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(Frank Sinatra): Die "Academy" w�rdigt eines ihrer Mitglieder
f�r eine einzigartige Filmkarriere:
einen Oscar f�r Cary Grant und seine brillante Schauspielkunst.
*Applaus*
(Frank Off): Niemand hat so lang mehr Freude bereitet als Cary.
Niemand hat mehr gemeistert,
von leichter Kom�die zum schweren Drama,
und es leicht aussehen lassen.
Niemand wurde von Kollegen mehr bewundert und geliebt
f�r F�higkeiten, Finesse, Charme, und daf�r, Cary Grant zu sein.
Hallo.
(Cary): Hallo. *Er �chzt*
(Off): Cary Grant ist einer der gr��ten Hollywoodstars.
Warum sind Sie so gut zu mir?
Soll ich hochkommen und es erkl�ren?
(Off): Unter Filmregisseuren
wie Cukor, Hawks oder Hitchcock
spielt der sch�ne, unwiderstehliche Charmeur
in mehreren gro�en Klassikern die Hauptrolle.
Das tut mir aber leid!
Bitten Sie den Herrn herein.
Ihr Ehemann ist kein Durchschnittsamerikaner,
er ist mehr der europ�ische Typ.
Stimmt, ich bin eher europ�isch. Einen Eierflip? Danke.
(Off): Grant war sorgsam auf sein Privatleben bedacht.
In der �ffentlichkeit gab er nur sehr wenig davon preis.
Kurzen Einblick gab er in einer unver�ffentlichten Autobiografie.
Und er machte Filmaufnahmen mit seiner eigenen Kamera.
Grants �u�erst filmischer Blick,
Landschaften einzufangen,
seine N�chsten und Unbekannte zu filmen,
erlauben es uns heute, seine Welt zu erforschen.
Cary Grant hat sich selbst erfunden.
Aus Ehrgeiz und Drang,
seiner leidvollen Kindheit zu entfliehen,
erschuf Archie Leach aus bescheidenen Verh�ltnissen
in Bristol eine Leinwandfigur:
die des eleganten und freundlichen Mannes von Welt.
Selbst auf dem Gipfel des Ruhms war er nicht sicher, wer er war.
"Jeder will Cary Grant sein.
Auch ich", sagte er.
Unsicherheit st�rzt ihn Ende der 50er
in eine Lebenskrise.
(Off): Ich betrachtete die Welt lange
hinter der Maske eines Mannes namens Cary Grant.
Die Fassade war Schutz, aber auch Hindernis.
Wer soll mich durchschauen,
wenn ich mich selbst schon nicht durchschauen kann?
Du verbringst deine Zeit damit, Hollywoodstar zu werden.
Ja, und dann?
(Off): Er sucht nach seiner Identit�t,
viele Liebesbeziehungen scheitern.
Verst�rt macht er eine Therapie,
die im Hollywood der 50er-Jahre in Mode war.
Mehrere �rzte und Psychiater empfahlen die Einnahme von LSD.
F�r Grant ist es der Schl�ssel
zu einer heilsamen Innenschau und neuen Ausgeglichenheit.
*Musik: "Es una historia" von Frank Sark*
*Exotische Gitarre mit Percussion*
(Off): Ich versuchte es mit Yoga, Hypnose und Mystik,
ohne zu finden, wonach ich suchte.
Bis ich diese LSD-Therapie machte.
Bei der ersten Sitzung war ich v�llig verwirrt.
Die Droge befreit dein Unbewusstes
und l�sst dich tief in deine Seele blicken.
Ich hatte viele erschreckende und begl�ckende Visionen:
eine intensive Mischung aus Liebe und Hass,
ein Mosaik aus Eindr�cken,
die sich immer wieder neu zusammensetzten.
*Verst�rende Musik*
*Babyquengeln*
*Uhrticken*
*M�wengeschrei und Schifferklavier*
(Off): Was lernte ich �ber die Liebe?
Es dauerte lange, bis ich auch nur zu verstehen versuchte,
was Liebe bedeutet.
Meine Eltern brachten mir bei,
adrett und gut organisiert zu sein,
was ich heute noch bin.
Ich wurde in einem Vorort Bristols geboren.
Meine Mutter war eine schwarzhaarige Sch�nheit
mit blassem Teint, zart und feminin.
Meine Eltern hatten vor mir bereits einen Sohn.
Aus Versehen klemmte Mutter ihm die Hand in der T�r ein.
Er bekam Wundbrand und starb.
Sie machte sich ihr Leben lang Vorw�rfe.
Sie war keine gl�ckliche Frau.
Und ich kein gl�ckliches Kind,
Mutter wollte mich mit F�rsorge ersticken.
Ich musste viel zu lang Babykleidung und Locken tragen
und eine Weile wusste ich nicht, ob ich Junge war oder M�dchen.
Steht mir das? Oh ja.
ARCHIBALD LEACH AKA CARY GRANT
WURDE AM 18.1.1904 IN DIESEM HAUS GEBOREN
*M�wengeschrei*
*Klingelt*
(Off): Seine Mutter will, dass er Klavier spielen lernt,
und schl�gt ihn, wenn er sich nicht benimmt.
Archie soll ein perfekter Gentleman werden.
Sein Vater b�gelt bei einem Schneider die Anz�ge.
Archie erbt den Geschmack f�r Eleganz:
Ein sch�ner Anzug ist das sichere Mittel, um Eindruck zu machen.
*Nerv�ses Atmen*
*Kindliches Stimmengewirr*
(Off): Die Beziehung meiner Eltern wurde immer schlechter.
Als ich eines Tages heimkam,
war meine Mutter nicht mehr da.
Meine Cousins sagten, sie sei an einem Badeort.
Ich fand das seltsam, nahm es aber hin.
Erwachsene tun eben diese unerkl�rlichen Dinge.
Wochen vergingen,
ohne dass man mir weitere Erkl�rungen gab.
Langsam d�mmerte mir, sie w�rde vielleicht nie zur�ckkehren.
Eine Leere trat in mein Leben, eine seelische Traurigkeit,
die sich �ber all mein Tun legte.
Ich hatte immer das Gef�hl, dass meine Mutter mich ablehnte.
*Musik: 23. Klavierkonzert - "Adagio" von W. A. Mozart*
*Klingelt*
*�bernerv�ses Atmen*
*Nerv�ses Atmen*
(Off): Kurz nach Verschwinden seiner Mutter 1915
zieht sein Vater zu einer anderen Frau
und l�sst Archie bei seiner Gro�mutter v�terlicherseits.
Hungrig und frierend oft sich selbst �berlassen,
muss er mit 11 Jahren allein zurechtkommen.
Dies scheint bei ihm das Gef�hl hervorgerufen zu haben,
man kann Frauen weder vertrauen, noch auf sie z�hlen.
(Frau): Du sagst nichts?
Gef�llt es dir nicht?
Ich wei� nicht...
ob es mir gef�llt oder nicht.
*Nerv�ses Atmen*
*L�utet*
(Off): Ich trieb mich oft an den Kais herum.
Alleine sah ich stundenlang dem Kommen und Gehen der Schiffe zu.
Auf den Wellen meiner Fantasie
reiste ich mit ihnen in die Ferne.
Um mich von allen emotionalen Spannungen zu befreien,
die mich verwirrten.
In dieser Niedergeschlagenheit
lud mich ein Elektriker, der dem Physiklehrer assistierte,
ins "Hippodrome"-Theater ein,
wo er die Beleuchtung installiert hatte.
*Heitere Revuemusik der 1920er-Jahre mit Gesang*
(Off): Als ich die Kulissen betrat,
war die Vorf�hrung in vollem Gang.
Ich fand mich in einer strahlenden Welt
aus l�chelnden Menschen und allen m�glichen Kost�men wieder.
Ich wusste: Sie gingen gl�cklich auf Reisen und auf Tournee.
Sie waren klassenlos, fr�hlich und sorgenfrei.
Wird das Leben schwierig, stehen Sorgen ins Haus,
wisst ihr, was ich tue?
Schon sind die Sorgen verflogen!
*Heitere Revuemusik*
(Off): Mit 14 Jahren schlie�t sich Grant
den Akrobaten der "Pender Troupe" an.
Gemeinsam touren sie durch England
und werden 1920 nach New York eingeladen.
*Schiffshorn*
*Musik: "Old Jazz Movies" von E. Gemsa und P. Artero*
(Off): Manhattan. Diese Skyline.
Und nun war ich tats�chlich da.
Wir stellten uns sofort im "Hippodrome" vor.
Auf der Drehb�hne, gro� wie ein H�userblock,
fanden die gr��ten Spektakel statt.
*Stumme Sequenz*
(Off): Als die Truppe 1922 zur�ckkehrt,
bleibt Archie in New York. Er ist noch keine 18 Jahre alt.
Dieser Mut zeugt bereits von einem bemerkenswerten Ehrgeiz,
der ihm �ber Jahre helfen wird, sich am Broadway durchzusetzen.
*Musik: "Dancing under the Stars" von I. Holland*
(Off): Ende der 20er-Jahre tritt er in Musicals auf.
Man besetzt ihn wegen seines guten Aussehens,
seine Sangesk�nste waren nicht gerade au�ergew�hnlich.
*Musik: "Red Hot" von Will Grove-White*
(Off): Nach 3 Jahren B�hne beschloss ich, Urlaub zu machen.
In Kalifornien, Land der Sonne und Palmen.
(Mann): Und hier rechts beim Versteckspiel:
Gary Cooper und Frederick Martin!
(Off): Eine Woche nach seiner Ankunft in Hollywood im Jahr 1932
nimmt "Paramount" Archie f�r 350 Dollar die Woche unter Vertrag.
Ein f�r damalige Verh�ltnisse gro�z�giges Gehalt.
Er bekommt einen publikumstr�chtigeren Namen:
"Cary Grant".
(Off): Tags darauf bereiteten die Anw�lte den Vertrag vor,
was f�r mich jungen Mann Bekanntheit, Erf�llung,
Ruhm und Heiterkeit verhie�.
Ich wusste nicht, dass 30 Jahre sp�ter zwar ber�hmt sein,
aber noch immer nach Erf�llung und Heiterkeit suchen w�rde.
*Frau schmunzelt*
Schatz, du sollst wissen, wie viel du mir bedeutest.
Ich war noch nie so gl�cklich. Wirklich?
Liebe ist etwas Wundervolles. Ja, sie wird hoch gepriesen.
(Singt): "Niemand ist... auch nur halb so nett wie du."
(Off): "Paramount" besetzt ihn in mittelm��igen Filmen
neben Marlene Dietrich, May West u. a.
Nach und nach lernt er zu agieren,
und verfeinert den diskreten Charme,
der sein filmisches Markenzeichen wird.
(TV): Mit der Zeit bauten sich in Malibu
viele Stars auch gro�e H�user am Strand.
Cary scheint eine Party zu geben.
*Spielt heiteren, rasanten Jazz*
(Off): Mit den sch�nen Frauen um mich
konnte ich mich nie wirklich verst�ndigen.
Die meisten von ihnen gaben mir irgendwann zu verstehen...
dass es f�r sie unm�glich war, mit mir zusammenzuleben.
W�re ich aufmerksamer gewesen,
h�tte ich in meinen Ehen wahre Zufriedenheit finden k�nnen.
*Ausgelassenes Stimmengewirr*
Was ist los? Gef�llt es euch nicht? Was?
Na, der Obstgarten, Singen, Lachen, Tanzen, Wein
und der Geruch von feuchtem Gras im Mondlicht!
(Off): Sein wahres Schauspieltalent
offenbart sich 1935:
Cukor besetzt ihn neben Katharine Hepburn in "Sylvia Scarlett".
Hinter der Gentleman-Fassade
zeigt der Regisseur seine bescheidene Herkunft.
Ich kenne mich aus. Erz�hl es einem Zollbeamten,
der erkennt in mir den Mann mit Gemeinsinn,
zeichnet mein Gep�ck ab, und schon bin ich durch den Zoll.
Mit den Diamanten!
(Off): George Cukor lie� mich
die Figur so spielen, wie ich sie verstand.
Das war meine Chance. Den Typ Mann kannte ich zu gut.
Was? Hier ist genug Platz f�r beide.
Holen Sie den Pyjama, dann wird's gem�tlich!
Aber, aber... "Aber, aber..." Was aber?
Ich schnarche.
Nein, dann gibt's eins auf die M�tze.
Aber ich strample auch. Mir doch egal.
Es ist k�hl heute Abend.
Sie geben eine gute W�rmflasche ab.
(Off): 1935 starb mein Vater laut �rzten
an einer toxischen Leberzirrhose.
Ich folgte damals einem �hnlichen Muster.
Meine erste Frau Virginia Cherrill
lie� sich von mir scheiden.
*Pulsierendes Tonsignal*
(Off): Durch LSD begriff ich,
�ber meine Beziehungen ermordete ich meine Mutter.
Ich lie� die Frauen f�r das b��en,
was sie mir angetan hatte.
Ich beging den Fehler,
meine Ehefrauen f�r meine Mutter zu halten.
Wenn Sie einmal akzeptiert haben,
dass Sie Liebe und Hass in sich tragen...
k�nnen Sie mit Ihrer Liebe Ihren Hass ausl�schen.
Der Moment, wo Bewusstsein auf Unbewusstes trifft,
tut h�llisch weh. Es ist, als w�rde Ihr Kopf davonfliegen.
*Donnergrollen*
*Wind rauscht*
*Schwerm�tige Cellomusik*
(Off): 1936 erf�hrt Cary Grant... seine Mutter ist noch am Leben.
Offensichtlich sprach sein Vater nie von ihr.
Auf Betreiben ihres Gatten
war sie 1915 in die Irrenanstalt von Bristol eingewiesen worden.
Sie soll Stimmen geh�rt und gemeint haben,
in ihrem Haus sind noch andere Frauen.
Diese mageren Indizien gen�gten, sie 21 Jahre lang wegzusperren.
Seine Mutter hatte noch nie von "Cary Grant" geh�rt.
Als sie ihn wiedersieht... erkennt sie ihn kaum wieder:
"Bist du das wirklich, Archie?"
Er holt sie aus der Anstalt, besorgt ihr eine Wohnung
und besucht sie regelm��ig bis ans Ende ihrer Tage.
(Singt): An der Wallstreet besuchen wir den alten Topper.
(Singt): Eisen-Topper.
Den moosigen Topper.
Ich habe versprochen,
um 10:30 zur Versammlung in der Bank zu sein.
Zu viele W�rter. Denk ich mir.
(TV): Ein weiterer Variete-K�nstler,
der zum Film ging: Cary Grant!
Komm schon! Die Musik ist prima. Was?
Die Musik ist prima! Ich h�re nichts, die Musik!
Sag ich doch!
(Off): Als sein Vertrag 1935 abl�uft,
beweist Grant erneut Mut. Er beschlie�t, unabh�ngig zu sein.
Fortan kann er sich Rollen aussuchen.
*Singsang* Yeah!
Mir kann nichts mehr etwas anhaben.
*Hund bellt* Attack!
Kann ich mich umsehen? Ich Jiu-Jitsu.
Ist das nicht gem�tlich?
(Off): Seine Karriere nimmt Fahrt auf,
als er unter Regie von McCarey, Cukor und Hawks Kom�dien dreht,
die inzwischen zu Klassikern geworden sind.
Seine auf ihre Art einzigartigen Charaktere
wechseln stets zwischen Mann von Welt und Mann des Volkes.
*Sie singt*
(Off): Weder ist er ganz Amerikaner noch Engl�nder.
Er wirkt auf M�nner und Frauen verf�hrerisch
und hinterfragt Geschlecht und Sexualit�t,
ohne eine Antwort zu liefern: ungreifbar.
Wer sind Sie? Und Sie?
Nein, Sie? Was wollen Sie? Wer sind Sie denn?
Bin heute nicht ganz bei mir.
So sehen Sie aus wie ein Idiot. Das geh�rt mir nicht.
Warum tragen Sie es dann?
Ich bin ganz pl�tzlich schwul geworden!
Du l�gst. Nein... L�cherlich, das mit dem Leopard.
Ich habe einen. Und wo? Da drin.
Glaub ich nicht. Musst du aber. Ich bin Opfer deiner Fantasie!
*Knurrt*
Das ist ein f�r alle Mal gekl�rt.
Was ist mit meinem Leopard?
Das ist dein Problem.
Nicht nur meins.
*Knurren*
Oh!
Susan, bleib da, der Leopard!
(Off): Die Figur "Cary Grant"
ist in den verr�ckten Kom�dien unwiderstehlich.
Der Schauspieler untergr�bt den Mann von Welt
durch subtile Anfl�ge eines realistischeren Archie Leach.
Kommst du... mit auf mein Zimmer?
Ich habe Bilder von meinen Eltern.
Bilder von meinem ersten Flug...
von meinem ersten Absturz.
Bilder von dir als Baby?
Ich erinnere mich nicht.
(Elsie Leach Off): "Liebster Sohn,
ich habe mich sehr �ber dein Telegramm gefreut.
Ich las, dass du daran denkst, deine Nationalit�t zu wechseln.
Ich hoffe, du tust in Gottes' Augen das Richtige.
Ich habe immer auf ihn vertraut.
Schatz, ich w�nschte, du w�rst n�her bei mir.
So k�nnte ich dich �fter sehen und dir helfen.
Dass du nach all den Jahren zum Mann reiftest,
verwirrte mich sehr.
Mich freut, dass du es so weit gebracht hast.
Ich hoffe bei Gott, es geht dir weiter gut.
In Hoffnung auf Nachricht, deine dich liebende Mutter.
In aufrichtiger Liebe w�nsche ich dir alles Gute."
(Off): Grant behauptete, seine Mutter wollte ihm nicht folgen.
Tats�chlich w�re sie das sehr gern.
Doch er will niemand in seiner N�he,
f�r den er nur Archie Leach ist.
*Melancholische Pianomusik*
Die Fahrkarten, bitte?
Danke.
Sie sind im falschen Abteil.
Das ist 1. Klasse? Ja. Dann bin ich richtig.
Hier steht "3. Klasse", Sir.
(Off): Hitchcock sp�rt unter Cary Grants kom�diantischem Talent...
etwas viel Dunkleres.
Auch er ist ein Engl�nder aus dem Volk, der sich neu erfand.
Er erahnt Archie Leach hinter der glatten Oberfl�che,
sowie die Empfindsamkeit des Schauspielers.
*Musik: "Wiener Blut" von Johann Strauss*
(Off): In "Verdacht"
spielt Grant den Freier einer reichen Erbin.
Der Plot deutet an, er k�nnte sie wegen ihres Geldes vergiften.
Bei Mord geht man einfach vor.
Richtig, Dr. Sedbusk? Sie haben recht.
Was hei�t einfach?
Ich w�hle die n�chstliegende Methode.
Hauptsache, niemand verd�chtigt mich.
Zum Beispiel? Arsen.
Ah... Arsen!
Geht's dir besser?
Was k�mmert dich, wie es mir geht?
(Off): In "Ber�chtigt"
ist er unter Hitchcock sehr eifers�chtig und misstrauisch
auf die Frau, die er liebt. Genau wie im wahren Leben.
Soll ich den Job annehmen?
Das musst du selbst wissen. Ich frage dich. Es liegt an dir.
(Off): Der verletzte, harte und kalte Mann,
unf�hig, zu lieben oder geliebt zu werden.
Dass du glaubst, ich liebe dich, und das �ndert sich nie.
Ich warte auf deine Antwort. *Pulsierendes Tonsignal*
*Musik: Interpretation des Songs "Together" von R. Henderson*
(Mann singt): "Sang love's refrain together
We will always be together..." *Atmet nerv�s*
*Klingeln*
*Nerv�ses Atmen*
*Klingelt*
*Klingelt weiter*
*Klingeln ebbt ab*
*Laute Detonation*
*Klirrt*
*Ferne Detonation*
(Off): "Mein lieber Sohn,
ich hoffe, du leidest nicht wie wir unter den Bombenangriffen.
Seit ein paar Wochen hatten wir keinen Alarm mehr.
Es ist der 3. Krieg f�r mich.
Ich lebe allein mit meinem kleinen Hund.
Schatz, wenn du nicht vor Kriegsende zur�ckkehrst,
muss ich dich besuchen kommen."
(Off): Als in Europa der Krieg w�tet,
unterst�tzt Grant die Moral der Truppen
und arbeitet weiter in Hollywood.
*Musik: "Winding back the years" von A. Lewen*
*Stumme Sequenzen*
*Musik spielt weiter*
(Off): Nach seiner Scheidung von Virginia Cherrill 1935
hat Grant mehrere Liebschaften, ohne sich zu binden.
Auch seine Ehe mit Erbin Barbara Hutton 1942 endet nicht gut.
Es ist, als w�re er unf�hig, sein Herz zu �ffnen.
Noch immer ist da ein Gef�hl der Verunsicherung aus der Kindheit.
(Off): Der Durchbruch kam, als ich merkte,
ich war verantwortlich f�r gleiche Irrt�mer und Muster.
Eines Tages, als ich mich auf der Analytiker-Couch wand,
war es, als ginge in meinem Gehirn ein Licht an:
Ich selbst muss die Kontrolle �bernehmen.
Ich erkannte pl�tzlich,
welches Leid mir meine Mutter zugef�gt hatte.
Und auch das Leid, das ich ihr zugef�gt hatte.
Klingt ein wenig flach, Aggie.
Wie hei�t das St�ck? "None but the lonely heart".
Italienisch?
Nein, russisch.
(Off): "None But The Lonely Heart" ist sein d�sterster Film.
Cary Grant spielt den Mann, zu dem er in Bristol geworden w�re.
Es geht um einen arbeitslosen Londoner,
der verbittert zur Mutter zur�ckkehrt.
Ein schroffes Wiedersehen.
Ich gebe mir wirklich M�he mit dir, meine Liebe.
Wir sind schon ein gl�ckliches Paar.
Mehr Respekt w�re angebracht.
Davon kriege ich von dir nicht mehr als von deinem Vater.
(Off): Hollywood ist nicht versessen auf so ein Drehbuch.
Doch 1943 setzt Grant im Studio durch, im Film zu spielen.
Un�bersehbar l�sst er ein Portr�t seines Vaters am Set anbringen.
Morgen, Mama. Morgen, Sohn!
(Off): Als will er sagen:
"Seht, da komme ich her, so bin ich wirklich."
Was war los letzte Nacht?
Lief gegen einen Zug, immer noch dreht sich alles.
Hey!
Dein Hut sitzt schief.
*T�rklingel*
Du hast deinen eigenen Laden...
kannst ein eigenes Zuhause haben...
Warum siehst du dich nicht um? Das habe ich genug.
Das Leben ist h�sslich und ungesund.
Nicht unbedingt. Doch.
In dir ist viel Liebe, Ernie.
Sie braucht ein Ziel. Jemanden, den du damit �berh�ufen kannst.
Oh, Verzeihung! Nach Ihnen. Danke.
Wie viele haben Sie?
Hm? Bitte?
Wie viele von denen haben Sie?
Keins, zum Gl�ck. "Zum Gl�ck"?
Bin nicht verheiratet.
Als ich dich zum ersten Mal sah, wusste ich,
ich will mein Leben lang f�r dich kochen.
(Off): 1949 lernt Grant auf einem Ozeandampfer Betsy Drake kennen.
Er ist �ber beide Ohren verliebt und macht ihr den Hof.
Anders als seine ersten Frauen begeistern sie
Literatur, Yoga, Mystizismus und Selbstverwirklichung.
Auf einer Spritztour in die W�ste nehmen sie beim Schamanen Peyotl.
Betsy r�t ihm zu der LSD-Therapie,
mit der auch sie schon Erfahrung gemacht hatte.
*Schamane trommelt und singt:
Aufnahme aus "Cahuilla Sound Recordings"*
(Off): Betsy tat mir gut.
Ihre vorsichtige, best�ndige Erforschung des Unbewussten
weckte nach und nach mein Interesse,
was sie beabsichtigt hatte.
(Off): Von Betsy und Ver�nderungslust geleitet
�berlegt er Anfang der 50er, den Film zu verlassen.
Doch Hitchcock macht ein Angebot, das er unm�glich ablehnen kann.
(Trailer): Cary Grant und Oscar-Gewinnerin Grace Kelly.
2 aufregende Pers�nlichkeiten,
wie f�reinander gemacht.
Alfred Hitchcock vereint sie nun
in dieser perfekten Romanze
an der franz�sischen Riviera.
(Grace): Und jetzt kommt der schlaue Teil:
Du bist nicht �berzeugend, John.
Wie Amerikaner in englischen Filmen. Mhm.
Du sprichst nicht wie ein US-Tourist.
Aber man soll nicht wie ein Tourist...
(Off): Grace macht es einem leicht.
Nur wenige Schauspielerinnen h�ren wirklich zu.
Gib auf, John. Gesteh, wer du bist.
Sogar in dem Licht sehe ich, wo du deine Augen hast.
(Off): Frauen sind instinktiv weiser
und emotional reifer als M�nner.
Sie kennen unsere Schw�chen.
M�nner sind damit besch�ftigt, sich selbst zu beweisen,
sie bringen Interesse und Neugier von Frauen nicht auf.
Hattest du ein besseres Angebot? Das alles mit einschlie�t?
*Er schmunzelt*
Ich komme Ihnen bekannt vor.
Ja! So als h�tten Sie mich schon einmal gesehen. Mhm.
So wirke ich eben. Hat mit meinem Gesicht zu tun.
Ein h�bsches Gesicht.
Finden Sie? Sonst w�rde ich es nicht sagen.
Die Art von Frau sind Sie also. Welche Art?
Ehrlich. Nicht wirklich.
Gut. Ehrliche Frauen machen mir Angst. Warum?
Sie bringen mich ins Hintertreffen.
Weil Sie nicht ehrlich sind? Genau.
(Off): Im ber�hmten Film "Der unsichtbare Dritte"
geht es um eine Verwechslung.
Ein Mann versucht, den Verfolgern zu entkommen
und flieht dabei vor sich selbst.
Grant spielt einen ungebundenen Mann, der sich binden soll.
Erneut spiegelt eine Rolle seine inneren Qualen wider.
Eine Rolle, in der er seine Gef�hle akzeptieren muss.
*Flugzeugknattern*
(Off): Jede Offenbarung f�hrte zu Trauer �ber mein Unwissen,
�ber die so vergeudeten Jahre.
Aber auch zur ekstatischen Freude dar�ber,
mich von der Unwissenheit befreit zu haben.
Heute wei� ich,
allen Frauen, die ich liebte, habe ich wehgetan.
*Musik: Orchestersuite Nr. 2 - "Sarabande" von J. S. Bach*
(Off): Nach wochenlanger Therapie sah ich endlich Licht.
Zun�chst dachte ich an all die vergeudeten Jahre.
Dann sagte ich mir...
"Mein Gott! Endlich bin ich Mensch."
*Stumme Sequenz*
(Frau): Wo bewahrst du diese Bilder auf?
Was f�r Bilder?
Von dir, als du ein Baby warst?
Geoff... du musst keine Angst mehr vor mir haben.
(Off): Nun ist alles anders.
Mein Verh�ltnis zu Frauen hat sich v�llig ver�ndert.
Ich k�nnte heute ein guter Ehemann sein.
Ich wei�, meine lieben Eltern konnten es nicht besser wissen.
Ich denke jetzt voller Liebe an sie.
Endlich f�hle ich mich dem Gl�ck nah.
*Er singt*
B�gelfrei!
Wie oft machst du das?
Jeden Tag, Herstellerempfehlung!
Das glaube ich nicht.
Doch! Warte...
(Off): Noch mit knapp 60 Jahren sieht Grant erstaunlich gut aus.
V�llig �berzeugend mimt er den Mann,
in den sich die 25 Jahre j�ngere Audrey Hepburn verliebt.
Behandle mich nicht wie ein Kind!
Dann benimm dich nicht wie eins.
Hast du etwas auf dem Herzen? Ich bin m�de und will ins Bett.
Wei�t du, was mit dir nicht stimmt? Nein, was?
Nichts.
(Off): Bei der LSD-Therapie habe ich viel gelernt.
Es war wie eine Art Wiedergeburt.
Ich erreichte, was ich erhoffte.
Nicht ganz: Je mehr Kletten man loswird,
desto mehr tauchen auf, die man wieder loswerden muss.
Um zu genesen, reicht ein Leben nicht.
(Off): Wenn er in England ist, besucht er seine Mutter.
Oft mit Freunden, die sp�ter berichten,
er freute sich sehr auf den Besuch.
Doch auf der Fahrt dorthin verd�stert sich seine Stimmung.
Die Freunde verbl�fft Distanz und mangelnde Zuneigung,
die seine Mutter unter Beweis stellt.
Cary und sie finden sich nicht.
In Briefen jedoch dr�ckt sie gro�e Liebe f�r ihren Sohn aus.
1973 stirbt sie im Alter von 96 Jahren.
*Musik: 2. Klavierkonzert - "Adagio sostenuto"
von Sergei W. Rachmaninow*
1966 h�rt Cary Grant mit dem Filmen auf.
Fortan dreht sich sein Leben um Tochter Jennifer,
die er mit seiner 4. Frau Dyan Cannon hat.
Hitchcock bietet Rollen an,
man fragt ihn, ob er "James Bond" spielt.
Doch er bleibt Vollzeitvater,
seine Tochter geht ihm �ber alles.
Seine Ehe mit Dyan zerbricht nach 2 Jahren,
aber seiner Tochter bleibt er stets verbunden.
*Musik spielt weiter*
(Off): Nachdem er lang um sie warb,
heiratet Cary Grant 1981 Barbara Harris.
*Barbara spricht Englisch*
(Barbara): Altersunterschied und Umzug hierher waren schwierig.
Das legte sich, als ich merkte,
jemanden zu haben, der einen liebt,
und den man liebt, ist viel wichtiger als das Alter.
Cary war nicht nur Cary Grant,
sondern er begeisterte sich f�r das Leben.
*Sie spricht Englisch*
Er war neugierig und las viel. Er war nicht engstirnig.
Sein Geist war wohl j�nger als meiner.
Er war sch�chtern und �ngstlich.
Er wollte sicher sein, ich bin die Richtige f�r ihn.
*Sie schmunzelt*
Ich musste ihm beweisen, dass ich es wert war,
denn er war die Frauen etwas leid.
Tief im Inneren dachte er,
die Frauen w�rden nicht immer f�r ihn da sein.
Als er erkannte,
ich war die Richtige und liebte ihn wirklich,
�bersch�ttete er mich mit allem,
was er vorher nicht zeigen konnte.
Es war wundervoll. *Beifall*
Carys Sch�chternheit war eine Mischung aus dem,
der er gewesen, und dem, zu dem er geworden war.
Es steckte immer noch ein St�ck von Archie Leach in ihm.
Er ging nicht gerne an die �ffentlichkeit.
Er hasste es zum Beispiel, wenn er eine Rede halten sollte.
Er konnte nichts essen und war schrecklich nerv�s.
Deshalb mochte er die "Gespr�che mit Cary Grant",
weil ihm da jemand Fragen stellte.
Zu Beginn der Show zeigte er viele Filmausschnitte,
mit R�ckw�rtssaltos und solchen Sachen.
Er erz�hlte einen Witz, und die Leute stellten Fragen.
Er dachte sich dieses Format selbst aus und er liebte es.
(Off): Im November 1986
erleidet Cary Grant bei Proben in Iowa einen Schlaganfall.
Im Alter von 82 Jahren
stirbt er noch in derselben Nacht im Krankenhaus.
*Sie spricht Englisch* Er lie� sich ein�schern.
Er wollte keine Feier.
Er wollte nicht, dass man trauerte.
Also gab es kein Begr�bnis, nichts.
Er wollte, dass man seine Asche ins Meer streut.
Also nahm Kirk Kerkorian mich und Jenny im Hubschrauber mit,
und wir erf�llten ihm seinen Wunsch.
(Mann Off): K�nnen Sie beschreiben, was Sie sehen...
Was ich sehe? Mhm? Interessante Frage.
Also ich bin... in einem Schlafzimmer,
mit einem gro�en, ungemachten Bett...
*Mann lacht kurz* Davor steht ein Fernseher...
(Stammelt): Und...
man schaut auf H�user von Beverly Hills...
Davor f�hrt eine lange B�schung
zu einem Swimmingpool hinab.
Rechterhand k�nnte ich bis zum Ozean blicken,
aber viele B�ume verstellen mir die Sicht...
Und au�erdem kann ich... das 20th-Century-Geb�ude sehen.
Ich habe einen sehr sch�nen Panoramablick.
*Abspannmusik*
�bersetzung: Rudolf Nadler
K�nstlerische Leitung: Dagmar Jacobsen
Kommentar: Nina Hoss
Zitate von Cary Grant: Fabian Hinrichs
Deutsche Sprachfassung: alias film & sprachtransfer
Redaktion: Antoinette Koering
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbr�cken, 2021
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