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15 JAHRE ZUVOR
Mein Abhimanyu…
Wo bist du hin, mein Schatz?
Es ist, als wäre es erst gestern gewesen,
dass ich dich in diese Wiege gelegt habe.
Subhadra.
Von all den großen Kriegern und Feldherren konnte keiner die Formation durchbrechen?
Ihr habt meinen Abhimanyu allein kämpfen lassen!
Es ist nicht ihre Schuld, Arjun. Es ist meine Schuld.
Nein, mein Bruder.
Ihr alle! Ihr alle seid schuld!
Nicht einer von Euch konnte zu Abhimanyu in die Chakravyuha vordringen?
Er vertraute Euch allen,
und Ihr habt sein Vertrauen missbraucht!
Madhav, du…
Du bist Gott, nicht wahr?
Wie konntest du nur deinen Neffen im Stich lassen?
Ich verstehe deinen Schmerz, Subhadra.
Sie müssen sich nicht nur deinen Fragen stellen,
sondern auch den meinen.
Wir suchen auch nach Antworten, Panchali.
Was hat uns nur aufgehalten?
Wie ein unbezwingbarer Fels.
Sprich nicht in Rätseln, Bruder.
Sag es mir klar und deutlich.
Wer hat meinen Abhimanyu getötet?
Um deinen unbewaffneten Abhimanyu zu töten,
missachteten die Kauravas ihre heiligen Pflichten, Subhadra.
Wer hat ihn getötet?
Es war nicht nur einer.
-Dushasan. -Susharma.
-Lakshmana. -Kritavarma.
Ashwatthama.
Kripacharya.
-Dronacharya. -Shakuni.
Und am Ende haben Dushasans Sohn Drumasen und Karna zugeschlagen!
Doch hinter dieser Verschwörung steckte nur einer.
Er vereitelte jeden unserer Versuche, in die Chakravyuha einzudringen.
König von Sindhu, Jayadratha!
Jayadratha?
-Mutter. -Panchali!
Mutter.
Bruder?
Jayadratha.
Demütigung und Rache
sind zwei Wunden, die nie vollständig heilen.
Ein Leben lang nicht.
Deshalb hatten auch nach all den Jahren
weder Draupadi ihre Demütigung noch Jayadratha seine Rache vergessen.
Das ist Kurukshetra!
Das ist Kurukshetra!
KURUKSHETRA THE GREAT WAR OF MAHABHARATA
JAYADRATHA
-König von Sindhu! -König von Sindhu!
Das reicht.
Hier, bitte.
Heute bin ich traurig.
Sehr traurig.
Mein Neffe,
Duryodhanas Sohn Lakshmana ist tot.
Aber ich bin auch glücklich.
Denn heute feiern wir meinen Sieg.
Jahre habe ich darauf gewartet
und mich einer strengen Askese unterzogen.
Was haben wir heute gewonnen?
Die Niederlage der Pandavas.
-König von Sindhu! -König von Sindhu!
Den Tod von Abhimanyu!
Seid gesegnet, König von Sindhu.
Ihr allein habt alle fünf Pandavs besiegt.
Ich bin nicht gesegnet, Kotikasya.
Gesegnet ist die Göttin, deren Anwesenheit mich unbesiegbar machte.
Wer ist sie?
Wo ist Panchali?
Ist sie wach?
Die Frage ist, ob sie überhaupt schlief.
Sie war die ganze Nacht wach und hat vor sich hingemurmelt.
Wir müssen mit ihr reden.
Sie hat auch nichts gegessen.
Was? Ich?
Ich werde nichts tun. Habt ihr sie mal wütend gesehen?
Sie könnte mich in ihrem Zorn verschlingen.
-Sprecht mit ihr, Bruder. -Ja, ja.
Nur zu. Setzt Euer Schicksal aufs Spiel. Darin wart Ihr schon immer gut.
Was sagt Ihr da, Bruder?
Dharmaraja Yudhishthir!
Was sagt dein Dharma jetzt?
Akzeptierst du deine Niederlage?
Wir wollen es ein letztes Mal versuchen.
Wirklich? Und wenn du verlierst?
Dreizehn Jahre Exil.
Was soll dein Einsatz sein, Dharmaraja?
Du hast all deine Reichtümer verloren, deinen Besitz und dein Königreich.
Was bleibt dir noch?
Ich wüsste etwas, Onkel.
Sein wertvollster Besitz ist ihm geblieben.
Panchali.
Sie soll dein Einsatz sein, Dharmaraja.
Panchali, wir gehen in den Wald.
Brauchst du irgendetwas?
Die Kaiserin fünf mächtiger Ehemänner wurde mit einem Wurf zur Sklavin gemacht.
Was brauche ich da noch?
Deine Wut legt sich nicht so schnell.
Das verstehe ich, Panchali.
Aber lindere wenigstens deinen Hunger.
Warum hungern?
Los geht's.
Wie eine Göttin vom Himmel.
Ihr Teint gleicht der Sonne, die über dem Meer aufgeht.
Ihr Körper?
-Wie eine Lotusblüte in der Wüste. -Toll.
Augen, die einem den Schlaf rauben,
wann immer sie deinen Blick treffen.
Kotikasya,
geh und rede mit ihr.
Aber, König von Sindhu, ich bin verheiratet.
Nicht für dich selbst. Für mich.
Ihr seid auch verheiratet, König von Sindhu.
Und sie auch.
-Sind ihre Männer hier? -Nein.
Ist meine Frau Dushala hier?
-Nein. -Dann geh, du Narr! Rede mit ihr.
Und nicht für dich selbst.
Für mich. Los.
Kotikasya nahm all seinen Mut zusammen und ging zu dieser göttlichen Frau,
um mit ihr zu sprechen.
-Und dann? -Was dann?
Ich brachte kein Wort hervor.
Vorsicht, Mann. Bleib stehen. Kommst du näher, wird es nicht gut enden.
Rede mit ihr. Los.
Bleibe ich Euch fern, endet es auch nicht gut.
Weißt du, wer ich bin?
Drupadas Tochter.
Ehefrau der Pandavas. Panchali.
Ja.
Ich bin Kotikasya,
Gesandter des großen Königs von Sindhu, Jayadratha.
Derselbe Jayadratha, von dessen Tapferkeit, Heldentum, Männlichkeit
und Mut die ganze Welt spricht.
Oh!
Dieselbe Tapferkeit, die hinter diesem Baum lauert?
Wenn er so furchtlos ist, warum steht er dann nicht hier?
Sie wollte mit mir reden.
Natürlich, warum auch nicht? Ich habe eben eine gewisse Ausstrahlung.
Unser König von Sindhu muss es ihr angetan haben.
Draupadi.
Die Prinzessin von Panchal muss ein solches Schicksal erleiden?
-Ich ertrage es nicht. -Dann schließ die Augen.
Wie kann ich?
Meine Augen haften an diesem hübschen Gesicht.
Sieh weg, König von Sindhu.
Oder du wirst dem Erdboden gleichgemacht.
Wenn meine Ehemänner kommen…
Was werden sie tun?
Fünf Ehemänner,
und keiner von ihnen konnte dich beschützen.
Deshalb bin ich hier.
Duryodhana hat uns das angetan, der Bruder deiner Frau Dushala.
Jetzt hat er dich geschickt.
Geh zurück und sag ihm, dass meine Ehemänner
mich nicht nur beschützen, sondern auch rächen werden.
Ich kam allein, um dich von deinem Kummer zu befreien.
Was tust du da?
Deine Schönheit… Nur ich sollte ein Recht darauf haben.
Und dann?
Heißt das, Draupadi und Ihr…
Also?
Unmöglich!
Unmöglich? Natürlich…
Aber für diese Göttin war ich bereit, alles möglich zu machen.
Wer hätte gedacht,
dass ich eines Tages eine Schönheit wie Draupadi beherrschen würde?
Erbärmlicher Jayadratha!
Wie kannst du es wagen, Hand an mich zu legen?
Draupadi, geht es dir gut?
Ihr habt im Schlaf Jayadratha geschrien, Mutter.
Uttara, mach dir keine Sorgen um mich.
Dein Schmerz ist größer als meiner.
Meine Wunden sind alt.
Willst du Jayadrathas Lügen weiter unterstützen?
Wir beide wissen genau, was an dem Tag wirklich geschah.
Arjun! Bheem! Yudhisthira!
Deine Hilferufe sind vergeblich.
Wer wird dich schon hören?
Arjun!
Bheem!
Da stimmt was nicht, ich spür's.
Arjun!
Arjun!
Draupadi?
Draupadi?
Schauen wir im Garten nach.
Arjun!
-Denkst du an unsere Hochzeit, Draupadi? -Du tust mir leid, König von Sindhu.
Du steckst in großen Schwierigkeiten.
Es ist wirklich schön, dass du dich so um mich sorgst.
Wenn das keine Liebe ist, was dann?
Ich sorge mich um deine Frau Dushala.
Flehe deinen Gott an, Jayadratha.
-Vielleicht wirst du verschont. -Hast du nicht gebetet?
Warum wurdest du nicht gerettet?
Sind kamen, um dich zu retten? Wie ist das möglich?
Das sind keine Götter, du Narr. Meine fünf Ehemänner sind hier.
Arjun, sei vorsichtig. Draupadi darf nichts passieren.
Pandavas. Die fünf Feiglinge.
Sie konnten ihre eigene Frau nicht retten und denken, sie können mich kriegen?
Arjun!
Panchali, geht es dir gut?
Halt, Bheem!
Jayadratha ist unser Schwager, der Mann unserer Cousine Dushala.
-Denk an die Folgen, bevor du ihn tötest. -Hat er das getan?
Er hat seinen Tod selbst herausgefordert.
Er hat Draupadi Unrecht getan. Sie entscheidet, was mit ihm geschieht.
Als Frau in diesem Kampf fragiler männlicher Egos zu stehen, ist hart.
Unglaublich!
Männer schüren jahrelang das Feuer der Rache.
Entfacht es dann, ist die Frau schuld?
Sind Abhimanyus Tod und der Krieg unsere Schuld?
Bürde dir diese Schuld nicht auf, Draupadi.
Es waren Hass,
Neid und Gier,
die diesen großen Krieg ausgelöst haben.
Warum sollte Dushala für seine Taten leiden?
Lasst ihn leben.
Aber er bekommt seine Strafe.
Eine Strafe, die er ein Leben lang nicht vergessen wird.
Nein!
Der gedemütigte und entehrte Jayadratha
konnte sich in seinem eigenen Königreich nicht mehr zeigen.
Getrieben vom Feuer der Rache ging er in die Berge
auf der Suche nach einem Weg, der seine Ehre wiederherstellen sollte.
Es erfreut mich, dass du Buße tust, mein Kind.
Sag mir, was du begehrst.
Die Niederlage der Pandavas, Mahadev. Pandus Söhne haben mich gedemütigt.
Sie haben mich vor meinen Untertanen meiner Männlichkeit beraubt.
Gib mir Kraft, Mahadev,
damit ich alle fünf auf einmal besiegen kann.
Du wirst deine Rache bekommen, Jayadratha.
Arjun wirst du nicht besiegen können,
aber du wirst ihm großes Leid zufügen.
Der Tag wird kommen, Jayadratha. Er wird kommen.
Wer hätte mitten im Krieg mit einem so üppigen Festmahl gerechnet?
Und dieser bezaubernden Liebesgeschichte.
Gelobt sei der König von Sindhu, Jayadratha. Das war herrlich!
Genießt den Moment,
markiert er doch den Beginn unseres Siegeszuges.
Diesen Triumph verdanken wir einem einzigen Krieger:
Jayadratha.
-Jayadratha! -Jayadratha!
-Jayadratha! -Jayadratha!
Welchen Segen hat Lord Shiva Jayadratha gewährt?
Er versprach ihm, dass der Tag kommen würde,
an dem er Arjun großes Leid zufügen wird.
Dieser Tag ist vorbei.
Was ist mit morgen?
-Jayadratha! -Jayadratha!
Sieh dir diesen törichten Enthusiasmus an, Acharya.
Er brüstet sich, als hätte er den Krieg im Alleingang gewonnen.
In seiner Euphorie hat er die Prophezeiung seines Vaters Vridhakshtra vergessen,
wonach ihn sein Ende durch die Hand eines großen Kriegers ereilen wird.
Jayadratha war maßgeblich am Tod von Arjuns Sohn beteiligt.
Sein Ende ist in Sicht.
Es könnte schon morgen passieren.
Sei siegreich, Abhimanyu.
Manchmal fühlt es sich an,
als wären wir in der Vergangenheit gefangen.
Jedes vergangene Kapitel entfaltet sich immer wieder vor uns.
Es wäre besser gewesen, wenn wir Jayadratha getötet hätten.
Was an diesem Tag unvollendet blieb,
soll nur vollendet werden.
Er wartete jeden Abend auf mich.
Wir kehrten gemeinsam vom Schlachtfeld zurück,
und er erzählte mir von all seinen Taten.
Aber als ich heute
auf ihn gewartet habe,
ist er nicht zurückgekehrt, Keshav.
Ich trage die Last seines Todes auf meinen Schultern, Keshav.
Meine Abwesenheit.
Meine Entscheidungen. Meine Unfähigkeit.
Gib dir nicht die Schuld, Arjun.
Wir sind lediglich Werkzeuge in diesem Universum.
Nichts geschieht ohne Grund.
Jeder Gewinn
hat seinen Preis.
Es war unvermeidlich, dass Jayadratha Draupadi entführte.
Auch dass du sein Leben verschont hast.
Der Verlust der Samshaptakas
hat den Kauravas großen Schaden zugefügt.
Aber der Preis, den du dafür bezahlt hast, war Abhimanyu.
In diesem Dharma-Krieg wird es weiterhin Gewinne und Verluste geben.
Um Freiheit zu erlangen, müssen Opfer gebracht werden.
Und Abhimanyus Opfer wird nicht umsonst gewesen sein.
Ab morgen wird sich das Blatt zu deinen Gunsten wenden.
Dann wirst du deinen Weg erkennen.
Ich weiß, was ich morgen tun muss.
Jayadratha töten!
Ich, Arjun, Sohn von Kunti,
gelobe hiermit, mich bereitwillig dem Feuer zu opfern,
wenn ich nicht vor Sonnenuntergang morgen
diesem niederträchtigen Jayadratha das Haupt abschlage!
Ich bin das Licht
Und ich bin der Schatten
Das Ende
Ist die Befreiung von der Illusion
Komm, verschmelze dich mit mir
Das Ende ist dein wahres Schicksal
Unter dir die Erde, über dir die Sterne
Das Schlachtfeld von Kurukshetra!
Untertitel von: Gabi Krauß
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