Pater! - Wozu die Hast bei einem Gebet?

"Sancta Virgo Maria, stella purissima, Alma mater Dei, Virgo sanctissima..."

Es reicht! Genug!

- Weg damit! Hören Sie zu. - Meine Maske!

Keine Maske mehr!

Sie müssen erfahren, wie der Mond aussieht und ob dort jemand wohnt!

Nein!

Sie müssen erfahren, wie ich hinkam. Ich habe das Mittel selbst erfunden.

- Erraten? - Ein Verrückter!

Die Flut!

Ja, das Meer wird vom Mond angezogen.

Ich badete und legte mich in den Sand.

Mit dem Haupt voraus, weil das meiste Wasser im Haar haftet,

erhob ich mich in die Lüfte, gerade, gestreckt, wie ein Engel.

Ich kenne diese Stimme! Nicht möglich. Bin ich trunken?

Die Viertelstunde ist um. Bitte sehr!

Der Bund der Ehe ist geschlossen.

Öffnet! Hier ist Cyrano. Sie haben gerade die Ringe getauscht.

Ein schönes Paar haben Sie vereinigt!

- Nehmen Sie Abschied von Ihrem Gemahl! - Wie?

Das Regiment bricht auf. Gehen Sie!

In den Krieg?

- Natürlich. - Die Kadetten bleiben doch!

Nein! Hier ist der Befehl.

Überbringen Sie ihn, Baron.

Hören Sie die Trommeln? Die gelten uns. Gehorchen Sie!

Nun, worauf warten Sie?

Gehen wir.

Die Hochzeitsnacht ist noch fern.

Das kränkt mich weniger, als er denkt.

Sie brechen auch auf?

Ich vertraue auf Sie! Versprechen Sie, dass er nicht in Gefahr gerät.

Ich versuche es.

Dass er bei dieser schrecklichen Belagerung nie friert.

- Soweit möglich... - Dass er treu ist!

- Ja, sicher, aber... - Dass er mir oft schreibt.

Das verspreche ich Ihnen.

- Verletzt? - Nein!

Sie verfehlen mich doch jeden Morgen.

Ziemlich stark, wegen eines Briefes jeden Morgen dieses Risiko...

Ich habe versprochen, dass er oft schreibt.

Sag ihm bloß nichts.

Wenn die Arme wüsste, dass er verhungert...

Und doch hübsch...

- Geh schnell schlafen. - Brumm nicht, Le Bret, du weißt,

die spanischen Posten auf meinem Weg sind stets betrunken.

Bring uns Essen mit!

Unmöglich! Die Last wäre hinderlich.

Wir waren die Belagerer, jetzt werden wir belagert.

Eine Schande! Wo gehst du hin? Endlich schlafen?

Vielleicht. Wenn ich fertig bin.

- Womit? - Mit dem nächsten Brief.

Beruhigt euch!

Hört auf!

Das reicht!

Was haben sie?

- Hunger! - Na und? Ich auch.

- Ich habe Ohrensausen! - Das ist der Magen, du lügst!

Richelieu isst vier Mahlzeiten!

- Soll er Rebhühner schicken? - Klar!

- Ich will Kalb! - Hammelragout!

- Geschmortes Rind! - Blutwurst!

Entenpastete!

- Bohnen! - Crêpes!

- Mit gebratenem Speck und Pilzsoße! - Ich habe Hunger!

Ihr denkt ja nur ans Essen!

Komm näher, Bertrandou, du Pfeifer und ehemaliger Schäfer.

Spiel eine Heimatweise, nur für mich,

eine Melodie mit vertrauten Tönen.

Hört zu, Gascogner.

Das ist nicht mehr der schrille Pfiff der Lagerpfeife,

das ist die Flöte der Wälder.

Aus seinen Lippen kommt nicht der grimme Schlachtruf,

sondern das ruhige Flötenspiel unserer Ziegenhirten.

Hört zu...

Das ist das Tal,

die Heide, der Wald.

Der kleine, braune Hirte unter seiner roten Mütze.

Liebliche Abende an der Dordogne.

Hört zu, Gascogner.

Das ist die ganze Gascogne!

Du bringst sie ja zum Weinen.

Heimweh ist ein edleres Leiden als Hunger.

Kein körperliches, ein seelisches.

- Du machst sie schwach. - Nicht doch.

Was? Wer ist das?

Siehst du?

Das Schlagen einer Trommel genügt.

- Er ist Gascogner! - Doch ein falscher!

Die richtigen sind allesamt verrückt. Vernünftige Gascogner sind gefährlich.

- Er ist blass. - Auch er muss hungern.

Zeigt keine Spur des Leidens! Holt Karten, Pfeifen und Würfel!

Und ich lese Descartes!

Ah, guten Tag!

- Er ist mager! - Seine Knochen kann man zählen.

Man verspottet mich hier. Ja, ich weiß es, meine Herren.

Krautjunker und ländliche Barone reden verächtlich über ihren Oberst.

Es reicht! Verachten kann ich euren Hohn.

Meine Feldzüge sind bekannt. Gestern, bei Bapaume, attackierten wir

- drei Mal den Gegner. - Und Ihre weiße Schärpe?

Sie wissen Bescheid?

Beim dritten Angriff haben Flüchtige mich bis zur Feindeslinie mitgerissen.

Ich lief Gefahr, abgeknallt zu werden.

Drum ließ ich die Schärpe fallen, die Zeugnis gab von meinem hohen Rang.

So konnte ich die Spanier unbemerkt verlassen,

um zurückzukehren und sie zu schlagen, die Meinen, gestärkt, hinter mir.

War das nicht klug?

Heinrich IV. hätte, wenn auch bedroht, sich nie seines Federbuschs entledigt.

Die List siegte!

Doch man entsagt nicht der Ehre, Zielscheibe zu sein.

Hätte ich die Schärpe fallen sehen, darin unterscheidet sich unser Mut,

- ich hätte sie aufgehoben und angelegt. - Ja, Gascogner Prahlsucht!

Prahlsucht? Leihen Sie sie mir.

Ich trage sie vom ersten Ansturm an.

Gascogner Vorschlag!

Sie wissen, die Schärpe blieb beim Feind,

wo seit der Schießerei niemand hingehen kann, sie zu holen.

Hier ist sie!

Danke. Ich verwende sie sogleich für ein Signal, das ich bislang verschob.

- Wer ist das? - Ein falscher spanischer Spion.

So kann ich ihre Pläne lenken.

Das ist sehr bequem, und daher...

hole ich diese Nacht zum Schlag aus.

Das Regiment geht nach Dourlens, nur die Kadetten bleiben im Lager.

- Aber wenn die Spanier es erfahren? - Sie greifen morgen früh an.

Wenn Sie zwei Stunden standhalten, umzingeln wir sie.

- Wie standhalten? - Sie müssen sich töten lassen.

Ach, das ist die Rache?

Da Ihr Mut einzigartig ist, diene ich mit meiner Rachlust auch meinem König.

Erdulden Sie meine Dankbarkeit!

Sie kämpfen ja gern gegen 100 Mann. Jetzt haben Sie dazu Gelegenheit.

Auf Wiedersehen, meine Herren Kadetten der Gascogne!

- Was machst du? - Nichts.

Doch. Du lügst.

Zeig her.

- Willst du? - Ja, zeig her.

Ich schreibe deinen Abschiedsbrief.

- An Roxane? - An wen sonst?

Ah ja!

- Soll der Bote etwa fliegen? - Nein, man kommt bis Vimy.

- Unmöglich. - Nein.

Warst du da?

Ja. Bei Nacht.

- Hast du oft geschrieben? - Öfter, als du glaubst.

Jeden Tag?

Antworte!

Ja, jeden Tag...

zwei Mal.

- Dafür riskiertest du den Tod! - Deinetwegen.

Nein, ihretwegen!

Und du hast mir nichts gesagt.

- Ja, natürlich, ich verstehe. - Nein, du irrst dich, Christian.

Und der kleine Fleck?

Ein Fleck?

Das ist eine Träne.

Ja.

Als Poet ist man schnell ergriffen.

Der Brief ist bewegend. Ich musste weinen, während ich ihn schrieb.

Wo gehst du hin?

Wir brauchen eine Kanone! Nimm Le Bret mit und vier oder fünf Jungs.

- Wohin? - Ich bringe einen Brief nach Vimy!

Bist du verrückt?

Wir essen uns satt. Wir stehlen ihr Brot während des Abendmahls!

Los!

Wir sterben gern, aber nicht vor Hunger!

Nimm das!

- Mann, ist das heiß! - Sei still!

Schnell, wir haben den Braten!

- Kommst du? - Geht ohne mich zurück!

- Wie kamen Sie durch? - Bei Béthune und Vimy durch den Wald.

- Verrückt! - Die Belagerung dauerte zu lange.

- Du kannst nicht bleiben. - Weshalb?

- Er hat recht, fliehen Sie! - Warum?

- Die Spanier greifen an! - Dann kämpfen wir!

- Du musst gehen! - Nein, ich habe beschlossen,

einen Kampf zu sehen.

Ich habe Hunger.

Die Luft ist sehr frisch.

Was könnten wir essen?

Ich hätte gern Fleisch, guten Wein und Pasteten. Bringen Sie mir das?

Wir haben es nicht.

Dann Forellen, Schinken, irgendetwas Schmackhaftes.

Wo sollen wir das finden?

In meinem Wagen!

Um es anzurichten und zu servieren, habe ich einen Mann vom Fach dabei.

Sehen Sie ihn sich etwas näher an, meine Herren.

Die Reisigbündel sind mit Rebhühnern gefüllt! Fangt auf!

Jede Kiste eine kleine Speisekammer!

Rot oder weiß?

Brot für Monsieur de Carbon!

Trinken Sie!

- Warum weinen Sie? - Es schmeckt so gut!

- Unsere Preziöse ist also eine Heldin? - Ich bin schließlich Ihre Cousine!

Holla, Gascogne! Holla!

Wo sind die Kadetten? Das ist doch unmöglich! Sind sie desertiert?

- Auf eure Posten! - Ja, ja.

- Ihr seid ja ganz rot! Was habt ihr? - Das Blut siedet kurz vor dem Kampf.

- Sie sind betrunken. - Wer? Wir?

- Auf! Alle an die Kanonen! - Ja, ja!

- Danke. - Sehr aufmerksam!

Was haben sie getrunken? Sie sind verrückt! Ihnen ist alles egal.

Zu den Waffen! Achtung!

Guten Tag, Graf Guiche!

Da sind sie!

- Fliehen Sie! Das ist ein Befehl. - Ich? Niemals.

- Sie bleiben? - Ja.

- Sehr gut. Gebt mir eine Muskete! - Was?

- Ich verlasse nie eine Frau in Gefahr. - Dann bekommt er etwas zu essen.

Proviant?

- Ist überall versteckt. - Glaubt ihr, ich esse eure Reste?

- Sie machen Fortschritte. - Ich kämpfe nüchtern.

- Habt ihr gehört? Unser Akzent! - Ich?

Er ist echt!

- Warte hier! - Wo gehst du hin?

Bleib in Deckung!

- Warum bist du gekommen? - Wegen deiner Briefe.

- Wegen ein paar Liebesbriefen? - Schweig.

Unzählige, und sie wurden immer schöner!

Mein Gott, ich liebe dich seit dem Abend, als deine veränderte Stimme

mir deine Seele zeigte.

Deine Briefe, das war, als hörte ich seit einem Monat ständig deine Stimme.

Ich las und las, ich war dein. Deine Liebe hat mich entflammt.

Verzeih den Affront, dass ich zunächst nur deine Schönheit liebte!

Später bezauberte mich deine Seele, ich liebte dich für beides.

Und jetzt?

Du hast dich schließlich selbst besiegt,

- und ich liebe nur noch deine Seele. - Nein!

Die Schönheit, die mir zuerst an dir gefiel, die zählt nicht mehr.

- Nein! - Zweifelst du an diesem Sieg?

Du glaubst mir diese Liebe nicht.

Nein, ich will geliebt werden für...

Wofür man Sie bisher geliebt hat? Ich liebe nun besser!

- Nein, vorher war es besser! - Versteh doch, ich liebe jetzt besser,

ich liebe das, was dich ausmacht, und schwänden deine Reize...

- Still! - ...so liebte ich dich dennoch!

- Nein, sag das nicht. - Doch, ich sage es.

Wie, hässlich?

Ja.

Hässlich. Ich schwöre es dir.

- Du bist bleich! - Sie liebt mich nicht mehr.

- Wie? - Sie liebt dich.

- Nein! - Sie liebt nur noch meine Seele.

- Nein! - Doch. Also liebt sie dich,

- und du liebst sie auch. - Ich?

- Ich weiß es. - Es stimmt.

- Wie verrückt. - Noch mehr!

- Sag es ihr! - Nein! Sieh mich an!

- Sag ihr alles! - Du versuchst mich, lass das!

Ich will keinen Rivalen in mir!

Sie soll sich entscheiden!

- Sie will dich! - Ich hoffe es.

- Was will er? - Nichts. Gehen Sie!

Was hat er Ihnen gesagt? Er geht weg!

- Vielleicht glaubt er mir nicht. - Sie haben nicht gelogen?

- Nein, ich würde ihn sogar lieben... - Ist Ihnen das Wort peinlich?

Sie verletzen mich nicht.

- Sogar wenn er hässlich wäre? - Sogar dann.

- Auch ungestalt? - Auch ungestalt.

Und wenn er schrecklich, lächerlich, grotesk aussähe, liebten Sie ihn doch?

Sogar fast noch mehr.

Mein Gott. Vielleicht ist es wahr,

- und das Glück ist da! - Was sagen Sie?

Ich... hören Sie... ich möchte...

Christian!

Er ist nicht tot.

Ich habe ihr alles gesagt. Sie liebt dich noch immer.

O nein.

- Rettet sie! - Nein, bleiben Sie!

- Aber Roxane, es ist Krieg! - Sein Brief...

Sie allein kannten ihn. Er war doch ein wunderbarer Mensch?

- Ein fantastischer Dichter? - Ja, Roxane.

Ein erhabener Geist... Ein großes Herz, fern dem Profanen,

eine wundervolle, reine Seele...

Leb wohl, Roxane.

- Er ist jetzt Herzog! - Und Marschall.

Er hat sie lange nicht besucht.

- Immer noch in Trauer? - Ja.

- Treu auch? - Auch.

Haben Sie mir verziehen?

Das lernt man hier.

Schwester Marthe nahm eine Pflaume von der Torte! Ich habe es gesehen.

Das ist böse.

Nachrede ist eine Sünde! Eine ganz kleine Pflaume.

- Ich sage es Monsieur Cyrano. - Nein!

- Ich hab ihm Engelwurz-Konfekt gemacht. - Er ist aber kein guter Katholik!

- Wir bekehren ihn! - Ja, ja!

Treibt es nicht zu weit, meine Kinder.

Quält ihn nicht, er kommt sonst seltener.

- Aber Gott? - Seid beruhigt, Gott kennt ihn gut.

Aber jeden Samstag sagt er mir: "Ich habe gestern Fleisch gegessen!"

- Das sagt er? - Jedes Mal.

Aber vorigen Samstag hatte er zwei ganze Tage lang nichts gegessen.

Sogar im Tod lieben Sie ihn noch?

Bisweilen scheint es mir, als wäre er nur halb tot,

als wären unsere Herzen vereint

und als umgäbe mich seine lebendige Liebe.

- Da ist Le Bret! - Kommt er oft?

- Marschall! - Ihr Freund kommt erst um sieben.

- Wer? - Cyrano.

Ah, er.

Wie geht es ihm?

- Schlecht. - Schlecht?

- Er übertreibt. - Wie ich vorhersah,

ist er einsam und elend, und seine Schriften machen ihm neue Feinde.

Pharisäer, Maulhelden, Plagiatoren, den falschen Adel, alle greift er an!

Sein Schwert weckt Furcht!

Bedauern Sie ihn nicht zu sehr. Er lebt ohne Bindungen, frei,

- im Denken wie im Handeln. - Herzog...

Ich weiß, ich brachte es weit, er nicht.

Doch ich würde ihm gern die Hand schütteln.

- Adieu. - Ich begleite Sie.

Ja, manchmal beneide ich ihn.

Wenn im Leben zu viel gelungen ist,

bleiben viele kleine Makel. Ohne etwas wirklich Böses getan zu haben,

spürt man zwar keine Reue, doch es bleibt eine vage Beklemmung.

Während man von Stufe zu Stufe klimmt, macht der schleifende Herzogmantel

ein Geräusch...

wie tote Illusionen

und Bedauern.

So träumerisch?

Aber ja.

Monsieur Le Bret! Sie erlauben? Nur ein Wort.

Man fürchtet Cyrano, viele hassen ihn.

Gestern sagte jemand zu mir:

"Cyrano könnte einen Unfall haben."

Er sollte die nächsten Tage im Haus bleiben und sich vorsehen.

Einen Arzt! Holen Sie einen Arzt!

- Bleiben Sie bei ihm! - Ja.

Ich komme wieder!

Die Stunde hat geschlagen. Er müsste schon hier sein!

Nichts kann ihn am Kommen hindern.

Da ist er!

Mir geht das Garn aus.

Diese fahlen Farben! Wie soll ich die ergänzen?

Seit 14 Jahren zum ersten Mal zu spät.

Ja, ich weiß.

Das macht mich zornig.

Ich wurde aufgehalten, und zwar durch einen ziemlich lästigen Besuch.

So? Ein Wütender?

Cousine,

- es war eine Wütende. - Haben Sie sie weggeschickt?

Ja. Ich habe gesagt: "Verzeihen Sie, aber heute ist Samstag.

Da habe ich einen bestimmten Gang zu tun,

von dem mich nichts abhält. Kommen Sie in einer Stunde wieder."

Sie wartet also? Dann lasse ich Sie nicht vor heute Abend fort.

Vielleicht muss ich etwas früher gehen.

Sie necken Marthe nicht?

Doch. Schwester Marthe! Kommen Sie!

Stets gesenkt die schönen Augen...

Was haben Sie?

Nichts.

- Gestern habe ich Fleisch gegessen! - Ich weiß. Aber Sie sind so blass.

Kommen Sie später ins Refektorium, ich gebe Ihnen eine große Tasse Brühe!

- Ja, gut. - Kommen Sie?

- Bekehrt sie Sie? - Ich?

Nein, bestimmt nicht.

Erzählen Sie. Was gibt es Neues diese Woche?

Meine Chronik, ich warte...

Ja...

Samstag, der 19.

Nachdem er acht Mal Traubenmus gegessen hatte,

genas der König von zwei Lanzenhieben.

Beim Ball der Königin

wurden Sonntag 763 Fackeln aus weißem Wachs abgebrannt.

Montag schlugen unsere Truppen Johann von Österreich.

Vier Hexer wurden gehängt.

Der kleine Hund von Madame d'Athis bekam ein Klistier.

Schweigen Sie bitte.

Dienstag... nichts.

Lygdamire hat einen neuen Geliebten.

Donnerstag...

war der ganze Hof in Fontainebleau.

Am Freitag, dem 25.,

hat die brünette Mancini...

am Morgen "nein" gesagt und am Abend "ja".

Und am Samstag...

dem 26...

Cousin!

Es ist nichts, lassen Sie nur.

- Kommen Sie. - Das ist meine Verletzung von Arras.

- Manchmal... wissen Sie... - Armer Freund.

Aber es ist nichts!

Es geht vorbei.

Es ist vorbei.

Jeder von uns hat seine Wunde.

Ich habe die meine.

Sie ist noch immer da, diese alte Wunde hier.

Auf dem vergilbten Papier seines letzten Briefes

sieht man noch Tränen... und Blut.

Sein Brief...

Haben Sie nicht gesagt, eines Tages dürfte ich ihn vielleicht lesen?

Ach, Sie wollen... seinen Brief?

Ja, ich will ihn... heute.

Hier.

Darf ich ihn öffnen?

Öffnen Sie ihn.

Lesen Sie.

"Roxane, leb wohl. Ich sterbe."

Laut?

"Es geschieht heute Abend, glaube ich, meine Geliebte.

Mein Herz ist schwer von Liebe, die nicht ausgesprochen, und ich sterbe.

Niemals mehr, nie mehr werden meine entzückten Augen...

- meine Blicke..." - Wie Sie seinen Brief lesen!

"... in bebender Freude durch die Luft Ihre Gebärden küssen.

Ich sehe im Geist, wie Sie in vertrauter Weise

die Hand an die Stirn legen,

- und ich..." - Wie Sie diesen Brief lesen...

- "Und ich schreie: Leb wohl!" - Sie lesen ihn...

"Meine Liebe, mein Liebling,

- mein Schatz..." - Diese Stimme...

- "...meine Liebste..." - Diese Stimme...

höre ich nicht zum ersten Mal.

"Mein Herz hat Sie niemals verlassen,

und ich bin und werde bis in die andere Welt der sein, der Sie liebt,

über alle Maßen,

derjenige..."

Wie können Sie jetzt lesen? Es ist dunkel.

Es ist dunkel?

Sie waren es.

Nein, Roxane.

Ich hätte es erraten müssen.

- Nein, ich war es nicht. - Doch.

- Ich schwöre... - Ich ahne den heldenmütigen Schwindel.

- Die Briefe waren von Ihnen. - Nein!

Die lieben, verrückten Worte, die Stimme nachts, das waren Sie!

Nein!

- Die Seele, das war Ihre! - Ich liebte Sie nicht.

- Sie liebten mich! - Nein, der andere.

Jetzt sagen Sie es schon leiser.

Nein, nein, meine Liebste, ich liebte Sie nicht.

Was tot ist...

und was entsteht...

Warum schwiegen Sie 14 Jahre, da er mit dem Brief nichts zu tun hatte

- und die Tränen Ihre waren? - Dieses Blut ist seins.

Cyrano! Da bist du!

- Guten Abend, Freunde. - Der Weg hierher kostete ihn das Leben.

- Diese Schwäche eben war also... - Stimmt,

ich habe meine Chronik nicht beendet.

Und am Samstag, dem 26., eine Stunde vor dem Abendessen,

starb Monsieur de Bergerac nach einem Mordanschlag.

Was hat man Ihnen getan?

Das Schicksal ist höhnisch.

Ich wollte immer fallen mit einem Messer im Herzen!

Ja, und nun werde ich in einem Hinterhalt getötet,

von Lakaien, mit einem fallenden Balken!

Das ist gut so.

Alles missglückte mir, sogar mein Tod.

Monsieur...

Ragueneau, wein nicht so sehr.

Holen Sie Hilfe!

Nein, gehen Sie nicht! Bis Sie zurück sind,

bin ich nicht mehr da.

Was tust du jetzt, Kollege? Bist du kein Konditor mehr?

Nein, ich bin bei Molière.

- Meine Freunde haben mich ruiniert. - Und deine Frau ist weg.

Molière...

- Was machst du in dieser Gesellschaft? - Lampenputzer bin ich.

Doch morgen höre ich auf. Ich bin empört.

Gestern spielte man "Scapin". Er hat Ihnen eine Szene gestohlen.

Eine ganze!

Ja, das berühmte "Was zum Teufel würde er tun..."

Molière hat sie dir gestohlen!

Das ist gut so.

Hatte die Szene eine gute Wirkung?

Es wurde gelacht und gelacht.

Ja, mein Leben war das eines Souffleurs, den man vergisst.

Erinnern Sie sich an den Abend, als Christian von unten zu Ihnen sprach?

Nun denn, so war mein ganzes Leben.

Während ich unten im dunklen Schatten blieb,

stiegen andere hinauf, um den Kuss des Ruhms zu ernten.

Das ist gerecht.

Ich bestätige auf der Schwelle zu meinem Grab:

Molière ist ein Genie,

und Christian... war schön.

- Schwester! Kommen Sie! - Nein, rufen Sie niemanden!

Lassen Sie sie zum Gebet gehen, da die Glocken schlagen!

Ich verschulde Ihr Unglück!

Ich!

- Ich! - Sie?

Im Gegenteil.

Ich kannte keine weibliche Zärtlichkeit.

Meine Mutter fand mich nicht schön.

Ich hatte keine Schwester.

Später hatte ich Angst, von einer Geliebten verspottet zu werden.

Ihnen verdanke ich, dass ich wenigstens...

eine Freundin hatte.

Dank Ihnen ist durch mein Leben eines Frauenkleides Saum gestreift.

Ich liebe Sie.

Leben Sie!

Es ist zu spät, Cousine.

Ich steige da hoch,

zu dem leuchtenden Opal.

Mehr als eine Seele, die ich liebe, muss dort hingewandert sein.

Ich finde dort Sokrates wieder

und Galilei.

Philosoph, Physiker...

Dichter, Fechter, Musiker...

und Flugreisender...

zungenfertiger Schlagwortwechsler,

Liebhaber auch, was nicht zu seinem Besten war.

Hier ruht...

Hercule-Savinien de Cyrano de Bergerac,

der alles war...

und nichts war.

Doch ich muss gehen.

Ich kann nicht auf mich warten lassen.

Sehen Sie?

Der Strahl des Mondes holt mich.

Stützen Sie mich nicht!

Nichts...

Nichts als die Bäume...

Er kommt!

Ich fühle schon die Marmorstiefel,

Handschuhe von Blei.

Da er unterwegs ist, gehe ich ihm entgegen, mit gezogenem Schwert.

Was sagen Sie? Es sei vergeblich?

Das weiß ich.

Doch man kämpft nicht, um zu siegen.

Es ist weit schöner, wenn es vergeblich ist.

Was ist das alles?

Ihr seid Tausende!

Ach, ich erkenne euch.

Alle meine alten Feinde,

die Lüge,

die Feigheiten,

die Kompromisse!

Ich weiß ja, dass ihr mich am Ende überwältigt. Sei es drum!

Ich kämpfe! Ich kämpfe!

Ja,

ihr entreißt mir alles, den Lorbeer und die Rose.

Entreißt nur!

Euch zum Trotz gibt es etwas, das mir bleibt.

Heute Abend, wenn ich zu Gott gehe,

werde ich getrost die Himmelsschwelle überschreiten,

und ein Gut werde ich unbefleckt und frei von Makel mitnehmen,

euch zum Trotz,

und das ist...

Das ist?

Mein Stolz.

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