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Original subtitles

Meine Damen und Herren, die Diskussionen um das Thema unserer heutigen Sendung

reißen nicht ab.

Sind unsere Jugendschutzgesetze zu liberal?

Sind sie ausreichend oder verbesserungsbedürftig?

Auch heute haben wir wieder eine interessante und, wie ich glaube,

Runde zusammengebracht.

Ich begrüße die Damen zuerst.

Frau Dr.

Hammacher ist Jugendpsychologin und Mutter von zwei Töchtern.

Und Frau Thea Berthold ist Hausfrau und Mutter einer schon erwachsenen Tochter.

Ja, das kann man wohl sagen.

Ich entnehme Ihre Zwischenbemerkung, dass Sie zu unserem Thema eine Menge zu

sagen haben.

Nun, ich will es versuchen.

Dann zu unseren Herren.

Oberstudiendirektor Dr. Wolters ist Leiter eines humanistischen Gymnasiums.

last not least, Kriminalkommissar Jenkel.

Na endlich.

Hoffentlich müssen wir nicht so viel wegschneiden.

Herr Kommissar, ich möchte bei Ihnen beginnen.

Was denken Sie zur Frage unseres Themas?

Halten Sie unsere Jugendschutzgesetze für ausreichend oder für

verbesserungsbedürftig? Ja, wissen Sie, im Grunde ist jedes Gesetz

verbesserungsbedürftig. Die Zeiten ändern sich und damit die

Gegebenheiten, aber es ist schwer, so etwas zu verallgemeinern.

Ich meine, bei einer Beurteilung muss man immer vom einzelnen Fall ausgehen.

Und darum möchte ich hier ganz bewusst einen Fall an den Anfang stellen, der

sich kürzlich in meinem Ressort ereignet hat. Das Mädchen heißt Martina Behrens

und ist 17 Jahre alt.

Gymnasiastin, 11.

Klasse. Sie ist einziges Kind. Ihr Vater ist Polizeiobermeister, die Mutter

Hausfrau. Was da geschrieben wird, ist eine Mathematikarbeit. Die letzte vor

Zeugnissen und für viele entscheidend. Besonders für Martina, deren Noten auch

in anderen wichtigen Fächern katastrophal sind.

Studienrat, darf ich bitte für eine Minute rausgehen?

Ja, bitte.

Aber lassen Sie Ihre Arbeit auf dem Tisch liegen.

Selbstverständlich.

Rolf, bitte hilf mir.

Bin doch schon dabei.

Bitte nicht sprechen.

Auch nicht flüstern.

Wecker, schauen Sie nach vorn.

Martina, lassen Sie Ihre Arbeit auf dem Tisch liegen.

Geben Sie her.

Sie auch.

Ich werde Ihre beiden Arbeiten einbehalten. Und mit sechs Benoten.

Aber Herr Studienrat, da läuft gar nichts dafür.

Ich habe ihm den Zettel weggenommen, wie er nach vorne gegangen ist.

Es spricht für Sie, dass Sie Ihren Mitschüler zu entlasten versuchen.

Ich will es Ihnen sogar glauben.

Aber das Abitur werden Sie nie schaffen.

Sie sind ein hoffnungsloser Fall.

Hoffnungslos?

Hoffnungslos?

Rolf Mertens hatte Martina das Angebot gemacht, mit ihr zu arbeiten, weil sie

die Schuld auf sich genommen hatte.

So sagte er wenigstens. Aber sicherlich hatte er auch andere Hintergedanken.

Rolf gehörte zu den besten Schülern der Klasse und Martina war glücklich, auf

diese Weise eine Chance zu bekommen. Außerdem mochte sie Rolf recht gern.

Auf der Schule herrschte nämlich ein Kampf aller gegen alle.

Und jeder war froh, wenn es der andere war, der eine miese Note einstecken

musste.

Na, sag mal, hast du es jetzt endlich kapiert, Martina?

Ich weiß nicht, einigermaßen vielleicht.

Einigermaßen ist besser als gar nichts.

Machen wir Schluss für heute.

Sag mal, Rolf, machen sich deine Eltern eigentlich nie Gedanken?

Wieso denn Gedanken?

Ich meine, weil du hier so allein wohnst und machen kannst, was du willst.

Meine Eltern würden das nie erlauben.

Mein liebes Kind, erstens bin ich volljährig. Es geht also meinen Eltern

an, was ich tue.

Außerdem sind sie froh, dass ich von zu Hause weg bin. Und zweitens?

Zweitens könnten wir jetzt vom Geschäft reden.

Geschäft? Du, ich habe kein Geld, um dich zu bezahlen.

Von Geld war keine Rede. Du bist ein richtig netter Käfer.

Meinst du nicht, ich hätte eine kleine Belohnung verdient? Ach so, eine kleine

Belohnung kannst du schon haben.

Ah, nicht schlecht, aber ein bisschen sparsam.

Du bist aber teuer.

Ja, so ist es. Und jetzt komm.

Amen.

Ich war noch nie mit einem Mann im Bett.

Aber du hast mich doch lieb.

Bei diesem ersten Zusammensein mit Rolf hatte Martina zunächst nur Schmerz

empfunden. Aber das änderte sich, je öfter sie mit Rolf zusammen war.

Auch wurden ihre Leistungen in der Schule besser.

Du badest, Martina? Ja, Mutti.

Heute beim Sport ging es ziemlich heiß zu und ich muss doch gleich noch weg.

Schon wieder?

Du bist ja kaum noch zu Hause.

Und die Schularbeit? Gerade deswegen muss ich doch weg. Du weißt doch, dass

mit Uschi und Petra zusammen arbeite.

Gibst du mir mal ein Handtuch? Naja, es scheint ja auch was zu nützen mit,

Uschi.

Kind, hoffentlich geht das gut mit dir in der Schule. Du kennst doch Vati, der

ist doch immer so nervös.

Ich gebe mir ja die größte Mühe.

Ja, ich weiß.

Eines Tages war alles zu Ende.

Rolf hatte ihr erklärt, er habe keine Zeit mehr für sie und könne nicht mehr

ihr zusammenarbeiten.

Das musst du schließlich verstehen, Martina.

Die Anforderungen werden immer schlimmer. Ich bin froh, wenn ich selber

Zeit für meine Arbeit finde.

Aber Rolf, ohne dich bin ich glatt aufgeschmissen.

Ach was, du wirst es schon schaffen. Vielleicht findest du jemand anderen,

mit dir arbeitet, so wie du gebaut bist.

Wen denn?

Rolf, du kannst mich doch jetzt nicht im Stich lassen.

Red doch nicht gleich so geschwollen daher, im Stich lassen.

Wir können uns ja ab und zu mal sehen, du weißt schon.

Wegen dem kleinen Guss auf den Arsch brauchen wir ja nicht gleich zu

Rolf, bitte.

Tut mir wirklich leid, Mädchen.

Ich habe tatsächlich keine Zeit mehr.

Tschüss.

Martina, du?

Ich habe dir doch gesagt, ich habe keine Zeit.

Rolf, bitte, du musst mir helfen.

Ich komme mit dem Mathe -Pensum nicht voran und mit dem Französischen auch

nicht.

Und, und, und, ich habe doch gesagt, ich habe keine Zeit. Nun geh schon.

Rolf, bitte, ich mache dann noch alles, was du willst.

Ach so, bist endlich auf den Geschmack gekommen.

Du hast die Dame bitter nötig.

Na schön, die Sache muss ja mal ein Ende haben.

Komm rein.

Na, hast du jetzt endlich kapiert?

Dass du doof bist, habe ich ja immer gewusst. Aber so doof, da schreit er zum

Himmel.

Schau, dass du nach Hause kommst und grüß deine Eltern von mir.

Von diesem Tag an begann Martina Tabletten zu schlucken. Alles, was ihr

Hände kam, wahllos.

Kopfschmerztabletten, Schlafmittel, Aufputschpillen und auch einige

Psychopharmaka. Sie wollte sich betäuben und merkte nicht, wie sie sich an das

Teufelszeug gewöhnte.

Ihre Leistungen in der Schule wurden wieder schlechter.

Eines Tages wurde deswegen ihr Vater zum Klasslehrer bestellt. Der riet ihm,

seine Tochter von der Schule zu nehmen.

Du hast überhaupt keine Ahnung, was Arbeiten eigentlich heißt.

Aber jetzt iss doch erst mal in Ruhe. Ach, Ruhe, Ruhe.

Ich kann mir hier in Ruhe essen. Mir ist der Appetit vergangen.

Ich hätte meinem Vater die Schuhe geleckt, wenn ich hätte studieren

Aber du hast ja keine Ehre im Leib.

Aber es gibt doch auch noch andere Möglichkeiten für Mädchen.

Ja.

Auf dem Strich gehen.

Sag mal, was willst du eigentlich mal werden?

Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht?

Dumm und faul!

Aber Egon, hör auf!

Hör mal zu. Dein Lehrer sagte, du hast noch eine letzte Chance. Ihr schreibt

noch eine Arbeit.

Also nimm dich gefälligst zusammen.

Wenn die auch daneben geht, dann kannst du was erleben.

Dann brauchst du dich bei mir überhaupt nicht mehr sehen zu lassen.

Egon.

Glauben Sie mir, Martina, das Abitur werden Sie nicht schaffen.

Warum quälen Sie sich und andere?

Sie belasten doch nur das Niveau der Klasse.

Ihr Fall ist wirklich hoffnungslos.

An diesem Tag nahm Martina alle Tabletten, deren sie habhaft werden

löste sie in einer Flasche Mineralwasser auf und trank sie aus.

Sie hätte gerettet werden können, wenn man sie rechtzeitig gefunden hätte.

Aber das Mädchen hatte sich in ihrem Zimmer eingeschlossen.

Ihre Mutter fand sie am nächsten Morgen, als sie Martina wecken wollte.

Was nützen denn eigentlich Jugendschutzgesetze, wenn so etwas

Schlimmer, wenn Schutzgesetze geradezu hohenvoll pervertiert und ins Gegenteil

verkehrt werden.

Wir haben zum Beispiel ein Gesetz, das die Kinderarbeit genau und mit vielen

Worten regelt. Aber was ist an unseren Schulen los?

Dieser unmenschliche Stress, der schon in der Grundschule anfängt. Da verlangt

man von Kindern mehr Arbeitsstunden am Tag, als man sie einem Industriearbeiter

zumuten würde.

Ach Käse, sowas hat es schon immer gegeben.

Was dabei herauskommt, wenn Sie die Uhren zurückstellen wollen, da kann ich

Ihnen eine Geschichte erzählen.

Regine Schmierold, Sie sind 17 Jahre alt. 18 Jahre bin ich jetzt.

Gratuliere. Danke.

Ja, also, worum es geht, wissen Sie ja.

Dann erzählen Sie mal.

Er hat mich vergewaltigt.

Moment mal, doch nicht so schnell, das müssen Sie mir genauer erzählen. Also,

wer ist er?

Werner Hinterkofler, mein Nachhilfelehrer.

Dieser Wüstling.

Nun mal langsam, immer der Reihe nach.

Wie fing das Ganze denn an?

Ja, angefangen hat es, weil ich Nachhilfeunterricht brauchte, denn in

war ich nicht so gut.

Besonders in Französisch, Latein und Deutsch. Ein Bekannter von einem

meines Vaters hatte Herrn Hinterkofler empfohlen.

Und so ging ich mit meinem Vater eines Tages zu ihm.

Wissen Sie,

schon wie er mich ansah, er hatte so einen stechenden Blick und da hatte ich

gleich das Gefühl, er würde mich splitternackt ausziehen.

Und Latein?

Herr Hinterkofler ist wissenschaftlicher Assistent an der Universität und er

sagte, er hätte eigentlich gar keine Zeit, Nachhilfeunterricht zu geben. Er

das nur als Freundschaft und für die Stunde 10 Mark.

Dreimal in der Woche musste ich zu ihm.

Also so hat alles angefangen.

Schön.

Und wie lange ging das gut, bis es zu dieser Vergewaltigung kam?

Vielleicht drei Wochen oder so.

Hat er denn da schon mal Annäherungen oder so etwas Ähnliches versucht?

Mehr als einmal.

Das müssen Sie mir schon etwas genauer erzählen. Also, was hat er gemacht?

Also, als ich das erste Mal bei ihm war, gar nichts.

Bei der zweiten Stunde, es war ein Sonntagnachmittag, da hat er angefangen.

Na, wie hat er angefangen?

Na ja, immer wenn er mir eine schriftliche Aufgabe stellte, dann hat

über mich gebeugt und dann mir rumgefummelt.

Was hat er da gemacht, genauer?

Er hat mir den Pulli hochgezogen und an meinen Brüsten rumgetatscht.

Und Sie haben sich gar nicht gewehrt?

Versucht habe ich schon, aber er war zu kräftig.

Doch nicht in Ihre... Ja, genau.

Und was haben Sie gemacht?

Ich? Sie hätten doch um Hilfe rufen können.

Nein, ich hatte Angst vor diesem Kerl. Angst? Hat er Sie denn bedroht?

Und ob?

Wieso? In welcher Form?

Nun erzählen Sie schon.

Steh auf!

Zieh dich aus!

Du sollst dich ausziehen!

Geh da rüber zum Stuhl.

Da gehe ich schon rüber.

Los, mach schon.

Also, ich musste mich immer ganz nackt ausziehen und über die Stuhllehne legen,

damit er mich bestrafen konnte.

Bestrafen?

Wie hat er Sie bestraft?

Er hat mich geschlagen.

Ja, und dann?

Und dann hat er mir sein...

Penis gezeigt.

Warum haben Sie das denn nicht schon früher angezeigt oder Ihren Eltern

Ich hatte Angst vor ihm. Dann genierte ich mich auch.

Mein Vater...

Bestand ja doch drauf, dass ich zu ihm hingehe, wegen der Nachhilfe.

Schöne Nachhilfe.

Was ist denn nun genau am 7.

Oktober passiert?

Kommen Sie klar?

Zuerst war er ganz normal.

Aber dann kam er zu mir und wollte mir einen Fehler erklären.

Und dann plötzlich...

Es war furchtbar.

Aber am furchtbarsten war dieser entsetzliche Hund mit seinen

Zähnen.

Ist das so richtig?

Jedes Wort.

Dann unterschreiben Sie hier mal.

So.

Sie können jetzt gehen. Sagen Sie bitte, Ihrem Vater soll reinkommen.

Du sollst jetzt reinkommen.

Warte auf mich.

Haben Sie Ihre Tochter medizinisch untersuchen lassen?

Wieso erlauben Sie mal? Zweifeln Sie etwa an den Worten meiner Tochter? Und

darum geht es nicht.

Aber eine vollendete Vergewaltigung lässt sich medizinisch nachweisen.

Verlangen Sie etwa, dass ich meine Tochter noch einmal erniedrigen lasse

solch eine Untersuchung?

Also nicht.

Nein. Na gut, dann lese ich Ihnen das Protokoll vor und bitte Sie, es zu

unterschreiben.

Komm, Regine, wir sagen Mutter natürlich nichts davon, was hier gesprochen wird.

Herr Hinterkofler, bitte.

So,

Sie behaupten also, an dem, was das Mädchen sagt, ist kein wahres Wort.

Ja, so ist es, Herr Staatsanwalt.

Im Gegenteil, ich würde sagen, dass...

war er umgekehrt. Aha.

Dann hat also das Mädchen Sie vergewaltigt. Das nicht gerade, aber

das klingt schon mit Ihrer Kleidung an.

Sie trug prinzipiell, wenn Sie zum Unterricht kamen, ausweisend und sexuell

betonte Kleider.

Guten Tag.

Guten Tag.

Bitte nehmen Sie Platz.

Auf Seite 14 finden Sie Auszüge aus den Memoiren von Fouché. Später dann...

Also

fangen wir mit Französisch an, ja?

Bitte schlagen Sie das Buch auf.

Und wir lesen Seite...

Offenbar suchte sie Körperkontakt zu mir, so oft sie konnte.

Ich hätte diese aufdringliche Schülerin längst abgegeben, wenn ihr Vater mich

nicht immer wieder umgestimmt hätte.

Sie trieb es immer mehr auf die Spitze.

Ohne Zweifel legte sie es darauf an, mich zu verführen.

Entschuldigung, bitte.

Bitte stehen Sie doch mal auf, ja?

Ich weiß nicht, was Ihr ungebührliches Benehmen bedeuten soll.

Ein Skandal.

Was geschah denn nun eigentlich an jenem 7. Oktober?

Nichts. Gar nichts.

Jedenfalls nichts, was eine Anklage rechtfertigen könnte.

Kommen Sie zurecht?

Ja, glaub schon.

Sehen Sie zu, dass Sie keinen Fehler machen.

Zuerst schien alles ganz normal zu verlaufen.

Aber dann kriegte sie plötzlich einen Rappel.

Sie sind wohl.

Ziehen Sie sich an, sofort.

Verlassen Sie mein Haus und kommen Sie nie wieder hierher, verstanden?

Ich liebe dich. Ich kann nur nichts dafür.

Jetzt ist es aber genug.

Schick mich nicht fort.

Ich will alles für dich tun, was du von mir verlangst. Bitte hören Sie damit

auf.

Ich liebe dich doch so.

Verlass mich nicht.

Bitte unterlassen Sie das. Lassen Sie mich endlich los.

Wenn du nicht mit mir ins Bett gehst, bringe ich mich um.

Endlich konnte ich sie einigermaßen beruhigen. Sie hat dann angezogen und

gegangen. Das war alles.

Und was war mit Ihrem Hund?

Wieso?

Ist er nicht zähnefletschend auf das Mädchen losgegangen?

Mein Hund? Ja. Der?

Herr Staatsanwalt, ich habe wie angeordnet den Hund von Herrn

abgeholt. Hier ist er.

Voll ein Klisch.

Das Verfahren wird eingestellt.

Als Regine später untersucht wurde, stellte man fest, dass sie tatsächlich

Jungfrau war.

Siehst du, das kommt davon.

Habe ich was anderes gesagt?

Ich habe rechtzeitig vorgesorgt, dass mir sowas nicht passieren konnte.

Ach nee, erzähl mal.

Das geht doch jetzt nicht.

Und ob das geht, pass mal auf.

Stopp, meine Herrschaften.

Wir haben hier eine kleine technische Panne.

Ich schlage eine Zigarettenpause von zehn Minuten vor.

Siehst du, Mäuschen, wie das geht?

So, und jetzt bist du dran.

Na schön.

Das war noch in der Schulzeit.

Ich war, glaube ich, 16.

Ich habe mich schon immer gerne nackt im Spiegel gesehen.

Wenn meine Hände meine Haut berührten, hat es schon gekrippelt.

Ich wurde neugierig.

Ich träumte immer mehr davon, von einem Mann ausgezogen zu werden.

Viele meiner Freundinnen haben schon einen festen Freund.

Ich glaube, dass es viel schöner ist, als es immer nur selber

zu machen.

Ich will doch nicht mein ganzes Leben masturbieren.

Jetzt muss bald mal was passieren.

Grüß dich, Gila.

Ich komme der englischen Übersetzung nicht so ran. Können wir die nicht

machen? Muss das jetzt sein?

Ich lasse dich morgen in der Zeichenstunde abschreiben. Heute habe

Besseres vor.

Du, du willst dich doch nicht etwa mit einem Knilch treffen.

Nicht nur das.

Heute gehe ich zu meiner Premiere.

Gut, das glaube ich, dass das mehr Spaß macht als Englisch unterrichten.

Hast du denn schon mal so und so?

Theoretisch schon oft, praktisch noch nie.

Ich habe es mir mal selber gemacht.

Oh, war er und der arme Junge?

Der Hansi?

Das ist ein ganz ausgebuffter. Habe ich gehört.

Mann, ist das aufregend. Wenn du Lust hast, kannst du ja mitkommen. Ich rufe

Hansi an, der soll noch einen Freund mitbringen.

Ja, wirklich?

Ja, klar mache ich das.

Aber du, das finde ich irre gut von dir.

Gehe ich recht in der Annahme, dass...

Sag schon, du hast auch noch nie.

Nö. Dann werde ich mal ein bisschen Entwicklungshilfe leisten.

Vergiss aber ja nicht anzurufen.

Das mache ich doch sofort.

Warte einen Augenblick.

Ob das gut geht?

Wer möchte wirklich wissen, warum wir uns die Mühe mit den alten Dingern hier

machen? Die Miezen kommen ja doch nicht. Hast du eine Ahnung, und ob die kommen?

Die Gila ist die schärfste Tümpel, die es gibt.

Wer sagt das?

Das weiß doch jeder.

Wo es was zu bumsen gibt, ist die zur Stelle.

Die ist so heiß, da kriegst du Brandblasen an den Fingern.

Und wenn die Gila eine Freundin mitbringt, kannst du dich darauf

die auch nicht aus Asbest ist?

Mann, oh Mann, wenn man dir so zuhört, dann bricht man sich ja glatt die Ohren.

Ich sag dir, das sind genau die Richtigen zum Üben. Die bringen das

verlass dich drauf.

Na, und was bringst du?

Mal ehrlich, du hast doch auch noch nicht, oder?

Nee, aber ich bin ein Naturtalent, das wirst du schon sehen.

Wer's glaubt.

Gabi, was hast du denn?

Mir wird so schwummrig. Wollen wir nicht lieber umkehren? Ich möchte mich doch

nicht so gern blamieren.

Quatsch, die Jungs sind so routiniert. Da kann doch gar nichts schief gehen.

Wenn ich es schon mal gemacht hätte, dann wüsste ich wenigstens, wie man sich

dabei übernimmt. Verlass dich nur auf die zwei Typen. Die wissen schon, was zu

tun ist.

Mensch, heute ist es kalt. Hoffentlich ist den Jungs das Ding nicht

Sonst wäre ich lieber zum Skilaufen gefahren.

Hoffentlich hält das gute Stück die Belastung aus.

Mann, oh Mann, einen mieseren Turm hättest du dir für den Zweck wohl auch

aussuchen können, was?

Sag nichts gegen die Hütte hier. Die hat mein Alter für ein Spottgeld bekommen.

Die muss nur noch ordentlich hergerichtet werden.

Nur trab doch nicht so rum wie ein Elefant. Der Fußboden ist morsch.

Und wie das hier nach Farbe stinkt. Da kriegt man ja keinen hoch.

Wenn es dir hier nicht passt, dann kannst du mit deiner Mieze nach oben

Da ist die Luft frischer.

Aber pass auf den Fußboden auf. Bleib lieber an der Außenwand.

Also ich weiß nicht, mir geht das hier ganz schön auf die Eier. Und deine

kommen auch nicht.

Genau wie ich es gesagt habe.

Ach, die kommen schon.

Mann, oh Mann.

Wer sagt denn, dass der Löwe kein Gras frisst? Da kommen sie schon.

Oh, verflickst.

Die kommen ja wirklich.

Ach, du dickes Ding.

Na, habe ich zu viel versprochen?

Die sind doch Klappe, sind die.

Na, sowas kann man doch nicht von der Eichel weisen.

Hey, halt, du hast Wein in der Erbse. Lass mich raus, ich hab's mir woanders

überlegt. Das könnte so passen. Du bleibst hier und bummst mit, ist das

Aber ich kann nicht, ich hab das doch noch nie gemacht.

Dann werden wir es eben heute zum ersten Mal machen.

Bei den Puppen? Ach, da brauchst du kein Training.

Die bringen das schon.

Du, Hansi. Ja?

Ich muss mal. Von wegen muss mal, du bleibst hier.

Und wenn die merken, dass wir Anfänger sind?

Das dürfen sie eben nicht.

Immer scharf auf die Titten geguckt und schon hast du eine Fackel in der Hose.

Ich glaube, ich kehre doch lieber um.

Mensch, Gabi, deine Angst, die steckt geradezu an. Mir ist auch schon ganz

plümerant. Aber noch ist Zeit.

Das kommt überhaupt nicht in Frage. Jetzt sind wir mal hier und nur soll es

sein. Mach doch nicht in die Hose.

Naja.

Hi.

Hi.

Das ist meine Freundin Gabi.

Hi. Und das ist mein Freund Traugott.

Oh mein Gott, Traugott.

Na ja, Eltern können manchmal grausam sein.

Ich möchte wissen, was es da zu lachen gibt. Es kommt ja schließlich nicht auf

den Namen an, sondern... Ja, das ist auch wieder wahr.

Hast du einen Stengel? Na klar doch, was hast du denn gedacht?

Lass zu.

Hier.

Habt ihr irgendwas zu trinken mitgebracht?

Na klar, das gehört doch dazu, oder?

Sehr richtig.

Dann wollen wir uns nicht länger mit der Vorrede aufhalten, nicht?

Wollen wir uns vorher ein Schlückchen genehmigen?

Nee, lieber danach.

Also, wenn wir hier nicht Weihnachten feiern wollen, muss jetzt langsam was

passieren.

Mein Mann, mein Mann.

Du,

sag mal, wozu soll denn das gut sein? Du weißt doch, das ist die erste Phase.

Da muss ich wohl gefehlt haben, als das im Sexualkundeunterricht dran war.

Nimm mal die andere Brust. Rechts tut es schon weh.

Sag mal, bist du Busenfetischist?

Was ist denn, hast du keine Lust?

Doch, doch.

Ich habe mir meine Premiere aber anders vorgestellt.

Komm, machen wir es uns oben bequem.

Mensch, hast du eine kalte Nase.

Der wird noch besser, wird drehen.

Ja, das ist ja prima.

Das ist ja unheimlich gut.

Ich hätte nie geglaubt, dass es so schön sein kann.

Ja, ja.

Kennst du den Witz von den Kaninchen?

Erzähl mal.

Ja.

Das ist so schön.

Kannst du ihn bitte rausnehmen? Ich habe gerade keine Hand frei.

Wo?

Erzähl doch, wie geht es denn weiter? Kannst du denn beim Bums nicht mal

Mann, oh Mann.

Bist du aber ewig gebaut.

Mann, woher wissen das Bissen? Du hast ihn doch zwischen den Sprungfedern

geklemmt. Was?

Und ich habe schon gemeint, du zwickst so.

Warte doch. Mann, ich wollte doch...

Ich habe

mir

das auch ganz anders vorgestellt.

Und dabei soll man Orgasmus kriegen.

Ich würde meinen, in den letzten Jahren, eigentlich im letzten Jahrzehnt, sind

eine Menge sexueller Tabus gefallen.

Nun sind diese Tabus zwar nicht wieder eingeführt worden, aber es gibt ohne

Zweifel und gerade unter den Jugendlichen selbst einen Trend, der die

Freizügigkeit wieder einschränkt.

Jungfräulichkeit zum Beispiel gilt wieder etwa. Ja, vom Himmels Willen.

Sie das etwa?

Als Sexualpsychologin ja.

Denn die Folgen werden wieder sexuelle Verklemmungen sein. Denen aber, und das

gebe ich zu, sexuelle Frustrationen bei allzu großer Freizügigkeit

gegenüberstehen. Es fragt sich nur, welches von den beiden Übeln das

ist. Nach meiner Erfahrung werden viele Verbrechen aus sexueller Verklemmung

begangen, aber doch wohl kaum aus sexueller Frustration.

Ja, das glaube ich auch.

Es ist bestimmt so ähnlich wie mit der Pornografie.

Seitdem sie erlaubt ist, sind die sexuellen Verbrechen, und das ist

doch sehr zurückgegangen.

Was sagen Sie zum Beispiel zu folgendem Fall? Ich habe ihn selbst erlebt. Es war

etwa ein Dreivierteljahr vor der Reifeprüfung, als ich gezwungen war,

mit den schulischen Leistungen der Schülerin Michaela Rautenberg zu

Das ungemein hübsche Mädchen lebte allein mit ihrer schon seit Jahren

Mutter.

Michaela war eine Einzelgängerin, viel zu ernst für ihr Alter. Sie war eine

hervorragende Schülerin, intelligent und fleißig.

Seit ein paar Wochen jedoch hatten ihre Leistungen rapide nachgelassen und das

ausgerechnet dicht vor dem Abitur.

Der Bundestag verabschiedet Gesetze nach der dritten Lesung mit einfacher

Mehrheit. Der Entwurf wird dann dem Bundespräsidenten zur Ratifizierung

vorgelegt.

Gibt es auch Ausnahmen von dieser Prozedur?

Michaela?

Nun?

Wissen Sie es nicht?

Westermeyer? Wenn eine Gesetzesvorlage Belange der Länder berührt, dann muss

Bundesrat seine Zustimmung erteilen.

Ja. Das wäre es für heute.

Michaela, bleiben Sie doch bitte noch mal oben.

Ich muss mit Ihnen reden.

Michaela, ich mache mir Sorgen. Was ist nur mit Ihnen los?

Ihre Leistungen lassen in letzter Zeit derart nach, dass nicht nur ich, sondern

auch alle anderen Kollegen vor einem Rätsel stehen.

Haben Sie irgendwelche Probleme?

Vielleicht mit Ihrer Mutter?

Nein.

Oder gibt es vielleicht sonst etwas, womit sie nicht fertig werden oder was

durcheinander bringt?

Bestimmt nicht.

Dann müssen Sie mir fest versprechen, sich von nun an zusammenzureißen.

Versprechen Sie mir das?

Also gut.

Das merkwürdige Verhalten von Michaela ging mir nicht aus dem Kopf.

Als ich am späten Nachmittag von einem Spaziergang zurückkam, fiel mein Blick

auf den Briefkasten, den ich am Mittag geleert hatte.

Offenbar war wieder irgendeine Werbedrucksache drin.

Die Schrift kam mir bekannt vor.

Es war Michaelas Schrift.

Sehr geehrter Herr Dr.

Wolters, wenn Sie diesen Brief vorfinden, lebe ich nicht mehr.

Ich hätte Ihnen in der Schule so gern die Wahrheit gesagt, aber ich konnte

einfach nicht.

Ich bin in eine Sache hineingeraten, aus der es für mich keinen anderen Ausweg

mehr gibt.

Ich bin mit meiner Kraft am Ende.

Bitte versuchen Sie es meiner Mutter schonend beizubringen. Vielleicht glaubt

sie Ihnen, dass es ein Unfall war.

Man wird mich unten an der Auerbrücke finden, Michael.

Also bleib hier!

Ich war froh, dass es mir gelungen war, im letzten Augenblick das Schreckliche

zu verhindern.

Das Mädchen war völlig zusammengebrochen.

In diesem Zustand wollte ich sie nicht zu ihrer kranken Mutter bringen.

Deshalb nahm ich sie mit zu mir, wo sie dann ihre schrecklichen Erlebnisse

erzählt hat.

Alles hatte damit angefangen, dass Michaela eines Tages nach der Schule

100 -Mark -Schein fand.

Haben wir dich erschreckt? Tut mir aber leid.

Du hast die Schwester gar nicht erschreckt, Kartoffelkopf.

Ich glaube, sie ist nur zusammengezuckt, weil sie ein schlechtes Gewissen hat.

Oder nicht?

Genau.

Ja, Schwesterchen, ich weiß ja, du bist was Besseres und willst mit solchen

Typen wie uns nichts zu tun haben.

Aber ob du willst oder nicht, ich werde dich was fragen müssen.

Du hast wohl nicht zufällig was gefunden, was ich verloren habe.

Nicht, dass ich es wüsste. Lass mich in Ruhe. Nun schaut euch das verdorbene

kleine Luder an. Lügt mir doch glatt ins Gesicht.

Ich habe nichts gefunden und damit basta.

Lass mich jetzt endlich in Ruhe oder ich schrei um Hilfe.

Jetzt ist aber Fänsel, Schwester.

Jetzt klaust du mir mein Geld und dann bist du auch noch frech.

Soll ich eine Leibesvisitation vornehmen? Na, Klaustin, es genügt

wir Ihre Tasche durchsuchen.

Ja. Gib die Tasche her, sofort.

Ganz ruhig.

Kriegst du doch gleich wieder, Schwesterchen. Wir wollen nur mal

nicht der 100 -Mark -Schein drin ist, der zufällig mir gehört.

Hat ihn schon.

Der gehört nicht dir, das ist mein eigenes Geld.

Tja, wenn das so ist, dann musst du dir den Schein wohl zurückgeben.

Halt, Moment mal, da fällt mir gerade was ein.

Mein 100er muss zwei Nadelstiche haben. Ich habe ihn nämlich gestern mit anderen

Scheinen zusammengesteckt. Mit einer Stecknadel.

Na bitte, die beiden Nadelstiche.

Ja, Schwester, unrecht gut gedeiht nicht.

Dann müssen wir dich wohl zur Polizei bringen.

Das könnt ihr doch nicht machen. Du hast doch dein Geld wieder.

Wenn ihr mich anzeigt, dann... Ja, ja, ja.

Dann fliegt das gnädige Fräulein, das nicht mit uns reden wollte, von der

Schule.

Habe ich nicht recht?

Na, dann komm mal mit uns.

Hey, Moment mal.

Was, Opa?

Was schaust du? Es ist schon ein Kreuz mit der heutigen Jugend. Das ist mein

einziger Stock.

Michaela hatte ein zu schlechtes Gewissen, als dass sie das abgekartete

der Raudis durchschaut hätte.

Das ist eine schöne Handschrift.

Hiermit erkläre ich Michaela Rautenberg, dass ich den Versuch unternommen habe,

einen von Herrn Ritschi -Taut verlorenen 100 -Mark -Schein widerrechtlich an

mich zu bringen.

Ertaut wird von einer Diebstahl -Anzeige absehen, wenn ich tätige Reue übe und

ihm spätestens in vier Wochen 100 deutsche Mark überbringe.

Die er dann im Roten Kreuz benden wird.

Michaela Rautenberg.

Ja, okay.

Kann ich jetzt gehen?

Moment noch.

Hey, was lungert ihr beide hier noch herum?

Schert euch nach nebenan. Macht, dass ihr an die Arbeit kommt, aber ein

plötzlich.

Ich muss nach Hause. Meine Mutter ist sehr krank und macht sich bestimmt

Das Mütterchen wird noch ein bisschen warten müssen.

Na, wie gefällt dir eigentlich meine Bude?

Ganz originell, finde ich.

Hat dein Freund auch so eine Bude?

Du hast doch einen Freund, oder?

Ja, ich habe einen Freund.

Weiß ich, weiß ich. Ich habe mich erkundigt.

Er ist beim Bund und kommt alle sechs Wochen mal auf Urlaub nach Hause.

Wie schade.

Fühlst du dich nicht einsam in der Zwischenzeit? Nein.

Nein? Wenn ich dich so ansehe... Jetzt geht's los.

Diese Tittchen sind einsame Spitze. Was du sonst noch da spazieren trägst, das

ist ganz mein Streifen.

Lass das! Ich rufe die Polizei!

Polizei?

Hast wohl ganz vergessen, dass ich dich in der Hand habe.

Und dich hochgehen lassen kann, wann immer ich will.

Ist das klar?

Ob das klar ist?

Ja.

Ja, also.

Hey.

Sag mal, was du willst.

Du machst es schön anständig. Dann kriegst du auch nachher den Wisch

du unterschrieben hast.

Legst du auch alles drauf, Kartoffelkopf? Hast du auch wirklich

Mann, ich kann gar nicht so schnell knipsen, wie der Herr Bogens sieht.

Die

Fotos können wir

garantiert an jedes Pornomagazin verschabeln.

Der Gesichtsausdruck von der Kleinen ist richtig geil.

Toll, wie das aussieht, wenn man sich das so anschaut. Vor allem aus dritter

Sicht. Findest du nicht auch?

Dir ist ja wohl klar, dass du dich damit vollkommen in unsere Hand gegeben hast.

Vollkommen.

Und jetzt darfst du genau das tun, was wir dir sagen.

Ist das klar?

Wie versprochen.

Pünktlich wie eine Uhr.

Hier ist die Dame.

Entzückend. Wirklich entzückend.

Ja,

wenn man erst mal über 30 ist.

Gentlemen, wenn ich bitten darf.

Was das Mädchen in den nächsten Tagen und Wochen erdulden musste, das lässt

nach ihren Erzählungen nur ahnen.

Sagen Sie, Michaela, wie haben Sie sich das eigentlich vorgestellt?

Ihre Arbeiten werden von Tag zu Tag schlechter.

Hätte Michaela nur einen einzigen Menschen gehabt, dem sie sich hätte

anvertrauen können.

Na, was ist, Amigos?

Ich habe euch was zu bieten, was sonst niemand bieten kann. Schöne blonde

Signorina, prima, ficki, ficki. Na, kommt schon, Freunde, kommt schon, nicht

schüchtern.

Raus aus eurem Kapuff.

Na, schaut euch das an, hier.

Das sind Tittchen, sowas gibt es nicht in Sizilien und nicht in Teheran. Hier,

drehe dich um.

Dieser geile Arsch, das gibt es auf der ganzen Welt nicht noch mal, oder?

Ruhig bleiben, Freunde. Also, Anteile nehmen, Freunde, Anteile nehmen. Die

Mutter ist ja für alle da. Und das Ganze kostet keine 100 Mark, keine 80 Mark,

sondern nur 50 Mark. Ja, nur 50 Mark. So, stellt euch mal alle da drüben auf.

So, macht schon, Männer, kommt, rückt raus, die 50er her. Also, Brille mal

zwei und du, komm, komm, komm, komm. Komm rüber mit deinem Stempelgeld, los.

Verheilt euch, Männer.

Solange die Dame noch frisch ist.

So, Kapier.

Ja, so schön.

Na komm, hier, schlaf mich ein.

Ja, danke. Mensch, wenn das so weitergeht, dann müssen wir noch Nummern

ausgeben. Na los, macht schon. Schönheit geht vor Alter.

Ist das ein Geschäft?

Mensch, ist das ein Geschäft?

Na, was sagt ihr?

Eins, zwei, drei, vier.

Was das Mädchen an Widerwärtigkeiten in diesen Tagen ertragen musste, lässt sich

nicht beschreiben.

So.

Los, der Nächste. Nur nicht drängeln. Jeder kommt ja dran. Langsam, Jungs.

Zurückhalten.

Du musst nicht Angst haben, junge Frau.

Ibrahim, mach dich lieber für Geld und für Zwang.

Nicht Angst haben.

Schlechte Männer dich hergebracht. Hier nichts gut für junge Mädchen.

Ibrahim, dich retten. Dich in Sicherheit bringen.

Verstehen? Ja, wirklich. Und nicht Angst haben.

Bitte nicht Angst haben.

ihm die Geld geben für Taxi.

An diesem Tag beschloss Michaela, ihrem Leben ein Ende zu machen.

Nun, ich konnte sie retten.

In letzter Minute.

Sie hat den Schock ihrer furchtbaren Erlebnisse relativ schnell überwunden.

Die drei üblen Erpresser wurden von mir angezeigt und erhielten ihre gerechte

Strafe.

Es war erstaunlich, wie schnell sich Michaela wieder fing.

Sie machte ihr Abitur mit einem glänzenden Notendurchschnitt.

Sie will einen Sozialberuf ergreifen oder Jugendpsychologin werden. Nein,

natürlich, das werde ich schon machen.

Ja, gut.

Sehen Sie, das ist so ein Beispiel dafür, dass das Leben oft schlimmer sein

als alles, was irgendein Schriftsteller erfindet.

Dieser letzte Fall betrifft eigentlich den Schutz, den jede, aber auch jeder

erwachsene Staatsbürger durch das Strafgesetz hat.

Wenn ich mir aber die Schutzgesetze für Kinder und Jugendliche ansehe, was sind

das eigentlich für Gesetze?

Doch nur Verbote.

Man reglementiert alles, was Jugendliche nicht dürfen.

Und wie viele aber werden durch diese Verbote erst kriminalisiert?

Ich habe eine 18 -jährige Tochter. Die hat mir vor ein paar Tagen etwas

was vielleicht auch für sie interessant ist.

Guck mal, der Junge ist aber gut ausgestattet. Ja, ja, die alten

Ideen hatten die? Die dachten eben immer nur an das eine.

Die werden schon gewusst haben, warum.

Genau wie ihr.

Komm, Heidi, spiel nicht ewig die eiserne Jungfrau. Ist doch fad.

Heidi, hier ist noch jemand für dich. Tag, Heidi.

Meine herzlichsten zum 18.

Und Glück in der Liebe, im Spiel, in der Penne, im Verkehr.

Und so weiter und so weiter. Okay.

Okay, danke, das reicht.

Verausgabte ich mich.

Gehen wir lieber zur Tagesordnung rüber. Erst muss ich mein Geschenk noch

loswerden. Hier, erstens das Gemüse und zweitens was fürs tägliche Leben.

Danke. Setz dich.

Bitte, Mutti, sei so nett. Gib sie in die Vase. Hübsch sind sie.

Die Pille?

Ach du liebe Güte, da hättest du ja aber gleich einen Mann dazu schenken sollen.

Was soll denn unsere liebe Unschuld mit der Pille?

Heidi will doch lieber bis zur Hochzeit warten.

Ja, bis dahin sind die Pillen längst verschimmelt.

Redet doch nicht so einen Unsinn.

Mir ist halt noch nicht der Richtige begegnet, das ist alles.

Nur kümmert euch lieber um euer eigenes Bier, anstatt um mein Sexualleben.

Ich kapiere überhaupt nicht, was daran ein Problem ist. Bei mir war das ganz

einfach. Ich wollte es eines Tages wissen und da habe ich die Sache in die

genommen.

Zuerst habe ich meinen Gustav zu einer Fahrt ins Grüne angespitzt.

Unterwegs hat es aber dann plötzlich so zu regnen begonnen.

Ob ihr es glaubt oder nicht, es blieb trotzdem bei einer Liebe im Grünen.

Denn sein Vater hat eine riesengroße Gärtnerei.

Na ja.

Und dann hat er mich zwischen Tomaten und Gurken zur Frau gemacht.

Das Einzige, was mich gestört hat, war der Sand unter meinem Popo.

Hat es bei dir wehgetan? Also das nicht, nur hinterher.

Da sind wir nämlich drauf gekommen, dass wir in einem Ameisenhaufen lagen.

Und wenn es nicht wahr ist, dann ist es wenigstens gut erfunden.

Also bei mir war es gerade umgekehrt. Ich bin geradezu überfahren worden. Mein

Werner wollte nichts anbrennen lassen und da hat er sich was Schönes

Eines Tages rief er mich an und sagte, er wäre ganz furchtbar krank und er

müsste im Bett bleiben.

Seine Stimme klang so heise und so schwach, dass ich es richtig mit der

kriegte und mich sofort zu ihm auf die Socken machte.

Und dann wollte ich natürlich wissen, was er hatte.

Mir ist schlecht.

Jetzt wollen wir erst mal sehen, ob du Fieber hast.

Nee, Fieber hast du keins.

Wieso nicht?

Sag mal deine Zunge.

Sag mal A.

Also, wo hast du eigentlich deine Schwellung?

Hier spüre ich überhaupt nichts.

Oh.

Merkst du es? Ja. Sag mal, spinnst du?

Ich mag sowas nicht.

So. Das ist aber eine komische Schwellung. Na und?

Zuerst wollte ich um Hilfe schreien, als ich merkte, was sich da in der Hand

hielt.

Aber dann wurde mir ganz komisch zumute.

Und da hatte ich doch Mitleid mit meinem armen Wernerle.

Und dann dachte ich mir, man muss was tun, damit seine Schwellung zurückgeht.

Und das ging sie dann auch, nach einer Stunde.

Das tut mir auch ganz bestimmt nicht weh.

Bravo, Hildchen.

Man muss nur verfliext aufpassen.

Wenn bei den Männern die Schwellung zurückgeht, fängt sie bei den Frauen

an. Ja, da hast du recht. Ich habe auch eine Weile Angst gehabt. Ich war

schließlich auf die Krankenbehandlung nicht vorbereitet. Susi, jetzt bist du

dran. Wann und wo hat es bei dir geknallt?

Ich musste auch ein bisschen nachhelfen. Also mein guter Wolfi traute sich

einfach nicht dran.

Vielleicht glaubte er, ich könnte ihm was abbeißen.

Ich selbst war schon ganz schön scharf und konnte kaum noch den Po stillhalten.

Als ich endlich begriff, dass Wolfi mich zum Angriff antreten wollte,

Da hatte ich eine Idee.

Wolfi? Was ist denn?

Komm mal her, ich möchte dir was zeigen.

Komm halt her.

Warum denn?

Na komm schon.

Was willst du mir zeigen?

Ich habe meinen Schlüsselanhänger verloren.

Wo kann der denn sein? Der muss mir irgendwo runtergerutscht sein.

Und was kann ich da tun?

Such ihn, wenn du ihn findest, kriegst du eine Belohnung.

Was krieg ich dann?

Einen Kot und vielleicht ein bisschen mehr, wenn du willst.

Ja, und... Also, fang an.

Wo soll ich anfangen?

Da?

Den Rock runter, dann siehst du besser.

Ach du meine Güte, da drin soll ich ihn finden? Wie

groß ist denn der Anhänger?

Ganz klein.

Tut mir leid, ich sehe ihn nicht.

Ich sehe ihn wirklich nicht.

Such doch weiter.

Tut mir leid, ich habe ihn nicht gefunden.

Schau mal genau nach, ich glaube, ich spüre da unten was.

Schau mal zu dem Pony rüber, fällt dir dabei nichts ein?

Also kurz und gut, er hat dann endlich begriffen und mir meinen Wunsch erfüllt.

Na und der Schlüssel, hat er ihn gefunden?

Ach, wo, kein Stück.

Wo hattest du ihn denn versteckt? In meinem linken Schuh, aber...

Bis dorthin ist er ja nicht gekommen bei seiner Suche. Und außerdem brauchte er

ihn ja auch nicht mehr. Dein Wunsch war ja schon erfüllt. Und nicht nur einmal.

Ich glaube, er hat mindestens ein halbes Dutzend Mal seinen strammen Max

strapaziert.

Heidi, Telefon. Oma will dir gratulieren.

Komm.

Ich komme. Ich bin gleich wieder da.

Lass den Kuchen nicht alt werden.

Kinder, wir müssen uns wirklich mal was für Heidi einfallen lassen.

Genau, so geht es nicht weiter. Die führt uns am Ende noch lesbisch.

Oh, der wächst unten zu.

Woher? Und woher nehmen?

Also, ich wüsste schon einen, der ihr die Flötentöne beibringt. Wieso? Kennst

seine Flöte?

Na, indirekt. Er ist mein Cousin.

Als Kinder haben wir zusammen Doktor gespielt.

Glaubst du, das wäre eine Qualifikation? Hör mal, der Junge hat einen Ruf wie

Donnerhall. Wenn einer unsere Heidi richtig impfen kann, dann er.

Und wie willst du die beiden zusammenbringen?

Das ist kein Problem.

Ich lade die beiden unter einem Vorwand ein.

Und dann schließe ich die Tür ab.

Wenn die zwei erst mal allein sind, ist die Sache schon geritzt. Dafür kenne ich

meinen guten Achim. Die gestickte Folklorebluse, da ist ja eine Show.

Wo hast du die her?

Hat mir ein Typ aus Griechenland mitgebracht. Willst du sie haben? Das

nicht. Sei nicht blöd, probier sie an. Wenn sie dir gefällt, kannst du sie

haben.

Ich kann sie eh nicht mehr leiden, weil, weißt du, also der Typ, der sie mir

geschenkt hat, dem habe ich neulich eine geknallt und seitdem lässt er sich

nicht mehr sehen.

Da kann doch die Bluse nichts dafür.

Du bist ganz schön beknackt, so eine schicke Bluse wegzuschenken.

Störich? Quatsch, komm rein und mach den Mund zu.

Das ist Achim, mein Cousin, von dem ich dir schon erzählt habe.

Und das ist die Heidi.

Und was hast du von mir erzählt?

Ja, mein Lieber, das musst du dich schon selbst fragen.

Erforscht doch mal dein Gewissen.

Siehste, er ist aber trotzdem ein netter Kerl.

Danke.

So, Kinder, bedient euch.

Zu trinken ist etwas im Schrank. Meine Privatbar hinter der Reizwäsche. Ich

hoffe, es ist alles da, was ihr zum Wohlbefinden braucht.

Was soll das heißen? Willst du uns etwa alleine lassen? Wer sagt denn das? Nee,

ich muss nur mal telefonieren.

Habe ich Susi versprochen. Ich bin gleich wieder da.

Du kümmerst dich so lange um Heidi, ja? Sei lieb zu ihr. Sie ist wirklich ein

Schatz.

Moment noch, Ulla.

Tja, also, möchtest du was trinken oder sowas?

Nein, danke.

Das heißt, was nicht alkoholisch ist, würde ich schon trinken.

Ich gucke mal nach, was Ulla da hat.

Hinter der Reizwäsche hat sie gesagt.

Da ist nur ein Bantini da.

Vielleicht guckst du mal in der Küche nach, ob noch eine Limo da ist.

Na nun, was soll denn das? Das ist ja abgeschlossen.

Ach, Blödsinn.

Ihr kommt erst wieder raus, wenn Heidi keine Jungfrau mehr ist.

Viel Spaß, Ulla.

Die spinnt.

Das ist ja wohl ein schlechter Scherz.

Eine Gemeinheit ist das.

Der werde ich sein zahlen.

Du brauchst keine Angst zu haben. Ich verspreche dir, dass ich die Situation

nicht ausnutzen werde.

Ich bin nämlich nicht so einer, wie die immer sagen.

So, und jetzt bin ich dafür, dass wir die Suppe versalzen.

Halt mal.

Jetzt haben sie was vor das Schlüssel noch gehängt.

Na, sind das ein paar süße Titten.

Du bist wirklich klasse, Mädchen. Du, was machst du mit mir?

Das ist erst der Anfang, Schätzchen.

Jetzt tun wir erst mal das süße kleine Höschen runter.

Ach nein, Achim, lass.

Was haben wir denn da?

Mein Bitte.

Ach, Achim.

So.

Nun zieh dich mal nicht, Mädchen. Na komm, mach doch mal ein bisschen die

breit. Nein, bitte, bitte nein.

Schau mal, was das für ein Ding ist.

Oh Gott, ist der groß.

Bitte gib ihn mir.

Der Achim wird sie schon besorgen. Verlasst euch drauf.

Sag doch, auf Achim ist Verlass.

Nichts mehr zu hören. Mir wird selber ganz komisch.

Na, war ich gut?

Fantastisch.

Tja, ich würde wohl was darum geben, wenn wir... Was?

Wenn was?

Ach, nichts.

So, ich glaube, jetzt lassen Sie uns wohl raus.

Moment.

Moment, du auch.

So, jetzt können wir.

Aufmachen.

Bedingung erfüllt.

Du, da vorne rechts wohne ich. Also tschüss dann. Aber ich bring dich doch

Haus, ist doch klar.

So, ich bin da.

Schade. Wieso?

Von mir aus hätten wir noch stundenlang so weitergehen können.

War es dir nicht langweilig?

Überhaupt nicht. Man muss ja nicht dauernd quasseln.

Also, dann will ich mal rein.

Treffen wir uns mal wieder?

Wenn du meinst.

Wäre schön.

Willst du noch mit zu mir kommen?

Ich bin allein, meine Eltern sind nicht da.

Gerne.

Das ist also meine Bude. Was kann ich dir Gutes tun?

Das.

Und wenn du willst, viel mehr.

Magst du mich?

Und wie vielen Mädchen hast du das schon gesagt?

Auch wenn du es mir nicht glauben wirst.

Du bist die Erste.

Das ist kaum zu glauben.

Dein Ruf als Mädchenkiller ist doch ungeheuer.

Ich weiß, aber ich muss dir was gestehen.

Ja?

Da ist nichts dran an dem ganzen Gerede.

Gar nichts?

Gar nichts.

Ich habe mal ein bisschen angegeben, weil ich meine Ruhe haben wollte.

Und dann haben die anderen das aufgeblasen und mir Sachen angedichtet,

selber gerne erlebt hätten.

Und warum hast du die Situation bei Ulla nicht ausgenückt? Du hättest doch

wenigstens einen Versuch machen können.

Ich weiß auch nicht.

Vielleicht, weil ich dich liebe.

Oder weil du genauso viel Angst hattest wie ich.

Ja, das hört man nun davon.

Wenn man Kavalier ist, wird man für ein Feigling gehalten.

Ihr Mädchen seid schon sonderbare Geschöpfe.

Mit diesem Beispiel für Vertrauen und Liebe wollen wir unsere Diskussion

beenden.

Junge Menschen haben ein Recht auf Liebe.

Und unsere Schulmädchen, über die viel zu oft übertriebene Gerüchte kursieren,

werden auch sicher allemal liebende Frauen und gute Mütter und sind im guten

Sinne emanzipiert.

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